Unklassisch - Latein und Antike im 21. Jahrhundert

(38) Die Germania von Tacitus im Dritten Reich


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Tacitus’ kurze Monographie über das germanische Volk hatte über die Jahrhunderte einige Fans - unter anderem die Nazis rund um Heinrich Himmler. Wir besprechen in dieser Folge, warum die Germania als höchst gefährliches Buch gilt und wie die Nazis den Text für ihre Propaganda verwendet haben. Im Detail schauen wir uns an, wie eine der wichtigsten Stellen rund um das „Gefolgschaftswesen“ im Dritten Reich übersetzt wurde. Denn auch diese unerfreulichen Rezeptionen gehören zu unseren Texten und unserem Fach leider dazu.

In memoriam: Ulrike Stephan

Die besprochene Stelle ist Germ. 13.2, hier der lat. Text: insignis nobilitas aut magna patrum merita principis dignationem etiam adulescentulis adsignant: ceteris robustioribus ac iam pridem probatis adgregantur.

Und aus aktuellem Anlass empfehlen wir noch eine Episode des Podcasts „Wind und Wurzeln“ mit Marina Weisband: Was, wenn morgen Faschismus ist?

In der Folge erwähnt:

  • Krebs, Christopher B.: A Most Dangerous Book. Tacitus’s Germania from the Roman Empire to the Third Reich. New York / London 2011.
  • Krebs, Christopher B.: A Dangerous Book: The Reception of the Germania, in: Woodman, A. J. (ed.): The Cambridge Companion to Tacitus. Cambridge 2009, 280-299.
  • Oakley, S. P.: Style and Language, in Woodman, A. J. (ed.): The Cambridge Companion to Tacitus. Cambridge 2009, 195-211.
  • Die besprochenen Übersetzer sind Ludwig Wilser, Eugen Fehrle und Julius Weisweiler.
  • Assion, Peter: „Was Mythos unseres Volkes ist“. Zum Werden und Wirken des NS-Volkskundlers Eugen Fehrle, in: Zeitschrift für Volkskunde 81 (1985), 220-244.
  • Der Artikel zur Liederbuch-Affäre im Falter von Nina Horaczek: „Wir schaffen die siebte Million“. (€)
  • Kapitelmarken:

    (00:00:00) Intro

    (00:04:49) Kurze Einleitung zu Tacitus

    (00:20:50) Was ist die Germania für ein Text?

    (00:27:26) Ein höchstgefährliches Buch

    (00:34:34) Das Gefolgschaftswesen bei Tacitus

    (00:45:30) Die Übersetzung dieser Stelle von Wilser, Fehrle und Weisweiler

    (00:59:34) Weitere auffällige Stellen in den Übersetzungen

    (01:04:31) Sind diese Übersetzungen jetzt gefährlich?

    (01:07:10) Fazit

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    Unklassisch - Latein und Antike im 21. JahrhundertBy Patrick Kappacher und Juliana Wekel


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