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  • “Mythos Hume Drosten” | Von Bernd Lukoschik
    Kausalität – das nicht gelöste Problem der Virologie

    Ein Standpunkt von Bernd Lukoschik.

    Vorbemerkung
    Der folgende Beitrag ist u.a. der Versuch einer Ehrenrettung. Der Ehrenrettung einer Berufsgruppe, von der man während der Pandemie leider so gar nichts gehört hat: der Philosophen. Sicher, etwas hat man schon gehört, etwa Statements aus dem Ethikrat – und erst kürzlich die deprimierenden Äußerungen eines Jürgen Habermas und Noam Chomsky.
    Erstens aber zeichnen sich diese Philosophen zurzeit durch jämmerlichste Konformität und Staatshörigkeit aus, was einem Sokrates die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte. Denn der bekam Profil und seinen herausragenden Stand in der Philosophiegeschichte gerade dadurch, dass er gegen die Dummheit und Machtbesessenheit seiner Heimatstadt Athen aufbegehrte. Zweitens lassen sich die Philosophen etwa durch ihre Mitgliedschaft im Ethikrat auf nur einen winzigen Bereich dessen reduzieren, was sie alles noch bieten könnten. Sie lassen sich zum moralisierenden Feigenblatt der Politik (miss)brauchen.
    Dabei böte doch gerade die „Pandemie“ eine wunderbare Gelegenheit, um zwei weitere „Werkzeuge“ der Philosophie einzusetzen, die Wissenschafts- und die Erkenntnistheorie. Vor allem Letztere aus den verstaubten universitären Schubladen zu holen ist angesichts des dürftigen Wissenschaftsstatus der Virologie angesagt. Die Erkenntnistheorie thematisiert nämlich Grundbegriffe und Kriterien, auf denen jede Wissenschaft aufbaut und denen jede Wissenschaft genügen muss. Es geht um Grundbegriffe wie Raum, Zeit, Ding/Substanz, Naturgesetz und Kausalität. Und indem die Disziplin Erkenntnistheorie einfach einmal diese Kriterien auf das aktuelle Wissenschaftsgeschehen anwenden würde, hätte sie selbst Bedeutendes zur eigenen Daseinsrechtfertigung geleistet. Im Folgenden soll auf nur einen dieser Grundbegriffe eingegangen werden: die Kausalität.
    Kausalität
    Eine grundlegende Bedingung, die uns den alltäglichen Umgang mit der Wirklichkeit, die aber auch dem Wissenschaftler die Erkenntnis von Naturzusammenhängen ermöglicht, ist die Kausalität, die Verknüpfung von Ursache und Wirkung. Wäre es uns nicht möglich, von dem Ereignis A sagen zu können, es sei die Ursache eines anderen, B, oder festzustellen, ein Phänomen B sei das Ergebnis der Einwirkung eines anderen, A, dann würden wir glatt verrückt:
    Wir stünden vor andauernd auf uns einstürzenden ungeordneten Ereignisfolgen. Wir kämen nicht zur Ruhe, noch weniger zum Handeln. Kausalität ist wie ein Haltegriff im Leben, sie bringt Ordnung in die Flut der Sinnesreize und ermöglicht uns, Distanz zur Wirklichkeit zu gewinnen, was notwendige Bedingung dafür ist, gezielt in unsere Umwelt eingreifen zu können.
    Was wir im Alltag eher unbewusst und nebenbei tun, nämlich nach kausalen Verknüpfungen der Alltagsvorkommnisse zu suchen – man beobachte nur das Kleinkind –, das ist die erklärte Aufgabe des Wissenschaftlers. Eigentlich geht sein ganzes Bestreben dahin, seinen Gegenstandsbereich in kausale Beziehungen einzubinden, das heißt die kausalen Verknüpfungen als allgemeingültige Naturgesetze zu formulieren. Naturgesetze sind, meist mathematische Gestalt gewordene, Kausalbeziehungen.
    Dabei ergeben sich zwei Fragen: Erstens, wie gelangt der Wissenschaftler zur Erkenntnis einer Kausalverknüpfung? Zweitens, ist die Kausalverknüpfung ein Strukturmerkmal der Wirklichkeit selbst oder ist sie so etwas wie ein von uns erfundenes Netz, das wir über die Wirklichkeit werfen, um sie in den Griff zu bekommen? Im letzteren Fall wäre die Wirklichkeit dann ganz anders geformt: wie, diese Erkenntnis wäre uns vielleicht gar nicht möglich. Aber egal, ob nun Kausalität ein Strukturelement der Natur ist oder auch nicht, wir brauchen sie, um unser Leben zu meistern.
    David Humes Kritik der Kausalität
    Betrachtet man einen Gegenstand oder ein Ereignis allein für sich,
    14 min
  • Medienversagen | Von Norbert Häring
    Wie ein Medienkonzern seine Journalisten auf bedingungslose Unterstützung der Pandemie-Politik festgelegt hat





    Ein Kommentar von Norbert Häring.
    Der CEO des wichtigsten Schweizer Zeitungsverlags, der auch einige internationale Zeitungen herausgibt, hat sich laut einem nun veröffentlichten Video vor 10 Monaten damit gerühmt, dass er veranlasst habe, dass alle Zeitungen der Gruppe die Corona-Politik der nationalen Regierung unterstützen. Sein Dementi ist schwach und schreckt vor Ad-hominem-Attacken nicht zurück.
    Der Nebelspalter, der das Skandalvideo veröffentlichte, spricht angesichts der eigentlich nicht zu Veröffentlichung bestimmten Aufnahme von unverfrorener Komplizenschaft zwischen Staats- und Medienmacht. Sie erkläre, warum die Zeitungen der Ringier-Gruppe, darunter das Bild-Pendant Blick, immer so gut über Pläne der Regierung informiert gewesen seien und die Regierungspolitik immer so freundlich begleitet und kommentiert hätten.
    Eingebettet in den Artikel mit dem Titel „Geheimes Video zeigt: CEO Marc Walder zwang alle Redaktionen der Ringier-Medien weltweit auf Regierungskurs“ der traditionsreichen Satire-Zeitschrift können Ungläubige einen O-Ton von Ringier-CEO Marc Walder hören. Walders Bemerkungen fielen am 3. Februar 2021 im Rahmen der Gesprächsreihe mit dem Titel «Inspirational Talk» der Schweizerischen Management Gesellschaft. Thema: Digitale Transformation. Walder ist sich erkennbar bewusst, dass er sehr Heikles sagt, nämlich unter anderem:


    "Wir hatten in allen Ländern, wo wir tätig sind – und da wäre ich froh, wenn das in diesem Kreis bleibt – auf meine Initiative hin gesagt: ‹Wir wollen die Regierung unterstützen durch unsere mediale Berichterstattung, dass wir alle gut durch die Krise kommen. Das mag Sie jetzt überraschen, aber ich will es an einem Beispiel festmachen. Auch die Blick-Gruppe, die jetzt in der Schweiz sehr prägend ist in der Covid-Berichterstattung, könnte deutlich härter – und vielleicht sagen einige von Ihnen: ‹Ja, macht’s doch bitte, die schlafen alle, die packen’s nicht› – sein. (…) Das nützt im Moment niemandem etwas. Wir müssen versuchen, dass die Politik, ob sie jetzt genug schnell, genug hart, zu wenig hart usw. agiert, das Volk nicht verliert. Und hier dürfen die Medien nicht einen Keil treiben zwischen der Gesellschaft und der Regierung.“

    Gleichzeitig kritisierte Walder die seiner Ansicht nach viel zu kritische Berichterstattung der Bild-Zeitung in  Deutschland. Dem Nebelspalter sagte ein Ringier-Sprecher, gefragt, ob dies nicht die redaktionelle Unabhängigkeit ausheble:


    „Nein: Zwischen Marc Walder und vielen Chefredakteurinnen und Chefredakteuren der Ringier-Gruppe findet seit vielen Jahren ein konstanter und konstruktiver Dialog statt.“

    Auf die Frage, ob inhaltliche Vorgaben des Verlags für die Redaktionen bei Ringier üblich seien, hieß es:

    "Die Redaktionen und Mitglieder der Konzernleitung (…) tauschen sich konstant aus. Die Verantwortung und Hoheit der publizistischen Berichterstattung liegt stets bei den Redaktionen.“

    Bankrotterklärung des Journalismus
    Die Neue Züricher Zeitung sprach von einer Bankrotterklärung und führte ein erfrischend kritisches Interview mit Walder. Darin entschuldigte sich Walder für seine Bemerkungen über die Bild-Zeitung, deren damaliger Chefredakteur Julian Reichelt zwischenzeitlich geschasst worden ist.
    Wie ernst man diese Entschuldigung zu nehmen hat, bemisst sich auch daran, wie das, was er an anderer Stelle im gleichen Interview sagt, zu verstehen ist:

    „Doch auf die Tatsache, dass unsere Publikationen nicht auf billigen Empörungsjournalismus setzen, sondern faktenorientiert und sachlich über die Notwendigkeit verschiedener Maßnahmen schreiben, bin ich stolz.“

    Das lässt sich leicht als indirekte Bekräftigung der Kritik an der Bild lesen...
    6 min
  • Rückblick 2021: Zunehmende Ungleichverteilung, Armut und Hunger | Von Christian Kreiß
    Ein Standpunkt von Christian Kreiß.
    In den letzten Monaten erschienen mehrere Studien, die sich mit sozialen Auswirkungen der internationalen Coronapolitik beschäftigen.
    Zunehmende Ungleichverteilung
    Der alle zwei Jahre erscheinende World Inequality Report stellte am 7.12.2021 fest, dass die weltweite Ungleichverteilung durch die Lockdowns dramatisch zugenommen habe und heute wieder auf dem sehr hohen Niveau von Anfang des 20. Jahrhunderts, „dem Höhepunkt des westlichen Imperialismus“ sei. (1) Wörtlich heißt es in dem Bericht:


    “Seit 1995 hat der Vermögensanteil, der auf Milliardäre entfällt, von einem auf über drei Prozent zugenommen. Diese Zunahme wurde während der Covid-Pandemie verschärft. In der Tat war 2020 der stärkste Vermögensanstieg von Milliardärsvermögen in der Geschichte.“ (2)

    Die untere Hälfte der Erdbevölkerung besitzt demnach 2 Prozent des globalen Vermögens, die oberen 10 Prozent 76 Prozent. Nach Zahlen der Allianz-Versicherung gehören 41 Prozent der Netto-Finanzvermögen den obersten ein Prozent, den obersten 10 Prozent 84 Prozent. (3) Die Covid-Politik hat demnach zu einer einzigartigen Zunahme der ökonomischen Macht bei einer ganz kleinen Elite der Weltbevölkerung geführt.
    Erhöhung der Lebensmittelpreise
    Am 2.12.2021 veröffentlichte die FAO, die Food and Agricultural Organization der Vereinten Nationen in ihrem monatlich erscheinenden Bericht über die weltweiten Preisentwicklungen der Lebensmittel, dass die Lebensmittelpreise im November 2021 um 27 Prozent teurer waren als im November 2020. (4)
    Verglichen mit den durchschnittlichen Lebensmittelpreisen der sechs Jahre 2015 bis 2020 (Indexstand 95,3) waren die Lebensmittel im November 2021 (Indexstand 134,4) um 41 Prozent teurer als in den sechs Jahren zuvor. (5)
    41 Prozent ist viel Geld für die ärmeren Schichten der Bevölkerung, v.a. in den Entwicklungsländern, aber durchaus auch für die Unterschichten in den Industrieländern. Die Lockdown-Politik hat also zu sprunghaft steigenden Lebensmittelpreisen geführt, was unmittelbar und massiv die Unterschichten benachteiligt. Grundnahrungsmittel sind heute nominal und real so teuer wie fast noch nie in der Nachkriegszeit.
    Anstieg der Unterernährung
    Im Oktober 2021 erschien der Welthunger-Index 2021. (6) Demnach stieg 2020 „nach Jahrzehnten des Rückgangs“ erstmals wieder die weltweite Verbreitung von Unterernährung stark an, und zwar von etwa acht Prozent der Weltbevölkerung 2019 bzw. 640 Millionen Menschen auf ungefähr 10 Prozent oder 800 Millionen Menschen 2020, also ein Anstieg um etwa ein Fünftel oder fast 160 Millionen Menschen. (7)
    Bis November 2021 sind die Preise für Grundnahrungsmittel gegenüber dem Durchschnittspreis 2020 um 37 Prozent gestiegen. (8) Das verheißt auch für 2021 nichts Gutes, auch 2021 dürften Unterernährung und Hunger weiter zugenommen haben.
    Bereits in einem im Januar 2021 erschienenen Bericht schätzte Oxfam, dass durch Corona bzw. die politischen Maßnahmen dazu Ende 2020 mindestens 6.000 Menschen zusätzlich pro Tag an Hunger sterben würden. (9) Viele davon dürften Kinder sein. Im September 2020 sagte der damalige Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU):

    "An den Folgen der Lockdowns werden weit mehr Menschen sterben als am Virus". (10)
    Ein wahres Wort. 2021 dürfte es angesichts der stark gestiegenen Preise für Grundnahrungsmittel und der zunehmenden Armut in Unterschichten nicht besser geworden sein.
    Was kommt auf uns zu?
    Möglicherweise drohen 2022 hungerbedingte Unruhen wie 2007 während der Tortilla-Krise in Mexiko (11) oder Aufstände wie der Arabische Frühling ab 2010, der durch Zorn über stark gestiegene Grundnahrungsmittelpreise mitausgelöst wurde. (12)
    Diese besorgniserregenden sozialen Entwicklungen treffen auf einen historisch einzigartig hohen Schuldenberg. Der IWF berichtete am 15.12.2021,
    7 min
  • Ablenkung von den Tätern | Von Anke Behrend
    Stichwort #Montagsspaziergänge. Unter »Corona« wird von Regierung und Konzernen eine Perversion der Demokratie betrieben, die in den Faschismus führt.
    Von Anke Behrend, Autorin der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand.
    »Gegen die Verdrehung der Geschichte«, – diese Worte trugen antifaschistische Gegendemonstranten am 22. Dezember 2021 auf dem Münchner Odeonsplatz vor sich her. Es ist ein sehr guter Slogan. Er setzt Geschichtskenntnis und -bewusstsein sowie die Reflexion der eigenen Rolle voraus. Er setzt die Kenntnis voraus, wie sich das Gift des Antisemitismus, wurzelnd in der Antike, mit Hilfe der katholischen Kirche, dem mittelalterlichen Machtapparat schlechthin, und ihren Erfüllungsgehilfen seit Jahrhunderten durch Europa und die Welt brennen konnte.
    Im Jahr 1391 begann eine beispiellose Vertreibung der Juden, die die christliche Taufe verweigerten, aus Spanien und Portugal. Jedoch schon lange zuvor hatte man die Juden der Verschwörung gegen Christen bezichtigt, ihnen angedichtet, Seuchen einzuschleppen, Zinswucher, Brunnenvergiftung und Ritualmorde zu begehen. Man machte sie verantwortlich für den »Schwarzen Tod«, die mittelalterliche Pest-Pandemie zwischen 1346 und 1353 mit mutmaßlich 25 Millionen Todesopfern. Legitimiert durch diese Mythen breitete sich die Judenverfolgung ausgehend vom spanischen Sevilla über die iberische Halbinsel und bald über ganz Europa aus.
    Pogrome, Zwangstaufen, Vertreibungen waren nur der Anfang. Die Zwangsbekehrungen befriedeten die Situation nicht, sondern zogen weiteren Hass und Gewalt gegen Juden und die konvertierten Conversos nach sich. 1449 erließ man die »Blutreinheitsgesetze« von Toledo. Nicht getaufte Juden ohne »Reinheitsnachweis« wurden mit Kontaktbeschränkungen, Berufsverbot oder Kerkerhaft belegt oder auf offener Straße ermordet. Mit dem Alhambra- oder Vertreibungs-Edikt von 1492 beschlossen die katholischen Machthaber, endgültig alle Juden aus Spanien zu vertreiben. Gleichzeitig verhängte man eine generelle Taufpflicht.
    Die politische Lage im Europa des Hochmittelalters war gespannt und unübersichtlich. Durch einen wirtschaftlich und kulturell im Wachsen begriffenen Kontinent schlugen Auseinandersetzungen um die religiöse Macht blutige Schneisen. Ihre Spuren reichen bis in heutige Tage. Begonnen hatte die Inquisition bereits 1268 im Königreich Neapel, um Häretiker – konvertierte Juden und Muslime, die ihren Glauben heimlich ausübten – zu verfolgen. Der Druck war so immens, dass ganze jüdische Gemeinden geschlossen zum Christentum übertraten. In den Augen der Kirche blieben sie jedoch Herätiker und unrein.
    Mehr als 350 Jahre fraß sich die Inquisition der römisch-katholischen Kirche durch die Menschheitsgeschichte und gelangte bis nach Indien und Mexiko. Was mit der Weigerung Andersgläubiger, sich taufen zu lassen, begann, wurde zu einem Schwelbrand des Aberglaubens, der apokalyptischen Angstpropaganda, religiöser Verblendung, Barbarei und mithin auch der Hexenverfolgung. Allein in Deutschland fielen zwischen 40.000 und 60.000 Menschen dem Wahn zum Opfer. Er erfasste bald sämtliche Lebensbereiche. Frauen, Kinder, sogar Haustiere wurden in absurden Prozessen und Tribunalen abgeurteilt und öffentlich hingemetzelt.
    Im Auftrag der Macht: Dogmatismus und gekaufte Wissenschaft
    Magische Denkmuster, gut und böse, und überbordender Moralismus gepaart mit widersinnigen Strafen, Schutz- und Bußritualen trafen auf eine ungebildete Bevölkerung, die sich nur allzu leicht zum Vollstrecker machen ließ und die Schuld für Krankheiten, Missernten und Hungersnöte und die Kleine Eiszeit den von den Kanzeln gepredigten Sündenböcken anlastete. Das mittelalterliche Denken war durch Dogmen korrumpiert.
    Wissenschaft durfte nur im Rahmen der Glaubenslehre und im Dienst der Machthaber stattfinden. Nicht selten bezahlten Skeptiker und Kritiker ihren Mut mit dem Leben. Der Universalgelehrte Galileo Galilei musste seine Erkenntnisse widerrufe...
    13 min
  • Ist Exil Sünde? | Von Jochen Mitschka
    Wegziehen, Auswandern oder Weglaufen?

    Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.
    Mit diesem Artikel soll nicht die Diskussion darüber geführt werden, ob Deutschland nun, wie so viele andere Länder, in eine Form des autoritären Korporatismus und eine Herrschaft von Konzernen abrutscht, der große Ähnlichkeiten zum Faschismus hat. Wir wollen dies einfach einmal als Arbeitsthese voraussetzen. Ich will darüber nachdenken, ob ein Weggehen, oft als "Auswandern" beschrieben, eine vertretbare Option ist.
    Wir sollten uns daran erinnern, dass der Faschismus keine deutsche Erfindung war. Vielmehr war es eine globale Bewegung vor über 100 Jahren, mit der Herrscher ihre Untertanen hofften aus dem Rückzug ins Private, aus der Lethargie zu holen, um sie für den Staat zum Einsatz bringen zu können. Deutschland war lediglich eines der Länder, welche die Ideologie auf die Spitze trieb. Und viele Länder bewunderten Deutschland für die Perfektion, mit der vorgegangen wurde, nicht nur dank Computervorläufern auf Lochkartenbasis, geliefert von IBM.
    Und die Menschen ließen sich begeistern und mitreißen, die Eliten der Staaten freuten sich. Und erst als die Auswüchse in Deutschland bekannt wurden, als der Krieg die Welt zerstörte, begann der Niedergang der offiziellen faschistischen Bewegungen weltweit. Dabei wurde aber nicht der Geist vernichtet, welcher eine elitäre Herrschaft als Notwendigkeit ansieht, um die dummen und Lenkung benötigenden Massen zu führen.
    Aber natürlich gab es, wie immer, eine Minderheit, die sich diesem Begeisterungssturm der Mehrheit widersetzte, die erkannte, dass hier die Errungenschaften der Aufklärung ins Gegenteil verkehrt wurden, und die schließlich das Exil als letzte Option sahen, um weiter offen ihre Meinung zu sagen, ohne von gesellschaftlichen und staatlichen Sanktionen getroffen zu werden.
    Es gab immer wieder Phasen in der Geschichte Deutschlands und der anderen Länder, wo Gruppen von Menschen nur noch die Möglichkeit sahen, das Land zu verlassen, um so zu leben, wie sie es für angemessen hielten. Nur leben wir heute im Zeitalter der Globalisierung. Gab es früher die Weiten des Wilden Westens, die scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten in den Kolonien oder die grundsätzlichen kulturellen Unterschiede einzelner Regionen, ist das heute nicht mehr in dem Maße gegeben.
    Andererseits ist heute durch die Globalisierung eine Kommunikationskultur entstanden, durch die man kaum noch merkt, ob der Gesprächspartner im Nachbarraum sitzt, oder eben auf der anderen Seite der Weltkugel. Weshalb das Verlassen eines Landes weniger Einfluss auf die sozialen Kontakte haben muss als früher. Aber natürlich gibt es noch viel mehr Dinge zu berücksichtigen, wenn man über das Wegziehen aus Deutschland spricht.
    Exilanten gibt es schon immer
    Es gibt also schon immer Menschen, die aus der Heimat flüchten mussten, um der gesellschaftlichen oder politischen Entwicklung zu entgehen. Einige hatten das Glück, nach einer Änderung der Verhältnisse in die Heimat zurückkehren zu können. Andere, wie der Vater der thailändischen Revolution, Pridi Phanomyong, der nach der ersten von inzwischen 20 Militärputschen nach der Revolution bis zum Tod vergeblich darauf wartete. Der gesellschaftliche Einfluss der meisten Exilanten verblasste mit der Zeit, die sie im Ausland waren. Aber der Einfluss anderer vergrößerte sich sogar.
    Das beste Beispiel dafür dürfte der Vater der islamischen Revolution, der Begründer des theokratisch-republikanischen Irans sein, Ruhollah Chomeini. Wichtigstes Werkzeug der Verbreitung seiner Ideen waren Reden von ihm gewesen, die auf Tonbänder aufgenommen, in den Iran geschmuggelt und in Moscheen abgespielt wurden. Wie mühsam, verglichen mit den modernen Methoden der Kommunikation, und doch wirksam. Vielleicht aber muss der "Widerstand" wieder auf ähnliche Methoden zurückgreifen, seit man durch Snowden gewahr wurde, wie allumfassend die Kontrolle der digitalen Nachr...
    18 min
  • Die Verkünstlichung des Menschseins | Von Milosz Matuschek
    Gedanken zur Sterilität der Welt.
    Ein Kommentar von Milosz Matuschek.
    Gibt es etwas Schöneres dieser Tage als ein offenes Feuer im Kamin zu bestaunen, während draußen die Kälte an die Türe klopft? Flammen erklimmen Holzscheite, während es knackt und faucht. Die Glut glänzt pulsierend. Fast scheint sie zu atmen. Das Zentrum der Wohnstube strahlt Leben aus und zieht Leben an. Die ganze Existenz konzentriert sich um einen Quadratmeter Wärme. Das Feuer ist der Mittelpunkt, um den sich die Menschheit seit je gerne schart. Es ist auch der Beginn der Zivilisation, der Kultur, des Menschseins. Am Feuer traf man sich zum Essen, für Rituale, für Erzählungen und Geschichten.
    Wenn das Menschsein verdächtig wird
    Es passt zu unserer Zeit, dass diese Art des offenen Feuers heute zur Unart etikettiert werden muss, zu einem Anachronismus. Die Stichworte sind bekannt: Verfeuerung fossiler Brennstoffe, Immissionen, eine Energieeffizienz jenseits von Gut und Greta. Das Betreiben von nährenden Quellen für Menschseinserfahrungen im 21. Jahrhundert ist verdächtig. Doch mal ehrlich: ist nicht alles, was Menschsein an sich ausmacht, heute verdächtig bis gefährlich?
    Wir leben in einer Zeit der tiefen Transformation menschlicher Erfahrungen. Ja, es findet ein Kampf gegen das Menschsein statt. Geführt wird der Kampf jedoch nicht als Kampf gegen die Menschheit, sondern als Kampf zur Rettung der Natur. Je effektiver der Mensch sich selbst bekämpft, desto besser rettet er den Planeten. Denkt man die angebotenen Weltrettungsphantasien zu Ende, ist die sicherste Rettung der Umwelt die Dezimierung des Menschen. Der Mensch ist dem Menschen kein Wolf, sondern ein Schädling. Greenwashing ist so mächtig, dass man damit sogar eine Bevölkerungsreduktion verkaufen kann.
    Die Erfahrung des Menschseins läßt sich jedoch nicht so leicht entziehen. Deshalb wird sie umcodiert. Der Mensch ist heute in eine grellbunte Parallelwelt entführt, in ein spiegelverkehrtes, künstliches Metaversum. In diesem herrscht die Illusion, dass das Gegenteil von allem auch wahr ist und es nichts gibt, was nicht ersetzbar ist. Die Welt der Künstlichkeit ist die Welt der Ersatzstoffe, der Substitute und Simulationen. Das Feuer lodert in dieser Welt nicht mehr im Kamin sondern als Pixelsturm über einen hochauflösenden Bildschirm. Wenn etwas als besonders logisch, rational und effizient angeboten wird, ist es alles, aber sicher nicht echt.
    In der Herrschaftswelt der Substitute ist alles da und zwar im Überfluss, weil es ersetzt werden kann. Geld ist durch Papier und Pixel ersetzt. Information durch Haltung. Wissenschaft durch Glauben. Bildung durch Module. Gefühl durch sensorische Unterhaltung. Liebe durch ein Ressourcenaustauschverhältnis. Die Zoom-Weihnachten ist der Muckefuck des Pandemienotstands. Die Erfahrung des Menschseins wird so zu einem Cocktail an Ersatzstoffen, die nicht nähren sondern letztlich auszehren. Dies fällt jedoch kaum mehr auf, da man in der künstlichen Welt selbst den Hunger nach dem Echten dadurch besiegen kann, dass man ihn als Illusion erscheinen lassen kann. Es gilt ja heute schon als anstößig, auf die Fähigkeiten eines natürlichen Immunsystems zu verweisen.
    Die Umgestaltung des Menschseins begann mit der Umformatierung der Sprache und mit der Entziehung der Kultur. Sie endet mit der Neubespielung dessen, was man Bewusstsein nennt. Wer in der künstlichen Welt durchkommen will, muss ein upgedatetes Bewusstsein haben, die neueste Version des Betriebssystems Mensch installiert haben. Er muss nach den Regeln des Paralleluniversums funktionieren, um vermeintlich Anschluss an das zu haben, was in Zukunft Menschsein bedeutet. Doch will man das?
    Wie verkünstlicht kann das Leben sein?
    Die Menschheit steht am Scheideweg: Wieviel ist echtes Menschsein wert und welchen Preis sind wir bereit, dafür zu zahlen? Welche Erfahrungen sind unersetzlich? Wie verkünstlicht kann das Leben maximal sein,
    6 min
  • Eine Welt voller Versuchskaninchen | Von Markus Fiedler
    Ein Standpunkt von Markus Fiedler.
    Der literarische Frankenstein ist der personifizierte Transhumanist. Er ist der Schöpfer eines Hybridwesens aus Maschine und Mensch. Und doch unterscheidet er sich in einem wesentlichen Punkt von der transhumanistischen – sprich: der faschistisch-eugenischen – Agenda, die wir derzeit weltweit beobachten können.
    Frankenstein schuf aus toter Materie ein lebendiges Wesen, nämlich Frankensteins Monster. Er erweckte das Monster mit einem fulminanten Stromschlag aus einem Blitz zum Leben und – so die tragische Geschichte – Frankenstein starb durch die Hand seiner eigenen Schöpfung. „Es lebt“ ging mit einem hysterischen Lachen als Frankensteins Zitat in das Weltkulturerbe ein. (1) Ein einfacher Mensch wird zum Schöpfer - zum Gott.
    Trotz all unseres Verständnisses im Bereich der Biowissenschaften ist es uns (noch) nicht möglich, ein Lebewesen von Grund auf neu zu erschaffen. Wir können wie Frankenstein aus Puzzlestücken bzw. aus Informations-Bruchstücken bereits vorhandenen Lebens Chimären erzeugen. Mischwesen aus genetisch unterschiedlichen Zellen. Wir sind aber nicht fähig, Leben von Grund auf neu zu erdenken und zu erschaffen, oder, wie es der Techniker formulieren würde, „from the scratch“.
    Aber Forscher weltweit streben danach und suchen nach Wegen, selbst zum Schöpfer zu werden. Man könnte dies in Anlehnung an den Prometheus-Mythos als eine Emanzipation von den Göttern interpretieren. Es ist davon auszugehen, dass einige Protagonisten und Vordenker der Corona-Dystopie sich schon länger als allmächtige Götter sehen. Letzten Endes geht es aber bei dieser elitären Armageddon-Sekte um niederste menschliche Instinkte, vor allem um die Ausübung von Macht.
    Getarnte Eugenik
    Um ein Neuerschaffen geht es diesen Neo-Eugenikern gar nicht. Sie tauchen derzeit überall im Tarnmantel als sogenannte „Transhumanisten“ auf. Dieser Begriff klingt wunderschön harmlos, ist aber nichts weiter als ein anderes Wort für Eugenik, der Lehre von der nationalsozialistischen Rassenhygiene.
    Heutzutage arbeitet man nicht mehr mit klassischen Zuchtmethoden, wie es noch die Nazis mit ihren Euthanasie-Morden und Arier-Zuchtanstalten wie dem „Lebensborn“ taten. Heute manipuliert man direkt das Genom und fügt die Gene hinzu, die man gerne im Versuchskaninchen hätte.
    In einem früheren Aufsatz zum Thema Impfen und Faschismus habe ich bereits ausführlich den faschistischen und eugenischen Charakter der Impf-Agenda der Moderne aus verschiedenen historischen Quellen herausgearbeitet. (2)
    Die Genetiker manipulieren am Erbgut von Säugetieren herum. Das, was über Jahre hinweg als moralisch verwerflich galt und nur unter strengsten Auflagen an Labormäusen durchführbar war, wird nun milliardenfach durchgeführt. Nicht Tierversuche. Es geht um ein Massen-Genexperiment am Menschen ohne dessen Einwilligung. In diesem Massenexperiment versteckt gibt es anscheinend viele kleinere Experimente, die vor der Öffentlichkeit getarnt werden. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, lesen Sie dazu diesen Artikel bis zum Ende.
    Dieses Experiment läuft in seiner weltweiten Feldstudie seit Dezember 2020. Die meisten von den menschlichen Versuchskaninchen wissen nichts davon, weil man es ihnen als heilende Impfungen verkauft. Und die Molekulargenetiker von BioNtech, Moderna und co. wissen scheinbar auch nicht alle so genau was sie tun. Es ist nicht sicher, ob es wirkt, wie es wirkt oder was die Nebenwirkungen sind. So wurde der Impfstoff offiziell eingeführt. Man arbeitet ganz offiziell mit der Methode Versuch und Irrtum und das am Versuchskaninchen Mensch! Unglaublich!
    Sicher ist nur eines, die Mächtigen nehmen zig Tausende von Toten durch ihre sogenannten „Impfungen“ entweder billigend in Kauf oder aber, schlimmer noch, sie führen den Tod der Menschen gezielt herbei. Für letztere These fehlt noch der Beweis.
    Die Wirkungslosigkeit der Präparate von BioNtech, Moderna,
    29 min
  • Gibt es eine Chance auf Frieden in Europa? | Von Wolfgang Effenberger
    Ein Kommentar von Wolfgang Effenberger.
    Zum Jahresende, am 30. Dezember 2021, wandte sich Paul Craig Roberts, US-amerikanischer Ökonom, Publizist und ehemaliger stellvertretender Finanzminister während der Regierung Reagan, mit dem warnenden Artikel „Das alte Jahr hat sich verabschiedet und im neuen Jahr erwartet uns der Krieg“ an die Öffentlichkeit.
    Am gleichen Tag führten die Präsidenten Biden und Putin ein Telefongespräch, in dessen Mittelpunkt die Umsetzung der Vereinbarung über die Aufnahme von Verhandlungen über die von Putin am 15. Dezember 2021 angestrebte Gewährung rechtsverbindlicher Sicherheitsgarantien für Russland stand. Aufschlussreich sind die anschließend vom Kreml und Weißem Haus abgegebenen Verlautbarungen. Hier sollten Sie sich selbst ein Urteil bilden:
    Der Kreml:


    „Wladimir Putin erläuterte die grundlegenden Ansätze, die den russischen Entwürfen des Vertrags zwischen der Russischen Föderation und den Vereinigten Staaten von Amerika sowie des Abkommens zwischen der Russischen Föderation und den Mitgliedstaaten der Nordatlantikvertragsorganisation zugrunde liegen. Er betonte, dass die Verhandlungen zu soliden rechtsverbindlichen Garantien führen müssen, die eine Osterweiterung der NATO und die Stationierung von Waffen, die Russland in unmittelbarer Nähe seiner Grenzen bedrohen, ausschließen. Wladimir Putin betonte ferner, dass die Sicherheit einer Nation nur dann gewährleistet werden kann, wenn der Grundsatz der unteilbaren Sicherheit strikt eingehalten wird.
    Beide Staatsoberhäupter erklärten sich bereit, einen ernsthaften und substanziellen Dialog über diese Fragen zu führen. Es wurde bestätigt, dass die Verhandlungen zunächst am 9. und 10. Januar in Genf und dann im Rahmen des Russland-NATO-Rates am 12. Januar in Brüssel stattfinden werden. Am 13. Januar sollen die Verhandlungen auch bei der OSZE stattfinden. Die Präsidenten kamen überein, diese Verhandlungen, insbesondere die bilateralen, persönlich zu überwachen, um rasch zu Ergebnissen zu gelangen. In diesem Zusammenhang betonte Joseph Biden, dass Russland und die USA gemeinsam eine besondere Verantwortung für die Sicherung der Stabilität in Europa und der ganzen Welt tragen und dass Washington nicht die Absicht hat, offensive Waffen in der Ukraine einzusetzen.
    Wladimir Putin antwortete ausführlich auf die von Joseph Biden erneut erwähnte Möglichkeit, im Fall einer Eskalation der Lage um die Ukraine "groß angelegte" Sanktionen zu verhängen. Er wies darauf hin, dass dies ein schwerer Fehler wäre, der de facto die Gefahr eines völligen Abbruchs der Beziehungen zwischen Russland und den USA in sich birgt.“ (1)

    Das Weiße Haus:

    „Präsident Biden forderte Russland auf, die Spannungen mit der Ukraine zu deeskalieren. Er machte deutlich, dass die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten und Partner entschlossen reagieren werden, wenn Russland weiter in die Ukraine eindringt. Präsident Biden sprach sich auch für die Diplomatie aus, beginnend Anfang nächsten Jahres mit dem bilateralen "Strategischen Stabilitätsdialog", bei der NATO durch den "NATO-Russland-Rat" und bei der "Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa". Präsident Biden wies erneut darauf hin, dass substanzielle Fortschritte in diesen Dialogen nur in einem Umfeld der Deeskalation und nicht der Eskalation möglich sind.“ (2)

    In Brüssel hatte zehn Tage zuvor NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg seine Weihnachts-/Neujahrsansprache gehalten:


    „Ich möchte diese Gelegenheit auch nutzen, um unseren Veteranen zu danken. Insbesondere denen, die in Afghanistan gedient haben. Seit über zwanzig Jahren hat es keine von Afghanistan aus organisierten Terroranschläge mehr auf unsere Länder gegeben. Das haben wir Ihnen zu verdanken. Und ich zolle all jenen Tribut, die das höchste Opfer für unsere Freiheit gebracht haben.“

    Zur Erinnerung: Am 7.
    12 min
  • RKI: 95 Prozent der Omikron-Fälle sind geimpft | Von Peter Haisenko
    Ein Standpunkt von Peter Haisenko.




    Die letzten Daten des RKI bestätigen, was Moderna schon vor einer Woche gemeldet hat: Zweifach Geimpfte sind schlechter geschützt gegen Omikron als Ungeimpfte. Laut den Daten des RKI ist die Wahrscheinlichkeit „Omikron-positiv“ zu werden für Geimpfte mindestens sechsmal höher als für Ungeimpfte.
    Bereits die ersten Einreisenden aus Südafrika, die die Variante Omikron nach Deutschland brachten, waren alle geimpft und sogar „geboostert“. Das war noch irgendwie logisch, denn es können nur Geimpfte reisen. Die Zahlen in Deutschland zeigen jetzt aber, dass das kein Zufall war. Allerdings ist zunächst festzustellen, dass der Rummel um Omikron übertrieben ist. Es mag zwar ansteckender sein, aber aus aller Welt wird gemeldet, dass „Omikron-Verläufe“ eher mild sind und zu 80 Prozent weniger Hospitalisierungen führen. Der zu beobachtende Alarmismus ist nicht angebracht. Die neuen Zahlen des RKI sollten aber alle Alarmglocken schrillen lassen.
    Unter diesem Link vom 30.12.2021 kann man am Ende auf Seite 14 folgendes lesen:
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Wochenbericht/Wochenbericht_2021-12-30.pdf?__blob=publicationFile


    „Zu den im Meldesystem vorliegenden Omikron-Fällen sind zum Teil Zusatzinformationen bekannt. Für 6.788 Fälle wurden Angaben zu den Symptomen übermittelt, es wurden überwiegend keine oder milde Symptome angegeben. …. 124 Patientinnen und Patienten wurden hospitalisiert. …. 186 Patientinnen und Patienten waren ungeimpft, 4.020 waren vollständig geimpft, von diesen wurde für 1.137 eine Auffrischimpfung angegeben.“

    Wieder einmal sind die Zahlen nicht kohärent
    Als Erstes fällt auf, dass die Zahlen mal wieder nicht kohärent sind. Es werden 6.788 Fälle angegeben, aber nur für 4.206 der Impfstatus (4.020 + 186). Es bleibt offen, ob es sich bei den 6.788 Fällen um bestätigte handelt, die durch eine Gensequenzierung festgestellt wurden, oder teilweise nur um Verdachtsfälle. Betrachtet man dazu die Meldung vom 24.12.2021 erhärtet sich der Verdacht, dass da Verdachtsfälle mitgezählt worden sind.
    Da wurde nämlich bestätigt, dass es am 21.12.2021 erst 441 Fälle gab, die durch eine Gensequenzierung ermittelt wurden. Bei 1.438 Fällen bestehe nur ein Verdacht darauf. Abgesehen davon, dass ein solcher Rummel bei 441 Fällen nicht angemessen ist, ist er es auch für 4.206 Fälle immer noch nicht. Aber bleiben wir bei den 4.206 Fällen, die als gesichert für Omikron angenommen werden können.
    Etwa 30 Prozent der Bevölkerung sind ungeimpft. Auf die entfallen 186 Fälle von 4.206. Das heißt, weniger als fünf Prozent der Omikron-Fälle sind ungeimpft. Wäre das Risiko, sich Omikron einzufangen, gleich verteilt zwischen geimpft und ungeimpft, müssten etwa 1.200 Fälle auf Ungeimpfte entfallen. Es sind aber weniger als 200 und so zeigt eine erste Überschlagsrechnung, dass das Risiko für Geimpfte und Geboosterte sechs Mal höher ist, Omikron-positiv zu werden.
    Geht man tiefer in diese Rechnung, liegt dieser Faktor sogar näher am Achtfachen. Richtig gelesen, sagt der RKI-Bericht also, dass man geimpft und geboostert ein achtmal höheres Risiko hat, Omikron-positiv zu werden. Wer meinen Artikel dazu vom 20.12. gelesen hat, den kann das nicht verwundern:
    https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20212/moderna-meldet-2-fache-impfung-schwaecht-die-immunabwehr-gegen-omikron/
    Dennoch überrascht, wie krass sich die „Impfung“ auf das Immunverhalten auswirkt. War bei der Meldung von Moderna nur die Rede von „das könnte für Geimpfte zu einem erhöhten Risiko einer Covid-Erkrankung führen“, zeigen die Zahlen des RKI ein erschreckend hohes Risiko. Ja, nicht einmal mehr nur das Risiko, sondern die realen Fakten, dass sich die Geimpften achtmal häufiger als Ungeimpfte Omikron eingefangen haben.
    11 min
  • Noch fallen wir langsam … | Von Hermann Ploppa
    … doch das Jahr 2022 könnte turbulent werden. Ein Rückblick auf 2021 und was wir mitnehmen in das Jahr 2022.
    Von Hermann Ploppa.
    Kinders was war das wieder für ein turbulentes Jahr! Wir sind nicht nur um einige Euro ärmer und dafür im Gegenzug um viele wertvolle Erkenntnisse reicher geworden. Wir wissen jetzt, dass es die Eliten da oben gar nicht gut mit uns meinen, sondern dass sie vielmehr zu jeder Perversität bereit sind, um uns den Garaus zu bereiten. Das haben wir alle bis dato nicht im Entferntesten für möglich gehalten.
    Da ist schon mal zum Einstieg die enorme Umverteilung der Vermögen von unten nach oben. Der Reichtum der zehn reichsten Männer auf diesem Globus hat sich glatt verdoppelt auf nunmehr 1,12 Billionen US-Dollar. Tesla-Popstar Elon Musk hat mal eben Jeff Bezos vom Thron als reichster Mann der Erde gestoßen mit nunmehr 243,8 Milliarden Dollar nach Steuern. Mister Amazon Jeff Bezos ist jetzt Zweiter mit „nur“ 194,8 Milliarden Dollar. Abgeschlagen auf Platz vier Mister Microsoft Bill Gates mit seinen läppischen 137,5 Milliarden Dollar. (1)
    Was man dem einen gibt, muss natürlich dem anderen genommen werden. Und so zeigen die offiziellen Statistiken für das Jahr 2020, die erst jetzt vorliegen, dass sich im reichen Deutschland mittlerweile 13,4 Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze befinden. (2)
    Der Anteil derjenigen, die mit einem Gehalt von unter 1.500 Euro Monatseinkommen auskommen müssen hat sich von 2019 auf 2020 von fünf auf elf Prozent mehr als verdoppelt. Wobei von diesem Lohnabsturz nicht nur abhängig Beschäftigte betroffen sind, sondern auch Solo-Selbständige. Die abhängig Beschäftigten, die Tariflöhne beziehen, müssen eine Reallohnsenkung um 1,4 Prozent hinnehmen – was eine offizielle, also eher rosarote Untertreibung wirklicher Reallohnverluste darstellt. (3)
    Um die Wirtschaft nach den Corona-Behinderungen des letzten Jahres wieder auf Trab zu bringen, sind allein im Bereich der Europäischen Union 1,85 Billionen Euro Papiergeld neu gedruckt und in Umlauf gebracht worden. (4)
    Dummerweise kann die Wirtschaft das Spielgeld der EZB nicht verdauen, denn die Lieferketten sind weltweit unterbrochen. Es fehlt an Holz, Eisen, ja sogar Schrott und vor allem an Halbleitern. Also galoppiert die Inflation in Deutschland mit sechs Prozent. (5)
    Und dann findet der Lockdown in deutschen Geschäften, Gaststätten und Weihnachtsmärkten statt: menschenleere Konsumzonen ohne Konsumenten dank 2G. „I’m a ghost – living in a ghost town!“, texten die Rolling Stones. (6)
    Nur Geister und kriminelle Geldwäscher kaufen noch in der Geisterstadt Deutschland ein. Es ist den Bundesbürgern nicht zu verdenken, wenn sie auf ihrem Ersparten sitzen. Seit Corona ist die Sparquote von 10,8 auf nunmehr 23,2 Prozent angestiegen. (7)
    Ganz nach Shakespeare: ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode! Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Drahtzieher dieses Wahnsinns nicht in erster Linie dumm und unfähig sind (das sind sie natürlich auch in hohem Maße). Das Beunruhigende ist: wir wissen einfach nicht, was die unsichtbaren Drahtzieher „da oben“ mit uns vorhaben. Der generelle Nenner ist aber erkennbar: eine gezielte Attacke auf das Volksvermögen findet statt.
    Errungenschaften der Gemeinwirtschaft wie öffentlich-rechtliche Daseinsvorsorge, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, öffentliches Gesundheitswesen werden systematisch zerstört. Und dahinter sind nur allzu deutlich die Umrisse einer vom Risikokapital gesteuerten Ökonomie erkennbar. Und der Weg dorthin führt über das, was der Soziologe Joseph Schumpeter so schön als „Schöpferische Zerstörung“ bezeichnet hat.
    Der sukzessive Abbau der Gemeinwohlökonomie geht den Einpeitschern des Risikokapitals einfach nicht schnell genug. Sie wollen es jetzt haben. Nicht erst in späteren Generationen. Also hilft hier nur die rasche schockartige Zertrümmerung all dessen,
    10 min

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das denk' ich auch