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Für den Politikwissenchaftler Thomas Benedikter werden die politischen Spielräume für die regionale Selbstverwaltung immer kleiner. Nicht nur in Italien.
2021 feierten die Aland-Inseln in Finnland ihre 100-jährige Territorial-Autonomie. Das Musterbeispiel einer regionalen Autonomie in der EU. In diesem Jahr wurde die Südtiroler-Autonomie ein halbes Jahrhundert alt. Nicht weniger alt ist die ostbelgische Selbstverwaltung der deutschsprachigen Gemeinschaft. Seit den 1970er Jahren bestehen die autonomen Gemeinschaften in Spanien. Die Autonomie, ein Instrument der Konfliktbewältigungund, sagt Benedikter, ein Instrument der politischen Teilhabe. Der Geschichte der Autonomien widmete Benedikter das Buch „100 Jahre Territorial-Autonomie“, das jetzt auch auf Italienisch erscheint. Gut platziert, nach den Parlamentswahlen am 25. September wird die zentralistische Rechts-Allianz die italienische Regierung stellen.
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Die Dineh Anna Rondon über das nationale Selbstverständnis der Navajos im Podcast von Wolfgang Mayr.
Das Reservat der Dineh, auch bekannt als Navajo, Navaho, ist gleich groß wie das deutsche Bundesland Bayern. Von den mehr als 300.000 Angehörigen lebt die Hälfte im Dinetah, im Land der Dineh. Der zweite Teil der Nation lebt in reservatsnahen Städten. Dinetah ist ein armes Land von Viehzüchtern, aber reich an Rohstoffen. Vor zwölf Jahren eskalierte der Streit innerhalb der Reservatsverwaltung wegen des Ausverkaufs des Landes an die verschiedenen Multis. Zu den Oppositionellen zählte damals Anna Rondon. Sie war Mitte September in Salzburg beim 30. Geburtstagstreffen des World Uranium Hearings mit dabei.
Anna Rondon von den Dine` wirbt für eine atomkraftfreie Zukunft. Wie schon vor 30 Jahren auf dem World Uranium Hearing in Salzburg.
Mitte September - 30 Jahre danach – war Anna Rondon wieder in Salzburg. Zeit für einen Rückblick, Zeit für einen Ausblick. Salzburg im September 1992: Sie kamen aus allen Kontinenten, um auf dem World Uranium Hearing Zeugnis abzulegen über das Atomzeitalter. Die meisten Delegationen kamen von indigenen Gesellschaften. Ihre Forderung, „lasst das Uran in der Erde“. Nach der fünftägigen Veranstaltung wurde „Die Deklaration von Salzburg“verabschiedet, aus ihr entstand der internationale Nuclear-Free Future Award, der erste Uran-Atlas dokumentiert detailliert die Folgen des nuklearen Kolonialismus. Mehr im Podcast von Wolfgang Mayr mit Anna Rondon und ihrem Übersetzer Claus Biegert
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Der Münchner Journalist und Menschenrechtler Claus Biegert erinnert an das Anti-AKW-Engagement des World Uranium Hearings in Salzburg.
Claus Biegert initiierte 1992 mit weiteren Mitstreitenden das internationale World Uranium Hearing in Salzburg. Ideengeber war der österreichische Zukunftsforscher Robert Jungk. Stadt und Land Salzburg waren die Gastgeber für Betroffene aus Uran-Abbau-Gebieten aus allen Kontinenten. WissenschaftlerInnen begleiteten das Hearing zu den Themen Uran-Bergbau, Uran-Verarbeitung, Kernenergie, Atomwaffen, Atomtests und Entsorgung radioaktiver Abfälle. Das Hearing gab 1998 den Anstoß für den Nuclear-Free Future Award. Der Uran-Atlas dokumentiert die Aktualität des Anliegens des World Uranium Hearings vor 30 Jahren, sagt Biegert im Podcast von Wolfgang Mayr:
Der Arzt Tom Hegemann und Dolmetsch-Pionier im München Gesundheitswesen über Sprache, Angst vor der Vielfalt, kulturelle Aneignung und Vereinnahmung.
Tom Hegemann initiierte in München den Gemeindedolmetscher-Service, das bayerische Zentrum für transkulturelle Medizin. Reden hilft in der ärztlichen Behandlung, sagt Hegemann, kommunizieren in der Muttersprache der PatientInnen. Das Münchner Vorbild sorgte für Nachahmung. Seitdem setzt sich der Psychiater mit Sprache, mit Mehrsprachigkeit und Vielfalt auseinander. Auch hier im Podcast mit Wolfgang Mayr:
Psychiater Tom Hegemann wirbt für die muttersprachliche Betreuung von Patientinnen und Patienten an Krankenhäusern.
Heilen ohne reden ist schwierig, ist der Arzt Tom Hegemann überzeugt. Er ergänzt: In der medizinischen Betreuung ist die Verständigung – besonders in der Sprache der Patientinnen und Patienten - zentral. Transkulturell verstehen sich PatientInnen und ÄrztInnen, kann erfolgreicher und schneller geholfen werden, wirbt Hegemann für den Gemeindedolmetscher Service München. An den Krankenhäusern und in den Gesundheitsdiensten in München wird eine überraschende Sprachenvielfalt gelebt, erzählt Hegemann im Podcast mit Wolfgang Mayr. Ein Vorbild auch für Südtirol?
Die Münchner Ärztin Eveline Krieger-Dippel wirbt im Podcast von Wolfgang Mayr für eine ehrliche Flüchtlingspolitik.
In den Camps müssen die Flüchtlinge über die Lage in ihren möglichen Asyl-Länder informiert werden. Viele von ihnen, berichtet die Münchner Internistin Eveline Krieger, wissen nicht, was sie erwartet. Kaum Arbeit, keine Wohnungen, eine beinharte Konkurrenz-Gesellschaft, die die eigenen sozial Schwachen an den Rand drängt. Viele von ihnen zeigen aber auch wenig Interesse, sich auf das mögliche neue Leben in Europa vorzubereiten, stellt Krieger fest. Das sorgt unter Flüchtlingshelfern auch für Frust. Neun Wochen lang arbeitete Krieger im UN-Flüchtlingscamp auf der griechischen Insel Lesbos. Sie betreute Flüchtlinge in der Notaufnahme.
Die Münchner Internistin Eveline Krieger-Dippel erzählt im Podcast von Wolfgang Mayr über die kopf- und hilflose EU-Flüchtlingspolitik
Neun Wochen lang arbeitete Eveline Krieger-Dippel im UN-Flüchtlingscamp auf der griechischen Insel Lesbos. Gemeinsam mit einem Ärzteteam betreute Krieger Flüchtlinge in der Notaufnahme. Das neue Camp nahm viele der Flüchtlinge auf, die im berüchtigten Lager Moria untergebracht waren. Mehr als 13.000 Flüchtlinge waren dort zusammengepfercht. Moria, kein Aushängeschild für die UNO, noch für die EU und Griechenland, sondern das Zeugnis für ein vollständiges Versagen. Moria steht exemplarisch für die EU-Flüchtlingspolitik, Moria und die übrigen Lager versinken in Gewalt und Perspektivlosigkeit.
Die Entwicklungsökonomin Lucie Kirstein von der deutschen Akademie der Technikwissenschaften spricht sich für eine sozial gerechte Wirtschaftspolitik aus
Kirstein ist Mitarbeiterin der deutschen Akademie der Technikwissenschaften, die vom deutschen Staat und den Bundes-Ländern geförderte wird. Die Akadamie berät Politik und Gesellschaft in technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten erfolgt dieser Beratungsauftrag unabhängig, faktenbasiert und gemeinwohlorientiert. Die Mitglieder und die Angehörigen des Akademie-Senats garantieren die wissenschaftliche Qualität der Beratung. Auf dem Journalismus-Fest in Innsbruck setzte sich Lucie Kirstein mit dem New Green Deal der EU auseinander. Mehr im folgenden Podcast von Wolfgang Mayr:
Lucie Kirstein von der deutschen Akademie der Technikwissenschaften und ihre Kritik am New Green Deal der EU-Kommission
Der russische Eroberungskrieg in der Ukraine und seine vielfältigen Folgen zeigen es deutlich, die große Abhängigkeit der EU-Staaten von russischem Erdöl und Erdgas. Von fossiler Energie. Die Antwort auf diese Abhängigkeit ist der Rückkehr zu Kohle und Atom. Dabei gab die EU-Kommission 2019 eine neue überraschende Losung aus, den New Green Deal. Dafür stehen ein 1,8 Billionen Euro in den nächsten sieben Jahren zur Verfügung. Der geplante Umbau reicht von sauberer Energie bis zu globalen Klimaschutzmaßnahmen. Eine angestrebte Trendwende hin zu einer modernen, ressourcensparenden und wettbewerbsfähigen Wirtschaft. An und für sich begrüßenswert, lobt Lucie Kirstein von der deutschen Akademie der Technikwissenschaften im Podcast von Wolfgang Mayr:
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