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John Ioannidis, US-amerikanischer Gesundheitswissenschaftler mit griechischen Wurzeln, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Studien über Studien zu erstellen: Der 59-Jährige untersucht die Qualität wissenschaftlicher Arbeiten und kontrolliert, ob deren Resultate aussagekräftig und reproduzierbar sind. Vielen Kolleg*innen gilt er als das "Gewissen der Wissenschaft". Am "Innovationszentrums für Meta-Forschung" an der Universität Standford, wo er Co-Direktor ist, klopft Ioannidis Studien aus den Bereichen Medizin, Ökonomie, Umweltwissenschaften oder Psychologie auf ihre Qualität ab. Gestaltung: Daphne Hruby. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 04. 09. 2024.
Neben den direkten Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen ist der Handel mit Emissionsrechten eine wesentliche Komponente des 2005 in Kraft getretenen Kyoto-Protokolls. Obwohl das System zu funktionieren scheint - die EU konnte ihre Netto-Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um 31 Prozent senken -, gibt es Kritik daran. Vielfach sind sogenannte Geisterzertifikate im Umlauf, die tatsächlich gar kein CO2 kompensieren, häufig von Waldschutzprojekten in Afrika und Südamerika. Stattdessen häufen sich Berichte von Menschenrechtsverletzungen im Rahmen von Umsiedelungen der indigenen Bevölkerung. Gestaltung: Renate Degen. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 02. 09. 2024.
"Er war einer der wenigen Physiker, die über eine extreme Spannbreite von Forschungsfeldern sprechen konnten. Er hatte die Intelligenz eines Genies, seine Arbeitskraft war unerschöpflich ." So erinnern sich Kollegen und Kolleginnen an den Österreicher Bruno Touschek (1921 - 1978). Der Pionier der Teilchenbeschleuniger-Physik lieferte die Grundlagen für jene Großmaschinen, mit denen am Kernforschungszentrum CERN die Fundamentalfragen untersucht werden. Dabei verlief Touscheks brillante wissenschaftliche Karriere alles andere als geradlinig. Der Ermordung durch die Nazis entging er nur knapp, eine akute Leber-Hirn-Störung führte zu einem fast kompletten Gedächtnisverlust. (Wh. v. 20. 03. 24) Gestaltung: Robert Czepel. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 29. 08. 2024.
Seit seiner Entdeckung zu Beginn der 1970er Jahren regt Bacteriorhodopsin die Fantasie von Biologen, Computerexpertinnen und Militärs an. Das Protein, das in einem Einzeller in Salzseen entdeckt wurde, reagiert auf Licht und kann seine Farbe verändern. Auf Basis dieser Eigenschaft erfand man noch in der Sowjetunion einen holographischen Speicher und in den USA ein Speichermedium auf Proteinbasis. Bacteriorhodopsin enthält das Farbpigment Retinal, das auch im menschlichen Auge vorkommt. Das interessiert Neurologen und derzeit auch die NASA. In den letzten 50 Jahren hatten nicht alle Forschungsgruppen das Glück, ihre Arbeit an Bacteriorhodopsin fortzusetzen. Aber alle haben sie zur Etablierung eines neuen Forschungsfeldes beigetragen, der Optogenetik. - Gestaltung: Mariann Unterluggauer. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 28. 08. 2024.
Mikroplastik und das noch kleinere Nanoplastik finden sich in Waschmitteln und Kosmetikartikeln, manche Partikel reichern sich in Lebensmitteln an. Wöchentlich nimmt jeder Mensch geschätzt bis zu fünf Gramm Plastik zu sich. Das entspricht etwa dem Gewicht einer Kreditkarte. Die konkreten gesundheitlichen Auswirkungen sind noch unzureichend bekannt. Aber schon jetzt deutet viel darauf hin, dass Kunststoffpartikel Entzündungen auslösen oder verstärken und Zellfunktionen beeinflussen können. Von Bedeutung wäre dies bei Krebs, Autoimmunerkrankungen, Demenz oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes. Gestaltung: Sabrina Adlbrecht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 27. 08. 2024.
In Österreich ist es schwer vorstellbar, dass ein Arzt einen Patienten, dem ein bis zu sieben Zentimeter langer Wurm durch den Augapfel wandert, wieder nach Hause schickt. In Gabun, Kamerun oder der Republik Kongo gehört das zum Alltag. Dort ist Loa loa, der afrikanischer Augenwurm endemisch. Von blutsaugenden Bremsen auf Menschen übertragen, löst er er Schwellungen, Ausschläge, starke Kopfschmerzen, bis hin zu Nierenschäden, Hirnhautentzündung und Blindheit. Die "Dimensionen" begleiten ein Team aus gabunischen und deutschen Forschern, die mitten im Regenwald ein kleines Labor und eine Krankenstation aufgebaut haben, um die weithin ignorierte Krankheit zu erforschen und Betroffenen zu helfen. Gestaltung: Laura Salm-Reifferscheidt. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 21. 08. 2024.
Die Klimakrise erfordert einen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Strom soll künftig aus Wind-, Solar- und Wasserkraft kommen, Autos mit Elektro- statt mit Dieselmotoren betrieben werden. Die neuen Energietechnologien erfordern große Mengen an Rohstoffen. Der Bedarf an Kupfer, Nickel, Lithium oder Grafit explodiert - schon jetzt drohen Engpässe. Wie sichern sich China, die USA und die EU den Zugang zu kritischen Ressourcen für die ,Energiewende' und wer hat im globalen Wettlauf die Nase vorne? Gestaltung: Lucia Steinwender. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 20. 08. 2024.
Heinisch, Weiss, Furmint, weißer Ebling: Kaum jemand kennt diese Weinsorten. Und doch waren sie vor Jahrhunderten im Burgenland heimisch. Viele waren allerdings nicht so widerstandsfähig gegen Mehltau und Reblaus, teils aufwändiger zu züchten als heutige Rebsorten. Ein Weinbauer aus Eisenstadt setzt sich für die Wiederentdeckung der alten Sorten ein und füllt bereits kleine Mengen davon ab. Denn der Klimawandel wird den Weinanbau ohnedies verändern. Wird man also in Österreich zukünftig andere Weine trinken? Gestaltung: Stefan May. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 19. 08. 2024.
Flüsse Bäche, Seen und Meeresküsten. Ähnlich wie Grünräume in der Stadt sorgen sie in dichtverbauten urbanen Ballungsräumen für Orte der Entspannung und Erholung. Doch Wasser wurde auch jahrhundertelang reguliert, Flüsse in technische Gerinne verwandelt oder gar unter die Oberfläche verbannt. Wie sich jetzt am Klimawandel zeigt, der Städte und das Leben in ihnen immer stärker aufheizt, war das zu kurz gedacht. Was ist und muss noch geschehen, um Städte vor allem im Sommer für die Bevölkerung lebenswert zu erhalten? Gestaltung: Ilse Huber. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 14. 08. 2024.
Im Nationalpark Kalkalpen wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Luchse ausgewildert, um den Bestand zu stützen. Seit 30 Jahren streifen Luchse durch dieses Gebiet in Oberösterreich und der Steiermark. Aktuell leben in der Region des Nationalparks nur fünf Luchse, sie sind eng miteinander verwandt und relativ alt. Illegale Abschüsse, ein zeugungsunfähiges, aber dominantes Männchen und fehlender Nachwuchs verhindern, dass sich eine Population entwickelt. Gestaltung: Lukas Tremetsberger. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 13. 08. 2024.
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