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Seit ihrem Inkrafttreten 1972 wird die Landesautonomie ständig reformiert, Thema in der dritten Podcast-Folge von Wolfgang Mayr.
Thomas Benedikter empfiehlt Südtirols Autonomie in seinem Politis-Buch „Mehr Eigenständigkeit wagen“ eine Generalüberholung. Das Autonomiestatut von 1972 nennt Benedikter als damals schon überholt, die scheibchenweise Weiterentwicklung reicht nicht mehr, ein großer Wurf ist notwendig. Benedikter verweist auf den Autonomiekonvent von 2016. Die vorgeschlagenen Sanierungsarbeiten der Konvent-Beteiligten an der Autonomie reichten von einer dynamischen Autonomie über eine Voll-Autonomie bis zur Eigenstaatlichkeit. Gedankenspiele, die mit der politischen Realität wenig zu tun haben.
Südtirols Autonomie passte sich der gesellschaftlichen Entwicklung an, findet der Innsbrucker Politikwissenschaftler Günther Pallaver. Statt dogmatisch an Paragraphen festzuhalten, analysiert Pallaver, schaffte es Südtirols Politik – auch aufgrund oppositioneller Kritik – die Autonomie beweglich zu halten. Dynamisch. Landeshauptmann Arno Kompatscher sagt, die derzeitige Autonomie ist kein Endpunkt. Die Gesellschaft wandelt sich, der Staat und deshalb auch die Autonomie, bekennt sich Kompatscher zum Konzept der dynamischen Autonomie. Ein Podcast von Wolfgang Mayr:
Die 50 Jahre alte Südtirol-Autonomie hält sich jung, sie ist im Wandel und erneuert sich ständig.
Heuer, vor einem halben Jahrhundert, trat die Autonomie für Südtirol in Kraft. Heuer, 50 Jahre danach, übernimmt eine rechtsrechte Koalition in Rom die Regierungsgeschäfte. Vor 100 Jahren putschte sich Faschist Mussolini mit seinem Marsch auf Rom an die Macht. Ein linker italienischer Soziologe verharmlost die Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und ihre neofaschistischen Fratelli. Sie kündigte an, Südtirols Autonomie respektieren zu wollen. Wie geht es der Autonomie, wie gesund ist sie? Fragen im Podcast von Wolfgang Mayr:
Eine Ausstellung von Rainer Wittenborn und Claus Biegert über industrielle Großprojekte und ihre zerstörerischen Folgen für Jäger-Kulturen.
1979 besuchten der Münchner Künstler Rainer Wittenborn und Claus Biegert die James Bay, im kanadischen Quebec. Dort entstand der Komplex La Grande, eine Serie von Mega-Dämmen für die Stromproduktion. Viel Land verschwand im neuen See, auch unzählige Flüsse. Biegert und Wittenborn dokumentierten das Verschwinden von Land und Wasser, mit einer Ausstellung und einen Ausstellungskatalog. Die Bayerische Akademie der schönen Künste stellt ab dem 10. November den großen Fluss vor, der im Wasser ertrank, jetzt im Podcast mit Wolfgang Mayr.
Die Itilmenin Tjan Zaotschnaia sagt über die Lage der kleinen Völker Sibiriens, sie seien Kanonenfutter, isoliert und abgedrängt.
Das Internationale Komitee indigener Völker Russlands (ICIPR) beklagt die „Teilmobilisierung“ des russischen Kriegsministeriums. Die Armee plündert damit regelrecht die Dörfer, berichtet Dmitry Berezhkov vom ICIPR und bricht damit dieser nicht-russischen Welt das Rückgrat. Die kleinen Völker sind sozial stark benachteiligt, leben in den rohstoffreichen aber wirtschaftlich unterentwickelten Regionen. Russische Konzerne und Kollaboration mit deutschen Energie-Riesen wüten regelrecht in Sibirien. Die GbfV Deutschland und Schweiz dokumentieren den russischen Kolonialismus und die gefährdete Existenz der sibirischen Völker.
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Valentin Inzko vom Narodni svet koroskih Slovencev – Rat der Kärntner Slowenen über die verzweifelte Lage seiner Volksgruppe.
Seit mehr als hundert Jahren hoffen die slowenischen Kärntner auf Gleichberechtigung und Anerkennung. 1920 stimmten sie für den Verbleib bei Österreich, sie leisteten Widerstand gegen Aussiedlung von slowenischen Familien durch die Nazis und sie hofften auf den demokratischen Neubeginn nach 1945. Großartig war er nicht, dieser erhoffte Neustart. Die Verpflichtungen aus dem Staatsvertragzugunsten der Minderheiten wurden nicht eingehalten, das 1976 in Kraft getretene Volksgruppengesetz war ein Kompromiss auf Kosten der Volksgruppen. Die amtierende Bundesregierung aus ÖVP und Grünen kündigte eine Reform des Volksgruppengesetzes an. Valentin Inzko im Podcast von Wolfgang Mayr.
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„Ethnisch“ bewusste Burgenlandkroaten kritisieren die österreichische Minderheitenpolitik als Assimilierungsprojekt
Im östlichsten Österreich, im Burgenland, ist ein Teil des Landes kroatisch geprägt. Einige wenige Ortsnamen weisen auch die kroatische Identität dieses Bundeslandes aus. Eher versteckt, fast schon verschämt, so als ob diese andere Sprachlandschaft nicht zu diesem österreichischen Bundesland gehört. Reichlich absurd. Seit 1976 ist die kroatische Minderheit als Volksgruppe anerkannt. Das Paradies auf Erden blieb aber aus. Der Jurist Andreas Palatin vom Kroatischen Kulturverein (HKD) lässt kein gutes Haar an der österreichischen Minderheitenpolitik. Auch er hofft, wie der Kroatische Akademikerclub HAK auch, auf eine Neuschreibung des Volksgruppengesetz, das Thema der der Tagung „Volksgruppenpolitik – Politik von gestern oder Politik für Morgen“ in Klagenfurt/Celovec und auch im Podcast von Wolfgang Mayr.
Die Jenischen in Österreich wollen als Volksgruppe nach Jahren der Verfolgung, Ausgrenzung und Diskriminierung rechtlich anerkannt werden. Ein schwieriges Unterfangen.
Jenische? Europaweit gibt es eine halbe Million Jenische und es gibt sie auch in Österreich. Eine unbekannte Volksgruppe. Trotzdem gibt es herablassende Bezeichnungen für die Jenischen, das reicht vom „Fahrenden Volk“ bis zu „Arbeitsscheuen“ und „Asozialen“. Viele passten sich deshalb an, assimilierten sich, um nicht aufzufallen. Der Verein zur Anerkennung des Jenischen zitiert in seinem Bemühungen um Anerkennung die Schweiz, dort sind die Jenischen seit 2016 eine anerkannte Volksgruppe. Die Sprachwissenschaftlerin Heidi Schleich warb für die Jenischen auf der Tagung „Volksgruppenpolitik – Politik von gestern oder Politik für Morgen“ in Klagenfurt/Celovec. Sie ist Gast im Podcast von Wolfgang Mayr.
Ein Nachtrag: In Südtirol beschäftigt sich das Vuseum, das Vintschger Museum in Schluderns.
Der Klagenfurter Franz Inzko sucht nach seinen verdrängten, weil lange unterdrückten slowenischen Wurzeln
Der Arzt Franz Inzko sucht nach seinesgleichen, nach – seine Definition – „assimilierten Personen“. Mit seinem Verein will er diesen Menschen eine Stimme geben. Inzko stellte seine Initiative Ende September auf der Tagung „Volksgruppenpolitik – Politik von gestern oder Politik für Morgen“ in Klagenfurt/Celovec vor. „Assimilierte“ wird es viele geben, Kärntnerinnen und Kärntner, die ihre slowenische Muttersprache nicht mehr beherrschen. Vor 100 Jahren sprachen im südlichen Kärnten mehr als 100.000 Menschen slowenisch, nach „sanfter“ und brutaler Germanisierung wird geschätzt, dass höchstens noch 15.000 slowenisch sprechen. Ein Armutszeugnis Kärntner und österreichischer Minderheitenpolitik. Oder die Assimilierung war das Ziel, meint Wolfgang Mayr in seinem Podcast.
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