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„Wir haben über unsere Gefühle gesprochen und die über ihre Kunst.“
Elli Kaminer-Zamberk ist Gruppenanalytikerin mit eigener Praxis in Frankfurt am Main. 2006-2012 arbeitete sie ehrenamtlich in einem psychosozialen Zentrum für Überlebende der Shoah und ihre Familien und seit 2010 als freie Mitarbeiterin am Institut für Traumabearbeitung und Weiterbildung in Frankfurt.
Das Interview ist Teil unserer Sonderausstellung „Das Gegenteil von Gut – Antisemitismus in der Linken“ von März bis September 2019. Im Fokus der Auseinandersetzung stehen die verkürzte Kapitalismuskritik in Teilen der politischen Linken, der Antiimperialismus der Häuserkampfbewegung und der außerparlamentarischen Opposition sowie Boykottaufrufe kultureller und wirtschaftlicher Waren aus Israel. Was bedeutet die Geschichte des antisemitischen Ressentiments für das Heute? Wie haben sich Argumentationsformen und Gefühle tradiert - und wie ist ihnen bildungspolitisch zu begegnen?
www.gegenteilvongut.de
„Heute muss man sich entscheiden, ob man zu der einen oder der anderen radikalen Linken gehören will.“
Ivo Bozic ist Journalist und war 1997 einer der Mitbegründer der Wochenzeitung „Jungle World“, deren Mitherausgeber er nach wie vor ist. Heute arbeitet er in der Naturbildung als stellvertretender Leiter der Deutschen Wildtier Stiftung.
Das Interview ist Teil unserer Sonderausstellung „Das Gegenteil von Gut – Antisemitismus in der Linken“ von März bis September 2019. Im Fokus der Auseinandersetzung stehen die verkürzte Kapitalismuskritik in Teilen der politischen Linken, der Antiimperialismus der Häuserkampfbewegung und der außerparlamentarischen Opposition sowie Boykottaufrufe kultureller und wirtschaftlicher Waren aus Israel. Was bedeutet die Geschichte des antisemitischen Ressentiments für das Heute? Wie haben sich Argumentationsformen und Gefühle tradiert - und wie ist ihnen bildungspolitisch zu begegnen?
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„Antisemitische und antizionistische Motive werden intellektuell verbrämt in die Theoriebildung integriert.“
Julia König ist Juniorprofessorin an der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind kritische Theorie, Sexualgeschichte, Psychoanalyse sowie feministische, postkoloniale und Kindheitsforschung. Aktuell arbeitet sie an einem Projekt zum Verhältnis von Verletzlichkeit, Gewalt und Emanzipation in der Idee der Zivilisation.
Das Interview ist Teil unserer Sonderausstellung „Das Gegenteil von Gut – Antisemitismus in der Linken“ von März bis September 2019. Im Fokus der Auseinandersetzung stehen die verkürzte Kapitalismuskritik in Teilen der politischen Linken, der Antiimperialismus der Häuserkampfbewegung und der außerparlamentarischen Opposition sowie Boykottaufrufe kultureller und wirtschaftlicher Waren aus Israel. Was bedeutet die Geschichte des antisemitischen Ressentiments für das Heute? Wie haben sich Argumentationsformen und Gefühle tradiert - und wie ist ihnen bildungspolitisch zu begegnen?
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„Was wir erfahren haben ist, dass es sinnvoll ist, diese Kritik auch im Handgemenge auf der Straße zu äußern.“
Daniel Keil arbeitet an seiner Habilitation mit einem Stipendium der Rosa Luxemburg Stiftung. Er arbeitet zum Europaverständnis der (neuen) Rechten und dessen Bedeutung im Erstarken (neu)rechter Bewegungen und Parteien im Kontext der politischen Krise der EU. Er spielt zudem in einer sehr lauten Noise-Band.
Das Interview ist Teil unserer Sonderausstellung „Das Gegenteil von Gut – Antisemitismus in der Linken“ von März bis September 2019. Im Fokus der Auseinandersetzung stehen die verkürzte Kapitalismuskritik in Teilen der politischen Linken, der Antiimperialismus der Häuserkampfbewegung und der außerparlamentarischen Opposition sowie Boykottaufrufe kultureller und wirtschaftlicher Waren aus Israel. Was bedeutet die Geschichte des antisemitischen Ressentiments für das Heute? Wie haben sich Argumentationsformen und Gefühle tradiert - und wie ist ihnen bildungspolitisch zu begegnen?
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„Was man braucht ist nicht Harmonie, sondern Streit.“
Jutta Ditfurth ist Soziologin, Autorin und Gründungsmitglied der Partei die Grünen, die sie in Kritik der realpolitischen Wende 1991 verließ und die Partei ÖkoLinx gründete. Sie veröffentlichte zahlreiche Bücher über die deutschen Verhältnisse, u.a. eine Biographie über Ulrike Meinhof und jüngst „Haltung und Widerstand. Eine epische Schlacht um Werte und Weltbilder“.
Das Interview ist Teil unserer Sonderausstellung „Das Gegenteil von Gut – Antisemitismus in der Linken“ von März bis September 2019. Im Fokus der Auseinandersetzung stehen die verkürzte Kapitalismuskritik in Teilen der politischen Linken, der Antiimperialismus der Häuserkampfbewegung und der außerparlamentarischen Opposition sowie Boykottaufrufe kultureller und wirtschaftlicher Waren aus Israel. Was bedeutet die Geschichte des antisemitischen Ressentiments für das Heute? Wie haben sich Argumentationsformen und Gefühle tradiert - und wie ist ihnen bildungspolitisch zu begegnen?
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„Viele Linke haben ein Selbstverständnis, dass Linkssein ein Ticket sei.“
Ismail Küpeli ist Politikwissenschaftler und Historiker. Derzeit schreibt er eine Dissertation über die kurdischen Aufstände in der Türkei der 1920er und 30er Jahre am Institut für Diaspora- und Genozidforschung (Ruhr-Universität Bochum). Er forschte im Auftrag der Amadeu Antonio Stiftung über Hate Speech, die türkische Nationalisten in Deutschland über soziale Netzwerke verbreiten.
Das Interview ist Teil unserer Sonderausstellung „Das Gegenteil von Gut – Antisemitismus in der Linken“ von März bis September 2019. Im Fokus der Auseinandersetzung stehen die verkürzte Kapitalismuskritik in Teilen der politischen Linken, der Antiimperialismus der Häuserkampfbewegung und der außerparlamentarischen Opposition sowie Boykottaufrufe kultureller und wirtschaftlicher Waren aus Israel. Was bedeutet die Geschichte des antisemitischen Ressentiments für das Heute? Wie haben sich Argumentationsformen und Gefühle tradiert - und wie ist ihnen bildungspolitisch zu begegnen?
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Im Rahmen der Veranstaltungsreihe: "Religion & Kapital. Zur Kritik des Glaubens in der Moderne" des Referats für Ringvorlesungen im AStA der TU Darmstadt war unser Bildungsreferent ➮ Tom Uhlig zu einem Vortrag über Religionskritik nach Freud eingeladen:
"Schlecht getauft. Zu Religionskritik nach Freud und christlichem Antijudaismus
Die explizite Auseinandersetzung mit Antisemitismus findet sich in Freuds Werk eher verstreut, teilweise in Fußnoten. Selbst die Massenpsychologie und Ich-Analyse, in der Freud sich den zwei großen antisemitischen Institutionen Österreichs seiner Zeit widmet – der Kirche und dem Heer –, wird diese ihre grundlegende Eigenschaft nicht dezidiert behandelt. In einer frühen Notiz zu Otto Weininger (1909) nahm Freud noch an, der Kastrationskomplex sei „die tiefste unbewusste Wurzel des Antisemitismus, denn schon in der Kinderstube hört der Knabe, daß dem Juden etwas am Penis – er meint ein Stück des Penis – abgeschnitten werde, und dies gibt ihm das Recht, den Juden zu verachten.“ Allerdings verfolgte er diese Linie von Emaskulation, Frauenhass und Antisemitismus nicht weiter, sondern suchte in seinem Spätwerk Der Mann Moses und die monotheistischen Religionen (1939) nach theologisch-mythischen Motiven, welche dem antisemitischen Ressentiment zugrunde liegen und befindet, es sei die erhöhte Vergeistigung der jüdischen Religion gegenüber dem Christentum, welche den Juden den Hass zugezogen hätte. Vom paganistischen Götzendienst ausgehend sei Gott im Monotheismus zu einem abstrakten Prinzip gemacht worden, ein Vorgang, der sich mit dem von Freud früher beschriebenen Mythos des Vatermordes durch die Bruderhorde parallelisieren lässt: Durch die Ermordung der konkreten, das heißt stofflichen Verkörperung des Gesetzes wird dieses abstrakt internalisiert und dadurch ungleich viel wirkmächtiger. Im Judentum werde nach Freud diese Struktur aufrechterhalten, indem der Gottesmord konsequent verdrängt und damit wirksam bleibe, während das Christentum das abstrakte Gesetz abzuschütteln trachtet. Das Christentum wird Gott abermals verdinglicht, um sogleich dann wieder umgebracht zu werden, womit sich die Christen paradoxerweise frei der Sünde wähnen würden: „Wir haben freilich dasselbe getan, aber wir haben es zugestanden und wir sind seither entsühnt.“ Dass dieser Wunsch nach Selbstentlastung zu einer Wiederkehr des Schuldgefühls führt, zeigt dessen Abwehr in der antisemitischen Unterstellung, welche den Juden den Christusmord zulasten legt. Die Rückkehr des abstrakten Gesetzes, die Strafe, welche doch eigentlich gesühnt sein sollte, erscheint als vom Anderen aufgezwungen: Dabei ist „[i]hr Judenhaß ist im Grunde Christenhaß“ beziehungsweise der Hass gegen die eigene Christianisierung und die nicht abgegoltene Schuld – die Christen sind „schlecht getauft“. In dem Vortrag sollen Grundzüge Freuds Religionskritik skizziert und der Frage nachgegangen werden, welche Bedeutung die Judenfeindschaft darin hat."
Aufzeichnung vom 26.06.2019 im 806qm - Darmstadt
Tagungsbeobachtung mit ➮ Rosa Fava (Amadeu Antonio Stiftung, Berlin) und ➮ Deborah Krieg (Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt /Main) bei der BLICKWINKEL-Tagung 2019 in Berlin.
Die BLICKWINKEL-Tagung will 2019 unter dem Titel »Die Rückseite der Nation« sowohl den »autochthonen« deutschen als auch den ethnischen Nationalismus von Migrantisierten vor der Folie eines antisemitismus-kritischen Ansatzes reflektieren. Wir fragen, was nationales Bewusstsein heute mit antijüdischen Ressentiments zu tun hat, was das Problematische am Nationalismus ist und ob Unterschiede zum Patriotismus bestehen. Kann Nationalismus ohne die Ausgrenzung von Minderheiten funktionieren? Welche pädagogischen Konzepte eignen sich zum Umgang mit Nationalismus?
Zum Tagungs-Programm: https://www.bs-anne-frank.de/fileadmin/user_upload/Slider/Projekte/2_Blickwinkel_Flyer_alt.pdf
Aufzeichnung vom 18. Juni 2019
»Party-Patriotismus«: Gibt es einen positiven Nationalismus? - Podium mit ➮ Leo Fischer (Autor und Kolumnist, Frankfurt/Main), ➮ Lena Gorelik (Autorin, München) und ➮ Stefanie Sargnagel (Autorin und Künstlerin, Wien) bei der BLICKWINKEL-Tagung 2019 in Berlin.
Die BLICKWINKEL-Tagung will 2019 unter dem Titel »Die Rückseite der Nation« sowohl den »autochthonen« deutschen als auch den ethnischen Nationalismus von Migrantisierten vor der Folie eines antisemitismus-kritischen Ansatzes reflektieren. Wir fragen, was nationales Bewusstsein heute mit antijüdischen Ressentiments zu tun hat, was das Problematische am Nationalismus ist und ob Unterschiede zum Patriotismus bestehen. Kann Nationalismus ohne die Ausgrenzung von Minderheiten funktionieren? Welche pädagogischen Konzepte eignen sich zum Umgang mit Nationalismus?
Zum Tagungs-Programm: https://www.bs-anne-frank.de/fileadmin/user_upload/Slider/Projekte/2_Blickwinkel_Flyer_alt.pdf
Aufzeichnung vom 17. Juni 2019
"Heimatsbegriff zwischen Nationalismus und Hybridität" - Vortrag von ➮ Naika Foroutan (Deutsches Institut für Migration und Integrationsforschung, Berlin) bei der BLICKWINKEL-Tagung 2019 in Berlin.
Die BLICKWINKEL-Tagung will 2019 unter dem Titel »Die Rückseite der Nation« sowohl den »autochthonen« deutschen als auch den ethnischen Nationalismus von Migrantisierten vor der Folie eines antisemitismus-kritischen Ansatzes reflektieren. Wir fragen, was nationales Bewusstsein heute mit antijüdischen Ressentiments zu tun hat, was das Problematische am Nationalismus ist und ob Unterschiede zum Patriotismus bestehen. Kann Nationalismus ohne die Ausgrenzung von Minderheiten funktionieren? Welche pädagogischen Konzepte eignen sich zum Umgang mit Nationalismus?
Zum Tagungs-Programm: https://www.bs-anne-frank.de/fileadmin/user_upload/Slider/Projekte/2_Blickwinkel_Flyer_alt.pdf
Aufzeichnung vom 17. Juni 2019
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