Warum deine To-do-Liste dich nicht weiterbringt - und wie die Kompass-Methode funktioniert
Ziele sagen dir: Was du erreichen willst.
Ausrichtung sagt dir: Warum du es erreichen willst. Und ob es überhaupt zu dir passt.
Beispiel:
Du sagst: "Mein Ziel ist es, 10.000 Follower zu haben."
Aber: Wenn deine Ausrichtung ist "Ich will tiefe Verbindungen mit meinen Kundinnen" - dann passen 10.000 Follower vielleicht gar nicht zu deiner Richtung.
Du erreichst das Ziel - aber du gehst in die falsche Richtung.
Warum Ziele ohne Ausrichtung erschöpfen:
Geschichte: Vor ein paar Jahren hatte ich mir ein Umsatzziel gesetzt. Eine schöne, runde Zahl. Die Art Zahl, die man auf LinkedIn posten kann. Ich hab gearbeitet. Und gearbeitet. Und gearbeitet.
Und weißt du was? Ich hab's erreicht. Das Ziel. Die Zahl.
Und ich war komplett erschöpft. Ausgebrannt. Leer.
Weil ich in die falsche Richtung gerannt bin. Das Ziel passte nicht zu meiner Ausrichtung.
Meine Ausrichtung war: Ich will in Tiefe arbeiten. Mit wenigen Menschen. Intensiv. Langfristig.
Aber mein Ziel hat mich gezwungen: Mehr Menschen. Schneller. Oberflächlicher.
Ziel erreicht. Ausrichtung verloren.
Die Kompass-Methode:
Schritt 1: Definiere deine Ausrichtung in einem Satz.
Nicht: "Ich will erfolgreich sein." Das ist Geschwurbel.
Sondern: "Ich will Frauen helfen, mutiger zu werden - in kleinen Schritten, mit viel Tiefe."
Oder: "Ich will ein Business, das mir Freiheit gibt - zeitlich und finanziell."
Das ist dein Kompass. Deine Himmelsrichtung.
Schritt 2: Check jedes Ziel gegen deinen Kompass.
Nimm deine Ziele-Liste. Und frag dich: "Wenn ich dieses Ziel erreiche - bringt es mich in Richtung meines Kompasses? Oder zieht es mich weg davon?"
Beispiel:
Dein Kompass: "Ich will in Tiefe arbeiten."
Dein Ziel: "100 Kundinnen im Jahr."
Check: Wenn ich 100 Kundinnen im Jahr habe - kann ich dann in Tiefe arbeiten? Vermutlich nicht.
Also: Ziel streichen. Oder anpassen. "20 Kundinnen im Jahr. Intensiv."
Schritt 3: Setze nur Ziele, die in deine Richtung zeigen.
Wenn es nicht zu deinem Kompass passt - lass es.
Drei typische Ziel-Ausrichtungs-Konflikte:
Konflikt 1: Freiheit vs. Wachstum
Ausrichtung: "Ich will Freiheit."
Ziel: "Ich will auf 50.000 Euro Umsatz skalieren."
Der Konflikt: Um zu skalieren, brauchst du mehr Struktur, mehr Planung, mehr feste Zeiten. Weniger Freiheit.
Konflikt 2: Tiefe vs. Reichweite
Ausrichtung: "Ich will tiefe Beziehungen zu meinen Kundinnen."
Ziel: "Ich will 10.000 Instagram-Follower."
Der Konflikt: Um 10.000 Follower zu bekommen, brauchst du Masse. Schnelle Posts. Viel Output. Wenig Tiefe.
Konflikt 3: Qualität vs. Geschwindigkeit
Ausrichtung: "Ich will exzellente Arbeit abliefern."
Ziel: "Ich will jeden Tag Content produzieren."
Der Konflikt: Exzellenz braucht Zeit. Täglich Content bedeutet: Schneller, oberflächlicher, weniger durchdacht.
Die Lösung: Nicht beide haben wollen. Sondern: Entscheiden. Was ist wichtiger? Deine Ausrichtung? Oder das Ziel?
Spoiler: Deine Ausrichtung sollte wichtiger sein.
Links & Ressourcen:
Kostenfreier LEADERIN Selbsttest: https://anja-trappe.de/selbsttest
Nächste Folge:
Folge 11: Interview - Ziele erreicht, Ausrichtung verloren (Eine echte Geschichte)