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Nach den täglichen Bachmannpreis-Folgen begrüßt Wolfgang Tischer im Podcast des literaturcafe.de den Autor Markus Orths. Für eine Lesung aus seinem aktuellen Roman »Die Enthusiasten« ist er nach Freudenstadt gekommen. Im Podcast-Gespräch erläutert Markus Orths, warum er auch fürs Plotten und Überarbeiten nie eine KI einsetzen würde – selbst wenn die Versuchung noch so groß ist.
Eine Verbindung zum Bachmannpreis gibt es in dieser literaturcafe.de-Podcast-Folge dann doch noch: Markus Orths hat in Klagenfurt im Jahre 2008 gelesen. Er präsentierte der Jury einen Auszug aus seinem später erschienenen Roman »Das Zimmermädchen« und belegte den zweiten Platz, seinerzeit der »Telekom-Austria-Preis«. Eingeladen hatte ihn damals keine geringere als Daniela Strigl, die vor drei Folgen Gast in diesem Podcast war. Wie Markus Orths heute auf diese Teilnahme zurückblickt, was ihm der Preis damals gebracht hat und warum er findet, dass Jurys eigentlich wissen sollten, ob sie einen Romananfang oder eine abgeschlossene Erzählung vor sich haben – das hören Sie in dieser Podcast-Folge. 2008 wurde ein Romanausschnitt noch als solcher angekündigt. Ebenfalls bemerkenswert: 2008 fanden alle 14 Lesungen an nur zwei Tagen statt (Freitag und Samstag) und die Preisverleihung erfolgte unmittelbar am Samstagabend. 2008 war auch der Jahrgang, in dem die Jury auf 7 Köpfe reduziert wurde. Gewonnen hat 2008 Tilman Rammstedt und auch Clemens J. Setz war in diesem Jahr dabei.
Zunächst geht es im Gespräch um Markus Orths‘ aktuellen Roman »Die Enthusiasten« (Galiani Berlin): eine schillernde Familie und ein Ich-Erzähler, der zu den »Shandianern« gehört – jenen Besessenen, die Laurence Sternes Jahrhundertwerk »Tristram Shandy« verfallen sind. Orths erzählt, warum er sich als Autor den Erfindern und Träumern zurechnet und nicht den autofiktional Schreibenden. Und während sein Ich-Erzähler sagt, man sollte nie zwei Seiten lang über Ratten schreiben, denn das Lektorat würde es ohnehin streichen, weil man so die Leser verliert, macht es Markus Orths in »Die Enthusiasten« trotzdem.
Und dann reden Markus Orths und Wolfgang Tischer noch über einen anderen Text, der als PDF-Download auf markusorths.de bereitsteht. Der Essay »Die Vereinnahmung« ist eine Art literarisches Spin-off zu »Die Enthusiasten«, das mit einer Verwandlung beginnt, die Kafka persifliert und doch etwas ganz anderes verhandelt: die künstliche und ungeheure Intelligenz. Was den KI-Einsatz bzw. den Nicht-Einsatz betrifft, bezieht Orths klar Position. Er erläutert, warum er selbst konsequent auf KI in allen Stadien des Schreibens verzichtet, welche Gefahr er für den ganzen Kunstbetrieb und die Literatur sieht, was er von Verlagen und Lektoraten erwartet, die zunehmend mit KI-Tools arbeiten – und ob es ihn wirklich kaltlässt, wenn ein KI-Text die Leserinnen und Leser zu Tränen rührt, selbst wenn kein Mensch dahintersteckt.
Markus Orths, der auch Kinderbücher im Loewe Verlag schreibt, begrüßt es sehr, dass man dort die Bücher klar als »Ohne KI« kennzeichnet.
Den Essay »Die Vereinnahmung« von Markus Orths finden Sie hier: https://www.markusorths.de/res/orths_markus_die-vereinnahmnung.pdf
Markus Orths: Die Enthusiasten. Gebundene Ausgabe. 2026. Galiani-Berlin. ISBN/EAN: 9783869713304. 24,00 € » Bestellen bei amazon.de Anzeige oder im Buchhandel
Markus Orths: Die Enthusiasten. Kindle Ausgabe. 2026. Kiepenheuer & Witsch eBook. 19,99 € » Herunterladen bei amazon.de Anzeige
Hören Sie das vollständige Gespräch mit Markus Orths, das am 30. Juli 2026 vor seiner Lesung in Freudenstadt-Wittlensweiler geführt wurde, im Podcast des literaturcafe.de. Entweder direkt unten über den Player oder im Podcast-Portal Ihrer Wahl.
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Hier klicken und weiterlesen: »Podcast: Markus Orths über »Die Enthusiasten« und warum er die KI meidet« >
Wolfgang Tischer und Bozena Badura blicken in der letzten Podcast-Folge aus Klagenfurt unmittelbar nach der Preisverleihung auf die Gewinnerinnen und den Gewinner beim Bachmann-Preis 2026. Sie sprechen u. a. mit der zur beliebtesten Jurorin gewählten Brigitte Schwens-Harrant und ziehen ein Fazit der 50. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt.
Es ist die letzte Folge des Bachmannpreis-Podcasts 2026 – danach wird dieser Podcast wieder zum Podcast des literaturcafe.de. Wolfgang Tischer und Bozena Badura sitzen bei sommerheißen 36 Grad im Garten des ORF, dem Ingeborg-Bachmann-Park, und blicken zurück auf den Wettbewerb im Zeichen des Doppeljubiläums: 50 Jahre Bachmannpreis und der 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann am 25. Juni 2026.
Bachmannpreis (30.000 €): Lena Schätte (DE) – »Was wir tragen«
Alle Details zu den Gewinnerinnen und Gewinnern finden Sie hier
Unmittelbar nach der Preisverleihung analysieren Wolfgang Tischer und Bozena Badura, warum Lena Schättes Text »Was wir tragen« – die schnörkellose Geschichte zweier übergewichtiger Mädchen, die in der Schule zusammenhalten – Jury und Publikum gleichermaßen überzeugte. Juror Thomas Strässle, der sie eingeladen hatte, sprach in seiner Laudatio von »existenzieller Wucht«. Mit dem Doppelsieg aus Bachmann- und Publikumspreis – samt dem an den Publikumspreis gekoppelten Festivalschreiber-Stipendium des Carinthischen Sommers – kommt Schätte immerhin auf ein Preisgeld von rund 40.000 Euro und wiederholt damit das Kunststück eines Doppelsieges der Vorjahressiegerin Natascha Gangl.
Wolfgang Tischer und Bozena Badura ordnen außerdem ein, dass die Dotierungen im Jubiläumsjahr deutlich angehoben wurden, sodass sich die Reihenfolge der Preise leicht geändert hat: Der Bachmannpreis stieg von 25.000 auf 30.000 Euro, der Kelag-Preis von 10.000 auf 15.000 Euro – und überholt damit den Deutschlandfunk-Preis (12.500 Euro) als nunmehr zweithöchste Auszeichnung. Auffällig auch: Drei der vier ausgezeichneten Texte – die von Lena Schätte, Ozan Zakariya Keskinkılıç und Magdalena Schrefel – wurden alle am zweiten Lesetag gelesen.
Zu hören ist in dieser Folge auch ein Interview mit Brigitte Schwens-Harrant, Feuilletonchefin der Wochenzeitung »Die Furche« und seit 2020 in der Jury. In der Online-Abstimmung im literaturcafe.de wurde sie zur beliebtesten Bachmannpreis-Jurorin 2026 gewählt – nach 2022 und 2024 bereits zum dritten Mal. Auf den Plätzen folgten Laura de Weck und Vorjahressieger Thomas Strässle. Wie beliebt sie auch beim Publikum ist, zeigte sich sogar auf einem Fan-T-Shirt mit der Aufschrift »Brigitte Schwens-Harrant Ultra«. Die von ihr eingeladene Autorin Kinga Tóth gewann mit »OstblockMädl« den Kelag-Preis; in ihrer Laudatio nannte Schwens-Harrant den Text »frech, sehnsüchtig, poetisch«.
Außerdem zu hören ist ein Gespräch mit Ozan Zakariya Keskinkılıç, der für »Vater ohne Sohn« den Deutschlandfunk-Preis erhielt. Im Interview geht es um den Text – und um seine markante Vortragsstimme, die schon bei der Lesung aufgefallen war.
Zum Abschluss spricht Wolfgang Tischer mit Klaus Wachschütz, dem langjährigen Regisseur und technischen Leiter des Wettbewerbs. Wachschütz erzählt von der Erleichterung, wenn die lange Live-Strecke ohne Pannen über die Bühne geht, von den »doppelten Böden«, die man einplanen muss, und von der technischen Spielwiese – etwa den vielen kleinen Kameras, die aus der Corona-Zeit geblieben sind und heute deutlich mehr Perspektiven zeigen. Gemeinsam mit dem scheidenden Koordinator Horst Ebner gehört er zu den verantwortlichen Menschen hinter den Kulissen, die den Bachmannpreis Jahr für Jahr in die Wohnzimmer bringen.
Wolfgang und Bozena loben die Dramaturgie der Übertragung und legen allen, die den Wettbewerb bislang nur aus dem Fernsehen oder Podcast kennen, einen Besuch in Klagenfurt ans Herz: Eintrittskarten gibt es keine, wer zuerst da ist, sitzt im Saal – und kommt mit Autorinnen, Kritikern und Medienleuten ganz unkompliziert ins Gespräch.
Zum Schluss blicken die beiden auf das Doppeljubiläum zurück: ein Jahr ganz im Zeichen der Literatur – verbunden mit der Hoffnung, dass der Bachmannpreis auch in Zukunft bleibt, was er ist.
Datum: Sonntag, 28. Juni 2026
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Hier klicken und weiterlesen: »Bachmannpreis-Podcast 2026: Das Fazit – Lena Schätte gewinnt das Jubiläumsjahr doppelt« >
Letzter Tag auf der Bühne am Lendhafen: Bozena Badura und Wolfgang Tischer blicken auf den dritten und letzten Lesetag des 50. Bachmannpreises. Gast dieser Folge ist Literaturkritiker Knut Cordsen, der uns die Geheimnisse von Tiktok erklärt. Außerdem ist Favoritin Lena Schätte zu hören und Klaus Kastberger blickt zurück auf 13 Jahre in der Jury.
Ein letztes Mal live vor Publikum am Lendhafen: Bozena Badura und Wolfgang Tischer besprechen mit ihrem Gast, dem Literaturkritiker Knut Cordsen, den dritten Lesetag der 50. Tage der deutschsprachigen Literatur. Am Samstag standen noch vier Texte auf dem Programm.
Knut Cordsen ist Literaturkritiker beim Bayerischen Rundfunk und einer der Köpfe hinter ARD Literally, dem TikTok-Kanal der ARD für Literatur. Über diesen Kanal – und wie man auf TikTok ein junges, literaturinteressiertes Publikum erreicht – sprechen die drei zu Beginn der Folge.
Besprochen werden die Lesungen vom 27. Juni 2026:
Alle Texte stehen auf der Website des ORF zum Download und Nachlesen bereit.
Zu Wort kommt außerdem die Favoritin des Wettbewerbs: Lena Schätte erzählt, wie sie die Tage nach ihrer Lesung erlebt – und was aus ihrem Text noch werden wird.
Wie schon am Vortag gab es erneut einen Vorwurf, ein Wettbewerbstext sei vorab veröffentlicht worden. Bestätigen ließ sich auch das nicht, der Text bleibt im Wettbewerb. Eine Analyse zu beiden Vorwürfen gibt es im literaturcafe.de.
Am Ende dieser Folge blicken die Drei auf die Gesamtleistung der Jury in diesem Jahr und sie geben ihre Prognose ab, wer die Jury-Preise und den Publikumspreis gewinnen wird.
Im Anschluss an die Live-Aufnahme ist zudem ein Interview mit Klaus Kastberger zu hören, der nach dreizehn Jahren – drei davon zuletzt als Juryvorsitzender – aus der Bachmann-Jury ausscheidet. Im Gespräch blickt er auf die Entwicklung der Jury zurück, auf den Trend zu autobiografischen »Ich-Texten« und auf seine Beweggründe für den Abschied.
Vielen Dank an das großartige Publikum am Lendhafen und den Verein Lendhauer, der auch in diesem Jahr die Live-Aufnahme auf der Bühne ermöglicht hat.
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Hier klicken und weiterlesen: »Bachmannpreis-Podcast 2026: der 3. Lesetag mit Knut Cordsen« >
Die Literaturwissenschaftlerin und -kritikerin Daniela Strigl saß viele Jahre selbst in der Bachmannpreis-Jury. Bozena Badura und Wolfgang Tischer analysieren mit ihr im Podcast den zweiten Lesetag beim Bachmann-Preis 2026, und Daniela Strigl gibt Einblicke in die Jury-Arbeit. Und dann schaut auch kurz »ihr« Preisträger von 2014 vorbei: Tex Rubinowitz.
Wieder live vor Publikum am Lendhafen: Bozena Badura und Wolfgang Tischer besprechen mit ihrem heutigen Gast, der Literaturwissenschaftlerin und Literaturkritikerin Daniela Strigl, den zweiten Lesetag der 50. Tage der deutschsprachigen Literatur. Fünf weitere Texte wurden gelesen und von der Jury diskutiert. Am Samstag werden dann die letzten vier folgen.
Daniela Strigl lehrt an der Universität Wien und war von 2003 bis 2008 sowie von 2011 bis 2014 selbst Mitglied der Bachmann-Jury. 2014 wurde sie zudem zur ersten Preisträgerin der Abstimmung zur beliebtesten Bachmann-Jurorin gewählt.
Vor und zwischen der Besprechung des Lesetages gibt Daniela Strigl Einblicke in die Arbeit der Jury: Wie haben sich die Diskussionen über die Jahre verändert? Wie kommen die Jury-Mitglieder zu den Texten und Lesenden, die sie einladen? Welche generellen Trends sind in der aktuellen Literatur auszumachen? Und wie empfand Daniela Strigl den gestrigen plötzlichen Abgang von Slata Roschal nach ihrer Lesung?
Besprochen werden im Podcast die Lesungen vom 26. Juni 2026:
Alle Texte stehen auf der Website des ORF zum Download und Nachlesen bereit.
Zu Beginn des zweiten Lesetages trat aber zunächst der Justitiar Magister Andreas Sourij auf die Bühne. Eine Stimmung, als ob der Schulleiter das Klassenzimmer betritt. Offenbar gab es das Gerücht, dass Teile des Textes von Autorin Slata Roschal, die gestern gelesen hat, bereits auf der Website ihres Verlages zu lesen waren. Ein Text darf, so regeln es die Statuten, vorab nicht veröffentlicht sein. Laut Sourij wurden dafür jedoch keine Belege gefunden, sodass der Text (»in dubio pro reo«) im Wettbewerb verbleibt.
Außerdem rumorte es etwas in der Jury und einige Mitglieder griffen sich persönlich an. Teil der Show? Auch darüber wird im Podcast gesprochen.
Vielen Dank an das großartige Publikum am Lendhafen und den Verein Lendhauer, der auch in diesem Jahr die Live-Aufnahme auf der Bühne ermöglicht hat.
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Hier klicken und weiterlesen: »Bachmannpreis-Podcast 2026: Blick auf den 2. Lesetag mit Daniela Strigl« >
Gleich am ersten Lesetag ein kleiner Skandal: Eine Autorin verlässt das Studio unmittelbar nach der Lesung. Außerdem gibt es in dieser Podcast-Folge ein Gespräch mit Helga Schubert zu hören. Wie hat sich die Jury-Arbeit nach rund 30 Jahren verändert? Und als Gast auf der Bühne am Lendhafen: Literaturagentin Astrid Poppenhusen.
Live vor Publikum am Lendhafen: Bozena Badura und Wolfgang Tischer besprechen mit ihrem Gast, der Literaturagentin Astrid Poppenhusen, den ersten Lesetag der 50. Tage der deutschsprachigen Literatur. Fünf Texte wurden gelesen, fünf Texte wurden von der Jury diskutiert – und ein kleiner Eklat sorgte für Gesprächsstoff.
Vor der Besprechung des ersten Lesetages gibt Astrid Poppenhusen Einblicke in den Beruf der Literaturagentin: Wie kommt ein Text zum Verlag, warum lohnt sich eine Agentur und worauf sollten Autorinnen und Autoren bei Verträgen achten? Außerdem berichtet sie vom neu gestarteten Klagenfurter Literaturkurs 2.0.
Besprochen werden die Lesungen vom 25. Juni 2026:
Alle Texte stehen auf der Website des ORF zum Download und Nachlesen bereit.
Warum verließ Slata Roschal nach ihrer Lesung das Studio – und wie reagierte die Jury? Welcher Text nimmt nach Einschätzung der Runde aller Voraussicht nach einen Preis mit nach Hause? Zu hören sind in der Folge außerdem zwei Original-Töne: Kinga Tóth direkt nach ihrer Lesung und Jurymitglied Mithu Sanyal, die den Studio-Eklat überraschend gut findet. All das und noch viel mehr wird im Podcast besprochen.
Am Ende der Folge gibt es exklusiv im Podcast ein Gespräch mit Helga Schubert, die am Vortag die Klagenfurter Rede zur Literatur gehalten hat. Sie war von 1987 bis 1990 selbst Jurorin und gewann 2020 mit 80 Jahren den Bachmannpreis. Im Gespräch erzählt sie, wie sich die Jury-Arbeit seither verändert hat und wie aus persönlicher Erfahrung Literatur wird.
Vielen Dank an das großartige Publikum am Lendhafen und den Verein Lendhauer, der auch in diesem Jahr die Live-Aufnahme auf der Bühne ermöglicht hat.
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Hier klicken und weiterlesen: »Bachmannpreis-Podcast 2026: Verweigerung am ersten Lesetag und ein Gespräch mit Helga Schubert« >
Der Bachmannpreis-Podcast meldet sich direkt aus Klagenfurt: Zum 50. Jubiläum sprechen Wolfgang Tischer und Bozena Badura in dieser ersten Folge über den Eröffnungsabend der 50. Tage der deutschsprachigen Literatur – über die erstmals live auf 3sat übertragene Eröffnung, die Klagenfurter Rede von Helga Schubert, die deutliche Worte des Juryvorsitzenden Klaus Kastberger – und was sonst noch aufgefallen ist.
Aufgenommen am Mittwochabend nach der Eröffnung in den Hallen des ORF-Theaters, noch ohne Gast und noch nicht auf der Bühne: Ab Donnerstag nehmen Wolfgang Tischer und Bozena Badura täglich um 18 Uhr live vor Publikum am Lendhafen auf – dann mit einem täglich wechselnden Gast.
Es ist die erste Folge im Zeichen des Doppeljubiläums mit 50 Jahren Bachmann-Preis und dem 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann. Wer sich einstimmen möchte: In der Vorankündigungsfolge hat Wolfgang Tischer drei Bücher von Autorinnen und Autoren vorgestellt, die in den Vorjahren in Klagenfurt gelesen haben.
Zum Jubiläum hat 3sat die Eröffnung erstmals live übertragen, von 19 bis 20.15 Uhr. Das brachte spürbare Veränderungen: Die Lesereihenfolge wurde bereits am Vortag, dem 23. Juni 2026, ausgelost und gestreamt, die Reden der Sponsoren und Amtsträger auf kurze Einspielfilme eingedampft. Stattdessen rückten die 14 Lesenden und ihre Texttitel stärker in den Mittelpunkt. Erstmals fand die komplette Eröffnung im umgestalteten Garten des ORF-Theaters statt, dem Ingeborg-Bachmann-Park – bei bestem Bachmannwetter (über 30 Grad) und mit einer Musik, die diesmal wirklich passte: es spielte die Band »Manjana und die Uvos« und es sang der kärtnerisch-slowenische Chor Oktakord.
Die 27. Klagenfurter Rede zur Literatur hielt in diesem Jahr Helga Schubert. Keine könnte besser zum Doppeljubiläum passen: 2020 gewann sie mit 80 Jahren als bislang älteste Preisträgerin den Bachmannpreis, von 1987 bis 1990 saß sie selbst in der Jury, und 1980 hätte sie bereits als Lesende teilnehmen sollen – die DDR verweigerte ihr jedoch die Ausreise. Ihre Rede trug den Titel »Und führe uns nicht in Versuchung«. Für die Bühne und die Live-Sendung wurde sie gekürzt; die vollständige Fassung ist auf der Website des ORF nachzulesen und als Aufzeichnung zu sehen – gedruckt erscheint sie wie immer in der Edition Meerauge.
Zum – nach eigener Ankündigung – letzten Mal hielt Klaus Kastberger die Rede des Juryvorsitzenden. Er benannte nach eher harmlosen Reden von ORF Kärnten-Chefin Karin Bernhard und Landeshauptmann Daniel Fellner in deutlichen Worten die Elefanten im Raum des Literaturbetriebs: Kürzungen und Sparzwang, die vor allen Dingen die freie Szene treffen. Trotz der Erhöhung des Preisgeldes von 25.000 auf 30.000 Euro setzte er Seitenhiebe Richtung Lokalpolitik und Kulturpolitik in Deutschland. Außerdem ließ er nicht unerwähnt, dass in einem neuen Buch über die Literaturkritik im Kapitel »Literaturkritik im Fernsehen« mit keinem Wort der Bachmann-Preis erwähnt wird.
Auffällig im Jubiläumsjahr: eine Rekordzahl an Akkreditierungen und viele Menschen aus dem Literaturbetrieb, die zum ersten Mal oder nach langer Abwesenheit wieder vor Ort sind. Ehemalige Jury-Mitglieder oder Lesende sah man beim Jubiläum hingegen so gut wie nicht.
Wolfgang Tischer empfiehlt zum Schluss den Bachmann-Film »Jemand, der einmal ich war« (siehe Rezension), der morgen, am 25. Juni, dem 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann, in die Kinos kommt.
Morgen werden dann die fünf Lesungen des ersten Tages und die Jury-Diskussion besprochen – zu Gast um 18 Uhr am Lendhafen ist dann die Literaturagentin Astrid Poppenhusen.
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Hier klicken und weiterlesen: »Bachmannpreis-Podcast 2026: Komprimierung des Eröffnungsabends« >
Bevor es zum täglichen Bachmann-Preis-Podcast nach Klagenfurt geht, stellt Wolfgang Tischer in einer Folge drei Bücher von Autorinnen und Autoren vor, die in den letzten Jahren beim Bachmann-Preis gelesen haben. Als Besonderheit gibt es die Folge auch als Video-Podcast bei YouTube.
Der Bachmannpreis-Podcast 2026 meldet sich an den kommenden Tagen wieder täglich direkt vom Wörthersee. Die erste Folge aus Klagenfurt erscheint voraussichtlich am 24. Juni 2026. Aufgenommen werden die Folgen vom Donnerstag, Freitag und Samstag jeweils um 18 Uhr live vor Publikum am Lendhafen – mit Co-Host Bozena Badura und jeweils einem Überraschungsgast. Alle Infos zum Public Viewing am Lendhafen.
Zur Einstimmung stellt Wolfgang Tischer in dieser Podcast-Folge drei aktuelle Bücher vor von Autorinnen und Autoren, die in den letzten Jahren beim Bachmann-Preis gelesen haben. Erstmals gibt es die Folge auch als Video.
Ein Vater kommt zum Sterben nach Hause, erzählt aus der Sicht von Mutter und fünfzehnjähriger Tochter. Ein meisterhafter erster Teil – und eine Wendung, die den Rezensenten etwas ratlos zurücklässt. Ausführliche Besprechung hier im literaturcafe.de.
Nefeli Kavouras las 2025 beim Bachmannpreis und ging leider ohne Preis nach Hause. Alle Preisträgerinnen und Preisträger 2025
Autofiktional und beeindruckend: eine Kindheit mit der alkoholkranken Mutter, Polen, Herkunft und die Musik auf fast jeder Seite. Für Wolfgang Tischer der bislang ergreifendste Roman des Jahres. Ausführliche Besprechung hier im literaturcafe.de.
Martin Piekar las 2023 beim Bachmannpreis und gewann den KELAG-Preis und den BKS-Publikumspreis. Alle Preisträgerinnen und Preisträger 2023
Eine bissige Satire darüber, wie aus einer Nichtigkeit eine Empörungswelle wird – der Bachmann-Text nahezu eins zu eins, illustriert von Nikolaus Heidelbach. 2024 mit dem 3sat- und dem Publikumspreis ausgezeichnet. Alle Preisträgerinnen und Preisträger 2024
Diese Folge können Sie wie immer überall hören, wo es Podcasts gibt. Als Besonderheit ist sie auch als Video-Podcast bei YouTube verfügbar:
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Hier klicken und weiterlesen: »Bachmannpreis-Podcast 2026: 3 Buchtipps vor dem Doppeljubiläum: Kavouras, Piekar und Sebauer« >
Christine Westermann ist für eine Lesung nach Oberndorf gekommen. Ich treffe sie nach der Veranstaltung, um mit ihr für den Podcast des literaturcafe.de über das Lesen, das Podcasten und das Bücherempfehlen zu sprechen. Und würde sie jetzt, wo es im Literarischen Quartett einen runden Tisch gibt, noch einmal dorthin zurückkehren wollen?
Oberndorf, eine kleine Stadt im Neckartal nahe Rottweil und überregional eher dadurch bekannt, dass hier Rüstungsunternehmen wie Heckler & Koch und Mauser (jetzt Rheinmetall) ihren Sitz haben.
Mauser fertigte die Waffen früher im sogenannten Schwedenbau. Das Backsteingebäude beherbergt heute ein Waffen- und Heimatmuseum – und im obersten Stock die Oberndorfer Stadtbücherei. Die lange Reihe an Deckenfenstern wirkt einladend und hell. Früher sollten die Arbeiter bei möglichst gutem Tageslicht die Waffenteile zusammenschrauben können. Heutzutage wird hier bei gutem Licht gelesen.
Der große Veranstaltungsraum nebenan ist Ende April 2026 Schauplatz des zweiten Oberndorfer Literaturfests, ausgerichtet und finanziert von der Marion & Otto Biesenberger-Stiftung. Biesenberger war der Urenkel der Gründer des Schwarzwälder Boten. Die traditionsreiche Heimatzeitung hat ebenfalls noch ihren Sitz in Oberndorf, auch wenn sie schon längst zur Medienholding Süd gehört.
Richard Rebmann, Verleger i. R. und Vorsitzender der Stiftung, begrüßt am Eröffnungsabend. Der Saal ist ausverkauft. Zumindest wäre er das wohl, wenn man Tickets hätte kaufen müssen. Doch die Stiftung ist gut aufgestellt, da sie nach Wunsch des Gründers nur Veranstaltungen in Oberndorf fördern darf. Der Eintritt ist frei, selbst bei einem Stargast wie heute.
Christine Westermann ist aus Köln angereist. Sie werde, so schreibt sie in ihrem Buch »Die Familien der anderen«, immer gerne als »bekannt aus Funk und Fernsehen« vorgestellt. Tatsächlich dürften sie wohl die meisten aus der Unterhaltungsshow »Zimmer frei« mit Götz Alsmann kennen, obwohl es diese Sendung schon seit 10 Jahren nicht mehr gibt. Demnächst, so Westermann, wird es zur Erinnerung und für die Fans ein Jubiläums-Special geben, das bereits abgedreht sei.
Buchmenschen kennen Christine Westermann aus dem Literarischen Quartett, dessen Neuauflage sie von 2015 bis 2019 angehörte. Außerdem ist sie – neben Elke Heidenreich – die Buchempfehlerin des WDR.
Doch Christine Westermann, mittlerweile 77 Jahre alt, ist neuerdings auch einem jüngeren buchbegeisterten Publikum bekannt, denn zusammen mit ihrer 32-jährigen WDR-Kollegin Mona Ameziane ist sie Gastgeberin im erfolgreichen Bücher-Podcast »Zwei Seiten«.
Ich habe mich mit Christine Westermann vor ihrem Auftritt verabredet und ausreichend Zeit eingeplant.
Doch dann kommt an diesem Abend einiges anders. Christine Westermanns Auto zeigt eine kritische Fehlermeldung. Sie muss umdrehen, das Fahrzeug wechseln. Sie wird erst ein paar Minuten nach dem geplanten Lesungsbeginn im Schwedenbau eintreffen. Ganz der Medienprofi sagt sie mir, dass wir das Interview selbstverständlich nach ihrer Lesung führen werden.
Westermann liest aus »Die Familien der anderen«. Das Buch ist so etwas wie ihre Autobiografie in Büchern.
Der Abend verläuft gut, das Publikum ist begeistert. Ich bin etwas unglücklich, denn ich habe »Die Familien der anderen« natürlich gelesen. Einige meiner Fragen beantwortet sie und beantworten sich schon während der Lesung. Auch wenn die Podcast-Hörer des literaturcafe.de dort nicht dabei waren, ist es etwas unelegant, wenn ich die Fragen Christine Westermann erneut stellen würde. Auch da würde sie sicherlich Medienprofi genug sein und die Fragen nochmals beantworten, als hätte sie sie noch nie gehört. Dennoch mag ich das nicht. Also muss ich die Situation offensiv nutzen.
Nachdem Christine Westermann signiert hat, kehren wir in den großen, leeren und fast dunklen Veranstaltungssaal zurück. Westermann gönnt sich nach der Lesung ein lokales Bier. Keine Indiskretion meinerseits, dieses Ritual erwähnt sie selbst in ihrem Buch.
Normalerweise kein origineller Einstieg, doch nach dem Pannen-Stress und der rund eineinhalbstündigen Veranstaltung beginne ich mit der Fußballer-Frage: »Wie fühlen Sie sich?«
Es wird ein gutes Gespräch und man kann es sich im Podcast anhören. Warum, so frage ich, gibt sich Westermann noch den Stress und reist zu Lesungen auch in kleine Städte wie Oberndorf? »In Köln oder in Hamburg oder in München kann jeder lesen, da ist ein mega Kulturangebot«, sagt Westermann. Daher besuche sie gerne auch kleinere Orte: »Ich mache diese Lesereisen einfach sehr, sehr gerne.«
Gibt es bei den Lesenden eine Veränderung? Immerhin ist deren Zahl leider seit Jahren rückläufig. Westermann merkt davon wenig, speziell der Podcast habe ihr ganz neue Hörerinnen und Leserinnen erschlossen.
Christine Westermann, das wird deutlich, ist immer noch über Bücher begeistert und möchte die Menschen für Bücher begeistern. Westermann sieht sich als Buchempfehlerin. Mit den Literaturkritikern hadert sie beständig. Das wurde schon in Ihrer Zeit im literarischen Quartett deutlich, wo sie genau dafür eingekauft wurde: als Identifikationsfigur für die normalen Leser da draußen. Doch meist wurden die von ihr vorgestellten Bücher von den Literaturkritikern der Runde verrissen. Sie bedauert, dass die Kritiker oft das Lesepublikum nicht mehr im Blick haben: »Die, die da sitzen, sehen oft nicht mehr die, für die sie es machen.« Dennoch schätze sie die Kollegen sehr.
In »Die Familien der anderen« beschreibt Christine Westermann das erste Treffen mit dem ZDF-Kulturchef, der sie fürs Quartett gewinnen wollte. Westermann sagte zu, empfahl aber, man möge bei der Neuauflage des Quartetts nicht in Designer-Sesseln sitzen, sondern idealerweise ohne Publikum an einem runden Tisch. Leider gab es dann weiterhin keinen Tisch und weiterhin Publikum.
Das wiederum änderte sich erst nach dem Weggang Westermanns. Jetzt sitzt das Quartett tatsächlich ohne Publikum um einen runden Tisch. Würde Westermann zusagen, wenn man sie jetzt noch einmal einladen würde?
Die Antwort gibt’s im Podcast des literaturcafe.de zu hören.
Christine Westermann: Die Familien der anderen: Mein Leben in Büchern. Gebundene Ausgabe. 2022. Kiepenheuer&Witsch. ISBN/EAN: 9783462003017. 23,00 € » Bestellen bei amazon.de Anzeige oder im Buchhandel
Christine Westermann: Die Familien der anderen: Mein Leben in Büchern. Taschenbuch. 2024. KiWi-Taschenbuch. ISBN/EAN: 9783462006667. 13,00 € » Bestellen bei amazon.de Anzeige oder im Buchhandel
Christine Westermann: Die Familien der anderen: Mein Leben in Büchern. Kindle Ausgabe. 2022. Kiepenheuer & Witsch eBook. 9,99 € » Herunterladen bei amazon.de Anzeige
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Hier klicken und weiterlesen: »Christine Westermann über das Lesen, das Bücherempfehlen und das Literarische Quartett« >
Während Wolfgang Tischer mit Parshad Esmaeili im Podcast des literaturcafe.de über ihr Buch »Papa weg. Mama müde. Ich laut.« spricht, ruft Mama zufällig an. »Müssmer net schneiden«, sagt Parshad. Ein Gespräch über Familie, Frankfurt, das wahre Leben und das Leben als »Internetpersönlichkeit«.
Wer Parshad Esmaeili nicht kennt und ihren Namen googelt, dem weißt sie die Suchmaschine als »Internetpersönlichkeit« aus. Früher wahrscheinlich ein Synonym für »meine Eltern verstehen nicht, wie ich in diesem Internet mein Geld verdiene«. Dabei ist Parshad Esmaeili einiges mehr: Stand-up-Comedienne, Moderatorin, und sie hat seit kurzem eine eigene Quizshow auf ZDFneo. Und sie macht Videos auf YouTube und anderen Social-Media-Kanälen.
Über das Leben als »Alleinerzogene« hat sie im Knaur Verlag das Buch »Papa weg. Mama müde. Ich laut.« geschrieben. Ein Projekt, für das sie viel mit ihrer Mutter gesprochen hat.
»Das Buch hat mich auch dazu gezwungen, mich mit mir zu beschäftigen und zu reflektieren. Das hätte ich so intensiv niemals mit einem anderen Projekt, mit einer Visualisierung hinbekommen«, sagt Parshad im Podcast. Das Buch ist melancholisch, wenn es um die eigene Familie in Deutschland und im Iran geht und es enthält auch witzige Passagen. »Es ist ja kein Wunder, dass sich Komödie auf Tragödie reimt«, sagt Parshad.
Dass sie auch auf Bühnen und in Videos laut wurde, sei das Endergebnis der beiden anderen Teile in ihrem Leben: Papa weg. Mama müde.
Hören Sie das vollständige Gespräch mit Parshad Esmaeili im Podcast des literaturcafe.de. Geführt wurde es am 21. März 2026 auf der Leipziger Buchmesse.
Parshad Esmaeili: Papa weg. Mama müde. Ich laut.: Monolog einer Alleinerzogenen. Broschiert. 2026. Knaur HC. ISBN/EAN: 9783426569177. 18,00 € » Bestellen bei amazon.de Anzeige oder im Buchhandel
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Hier klicken und weiterlesen: »Parshad Esmaeili über »Papa weg. Mama müde. Ich laut. – Monolog einer Alleinerzogenen«« >
Sollte man sich einen Spielfilm über den tragischen Unfalltod eines Vaters und seiner zwei Kinder im Kino ansehen? Einen Film, der das Leid der Mutter zeigt und wie sie das alles zu verarbeiten versucht? Ja, sagt die Autorin Barbara Pachl-Eberhart, auf deren wahrer Lebensgeschichte der Film »Vier minus drei« beruht. Ein Gespräch über den Film und das Schreiben über Trauer und Tod.
2008 verlor Barbara Pachl-Eberhart bei einem Verkehrsunfall an einem unbeschrankten Bahnübergang ihren Mann und ihre beiden Kinder. 2010 erschien ihr Buch »Vier minus drei«, in dem sie schilderte, wie sie dieses schreckliche Unglück verarbeitete und wieder zurück ins Leben fand. Sie habe, so sagt sie im Gespräch mit Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de, damals das Buch geschrieben, das sie vergeblich gesucht habe. Ein Buch, das Menschen in ähnlichen Situationen Mut machen soll. Sie wollte kein Buch lesen oder schreiben, das mit der Haltung des Haderns oder Aufbegehrens geschrieben ist. Sie wollte sich nicht ihr »Schicksal von der Seele schreiben«, sondern von dem Momente berichten, als sie wieder Licht gesehen und die Dinge verstanden habe.
Heute arbeitet Barbara Pachl-Eberhart unter anderem als Trauerbegleiterin und Schreibtrainerin für autobiografisches Schreiben. Trauer, Tod, Krankheiten oder die verlorene Liebe sind oft ein Anlass, das erlebte für sich oder andere niederzuschreiben. Aber wie geht man das an? Und wie entsteht daraus vielleicht ein Text, der mehr ist als eine therapeutische Maßnahme und als Buch erscheint?
»Die größte Kunst oder das Schwierigste beim biografischen Erzählen ist, dass man eigentlich sich traut, noch mal jünger und auch unreifer zu werden beim Schreiben. Ich kann nicht ein Buch beginnen mit etwas, was vor zwei Jahren passiert ist, als die Gescheite oder Gereifte, die ich heute bin. Sondern ich muss mich trauen, mich noch mal so zu zeigen, wie ich damals war«, sagt Barbara Pachl-Eberhart.
Unter der Regie von Adrian Goiginger und mit Valerie Pachner und Robert Stadlober in den Hauptrollen, wurde das Buch »Vier minus drei« verfilmt und läuft ab 16. April 2026 in den Kinos an.
Wie ist es für Barbara Pachl-Eberhart, 18 Jahre später das Ganze als Film anzusehen? Auch darüber berichtet sie im Podcast.
Und wer angesichts der Schwere des Themas den Film lieber nicht ansehen möchte, dem macht die Autorin am Schluss des Gesprächs Mut: Natürlich sei es ein trauriger Film, aber auch eine Liebesgeschichte und ein Film über den Mut, der in uns allen steckt.
Regisseur Adrian Goiginger und Drehbuchautor Senad Halilbašić ist eine sehr berührende Umsetzung des Buches gelungen. Natürlich zeigt der Film die Trauer, und Hauptdarstellerin Valerie Pachner ist unglaublich in ihrer Rolle. Doch nie wird der Film kitschig oder pathetisch. Es werden Reaktionen von Menschen gezeigt, aber keine Unfallbilder oder Tote. Rückblenden holen diese ins Leben zurück.
Stark sind auch Nebenfiguren wie beispielsweise der von Hanno Koffler gespielte Serienschauspieler, der zunächst als Klischeefigur angelegt ist, dann aber eine unglaublich starke Wandlung durchlebt.
Man braucht hier auch keine Angst vor Clowns zu haben, denn tatsächlich arbeiteten Barbara und ihr Mann Heli als Clowns. Regisseur Adrian Goiginger gesteht nach der Premiere des Films, dass Clowns vor den Dreharbeiten für ihn eher etwas Bedrohliches an sich hatten und er sie nicht mochte. Dennoch ist es ihm mit und dank Valerie Pachner und Robert Stadlober gelungen, diesen Figuren die Poesie zurückzugeben.
Man sollte und kann sich ins Kino trauen und diesen Film ansehen – auch wenn man selbst Kinder hat. Denn der Film macht Lust auf das Leben und zeigt seinen Wert.
Hören Sie das ganze Gespräch mit Barbara Pachl-Eberhart, geführt bei der Filmpremiere in Suttgart am 14. April 2026 im Podcast des literaturcafe.de. Überall, wo es Podcasts gibt oder unten über den Player.
Das Buch:
Hier klicken und weiterlesen: »Schreiben über Trauer: Barbara Pachl-Eberhart über »Vier minus drei«« >
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