Finanz Sorbet

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Finanz Sorbet episodes

  • Folge 17 – Warum man seinen Tod versichern sollte…

    Heute geht es bei uns um den Tod… zumindest um die Lebensversicherung, die den eigenen Tod absichert. Dies ist sicherlich ein sensibles Thema, doch genau aus dem Grund stellen wir uns heute den folgenden Fragen:

    Was ist eine Lebensversicherung? Was für verschiedene Arten gibt es? Wann macht eine Lebensversicherung Sinn? Worauf sollte man definitiv beim Abschluss einer Lebensversicherung achten?

    First things first: Was ist eine Lebensversicherung überhaupt?

    Versicherungen sind in der Regel dazu da, einen möglichen Schadensfall abzusichern. Das können Schäden am Auto sein, ein abgebranntes Haus oder Diebstahl. Man kann beinahe alles versichern. Nach dem Schadensfall bekommt man i.d.R. einen ausgemachten oder angemessenen Betrag Geld, zum Reparieren oder Ersetzen des beschädigten Gegenstandes. Die Lebensversicherung sichert tatsächlich den Schadensfall: „Tod“ ab. Nach Versterben gibt es, je nach Form der Lebensversicherung, einen vereinbarten Betrag Geld.

    Da man ja gerade verstorben ist, kann man sich natürlich fragen,  wozu man so eine Versicherung überhaupt abschließen soll. Ausgeben kann man das Geld ja schließlich nicht mehr…

    Meistens dient das Geld dazu, die Erben abzusichern. Wenn man z.B. ein Haus gebaut hat und dazu noch einen Kredit zurückzahlen muss, fällt dieser Kredit auch mit in das Erbe. Die Erben müssten den Kredit also noch zurückzahlen, obwohl möglicherweise das Haupteinkommen der Familie durch den Tod fehlt.

    Was für verschiedene Lebensversicherungsarten gibt es?

    Die Risikolebensversicherung

    ·       Der Versicherte und die Versicherungsgesellschaft einigen sich über eine Summe, die im Todesfall ausgezahlt wird. Dabei sollte man sich an möglichen offenen Krediten orientieren.

    ·       Der Versicherte zahlt einen monatlichen, relativ geringen Beitrag.

    ·       Wenn der Versicherte während der Laufzeit nicht verstirbt, endet der Vertrag einfach ohne Zahlung einer Geldsumme.

    Die Kapitallebensversicherung

    ·       Grundsätzlich gleiches Vorgehen/Ablauf wie bei der Risiko-LV.

    ·       Der Unterschied liegt darin, dass die monatlichen Beiträge höher sind. Das liegt daran, dass neben der Versicherung an sich, noch Geld angespart wird.

    ·       Wenn der Versicherte während der Laufzeit also nicht verstirbt, bekommt er bei der Kapital-LV noch einen angesparten Betrag ausgezahlt.

    ·       Hier gibt es noch weitere Unterscheidungen, von denen wir jetzt gerne noch eine Form vorstellen wollen. ->

    Die fondsgebundene Lebensversicherung

    ·       Eine Form der Kapitallebensversicherung

    ·       Der Sparanteil von dem Beitrag geht in diesem Fall in Investmentfonds.

    Welche Form Du auswählen solltest, sagen wir dir am Ende des Beitrages.

    Wann macht eine Lebensversicherung Sinn?

    ·       Den Erben etwas hinterlassen – Entscheidet man sich für Kapital-LV, baut man damit ja Kapital auf. Dies kann man einerseits als Altersvorsorge nutzen, oder schon mit der Absicht, seinen Erben etwas zu hinterlassen. 

    ·       Die Erben vor Schulden schützen – Wenn man einen Kredit aufgenommen hat und in seiner Familie derjenige ist, der am meisten verdient, können die Erben, wenn man verstirbt, die Kreditraten nicht alleine tragen. Durch eine Lebensversicherung können die Hinterbliebenen den Kredit zurückzahlen.

    ·       Einen Kredit absichern/tilgen – Das Absichern haben wir ja im vorherigen Punkt beschrieben. Eine weitere Möglichkeit ist es, einen Kredit während der Laufzeit gar nicht zu tilgen, sondern nur die Zinsen zu zahlen. Statt der Tilgung zahlt man in eine Kapitallebensversicherung ein und zahlt den Kredit nach Ende der Laufzeit mit dem Betrag aus der Lebensversicherung zurück.

    ·       Altersvorsorge – Um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, kann man mit einer Kapital-LV auch Altersvorsorge betreiben. Durch den Sparbeitrag kann man sich bis zum Rentenalter einen schönen Betrag ansparen und gleichzeitig den Todesfall absichern. Win Win.

    ·     Geld anlegen – Wenn man etwas als Altersvorsorge nutzen kann, kann man auch allgemein Geld dort anlegen. Hier eignet sich die fondsgebundene Lebensversicherung wohl am besten, da man einfach die höchsten Ertragschancen hat.

    Worauf sollte man definitiv beim Abschluss einer LV achten?

    Kosten – Achte auf die genauen Kosten beim Abschluss einer LV. Die Versicherungen bieten zwar alle ein ähnliches Produkt an, die Kosten können natürlich trotzdem stark variieren.

    Verzinsung – Wie die Kosten, variieren auch die Verzinsungen des Kapitals bei einer Kapital-LV. Der Garantiezins ist zwar bei allen der Gleiche, doch die Versicherungen bieten manchmal auch höhere Zinssätze an. Achte also auch darauf. 

    Höhe der Versicherungssumme, passend zum Kredit – Wenn Du die Lebensversicherung als Absicherung für ein Darlehen benutzt, achte darauf, die Versicherungssumme dem Darlehensbetrag anzupassen. Dabei macht es weder Sinn zu wenig zu versichern um Geld zu sparen, noch zu viel zu versichern. Je größer die Versicherungssumme ist, desto teurer wird auch der Beitrag!

    Richtiges Modell wählen (Fondsgebunden) – Bei einer Kapital-LV die über einige Jahre laufen wird, macht es aus unserer Sicht Sinn, über eine fondsgebundene-LV nachzudenken. Aufgrund der langen Laufzeit kann man hier eben das Risiko eines starken Kursverlustes minimieren und im Gegenteil auf einen Gewinn am Ende der Laufzeit hoffen.

    Zum Ende wie immer ein Zitat

    Versicherungen: Eine Lotterie, in der man nur gewinnt, wenn man Pech hat.

    Wolfram Weidner (Journalist)

    Bleibt informiert, eiskalt und ehrlich!

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    Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung gem. §63 ff. WpHG dar,

    sondern dient lediglich der Information und Unterhaltung!

    37 min
  • Folge 16 – Giro-/Spar-/Tagesgeldkonto? Kennt Jeder! – Ok, dann erklär mal.

    Nachdem wir in den letzten Folgen viel über das Investieren gesprochen haben, widmen wir uns heute nochmal einem Thema, welches zu den absoluten Basics zählt. 

    Höchstwahrscheinlich besitzt du eins, aber weißt du wirklich, was ein Girokonto oder ein Sparbuch ist? Kennst du den Unterschied zwischen den Kontoarten und wofür brauchst du es überhaupt? All das in der heutigen Folge! 

    Fangen wir mit dem Girokonto an, dem wohl verbreitetsten Konto. Aber was genau ist ein Girokonto?

    Das Girokonto ist ein Konto, welches von einer Bank für dich als Kunde geführt wird. Es dient dem Zahlungsverkehr (also dem Überweisen von Geld und dem Erhalten von Überweisungen). Die Zahlungen können einerseits die Abhebung von Bargeld am Geldautomaten oder eine Überweisung an ein anderes Konto sein. Andererseits hast du mit dem Girokonto auch die Möglichkeit Zahlungen zu erhalten, bspw. deinen Lohn. 

    Um Geld abzuheben oder im Geschäft von deinem Konto zu bezahlen, hast du noch eine Karte. Diese dient dazu, dass du nicht jedes mal eine Überweisung ausfüllen musst.

    Es ist also kein Konto um Geld zu parken oder anzusparen. Du kannst es eher mit einem digitalen Portemonnaie vergleichen.

    Fun Fact: 

    In Deutschland haben erst seit den Mitte 1950er Jahren die meisten Leute ein Girokonto. Davor wurde der Lohn meist in Bar ausbezahlt. Geld wurde nur in physischer Form getauscht. 

    Gibt es Zinsen auf dem Girokonto?

    Nein! Früher, als das allgemeine Zinsniveau noch höher war, gab es durchaus noch Zinsen auf dem Girokonto, heute allerdings nicht mehr. Vermehrt führen Banken in den letzten Jahren sogenannte Negativzinsen ein. Das bedeutet, du musst Geld bezahlen wenn du eine bestimmte Summe auf dem Konto “liegen” hast… aber keine Sorge das gilt i.d.R. erst ab mehr als 100.000 €  

    …und kostet es Geld? 

    Ob ein Girokonto etwas kostet, hängt meistens zunächst von deinem Alter ab. Dazu kommt, ob du bei einer Bank mit Filialen vor Ort bist oder bei einer Online-Bank. 

    Die meisten Banken haben für SchülerInnen, Auszubildende oder Studierende kostenlose Girokonten im Angebot. Bei den Online-Banken wie N26 oder der ING sind die Girokonten meistens auch umsonst. Bei Banken, die Filialen vor Ort haben (z.B. Volksbanken, Sparkassen oder der Deutschen Bank) musst du für ein Girokonto einen gewissen Preis pro Monat zahlen. Dann hast du i.d.R. aber auch einige Leistungen (Kostenlose Beratung, kostenlose Bargeldabhebungen, Ansprechpartner vor Ort) mit inbegriffen. 

    Welches Girokonto passt jetzt zu dir? 

    Naja, das kann man pauschal nicht sagen. Allerdings ist es wie immer wichtig, dass du für dich definierst, was dir wichtig ist. Wenn du sagst du kannst alle finanziellen Themen selber händeln, dann bist du bei einer Direktbank mit kostenlosem Girokonto wahrscheinlich richtig. Solltest du allerdings einen Ansprechpartner vor Ort haben wollen, musst du i.d.R. auch einen gewissen Preis dafür zahlen. Für die meisten Konten beläuft sich der Preis zwischen 3 und 15 € im Monat, je nachdem wie viele Leistungen du in Anspruch nehmen möchtest.

    Wichtiger Hinweis: Viele Konten bei Direktbanken werden als kostenlos angegeben, haben allerdings dann z.B. nur eine begrenzte Anzahl an Bargeldabhebungen im Monat inklusive. Hier immer in der Preisübersicht nachschauen! 

    Kommen wir zum guten alten Sparbuch, wahrscheinlich hast du das schon mehr als einmal gehört, aber was ist das Sparbuch und ist es wirklich ein Buch? 

    Das Sparbuch war früher tatsächlich ein kleines Buch, indem das Guthaben des jeweiligen Kontos notiert war. Mittlerweile ist das Sparbuch digitalisiert und wird als Konto bei der Bank geführt. Das Sparkonto dient nicht wie das Girokonto um Zahlungen vorzunehmen, sondern dient eigentlich der Geldanlage. Das Geld auf einem Sparbuch bzw. Konto hat eine dreimonatige Kündigungsfrist –  heißt, um Geld davon abzuheben musst du es zuvor kündigen und drei Monate warten. 

    Dafür hat man auf einem Sparbuch früher auch die höchsten Zinsen bekommen. Wie du aber durch die vergangenen Folgen schon mitbekommen hast, sind die Zinsen deutlich gesunken. Im Jahr 1970 hat man noch ca. 5% Zinsen auf das Geld auf dem Girokonto bekommen, heute sind es i.d.R. nur noch 0,01%. 

    Kostet das Sparbuch etwas und brauche ich das heute noch? 

    Tatsächlich war und ist ein Sparbuch bzw. Sparkonto umsonst. Der Sinn davon war ja, dass die Bank Geld von dir bekommt und damit “arbeiten” zu können. Mittlerweile hat sich das jedoch wie schon gesagt deutlich geändert. Ein Sparbuch ist heute sicherlich etwas überholt. Allerdings ist es natürlich wichtig ein gewisses Polster beiseite gelegt zu haben um nicht an das Depot gehen zu müssen oder einen Kredit aufnehmen zu müssen wenn man mal in einer Notsituation ist.

    Um Geld beiseite zu legen gibt es heutzutage allerdings eine bessere Alternative, das Tagesgeldkonto! 

    Was ist das Tagesgeldkonto? 

    Das Tagesgeldkonto ist ein Konto, welches wie das Sparkonto als Geldanlage dient. Es hat  jedoch keine Laufzeit und man kann jederzeit über das Geld verfügen, ohne Kündigungsfrist. Oft wird das Tagesgeldkonto auch als “Unterkonto” zum normalen Girokonto bezeichnet. Der Sinn davon ist, das Geldpolster nicht direkt auf dem Konto liegen zu haben mit dem man täglich zahlt, sondern eben ein Konto zu haben auf dem das Polster liegt. 

    Kostet es was und gibt es hier wenigstens Zinsen? 

    Das Tagesgeldkonto kostet meistens nichts, jedoch gibt es hier mittlerweile auch kaum mehr Zinsen. 1997 wurden noch ca. 2% pro Jahr für das Geld auf einem Tagesgeldkonto bezahlt, heute sind es i.d.R. nur noch 0,001%… sozusagen null %. 

    Wie du merkst ist hier in Sachen Zinsen nichts mehr zu holen. Allerdings dient das Girokonto natürlich um Zahlungen vorzunehmen und nicht um Zinsen zu generieren. 

    Das Tagesgeldkonto kann allerdings tatsächlich nützlich sein, wenn du das Geld, das du täglich zum bezahlen nutzt, lieber etwas abgetrennt haben möchtest. 

    Das Sparkonto selber ist heute wirklich etwas überholt und bietet heutzutage keinen wirklichen Mehrwert mehr. Grundsätzlich ist es allerdings ratsam ein gewisses finanzielles Polster, abseits von einem Depot oder ähnlichem, aufzubauen. 

    • Warum es heute keine Zinsen mehr gibt, erfährst du hier.
    • Welche Alternativen es gibt, erfährst du hier.

    Wie immer zu guter Letzt ein Zitat, heute vom Visionär Henry Ford:

    “Reich wirst Du nicht durch das, was Du verdienst, sondern durch das, was Du nicht ausgibst.”

    Henry Ford

    Folge 16: Kontenbasics (Giro-/Spar-/Tagesgeldkonto)

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    32 min
  • Folge 15 – Die Riester Lüge. Für wen lohnt sich eine Riester-Rente?

    Die Riester-Rente – jeder von uns hat sie wahrscheinlich schon einmal gehört. Die einen schwören darauf, die anderen hassen sie. Aber was ist die Riester Rente überhaupt? Welche Arten gibt es? Und für wen lohnt sich die Riester Rente? 

    All das beantworten wir in dieser Folge! 

    Beginnen wir mit der Frage, woher die Riester-Rente überhaupt kommt und was das Ziel davon ist.

    Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt und ist eine, durch staatliche Zulagen und steuerlichen Begünstigungen, geförderte private Altersvorsorge. Private Altersvorsorge bedeutet hierbei, dass du diese betreibst und nicht, wie bei der “normalen” Rente, die Abgaben direkt von deinem Arbeitgeber abgeführt werden. 

    Da das Rentensystem an seine Grenzen kommt und es daher nicht genau sicher ist wie hoch die Rente in unserer Generation sein wird, hat der Staat sich für die Förderung der privaten Altersvorsorge entschieden.

    Aber was genau ist die Riester-Rente? 

    Es gibt spezielle Produkte von Banken, Versicherern und Fondsgesellschaften, welche die Riester Kriterien erfüllen und somit für das “riestern” zugelassen sind.  (Produkte nennen wir in der Finanzwelt, Dinge wie die Riester Rente. Oder einfach ein Girokonto)

    Der Kern des riestern besteht aus folgenden Komponenten: 

    • Monatlicher oder jährlicher Sparbeitrag (4% vom Bruttoeinkommen des Vorjahres abzüglich Zulagen)
    • Zulage (max. 175€ pro Jahr und wenn ihr Kinder habt zusätzlich 185€ pro Kind pro Jahr (wenn vor 2008 geboren) und 300€ pro Kind pro Jahr (wenn nach 2008 geboren) 
    • Steuerbegünstigung (Der geleistete Sparbeitrag (max. 2.100€) kann bei der Steuer geltend gemacht werden) 
    • Diese Sparbeiträge sowie die Zulagen werden bis zum Rentenalter von i.d.R. 67 Jahren eingezahlt. Dabei sind die eingezahlten Beiträge sowie die Zulagen garantiert.

      Mit dem 67. Lebensjahr steht dir dann eine monatliche Rente bis zu deinem Tod zu. 

      In welche Verträge kann man die Riester-Rente sparen?

      Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in welche Verträge die Riester Rente laufen kann. Beispielsweise kannst du deinen Sparbeitrag in einen Fonds oder einen Bausparvertrag laufen lassen. 

      Wie du aus den vorherigen Folgen und Beiträgen wahrscheinlich mitbekommen hast, sind Aktienfonds bei einer langen Laufzeit absolute Renditebringer. 

      Aus diesem Grund macht es auch Sinn, seine Riester Rente in einen Vertrag laufen zu lassen, bei dem die Beiträge in Aktienfonds eingezahlt werden. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass die Beiträge und Zulagen nie zu 100% in den Aktienfonds gehen, da alle Riester Verträge deine eingezahlten Beiträge und Zulagen bis zum Renteneintritt garantieren müssen. Aus diesem Grund wird ein Teil deines Beitrages auch in sehr sichere Anlageformen geparkt. 

      Wer kann eine Riester-Rente abschließen und für wen ist sie geeignet?

      Grundsätzlich können alle Personen riestern, allerdings macht ein Riester Vertrag nur dann Sinn, wenn du auch die komplette Zulage erhälst. 

      Folgende Personen bekommen eine volle Zulage:

      • Arbeitnehmer, Auszubildende, Bundesfreiwilligen­dienstleistende und Studierende mit einem rentenversicherungs­pflichtigen Minijob
      • Pflichtversicherte Selbstständige
      • Beamte, Soldaten, Richter
      • Bezieher von Arbeitslosengeld oder Krankengeld
      • Erwerbsgeminderte, erwerbsunfähige und dienstunfähige Personen
      • Weiterhin können auch Ehe- oder Lebenspartner “mit riestern”, wenn sie nicht zu den oben genannten Personen zählen bspw. Hausfrauen / Hausmänner oder Selbstständige.

        Geeignet ist ein Riester Vertrag vor allem für all diejenigen, die Wissen, dass sie grundsätzlich in ihrem Leben in Deutschland arbeiten werden, da die Zulagen nur an Personen gezahlt werden, die in Deutschland leben und arbeiten. Weiterhin ist es für Familien und Personen mit Kindern geeignet. 

        Auch für Berufseinsteiger kann es sinnvoll sein, da du im ersten Jahr zusätzlich zur “normalen” Förderung einen Bonus von 200€ erhältst.

        Ebenso kann eine Riester Rente für dich interessant sein, wenn du gut verdienst und den Steuervorteil so nutzen kannst.

        Worauf musst du also achten bei einem Riester Vertrag:

        • Mindestbeitrag einzahlen (4% vom Brutto abzüglich Zulage) um volle Förderung zu erhalten.
        • Riesterbeiträge bei der Steuer angeben.
        • Riester Vertrag wählen welcher in Aktienfonds investiert. 
        • Du musst mind. 60€ im Jahr einzahlen um anteilig deine Zulagen zu erhalten
        • Hier noch ein Rechenbeispiel, damit du dir das besser vorstellen kannst: 

          Du bist 20 Jahre alt, hast keine Kinder und fängst mit deiner Ausbildung oder deinem Beruf an, bei einem verdienst von ca. 19.000€ im Jahr.

          Dann musst du jährlich 585€ (4% vom Brutto) also monatlich ca. 50€ einzahlen und erhälst pro Jahr 175€ Zulage und im ersten Jahr nochmal zusätzlich 200€. 

          Du bist 30 Jahre alt, verheiratet, hast ein Kind und dein/e PartnerIn kümmert sich um euer Kind daheim und arbeitet nicht. Dein Bruttogehalt im letzten Jahr betrug 40.000€

          Dann musst du 1.425€ pro Jahr, also monatlich ca. 120€ einzahlen um die volle Zulage von 175€ zu erhalten. Dein/e PartnerIn kann “mit riestern” in dem er oder sie mindestens 60€ pro Jahr einzahlt und dann 175€ Zulage plus Kinderzulage in Höhe von 300€ erhält. 

          Ihr erhaltet also für einen jährlichen Sparbeitrag von 1.485€ eine Zulage von insgesamt 650€ im Jahr.

          Das hört sich alles echt gut an oder? Aber warum ist Riestern dann in den Medien und der Öffentlichkeit in so einem schlechten Licht? 

          Die meisten Menschen zahlen zu wenig in die Verträge ein und erhalten somit nur anteilig oder sogar gar nicht ihre Zulage. Aus diesem Grund macht es Sinn, sich einmal im Jahr mit seiner FinanzberaterIn zu treffen und über den Vertrag zu sprechen.

          Weiterhin gab es früher auch viele Verträge, bei denen Produkte im Hintergrund waren, die kaum Rendite abgeworfen haben. Das macht natürlich keinen Sinn, vor allem auf so eine lange Laufzeit. 

          Oft ist es Personen die riestern nicht bewusst, dass sie ihre Rente, die sie dann ausbezahlt bekommen, auch besteuern müssen. Das kann die Rendite natürlich schmälern. Allerdings hast du während der Ansparphase auch einen Steuervorteil.

          Was ist also unser Fazit? 

          Die Riester Rente macht vor allem für junge Leute Sinn, die wissen, dass sie ihr Arbeitsleben in Deutschland verbringen möchten. Allerdings muss genug eingezahlt werden, damit es sich lohnt und vor allem muss das Produkt passen! Weiterhin musst du auf die Kosten achten, denn manche Verträge haben sehr hohe Kosten, was zu Lasten deiner Rendite geht. Um eine Beratung bei deinem Finanzberater deines Vertrauens kommst du bei dieser Geschichte nicht herum. 

          Wenn du aber alle Zulagen abgreifst, den Steuervorteil nutzt und dir der Besteuerung in der Rente im Klaren bist, kann die Riester Rente auf jeden Fall ein solider Baustein in deiner privaten Altersvorsorge sein. 

          Welche weiteren Möglichkeiten bestehen die private Altersvorsorge zu betreiben erfährst du in den kommenden Folgen.

          Wie immer zu guter Letzt ein Zitat, heute vom Ökonom Bernd Raffelhüschen:

          “Altersarmut ist eines der meist überschätzten Phänomene der Gegenwart. Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit, auf ein armes Kind zu stoßen, etwa fünfmal größer, als auf einen armen Rentner zu stoßen”

          Bernd Raffelhüschen

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          Folge 15: Die Riester Lüge! Für wen lohnt sich eine Riester-Rente?

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          38 min
        • Folge 14 – Finanzbegriffe einfach und schnell erklärt, Teil 2

          Heute gibt es den zweiten Teil unserer Reihe: Finanzbegriffe einfach und schnell erklärt. Da der erste Teil bei euch so gut angekommen ist, haben wir heute wieder acht Begriffe für euch vorbereitet. Oft wird vorausgesetzt, dass jeder weiß was Zinsen genau sind, oder wo der Unterschied zwischen Sparkassen und Privatbanken ist. Wir wissen, so klar ist das gar nicht und erklären euch heute genau diese Themen. Aber hört/lest selbst.

          Die heutigen Begriffe sind: Zinsen, Effektivzinsen, Zinseszins, Direktbanken, Geschäftsbanken und verschiedene Bankarten wie Sparkassen oder Genossenschaftsbanken.

          Zinsen:

          Schnell gesagt, kann man Zinsen als Preis für das Geld bezeichnen. Wenn Du z.B. einen Kredit bei der Bank aufnimmst, kannst du dir das so vorstellen, dass du das Geld (den Kredit) bei der Bank kaufst. Dafür bezahlst du dann den Zins, als Kaufpreis für den Kredit.

          Effektivzinsen:

          Wenn es um Zinsen geht, werden immer die Jahreszinsen und dann auch die Effektivzinsen genannt. Diese sind quasi die tatsächlichen Jahreszinsen, inkl. aller anfallenden Kosten. Wenn also z.B. eine einmalige Gebühr genau mit dem Kredit in Verbindung gebracht werden kann, wird diese in den Effektivzins eingerechnet. Achtung: Effektivzinsen betrachten immer nur ein Jahr.

          Zinseszins:

          Dieser Effekt beschreibt, dass wenn Du nach einem Jahr, Zinsen aus einer Anlage bekommst und dieses Geld weiter in der Anlage lässt, die Zinsen im nächsten Jahr mitverzinst werden. Das funktioniert aber nur, wenn die Zinsen nicht entnommen werden! Auf 10 Jahre kann das einen Unterschied von mehreren 100€ ausmachen.

          Bsp.: Du hast 100 € mit 5% Verzinsung angelegt. Nach einem Jahr werden die 5 Euro Zinsen fällig, anstatt diese auszuzahlen, legst du sie für das nächste Jahr mit an.

          Im nächsten Jahr bekommst du also 5% auf 105 €. Das sind: 5,25 €. Durch die 5 Euro Zinsen bekommst du im zweiten Jahr also 25 cent mehr Zinsen.

          Direktbanken:

          Kreditinstitut/Bank, die kein Filialnetz bzw. Beratung anbietet. Direktbanken verzichten auf ein teures Filialnetz und größtenteils auch auf Beratung der Kunden. 

          Ziel davon ist es, die Kosten zu senken und die angebotenen Produkte möglichst günstig anbieten zu können.

          Durch diese Strategie können zwar die Kosten für die Kunden möglichst gering gehalten werden, die möglichen Kundenkreise sind aber eingeschränkter, da Geschäfte und Abschlüsse nur online oder über das Telefon abgeschlossen werden können.

          Daher sind aber z.B. Girokonten bei Direktbanken oft sehr günstig.

          Geschäftsbanken:

          Auch Universalbanken genannt, bieten ihren Kunden eine vielzahl an Finanzprodukten an. Man kann sagen, dass man als Kunde in einer Geschäftsbank jedes Finanzprodukt bekommen kann. (Versicherungen, Investmentlösungen wie Fondssparen, Girokonten, Sparkonten, Bausparverträge usw.)

          Der Kundenkreis der Geschäftsbanken ist auch sehr groß, dazu zählen private Kunden, Firmen-/Geschäftskunden und auch öffentliche Stellen. Die meisten großen deutschen Banken, also z.B. die Sparkassen oder Genossenschaftsbanken zählen auch zu den Geschäftsbanken.

          Sparkasse:

          Öffentliche Regionalbank von den Kommunen, die beaufsichtigt werden und der Gemeinnützigkeit unterstehen. Es sind übrigens Universalbanken.

          Genossenschaftsbank:

          Genossenschaftsbanken sind ebenfalls Universalbanken, die als Rechtsform meistens die Genossenschaft haben.

          Sie gehören der genossenschaftlichen Finanzgruppe an.

          Der Begriff Genossenschaft bzw. die genossenschaftliche Idee besagt übrigens: “Was einer nicht schafft, dass schaffen viele gemeinsam.”

          Privatbank:

          Privatbanken sind quasi so gut wie alle anderen Banken die Du kennst. Dazu zählen die Deutsche Bank, die Commerzbank, die Targobank usw. Bei den Privatbanken steht die Gewinnerzielung im Vordergrund, was ja nichts schlechtes ist, da jedes Unternehmen Gewinne erzielen möchte.

          Oft sind Privatbanken Aktiengesellschaften.

          Zitat:

          „Willst du den Wert des Geldes kennenlernen, geh und versuche dir welches zu borgen.“

          Benjamin Franklin

          Die passende Podcast Folge:

          Folge 14: Finanzbegriffe einfach und schnell erklärt, Teil 2

           

          30 min
        • Folge 13 – Ausbildungsstart: Was ändert sich jetzt alles für Dich?

          Jetzt im September starten viele ihre Ausbildung und manche von euch haben vielleicht schon eine begonnen. Was musst du jetzt alles aus finanzieller Sicht beachten?  Was verändert sich? Brauchst du Versicherungen? – Wenn ja, welche? Welche Vorteile kannst du dir sichern? Was kann auch warten bis du ausgelernt bist? All das klären wir in der heutigen Folge!

          Wir versuchen dir eine Checkliste an die Hand zu geben, damit du weißt, was du brauchst und was nicht unbedingt.

          Fangen wir mit der ersten Frage an, was verändert sich jetzt für Dich? 

          Der Start der Ausbildung bringt auch viele Veränderungen mit sich. Du verdienst vielleicht dein erstes Geld, bist unabhängiger oder wohnst evtl. auch alleine. Es kommen aber auch finanzielle Themen auf dich zu. 

          Versicherungen: 

          Versicherungen sichern im Idealfall immer eine nicht vorhersehbare Gefahr ab. Das kann ein Unfall sein oder die Gefahr, dass du nicht mehr in deinem Beruf, den du gerade erlernst, arbeiten kannst. Du kannst auch aus versehen jemandem ungewollt einen Schaden zufügen. Theoretisch kannst du dich gegen Alles und Jeden versichern. Ob das allerdings notwendig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. 

          Wichtig ist allerdings, dass du deine Fähigkeit zu arbeiten und deine Gesundheit sicherst, und den Schaden, den du anderen unabsichtlich zufügen könntest, minimierst.

          Jetzt fragst du dich sicherlich, wie das geht. Deswegen haben wir hier mal ein paar absolut essenzielle Versicherungen:

          1. Private Haftpflichtversicherung => Absolutes MUSS. Diese Versicherung übernimmt die Kosten, die entstehen wenn du jemand anderem einen Schaden zufügst. Bsp.: Du schlägst aus versehen das Handy von einer/einem Freund*In vom Tisch und es geht kaputt oder noch schlimmer, du verletzt aus versehen jemanden und ihm oder ihr entstehen hohe Kosten, die du übernehmen musst. Diese Kosten übernimmt die Haftpflichtversicherung. 
          2. Tipp: Je nachdem, bist du bis zum Ende deiner Ausbildung über die Haftpflichtversicherung deiner Eltern abgesichert, dass musst du jedoch unbedingt abklären. Andernfalls solltest du selber eine abschließen. Eine gute Haftpflicht kostet zwischen 40€ und 60€ pro Jahr. 

             

            2. Krankenversicherung => Ebenso absolutes Muss und sogar Pflicht in Deutschland

            -In Deutschland hast du die Möglichkeit dich privat und gesetzlich zu versichern. Die private Krankenversicherung ist meistens nur Selbständigen und Personen, die ein hohes Einkommen haben, vorenthalten. 

            -Da du für eine Ausbildung angestellt bist und wahrscheinlich noch nicht mehr als 4.700€ pro Monat (Ab da kannst du sich als Angestellter privat Krankenversichern) verdienst, musst du dich gesetzlich krankenversichern.

            -Die Krankenversicherung übernimmt Kosten, die im Falle einer Krankheit, einer Operation oder ähnlichem, bei dir entstehen können.

            -Zu den größten deutschen gesetzlichen Krankenkassen gehören die AOK, Techniker Krankenkasse, IKK, Barmer und die verschiedenen Betriebskrankenkassen (BKK)

            -Von der Leistung sind die meisten Krankenkassen gleich, ebenso von den Kosten. Die Leistungen der einzelnen Krankenkassen kann man gut über deren Websites vergleichen.

             

            3. Berufsunfähigkeitsversicherung => wichtig

            -Hier wird deine Fähigkeit, in einem bestimmten Beruf zu arbeiten, (i.d.R. den du lernst bzw. erlernt hast) abgesichert. 

            -Bsp.: Du bist Koch und kannst nach einem Unfall nicht mehr laufen. Da du als Koch jedoch mehr oder weniger den ganzen Tag stehen musst, kannst du deinem Beruf nicht mehr nachgehen. Du erhältst zwar dann vom Staat eine kleine Rente, allerdings kann dennoch von dir verlangt werden, dass du ein paar Stunden am Tag einer anderen Tätigkeit nachgehst. Dann aber in einem Beruf, in dem du nicht stehen musst. 

            -Die BU zahlt dir dann eine monatliche Rente. Den Betrag dieser Rente legst du im Vorfeld fest und sollte mind. 1000€ betragen bzw. ca. 60-80% deines Gehalts. 

            -Der Preis für eine BU hängt von deinem Beruf, deinem Alter, sowie der Höhe der Rente ab. Deswegen kann es sinnvoll sein die BU schon relativ früh abzuschließen, da du dir damit das Eintrittsalter sicherst und nicht später einen wesentlich höheren Beitrag zahlen musst.

            Alle anderen Versicherungen wie Unfallversicherungen, Rechtsschutz- oder Pflegeversicherungen sind sicherlich sinnvoll, allerdings nach unserer Meinung nicht absolut essentiell zu Beginn der Ausbildung.

            Finanzen:

            Nachdem wir das mit den Versicherungen geklärt haben, stellt sich jetzt natürlich die Frage, wie du deine Finanzen regeln solltest. Hierzu ein paar wichtige Themen, die du unbedingt beachten solltest. 

             

            Girokonto

            -Wahrscheinlich hast du schon ein Konto bei einer Bank. Hier gibt es, so lange du in der Ausbildung bist, kostenlose Varianten.

             

            VL – Vermögenswirksame Leistungen

            -Vermögenswirksame Leistungen, sind monatliche Zahlungen, die die meisten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern ausbezahlen, i.d.R. bis zu 40€. 

            -Diese kannst du entweder in einen Fonds einzahlen lassen oder in einen Bausparvertrag (Möglichkeit zu sparen, um sich später mal ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen)

            -Während der Ausbildung erhältst du sogar noch eine Förderung von max. 80€ pro Jahr beim Fondssparen und max. 43€ pro Jahr beim Bausparen.

            -Wichtig, du erhältst die VL nur, wenn du einen solchen Sparvertrag abschließt.

             

            Sparen

            -Da du jetzt regelmäßig Geld verdienst, macht es Sinn, Geld zu sparen.

            -Eine gute Richtgröße sind ca. 10% deines Gehaltes. Mit diesem Geld macht es Sinn, ein finanzielles Polster aufzubauen. Davon kann ein Teil für ein neues Auto oder eine Reise sein und ein anderer Teil für dein Alter. Je früher du nämlich mit der Vorsorge für das Alter beginnst, umso entspannter ist es für dich, wenn du irgendwann in Rente gehst. Lass dich hierbei nicht von der langen Zeit einschüchtern.

             

            Dauerauftrag

            -Wenn du zur Miete wohnst, ist das eine sehr gute Möglichkeit. Ein Dauerauftrag überweist automatisch an einem von dir festgelegten Tag bspw. jeden Monat, einen bestimmten Betrag von deinem Konto. 

            -So musst du dich nicht darum kümmern, die Miete zu überweisen bzw. kannst es nicht vergessen! 

             

            Vollmacht

            -Grundsätzlich kannst nur du an dein Konto, sollte dir allerdings mal etwas passieren, gibt es keine Möglichkeit, dass bspw. deine Eltern etwas für dich regeln können. Unsere Empfehlung ist daher zum Beispiel deinen Eltern eine Vollmacht für dein Konto etc. zu geben.

            -Diese ist kostenlos und erhältst du bei jeder Bank. 

            Natürlich gibt es noch wesentlich mehr Möglichkeiten, allerdings sind das die Dinge, auf die du zu Beginn achten solltest. Was das Finanzielle angeht, bist du hiermit schon mal gut aufgestellt für die Ausbildung. 

            In den kommenden Folgen werden wir einzelne Themen nochmal ausführlicher beschreiben, aber mindestens hast du jetzt schon mal einen guten Überblick. Wenn du Fragen zu einzelnen Themen hast, schreibe uns gerne hier oder auf Instagram.

            Und wie immer zu guter Letzt ein Zitat. Heute von einem Vordenker der Aufklärung, John Locke:

             „Arbeit um der Arbeit willen ist gegen die menschliche Natur”

            John Locke

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            36 min
          3. Folge 12 – Wie passt Fondssparen und Nachhaltigkeit zusammen?

            Bis vor einigen Jahren waren vor allem die Themen der Gewinnmaximierung und dem unbegrenzten Wirtschaftswachstum, die zentralen Punkte in den meisten Unternehmen dieser Welt. Ökologie, Nachhaltigkeit oder soziale Aspekte waren eher zweitrangig und irrelevant.

            Spätestens durch Fridays for Future ist das Thema Nachhaltigkeit und ökologisches Denken stark in den Vordergrund der Gesellschaft aber auch der Unternehmen gebracht worden. Wie kann man aber diese beiden Themen – Investieren/ Sparen und Nachhaltigkeit vereinen? Wie kannst du nachhaltig investieren und sparen? Worauf musst du achten?

            All das klären wir in der heutigen Folge! 

            Daher zu Beginn erstmal: was ist nachhaltiges Investieren überhaupt? 

            Nachhaltiges investieren beschäftigt sich nicht nur mit der Rendite bzw. dem Gewinn, den man durch das Sparen oder die Anlage erhält, sondern auch mit dem Einfluss, den dieses Geld auf die Umwelt und die Gesellschaft hat. Es wird also nicht nur Blind in die größten Unternehmen investiert, sondern genau geschaut, welche Unternehmen das sind, in die dein Geld fließt. So werden meistens Unternehmen, die bspw. Waffenhersteller sind oder eine hohe Umweltverschmutzung erzeugen aus der Anlage herausgenommen. Somit werden mit dem Geld, das du investierst auch nicht diese Unternehmen unterstützt. Der Sinn dahinter ist klar, nur Unternehmen welche nachhaltig und sozial vertretbar sind, sollen Geld erhalten.

            I.d.R. spricht man bei dieser Betrachtung von den ESG Kriterien (Environmental, Social, Governance). Das bedeutet, Unternehmen werden nach ihrer Umweltverträglichkeit, sowie Aspekten der Arbeitsplatzsicherheit, dem gesellschaftlichen Engagement, Diversity und der Unternehmensführung beurteilt. 

            Wie kann man in diesem Fall die Themen Sparen und Nachhaltigkeit vereinbaren?

            Am einfachsten ist das über einen Fonds abzubilden. Es gibt eigens dafür auferlegte Investmentfonds, welche sich selbst spezielle Kriterien auferlegt haben. Bevor ein solcher Fonds für dich in Unternehmen investiert, werden erst die Unternehmen nach den ESG Kriterien analysiert. Erst wenn die Kriterien des jeweiligen Fondsmanagements erfüllt wurden, wird in diese Unternehmen investiert.

            Die meisten großen Fondshäuser (DWS, Union Investment, Deka) haben mittlerweile nachhaltige Fonds im Angebot. Es gibt auch Fondsgesellschaften, die ausschließlich nachhaltige Fonds im Angebot haben (Robecosam, Pictet, ÖkoWorld)

            Worauf musst du bei der Auswahl achten? 

            Zunächst einmal wird Nachhaltigkeit bei jedem persönlich, in den Unternehmen, aber auch Fonds unterschiedlich bewertet und definiert. So gibt es bei Fonds verschiedene Auswahlmöglichkeiten. Bspw. gibt es einen Best-in-Class Ansatz. Hier werden für jede Branche die Unternehmen hinsichtlich der ESG Kriterien geprüft und es wird geschaut, welches dieser Unternehmen sich am besten in der Branche schlägt. In Deutschland ist hier BMW immer wieder in den Fonds vertreten, da diese das erste E-Auto herausgebracht haben. Ob BMW hier allerdings tatsächlich nachhaltig agiert, muss jeder für sich selbst entscheiden. 

            Als weiteren Ansatz gibt es das negativ Screening. Hier werden bestimmte Unternehmen oder Branchen von Anfang an ausgeschlossen, so z.B. Waffenherstellung, Alkohol- und Tabakindustrie oder Unternehmen, welche Menschenrechtsverstöße begangen haben. 

            Aufgrund der Vielzahl der verschiedenen Auswahlmöglichkeiten und Definitionen von Nachhaltigkeit bleibt dir leider nix anderes übrig, als dich konkret mit der Fondsgesellschaft zu beschäftigen und dir die Unternehmen anzuschauen, in die der Fonds investiert. 

            Nur weil Grün dran steht, ist es nicht sofort auch Grün! Bei manchen Fonds dürfen Unternehmen bis zu einem Anteil von 5% im Fonds vertreten sein, die nicht nachweislich nachhaltig sind. So sind oft McDonalds oder Nestlé in Nachhaltigen Fonds vertreten. Ob die allerdings so grün und Nachhaltig sind?… Naja.

            Also was ist unser Fazit? 

            Grundsätzlich ist nachhaltiges Investieren eine echt gute Sache, da du neben dem Sparen auch noch etwas Gutes tust. Allerdings musst du dich mit der Fondsgesellschaft und den Fonds genauer beschäftigen. Gleichzeitig musst du dir aber auch Gedanken machen, was für dich Nachhaltigkeit bedeutet und welche Unternehmen du unterstützen willst und welche nicht. 

            Kleiner Nebeneffekt, oft können die als Ökologisch und Nachhaltig angesehenen Unternehmen bzw. Fonds höhere Renditen vorweisen als “normale” Fonds.

            In den kommenden Folgen werden wir nochmals gezielter auf die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten eingehen und dir einen Plan an die Hand geben, wie du echte Nachhaltige Fonds auswählen kannst!

            Und wie immer zu guter Letzt ein Zitat. Heute von Stanislaw Jerzy Lec:

             „Keine Schneeflocke in der Lawine fühlt sich verantwortlich”

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            31 min
          4. Folge 11 – Was waren die größten Börsencrashs?

            Börsencrashs bzw. Finanzkrisen lassen die Welt für einige Zeit in einen panischen Zustand verfallen. Momentan befinden wir uns noch mitten in einer weltweiten Krise. Die Corona-Pandemie hat international die Börsenkurse fallen lassen – Das hat Anleger, Angestellte und auch Unternehmer unsanft daran erinnert, dass es nicht ewig weiter bergauf gehen kann.

            In der Vergangenheit gab es nämlich schon einige große Krisen. Einige davon wird jeder von uns schon mal gehört haben und Andere liegen weit in der Vergangenheit.

            In der heutigen Folge klären wir die Fragen: Was waren die letzten großen Finanz-/Wirtschaftskrisen? Was waren die Auslöser? Wie hat sich die Wirtschaft regeneriert?

            Tulpenmanie 1637

            Die Tulpenmanie in den Niederlanden kann man als Urmutter einer Spekulationsblase betrachten. Diese Krise wirkt aus heutiger Sicht tatsächlich unvorstellbar, da man an jeder Ecke Tulpen zu günstigen Preisen kaufen kann.

            Aber was war die Tulpenmanie eigentlich?

            Die importierte Tulpenzwiebel war in den Niederlanden sehr begehrt. So begehrt, dass die Nachfrage schnell das Angebot überstieg. Heißt, mehr Leute wollten Tulpenzwiebeln kaufen als es Tulpenzwiebeln gab. Der Preis stieg ins unvorstellbare. Eine Zwiebel konnte gegen riesige Wertgegenstände wie z.B. eine Kutsche getauscht werden.

            Der Preis stieg so stark, dass jeder daran teilnehmen wollte. Die Leute verscherbelten ihre Häuser und Wertsachen um Geld für Tulpen zu haben, in der Hoffnung, dass diese noch weiter im Wert steigen würden und man einen riesen Gewinn macht.

            Der Wahnsinn war 1637 abrupt zu Ende. Einige Großinvestoren stießen ihre Tulpen Bestände ab. Viele Anleger folgten dem Beispiel aus Angst vor fallenden Kursen. Was geschah? – Genau, die Kurse fielen!

            Anleger, die ihre Häuser verkauft und Kredite aufgenommen hatten um in Tulpen zu investieren, standen vor dem aus. Dieses Phänomen sollte sich später leider widerholen, 1929.

            Dieser Crash wirkte sich noch Jahre auf die Niederländische Wirtschaft aus.

            Börsencrash & Weltwirtschaftskrise 1929

            Zwischen 1924 und 1929 ging von Amerika eine erneute Finanzkrise aus. Diesmal geht es auch um Aktien und Banken, und nicht um Blumen.

            Die Aktienkurse stiegen in Amerika seit 1924 gleichmäßig an. Ganz ähnlich wie ein paar Jahrhunderte zuvor in den Niederlanden, bekamen nach und nach immer mehr Leute Wind davon. Wie so oft wollte also schnellstmöglich jeder an der Kurssteigerung teilnehmen. Viele Leute investierten in Aktien, wodurch die Kurse weiter stiegen. Anfang 1928 dann auch deutlich steiler.

            Nun wollte wirklich jeder an der Entwicklung teilnehmen. Auch die Leute ohne Geld. Sie nahmen also Kredite auf, nur um Aktien zu kaufen. Unternehmen aus der ganzen Welt investierten nun in Amerika.

            Die Staatsbank in Amerika verteilte das Geld zu 5% an die New Yorker Banken. Diese gaben es mit bis zu 12% an die Bevölkerung weiter.

            Am 14. Oktober 1929 kam es dann zum Crash. Dem „schwarzen Donnerstag“. Die Aktienkurse brachen ein und Panik entstand. Das größere Problem kam aber erst noch. Die ganzen Aktien-Kredite, die vergeben wurden, konnten nicht mehr bedient werden da die Investments der Anleger enorm an Wert verloren hatten.

            Dotcom Blase 2000

            Ende der 90er Jahre schossen unzählige Start-Ups aus dem Boden. Alle beschäftigten sich auf irgendeine Weise mit dem Thema Internet und Mobilfunk. Fast alle der Unternehmen führten damals Internetseiten mit der Endung .com, daher kommt auch der Name: „Dotcom Blase“.

            Viele dieser Unternehmen, die den neuen Markt schnellstmöglich erobern wollten, planten einen Börsengang. Sie wollten also ihr Unternehmen an der Börse platzieren und zu einer Aktiengesellschaft werden um an neues Kapital zu kommen.

            Auch hier geschah das gleiche Spiel erneut… Du weißt bestimmt was als nächstes passiert.

            Genau, jeder wollte an diesem Hype teilnehmen und die Aktienkurse gingen durch die Decke. Im Jahr 1999 vervielfachten sich die Kurse einiger Unternehmen sogar.

            Als nächstes geschah das Unausweichliche, die ersten Unternehmen meldeten Insolvenz an. Gefolgt von einer ganzen Welle…

            Finanzkrise 2008 und Eurokrise

            Seit dem Jahr 2000 hat sich etwas wesentliches in der Kreditvergabe verändert. Die Banken, die Kredite vergeben, verkauften diese schnell weiter. Eine Investmentbank kauft also die Kreditforderung von den Kreditbanken ab. Dadurch verkaufen die Kreditbanken direkt ihr Risiko mit. 

            Da die Kredit vergebenden Banken die Kredite also nicht mehr über 15 Jahre oder mehr überwachen mussten, haben sie quasi an jeden einen Kredit vergeben, der gefragt hat. 

            Die Kreditnehmer haben sich davon Häuser gekauft, was zunächst die Hauspreise extrem in die Höhe schießen lassen hat, und nach einiger Zeit… du ahnst es… extrem fallen ließen.

            Ausgelöst wurde der Wertverlust der Immobilien dadurch, dass es erstens zu viele leerstehende Häuser gab, und die ersten Leute ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten. Du kannst dir das so vorstellen, dass wirklich jeder ein Haus hatte. Manchmal hatten Leute aber auch zwei oder drei Häuser.

            Die Kredite platzten und die dazugehörigen Banken gerieten ins straucheln. Dadurch, dass die Kreditforderungen so schnell verkauft wurden, war das Problem alles andere als lokal. Es waren Banken auf der ganzen Welt betroffen. Auch in Deutschland gerieten die großen Investmentbanken ins Wanken. Eine große Amerikanische Bank ist sogar komplett Insolvent gegangen.

            Zu dem Thema ein FILM TIPP: The Big Short

            Fazit

            Wie du sicherlich bemerkt hast, war der Verlauf dieser Krisen im grundlegenden ähnlich.

            Viele Leute wollen einem Trend folgen, der anscheinend jeden reich machen kann. Alle erzählen sich von den tollen Chancen in dem jeweiligen Markt und es entsteht eine Art Masseneuphorie. Ohne sich gut über das Investment zu informieren, strömen jetzt viele Anleger/Gelder in den jeweiligen Markt.

            Die Anleger haben den Markt also womöglich falsch verstanden. Befeuert wird diese Blasenbildung durch zu lockere Kreditvergabe der Banken.

            Und wie immer zu guter letzt ein Zitat von DEM Börsenexperten Warren Buffet:

             „Alle zehn Jahre etwa werden dunkle Wolken am Wirtschafts Himmel heraufziehen, und es wird kurze Zeit Gold regnen. Bei solchen Güssen müssen wir mit Badewannen und nicht mit Teelöffeln hinauseilen”

            Warren Buffet

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            37 min
          5. Folge 10 – Wie suche ich die besten Fonds aus?

            Nachdem wir in den letzten Folgen die Grundlagen für das Investieren in Fonds geklärt haben, stellen wir uns heute die Frage: Wie suche ich den passenden Fonds für mich aus? Worauf muss ich bei Fonds achten? Welche Kennzahlen gibt es? 

            Also kommen wir zur ersten Frage: Wie finde ich den für mich passenden Fonds?

            Um den für dich genau passenden Fonds zu finden, musst du dir zunächst folgende Fragen stellen:

            • Welches Risiko bin ich bereit einzugehen? -Möchtest du höhere Risiken eingehen um höhere Gewinnchancen zu erhalten, oder möchtest du lieber geringere Schwankungen/ Risiken, jedoch dadurch auch geringere Gewinnchancen? 
            • Wie lange möchtest du dein Geld anlegen? -Wenn du für deine Rente monatlich sparen möchtest, sind bestimmte Fonds besser, als wenn du dein Geld nur auf die nächsten fünf Jahre anlegen möchtest.
            • Wie viel Geld möchtest du in die Hand nehmen? -Hast du bspw. eine gewisse Summe bei Seite gelegt, die du investieren möchtest? Oder willst du monatlich einen gewissen Betrag auf die Seite legen? Nochmal der Tipp: Du kannst bereits ab 25€ im Monat anfangen mit dem Investieren! 
            • Wo möchtest du investieren? -Hast du Präferenzen was bestimmte Länder angeht? Oder möchtest du bestimmte Branchen (Bspw. Rüstungsindustrie, Alkohol, Öl) ausschließen? Oder eine bestimmte Branche bevorzugen (Bspw. HighTech oder Pharma) Hier der Tipp: Es gibt für alles, was du dir denken kannst einen Fonds, wirklich für ALLES! 
            • Wie wichtig sind dir die Kosten bei einem Fonds? -Hier kannst du bspw. zwischen einem aktiv oder passiv gemanagten Fonds auswählen.
            • Wenn du dir diese Fragen beantwortest, kannst du entweder direkt selbst auf die Suche gehen oder auf den/die Finanzberater*In deines Vertrauens zu gehen und ihm/ihr deine konkreten Wünsche mitteilen. 

              Angenommen du hast dir jetzt die Fragen gestellt und beantwortet: Wie findest du jetzt die Fonds? 

              Du kannst natürlich bei Google diverse Suchbegriffe eingeben, aber ob du da das passende für dich findest, ist fraglich. Es gibt die Möglichkeit, auf fondsweb.com mithilfe einer Suchfunktion deine passenden Fonds zu finden:

              https://www.fondsweb.com/de/suchen

              Hier kannst du aus vielen verschiedenen Möglichkeiten auswählen und erhältst im Anschluss deinen passenden Fonds. Du kannst sie auch mit anderen Fonds vergleichen.

              Da stellt sich natürlich die Frage, auf welche Kriterien du achten solltest?

              Wie zuvor schon gesagt, solltest du dir natürlich Gedanken machen, welche Schwerpunkte bzgl. Unternehmen, Branchen oder Ländern dir wichtig sind.

              Dann kannst du nach Risikoklassen auswählen, hierbei gibt der sogenannte Synthetic Risk and Reward Indicator (SRRI) an, wie hoch die Wertschwankungen des Fonds sind. Der SRRI wird mit einer EU-weit einheitlichen Methodik ermittelt und kann die Werte 1 bis 7 annehmen.

              Dabei stehen höhere Werte für höhere Wertschwankungen. In der Regel sind mit höheren Wertschwankungen auch höhere Renditechancen verbunden. Ein SRRI von 1 bedeutet aber nicht, dass es sich um eine risikofreie Anlage handelt.

              Weiterhin solltest du darauf achten, was der Fonds mit bspw. den über das Jahr hinweg erhaltenen Dividenden macht. Hier kannst du zwischen Fonds unterscheiden, die ihre Gewinne im Fonds behalten (thesaurierend) oder an dich auszahlen (Ausschüttend).

              Kommen wir zur Frage, welche Kennzahlen es bei der Fondsauswahl gibt? 

              • Gebühren: 
                • laufende Kosten = Gebühren die pro Jahr zur Verwaltung des Fonds entstehen
                • Ausgabeaufschlag = Sog. Vertriebskosten, diese werden von deiner Einzahlung in den Fonds abgezogen. Diese erhält dann der Fondsvermittler (bspw. deine Bank oder dein Finanzberater) – i.d.R. 0 bis 5%
                • Allgemeine Daten:
                  • Auflagedatum: Wann wurde der Fonds aufgesetzt. Bei älteren Fonds wird immer ein gewisses Knowhow des Managements unterstellt. (Muss aber nicht immer sein)
                  • Fondsvolumen: Wie viel Geld wird in dem Fonds verwaltet? Ab einem Volumen von 1 Mrd. € spricht man von einem großen Fonds. Bei kleinen Fonds kann die Gefahr bestehen, dass sie irgendwann mit einem anderen Fonds fusionieren. Dein Geld bleibt dabei erhalten. Allerdings kann sich dann die Investitionsentscheidung des Fonds verändern.
                  • Ob ein Fonds sich gut oder schlecht entwickelt, hat jedoch eher wenig mit seiner Größe zu tun. 
                    • weitere Kennzahlen:
                      • Performance: Meistens nach der BVI Methode berechnet und damit vergleichbar. Sie zeigt die Performance/den Gewinn, abzüglich der anfallenden laufenden Kosten (nicht der Ausgabeaufschläge) auf einem bestimmten Zeitraum an.
                      • Sharpe Ratio: Kennzahl zur Messung, inwiefern der Fonds das eingegangene Risiko auch in Form von Gewinn “bezahlt” hat. Ein Wert über 1 bedeutet, der Fonds hat das eingegange Risiko durch Gewinne ausgeglichen. Liegt der Wert zwischen 0 und 1 bedeutet das, dass der Fonds zwar Gewinne erzielt hat, jedoch nicht in der Höhe, dass diese das eingegangene Risiko ausgeglichen haben. Du bist sozusagen zu viel Risiko eingegangen, hinsichtlich dem Gewinn, den du erhalten hast. Ist die Ratio unter 0 hat der Fonds nicht mal den Gewinn erwirtschaftet, den du mit einer vollständig sicheren Anlage gehabt hättest (Finger also weg!) 
                      • Volatilität: Bezeichnet die Stärke der Schwankung, welche der Fonds in einem Jahr oder länger hinlegt. Je höher der prozentuale Wert umso stärker ist die Schwankung. I.d.R. bei einem Aktienfonds zwischen 10-30 %.
                      • Maximum Drawdown: Zeigt den größten Verlust des Fonds innerhalb des vorgegebenen Zeitraums an.
                      • Alpha-Faktor: Mit diesem kann die Qualität des Fondsmanagements gemessen werden. Denn dieser misst den Mehrgewinn des Fonds gegenüber einer Benchmark. Diese Benchmark ist meistens ein bestimmter Index. Bei einem Fonds der überwiegend in deutsche Aktien investiert, wäre hier die Benchmark der DAX. Bedeutet in diesem Beispiel, wenn der Alpha-Wert einen positiven Wert annimmt (Bspw. 1%), hat der Fonds die Rendite des DAX, um 1% übertroffen. Das Fondsmanagement hat also eine gute Arbeit geleistet. Sollte der Wert unter bzw. gleich 0 sein, eher Finger weglassen, da das Fondsmanagement es nicht geschafft hat, durch eine bestimmte Auswahl der Aktien einen größeren Gewinn zu erwirtschaften. 
                      • Diese Kennzahlen können dir bei der Auswahl deines Fonds helfen, egal ob du ihn selber auswählst oder durch einen Berater auswählen lässt, dich zu entscheiden.

                        Wichtig ist, dass du dir vor allem über die Fragen am Beginn ausführlich Gedanken machst und dann deine Wahl triffst. 

                        Wie immer ein Zitat am Ende: Heute von dem Investor Ralph Wagner:

                        Die Zeit ist dein Freund; Emotionen (der Impuls, die Handlung) dein Feind

                        Ralph Wagner

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                        31 min
                      • Folge 9 – Woher kommt unser Geld?

                        Woher kommt eigentlich unser Geld? Was ist die Zentralbank? Was ist eigentlich Geldpolitik? Und wie sieht diese aktuell aus? 

                         In der heutigen Folge schauen wir uns an, woher unser Geld kommt und geben euch einen kleinen Einblick in die Geldpolitik der Zentralbanken. Diese Politik ist für unsere Wirtschaft, Börsen und Banken ein wichtiger Bestandteil und somit auch in deinem täglichen Leben.

                         Kommen wir zur ersten Frage: Woher kommt eigentlich unser Geld?

                         Klar, jeder von uns holt sein Bargeld bei seiner Bank und der Rest liegt auf dem Konto; auch bei der Bank. Es ist aber nicht so, dass deine Bank auch das Geld selber herstellt/druckt, oder einfach so viel sie will ausgeben kann.

                        Das Geld kommt ursprünglich von den Zentralbanken. Das ist einmal die Europäische Zentralbank und zum anderen, die Zentralbanken der einzelnen Länder. Bei uns ist das die Deutsche Bundesbank. 

                         Wenn eure Bank also neues Bargeld benötigt, hebt sie von ihrem eigenen Konto bei der Zentralbank Geld ab und bekommt dafür Bargeld. In dem Moment, wenn die Zentralbank das bedruckte Papier auszahlt, wird es zu Geld. So entstehen die Banknoten, also die Scheine.

                         Die Münzen hingegen, dürfen die Euro-Staaten herstellen und ausgeben. Bei uns ist dafür das Bundesfinanzministerium zuständig.

                         Was ist überhaupt die Zentralbank?

                         Zuerst, wie eben schon erwähnt, gibt es einmal die Europäische Zentralbank und die Zentralbanken der einzelnen Euro-Staaten.

                        Die Europäische Zentralbank (auch EZB) ist die Zentralbank der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die den Euro eingeführt haben. Ihre hauptsächliche Aufgabe ist es, die Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten und so die Kaufkraft der gemeinsamen Währung zu erhalten. Das heißt, sie versucht mit verschiedenen Instrumenten den Wert des Euros möglichst stabil zu halten.

                         Die Deutsche Bundesbank ist ähnlich wie die Europäische Zentralbank für die gemeinsame Währung, den Euro zuständig. Sie ist also wie die EZB für die Geldpolitik zuständig, das Ganze eben in Deutschland. 

                        Neben den oben genannten Aufgaben: Verwaltet die Deutsche Bundesbank auch die nationalen Währungsreserven, dient als Hausbank des Bundes und berät die Bundesregierung in Währungspolitischen Themen.

                         Darüber hinaus erfüllt die Bundesbank weitere wichtige Aufgaben. Wie z.B. die Mitwirkung an der nationalen Aufsicht über Kreditinstitute, sowie die Bereiche Bargeld und Finanzstabilität.

                         Was ist eigentlich Geldpolitik?

                        Dazu ist erstmal gut zu wissen, dass stabiles Geld, also ein stabiler Euro gut für uns alle ist. Mit Stabilität ist hier gemeint, dass ihr z.B. immer in Etwa das Gleiche für 5 Euro kaufen könnt. Stell dir vor, du kaufst heute für 5 Euro einen Kuli. Wenn die Stabilität des Geldes nicht gegeben wäre, könnte so ein Kuli in einem halben Jahr auf einmal 500 Euro kosten. Du würdest also weniger für dein Geld bekommen.

                        Dadurch würde also auch dein Geld auf dem Konto immer weniger Wert werden. Dieses Phänomen nennt man Inflation.

                         Um z.B. dem entgegenzuwirken, benutzen die Zentralbanken verschiedene Geldpolitische Instrumente.

                         Das wohl bekannteste Instrument ist der Leitzins. Von dem hast du bestimmt auch schon gehört, doch bestimmt nicht viel Gutes.

                         Aber was ist der Leitzins eigentlich?

                         Die einzelnen Banken, also auch die Bank, bei der du dein Konto hast, nehmen auch selber Kredite auf. Diese sind zum Teil nur sehr kurzfristig, also nicht wie ein Auto-Kredit über mehrere Jahre, sondern nur über ein paar Tage. Der Zins, zu dem die Banken jetzt diese Kredite bekommen, gilt als Leitzins.

                         Wenn Kunden nun zu Ihrer Bank gehen und einen Kredit aufnehmen wollen, zahlen die Kunden einen ähnlichen Zins auf das Geld, wie die Bank selber an die Zentralbank zahlt.

                         Und wie sieht diese aktuell aus? 

                         Das Zinsniveau ist, wie du sicherlich schon selber gemerkt hast, auf einem historischen Tief.

                        Hier einmal die Entwicklung des Leitzinses der letzten Jahre:

                         ·       Leitzins Juli 2008           4,25%

                        ·       Leitzins April 2009         1,25%

                        ·       Leitzins Juli 2011           1,50%

                        ·       Leitzins Juni 2014          0,15%

                        ·       Leitzins seit März 2016    0,00%

                         Tatsächlich ist auch noch nicht abzusehen, wann dieser Zins wieder angehoben wird.

                         Wie immer ein Zitat, passend zum Thema. Diese Woche von Jens Weidmann, dem Präsidenten der Deutschen Bundesbank

                        „Die Vorstellung, wir können mit billigem Geld die Ursachen der Krise bekämpfen, ist gefährlich.Geldpolitik wirkt wie ein Schmerzmittel; nachlassende Symptome dürfen nicht davon ablenken, die Ursachen zu therapieren.“

                        Jens Weidmann

                        Link zum kostenlosen Buch der Bundesbank:

                        https://www.bundesbank.de/de/publikationen/schule-und-bildung/geld-und-geldpolitik-606038

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                        32 min
                      • Folge 8 – Gibt es den perfekten Moment zum Investieren?

                        Was Fonds sind und wie diese im Groben funktionieren haben wir euch bereits in den Folgen 4 und 7 erklärt. In dieser Folge geht es einmal um den Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) beim Investieren in Fonds, und zum anderen möchten wir konkreter darauf eingehen, wie ihr selber in Fonds investieren könnt.

                        Dazu klären wir die Fragen: Was ist der Cost-Average-Effekt? Wie kann ich diesen effektiv nutzen? Was bringt er mir und meiner Anlage? Wie investiere ich konkret in Fonds? Bei welchen Anbietern kann ich in Fonds investieren?

                        Was ist der Cost-Average-Effekt?

                        Der Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) beschreibt das Ergebnis eines Sparplans über längere Zeit. Wenn man über das Investieren nachdenkt, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann sein gesamtes Kapital auf einmal investieren, geht hierbei aber die Gefahr ein, dass die Kurse in naher Zukunft nochmal fallen (Das man also den falschen Zeitpunkt erwischt hat). Wenn man aber regelmäßig, immer den gleichen Betrag investiert (z.B. 3 Jahre lang, monatlich 200,- Euro), kauft man manchmal bei höheren Kursen teuer ein, und manchmal bei niedrigen Kursen günstig ein.

                        Sagen wir die Kurse, also ein Anteil an einem Fonds, sind gerade sehr hoch, dann bekommst du in dem Moment weniger Anteile. Wenn die Kurse im nächsten Monat tiefer sind, der Anteil eines Fonds also günstiger ist, kaufst du mit deinem fixen Investitionsbetrag mehr ein.

                        Wie kann ich den Cost-Average-Effekt effektiv nutzen?

                        Wenn du überlegst, ab sofort ein bisschen Geld beiseite zu legen und es in einen Fonds zu investieren, solltest du einen Dauerauftrag zum Sparen einrichten. 

                        Um den Durchschnittskosteneffekt nutzen zu können, solltest du immer am gleichen Tag, unabhängig der Kurse, einen festen Betrag investieren. 

                        Das liegt daran, dass keiner die Entwicklung der Kurse vorhersehen kann. Wenn du also denkst, heute wäre ein günstiger Tag zum Investieren, können die Kurse am nächsten Tag schon noch niedriger sein.

                        Was bringt er mir und meiner Anlage?

                        Hierzu ein Beispiel aus deinem Alltag, das Tanken.

                         
                        Tag: 1
                        Liter: 2,00 €
                        Tag: 2
                        Liter: 1,10 €
                        Tag: 3
                        Liter: 1,40 €
                        Tag: 4
                        Liter: 2,50 €
                         
                        Person: 1 tankt immer 10 Liter

                        20 €

                        11 €

                        14 €

                        25 €
                        70 €40 Liter= 1,75 € / l
                        Person: 2 tankt immer für 17,50 €

                        8,75 l

                        15,91 l

                        12,5 l

                        7 l
                        70 €44,16 Liter= 1,585 € / l

                        Du siehst also, dass Person: 2, die immer für den gleichen Betrag getankt hat, am Ende mehr Benzin für einen geringeren Liter Preis bekommen hat. So kannst du dir das auch bei deiner Anlage vorstellen. Nur das du am Ende kein Benzin, sondern z.B. Fondsanteile hast. 

                        Wie investiere ich konkret in Fonds?

                        Um in Fonds zu investieren benötigst du zunächst ein Depot. Dort werden dann deine Fondsanteile aufbewahrt.

                        Wenn du bei deiner Hausbank, also da wo du schon ein Girokonto hast, auch ein Depot eröffnest, reicht oftmals dein gängiges Girokonto.

                        Wenn du das Depot aber bei einer anderen Bank eröffnest, bekommst du zu dem Depot auch ein Wertpapierverrechnungskonto zugewiesen. Von diesem Konto werden dann die Anteile oder Aktien gekauft und verrechnet.

                        Wenn du dich nicht selber mit dem Thema beschäftigen möchtest, frag einfach deinen Finanzberater, der wird dir dann verschiedene Fonds vorschlagen und das ganze zum Laufen bringen. 

                        Wenn du selbst die Fonds, ETFs oder anderen Investments auswählen möchtest, eröffne dir ein Depot, wie oben beschrieben. Dann kannst du dir einen Dauerauftrag einrichten und bist dein eigener Chef über das Investment

                        Bei welchen Anbietern kann ich in Fonds investieren?

                        Hier kann man wieder zwischen zwei Anbieter-Arten unterscheiden.

                        1. Die deutschen Großbanken haben zum Teil eigene oder fixe Fondsgesellschaften.
                        2. Wenn du also deinen Bankberater in deiner Bank auf Fonds ansprichst, schlagen diese euch in der Regel die Hauseigenen Fonds vor.

                          • Bei der Deutschen Bank ist das die DWS Gruppe. Sie ist die größte Fondsverwaltungsgesellschaft in Deutschland mit einem verwalteten Vermögen von etwa 268 Milliarden Euro.
                          • Bei den Volks- und Raiffeisenbanken ist es die Union Investment Gruppe. Sie ist die zweitgrößte Fondsgesellschaft Deutschlands. (Verwaltetes Kapital: 159 Mrd. €)
                          • Bei den Sparkassen handelt es sich um die DekaBank Gruppe (Verwaltetes Kapital: 134 Mrd €)
                            1. Dann gibt es noch die Möglichkeit, dass du dein Depot bei einer Direktbank eröffnest.
                            2. Das können z.B. die Consorsbank, die Comdirect Bank oder die ING-DiBa sein.

                              • Die Direktbanken gehören zum Teil zu größeren Bankhäusern. Die Comdirect Bank gehört z.B. zur Commerzbank und die Consorsbank zur BNP Paribas. Daher bieten diese auch Fonds der eigenen Bankhäuser an, hier hast du aber generell selbst die Aufgabe, dir einen passenden Fonds auszusuchen. 
                              • Die Wall Street verdient ihr Geld mit hektischer Betriebsamkeit. Verdienen Sie ihr Geld lieber in Ruhe.

                                Warren Buffet

                                Bleibt informiert. Ehrlich. und Eiskalt.

                                DISCLAIMER:

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                                27 min

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