Erklär mir die Welt

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By Andreas SatorEducation
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Erklär mir die Welt episodes

  • #384 Erklär mir Geschlechtskrankheiten, Mirjiam Hall

    Wie geht man als mündiger, lebenslustiger Mensch mit Geschlechtskrankheiten um? Wie sollte man sich verhalten, was sollte man wissen, wie oft sich testen lassen? Das habe ich Mirjiam Hall gefragt. Sie ist Gynäkologin und Vorsitzende der Aids Hilfe Wien. Wie man Risiken reduziert, ohne sich verrückt zu machen.

    🙆 Mirijam Hall ist Gynäkologin und arbeitet als Assistenzärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in der Klinik Ottakring in Wien. Seit Oktober 2023 ist sie zudem Vorsitzende der Aids Hilfe Wien und engagiert sich für reproduktive Rechte und sexuelle Gesundheit. Mirjiam ist Bezirksrätin in Wien-Neubau für die SPÖ.

    Diese Bücher empfiehlt Mirjiam:

    1. Gendergesundheitsbericht 2024: Fokus sexuelle und reproduktive Gesundheit, https://goeg.at/Gendergesundheitsbericht_2024
    2. Die Spitze des Eisbergs, Religiös-extremistische Geldgeber gegen Menschenrechte auf Sexualität und reproduktive Gesundheit in Europa 2009 - 2018, https://www.epfweb.org/sites/default/files/2022-02/EPF_EN_TOTI_9SEP%20DEF_%20DEU_FINAL.pdf
    3. Juckt’s?: Sexuell übertragbare Krankheiten und warum wir dringend offener über sie sprechen sollten von Ellen Støkken Dahl
    4. Mirjiams Shoutout für Medien:

      1. Radio Positiv auf Radio Orange, eine Sendereihe der Aidshilfe Wien, https://o94.at/de/programm/sendereihen/radio_positiv
      2. Ö1: Punkt eins, https://oe1.orf.at/punkteins
      3. DerStandard, https://www.derstandard.at/
      4. Der Insta-Kanal Babiesafter35, https://www.instagram.com/babiesafter35/
      5. Was nehme ich mir mit?

        1. Die Big 5 Geschlechtskrankheiten, die jeder kennen sollte: HIV, Hepatitis, Chlamydien, Tripper und Syphillis. 
        2. HIV und Hepatitis sind durch Viren übertragene Krankheiten, Tripper, Chlamydien und Syphilis werden von Bakterien verursacht. Letztere behandelt man darum mit Antibiotika. Hepatitis B lässt sich durch Impfungen verhindern, HIV noch nicht, da wird daran gearbeitet, aber man kann es heute sehr gut mit Medikamenten behandeln. 
        3. Der erwachsene Umgang mit STDs. 
        4. Es braucht Bildung, dafür sind Schulen, aber auch wir selbst verantwortlich. Dann müssen wir Stigmata abbauen und offen darüber reden: Lässt du dich testen? Oder: Hey, du solltest wissen, ich habe X oder Y. Wer Kondome verwendet, reduziert das Risiko massiv, aber bringt es nicht auf null.
        5. Es geht immer nur um Risikoreduktion. 
        6. Wie auch sonst im Leben braucht es auch im Umgang mit STDs eine Risikokalkulation. Wenn ich in ein Auto steige, ist klar, dass ein Unfall passieren kann. Die meisten Leute fahren trotzdem, weil die Vorteile überwiegen. Genauso ist es beim Sex: Es kann immer etwas passieren, aber man kann das Risiko stark reduzieren. Das Kondom ist quasi der Airbag, regelmäßige Tests und Gespräche sind der Gurt. Ob man dann manchmal auf der Autobahn schneller fährt muss jeder selbst entscheiden, die Analogie wäre hier: Verzichte ich bei einer getesteten Person beim Oralverkehr bspw. auf das Kondom?

          Weiterführender Link:

          • Mirijam empfiehlt diese Ausstellung: »Safe Sex: Comeback der Geschlechtskrankheiten« Sie läuft bis April 2026: https://www.nhm.at/ausstellung/sonderausstellung/safe_sex
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            1 hr 7 min
          • #383 Erklär mir, wie Wetter vorhergesagt wird, Marcus Wadsak

            Woher weiß Marcus Wadsak eigentlich, wie das Wetter in einer Woche wird? Ich habe den Meteorologen gebeten, mir mal ganz grundsätzlich zu erklären, wie er das Wetter vorhersagt.

            Marcus Wadsak ist ein österreichischer Meteorologe und Wettermoderator, der seit 1995 für den ORF arbeitet und dort vor allem das ZiB-Wetter präsentiert. Er hat Meteorologie an der Universität Wien studiert, war langjähriger Leiter der ORF-Wetterredaktion und ist als Sachbuchautor und Klima-Experte bekannt. Wadsak engagiert sich öffentlich für Klima-Aufklärung und wurde mehrfach als Wissenschafts-Journalist des Jahres ausgezeichnet.

            Diese Bücher empfiehlt Marcus:                                                               

            1. Die Unmöglichkeit des Lebens von Matt Haig, https://amzn.to/4qV4Z4C
            2. Melody von Martin Suter, https://amzn.to/4tKhjXT
            3. Klimawandel gibt es (nicht): Klimalügen und Mythen aufgelöst von Marcus Wadsak, https://amzn.to/477e4Qz
            4. Marcus‘ Shoutout für Medien

              • ORF-Comedy wie Willkommen Österreich mit Stermann & Grissemann (https://tv.orf.at/willkommenoesterreich/index.html) und Was gibt es Neues?, das Comedy-Quiz mit Kabarettisten (https://on.orf.at/sendereihe/1309553/was-gibt-es-neues)
              • Was nehme ich mir mit?

                1. Wetter lässt sich immer besser vorhersagen. 
                2. Früher konnte man nur drei Tage halbwegs seriös prognostizieren, heute schon 15 Tage. Früher gab es nur 9 Messstationen, heute gibt es 250 Stationen in Österreich, die regelmäßig Informationen sammeln. Dadurch können wir unsere Urlaube oder Landwirte ihre Ernte immer verlässlicher planen.
                3. Wetter ist der Zustand unserer Atmosphäre. 
                4. Und zwar zu einer bestimmten Zeit. Wetter entsteht vor allem durch die Temperaturunterschiede zwischen Äquator und Polen. Die wollen sich ausgleichen. Dadurch entsteht Wind. Die Erdrotation macht dann alles komplizierter. 
                5. Physikalisch könnte man das Wetter exakt berechnen.
                   Nicht nur 15 Tage im Voraus, sondern auch 30 Jahre. Aber wir kennen den Ausgangszustand nie genau genug, also wir müssten perfekte Daten haben über den Zustand der Atmosphäre jetzt und dann auch noch extrem große Rechenleistung. Das wird nie möglich sein, aber durch KI & Co wird die Vorhersage von Wetter gerade noch einmal revolutioniert und sicher noch besser und genauer werden.
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                  1 hr 11 min
                7. #382 Erklär mir Sekten, Ulrike Schiesser

                  Niemand ist davor gefeit, in sektenartige Strukturen zu geraten. Das sagt Ulrike Schiesser, Leiterin der Bundesstelle für Sektenfragen. Die Psychotherapeutin über Warnsignale, warum gerade junge Menschen wieder anfälliger werden und was Angehörige tun können.

                  🙆 Ulrike Schiesser hat an der Universität Wien Psychologie studiert und begleitet an der österreichischen Bundesstelle für Sektenfragen Menschen durch Umdenk- und Veränderungsprozesse. Sie ist Expertin für Konflikte im Bereich Esoterik, für Personenkulte, autoritäre und vereinnahmende Gruppenstrukturen und Verschwörungstheorien.

                  Diese Bücher empfiehlt Ulrike:

                  1. „Fakt und Vorurteil" von Holm Gero Hümmler und Ulrike Schiesser, https://amzn.to/4auZsvi
                  2. „Sektenkinder" von Kathrin Kaufmann, Laura Illig & Johannes Jungbauer, https://amzn.to/3OeYsUN
                  3. „Zwischen den Welten: Filterblasenkinder verstehen und unterstützen" von Sarah Pohl und Mirijam Wiedemann, https://amzn.to/4anfNna
                  4. „Spiritueller Schiffbruch?“ von Sarah Pohl, https://amzn.to/4kAB8g2
                  5. „Walking Free from the Trauma of Coercive, Cultic and Spiritual Abuse: A Workbook for Recovery and Growth“ von Gillie Jenkinson (Englisch, E-Book), https://amzn.to/40ivINn
                  6. „Dämonen. Besessenheit und Exorzismus in der Geschichte Österreichs" von Gerhard Ammerer, Nicole Bauer & Carlos Watzka, https://amzn.to/4rR8s4X
                  7. Die Spur des Bösen. Wenn Fanatismus tödlich endet – Wahre Sektenverbrechen von Fabian Maisenhölder, https://amzn.to/4qDfI3q

                  Ulrikes Shoutout für Medien:

                  • "Seelenfänger", Podcast vom Bayerischer Rundfunk (inkl. Staffel „Toxic Tantra“), https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:8f0a52b147ebd6a7/
                  • „Mordsgespräche“, Podcast. Folgen „Go&Change - eine umstrittene Gemeinschaft: Hinter Klostermauern“ über eine aktuelle deutsche sozial-utopische Gemeinschaft, https://www.podcast.de/episode/687238586/gochange-eine-umstrittene-gemeinschaft-hinter-klostermauern-teil-1

                  Weiterführender Link: 

                  • Was eine alternativ-spirituelle Gruppe zum problematischen Kult macht und Warum bestimmte Coaching- und Seminarangebote gefährlich sein können: https://www.bdp-verband.de/bdp-mitgliedschaft/angebote/fuer-klientinnen-und-patientinnen/ratgeber/was-eine-alternativ-spirituelle-gruppe-zum-problematischen-kult-macht-und-warum-bestimmte-coaching-und-seminarangebote-gefaehrlich-sein-koennen

                  Was nehme ich mir mit?

                  1. Was macht eine Sekte aus? 
                    Sektenähnliche Gruppen unterscheiden sich, aber oft gibt es eine starke Abgrenzung nach außen und eine Führungsperson, mit unkontrollierter Macht. Kritik ist unerwünscht. Man kann nicht über sich lachen und es wird Kontrolle über den Alltag der Menschen ausgeübt, vielleicht über Kleidung, Essen oder Beziehungen.
                  2. Wir sind alle Menschen und daher anfällig.
                    Diese Gruppen sprechen unsere Sehnsucht nach Gemeinschaft und Zugehörigkeit an. Sie bieten Orientierung in einer überfordernden Welt — da empfehle ich eher, Erklär mir die Welt zu hören als einer Sekte beizutreten — und oft geben diese Gruppen Antworten auf die großen Lebensfragen nach Sinn, Tod und Identität. 
                  3. Was können Angehörige tun? 
                    Nicht angriffig sein, sondern zuhören, nachfragen und Interesse zeigen. Das ist natürlich schwierig, wenn man sich große Sorgen um die Person macht, aber alles andere ist kontraproduktiv. Wichtig ist, den Kontakt nicht zu verlieren, wenn einem die Person wichtig ist und zu schauen, welches Bedürfnis die Gruppe erfüllt.

                   

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                  1 hr 33 min
                8. Chinas Geschichte erklärt in 40 Minuten (Best Of – mit Susanne Weigelin-Schwiedrzik)

                  2200 Jahre ein Reich, die erste Republik Asiens, 15 Millionen Tote im Zweiten Weltkrieg: Die besondere Geschichte Chinas, erklärt in 40 Minuten. Die Folge ist erstmals im Februar 2020 erschienen.

                  Susanne Weigelin-Schwiedrzik ist Professorin für Chinastudien (Sinologie) an der Universität Wien.

                   

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                  43 min
                9. #381 Erklär mir, wie ich Krisen bewältige, Christian Asperger

                  Wie lernt man, mit den großen Krisen im Leben umzugehen? Das habe ich den Psychotherapeuten Christian Asperger gefragt. Kündigungen, Trennungen, Krankheiten: Wie man Resilienz aufbaut, um an Krisen zu wachsen, statt durch sie zu verbittern.

                  🙆 Christian Asperger ist Coach, Psychotherapeut und Business-Coach in Wien. Er war zuvor 15 Jahre lang Führungskraft in Konzernen.

                  Christians Shoutout für Medien

                  1. Eine Stunde History, Podcast auf DLF Nova: https://www.deutschlandfunknova.de/podcasts/download/eine-stunde-history
                  2. Die YouTube-Kanäle Jung & Naiv (https://www.youtube.com/@tilojung) und Hotel Matze (https://www.youtube.com/@HotelMatze)

                  Was nehme ich mir mit?

                  1. Wer Gefühle zulässt, geht besser mit Krisen um. 
                    Es ist gut, dass wir verdrängen, dass wir alle einmal sterben werden. Gefühle sollte man aber nicht verdrängen. Wenn ich mich schäme, sollte ich mir das bewusst machen. Dann kann ich daran lernen. Wenn ich traurig bin, wenn ich Angst habe, dann sollte ich das zulassen, vielleicht weinen oder jemanden um eine Umarmung bitten. 
                  2. Für ein gutes Leben müssen wir offen bleiben.
                    Ja, wir werden verletzt, enttäuscht, niemand von uns kommt ohne Narben raus und manche trifft es schwerer als andere. Aber ein Ziel im Leben muss sein, dass wir weiter offen und empfänglich für Veränderungen bleiben, uns immer wieder anpassen. Das gehört zu einem gelungenen Leben dazu.
                  3. Krisen reißen uns aus dem Alltag.
                    Sie haben alle etwas gemeinsam: Die Gewissheit, dass etwas nicht mehr so ist, wie es vorher war. Das macht Anpassungsstress. Was hilft sind Rituale, wie Schultüten oder ein Verabschiedungsritual bei einer Trennung. Und: Ressourcen anzapfen: Freunde, Kolleginnen, Therapie. Und: Unsere Sinne nutzen. Raus in die frische Luft, uns bewegen, etwas riechen, etwas mit unseren Händen machen, Holz spüren.

                  Weiterführende Links

                  • Wenn euch das Thema interessiert, schaut euch auch die Folge mit Hannah Metzler zu Social Media an: https://xn--erklrmir-3za.at/2025/06/17/352-deep-dive-mythen-ueber-social-media-mit-hannah-metzler/
                  • Dieses Buch empfiehlt Andreas zum Thema: Verletzlichkeit macht stark: Wie wir unsere Schutzmechanismen aufgeben und innerlich reich werden von Brené Brown, https://amzn.to/4tqvdOE

                  Ihr findet Christian fast überall im Internet:

                  •  Seine Webseite: http://www.christianasperger.com/
                  • Bei Linkedin: https://www.linkedin.com/in/christian-asperger/
                  • Auf Instagram: https://www.instagram.com/psychotherapie.asperger/
                  • Auf Facebook: https://www.facebook.com/christian.asperger.14

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                  1 hr 12 min
                10. Ich ziehe für 5 Monate nach Graz | Aufruf

                  Ein persönliches Update und ein Aufruf, mir Tipps und Kontakte zu schicken. 

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                  5 min
                11. #380 Erklär mir das Leben mit Borderline, Leonie-Rachel Soyel

                  Borderline ist behandelbar. Leonie-Rachel Soyel erzählt, wie sie durch Therapie und Arbeit an sich selbst die Symptome unter die Nachweisgrenze brachte. Der Schlüssel: Den »A-B-Moment« erkennen und zwischen destruktivem Impuls und gesunder Wahl entscheiden. Ein Gespräch, das Hoffnung macht und Stigma abbaut.

                  🙆 Leonie-Rachel Soyel ist Bloggerin, Influencerin und Podcasterin mit Schwerpunkt auf Mental Health, Lebensstil und Beziehungen. Sie spricht offen über Borderline, um das Tabu psychischer Erkrankungen zu durchbrechen. Sie betreibt gemeinsam mit Sinah Edhofer den Podcast »Couchgeflüster«.

                  Diese Bücher empfiehlt Leonie-Rachel:

                  1. Ich hasse dich - verlass mich nicht: Die schwarzweiße Welt der Borderline-Persönlichkeit von von Jerold J. Kreisman und Hal Straus, https://amzn.to/49UDYsR
                  2. Ratgeber Borderline-Störung: Informationen für Betroffene und Angehörige von Martin Bohus und Markus Reicherzer (https://www.hogrefe.com/de/shop/ratgeber-borderline-stoerung-93019.html) 
                  3. Bindung als sichere Basis: Grundlagen und Anwendung der Bindungstheorie von von John Bowlby, https://amzn.to/4rv4sXO

                  Leonie-Rachels Shoutout für Medien

                  1. Die Instagram-Kanäle von Der Standard (https://www.instagram.com/derstandardat/), ORF ) https://www.instagram.com/orf/) und Zeit im Bild (https://www.instagram.com/zeitimbild/)
                  2. Der Instagram-Kanal Xjjleo (https://www.instagram.com/xjjleo/)

                  Was nehme ich mir mit?

                  1. Borderline ist behandelbar. 
                    Leonie sagt, sie hat es in ihrem Leben geschafft, dass es unter der Nachweisgrenze ist. Durch Therapie, ein gutes Umfeld und Selbstfürsorge hat sie es geschafft, ein gutes Leben zu führen. Die Forschung zeigt: Leonie ist kein Einzelfall. Wenn Menschen Zugang zur richtigen Therapie haben, ist Borderline heute sehr gut behandelbar.
                  2. Das richtige Umfeld ist entscheidend. 
                    Ja, wenn wir Probleme haben, dann müssen wir auch an uns selbst arbeiten. Und brauchen Unterstützung von der Gesellschaft in der Form von Therapien, Medikamenten und Bildung. Aber: Essentiell ist oft auch das Umfeld. In manchen Jobs, Beziehungen oder Orten, an denen wir leben, werden unsere Probleme und scheinbar schlechten Eigenschaften potenziert. In andere passen wir plötzlich smooth hinein.
                  3. Diagnosen sind eine Gratwanderung.
                    Sie ändern sich über die Zeit. Dinge, die wir heute als ganz normal sehen, wie Homosexualität, wurden früher als Krankheit diagnostiziert. Wir neigen dazu, schnell Dinge, die nicht der Mehrheit entsprechen, als abnormal, gestört oder krank zu sehen. Gleichzeitig braucht es Diagnosen, weil es gewisse Standardisierungen in der Medizin und Therapie braucht. Sie können Betroffenen ebenfalls helfen: Weil man dann weiß, was los ist. Wenn sie helfen, sind sie gut, sie dürfen aber nicht zur Identität werden: Ich bin Borderliner, ich bin Depressiver, nein, das ist einfach eine Krankheit, die man mal hat.

                  ***

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                  1 hr 21 min
                12. #379: Erklär mir, wie du korrupt wurdest, Peter Hochegger

                  Ich habe Peter Hochegger gefragt, wie er so korrupt wurde. Wo ist er im Leben falsch abgebogen? Was ist da passiert? Der Versuch, die menschliche Seite hinter Korruption besser zu verstehen.

                  🙆 Peter Hochegger ist ehemaliger Lobbyist. Er war in große politische Skandale wie die BUWOG-Affäre verwickelt und wurde mehrfach rechtskräftig verurteilt. 2025 veröffentlichte er ein Buch über Lobbyismus und politische Einflussnahme.

                  Diese Bücher empfiehlt Peter:

                  1. Ein ganzer Kerl von Tom Wolfe, https://amzn.to/4k06wUX

                  2. Jetzt - die Kraft der Gegenwart von Eckhart Tolle, https://amzn.to/4k8gBiY

                  3. Der Prophet von Kalil Gibran, https://amzn.to/4pSepgx

                  Was nehme ich mir mit

                  1. Der Mensch ist ein Meister der Verdrängung.
                    Ich glaube Peter, dass er wirklich vieles zur Seite geschoben hat. Machen alle so, ja mein Gott, so ist die Welt. Unrechtsbewusstsein kommt oft dann erst, wenn man in einer ganz anderen Situation ist, so wie bei Peter jetzt. Erinnert mich ein bisschen an Verschwörungstheorien oder Sekten, wo auch lange alles sehr viel Sinn ergibt, bis es dann plötzlich gar keinen Sinn mehr ergibt.
                  2. Der Mensch ist auf der Suche nach sich selbst.
                    Ich teile Peters teilweise esoterische Ansichten nicht, dass weiß jeder, der Erklär mir die Welt hört. Ich empfehle etwa die Folge, die wir zu Astrologie aufgenommen haben. Aber ich finde Peters Auseinandersetzung mit seinem Leben nachvollziehbar, irgendwann stellt sich jeder diese Fragen und ich glaube auch, dass man nicht rein zufällig dort landet, wo man ist. Man sucht sich Leute, die so sind, wie man ist, und man wird durch das Elternhaus so, wie man ist. Und was wir richtig oder falsch empfinden wird stark durch unser Umfeld geprägt.
                  3. Peter arbeitet auch an seiner Erzählung.
                    Es war Jahrzehnte sein Beruf, das Image von Marken, Firmen oder Personen zu pflegen. Er beschreibt in seinem Buch auch, wie man Bücher dazu verwendet, das Bild eines Menschen in der Öffentlichkeit zu verändern. Das macht er hier selbst und das ist völlig legitim. Es wurde viel über ihn geschrieben und geredet und da möchte er jetzt ein Wörtchen mitreden. Das würde uns allen so gehen.

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                  59 min
                13. #378 Erklär mir Wohnprojekte, Barbara Nothegger

                  Du kommst nach Hause, triffst auf dem Gang drei Nachbarn, quatschst kurz, deine Kinder spielen schon längst mit ihren Freunden im Haus, und am Abend kochst du nicht allein, sondern mit der Gemeinschaft.

                  Klingt utopisch? Für Barbara Nothegger war das zehn Jahre lang Realität. Sie hat im Wohnprojekt Wien gelebt – einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt mit 39 Wohnungen und rund 100 Bewohner:innen. Wie lebt’s sich dort?

                  🙆 Barbara Nothegger ist eine österreichische Journalistin und Buchautorin. Barbara lebte in einem gemeinschaftlich geplanten Wohnprojekt in Wien und hat darüber das Buch „Sieben Stock Dorf. Wohnexperimente für eine bessere Zukunft“ geschrieben. (https://amzn.to/457kwWO)

                  Diese Bücher empfiehlt Barbara:

                  1. Der Verlust der Verbundenheit von Johann Hari, https://amzn.to/4qyXzVe
                  2. Praxishandbuch Leben in Gemeinschaft: partizipativ planen, bauen und wohnen von Heinz Feldmann, https://amzn.to/4sUipA7
                  3. Der Gemeinschaftskompass: Eine Orientierungshilfe für kollektives Leben und Arbeiten. Leitfaden für erfolgreiche gemeinschaftliche Projekte, nachhaltiges Zusammenleben und effektive Gruppenarbeit von Eva Stützel, https://amzn.to/3LHVW8n

                  Barbaras Shoutout für Medien

                  • Die Zeit, Barbaras bevorzugtes Nachrichtenmedium wegen der tiefgehenden Recherchen und des frechen Zugangs zu Themen, https://www.zeit.de/index

                  Was nehme ich mir mit?

                  1. Größere Projekte sind sinnvoller. 
                  100 oder 200 Leute sind eine gute Größe für eine Gemeinschaft, sagt Barbara. Kleine Projekte mit ein paar wenigen Leuten oder Freund:innen scheitern oft, wenn sich zwei Leute zerstreiten. Ein großes Projekt hält das aus. Man kann der Person dann viel eher aus dem Weg gehen. Wichtig sind aber Strukturen statt Anarchie: Regeln, Prozesse, klare Verantwortlichkeiten. 

                  2. Mini-Begegnungen sind das Reizvollste. 
                  Die kleinen Begegnungen auf der Treppe, beim Briefkasten oder am Gang sind das, was Barbara am meisten fehlt in ihrer neuen, wieder normalen Wohnung. Es klang für mich auch nach einem Paradies für Kinder. Für die Eltern und Erwachsene ist es wichtig, dass man ausreichend große Rückzugsräume hat. 

                  3. Konstent statt Konsens. 
                  Basisdemokratische Projekte verlaufen sich schnell, man verirrt sich in endlosen Debatten, die zu nichts führen. In Gemeinschaftsprojekten hat sich das Modell der Soziokratie bewährt. Es gibt viele kleine Gruppen, die autonom entscheiden. Für große Entscheidungen tagt man mit allen. Es müssen aber nie alle zustimmen, sondern wenn keine Person mehr einen triftigen, gut begründeten Einwand aufbringt, wird der Vorschlag angenommen. 

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                  1 hr 29 min
                14. Wie werde ich fit? (Best of – mit Robert Fritz)

                  Wer fit sein möchte, muss nicht unbedingt sportlich sein: Wer anfängt, mehr zu gehen, hat schon viel geschafft. Der Sportarzt Robert Fritz erklärt, wie sich der Körper eines fitten Menschen von dem eines nicht fitten unterscheidet – und warum erstere besser leben, schlafen und mit Stress umgehen können. Die Folge ist erstmals im März 2022 erschienen.

                  Robert Fritz ist Sportarzt und Teil der Sportordination in Wien. 
                   

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                  44 min

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                Gemeinsam die Welt besser verstehen - ein Podcast von Andreas Sator

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