Alles neu...? Aus dem Maschinenraum

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Alles neu...? Aus dem Maschinenraum episodes

  • Christoph Dörn von WIK Group: Wie grün kann ein Elektrohersteller sein?

    Du möchtest diese Folge lieber als Videopodcast sehen? https://youtu.be/vb0YZ8NNbrs

    Rund zehn Millionen Elektrogeräte verlassen jedes Jahr die Werke der WIK Group. Wer morgens seinen Espresso zieht oder sich die Haare föhnt, hat gute Chancen, eines davon zu benutzen, ohne es zu wissen. Denn der Hersteller aus Essen entwickelt und fertigt Siebträgermaschinen, Kaffeevollautomaten und Haartrockner für große Marken, der eigene Name bleibt unsichtbar. „Die Bühne gehört den Marken“, sagt CEO Christoph Dörn.

    An der Spitze dieses Elektrogeräteherstellers steht ein Mann, der ursprünglich Schauspieler werden wollte und sich als Meeresschützer versteht. Sein Vater hielt das für unvereinbar: “Entweder sei man Unternehmer oder Grün." Christoph Dörn, seit 2016 CEO in dritter Generation, will das Gegenteil beweisen.

    Als er ins Unternehmen einsteigt, glaubt er noch, eine klare Ansage reiche: „Wenn ich jetzt dahin komme und verkünde, dass das die neue Richtung ist, dann wird das schon so funktionieren.“ Doch das tut es nicht. Programme werden angestoßen und versanden, die Belegschaft zögert. Die Wende kommt erst, als er die gesamte Organisation in die Strategieentwicklung einbindet und zum ersten Mal Persönliches erzählt: „Plötzlich hat man Christoph gesehen und Christoph kennengelernt“, sagt er. “Jetzt bin ich in der schönen Situation, dass wirklich die ganze Organisation das Thema mitnimmt.”

    WIK will nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip produzieren, ohne toxische Materialien, die Fertigungsstätten sind bereits zertifiziert. Auf einer Skala bis zehn sieht Dörn sein Unternehmen trotzdem erst bei 0,8. Zufrieden sei er nie, weil er immer das Gefühl habe, es "ist alles zu wenig und sowieso viel zu spät”. Auf die Entwicklung des Unternehmens schaut er trotzdem zuversichtlich.

    Christoph Dörn erzählt außerdem, warum er nicht glaubt, dass die Lösung im Weniger-Produzieren liegt und weshalb sein ältester Sohn fremde Menschen ermahnt, keinen Müll fallen zu lassen. Live aufgezeichnet auf der Maschinenraum Momentum 2026 – im Podcast „Alles neu…? Aus dem Maschinenraum“ mit Tobias Rappers und Katja Michel.

    Eine Buchempfehlung von Christoph Dörn: Blue Machine: How the Ocean Shapes Our World von Helen Czerski

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    48 min
  • Louisa Wiedemann von der Wiedemann-Gruppe: Von Silos zur Arbeit in zentralen Strukturen

    „Meine Mutter war Kloverkäuferin, ich wollte auch Kloverkäuferin werden“, so erinnert sich Louisa Wiedemann an ihre Kindheit im Familienunternehmen. Heute ist sie 28 Jahre alt und lenkt die Geschicke der Wiedemann-Gruppe zusammen mit ihrer Mutter Barbara in vierter Generation. Das Unternehmen sitzt im niedersächsischen Sarstedt und ist ein Großhändler für Sanitär, Heizung und Lüftung. Das Unternehmen verkauft Klimaanlagen ebenso wie Badewannen und Heizungen. Kunden sind Handwerksbetriebe. Der Gebäudespezialist setzte zuletzt rund 400 Mio. Euro um und beschäftigt etwa 1200 Menschen.

    Im Podcast spricht Louisa Wiedemann unter anderem über die Transformation, durch die das Unternehmen zuletzt gegangen ist: „Wir haben vorher viel in Silos gedacht, heute arbeiten wir viel mehr als Gruppe und in zentralen Strukturen“, sagt die Unternehmerin. „Wir müssen uns wandeln. Wir müssen mehr Digitalisierung und mehr KI reinbringen“, so Wiedemann weiter.

    Außerdem spricht sie auch über ihre ersten Schritte im Familienunternehmen, die Zusammenarbeit mit ihrer Mutter und ihre Rolle als Chefin. „Ich habe den Mut und bin offen, mir Menschen ins Boot zu holen, die Expertisen haben, die mir fehlen“. „Ich kann nicht alles können. Aber ich habe den Anspruch, zu erkennen, wenn ich etwas nicht kann, um mir Hilfe zu holen“, sagt Louisa Wiedemann im Podcast „Alles neu…? Aus dem Maschinenraum“ mit Tobias Rappers und Katja Michel.

    Eine Buchempfehlung von Louisa Wiedemann: Von der Villa Kunterbunt bis zur Krachmacherstraße: Die schönsten Geschichten von Astrid Lindgren

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    44 min
  • Julia Bielenberg vom Medienhaus Oetinger: Wie gefährlich die Lesekrise bei Kindern für Deutschlands Zukunft ist

    Pippi Langstrumpf, die Kinder aus Bullerbü, das Sams, Timm Thaler: Ohne diese Figuren wäre die Geschichte des Oetinger Verlags undenkbar. Fünf deutsche Verlage hatten die Geschichte über das wilde Mädchen Pippi Langstrumpf abgelehnt, bevor Friedrich Oetinger Astrid Lindgren 1949 in Stockholm kennenlernte und das Buch noch im selben Jahr auf Deutsch herausbrachte. „Wir haben Pippi Langstrumpf wirklich alles zu verdanken", sagt seine Enkelin Julia Bielenberg, die den Verlag heute in dritter Generation führt.

    Aus dem Hamburger Familienverlag ist längst ein Medienhaus mit über 100 Mitarbeitenden und rund 36 Millionen Euro Umsatz geworden, mit Hörbüchern, Apps, Theaterstücken oder eigenen immersiven Erlebniswelten. Getrieben ist diese Verwandlung auch vom veränderten Nutzungsverhalten der Kinder selbst. „Weniger Kinder greifen leider zum Buch, mehr wenden sich anderen Möglichkeiten zu", sagt Julia Bielenberg. Gegen das Smartphone habe das Buch einen strukturellen Nachteil: „Lesen ist anstrengend, da muss man etwas leisten. Das Smartphone ist einfach, da kann man sich passiv einfach berieseln lassen, von morgens bis abends."

    Was für Julia Bielenberg als Verlegerin vor allem ein Geschäftsproblem ist, ist für sie gesellschaftlich jedoch ein klares Alarmsignal: „Das macht leider ganz viel mit dem kleinen Gehirn unserer Kinder, wo sich die Synapsen leider nicht mehr so verknüpfen, wie sie das früher getan haben." Fast die Hälfte der Berliner Drittklässler könne nicht mehr richtig lesen, deutschlandweit sei es fast jedes vierte Kind, das nach der vierten Klasse den gelesenen Inhalt nicht verstehe. „Wir haben kein Rohöl, wir haben keine seltenen Erden, wir haben nichts davon. Wir haben nur die Bildung unserer Kinder", sagt sie und fordert deshalb von der Politik eine weitreichende Bildungsreform.

    Julia Bielenberg erzählt außerdem, wie es sich anfühlte, mit den Kindheitsidolen am Küchentisch zu sitzen und wie es war, als Kind selbst zur Romanfigur zu werden – im Podcast „Alles neu…? Aus dem Maschinenraum“ mit Tobias Rappers und Katja Michel.

    +++ Hier geht's direkt zum Salesforce Manufacturing Summit: https://invite.salesforce.com/manufacturingsummit2026 +++

    Eine Buchempfehlung von Julia Bielenberg: Meine Berge bist du von Francesco Vidotto

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    51 min
  • Georg Stawowy von Bürkert: Warum die deutsche Zentrale nicht mehr die Klügste sein muss

    Wer sich morgens Kontaktlinsen einsetzt, einen Kaffee im Büro trinkt oder Antibiotikum einnimmt, hat vermutlich schon mit einem Bürkert-Ventil zu tun gehabt, ohne es zu ahnen. Der Hidden Champion Bürkert Fluid Control Systems aus Ingelfingen stellt Ventile, Regler und Messgeräte für Flüssigkeiten und Gase her, beschäftigt rund 3.700 Menschen und setzte zuletzt rund 680 Millionen Euro um.

    Davon fallen nur noch ca. 17 Prozent auf den Standort Deutschland. Die größten Märkte sind die USA und China, Indien soll folgen. „Es ist eine Transformation, weil ich akzeptieren muss, dass es Menschen in Indien gibt, die das genauso gut können, vielleicht sogar schneller“, sagt CEO Georg Stawowy. Die Kompetenz, die es im deutschen Headquarter künftig brauche, sei deshalb eine andere: ein dezentrales, weltoffenes Netzwerk zu koordinieren. „Es heißt dann nicht mehr ‚Ich denke für Indien vor‘, sondern ,Was müssen wir für Indien tun, damit die das selbst entwickeln können?’ “, ergänzt er. Investiert wird weiterhin auf beiden Seiten: 7 Millionen Euro flossen zuletzt in den Aufbau der Produktion in Indien, 70 Millionen Euro in drei deutsche Standorte.

    Neu denken will Georg Stawowy aber nicht nur die internationale Aufstellung von Bürkert, sondern auch das Geschäftsmodell selbst: „Nachhaltigkeit ist heute eine ökonomische Realität“, sagt er mit Blick auf steigende Kupfer- und Gaspreise. “Ob ich das am Ende tue, um den Kindern einen besseren Planeten zu hinterlassen oder um Geld zu sparen, ist dann egal“, sagt er. „Wenn ich an die ethische Perspektive nicht glaube oder den Klimawandel negiere, muss ich das dann trotzdem aus dem ökonomischen Grund machen.“ Sein Portfolio will er deshalb stärker auf Produkte ausrichten, die zu einer „regenerativen Wirtschaft“ beitragen, bei der sich soziale, ökologische und ökonomische Systeme erholen können, statt sich zu erschöpfen.

    Georg Stawowy erzählt außerdem, warum Bürkert das Geschäft mit der Rüstungsindustrie strategisch ausschließt, obwohl er selbst kein Pazifist sei und warum die Rolle als CEO dazu führen kann, dass man plötzlich allein in der Kantine sitzt – im Podcast „Alles neu…? Aus dem Maschinenraum“ mit Tobias Rappers und Katja Michel.

    Eine Buchempfehlung von Georg Stawowy: Für Polina von Takis Würger

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    49 min
  • Spotlight | Christian Miele: Der Brückenbauer – warum Familienunternehmen und Startups einander brauchen

    Du möchtest diese Folge lieber als Videopodcast sehen? https://youtu.be/8Wnr6-wHQiM

    Künstliche Intelligenz und Digitalisierung verändern das Tempo, mit dem Märkte sich entwickeln und stellen die Frage neu, wie Substanz und Geschwindigkeit zusammenfinden können. Entscheidend ist dabei weniger die Frage, ob Startups und Familienunternehmen zusammenpassen, sondern wie aus zwei unterschiedlichen Kulturen eine gemeinsame Praxis wird.

    In der vierten Spotlight-Sonderfolge von „Alles neu…? Aus dem Maschinenraum" spricht Gastgeber & Maschinenraum-Geschäftsführer Tobias Rappers mit Christian Miele, General Partner bei Headline, einem der führenden europäischen Wachstumsfonds, über das Zusammenspiel von Startups und Familienunternehmen. Es geht um die Leitfragen, die in der Praxis entscheidend sind: Was sieht die Startup-Welt früher als viele Familienunternehmen? Welche Signale sollten Familienunternehmen ernst nehmen? Und wie lässt sich die Zusammenarbeit zwischen etablierten Mittelständlern und junger Gründerszene produktiv gestalten?

    Mit konkreten Beispielen, Stimmen von Familienunternehmer:innen aus den bisherigen Folgen von “Alles Neu…? Aus dem Maschinenraum” und spannenden Einblicken aus 16 Jahren Startup-Szene zeigt die Folge, wie Substanz und Tempo zusammenfinden können – und was Familienunternehmen und Startups voneinander lernen können: Risiko und Geschwindigkeit auf der einen, Skalierung und Wertefundament auf der anderen Seite.

    Im Spotlight vertiefen wir die Themen, die Familienunternehmen bewegen – aus der Praxis des Maschinenraums heraus. Als Ökosystem von mehr als 85 mittelständischen Unternehmen bündelt er Erfahrungen und Fragen, die im Alltag relevant sind: vom Fachkräftemangel über digitale Transformation bis hin zu kulturellem Wandel. Genau diese Beobachtungen aus der Praxis bilden den Ausgangspunkt für vertiefende Gespräche mit Gastgeber Tobias Rappers und Expert:innen, die sie einordnen und Lösungen greifbar machen. So entstehen Episoden, die nah an den Herausforderungen der Unternehmen sind und zeigen, dass Zukunft dort entsteht, wo wir genauer hinsehen und gemeinsam ins Handeln kommen. Genau da gehört das Spotlight hin.

    +++ Mehr Informationen zu Christian Miele auf Linkedin +++

    +++ Mehr Informationen zu Tobias Rappers auf LinkedIn +++

    +++ Fragen oder Anregungen zum Podcast? Dann schreib eine Mail an [email protected] +++

    +++ Mehr zum Maschinenraum auf unserer Website und auf LinkedIn +++ Gastgeber: Tobias Rappers | Redaktion: Rebecca Marquardt +++

    47 min
  • Martin Babilas von ALTANA AG: Wie ein Chemiekonzern mitten in der Branchenkrise Rekordergebnisse einfährt

    Die deutsche Chemiebranche steckt in der Krise: Hohe Energiekosten, wachsende Regulierung, schwache Konjunktur. Viele Unternehmen verlagern ihre Produktionen ins Ausland, manche stellen die Zukunft ihrer deutschen Standorte infrage. Und dann gibt es den Spezialchemiekonzern ALTANA aus Wesel am Niederrhein – mit einem Rekordergebnis im letzten Jahr.

    Die ALTANA AG gehört inzwischen zur Holding SKion von Susanne Klatten, der Tochter von Herbert Quandt, der einst BMW vor der Pleite rettete. 2010 nahm Klatten das Unternehmen von der Börse und brachte es vollständig in Familienbesitz. Heute beschäftigt der Konzern mehr als 8.000 Menschen und stellt Spezialchemie her: Zusatzstoffe für Lacke und Batterien, Isoliermaterialien für Elektromotoren, Pigmente für Kosmetika. Nur noch etwa zehn Prozent des Umsatzes von gut 3 Milliarden Euro entfallen auf Deutschland.

    Trotzdem glaubt Vorstandsvorsitzender Martin Babilas an den Standort. „Man kann auch heute noch erfolgreich in Deutschland arbeiten", sagt er. Aber er benennt auch klar, was den Standort aufhält: ausufernde Bürokratie, zu hohe Energiekosten, verschleppte Digitalisierung. Vieles davon sei “gut gemeint, aber eben nicht gut gemacht". Mutige Schritte seien überfällig – nicht nur im Interesse der Industrie.

    Dabei macht er einen größeren Zusammenhang auf: „Wir werden diesen Nachhaltigkeitsweg nur dann als Gesellschaft beschreiten können, wenn wir eine leistungsfähige Industrie haben." ALTANA-Produkte stecken beispielsweise in Windrädern oder Elektroautos. Nachhaltigkeit, sagt Babilas, sei dabei auch in der Chemieindustrie längst kein Nischenthema mehr, sondern gelte sogar “in den letzten Jahren mehr und mehr als Wachstumstreiber”.

    Martin Babilas erzählt außerdem, was ein ganz normaler Flaschenverschluss mit 90.000 Tonnen Stahl zu tun hat und warum er auch nach fast 30 Jahren im selben Unternehmen nie ernsthaft über einen Wechsel nachgedacht hat – im Podcast „Alles neu…? Aus dem Maschinenraum" mit Tobias Rappers und Katja Michel.

    Eine Buchempfehlung von Martin Babilas: Eingefroren am Nordpol von Markus Rex

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    47 min
  • Max Heinemann von Gebr. Heinemann: Wie Menschen am Flughafen einkaufen und welche Rolle Geopolitik im Duty-Free spielt

    Gebr. Heinemann betreibt Shops an Flughäfen auf der ganzen Welt, sei es in Istanbul, Sydney oder Oslo. Bei Heinemanns gibt es Zigaretten und Schnaps, Schokolade und Kosmetik. Das Unternehmen arbeitet außerdem mit Luxusmarken wie Hermès oder Bulgari zusammen und betreibt für die Modefirmen Boutiquen. Auch Läden auf Kreuzfahrtschiffen und an Grenzübergängen gehören dazu. „Im Endeffekt sind wir ein Logistikspezialist“, sagt Max Heinemann, der das fast 150 Jahre alte Hamburger Familienunternehmen in fünfter Generation führt.

    Mit über 72 Prozent machen die Flughäfen einen Großteil des Heinemann-Umsatz aus, der 2025 bei 4,7 Mrd. Euro lag. „Allein am Flughafen in Istanbul machen wir eine Milliarde Euro Umsatz. Das klingt für viele absurd“, sagt Heinemann. Gebr. Heinemann habe in den Bau des Istanbuler Flughafens mit investiert. „Wir haben dort einen Vertrag für das Center-Management und kümmern uns außer Essen und Trinken um alles, was nach Einreise und Security-Kontrolle passiert.“

    Die Geschäfte von Gebr. Heinemann sind auch ein Seismograph für die Krisen der Welt: Ob Pandemie, Krieg in der Ukraine oder im Nahen Osten – wenn weniger geflogen wird oder Routen ausfallen, ist das in den Flughafenshops sofort spürbar. „Die Unsicherheiten des Reisemarktes spüren wir sehr“, sagt Heinemann. „Geopolitik hat immer einen großen Einfluss auf unser Geschäft gehabt.“ Doch auch in Krisenzeiten geht das Geschäft weiter. „Es fliegen trotzdem viele Menschen. So oder so suchen sich Leute ihre Wege, um von A nach B zu kommen“, sagt Heinemann. „Aber je teurer alles wird, desto mehr spüren wir das natürlich in unseren Läden.“

    Max Heinemann erzählt außerdem von Whisky-Impulskäufen für Zehntausende Euro und verrät, welches Produkt sich in den Shops an deutschen Flughäfen am besten verkauft – im Podcast „Alles neu..? Aus dem Maschinenraum“ mit Tobias Rappers und Katja Michel.

    Eine Buchempfehlung von Max Heinemann: The Changing World Order von Ray Dalio

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    1 hr 3 min
  • Jakob Schöffel von Schöffel: Wieso er so jung zum Chef wurde und wie er nun mit dem Druck umgeht

    Jakob Schöffel war gerade einmal 26, als er letztes Jahr die Nachfolge seines Vaters antrat. Nun führt er in der achten Generation das Familienunternehmen. Schöffel ist einer der bekanntesten deutschen Hersteller von Ski- und Outdoorkleidung, sitzt in Schwabmünchen bei Augsburg und beschäftigt knapp 280 Menschen.

    Die Entscheidung, ob er so früh an der Spitze stehen will, hat Jakob Schöffel sich nicht leicht gemacht. „Es war ein Prozess“, erzählt er im Podcast. „Meine große Sorge war, dass ich meine Freiheiten aufgebe und vielleicht gar nicht mehr so leicht rauskomme, falls es mir nicht gefällt.“ Am Ende habe er sich dafür entschieden, weil er überzeugt sei, in keinem anderen Job so viel gestalten zu können. Für ihn sei es aber nach wie vor eine mögliche Diskussion, dass er vielleicht nicht der Richtige sei. „In Familienunternehmen muss es eine Option sein, zu sagen: Der Familienunternehmer ist vielleicht nicht das richtige Management“, sagt Jakob Schöffel.

    Das Unternehmen steckt gerade in einer tiefgreifenden Transformation. Immer weniger Schnee in den Alpen sorgt dafür, dass der Markt für Skibekleidung kleiner und exklusiver wird. Schöffel ist deswegen in neue Geschäftsfelder eingestiegen und stellt zum Beispiel auch Funktionshosen für die Polizei und Combat-Shirts für die Bundeswehr her. Jakob Schöffel erzählt, er habe lange darüber nachgedacht, diesen militärischen Bereich weiter auszubauen. „Ich habe eine Reise durchlaufen müssen, um zu dem Punkt zu kommen, dass Wehrfähigkeit ein notwendiges Muss ist“, sagt er.

    Der Unternehmer spricht auch offen über den Druck, der mit seiner Rolle verbunden ist. „Keiner kann dich auf diesen Job vorbereiten“, sagt er. „Dieses Gefühl, auf einmal in der Gesamtverantwortung zu stehen, kannst du in keinem Buch lesen. Die Leute können dir davon erzählen, aber es selbst am eigenen Körper zu erfahren, ist eine völlig andere Geschichte“ erzählt Jakob Schöffel im Podcast „Alles neu..? Aus dem Maschinenraum“ mit Tobias Rappers und Katja Michel.

    Eine Buchempfehlung von Jakob Schöffel: Das Ministerium für die Zukunft von Kim Stanley Robinson

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    51 min
  • Isabelle Himbert & Simone Weinmann-Mang von Arno Arnold: Darum ist Glaube hier nicht nur Chefinnensache

    Für viele Unternehmerfamilien ist der Glaube Privatsache. Bei Mutter und Tochter Simone Weinmann-Mang und Isabelle Himbert von Arno Arnold ist er gelebte Unternehmenskultur: Der Pfarrer beim Spatenstich, die Sternsinger in den Werkshallen, ein Gebet vor schwierigen Entscheidungen. Übersetzt im Unternehmensalltag heißt das für die beiden: „Die Mitarbeiter sind für uns keine Zahlen, wir sehen immer die Menschen dahinter.“

    Die Geschichte von Arno Arnold beginnt im 19. Jahrhundert mit dem Bandoneon, jenem Instrument, das mit dem Tango um die Welt geht. Aus seiner Fertigung entsteht in den 1930er-Jahren ein neuer Geschäftszweig: Schutzabdeckungen für Maschinen, konstruiert nach demselben Faltenprinzip wie die Bälge des Instruments. In den 1970er-Jahren vollzieht das Unternehmen endgültig den Schritt von der Musik zur Maschine. Heute ist Arno Arnold ein Hidden Champion aus Hessen, mehr als 160 Jahre alt und wird in sechster Generation von Isabelle Himbert und ihrem Mann geführt.

    Das Familienunternehmen muss sich heute in einem globalen Markt behaupten, in dem Wettbewerbsfähigkeit neu austariert wird. Isabelle Himbert spricht über den Aufbau des China-Standorts mitten in der Pandemie, über die Geschwindigkeit asiatischer Märkte und über den Anspruch, Deutschland als Produktionsstandort stark zu halten. „Wir sind tatsächlich nach China gegangen, weil wir nah am Kunden sein wollten“, sagt sie. Mit Blick auf Deutschland warnt sie zugleich vor falscher Selbstgewissheit: „Wir haben hier in Deutschland noch die Arroganz des ‚Made in Germany‘.“

    Wie sich ein Generationenwechsel gestalten lässt, ohne – wortwörtlich – “ins Lenkrad zu greifen” und warum es schwer fallen kann, das Familienunternehmen am Abendbrottisch einmal außen vor zu lassen, darüber sprechen Simone Weinmann-Mang und Isabelle Himbert im Podcast „Alles neu..? Aus dem Maschinenraum“ mit Tobias Rappers und Katja Michel.

    Eine Buchempfehlung von Simone Weinmann-Mang: Hat China schon gewonnen? Chinas Aufstieg zur neuen Supermacht von Kishore Mahbubani

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    49 min
  • Spotlight | Kenza Ait Si Abbou & Fabian Westerheide: KI im Familienunternehmen – so wird sie wirklich wirksam

    Künstliche Intelligenz verändert Prozesse, Entscheidungen und Zusammenarbeit – und damit die Wertschöpfung selbst. Entscheidend ist weniger das nächste Tool, sondern die Klarheit, wo KI im eigenen Unternehmen wirklich Wert schafft und wie das zur langfristigen Verantwortung von Familienunternehmen passt.

    In der dritten Spotlight-Sonderfolge von „Alles neu…? Aus dem Maschinenraum“ spricht Gastgeber & Maschinenraum-Geschäftsführer Tobias Rappers mit Kenza Ait Si Abbou und Fabian Westerheide darüber, wie Familienunternehmen KI von der ersten Vision zur belastbaren operativen Praxis bringen. Es geht um die Leitfragen, die in der Praxis entscheidend sind: Wo starten wir, um echtes Potenzial zu heben? Welche Anwendungen zahlen messbar auf die Wertschöpfung ein? Wann rechnet sich das Investment? Und was braucht es, damit aus isolierten Experimenten ein skalierbarer Ansatz wird, mit einer Governance, die Ordnung schafft, und dem Mut zu Entscheidungen jenseits der eigenen Komfortzone?

    Mit praktischen Beispielen, Stimmen von Familienunternehmer:innen aus den bisherigen Folgen von “Alles Neu…? Aus dem Maschinenraum” und klaren Einordnungen zeigt die Folge, wie Familienunternehmen das Thema Künstliche Intelligenz systematisch implementieren können.

    Im Spotlight vertiefen wir die Themen, die Familienunternehmen bewegen – aus der Praxis des Maschinenraums heraus. Als Ökosystem von rund 80 mittelständischen Unternehmen bündelt er Erfahrungen und Fragen, die im Alltag relevant sind: vom Fachkräftemangel über digitale Transformation bis hin zu kulturellem Wandel. Genau diese Beobachtungen aus der Praxis bilden den Ausgangspunkt für vertiefende Gespräche mit Gastgeber Tobias Rappers und Expert:innen, die sie einordnen und Lösungen greifbar machen. So entstehen Episoden, die nah an den Herausforderungen der Unternehmen sind und zeigen, dass Zukunft dort entsteht, wo wir genauer hinsehen und gemeinsam ins Handeln kommen. Genau da gehört das Spotlight hin.

    Fotocredit Kenza Ait Si Abbou: Hendrik Gergen

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    1 hr 9 min

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Wie lassen sich Herkunft und Zukunft mutig vereinen? Vor welchen Herausforderungen stehen Familienunternehmen und welche Erfahrungen sammeln sie bei der digitalen Transformation? Diese Fragen klärt…

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