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Das Café am Rande der Welt: John Strelecky im Gespräch


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»Omnipräsenz des Selbstfindungsexperten« titelt das Branchenmagazin Buchreport beim Rückblick auf die Bestseller des vergangenen Jahres 2019. Das meistverkaufte Taschenbuch im Bereich Sachbuch ist wieder einmal wie in den Jahren davor »Das Café am Rande der Welt«. Platz 5 des Jahresrankings belegt der Nachfolger »Wiedersehen im Café am Rande der Welt« und auf Platz 7 ist die erst 2019 erschienene dritte Folge »Auszeit im Café am Rande der Welt« zu finden. Und nicht zu vergessen: John Streleckys Titel »The Big Five For Life« belegt Platz 3 der Bestsellerliste.
Es gibt derzeit keinen erfolgreicheren Autor als den 1969 in Chicago geborenen US-Amerikaner. Und dabei erschien »Das Café am Rand der Welt« in Deutschland bereits im Jahre 2006 bei dtv.
Im Gespräch erzählt der stets Hut tragenden John Strelecky, dass er das Büchlein in nur drei Wochen aufs Papier gebracht habe. Die Idee selbst kam ihm während einer Weltreise, als er selbst sein Leben ändern wollte.
Tatsächlich bewegen sich die Bücher um das »Café am Rande der Welt« auf der Schnittstelle zwischen Belletristik und Sachbuch. Erzählt wird eine Geschichte, doch im Grunde geht es um Lebenshilfe und um die zeitlos aktuelle Frage »Warum bin ich hier?«
Strelecky hat die Antwort auf diese Frage mit einem ganz speziellen Ort verknüpft, dem »Why-Café«, wie das Buch im Original betitelt ist. Ein Autofahrer, der sich nachts mit fast leerem Tank verirrt hat, bekommt vom freundlichen Personal und anderen Gästen das Leben erklärt.
Dass der Titel mittlerweile zudem in über 40 Sprachen übersetzt wurde, mag daran liegen, dass der Autor auf diese Frage keine transzendente oder esoterische Antwort gibt, sondern dass der Schlüssel zu einem zufriedenen Leben darin liege, dass man für sich selbst seinen »Zweck der Existenz« finde. Wenn das gelinge, so führe man ein erfülltes Leben.
Auch diese Erkenntnis ist nicht neu und originell und dennoch liefert John Strelecky mit seiner simplen Café-Metapher offenbar genau die richtige Portion Selbsterkenntnis, die Leserinnen und Leser begeistert.
Zunächst hat Strelecky sein erstes Buch ohne Verlag veröffentlicht. Ist also »Das Café am Rande der Welt« auch eine Erfolgsgeschichte des Self-Publishing? Der von Verlagen verkannte Weltbestseller? Strelecky erzählt im Interview, dass es keinesfalls so gewesen sei, dass seinerzeit niemand an dem Buch Interesse hatte. Stattdessen war es so, dass er gar keinen Verlag wollte, weil ihm der Prozess der Veröffentlichung dort einfach zu langsam war. Er wollte sein Buch schnell auf den Markt bringen und so war der Eigenverlag der beste Weg, auch wenn sich sehr rasch ein Verlag fand, der den Titel ins Programm nahm.
Ist es das, was Strelecky auch anderen Autorinnen und Autoren empfiehlt? Einfach drauflosschreiben? Ja, denn der Schlüssel zum Autorsein sei nun einmal das Schreiben und man solle erst einmal loslegen und sich nicht sofort wieder ans Überarbeiten machen und sich nicht in Zweifeln verfangen. »Write first, edit later«, ist Streleckys wichtigste Empfehlung.
Er selbst sei immer wieder überrascht und begeistert von dem, was ihm die Menschen erzählen und was seine Bücher für sie bedeuten.
Und warum trägt John Strelecky stets einen Hut, sodass man den Eindruck hat, er käme gerade von einer Safari zurück? Der Hut, so Strelecky, sei sein Abenteurerhut, den er immer trage, wenn er auf Abenteuerreise sei. Und dass kann sogar auf der Frankfurter Buchmesse sein.
Hören Sie im Podcast des literaturcafe.de oder über den Player unten das ausführliche Gespräch mit John Strelecky. Abonnieren Sie unseren Podcast z. B. bei Apple Podcasts oder Spotify.
John Strelecky: Das Café am Rande der Welt: Eine Erzählung über den Sinn des Lebens. Mit einer Weihnachtsgeschichte von John Strelecky. Gebundene Ausgabe. 2018. dtv Verlagsgesellschaft. ISBN/EAN: 9783423289849.
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