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„Wunder gibt es immer wieder…“ – so hieß es in einem Schlager aus den 70er Jahren. Aber tatsächlich sind Wunder eher eine Seltenheit. Selbst Menschen, die an Jesus glauben, müssen manchmal etwas nachdenken, bis ihnen ein Wunder in den Sinn kommt, das sie erlebt haben.
Und dann gibt es auch Menschen, die noch nie ein Wunder erlebt haben oder schlichtweg leugnen, dass es so etwas wie Wunder überhaupt gibt. Gleichzeitig sind Wunder im Sprachgebrauch allgegenwärtig. Man spricht bei außergewöhnlich begabten Kindern von Wunderkindern und in ausweglosen Situationen kommt selbst Menschen, die Wunder leugnen, schon mal der Ausspruch über die Lippen: „Da hilft nur noch ein Wunder!“
Was bedeutet das Wort „Wunder“?
Doch was definiert überhaupt ein Wunder und warum fällt es vielen Menschen so schwer, an Wunder zu glauben? Wikipedia definiert Wunder so: „Als Wunder gilt umgangssprachlich ein Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann, so dass es Verwunderung und Erstaunen auslöst. […] Im engeren Sinn versteht man darunter ein Ereignis in Raum und Zeit, das menschlicher Vernunft und Erfahrung sowie den Gesetzmäßigkeiten von Natur und Geschichte scheinbar oder wirklich widerspricht.“
Ein Wunder ist damit – kurz gesagt – ein unerwartetes Ereignis, welches wir als Menschen nicht erklären können. Wunder laut dieser Definition haben wir alle schon einmal erlebt. Aber oftmals findet sich für manche Wunder im Nachhinein eine logische Erklärung. Das macht es vielleicht manchen Menschen so schwer, an Wunder zu glauben.
Was meinen Christen, wenn sie von Wundern reden?
Wenn aber Christen über Wunder sprechen, meinen sie noch ein bisschen etwas anderes. Christen sprechen von einem Wunder, wenn Gott sichtbar in das Leben eingegriffen hat. Für den einen ist das, dass man trotz Verspätung noch den Bus erreicht, den man nicht verpassen darf; für einen anderen eine Heilung von Krebs, die allen Prognosen der Ärzte widerspricht.
Viele dieser Wunder sind sehr persönlich und es liegt im Blickwinkel des Betrachters, ob man sie als Wunder einstuft oder nicht. Denn könnte es nicht einfach Glück oder Zufall gewesen sein, dass man den Bus noch erreicht hat? Vielleicht gibt es sogar eine logische Erklärung. Und Spontanheilungen erleben doch auch Menschen, die nicht an Gott glauben. Wie können Christen dreist behaupten, es handle sich um ein Wunder und Gott sei es, der dieses Wunder bewirkt habe?
Oder anders gefragt: Wie kann man Menschen, die nicht an Gott glauben, begreiflich machen, dass es für einen selbst ein Wunder war? Geht das überhaupt? Oder schweigt man besser von dem, was Gott im eigenen Leben tut, weil der Nachbar von nebenan einen sowieso nicht versteht? Einigen dieser Fragen möchte ich in diesem Artikel nachgehen – und zwar in Form von Einwänden, die ich schon oft in diesem Zusammenhang gehört habe.
Wunder sind individuell
Ein Punkt, der zuvor noch ganz wichtig ist, ist, dass Wunder individuell sind. Nicht jede Situation, in der ich persönlich ganz klar Gottes Eingreifen gespürt habe, lässt sich auch anderen als Wunder begreiflich machen. Die Situation mit dem fast verpassten Bus ist so ein Beispiel.
Wenn ich daher von Wundern in meinem Leben weitererzähle, ist eine wichtige Frage: Wie kann ich meinen Zuhörer möglichst mit in diese Situation hineinnehmen? Wieso war es in diesem Fall für mich ein Wunder, den Bus nicht verpasst zu haben? Wo war der Punkt, an dem ich gespürt habe: „Das ist gerade nicht nur Zufall“?
Solche Momente begreiflich zu machen ist wichtig, wenn wir anderen von unseren …