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Im Zuge unseres Themenschwerpunktes blicken wir auf das Thema Menschenrechte unter Berücksichtigung des Konzepts der Intersektionalität. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 besagt, dass alle Menschen frei und gleich an Würde sind. Dabei darf nicht in Klasse, Hautfarbe, Überzeugung, Geschlecht, Alter, Herkunft, Gesundheit und sonstigen Strukturkategorien unterschieden werden. In einer Welt, in der aber weiterhin systemische, strukturelle und mehrdimensionale Benachteiligungen gegen Menschengruppen bestehen, wollen wir heute die intersektionale Perspektive einnehmen und fragen bei Ayesha Khan nach.
Ayesha Khan ist Social-Media Redakteurin, Journalistin und Autorin. Als intersektionale Feministin of Color macht sie unter anderem auf Twitter auf Rassismen aufmerksam und problematisiert Täter-Opfer-Umkehrungen. Andere Schwerpunkte ihrer Texte sind Sexismus, (Post-) Kolonialismus, Flucht/Migration und anti-muslimischer Rassismus.
Diese Woche jährt sich zum 30. Mal der Todestag von Amadeu Antonio, der in Eberswalde 1990 von Rechtsextremen aufgrund seiner Hautfarbe zu Tode geprügelt wurde. Wir haben uns deshalb mit Ibo Muthweiler vom Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung getroffen und nachgefragt.
Ibo Muthweiler ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Referent beim Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung. Mit dem Opferfonds werden Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt finanziell unterstützt. Außerdem schafft das Projekt durch Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeit Aufmerksamkeit für das Thema Hassgewalt.
Der erzählte Antisemitismus. Zum Umgang mit antisemitischen Verschwörungserzählungen
Gespräch mit Julian Timm und Tami Rickert
Verschwörungserzählungen sind langlebig, anpassungsfähig und aktuell sehr virulent, wie z.B. die Erzählungen zu den US-Wahlen oder rund um die Hygienedemos in Deutschland zeigen. Verschwörungserzählungen und Antisemitismus gehen oft Hand in Hand und fast alle Verschwörungsmythen gehen in ihrem Ursprung auf das Narrativ einer angeblichen jüdischen Weltverschwörung zurück. Julian Timm analysiert in seiner Dissertation „Der erzählte Antisemitismus“ dieses Narrativ aus einer literaturwissenschaftlichen Perspektive. Im Gespräch erläutert er Ursprung und Wandel dieser Erzählung und legt dar, wie sie bis heute weiterlebt und weiterverbreitet wird.
Im zweiten Teil des Gesprächs mit Tami Rickert und Julian Timm geht es um Fragen zum Umgang mit antisemitischen Verschwörungserzählungen in der pädagogischen Arbeit: Wie lässt sich die Attraktivität von Verschwörungserzählungen erklären? Wie kann Bildung gegen Antisemitismus gelingen? Welche Fallstricke und Rahmenbedingungen müssen berücksichtigt werden, um Jugendliche zu einem kritischen Umgang mit Verschwörungserzählungen zu befähigen?
Julian Timm ist politischer Bildner und Lehrkraft im Vorbereitungsdienst am Studienseminar Kassel. Tami Rickert ist Bildungsreferentin an der Bildungsstätte Anne Frank.
Die Reihe „GESTERN IM HEUTE“ ist eine gemeinsame Veranstaltung der Gedenkstätte Breitenau und der Bildungsstätte Anne Frank.
Wer spricht? Wer hört zu? - Kritik an fundamentalistisch/jihadistischen Strömungen aus linker und migrantischer Perspektive
Nicht erst seit den vergangen Anschlägen in Kabul und Wien befasst sich die Linke mit dem Erstarken von Islamist:innen. Es sind aber vor allem geflüchtete und migrantische Linke und Sympathisant:innen, die seit Jahrzehnten auf Islamismus in Ländern wie z.B Afghanistan oder Syrien hinweisen.
Im Live-Talk mit Amina Aziz, Ayesha Khan, Waslat Hasrat-Nazimi und Nava Zarabian werden wir versuchen, einen Einblick in die Komplexität und Vielschichtigkeit des Phänomens zu geben.
In unserer neuen Podcastreihe wird sich im Rahmen des Projekts „Telling (Hi)Story – Migration-Geschichte-Empowerment“ mit Fragen rund um das Thema Empowerment für schwarze Menschen und People of Color beschäftigt.
In der zweiten Folge spricht unsere Bildungsreferentin Folasade Farinde mit Osman Ö. Osman arbeitet schon länger mit Jugendlichen und Erwachsenen in der pädagogischen Bildungsarbeit – das Thema „Empowerment“ ist für ihn eher neu – aber irgendwie auch nicht! Was versteht er unter Empowerment? Wie wird in muslimischen Communities über Rassismus gesprochen? Und ist Empowerment in diesen Kontexten ein Thema? Diesen und weiteren Fragen wird in diesem Podcast nachgegangen.
„Telling (Hi)Story – Migration-Geschichte-Empowerment“: Menschen aller Generationen erzählen. Von Diskriminierung und von Solidarität. Ganz privat – oder ganz offen. Vorurteile und Feindseligkeiten nehmen zu. Gegen antisemitische, rassistische und diskriminierende Übergriffe aktiv werden, geht nur gemeinsam: Betroffene zusammenbringen, sich gegenseitig zuhören, stärken und den eigenen Erfahrungen und Geschichten Öffentlichkeit geben – das ist „Telling (Hi)Story“!
In der vergangenen Woche wurde der französische Geschichtslehrer Samuel Paty von einem jungen Islamisten ermordet, nachdem Paty im Unterricht die Mohammed-Karikaturen des Satiremagazins Charlie Hebdo gezeigt hatte. Seit diesem grausamen Attentat wird die Debatte über Glaubens- und künstlerische Freiheit öffentlich wieder besonders polemisch geführt.
So behauptet etwa der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan „die Muslime erleben heute eine ähnliche Lynchkampagne, wie sie gegen Juden in Europa zu Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg geführt wurde“ und ruft zum Boykott französischer Produkte auf. Inwiefern Erdogans Aussage antimuslimischen Rassismus instrumentalisiert und den Holocaust verharmlost, erklärt Saba-Nur Cheema, Pädagogische Leiterin der Bildungsstätte Anne Frank:
„Man muss uns jetzt diese zwölf Jahre nicht mehr vorhalten“ – über die Bedeutung von „Geschichte“ im aktuellen Rechtspopulismus.
Mit Michael Sturm
In den Argumentationsmustern extrem rechter und rechtspopulistischer Strömungen spielt der Verweis auf Geschichte eine zentrale Rolle. Entweder, um eine angeblich bessere Vergangenheit zu verklären, oder, um eine gemeinsame „exklusive“, kulturell und ethnisch homogene Identität zu beschwören. Immer wieder rückt aber auch die Erinnerung an die NS-Zeit in den Fokus extrem rechter Agitation. Die Mythen und Erzählmuster sind keineswegs neu. Vielmehr gründet das Geschichtsverständnis, das für den aktuellen Rechtspopulismus kennzeichnend ist, auf einem Bündel immer wieder neu beschworener extrem rechter Kampfbegriffe wie „Volk“, „Gemeinschaft“ oder „Nation“, die ein vermeintlich homogenes und exklusives Kulturverständnis rechtfertigen sollen und die Grundlage eines völkischen Geschichtsbildes darstellen. Geschichtspolitik ist demnach Ausdruck eines von rechtspopulistischen Strömungen geführten „Kulturkampfes“.
Im Gespräch erläutert der Referent die gesellschaftlichen Resonanzen dieser geschichtspolitischen Vorstöße und geht dabei auch auf die aktuellen sog. Hygiene-Demos ein als Teil der „neuen sozialen Bewegung von rechts“. Er gibt außerdem Anregungen zu den Fragen, wie historisch-politische Bildung auf die zunehmend eine vielfältige Erinnerungskultur angreifende Geschichtspolitik reagieren kann und wie konkret kritische Erinnerungskulturen gestaltet werden können, die gesellschaftskritische Perspektiven entwickeln.
Michael Sturm ist Historiker und pädagogisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter im Geschichtsort Villa ten Hompel, Münster
Die Reihe "GESTERN IM HEUTE." ist eine gemeinsame Veranstaltung der Gedenkstätte Breitenau und der Bildungsstätte Anne Frank.
Manchmal hören wir auf Demonstrationen Parolen, die wir nicht ganz zuordnen können. Nicht immer wissen wir, was eigentlich dahinter steckt. Gerade der Nahost-Konflikt führt oft zu Diskussionen. In den letzten Tagen wurde deshalb viel über Israelbezogenen Antisemitismus gesprochen. Wir wollen euch heute erklären, was es damit auf sich hat und wie ihr dem entgegen wirken könnt.
In der Diskussion um die Aufnahme Geflüchteter ist Rassismus allgegenwärtig. Dass aus Worten Taten werden können, zeigte der Attentäter von Halle. Nachdem er vergeblich versucht hatte, in die örtliche Synagoge einzudringen, tötete er gezielt migrantisch gelesene Menschen. Ein halbes Jahr später löste der Mord an George Floyd eine weltweite Debatte über Polizeigewalt und den damit einhergehenden strukturellen Rassismus aus. Als kürzlich über 12.000 Geflüchtete durch den Brand in Moria obdachlos wurden, trat dieser Rassismus wieder einmal offen zu Tage. Über rassistische Kontinuitäten im öffentlichen Diskurs sprechen wir mit Deborah Krieg, Bildungsreferentin der Bildungsstätte Anne Frank.
Wenn wir an Polizei denken, haben unterschiedliche Leute vermutlich sehr unterschiedliche zum Teil konträre Bilder im Kopf: Die einen denken vielleicht an die freundliche Wachmeisterin, die man anrufen kann, wenn man in Schwierigkeiten gerät, die freundlich nickend die Aussage vom gestohlenen Fahrrad aufnimmt und das Gelingen staatlicher Verantwortung repräsentiert. Für andere tritt die Polizei in martialischer Kriegerrüstung in Erscheinung, gepanzert, mit Schlagstöcken, Pfefferspray, Kabelbinder und Wasserwerfern, oder als Schikaneure, die den öffentlichen Raum durchstreifen und mit maßlosen Befugnissen ausgestattet sind.
Vortrag von Tom Uhlig am 08.06.2020 im Rahmen der Reihe „Montagsimpulse – Diskriminierungen und Feindbilder im Jahr 2020“ der Villa Merländer.
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