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Regula Staempfli: Artisapieceofcake. art. Die Dichterin laStaempfli in einem Beitrag für Art is a piece of Cake. 27. Januar 2026.
Die Shoah spricht:
Ein Tag, an dem viel gesprochen wird.
Und meist wenig nachgedacht.
Ich möchte heute nicht erklären.
Nicht erinnern, um Sie sich gut zu fühlen.
Die Shoah tröstet nicht, sie versöhnt nicht.
Nie und nimmer.
Die Shoah ist kein Besitz.
Kein Argument.
Keine Metapher.
Keine Waffe für irgendwelche Ideologien.
Die Shoah spricht. Von Regula Staempfli
„Ich bin nicht eure Waffe
nicht Euer Schlagwort
nicht Euer Banner
für Eure Ideologien & Worte
Ich bin die Asche
geboren aus Leben
das Ihr ausgelöscht habt
doch ich brenne weiter, um Euch an das Verbrechen an der Menschheit zu erinnern.
Ich bin nicht Eure Lüge
nicht Euer Beweis
für Schuld, die ihr weiterreichen wollt
wie eine Fackel aus Scham, ohne Verantwortung. Klischiert, institutionalisiert, verraten.
Ich bin die Schreie aus der Stille
Ich bin die Gebete ohne Antwort
Ich bin die Augen, die sich nie wieder öffnen, doch durch Worte sprechen, Euch anklagen sollen.
Ihr nehmt mich, ausgerechnet, an diesem Tag!
Ihr zerreißt mich in Stücke
um Eure Mauern zu bauen
aus Hass, aus Macht, aus Angst und Anpassung.
Ihr schreit meinen Namen
ohne mich zu kennen
während Ihr ausgerechnet jene verachtet
die mir am nächsten sind
Ich bin kein Monument
kein Stein, auf den Ihr steigt
um grösser zu wirken
während ihr kleiner werdet.
Ich bin die Wunde
die nie heilt, die Ihr aufreisst
mit jedem Wort, das mich missbraucht
Ich bleibe
gegen Eure Lügen
gegen Eure Gier
gegen Euer Vergessen
Denn ich bin Erinnerung
und ich bin Warnung
(©copyright Regula Staempfli 2026).
Die Fotos stammen aus dem Prinzregententheater, 25.11.2025: Judith Rakers im Gespräch mit Raphaela Gromes zu „Fortissima“ mit wunderbaren Musikinterpretationen der vergessenen Komponistinnen: Arrangement von Julian Riem, dem bezaubernden Pianisten und Komponisten und natürlich der Starcellistin Raphaela Gromes. Ein unvergesslicher Abend. Im Bild die Gönnerin & Musikförderin Sautter, die Medienunternehmerin Inge Bell, die Politphilosophin Regula Stämpfli, die Künstlerin Ilana Lewitan. Auf der Bühne Judith Rakers, die den Abend hervorragend moderiert hat.
„Fortissima“ ist mehr als ein Buch – es ist ein musikalischer Aufstand. Raphaela Gromes, international gefeierte Cellistin, macht sich auf die Suche nach Komponistinnen. Nach „Femmes“ legt sie mit „Fortissima“ eine Partitur der verschwiegenen Musikgeschichte frei: Komponistinnen, die Jahrhunderte lang gespielt, gehört, gefeiert wurden – und dennoch aus dem Kanon fielen, als hätte jemand die Zeit bearbeitet wie ein schlechtes Archiv. Wie bei „Femmes“ ist auch dieses Buch eine Zusammenarbeit mit Sue Wosnitzka, der grossen Kennerin des „Archiv Frau und Musik“ – artisapieceofcake.art hat eine ganze Serie mit der Musikwissenschaftlerin gemacht.
Im Gespräch von Raphaela Gromes und Regula Staempfli geht es um alles: die Kraft des Cellos, die politische Dimension von Musik, die das das Verschwinden weiblicher Genies beförderte. Es geht um die Frage, weshalb selbst in ihrer Zeit gefeierte Künstlerinnen im Schatten stehen. Die Antworten darauf sind vielfältig und doch eintönig: Der Kanon bleibt männlich, weil Männer vorwiegend Männer zitieren. Wieder und wieder und wieder – bis heute.
Raphaela Gromes spricht mit Leidenschaft, Witz und Präzision über ihre Recherchearbeit, über musikalische Wiederentdeckungen, über die Wut und die Schönheit dieser unsichtbaren Tradition und sie bringt die Musik der Komponistinnen zurück auf die Bühnen dieser Welt.
Ein Gespräch über Kraft, Klang und Sichtbarkeit – und darüber, wie Musik Denken verändert.
Ein Nachtrag: Wie Frauen systematisch verneint werden zeigt auch der Wikipedia-Eintrag zu Raphaela Gromes. Darin ist kein einziges Wort über die Entdeckung der verlorenen Komponistinnen zu finden. Dafür hat ARTE einen wunderbaren Beitrag zu Raphaela Gromes gebracht, siehe: https://www.arte.tv/de/videos/129082-000-A/starke-frauen-album-fortissima-von-raphaela-gromes/
Noch ein Nachtrag: Die Heldinnen, auf deren Schultern wir Alle stehen, gehen immer wieder vergessen: So hat Luise F. Pusch mit ihrer Fembio seit über 30 Jahren eine Datenbank gefüllt mit über 30.000 berühmten, bekannten Frauen, deren Biographien frau online nachlesen kann. https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographieforschung/zur-person-luise-f-pusch/
Ein Nachmittagskunstgespräch in Ilana Lewitans wunderbaren Atelier. Die grosse Künstlerin unserer Zeitgeschichte und weit darüber hinaus, Ilana Lewitan, nahm sich viel Zeit und Geduld für laStaempflis Fragen. Kontakt Ilana Lewitan siehe https://www.ilana-lewitan.de/
Ilana Lewitan spricht, als würde sie malen: mit Pausen, Farben, Schatten, Licht.
Ihre Sätze tragen Erinnerung in sich, aber auch Zukunft.
Sie gehört zur zweiten Generation – den Töchtern und Söhnen der Überlebenden –,
und sie verwandelt das Unaussprechliche in Bilder, die atmen.
„Adam, wo bist du?“ fragte sie in ihrer Installation, und die Frage galt uns allen.
Nach dem 7. Oktober 2023 malte sie Dunkelheit über ihr eigenes Werk –
nicht als Aufgabe, sondern als Zeugnis:
Kunst, die sieht, bevor sie weiß.
In diesem Gespräch erzählt Ilana Lewitan von ihrem Vater.
Eine Überlebensgeschichte des Vaters, die so schrecklich ist, wie er überleben musste, in Zwangsarbeit im Warschauer Ghetto war, sich nach seiner mutigen Flucht in den Wäldern versteckte und dann in einem Loch, fürchterlich leidend. Ilana Lewitan erzählt auch von ihrer Mutter, die aus dem Warschauer Ghetto durch die Kanalisation entkam und sich unter den fürchterlichsten Umständen verstecken musste, eine unmenschliche, unterirdische Qual, unaussprechlich.
Das Gespräch mit Ilana Lewitan, die Erinnerung, die Kunst, ist transformativ, geboren in der Stille, im Schweigen.
Schmerz, Überleben, Klang in der Kunst in Form, Farbe, Haltung.
Sie spricht über das Erbe der Stille und den Mut, sie zu durchbrechen.
Ihr Werk ist kein Mahnmal, sondern ein lebendiger Raum.
Man sieht die Schatten, aber man hört auch das Lachen,
das aus der Tiefe kommt, wo Leben sich weigert, zu verschwinden.
Der Podcast wurde von Gerd Buurmann mit großem Feingefühl geschnitten.
Ich selbst höre mich darin zu oft – Ilana hätte mehr Raum verdient –,
doch vielleicht ist auch das Teil dieser Geschichte:
das Ringen um Stimme, Schweigen, Resonanz. Hört Ilana Lewitan.
Sie spricht für viele, und sie malt für uns alle, von damals ins Jetzt.
Ilana Lewitan ist aktuell in München, Jüdisches Museum, zu sehen in der Ausstellung: Die Dritte Generation – der Holocaust im familiären Gedächtnis bis März 2026.
Die tollen Ausstellungen sind dokumentiert, bspw hier: https://smaek.de/ausstellungen/adam-wo-bist-du/ und der Film in der ARD über das SCHWEIGEN, HIER: https://www.ardmediathek.de/video/dokus-und-reportagen-im-br/das-schweigen/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNFdPMDA5MzEyQTA
In den Nullerjahren des vergangenen Jahrhunderts bekamen die besten Kornettisten von New Orleans, dem Geburtsort der Musik, die wir heute als Jazz bezeichnen, den Beinamen «King». Der erste dieser Könige war King Charles «Buddy» Bolden, der bereits im Jahr 1895 eine Jazzband anführte, vermutlich die erste Jazz-Kapelle überhaupt. Dessen Nachfolger wurde King Freddie Keppard, von dem im Gegensatz zu King Buddy Bolden Aufnahmen existieren. Ihm folgte der letzte dieser Könige, Joe King Oliver, der Doyen und Förderer von Louis Armstrong, der gemeinsam mit seinem jungen Schützling zum ersten Mal im Jahr 1923 Schallplatten aufnahm. Vor allem diese Aufnahmen sollten den weiteren Verlauf der Jazzgeschichte erheblich beeinflussen.
Emrah Erken, leidenschaftlicher Sammler der ersten Jazzplatten, die zwischen 1917 und 1931 aufgenommen wurden, führt die Zuhörerinnen und Zuhörer im Gespräch mit Regula Stämpfli in die auch unter den Jazzfans weitestgehend unbekannte Welt des frühen Jazz, die von den Liebhabern dieser Musik als «Hot Jazz» bezeichnet wird. Seine mit viel Liebe restaurierten Aufnahmen von Original-Grammophonplatten sind auf seinem YouTube-Channel «Atticus Jazz» zu hören.
Original-Postkarte für die Silvesterfeierlichkeiten im legendären Cotton Club in Harlem, wo Duke Ellington mit seiner Band Jazzgeschichte schrieb (circa 1929) – © Emrah Erken Collection
Aus copyright Gründen kann leider keine Musik auf dem Podcast abgespielt werden. Während die KI/AI offenbar alles abköpfen kann, dürfen Menschen auch nicht nur den Hauch einer Urheberverletzung auf sich zukommen lassen. Aber der Link zu Atticus Jazz hier nochmals: https://www.youtube.com/@Atticus70
„Es ist was es ist, sagt die Liebe.“ Raimund Deiniger lud Regula Stämpfli zu sich nach Hause ein mit dem expliziten Wunsch, über das Sterben und die Kunst und den Tod zu reden.
Es ist Raimund Deiningers Gespräch ÜBER SEIN STERBEN.
Es gibt nichts ausser Liebe und Raimund Deininger schenkt Euch/Ihnen allen am nahen Ende seines goldenen Lebens, das er zum goldenen Leben gemacht hat, dieses unglaublich berührende Gespräch.
Hier ein paar Impressionen zur grossen Liebes-Freundschaftsgeschichte zwischen Raimund Deininger & Regula Stämpfli: Raimund Deininger & Regula Stämpfli lernten sich im Salotto am 2. Mai 2015 auf der Bühne kennen. Hier das Gespräch: https://www.youtube.com/watch?v=gWbriwvNw10 Es war Gesprächs-Liebe auf ersten Blick auf beiden Seiten und Raimund Deininger und Regula Stämpfli blieben seitdem immer im Gespräch. Wie Regula Stämpfli es überleben wird, Raimund Deininger nicht mehr als engster Gesprächsfreund, diese grosse intellektuelle Liebe zu haben, ist noch nicht sicher. Aber hier, in diesem Gespräch: WE BRING YOU OUR MOST WONDERFFUL RAIMUND.
„Grammatik als Macht – Poesie als Widerstand“ & Fembio. Die freie Enzyklopädie für Frauen – ein Jahr VOR WIKIPEDIA – Luise F. Pusch als Erfinderin: fembio.org (seit 2001).
Nach zwei starken Kapiteln über feministische Linguistik und die poetische Kraft lesbischer Liebe entfalten wir mit Luise F. Pusch nun die radikale Dimension von Grammatik: Wie Sprache Hierarchien bildet, unsichtbare Macht setzt – und zugleich zerstört, was wir nicht mehr sein wollen.
Im dritten Teil tauchen Regula Stämpfli und Luise F. Pusch ein in die Verbindung von Grammatik und politischer Herrschaft. Die politische Grammatik radikaler Subjektivität – von „Muttilateralität“ bis „MitklitPuschs. Luise F. Puschs Lebensgeschichte als Protestform: Sprache als Akt der Freiheit.
Ein Gespräch, das nicht nur reflektiert, sondern revolutioniert – im Denken, in der Sprache, in uns. Wenn Grammatik politisch wird, wird Leben poetisch transformiert.
Zur Erinnerung: Wikipedia ist ein kollaboratives Online-Lexikon, das seit 2001 versucht, das Wissen der Welt zu sammeln – allerdings lange ohne Frauen, ohne Machtkritik und ohne biografische Gerechtigkeit.
Dass Luise F. Pusch mit FemBio.org (seit 1982 , Webseite 2001) eine professionelle, feministische Biografiedatenbank gegründet hat, ist eine kulturhistorische Sensation – und zeigt: Weltwissen braucht weibliche Handschrift und wehe es verkommt in männlichen Fußnoten.
Wer noch mehr hören will: Über fünf Stunden geniales Gespräch im „Alles gesagt“ des Zeit-Podcasts, zum Nachhören auf https://www.zeit.de/gesellschaft/2022-11/luise-pusch-gendern-deutschland-interviewpodcast-alles-gesagt.
Luise F. Pusch – keine ordentliche Professur, die eine eigene feministische Schule & Zukunft für die Demokratisierung der Demokratie ermöglicht hätte; die grosse Linguistin, auf deren Schultern wir stehen, teilt das Schicksal so vieler klugen Frauen… deren Biographien sie mit Akribie und Inspiration für uns alle weiterführt auf fembio.org Über 31.000 biographische Datensätze sind zusammengeführt, frau findet darauf (fast) alles. Bücher, Aufsätze, Glossen und immer wieder Grammatik des Deutschen, Englischen, Italienischen und Lateinischen, eine Hochbegabte. Luise F. Pusch – die Heldin der Stimme für weibliche, also allgemeine Grammatik:-), Gleichberechtigung und Feminismus, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, verheiratet mit der Intellektuellen Joey Horsley, die Germanistik in Harvard und Tübingen studiert hat, Associate Professor für Germanistik und Women’s Studies.
Luise F. Puschs „Deutsch als Männersprache“ bleibt Bestseller, ihre Glossen unübertroffen und ihre Aufsätze, bspw. am 22.12.2020 in der Süddeutschen Zeitung: „Unsere Grammatik widerspricht dem Grundgesetz“ ein Nachdenken über gewonnene feministische Kämpfe und die Poesie lesbischer Liebe. In diesem zweiten Teil setzen sich die Politologin Regula Stämpfli und Luise F. Pusch zusammen, um über ganz schwere Themen wie Psychotherapie, Pornographie und Trans auseinander zu setzen. Not easy, kontrovers und sehr spannend.
Dies ist ein artisapieceofcake.art Podcast mit einer ganz speziellen Gesprächsreise mit der grossen Luise F. Pusch, Teil II des wunderbaren Aufenthalts in Hannover im Mai 2025.
Darwin, Marx, Freud, Beauvoir, Pusch – Die neue Grammatiklehre. Eine schöne Gesprächsreise mit Luise F. Pusch. Willkommen zu einer ganz besonderen Podcast-Reihe – einer Feminage an eine Denkerin, deren Worte seit Jahrzehnten aufrütteln, aufklären und auf wundersame Weise so schön zum Lachen bringen: Luise F. Pusch.
Geboren 1944 in Gütersloh, lebt sie heute zwischen Hannover und Boston – und zwischen den Zeilen denkt und publiziert sie in einer Sprache, die sie seit Jahrzehnten kritisch, humorvoll und radikal hinterfragt. Luise F. Pusch ist die Erfinderin der neuen feministischen Grammatiklehre, kurz, feministische Linguistik, ein Fach, das es vor Luise F. Pusch noch nicht gab. Wer von „Männersprache“ spricht, wer an „muttilaterale Beziehungen“ denk, von der Mitklit begeistert ist oder bei „alle Menschen statt den Brüdern sofort die Schwestern singt, ist von Luise F. Pusch beeinflusst, obwohl ihr Name aus bekannten patriarchalen Gründen in Deutschland immer noch kein Haushaltsname ist.
In ihren Büchern – Das Deutsche als Männersprache, Alle Menschen werden Schwestern, WahnsinnsFrauen und vielen weiteren – trifft analytische Schärfe auf bitterböse Satire, Sprachkritik auf Sprachkunst. Ihre Glossen machen nicht nur schlau, sie machen süchtig. Denn wie die FAZ einst schrieb: „Die hochkarätige feministische Linguistik-Professorin Luise Pusch hatte schon 1990 mit ihrer tiefenscharf gewürzten Analyse für Furore gesorgt.“
„Radikale Gesellschaftskritik im sprachkritischen Gewand“ und es kracht im Gebälk der Grammatik.
Luise F. Pusch und Regula Stämpfli haben sich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, 12. und 13. Mai 2025 im schönen Hannover getroffen. Zwischen hervorragenden Restaurantbesuchen mit der zauberhaft klugen und wunderbaren Ehefrau von Luise F. Pusch, Prof. Dr. Joey Horsley aus Boston, setzten sich die zwei Frauen Pusch und Stämpfli, die eine Generation trennt zusammen und dachten gemeinsam über ihre Heldinnen, Sprache, Frauengeschichte nach. „Ich habe nie aufgegeben, an eine glückliche, erfüllte Beziehung mit einer Frau zu glauben.“ Steht über einen Aufsatz von Jan Feddersen über seine Gespräche mit Luise F. Pusch. Luise F. Pusch erzählt wunderbar von ihrem Leben und ihrer faszinierenden Familie von Missionarinnen und starken Frauen. Sie erzählt berührend über die Schwierigkeit, für die eigene Art des Liebens keine Vorbilder und keine Worte zu finden, weil alles um eine herum, dies nicht zuliess. Deutsche Kindheitsmuster – teils bis heute.
Im „Alles Gesagt“, dem Zeit-Podcast der Unendlichkeit erzählt Luise F. Pusch ausführlich vom Werden und Sein lesbischer Liebe – in dieser Podcast-Serie werden Pusch und Staempfli sehr politisch. Luise F. Pusch sagt klar: Ich bin lesbisch. Nicht homosexuell.
Veröffentlichungen von Luise F. Pusch: https://luisepusch.de/veroeffentlichungen/
Die grösste Frauendatenbank FEMBIO siehe https://www.fembio.org/
Zeit-Podcast mit Luise F. Pusch in „Alles Gesagt“ siehe den Hausverlag von Luise F. Pusch https://www.suhrkamp.de/empfehlung/warum-ist-deutsch-eine-maennerspracheo-luise-f-pusch-im-alles-gesagt-podcast-b-3854
Gerd Buurmann, der Podcaster von „Achse des Guten“ hat Regula Staempfli und Chaim Noll zusammengebracht und spricht im Podcast auch die Einleitung, vielen Dank an dieser Stelle. Es war ein denkwürdiger Besuch in Israel bei Chaim Noll, dessen Gastfreundschaft laStaempfli umarmt hat in einer Weise, wie sie es in Deutschland oder in der Schweiz noch nie erfahren durfte. Geplant war nur eine kurze Visite für diesen Podcast, daraus entstand dann eine Reise durch die Wüste, die für laStaempfli lebensverändernd war.
In diesem Gespräch unterhalten sich Chaim Noll und Regula Staempfli über die Bibel, die hebräische und die deutsche Sprache, Symbole, Subjekte und zutiefst menschliche Themen.
Ad personam Chaim Noll: Der deutsch-israelische Bestsellerautor wurde in der DDR 1954 geboren als Sohn einer Mutter, die nach den Bestimmungen der Rassengesetze im Dritten Reich als Halbjüdin galt. Hans Noll trat dem Judentum bei und änderte seinen Namen von Hans zu Chaim. Mit seiner Familie, der Künstlerin Sabine Kahane und drei Kindern wanderte Chaim Noll zunächst nach Rom, dann nach Israel aus: Be’er Schema war seine Universität, wo er regelmässig Vorlesungen leistete, die Wüste Negev sein eigentlicher Heimat – und Meitar sein Wohnort.
In Deutschland ist Noll als Schriftsteller von Essaybänden, Gedichten, Romanen, seinem grossen Werk über die Wüste und neu über die Bibel bekannt. Im Zuge der Polarisierung wurde Chaim Noll von den Woken stark angegriffen – der 7. Oktober 2023, der Angriff der islamofaschistischen Hamas auf Israel, gehört Chaim Noll zum in den deutschen Medien „falschen Lager“ – was wiederum zeigt, dass sich Deutschland nicht wirklich ändert. Dazu mehr in einem anderen Podcast hier auf Art is a Piece of Cake. Im Gespräch über die Bibel sind laStaempfli und Chaim Noll wenig politisch, sehr feministisch und führen ein Gespräch wie früher in den Salons der Aufklärung.
Geniessen Sie die spezielle Atmosphäre des Aufnahmeortes, der Auseinandersetzung über die Frauen in der Bibel und Idefix, der mit Hundegebell das Gespräch begleitete und die notwendige Authentizität verlieh. Ein Hund übrigens, der von israelischen Soldatinnen aus Gaza vor der sicheren Folter und dem Tod gerettet wurde.
Meinungen werden gekauft, Klatscher entscheiden über die Qualität eines Theaterstückes, Medien dienen nicht der Wahrheit, sondern dem jeweiligen Machtgefüge: Honoré de Balzacs Illusions perdues ist eine der trefflichen Satiren zu Medien und fast zweihundert Jahre danach, erschreckend aktuell. Auf Amazon Prime gibt es ein opulentes Sittengemälde mit aktuellen Bezügen: Ein Film, der im Dezember 2022 in den Pandemiewirren leider etwas unterging, den laStaempfli aber unbedingt empfiehlt und deshalb einen eigenen Beitrag dazu verfasst hat. Die SZ vom 24.12.2022 meint zum Film: „Nahm die Pariser Welt um 1820 die Diskurshölle der Gegenwart schon vorweg? In der Honoré de Balzac-Verfilmung „Verlorene Illusionen“ sieht es schwer danach aus.“ Zitat aus dem Film: „Der Beruf des Kritikers kann manchmal so einfach sein. Vor allem, wenn es darum geht, Autoren und ihre Werke zu vernichten. Denn der Kritiker weiß, dass er alles in sein Gegenteil verkehren kann. Ist er von einem Werk berührt, schreibt er, es sei sentimental. Ist das Buch in einem klassischen, einfachen Stil geschrieben, ist es zu konventionell.“ „Es gibt Kritiker, die niemals einen Stein aus dem Weg räumen, sondern nur jenen nachwerfen, die bauen. laStaempfli ist erstaunt darüber, dass Balzac nicht ständig neu auf deutschen Bühnen inszeniert wird: Ob er wohl zu kritisch umgeht mit der Selbstzufriedenheit von Medien- und Kulturschaffenden?
Honoré de Balzac und die zeitlose Medienkritik in Verlorene Illusionen
Honoré de Balzac (1799–1850) ist einer der großen Chronisten der modernen Gesellschaft. Sein monumentales Werk Die menschliche Komödie (La Comédie humaine) umfasst mehr als 90 Romane und Erzählungen, in denen er mit scharfem Blick die Mechanismen von Macht, Geld, Intrigen und menschlichen Schwächen analysiert. Unter diesen Werken sticht Verlorene Illusionen (Illusions perdues) als eine besonders treffende Satire über den Journalismus und die korrumpierende Wirkung des Kapitals hervor. Der Roman, der zwischen 1837 und 1843 entstand, ist eine der präzisesten und bissigsten Darstellungen des Medienbetriebs – und wirkt auch fast 200 Jahre nach seiner Entstehung erschreckend aktuell.
Warum Balzac genial ist
Balzac war ein unermüdlicher Beobachter seiner Zeit. Er besaß ein enzyklopädisches Wissen über die französische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, das er in seinem literarischen Werk mit fast wissenschaftlicher Akribie dokumentierte. Seine Figuren sind oft Archetypen von gesellschaftlichen Strukturen und Machtverhältnissen – Banker, Journalisten, Politiker, Industrielle, Künstler – und doch von einer psychologischen Tiefe, die sie lebendig und zeitlos macht. Seine Beschreibungen der Presse als korrumpierbar, manipulativ und von finanziellen Interessen geleitet, sind von einer Schärfe, die heutige Medienkritik oft nicht erreicht.
Meinungen werden gekauft und manche Inhalte erfunden: Xavier Giannolis Verfilmung des Balzac-Romans „Verlorene Illusionen“ zeigt das Zeitungswesen vor 200 Jahren. Schon damals ging es um so etwas wie Klicks. Ein Sittengemälde mit aktuellen Bezügen. Auf Amazon Prime erhältlich.
Bild von Naecronaut und laStaempfli dankt für die Kunst.
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