Erklär mir die Welt

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By Andreas SatorEducation
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Erklär mir die Welt episodes

  • Wie werde ich Pilot meines Lebens? (Best Of – mit Matthias Strolz)

    Familie, Freunde, Gesellschaft: Vieles rund um uns gibt uns vor, wie wir zu sein haben. Matthias Strolz erklärt, wie man im Leben sein Ding macht. Die Folge ist erstmals im November 2019 erschienen.

    Matthias Strolz ist Gärtner des Lebens. Der Ex-Politiker sagt von sich, er will Menschen, Teams, Unternehmen oder Kinder zum Entfalten bringen.

    Wenn du Erklär mir die Welt wichtig und meine Arbeit wertvoll findest, unterstütze den Podcast bitte. Alle Infos dazu findest du auf erklaermir.at.

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    Musik: Something Elated by Broke For Free, CC BY

    Beatbox am Ende: Azad Arslantas

     

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    • Mitarbeit: Valentina Pfattner und Thomas Pelkmann
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    • Logo und CI: Florian Halbmayr
    • Musik: Something Elated by Broke For Free, CC BY
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    51 min
  • #377 Erklär mir Wien-Istanbul zu Fuß, Martin Zinggl

    Martin Zinggl ist zu Fuß von Wien nach Istanbul gegangen. Er sagt, er sei kein Reinhold Messner. Im Gegenteil: Er liebe Chips und Bier. Trotzdem hat er es geschafft. Was er auf seiner Reise erlebt und gelernt hat – ein sehr lustiges und zugleich inspirierendes Gespräch.

    🙆 Martin Zinggl reist als Reporter, Fotograf und Filmemacher durch die Welt. Martins Buch: »Das ist kein Spaziergang«: https://amzn.to/4b0xNEh. Seine Homepage: https://martinzinggl.com/. 

    Diese Bücher empfiehlt Martin:

    1. So weit die Knie tragen: Mein Fußmarsch durch Afghanistan von Rory Stewart, https://amzn.to/3MUeTVQ
    2. Afrikanisches Fieber. Erfahrungen aus vierzig Jahren von Richard Kapuściński, https://amzn.to/45ikqM6
    3. Traumatische Tropen: Notizen aus meiner Lehmhütte von Nigel Barley, https://amzn.to/4pqD4Ja

    Martins Shoutout für Medien

    1. GEO Magazin, https://shop.geo.de/de_DE/startseite. Martins Lieblingsmagazin, für das er selbst schreibt. Tiefgehende Reportagen über Kultur, Natur und Gesellschaft weltweit.
    2. SZ-Magazin, https://www.sueddeutsche.de/magazin. Das Magazin der Süddeutschen Zeitung. Martin liest es von A bis Z und schätzt die thematische Vielfalt, von Bushido-Interviews bis zu Opern-Porträts.

    Was nehme ich mir mit?

    1. Große Dinge sind machbar, wenn man sie radikal verkleinert.
      Nach Istanbul zu gehen ist verrückt. Bis zum nächsten Dorf zu gehen ist fordernd, aber machbar. Wenn man von Dorf zu Dorf geht, kommt man irgendwann in Istanbul an. Klingt einfacher, als es ist, aber genauso lassen sich generell im Leben große Dinge managen. Wenn man einen 3-Jährigen erzieht zieht man im jetzt auch mal die Schuhe an und denkt nicht schon an die Pubertät. 
    2. Der Mensch hält fast immer mehr aus, als er oder sie denkt. 
      Martin sagt von sich, er war nicht wirklich sportlich. Nach kurzer Zeit ging er dann schon Marathondistanzen. Das ist eigentlich absurd. Der Körper lernt schnell dazu, es pendelt sich ein neuer Alltag ein und irgendwann wird das einfach Routine und man macht es, ohne viel nachzudenken.
    3. Fremde Menschen sind meistens nett.
      Martin ist wahnsinnig vielen Menschen begegnet, die ihm geholfen haben, die ihm Essen oder einen Schlafplatz angeboten haben. Mich erinnert das an die Zeit, als ich zig Reisende in meiner Wohnung in Wien auf der Couch schlafen ließ, mit Couchsurfing. Wenn man sich sicher fühlt, halte ich es für die beste Idee, immer mal zuerst davon auszugehen, dass die andere Person es gut mit einem meint. Das ist als Mann aber natürlich leichter als als Frau.

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    1 hr 42 min
  • In eigener Sache

    Ein paar Worte zu 2025 und Erklär mir die Welt.

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    4 min
  • 2025 🌎, erklärt von Tessa Szyszkowitz und Robert Treichler

    Was ist 2025 in der Weltpolitik passiert? Das habe ich die beiden Auskenner Robert Treichler und Tessa Szyszkowitz gefragt. Zwei ruhige, konstruktive Stunden, um gut informiert in das neue Jahr zu starten.

    Der Erklär mir die Welt-Jahresrückblick wird präsentiert von den ÖBB.

    Robert Treichler ist stellvertretender Chefredakteur und Chef des Auslands-Ressorts des Profil.
    Tessa Szyszkowitz ist Welt-Kolumnistin und London-Korrespondentin des Falter.

    Tipps für die Feiertage

    1. Die Reith Lectures mit Rutger Bregman: https://youtu.be/fUJ-qEmQGhM?si=PiVICO0dH5AGoFcz

    2. Das Ende der China-Illusion von Janka Oertel: https://amzn.to/4s59z1R

    3. »The Ritual Shaming of the Woman at the Coldplay Concert« in der NYT: https://www.nytimes.com/2025/12/18/style/coldplay-concert-couple-kiss-cam-woman.html?searchResultPosition=1

    Was nehme ich mir mit?

    1. Die Welt ist in Unordnung.

    Sie ordnet sich neu. Das geht vor allem aus den USA aus. Die Trump-Regierung agiert erratisch und ist für die EU kein verlässlicher Partner mehr. Innerhalb des Landes wird die liberale Demokratie, der Rechtsstaat und die freie Presse untergraben. Das strahlt auch auf den Rest der Welt und auf uns in Österreich aus. 

    2. Grobe Macht wird wieder wichtiger.

    In einer chaotischen Welt setzt sich der Stärkere durch. Das versucht Putin in der Ukraine, das macht Israel in Gaza und im Iran und das machen die USA, in dem sie Flugzeugträger nach Venezuela schicken. Wir kennen so eine Welt aus der europäischen Geschichte sehr gut, genau so ist die EU entstanden. Statt Krieg zwischen Frankreich und Deutschland gibt es jetzt Kompromiss, statt schnellem Durchgreifen langsames Verhandeln. Das wird an der EU oft kritisiert, aber das ist eigentlich nicht das Problem, sondern die Lösung. 

    3. Es braucht Erwartungsmanagement.

    Auf der Welt ist es wie im Privatleben. Es ist ein Auf und Ab und Tragödien gehören dazu. Wer in dem Bewusstsein lebt, ist resilienter. Ich plädiere für Zuversicht. Wir machen das Beste aus dem, was wir haben. Wie sollte man das Leben auch anders leben können? Tessa plädiert für dringlichen Optimismus, für urgent optimism, wie Hannah Ritchie sagt: Es gibt Probleme, ja, aber auch Fortschritte, und wir sollten uns auf die Bereiche konzentrieren, wo wir tatsächlich einen Unterschied machen können.

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    1 hr 58 min
  • 🇦🇹 2025, erklärt von Florian Klenk und Corinna Milborn

    🇦🇹 Ich habe Florian Klenk und Corinna Milborn gebeten: Erzählt mir bitte noch einmal in Ruhe, was 2025 in Österreichs Politik passiert ist. Der Erklär mir die Welt-Jahresrückblick für alle, die das Jahr verschlafen haben. Schwerpunkt: Unsere Liberale Demokratie ist in ziemlicher Gefahr. Das Gespräch war für mich noch einmal ein ziemlicher Augenöffner.

    Florian Klenk ist Chefredakteur des Falter
    Corinna Milborn ist Informationsdirektorin von ProSiebenSat.1 PULS 4.

    Der Erklär mir die Welt-Jahresrückblick wird präsentiert von den ÖBB. 

    Diese Bücher empfehlen Florian und Corinna:

    1. Dream Count von Chimamanda Ngozi Adichie, https://amzn.to/4qfrfq1
    2. Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945 von Götz Aly, https://amzn.to/3MI4r3u
    3. Die Welt von Gestern von Stefan Zweig, https://amzn.to/44uUXyN
    4. Der Paketzusteller von Richard Schuberth, https://amzn.to/44wIzOO
    5. Angststillstand: Warum die Meinungsfreiheit schwindet von Richard David Precht, https://amzn.to/48D68I9

    Außerdem erwähnt:

    • Die Farm der Tiere von George Orwell, https://amzn.to/48SdPZH
    • Change the game: Wie wir uns das Netz von Facebook und Google zurückerobern von Corinna Milborn und Markus Breitenecker, https://amzn.to/48OTh4o

    Was nehme ich mir mit?

    1. Das Jahr war turbulent und ruhig zugleich.

    Zu Beginn gingen noch alle davon aus, dass Herbert Kickl neuer Bundeskanzler wird. Stattdessen regiert jetzt der „Buddha“ Christian Stocker. Die Welt rund um Österreich ist chaotisch, in Österreich läuft aber alles relativ normal und langsam ab. Die beiden sehen die Regierung viel zu wenig ambitioniert für das, was es an Herausforderungen gibt. Auch die Kommunikation vieler Regierungsmitglieder sehen die beiden sehr kritisch. Besser als die Kickl-FPÖ zu sein ist zu wenig.

    2. Unser Gesellschaftsmodell ist in Gefahr. 

    Corinna sieht die nächsten zwei Jahre als entscheidend an. Die EU muss Machtpolitik besser beherrschen, sowohl gegenüber den USA, Russland und China, als auch gegenüber den großen Tech-Konzernen. All diese Akteure haben wenig Interesse an der liberalen Demokratie und am Rechtsstaat in Österreich und Europa. Florian fordert, dass wir öffentlich-rechtlichen Journalismus wieder mehr schätzen sollten.

    3. Jeder von uns ist gefordert. 

    Corinna meinte, es gäbe Zeiten, in denen man sich auch mal zurücklehnen kann als Bürger:in. Gerade leben wir nicht in diesen. Wir müssen uns aktiv mit der Welt beschäftigen und in sie eingreifen, das Gespräch suchen, uns engagieren. Und wir müssen aktiv entscheiden, was wir auf uns einprasseln lassen: Ich habe mich sehr gestärkt gefühlt in meiner Entscheidung, nur mehr Wochenzeitungen zu lesen und die Nachrichten auf Social Media oder unter der Woche zu ignorieren.

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    1 hr 8 min
  • Podcast-Empfehlung für Kinder von 8-12: »Potite«

    »Potite« ist ein Podcast, der Kindern zeigen soll, wie sie selbst die Welt gestalten können. Er wird produziert von Sidonie Sagmeister, die vor einiger Zeit bei Erklär mir die Welt mitgearbeitet hat. Hier ist eine Folge zum Probehören. Wenn sie euch und euren Kindern gefällt, abonniert den Podcast und empfehlt in euren Freund:innen mit Kindern. Mehr Infos auf potite.at

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    12 min
  • #374 Erklär mir Validieren – wir wollen alle gesehen werden, Katharina Henz

    Wir alle wollen gesehen werden. Das heißt, dass andere Personen unsere Wahrnehmung der Realität akzeptieren. Die Psychotherapeutin Kathi Henz nennt das »Validieren«. Warum das vielen so schwer fällt und wie man es lernt, hat sie mir erklärt.

    🙆Katharina Henz ist systemische Psychotherapeutin in Wien. Hier findest du ihr Buch zum Validieren: https://amzn.to/4atFbrw

    Was nehme ich mir mit?

    1. Die Realität anderer Leute wahrzunehmen kann stressen. 
      Empathischen Stress nennt das Kathi. Das kann mit ein Grund sein, warum wir eine Person nicht validieren. Wir halten ihre Gefühle nicht aus. Vielleicht, weil wir nie gelernt haben, mit unangenehmen Gefühlen umzugehen. Dann blocken wir ab. Ach, hab dich nicht so. Ist doch nicht so schlimm. Es kann aber auch passieren, weil wir einen anstrengenden Tag hatten. Dann können wir auch sagen: Hey, ich sehe, dass das grad viel ist bei dir, aber ich bin Leute heute nicht mehr in der Lage, darüber zu reden. Können wir uns am Wochenende in Ruhe Zeit dafür nehmen?
    2. Es geht um eine Grundeinstellung. 
      Wer validierend sein möchte, muss das als Haltung verinnerlichen. Also: Ich möchte auf diese Art und Weise mit mir, mit anderen und mit der Welt umgehen. Jeder hat seine Gründe, warum man sich verhält, wie man sich verhält. Jede und jeder schleppt ein Packerl mit. Ich will Menschen ernst nehmen, auch wenn das dann manchmal unbequem ist. Wichtig ist, dass man dabei seine eigenen Grenzen setzt.
    3. Warum ist Validieren für viele schwer? 
       Wir werden sehr früh geprägt, schon lange, bevor wir auch nur ein Wort sagen können. Wenn Menschen von ihren Eltern und Bezugspersonen von Anfang an mitbekommen, dass ihre Gefühle ernst genommen werden, etwa wenn sie sich erschrecken oder weinen, dann fällt es ihnen später auch eher einfach, dass bei anderen zu tun. Wem immer gesagt wurde, dass das ja nicht so schlimm ist und man jetzt lieber aufhören sollte zu weinen, der muss sich das später oft mühsam erkämpfen. Ein guter Ort dafür ist die Psychotherapie.

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    1 hr 2 min
  • Wie spende ich richtig? (Best of – mit Adina Rom)

    Hilft meine Spende wirklich oder verschwindet das Geld in zwielichtigen Kanälen? Beste wissenschaftliche Forschung hilft dabei, mit Spenden möglichst viel Gutes zu tun. Adina Rom erklärt die wissenschaftliche Revolution im Kampf gegen Armut. Die Folge ist erstmals im Dezember 2022 erschienen.

    Adina Rom ist Executive Director von ETH for Development (ETH4D). Sie ist Entwicklungsökonomin und hat jahrelang in Kenia für IPA gearbeitet und geforscht. Sie ist die Gründerin von Policy Analytics.

    • GiveWell gibt Ratings für Organisationen, für die es sich zu spenden lohnt
    • GiveDirectly ist die NGO, die Geldtransfers verteilt
    • Giving What We Can ist eine Initiative, an der sich Menschen beteiligen, die einen Teil ihres Einkommens spenden wollen

    Ein Buchtipp von Andreas: 

    • More Than Good Intentions: Improving the Ways the World's Poor Borrow, Save, Farm, Learn, and Stay Healthy

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    51 min
  • #373 deep dive mit Paul Lendvai: Sein Kampf für die Freiheit

    🗽Was können wir gegen den aufkeimenden Autoritarismus tun? Wie setzen wir jüngere Menschen uns zur Wehr? Das habe ich den 96-jährigen Paul Lendvai gefragt. Der Publizist wurde von den Nazis verschleppt, von Stalinisten eingesperrt und vom Orban-Regime verschmäht. Ein persönliches Gespräch über den Kampf für die Freiheit.

    🙆 Paul Lendvai ist Journalist und Publizist, der als einer der wichtigsten Osteuropa-Experten im deutschsprachigen Raum gilt. Er überlebte als Jugendlicher den Holocaust, floh 1957 nach Wien und baute dort eine beeindruckende Medienkarriere auf — unter anderem als Korrespondent der „Financial Times“, Leiter der Osteuropa-Redaktion des ORF, Intendant von Radio Österreich International und Moderator der Diskussionssendung „Europastudio“. Lendvai schrieb zahlreiche Bücher über Osteuropa und Identität und engagiert sich bis heute kritisch und reflektiert für Freiheit, Erinnerung und ein vereintes Europa.

    Was nehme ich mir mit?

    1. Wir nehmen Demokratie und ein freies Leben zu selbstverständlich.
      Dass uns ein Polizist nicht einfach so festnehmen kann. Dass uns eine Richterin nicht für eine erfundene Tat verurteilen kann, weil wir den Mächtigen nicht passen. Oder dass Korruption Konsequenzen hat. Das ist alles ein hart erkämpftes Wunder, das nur in einigen Ländern der Welt existiert. Wir müssen es schätzen und wir müssen der Demokratie Leben einhauchen.
    2. Die Demokratie wird heute mit den Mitteln der Demokratie abgeschafft.
      Orban, Erdogan oder Trump wurden gewählt. Sie haben nicht geputscht. Und dann haben sie mit demokratischen Mitteln begonnen, die freie Presse einzuschränken oder die Justiz mit ihren Freunden zu besetzen. Es geht Schritt für Schritt, ohne großen Knall. Die Demokratie wird instabiler, nach und nach wird sie zum Autoritarismus wie heute in der Türkei oder in Ungarn und irgendwann landet man dann vielleicht in der Diktatur wie in Russland unter Putin. Wer sich mit den Mächtigen anlegt wird dann nicht mehr nur schikaniert, sondern einfach umgebracht. Irgendwann kontrolliert eine kleine Clique ein Land und andere Parteien oder Leute können sie kaum mehr ablösen.
    3. Demokratie ist komplex. 
      Millionen Menschen müssen in Österreich ihre Interessen abtauschen. Das kann nur schwierig sein. Man muss sich nur anschauen, wie kompliziert das in einer kleinen Familie schon ist. Wir müssen der Versuchung wiederstehen, dass da ein starker Mann auf den Tisch haut und durchgreift. Das klingt manchmal verführerisch, endet am Ende immer im Chaos, in Korruption und damit, dass wir Freiheiten verlieren. Demokratie funktioniert oft nur so mittelgut, aber ist das mit Abstand beste System, das wir haben.

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    58 min
  • #372 Erklär mir, wie wir unsere Böden retten, Gernot Stöglehner

    🏗️ Viel ist von Bodenfraß die Rede, oder davon, dass Österreich zubetoniert wird. Worum’s dabei ganz grundsätzlich wirklich geht, habe ich mit Gernot Stöglehner besprochen. Er ist Professor für Raumplanung.

    Diese Folge wird präsentiert vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung im Rahmen der Umsetzung der fünf EU-Missionen in Österreich.

    🙆 Gernot Stöglehner ist Universitätsprofessor für Raumplanung an der Universität für Bodenkultur Wien. Sein Buch: Rettet die Böden: Ein Plädoyer für eine nachhaltige Raumentwicklung

    Was nehme ich mir mit?

    1. Parkende Autos sind das Problem, nicht fahrende. Dass wir Straßen brauchen, auf denen etwa Lieferwägen, Einsatzfahrzeuge oder wir selbst fahren ist nicht das Thema. Wo wir aber unsere Autos verstauen, das ist die Krux. Stehen sie am Rand eines Viertels anstatt direkt vor dem Geschäft macht das einen riesigen Unterschied. Genauso, ob man per Gesetz dazu verpflichtet ist, Tiefgaragen für Wohnhäuser zu bauen. Das verteuert das Wohnen stark.
    2. Einkaufszentren lassen sich weiter entwickeln. Sie sind gekommen, um zu bleiben, ob man sie mag, oder nicht. Aber die Einkaufszentren, die nicht weit von Zentren weg sind, kann man weiter entwickeln: Man kann Wohnungen darauf bauen oder Parkplätze zum Teil begrünen. Das nennt man unter Raumplanern dann Nachverdichtung.
    3. Es braucht maßvolle Dichte. So nennt das Gernot. Bei einem Haus fängt maßvolle Dichte bei einem Reihenhaus an. Einfamilienhäuser sind nicht das Problem. Wenn sie freistehen, dann ist das ein Problem. Die maßvolle Dichte endet für Gernot bei vier, fünf oder sechs Stöcken im Wohnbau. Ansonsten ist es ganz schwer, für alle Bewohner:innen das Bedürfnis nach Freiraum in der Nähe zu befriedigen und je weiter oben man wohnt, desto weniger nimmt man tendenziell auch am Leben außerhalb der Wohnung teil, sagt Gernot.

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    • Mitarbeit: Valentina Pfattner und Thomas Pelkmann
    • Vermarktung: Therese Illiasch und Stefan Lassnig (Missing Link)
    • Audio- und Video: Andreas Fischer (Sisigrant)
    • Logo und CI: Florian Halbmayr
    • Musik: Something Elated by Broke For Free, CC BY
    • Beatbox am Ende: Azad Arslantas

    1 hr 35 min

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