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Unter dem Titel „Wir sind stark gefragt!" trafen sich am 20. August Kinder und Jugendliche aus katholischen Kinderheimen um über Mitbestimmung zu reden. Fast 60 von Ihnen waren mit ihren Erzieherinnen und Erziehern in die Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung in Essen gekommen. Hier haben sie einen Tag lang in Workshops über ihre Themen diskutiert. Die Ergebnisse wurden dokumentiert und den Leitungen der Kinderheime zugeschickt.
In fünf Workhops machten sich die Kinder und Jugendlichen Gedanken darüber, wie sie miteinander umgehen wollen und was sich mit ihrer Volljährigkeit ändert. Wie sie in strittigen Fragen zu ihrem Recht kommen und wer ihnen dann zur Seite steht, erklärten eingeladene Expertinnen und Experten. Eines der wichtigsten Themen waren Handynutzung, WLAN und digitale Medien. Und schließlich ging es darum, wie das überhaupt geht, ein Kinder- und Jugendparlament zu gründen.
Caritas-Podcaster Christoph Grätz hat die Veranstaltung besucht und mit einigen von ihnen gesprochen. Was die Kinder und Jugendlichen bewegt und was sie sich wünschen, erzählen Bradley, Jakob, Julia und Anastasia, die in Kinderheimen der Caritas im Bistum Essen leben.
Bereits um 5. Mal haben sich Kinder- und Jugendliche, die in Kinderheimen des Caritasnetzwerkes im Bistum Essen leben getroffen, um sich für ihre Rechte einzusetzen. Im Bistum Essen gibt es ca. 20 katholische Kinderheime, im Fachjargon stationäre Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Über 1000 Kinder und Jugendliche wohnen hier in Wohngruppen und, wenn sie älter werden, in kleineren Außenwohngruppen, wo sie sich auf ein selbständiges Leben vorbereiten. Der Tag wurde organisiert von der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe im Bistum Essen (AGkE).
In einer zweiten Episode über die Tagung spricht Christoph Grätz mit Gunnar Brock, der das Kinderheim St. Barbara der Caritas Duisburg leitet. Als Mitorganisator des Treffens erklärt er, warum eine stärkere Mitbestimmung der Kinder und Jugendlichen so wichtig ist.
Immer noch entscheidet sich für viele Kinder in Deutschland bereits in der Grundschulphase, wie ihre Schulbildung und damit das ganze weitere Leben verlaufen werden. Soziale Herkunft und Bildungsstatus der Eltern spielen dabei eine maßgebliche Rolle. Wenn der Schulstart schwierig ist, weil die Kinder nicht auf das Lernen vorbereitet wurden oder nicht gut genug Deutsch sprechen, bleibt oft nicht viel von der vielbeschworenen „Chancengleichheit“. Das Projekt „Balu und Du“ soll den teilnehmenden Kindern einerseits eine unbeschwerte Zeit mit einem „großen Geschwister“ ermöglichen, andererseits schlummernde Talente wecken. Den „Balus“, jungen Erwachsenen zwischen
Weitere Infos zum Projekt Balu und Du
In dieser caritalks unterwegs Episode geht es um das Thema Soziotherapie. Caritas-Podcaster Christoph Grätz spricht mit Stefan Hammerschmidt. Er ist Diplom Sozialpädagoge und leitet den Bereich Ambulant Betreutes Wohnen im sozial psychiatrischen Zentrum der Contilia Gruppe in Essen-Borbeck.
Im "Stützpunkt", wie die Beratungsstelle heißt, sind seit Anfang des Jahres 2022 die Weichen gestellt, um mit der Soziotherapie zu beginnen. Was ist überhaupt Soziotherapie, was kann sie leisten? Und warum dauert es so lange, bis diese Therapie sich überhaupt durchsetzen kann? Um die Soziotherapie hat die freie Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen lange gerungen. Inzwischen stehen immerhin die Rahmenbedingungen fest und die Therapie wird mehr und mehr angeboten. Das Problem: Sie ist noch nicht bekannt genug.
Im Caritasnetzwerk des Ruhrbistums gibt es bislang drei Angebote der Soziotherapie: Von der Caritas Bottrop, vom Sozialwerk St. Georg und den „Stützpunkt“ der Contilia.
Liebe Hörerinnen und Hörer, wenn Sie mögen, schreiben Sie uns doch einen Kommentar in unseren Podcast-Blog. Das caritalks Team freut sich über Ihre Rückmeldungen.
Für die Caritas als katholischem Wohlfahrtsverband gilt das kirchliche Arbeitsrecht. Als sogenannter Dritter Weg gilt dabei die einvernehmliche Gestaltung der Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) und der Vergütung in paritätisch besetzten Kommissionen, auf Bundesebene der Caritas ist das die Arbeitsrechtliche Kommission (AK). Der "Dritte Weg" ergibt sich aus dem verfassungsrechtlich garantierten Selbstbestimmungsrecht der Kirchen (Artikel 140 Grundgesetz in Verbindung mit Artikel 137 Absatz 3 Weimarer Reichsverfassung). Ein Streikrecht ist im Kirchlichen Arbeitsrecht nicht vorgesehen, weil dieses von der Idee einer Dienstgemeinschaft von Arbeitnehmern und Dienstgebern geprägt ist. Zudem gelten beim Arbeitsrecht der Kirchen spezielle Loyalitätsanforderungen, die in der von den Bischöfen erlassenen Grundordnung für den Kirchlichen Dienst niedergelegt sind. Über die Interpretation und die Verbindlichkeit der Grundordnung sind in jüngster Zeit Diskussionen aufgeflammt, angestoßen durch die Initiative #OutInChurch. Auch im Koalitionsvertrag der Ampel ist das Kirchliche Arbeitsrecht erwähnt: "Gemeinsam mit den Kirchen prüfen wir, inwiefern das kirchliche Arbeitsrecht dem staatlichen Arbeitsrecht angeglichen werden kann. Verkündungsnahe Tätigkeiten bleiben ausgenommen", heißt es auf Seite 71 des Koaltionsvertrags zwischen SPD, Grünen und FDP.
Was leistet das kirchliche Arbeitsrecht, wo hat es sich bewährt, welche Perspektiven für eine Weiterentwicklung gibt es - das erörtert der Vizepräsident des Deutschen Caritasverbandes Heinz-Josef Kessmann, der auch Vorsitzender der Arbeitsrechtlichen Kommission (AK) der Caritas ist. In dieser Kommission sitzen Vertreter der Dienstgeberseite und Arbeitnehmervertreter.
Fünf Diözesan-Caritasverbände Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn sind als Spitzenverbände Interessenvertretungen von rund 8000 Diensten und Einrichtungen der Caritas in NRW.
Gastgeber dieser Episode ist Markus Lahrmann, Chefredakteur der Zeitschrift Caritas in NRW. Diese Zeitschrift ist ein Produkt der gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit der Verbände und existiert bereits seit 1972, feiert also in diesem Jahr (2022) Jubiläum.
Viele Kinder und Jugendliche leiden massiv unter den Folgen der Corona-Pandemie. Und wie immer sind die Benachteiligten besonders betroffen. Was jetzt geschehen muss – auch mit Blick auf die Landtagswahl in NRW, diskutieren Heinz-Josef Kessmann, Münsters Diözesan-Caritasdirektor und Markus Lahrmann, Chefredakteur von „Caritas in NRW“.
Heinz-Josef Kessmann: "Bei den Kindern und Jugendlichen kann man sehr deutlich sehen, dass die Zeit in der Pandemie, in der sie nicht mit Gleichaltrigen zusammen kommen konnten, für ihre Entwicklung besonders wichtig gewesen wäre. Wir haben uns daran gewöhnen müssen, dass Kinder in öffentlicher Verantwortung aufwachsen. Gesellschaftliche Institutionen haben einen immer größeren Anteil an der Sozialisation von Kindern und genau dieser Anteil ist seit zwei Jahren stark eingeschränkt. Familien, die schon traditionell Schwierigkeiten haben, ihre Kinder angemessen zu fördern, sind besonders getroffen, weil Defizite nicht durch Kindergarten oder Grundschule ersetzt werden konnten. Kindern und Jugendlichen fehlt ein ganzes Stück in ihrer Entwicklung. Soziales Lernen findet im Kindergarten, in der Schule, im Offenen Ganztag statt. Die Caritas wird im Landtagswahlkampf dieses Thema an diejenigen richten, die sich um zukünftige politische Verantwortung bewerben. Wir fragen: was wollt ihr tun, damit Kinder und Jugendliche diesen Entwicklungsrückschritt aufholen?"
Gastgeber dieser Episode ist Markus Lahrmann, Chefredakteur der Zeitschrift Caritas in NRW. Die Zeitschrift widmet sich in ihrer neuesten Ausgabe (April 2022) dem Thema "Jugend im Abseits".
Keine Kita besucht, noch nie einen Stift in der Hand gehalten, aufgewachsen ohne deutsche Sprachkenntnisse: So starten viele Erstklässler in der Grundschule am Hochfelder Markt in Duisburg. Eine Herausforderung für Schulleiterin Jennifer Poschen und ihr Pädagogenteam. Mit Caritas-Podcaster Christoph Grätz spricht sie über die Bewältigung der Mammutaufgabe „Frühkindliche Bildung“.
Die Grundschule ist ein rosa gestrichenes Gebäude, direkt am Hochfelder Marktplatz gelegen. Die umliegenden Straßenzüge sind überwiegend Altbauten mit Gründerzeitfassaden. Duisburg-Hochfeld gilt als Stadtteil „mit besonderem Erneuerungsbedarf“, wie es im Soziologendeutsch heißt. Hochfeld mit seinen rund 18.000 Einwohnern ist kinderreich, arm, bildungsfern und Ankunftsstadtteil für Zuwanderer – auch Armutsmigranten aus Rumänien und Bulgarien sind darunter. Viele Hochfelder sind arbeitslos, beziehen Hartz IV. Im Herzen dieses ehemaligen Arbeiterquartiers stemmen sich Schulleiterin Jennifer Poschen und ihr Team mit aller Kraft und Kreativität der Bildungsbenachteiligung von Kindern entgegen.
Eltern, die selbst Analphabeten sind, können ihre Kinder in Fragen der Bildung nicht unterstützen. Umso wichtiger wäre es, gerade hier in Hochfeld mehr Räume und mehr Personal in der U3-Betreuung, in Schule und Ganztag und bei den Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche zur Verfügung zu haben. „Wir haben hier nicht genug Personal, deshalb arbeiten wir viel in zeitlich begrenzten Projekten und holen dazu Studenten mit ins Boot“, erklärt Poschen. Die Pandemie hat die Arbeit der Lehrkräfte, der Schulsozialarbeit und des Offenen Ganztages nicht einfacher gemacht. Deshalb sollen die Kinder im Schulalltag lernen, möglichst gut mit dem Ipad umzugehen, um für den nächsten Distanzunterricht gewappnet zu sein. Denn daheim gibt es in der Regel weder WLAN noch ein Endgerät.
„Die Menschen, die am grünen Tisch Entscheidungen für die Schulen treffen, haben viel zu wenig Einblick in die Realität“, kritisiert Poschen. Sie plädiert dafür, „die Kinder dort abzuholen, wo sie stehen, und nicht da, wo wir sie gern hätten“. Grundhaltung ihres Schul-Teams am Hochfelder Markt: Der Glaube an die Kinder, zusammenhalten, nicht den Mut verlieren und mit Humor an die tägliche Arbeit gehen.
Im Podcast verwendete Abkürzungen und Fachbegriffe:
Sozialkompetenztrainings helfen Kindern und Jugendlichen zum Beispiel mit Rollenspielen ein sicheres Auftreten und angemessenes Handeln in Situationen des täglichen Lebens einzuüben.
Die Website der Gemeinschaftsgrundschule am Hochfelder Markt
Einmal im Jahr veranstaltet die Freie Wohlfahrtspflege NRW ein Treffen von Menschen mit Armutserfahrung. Unter dem Titel „Digitale Teilhabe #dadrücktderschuh“ stand diesmal das Thema Digitalisierung und was Menschen brauchen, um teilhaben zu können, im Mittelpunkt.
Angelika Zwering und Gabi John haben beide Erfahrung mit Armut machen müssen und engagieren sich seitdem mit Leidenschaft und Herz für andere Betroffene. In der aktuellen Podcast Ausgabe berichten sie gemeinsam mit Heike Moerland, Leiterin des Geschäftsfeld Berufliche und soziale Integration bei der Diakonie, wie wichtig solche Treffen sind und wie der Austausch untereinander hilft.
Gastgeberin ist Pia Klinkhammer (Pressereferentin beim Kölner Diözesan-Caritasverband).
Weitere Infos zum Thema finden Sie auch hier:
Website der Freien Wohlfahrtspflege NRW
Website Kampf gegen Armut im Erzbistum Köln
Website der Zeitschrift Caritas in NRW
Dr. Christian Schmitt ist seit 1998 Priester im Bistum Münster. Seit September 2020 ist er tätig als Vorsitzender der Caritas im Bistum Münster. In seiner Rolle als Priester und Seelsorger begleitete er auch Sterbende. „Es ist eine der wichtigsten Aufgabe eines Priesters, dafür zu sorgen, dass die Seelen nach Hause kommen – und sich in Gottes Arme fallen zu lassen“, sagt Dr. Schmitt. Im Gespräch mit Nicole Rusche, Referentin für palliative Versorgung und Hospizarbeit der Caritas im Bistum Münster, spricht er über den christlichen Umgang mit dem Tod – und die Aufgabe von Seelsorgenden in der Begleitung von Sterbenden.
www.caritas-muenster.de
Das Hochwasser Mitte Juli hat weite Teile der Stadt Altena und des märkischen Kreises verwüstet. Noch immer müssen die Häuser abtrocknen. Jetzt geht es darum, ob Gebäude saniert, neu aufgebaut oder gar abgerissen werden müssen.
Der Bausachverständige Jens Altenberger begutachtet Flutschäden im Auftrag der Caritas Altena-Lüdenscheid. Er berät die Menschen, erklärt, was zu tun ist, und erstellt Gutachten für Betroffene. Welche Dinge es zu beachten gilt, erklärt er CARItalks-Podcaster Christoph Grätz im Gespräch.
Besonders betroffen sind Gebäude, in die wegen der Hanglage Wasser von oben eingedrungen ist, oder Häuser, die unmittelbar an Bächen lagen, die aufgrund des Starkregens zu reißenden Strömen geworden sind. Die Caritas Altena-Lüdenscheid hat von Beginn an Menschen in dieser Notsituation beigestanden. In der akuten Not hat die Caritas Soforthilfen ausgezahlt: Geldbeträge zur Beschaffung des Allernotwendigsten und Bautrockner zur Verfügung gestellt. Inzwischen helfen die Caritas-Mitarbeitenden bei der Antragstellung für die staatlichen Hilfsgelder und vermitteln Baugutachter. Denn die Betroffenen wollen wissen, welche Arbeiten und Kosten auf sie zukommen.
Zur Person: Jens Altenberger (38) ist gelernter Bauingenieur. Nach dem Studium hat er berufsbegleitend ein Zweitstudium zur Bauschadensinstandsetzung und Baudenkmalpflege absolviert. Heute ist er Bausachverständiger.
Weiterführende links
Unwetter-Hilfe der NRW.BANK
Website des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen
Die Hochwasser-Hilfen der Caritas Altena-Lüdenscheid
Hören Sie auch #CariWalks: Gespräche mit Menschen in Bewegung. Der Podcast der Caritas im Bistum Essen zur Kampagne der Deutschen Caritas 2021/2022 #DasMachenWirGemeinsam.
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