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Leute, diesmal haben wir uns zum kleinsten Weihnachtssingen der Welt getroffen, um uns, Strophe für Strophe, wieder selbst in Stimmung zu schunkeln. Nach einem Adventswochenende, das wenig besinnlich war, dafür aber mehr Geschichten geliefert hat, als der Rutenplaner mit dem Rauschebart und der mit Lametta behängte Netflix-Algorithmus zusammen. Unsere Stiefel jedenfalls waren voll bis obenhin. Mit königsblauem Konfekt zum Beispiel, Geschmacksrichtung Zartbitter. Denn auf Schalke, alle Jahre wieder, brennt der Baum. Und vielleicht wird dieser Verein, tasmanisch depressiv, schon vor Knut Konsequenzen ziehen, um Platz für den nächsten Pressspan-Trainer zu schaffen. Vielleicht aber kommt auch einfach der Uerdingen Russe und wird im nächsten Jahr gleich zum Zweitliga-Zar. Warum nicht? Außer einem Bundesliga-Sieg ist in Gelsenkirchen gerade alles möglich. Beim Nachbarn in Dortmund hingegen coacht der Trainer weiterhin gegen die eigene Mannschaft und freut sich über einen Punkt als wäre es eine ihm gewidmete Pyramide aus Toblerone. Favre, der Applaus-Akrobat, ist längst der Alptraumtänzer an der Seitenlinie. Und Dortmund womöglich das neue Vizekusen. Das Spektakel gibt es derzeit mit Sicherheit in anderen Stadien. In München, wo Musiala der eigentliche Moukoko ist und Thomas Müller im Chaos wieder jene Räume findet, die sich zu deuten lohnen. In Leipzig, wo der Sohn von Patrick Kluivert trifft und ein kleiner Spanier als Weihnachtsengel auf dem Flügel lauert. Oder in Gladbach, wo die neue Torfabrik der Champions League steht und lässige Franzosen gute Geschichten am Fließband produzieren. So verbleiben wir passender Weise mit festlichen Grüßen, die doch so klingen wie die derzeit beliebtesten Vornamen im Ruhrgebiet: Feliz Navidad und Joyeux Noel! Und wünschen euch natürlich viel Spaß! Mit uns, den drei Säcken, die sich mit der Anson's-Kohle den nächsten Schlitten kaufen werden.
Leute, um Diego Armando Maradona noch einmal angemesen zu würdigen, haben wir diesmal Genie und Wahnsinn sehr dicht nebeneinander gesetzt. Stirn an Stirn, Satz an Satz. Ohne Abstand oder Denkpause. So ging es dann auch Schlag auf Schlag. Mit extra Sahne auf jeder Pointe, mit extra Geifer auf dicken Lippen. Man kann sagen, dass wir mit offenen Mikrofonen jongliert haben, jede Meinung übergewichtig, jedes Solo ein Gruß nach Buenos Aires. Vor allem aber haben wir, so als Staatstrauergäste, auch das Who is Who der MML-Familie eingeladen, damit sie dabei sind bei diesem Abschied. Franz-Josef Wagner, der wirklich kein guter Mensch sein möchte. Den Freund und Philosophen Wolfram Eilenberger, der Elsass-Lothringen annektieren wird, um den DFB zu retten. Und natürlich Calli, der uns noch eben gezeigt hat, wie man ein Straußenei in der Bettpfanne brät. Dazu gibt es frisch geputzte Schuhe, schlecht gealterte Gags und ein zwischen den Zeilen verstecktes Wort zum Sonntag. Also ran an Sarsch und mitjeheult, wie Betway Bernd sagen würde. Denn mehr Götterdämmerung wird es in dieser Woche nicht mehr geben. Viel Spaß!
Leute, diesmal haben wir uns gehen lassen. Montagfrüh, ihr kennt das. Das Wochenende noch wie Mehltau auf den ersten Sätzen, die Ohren stumpf, die Zunge schwer vom Portwein aus dem TetraPak. Fusel MML. So taumelten wir halb ohnmächtig durch die ersten Minuten, ohne Zugriff, ohne Gegenpressing, mutlos im Mittelmaß, traurig an den Mikros wie sonst nur Mark Uth. Die Körpersprache tonlos, die Gesichter fahl im Zwielicht fehlender Geistesblitze, unterspannt vor den Mikros wie sonst nur Jogi Löw. Am Ende aber haben wir uns, wie immer, doch noch an den eigenen Haaren herbei aus dem Sumpf des Unvermögens gezogen, mit ein bißchen Gaumen-Gymnastik, Zahlenspielen, wirren Vergleichen und kühnen Thesen, die von jetzt an wieder als Fragen im Raum stehen werden. Warum nicht mal Leverkusen? Holt Dortmund den Titel oder Manchester Haaland? Ist Gelsenkirchen das neue Berlin? Und darf man über Großkreutz sprechen, wenn man von George Best erzählt? Die Antworten darauf verbergen sich auch diesmal zwischen den Zeilen. Viel Spaß!
Wir sind im Grunde selber Schuld. Gestern noch saßen wir in der Sendung und ließen uns mitreißen, von der neuen Euphorie nach dem Überraschungserfolg gegen die Fußball-Weltmacht Ukraine. Und stimmten mit ein in den Chor der Optimisten. Wir sind wieder wer! Jetzt holen wir auch den Gruppensieg! Uns reicht ein Unentschieden! Ramos a la Playa! Und dann? Bekommt die deutsche Elf sechs Stück. Von Spaniern, die einfach nicht daran geglaubt haben, dass auch sie jetzt dran glauben müssen. Ganz im Gegenteil. Mit einfachsten Mitteln, Standardsituationen, Doppelpässen, zeigten sie Löw und der Mannschaft alle Grenzen und noch mehr Schwächen auf. Und die deutsche Nationalmannschaft ließ es geschehen, ließ dieses Debakel über sich ergehen, 90 Minuten iberisches Bukkake. Sevilla? Sie wollten nicht. Oder konnten es nicht besser. So oder so. Beides wäre ein Offenbarungseid, weil die Spieler in Weiß dann entweder gegen sich oder gegen den Trainer gespielt haben. Hinterher jedenfalls wurden die üblichen Fragen gestellt, da griffen die gängigen Reflexe. Löw raus! Müller rein! Aber so einfach ist es nun auch nicht. Wie schwer es allerdings wirklich ist, das könnt ihr jetzt hören. Viel Spaß!
Leute, es gibt nichts Schlimmeres als Länderspielpausen. Oder, wie es Thomas Doll sagen würde, nichts ist scheißer als ein 3:1. Vor allem, wenn Spiele mit Testcharakter am Ende keinen Charakter und noch weniger Tests besitzen. Es war ja am Ende allein Leon Goretzka und den Querdenkern zu verdanken, dass dieser Kick lediglich die zweitbeschissenste Veranstaltung in der jüngeren Geschichte der Stadt Leipzig war. Anders als die Reichsbürger am Rande hat der Münchner in der Mitte allerdings echte Muskeln spielen lassen und so, an einem weiteren Abend unter Wolken, für klare Verhältnisse gesorgt. Die Scherenschlagzeilen danach gehörten ihm, zurecht. Weshalb alles andere jedoch so ein bißchen in den Hintergrund gerückt wurde. Moukokos 16. Geburtstag, Boatengs Abschied bei den Bayern oder der Auftritt von Bibiana Steinhaus beim Doppelpass. Weil wir bei Fussball MML aber über ein goldenes Herz für das Abseitige und einen untrüglichen Instinkt für das Unangenehme verfügen, haben wir all diese Themen dann doch noch in die restlichen zehn Minuten dieser Folge gequetscht, kurz und schmerzfrei zusammengefasst wie sonst nur die anderen Sportarten am Endes des Sportstudios. Die Uhr lief da, wie immer, bereits gegen uns. Egal, jetzt geht es erstmal nach Spanien. Denn wir sind wieder wer! Viel Spaß!
In dieser Woche lag eine dunkle Wolke über Fussball MML, eine Wolke der Sehnsucht, eine Gewitterfront der Unverfügbarkeit. Weil Micky Beisenherz nach Estland geflogen war, um dort mit einem Zyklopen zu ringen, mussten Lucas Vogelsang und Maik Nöcker sehr lange auf ihre Sonne warten. So standen sie im Gegenwind vor dem Studio, schauten traurig auf die Uhr, rissen die Blätter vom Kalender und aßen sie weinend. Sinnloses Papier, nur gewürzt mit dem Salz ihrer Tränen. Sie dachten, sie hätten ihn verloren, den Strahlemann aus dem Privatfernsehen. So standen mit ihnen bald auch die bangen Fragen im Raum. Was nun? Wer sollte jetzt die Parodien apportieren, ihnen den Calli als Aas vor die Tür legen? Wer sollte es dem Jungen gönnen? Und überhaupt, wieviele Leben haben Tausendsassa? Dann aber, am fünften Tag, erspähten sie, wie Mainz auf Schalke, plötzlich einen Punkt am Horizont. Beisenherz! Er war tatsächlich zurück gekommen, verwildert und abgelutscht. Ihm fehlte nichts, außer Zeit. Er hatte, wie immer, eine Stunde übrig für die neue Folge! Hier, Ende der Sentimentalitäten, ist, was wir draus gemacht haben. Viel Spaß!
Die heutige Folge ist eine Textaufgabe, formuliert von drei Podcastprofessoren im gefühlt schwierigen Alter, irgendwo zwischen berufsjugendlich und Alkohol bedingt früh vergreist, drei halbwissenden Zahlenakrobaten, die einen Rechenschieber nicht von Julian Schieber unterscheiden können und bei großen Summen die Hände zur Hilfe nehmen müssen, damit etwas Zählbares dabei herum kommt
Es ist nicht ganz klar, wer jetzt worauf genau schon länger wartet. Karl Lauterbach auf den nächsten Lockdown oder Schalke auf den ersten Sieg. Aber das sind, wie immer, auch nur Zahlenspiele. Denn entscheidend ist, na klar, auf dem Platz. Und dort, wie einst beim Parkplatzsex in Bochum, wackelt der nächste Rekord. Tasmania, Gerd Müller, egal. Alles nur noch einen Hüftwackler, einen Ausrutscher weit weg. Die Liga zitiert sich selbst, und sägt an jenen Latten, die einst unerreichbar schienen. Was Maik Nöcker, Radiogesicht der alten Schule, dazu zwingt, die schon wieder gleichen Platten aufzulegen. Schalke als Abgesang, Lewandowski als Hymne. Serienhits zum Mitschunkeln, während Micky Beisenherz zum Rollkragen jetzt auch Fliege trägt, um endlich doch mal wieder vom Lanz eingeladen zu werden und Lucas Vogelsang sich erst einen Witze-Sabbat verordnet und hinterher gleich mehrere Filter über seine Sätze legen muss, um die neuen Westberliner Sorgenfalten zu kaschieren. Ha, Ho, Herbstdepression. So ist auch diese Folge nur eine Notdurft, verrichtet von drei Vulgärakrobaten, die in Teufels Küche ihr eigenes Süppchen kochen. Wir wünschen trotzdem einen guten Appetit. Und natürlich, wie immer, viel Spaß!
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Rudy verliert einen Zahn, Götze gewinnt zum Einstand, Watzke riskiert eine wie immer schmale Lippe und im Doppelpass werden Özdemir, Draxler, Effe und Daum aufeinander losgelassen, als müssten sie noch das Brot zu den Spielen liefern. Mehr aber hatte das Wochenende dann auch nicht zu bieten. Der Liga, das spürte man, steckte die Länderspiel-Woche noch in den Knochen. Diese komplett überflüssige Pause, aus der nichts zurückbleiben wird außer Jogi Löw. Uns, das muss man so sagen, ging es da am Morgen ganz ähnlich. Die Knochen schmerzten noch, als wären wir am Vorabend mit Niklas Süle zusammen gestoßen, die Themen, die Sätze, die Pointen alles tropfte zäh und schnoddrig auf das Studiopult, die Zungen klebten am Mikro. Daum und Dümmer, ein Kaltstart. Ein Zustand bleierner Müdigkeit, verstärkt noch durch die Beschissenheit am Rande, durch konigsbraune Schreikrämpfe, die Zwischenrufe der Grobschlächtigen. Weil auf Schalke mal wieder ein paar Trottel bewiesen haben, dass Rassismus und Dumpfdeutschtum auch nach dem Abgang von Clemens Tönnies im Verein geblieben sind. Manchmal fehlen selbst uns die Worte, aber nichts sagen, bedeutet nun mal auch, dass die anderen, lautstark und plump, ihr Echo irgendwann für Zustimmung halten. Deshalb setzen wir ein Zeichen und widmen jedem der drei Moukoko-Tore einen unserer Buchstaben, schneiden sie aus und schicken sie nach Dortmund. Dann bleibt am Ende immerhin übrig, weswegen wir alle hier sind: Fussball. Viel Spaß!
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