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ETFs, vielleicht hast du das schon mal gehört. Aber was sind ETFs? Was ist der Unterschied zwischen ETFs und „normalen“ Fonds? Warum erfreuen sich ETFs einer so großen Beliebtheit? Und, wo kann ich sie kaufen?
All das werden wir in der heutigen Folge klären!
Also was sind eigentlich ETFs?
ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte (nur über die Börse handelbar, nicht über Fondsgesellschaft) Fonds die i.d.R. einen Index (Bspw. den DAX) abbilden. Abbilden heißt in diesem Zusammenhang, dass der ETF genau die Menge an Aktien von den Unternehmen kauft, die auch im DAX vorkommen. Somit versucht er genau den Wertverlauf des DAX nachzubilden. Heißt, der DAX steigt um 3% – der ETF steigt auch um 3%.
Es gibt im Großen und Ganzen zwei verschiedene Arten von ETFs. Zum einen gibt es ETFs, die einen Index physisch nachbilden und zum anderen ETFs, die den Index synthetisch nachbilden. Physisch heißt, dass der ETF bzw. die Gesellschaft, die diesen herausbringt, die Aktien aus dem Index an der Börse kauft. Bei einem Synthetischen ETF kauft die Gesellschaft die Aktien nicht, sondern leiht sie sich mit Hilfe von bestimmten Finanzprodukten (Swaps) von anderen Fondsgesellschaften. Bei beiden Arten ist die Funktionsweise allerdings dieselbe. Allerdings stehen ETFs auf Swap Basis manchmal in der Kritik, da es sein kann, dass die Gesellschaft von denen sich der ETF Anbieter die Aktien leiht, insolvent wird und die Aktien verkaufen muss. Daher ist das ein Risiko, welches man ggf. in seine Entscheidung mit einfließen lassen sollte.
Was genau ist der Unterschied zwischen einem ETF und einem „normalen“ Fonds?
Zunächst einmal sind ETFs i.d.R. passiv gemanagt. Das heißt, es werden nicht bestimmte Aktien oder Anleihen ausgewählt, sondern es wird „nur“ ein Index nachgebildet. Das Gegenteil dazu ist der aktiv gemanagte Fonds, bei dem ein Fondsmanagement die Aktien genau auswählt. Sie sind also nicht an einen Index gebunden. Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, ist der Aufwand und die Anzahl der Personen, die hinter solch einem aktiv gemanagten Fonds sitzen, deutlich höher als bei einem passiven. Daher sind die Kosten bei einem ETF auch deutlich geringer.
Hier eine Übersicht der Vor- und Nachteile eines ETFs:
Warum sind ETFs in den Medien immer wieder ein Thema?
Die ersten ETFs gibt es seit den 1970er Jahren, damals allerdings nur für große Unternehmen und Banken gedacht. Mittlerweile hat sich der Markt für ETFs allerdings auch für private Personen geöffnet. Vor allem die geringen Kosten sind für viele Anleger ein wichtiges Argument wenn es darum geht sich für ETFs zu entscheiden. Ein Unterschied von bspw. 1 % weniger Kosten pro Jahr, machen gerade in der Altersvorsorge, also beim Sparen über lange Zeit, einen sehr großen Unterschied auf den Endbetrag aus. Hier ein Beispiel:
Wir haben einen ETF mit 0,6% Kosten pro Jahr und einen aktiv gemanagten Fonds mit 1,6% Kosten pro Jahr. In beide werden100€ pro Monat über 30 Jahre eingezahlt. Wir gehen von einer Rendite (pro Jahr) von 4% aus. Am Ende dieser 30 Jahre würde der Gesamtwert beim ETF ca. 61.800 € betragen. Beim aktiv gemanagten hingegen, würde ein Endbetrag von ca. 51.100€ rauskommen. Also fast 10.000€ Unterschied!
Wie immer ein paar Zahlen zum Thema ETFs:
Wo kannst du die ETFs jetzt kaufen?
ETFs gibt es von vielen verschiedene Anbietern. Zu den größten gehört iShares mit einem Marktanteil von 49%, gefolgt von der Deutschen Bank x-trackers (11%), Lyxor (10%) und der UBS (10%). Diese ETFs kann man innerhalb der Öffnungszeiten an einer Börse kaufen, Voraussetzung ist ein Wertpapierdepot, bei dem die ETFs „gelagert“ werden.
Wie genau du jetzt einen ETF auswählen kannst, erfährst du in den kommenden Folgen!
Zu guter Letzt wie immer ein Zitat: Heute von Warren Buffet:
„Wenn Billionen von Dollar von Wall-Street-Managern verwaltet werden, die hohe Gebühren verlangen, werden es in der Regel die Vermögensverwalter sein, die enorme Gewinne machen, und nicht die Kunden.“
DISCLAIMER:
Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung gem. §63 ff. WpHG dar, sondern dient lediglich der Information und Unterhaltung!
Corona bzw. Covid-19 – Anfang des Jahres hätte es niemand für möglich gehalten, dass eine Pandemie die gesamte Welt für einige Wochen lahm legt. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man immer noch nicht davon reden, dass wir Corona hinter uns haben. Was die kommenden Monate noch kommt? – wir werden sehen. Aber was genau ist passiert? Wie reagierten die Regierungen? Wie waren die Auswirkungen auf den Aktienmarkt und auf die Wirtschaft? Welche Gelegenheiten oder Gefahren gab es? All das schauen wir uns in dieser Folge an.
Was ist passiert?
Anfang des Jahres, genauer gesagt im Februar wurden die ersten Europäer mit Covid-19 infiziert. Das Virus brach zuvor im Dezember 2019 in China aus und wurde durch die globalisierte Welt schnell auf der gesamten Erde verteilt. Zwischen März und April wurden in Deutschland täglich bis zu 6.000 Neuinfektionen gemeldet, mittlerweile befinden wir uns bei “nur” noch 100-500 Neuinfektionen pro Tag (Stand Juli 2020). Während China offiziell nur noch geringe Neuansteckungen meldet, werden in den USA täglich bis zu 60.000 Neuinfektionen (Stand Juli 2020) gemeldet. Unglaublich hohe Zahlen, sodass wir aktuell auf der gesamten Welt, seit dem Ausbruch des Virus, ca. 13 Mio. Infizierte zu verzeichnen hatten.
Aber wie reagierten bzw. reagieren die Regierungen auf diese Pandemie?
Wir alle wissen, der Großteil der Regierungen reagierte gerade in Europa mit Lockdowns. Wir konnten alle nur noch für das nötigste raus (z.B. Arbeiten oder Einkaufen), Schulen waren geschlossen, viele Unternehmen mussten ihre Türen schließen, da keine Kunden mehr kommen konnten oder Aufträge eingingen. Durch Grenzschließungen war und ist es gerade für Unternehmen, welche weltweit tätig sind, schwierig bis unmöglich ihre Geschäfte weiter zu führen. Die deutsche Regierung reagierte darauf mit umfangreichen Hilfsprogrammen, wie finanzielle Unterstützungen für Unternehmen, Steuersenkungen oder Kurzarbeit (die Möglichkeit, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter nicht kündigen müssen, sondern der Staat 60% des Gehalts der Mitarbeiter zahlt. Dadurch konnten einige Arbeitsplätze geschützt werden). Ob diese Hilfen wirklich etwas gebracht haben und die Wirtschaft wieder ans Laufen bringen, werden erst die kommenden Monate zeigen.
Wie reagierte jedoch der Aktienmarkt auf die Lockdowns und das Ausbreiten des Viruses?
Aufgrund des Lockdowns und der Grenzschließungen brach die Weltwirtschaft ein. Grund dafür ist, dass einige Unternehmen nicht mehr ihre Produkte oder Dienstleistungen verkaufen bzw. anbieten konnten. So kam es am 9. März 2020 an den meisten Börsen auf der Welt zu einem Börsencrash (also einem starken Kursverlust aller Aktien innerhalb kurzer Zeit). An den amerikanischen Börsen kam es zum größten Einbruch der Aktienkurse seit 1987. So verlor der Dow Jones (Index der größten amerikanischen Unternehmen, ähnlich wie der DAX) von Anfangs ca. 29.400 Punkten, innerhalb von einem Monat, fast 11.200 Punkte und befand sich Mitte März bei ca. 18.200 Punkten, also verlor er ca. – 38% an Wert.
Dem DAX erging es ähnlich, dieser Stand Mitte Februar bei ca. 13.700 Punkten und Mitte März bei ca. 8.200 Punkten. Das entspricht einem Verlust von 5.500 Punkten bzw. ca. – 40%.
Vor allem Aktien von Fluggesellschaften, Flugzeugbauern, Event-Veranstaltern oder Reiseunternehmen erlitten sehr hohe Verluste. Das Kreuzfahrtunternehmen Carnival Corporation (dazu gehören z.B. AIDA oder Costa) verlor von Mitte Januar (Aktienkurs 51,94 Dollar pro Aktien) bis Mitte März (Aktienkurs 7,90 Dollar pro Aktie) ca. 85% des Börsenwertes.
Woran lagen diese extremen Kursrückgänge weltweit?
Da der Ausblick für das Jahr 2020 und die folgenden Jahre durch die Lockdowns so schlecht aussahen und niemand wissen konnte, wie sich der Virus entwickelt, waren die Schätzungen zu den Gewinnen der Unternehmen, sowie deren Wachstum so schlecht, dass sehr viele ihre Aktien einfach nur noch verkaufen wollten. Dadurch sanken die Kurse. Durch diese Senkungen gerieten noch mehr Menschen in Panik und verkauften ihre Aktien. Dadurch kam es zu einer Art Kettenreaktion. Das besondere, all das passierte innerhalb von nur einem Monat. (Bei der Finanzkrise 2008/2009 dauerte der Rückgang 6 Monate)
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie sich das Ganze bis heute entwickelt hat?
Tatsächlich haben sich die Aktienkurse auf der Welt sehr schnell wieder erholt. So stieg der DAX bis heute im Juli auf ca. 12.900 Punkte (ca. 52%) wieder an. Auch der Dow Jones stieg bis heute wieder auf ca. 26.800 Punkte (ca. 47%) an. Gerade Unternehmen wie Amazon, Google oder Netflix, also Tech-Unternehmen, haben von den Lockdowns profitiert. Logisch, da alle über Amazon bestellt haben und den ganzen Tag daheim Netflix geschaut haben. Netflix zum Beispiel sank zwar im März um ca. 25%, stieg aber bis Juli auf einen Kurs von ca. 520 Dollar pro Aktie an, was einen Kursanstieg von ca. 80% bedeutet.
Da bis heute noch nicht klar ist, wann es mit dem Reiseverkehr wieder richtig losgeht, sind diese Unternehmen noch deutlich unter dem Stand von Ende 2019, wo Corona noch kein wirkliches Thema war.
Kann eine Gefahr auch eine Chance sein?
Die Corona Krise ist der beste Beweis dafür, dass eine Gefahr auch gleichzeitig eine Chance sein kann. Neben dem, dass viele Menschen aufgrund des Lockdowns endlich auch mal die Chance hatten, etwas für sich zu tun, wie eine neue Sprache erlernen oder eigene Projekte zu entwickeln (Wie wir mit unserem Podcast) ergaben sich auch für das Investieren gute Chancen. Hier haben wir mal 3 Beispiele für dich:
Was wollen wir damit also sagen?
Natürlich ist es nicht schön ein dickes Minus in seinem Depot stehen zu haben, aber eine solche Krise wie Corona, bietet eben auch die Gelegenheit am Aktienmarkt günstig Aktien zu kaufen oder Fondsanteile zu kaufen. Gleichzeitig kann man das Risiko durch eine monatliches ansparen verringern, da man jeden Monat zu unterschiedlichen Kursen kauft und somit Schwankungen besser ausgleichen kann. Das heißt jedoch nicht, dass es dadurch gar keine Schwankungen mehr gibt! Wichtig ist, wie lange dein Anlagehorizont ist. Schaut man in die Vergangenheit hat sich eine langfristige Sichtweise (6-10 Jahre) immer ausgezahlt, sodass auch mal Krisen vergleichbar zur Corona Krise ausgeglichen werden konnten. Wichtig ist: Geduld und Ruhe, Panikverkäufe haben noch nie etwas gebracht!
Unsere Sorgfaltspflicht zwingt uns jedoch auch dazu, dich darüber zu informieren, dass diese Beispiele einen Aktienfonds mit weltweiter Ausrichtung betreffen. Bei einzelnen Aktien kann das Ganze auch anders aussehen, neben hohen Gewinnen, wie bspw. Netflix. Kannst du natürlich auch höhere Verluste erleiden, bspw. Carnival Corporation.
Eine Chance zu sehen, ist keine Kunst. Die Kunst ist, eine Chance als Erster zu sehen
DISCLAIMER:
Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung gem. §63 ff. WpHG dar, sondern dient lediglich der Information und Unterhaltung!
Endlich hast du die Möglichkeit alle Finanzbegriffe zu verstehen!
Wir sagen dir ganz ehrlich, am Anfang waren die diversen Begriffe der Finanzwelt für uns ein einziges Durcheinander. Ständig werden neue Namen für eigentlich gleiche Produkte oder Phänomene erfunden. Wir haben uns gedacht wir geben dir eine Hilfe an die Hand, damit du schneller den Durchblick bekommst.
Ab sofort hast du die Möglichkeit hier auf unserer Website, in unserem Finanz Sorbet Lexikon, die relevantesten Begriffe “nachzuschlagen”. Dort werden sie kurz, einfach und verständlich erklärt, damit du den Überblick behältst!
Außerdem haben wir hier und in unserer neusten Podcast Folge die wichtigsten Begriffe der letzten vier Folgen zusammengefasst:
Markt
Monopol / Polypol
Börse
DAX
Preise
Brutto/Netto
Geld
Man soll die Ereignisse nicht mit den Augen verfolgen, sondern mit dem Kopf
Wer oder was ist ein Fonds??
Diese Frage haben wir uns zumindest gestellt, als wir das erste Mal gesehen haben, wie “Fonds” geschrieben wird. Das zu wissen ist zwar gut, aber noch lange nicht alles, was man zu diesem Thema wissen kann.
In diesem Beitrag klären wir die Fragen, was ein Fonds im Allgemeinen ist und was es für verschiedene Arten von Fonds gibt. Gut wäre, wenn du dir vorher unsere Beiträge zu Aktien und Anleihen durchliest bzw. anhörst.
Was ist ein Fonds?
Ein Fonds ist generell eine für einen bestimmten Zweck gebildete Vermögensmenge.
Dabei verfolgt ein Fonds ein einfaches Prinzip; Geld von vielen kleinen Anlegern wird gesammelt und dann gemeinsam in Wertpapiere oder Immobilien investiert.
Die gesammelte Geldmenge wird von einem Manager verwaltet. Dieser wählt, je nach Thema des Fonds, die Wertpapiere oder Immobilien aus, in die investiert wird.
Wie funktioniert das in der Praxis?
Hier also einmal der Ablauf in der Praxis:
Warum sollte man sein Geld in einen Fonds stecken und nicht selber die Aktien kaufen?
Wie immer ein paar Zahlen über Investmentfonds:
Als Fazit kann man also sagen, wenn du nicht die Zeit oder Lust hast dich regelmäßig mit aktuellen Wirtschaftsmeldungen zu befassen, ist ein Fonds eine angenehme Lösung trotzdem an den Chancen am Markt teilzunehmen. Dabei ist natürlich zu beachten, dass trotz der großen Menge an Anlegern und großen Menge an Aktien die in einem Fonds sind, man auch Verluste mit einer Anlage in Fonds machen kann. Des Weiteren kostet so ein Fonds auch etwas und ist nicht kostenlos.
Wenn du noch weiteres Interesse hast, zählen wir hier schon mal verschiedene Arten von Fonds auf, zu denen du in weiteren Beiträgen Informationen findest.
Am Ende noch ein Zitat zum Nachdenken, heute von Mark Twain:
Oktober. Einer der besonders gefährlichen Monate für Börsenspekulationen. Die anderen sind Juli, Januar, September, April, November, Mai, März, Juni, Dezember, August und Februar.
Anleihen, Schuldverschreibungen, Bonds, festverzinsliche Wertpapiere, Obligationen, Rentenpapiere, Renten – viele verschiedene Wörter, aber eine Bedeutung.
Was sind eigentlich Anleihen? Welche Arten von Anleihen gibt es? Was hat ein Unternehmen / ein Staat davon Anleihen auszugeben? Welchen Vorteil hast du von Anleihen? Welche Relevanz haben Anleihen? Und zu guter Letzt, brauchst du Anleihen?
Nachdem du in der letzten Folge alles wichtige über Aktien erfahren konntest, machen wir heute mit Anleihen weiter – einem weiteren bedeutsamen Wertpapier.
Was sind eigentlich Anleihen?
Zunächst, alle Wörter die du hier oben lesen konntest haben letzten Endes dieselbe Bedeutung. Also wenn du das nächste mal eines dieser Wörter hörst, weißt du um was es geht.
Anleihen sind Wertpapiere mit einer i.d.R. vorab vereinbarten Verzinsung und dem Recht, am Ende der Laufzeit, den Wert der Anleihe zu 100% zurückgezahlt zu bekommen. Das heißt also, du kaufst eine Anleihe bei einem Emittenten, das kann ein Staat oder ein Unternehmen sein, und bekommst nach der Laufzeit das Geld wieder zurück. Allerdings kannst du Anleihen auch vor Ende der Laufzeit an der Börse verkaufen. Der Kurs der Anleihe kann sich ähnlich zum Preis der Aktie aufgrund von Angebot und Nachfrage verändern. Du hast also nur am Ende der Laufzeit eine Garantie, dass der Preis zu 100% zurückgezahlt wird.
Welche Arten von Anleihen gibt es denn?
Es gibt, wie du sicherlich ganz am Anfang schon gedacht hast, einige verschiedene Namen für Anleihen. Hier einige der gängigen Formen/ Arten:
Nachdem du jetzt einen gewissen Überblick über die verschiedenen Arten hast, stellt sich natürlich die Frage, was haben Staaten oder Unternehmen davon Anleihen auszugeben?
Anleihen stellen eine wichtige Säule in der Finanzierung von Unternehmen und Staaten dar. Möchten diese beiden große Investitionen tätigen, kann das dafür benötigte Geld nicht über Banken eingeholt werden, sondern muss an den Finanzmärkten aufgenommen werden. Ein Unternehmen/ Staat (Emittent) entscheidet sich, mehrere Millionen Euro als eine Art Kredit aufzunehmen und zahlt dafür einen Zins. Privatpersonen, andere Unternehmen oder Staaten kaufen diese Anleihen und geben dafür ihr Geld dem jeweiligen Emittenten. Für ein Unternehmen ist die Ausgabe einer Anleihe deutlich günstiger als die Ausgabe einer Aktie und daher sehr interessant für Sie.
Der zu zahlende Zins besteht aus einem Referenzzinssatz (Aktuell 0%) und einem Risikoaufschlag, der abhängig von der Zahlungsfähigkeit (Bonität) des Unternehmens bzw. Staates ist. Je höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen nicht mehr Zahlungsfähig ist und insolvent werden könnte, umso höher der Risikoaufschlag.
Hier ein Bsp. damit du dir das besser vorstellen kannst:
Deutschland hat eine der besten Bonitäten der Welt, der Risikoaufschlag ist also gering. Deutschland bezahlt daher bei einer Anleihe mit einer Laufzeit von 10 Jahren einen Zinssatz von 0%.
Der Autokonzern Daimler, zu dem auch die Marke Mercedes-Benz gehört, bezahlt wiederum für eine Anleihe mit derselben Laufzeit einen Zins von 2,375% pro Jahr. Das liegt daran, dass Daimler innerhalb der nächsten 10 Jahre mit einer höheren Wahrscheinlichkeit insolvent gehen könnte, als Deutschland.
Nachdem wir nun die Vorteile für den Staat bzw. das Unternehmen geklärt haben, kommen wir zu der Frage, welchen Vorteil hast du als Besitzer einer Anleihe?
Wie schon zuvor gesagt, hast du das Anrecht auf eine vereinbarte Zinszahlung und das jedes Jahr. Obwohl die Kurse bzw. Preise für Anleihen schwanken können, sind die Schwankungen i.d.R. wesentlich geringer als bei Anleihen. Anleihen werden deshalb oft auch als ein sehr sicheres Wertpapier eingestuft. Das ist allerdings auch sehr abhängig von der zuvor genannten Bonität des Emittenten.
Welche Relevanz haben Anleihen?
Anleihen sind als sehr relevant in den Finanzmärkten einzustufen. Gerade bei Banken und Versicherern besteht eine große Nachfrage, nach diesen Wertpapieren.
Die Relevanz von Anleihen in den Finanzmärkten wird, denken wir gerade mit der letzten Zahl, sehr deutlich.
Da schließt sich natürlich die letzte Frage gut an, brauchst du denn Anleihen?
Jeder Mensch hat ein anderes Sicherheitsbedürfnis. Wenn du ein höheres Risiko bei der Geldanlage eingehen willst, sind sichere Anleihen eher weniger bedeutsam. Möchtest du neben der Chance auf gute Renditen durch Aktien auch ein bisschen Sicherheit, sind Anleihen von Emittenten mit einer guten Bonität definitiv eine gute Idee.
Wie du Anleihen aussuchst und wie du einschätzen kannst, ob die Bonität eines Unternehmens oder Staates gut ist, erfährst du in einer der kommenden Folgen / Beiträge!
Zu guter Letzt wie gewohnt noch ein Zitat zum nachdenken. Heute von dem Börsenguru – Warren Buffet:
“Risiko entsteht dann, wenn Anleger nicht wissen was sie tun!”
Aktien – Anteile an einem Unternehmen, einfach nur wertloses Papier oder steckt wirklich etwas dahinter? Was sind eigentlich Aktien? Wie wird der Wert einer Aktie bestimmt? Welchen Mehrwert erhalte ich durch den Besitz von Aktien? Was hat ein Unternehmen davon Aktien auszugeben – zu emittieren? Welche Relevanz haben Aktien in unserer Wirtschaft? Brauche ich Aktien?
Nachdem wir in uns in der letzten Folge mit dem Investieren beschäftigt haben, ist nun natürlich die Frage, in was kannst du denn investieren? Den Start macht heute – die Aktie!
Kommen wir zur ersten Frage: Was sind eigentlich Aktien?
Eine Aktie ist ein Wertpapier, das dazu dient, sich an etwas zu beteiligen. I.d.R. wird man mit einer Aktie an einer Aktiengesellschaft (AG) beteiligt, einer speziellen Rechtsform eines Unternehmens. Eine AG kann sozusagen Anteile (Aktien) am eigenen Unternehmen an Privatpersonen, Banken, andere Unternehmen oder auch Staaten, ausgeben (emittieren) und erhält dafür Geld. Im übertragenen Sinn besitzt du mit einer Aktie einen kleinen Teil an einem Unternehmen. Dieser Teil kann je nach größe des Unternehmens den Wert eines Bleistifts, eines Laptops, oder eines Kleinwagens haben. Aktien sind also ein gutes Mittel für Unternehmen, um an neue finanzielle Mittel zu kommen.
Aber wie wird jetzt der Wert einer Aktie bestimmt?
Der Wert bzw. der Preis einer Aktie wird durch das Angebot und die Nachfrage, zumeist an der Börse, bestimmt. Das Angebot, also wie viele Aktien zum Verkauf stehen, hängt zum einen davon ab, wie viele Aktien das jeweilige Unternehmen ausgegeben hat. Bei den meisten AG’s, liegt die Anzahl bei mehreren Millionen Aktien. Zum Vergleich, der Autohersteller Volkswagen (VW) hat zum Ende des Jahres 2019, ca. 500 Mio. Aktien ausgegeben. Es gibt allerdings auch AG’s, wie bspw. der Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli, die wesentlich weniger emittiert haben (zum 31.12.2019 ca. 1,1 Mio). Zum anderen hängt das Angebot aber auch von den Erwartungen der Besitzer bzw. Aktionären ab. Sind die Erwartungen schlecht, wollen diese ihre Aktien loswerden und verkaufen sie an der Börse, das Angebot steigt. Die Nachfrage ist genauso stark von Erwartungen geprägt. Hast du also ein Unternehmen, welches eine moderne Technologie erfunden hat (Bspw. Tesla), sind die Erwartungen, dass dieses Unternehmen in der Zukunft viel mehr Gewinn erwirtschaften wird, hoch. Es werden deshalb vermehrt Aktien von diesem Unternehmen gekauft, die Nachfrage steigt und somit steigt auch der Preis der Aktie. Das kann aber auch in die andere Richtung gehen. VW musste sich im Jahr 2015 Vorwürfen gegenüberstellen, dass das Unternehmen bei bestimmten Auto Modellen die ausgewiesenen Abgaswerte manipuliert haben soll. Die Aktionäre hatten Angst vor teuren Gerichtsverfahren und weniger verkauften Autos. Das hätte einen niedrigeren Gewinn zur Folge und aus diesem Grund verkauften sie die Aktien von VW. Die Nachfrage sank und der Preis somit auch.
Neben diesen ganzen Erwartungen ist aber auch der Wert des Unternehmens von Bedeutung. Dieser wird auch als Buchwert bezeichnet. Der Buchwert ist sozusagen der Wert des Vermögens des Unternehmens. Dieser Wert ist vor allem bei der erstmaligen Ausgabe der Aktie durch die AG von Bedeutung und bestimmt maßgeblich den Preis. Ist die Aktie erstmals auf dem Markt und wird durch die verschiedenen Aktionäre an der Börse gehandelt, bestimmen immer mehr die zukünftigen Erwartungen an die AG den Preis der Aktie.
Welchen Mehrwert hast du jetzt durch den Besitz von Aktien?
Das ist natürlich eine berechtigte Frage. Was hast du jetzt davon wenn du eine oder mehrere Aktien besitzt. Zum einen hast du den aktuellen Wert und möglicherweise eine zukünftige Wertsteigerung. Aus 100€ werden so schnell auch 200€, aber es kann natürlich auch sein, dass der Wert auf unter 100€ für eine gewisse Zeit sinkt. Neben der Wertentwicklung hast du als Aktionär und Besitzer einer Aktie auch Anspruch auf eine Gewinnauszahlung (Dividende). Ein Teil des erwirtschafteten Gewinnes, wird jedes Jahr pro Aktie ausgezahlt. War das Geschäftsjahr gut und das Unternehmen hat einen hohen Gewinn erwirtschaftet, ist damit zu rechnen, eine höhere Dividende zu erhalten. War das Jahr allerdings nicht gut, sinkt i.d.R. auch die Dividende, je nachdem kann sie auch ganz ausgesetzt werden. Nehmen wir wieder VW als Beispiel. VW schüttete letztes Jahr (2019) 6,56€ pro Aktie aus.
Neben der Dividende hast du auch ein Stimmrecht bei der Hauptversammlung.
Um das zusammenzufassen: Du erhältst neben der Chance auf einen höheren Wert der Aktie, der Zahlung eines jährlichen Gewinnanteils auch noch die Einladung zum Essen und abstimmen auf der Hauptversammlung.
Nun zur Frage, welchen Mehrwert das Unternehmen dadurch überhaupt hat?
Die Ausgabe von Aktien hilft dem Unternehmen vor allem sich zu finanzieren. Das bedeutet im übertragenen Sinn, dass du einem Unternehmen Geld durch den Kauf der Aktie gibst, damit es z.B. mehr in Forschung/Entwicklung investieren kann. Gerade wenn es um größere Beträge geht, welche das Unternehmen investieren möchte, ist eine Finanzierung über eine Bank nicht möglich. Die Wandlung des Unternehmens in eine AG und die damit verbundene Ausgabe von Aktien hilft dabei.
Kommen wir zur Frage, welche Relevanz Aktien überhaupt haben?
Für die Beantwortung dieser Fragen zeigen wir dir hier mal ein paar Zahlen:
Es lässt sich also Sagen, dass die Relevanz von Aktien in Deutschland nicht mit der in den USA zu vergleichen ist. Gerade wenn man auf den Anteil der Aktionäre an der Gesamtbevölkerung blickt. Das liegt vor allem an der konservativen Haltung ggü. Geld in Deutschland und teilweise schlechten Erfahrung mit Finanzprodukten. Allerdings muss man sich dabei schon fragen, warum das wertvollste Unternehmen Deutschlands gerade mal einen Wert von 135 Milliarden Euro hat und das amerikanische Unternehmen Microsoft mit fast einer Billionen Euro das wertvollste Unternehmen der USA und der Welt ist. Hättest du im Januar 2012 eine Aktie von SAP bei einem Wert von 40,75 € pro Aktie gekauft und würdest Sie bis heute halten, wäre diese Aktie heute (Mai 2020) 105,34€ Wert. Hättest du im Januar 2012 eine Aktie von Apple für 58,45€ pro Aktie gekauft, wäre diese heute, 8 Jahre später, 318,89€ (Mai 2020) wert.
Dieses Beispiel lässt sich gut für die letzte Frage verwenden,: Brauche ich Aktien?
Hättest du 2012, 2.000€ in Aktien von Apple investiert, wären diese heute ca. 57.000€ wert. Hättest du dasselbe Geld auf deinem Konto liegen gelassen, bei höchstens 0,25% Zinsen pro Jahr, wäre dasselbe Geld heute nur noch ca. 1.700€ Wert. Wegen der Geldentwertung, auch Inflation genannt. Um die Frage für dich zu beantworten, ja du brauchst Aktien, um der Inflation entgegenzuwirken und aus deinem Geld mehr zu machen!
Wie genau du das machst, erfährst du in den kommenden Podcast Folgen und Beiträgen.
Und wie es sich für jeden guten Blog gehört, am Ende noch ein Zitat zum nachdenken. Heute von einem der größten Börsenexperten des letzten Jahrhunderts – André Kostolany:
„Aktien kaufen, Baldrian trinken und sich schlafen legen, wenn sie wieder aufwachen, haben sie Geld verdient.“
Investition bzw. Investieren: So oft hört man diese Wörter und benutzt sie in seinem täglichen Sprachgebrauch. Doch weißt du wirklich was sie bedeuten? Was ist eine Investition? In was kann man überhaupt investieren? Wieso investiert man und Was bringt das Investieren?
Zunächst einmal: Investieren kommt vom lateinischen Wort investire, was so viel wie einkleiden bedeutet. Aber was hat einkleiden denn jetzt mit investieren zu tun?
Die Beantwortung dieser Frage lässt sich gut mit der vorherigen von oben erklären.
In was kann man überhaupt investieren?
Grundsätzlich kann man Investitionen in folgende Bereiche unterteilen:
Man kann also theoretisch in alles investieren, ob das am Ende jedoch sinnvoll ist, ist eine andere Frage…
Kommen wir zurück zur Definition. In dem du also in ein Auto oder eine Immobilie investiert, „kleidest“ du dich sozusagen damit ein, weil du die Dinge erwirbst.
Ist investieren in dem Fall gleichzusetzen mit kaufen?
Pauschal kann man das so nicht sagen, denn i.d.R. stellt eine Investition auch immer einen Mehrwert da. Für den einen mag der Kauf von einer neuen Hose oder einem neuen T-Shirt vielleicht auch einen Mehrwert bieten, aber werden diese Klamotten wirklich mehr Wert? Kannst du damit mehr Geld verdienen oder aus Sicht eines Unternehmens wirklich mehr Umsatz generieren? Du privat wohl kaum, ein Fashion-Blogger, der die Klamotten zum Geld verdienen benutzt, allerdings sehr wohl.
Was bringt denn dann eigentlich das Investieren?
Zunächst erhältst du i.d.R. etwas dafür. Nimmt man das Bsp. eines Autos, erhältst du zum einen das Auto als solches und zum anderen die Funktion des Autos. Es bringt dich von A nach B ohne wirkliche Kraftanstrengung. Dieses Investment hat dir also Zeit und Kraft eingespart, da du nicht mehr zu Fuß oder mit den Öffis unterwegs sein musst.
Nimmt man die Investition in ein Wertpapier, hast du mit dem Kauf das Ziel, dass dieses mehr Wert wird und du am Ende „reicher“ bist als zuvor.
Für alle die das mit ein paar Zahlen unterlegt haben möchten, hier ein paar:
Was wollen wir dir mit diesen Zahlen sagen?
Wir möchten aufzeigen, dass investieren immer auch mit Geld zu tun hat. In den Medien geht es aber oft um riesige Geldsummen.
Allerdings stimmt das nur teilweise und schreckt viele Leute ab, selbst zu investieren. Jedoch sind sie sich nicht im Klaren, dass man auch schon mit 25€ z.B. in Aktien investieren kann. Was sich wie eine schlechte Werbung von einem Finanzinstitut anhört, ist aber wirklich war. Jeder kann mit 25€ im Monat einfach investieren. 25€ – also 5 Döner oder 25 Kugeln Sorbet Eis.
Wie du investieren kannst ist relativ einfach – Indem du Dinge kaufst. Aber die Frage ist was kauft man? Da wir uns hier im Podcast und auf unserem Blog auf Finanzanlagen spezialisiert haben, würden wir natürlich sagen in Aktien, Fonds, Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien.
Wie das genau abläuft, erfährst du in den kommenden Folgen und Beiträgen.
Und wie es sich für jeden guten Blog gehört, am Ende noch ein Zitat zum nachdenken. Heute von einem der größten Börsenexperten des letzten Jahrhunderts – André Kostolany:
„Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird; ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden“
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Nun ist sie endlich da, unsere erste bzw. nullte Folge unseres Podcasts Finanz Sorbet.
Mit dem Podcast Finanz Sorbet werden jede Woche neue Themen der Finanzwelt beleuchtet. Angefangen bei den Basics, bis zu aktuellen Themen und Mythen rund um das Investieren. Auf der Website finden sich alle Themen zum Nachlesen und auf Instagram bleibt ihr immer auf dem neusten Stand!
Hört rein! Wir freuen uns wenn ihr uns bei diesem Projekt begleitet.
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