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Gefoltert, verbannt, mittellos: So beginnt das wichtigste Kapitel im Leben von Niccolò Machiavelli. Nach dem Sturz der Florentiner Republik verliert er 1512 sein Amt, wird verhaftet und auf einen heruntergekommenen Bauernhof verbannt. Genau dort schreibt er "Il Principe", den Fürsten, bis heute der berühmteste Ratgeber der Macht. Die Folge erzählt, wie aus dem unscheinbaren Notarssohn ein Spitzendiplomat im Florenz der Medici wurde, was im "Fürsten" wirklich steht, und warum sich ausgerechnet Machiavelli selbst kaum an seine eigenen Ratschläge hielt.
Sie picken am Bahnhof, sie nisten unter Brücken, sie nerven. Aber Stadttauben sind weder Plage noch Wildtier, sondern verwilderte Haustauben, die einmal Kriegshelden und Postboten waren. Diese Folge erzählt, was wir der Taube schulden und was sie alles kann.
In England kennt ihn fast jeder, bei uns kaum jemand: Alfred der Große, der einzige englische König mit diesem Beinamen. Als die "große heidnische Armee" der Wikinger im 9. Jahrhundert ein angelsächsisches Königreich nach dem anderen überrennt, bleibt Wessex als letztes übrig. Alfred wird in die Sümpfe von Somerset getrieben, sammelt seine Männer neu und schlägt die Wikinger 878 in der Schlacht von Edington. Danach baut er Wessex zur Festung um, fördert Bildung und legt das Fundament, auf dem sein Enkel das erste Königreich England errichtet. Die Geschichte vom König, an dessen Werk man bis heute den Anfang Englands festmacht.
Thomas Nast kam als Sechsjähriger aus der Pfalz nach New York und wurde zum einflussreichsten politischen Karikaturisten Amerikas. Seine Zeichnungen brachten den korrupten New Yorker Stadtchef William „Boss" Tweed zu Fall, halfen Ulysses S. Grant ins Weiße Haus und prägten politische Symbole, die bis heute gelten. Mit einer Zeichnung zu Weihnachten 1862 schuf er außerdem das Bild des modernen Weihnachtsmanns – rundlich, bärtig und gut gelaunt.
Weihnachtsmann-Zeichnung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Merry_Old_Santa_Claus,_by_Thomas_Nast,_1881.jpg
Bevor es Google und KI gab, schlug man im Haushaltsbuch nach: Wie kauft man Fleisch ein, wie verbindet man eine Wunde, wie kommt man mit dem Geld über den Monat? Im 19. Jahrhundert standen diese Ratgeber in fast jedem bürgerlichen Haushalt, manche wichtiger als die Bibel. Die Folge erzählt von den drei großen Namen: der Engländerin Isabella Beeton, deren Werk seit 1861 nie vergriffen war, der Deutschen Henriette Davidis und der Österreicherin Katharina Prato, deren "Süddeutsche Küche" über eine Million Mal verkauft wurde. Nebenbei verraten diese Bücher viel darüber, welche Rolle Frauen damals zugeschrieben wurde und wie sehr sich das seither verändert hat.
Alexandra Elbakyan ist eine kasachische Programmiererin, die 2011 mit Sci-Hub eine Plattform aufgebaut hat, die wissenschaftliche Artikel kostenlos zugänglich macht und damit gegen die milliardenschwere Wissenschaftsverlagsbranche antritt. Seither wird sie von manchen als Heldin der Wissenschaft gefeiert, von anderen als Kriminelle verfolgt. Diese Episode erzählt, wie eine junge Frau aus Almaty mit einem Laptop und einem Gefühl für Ungerechtigkeit eine der meistgenutzten wissenschaftlichen Ressourcen der Welt geschaffen hat.
Produktkataloge verschicken, Läden als Erlebnisraum gestalten, Prominente als Markenbotschafter einsetzen, Waren künstlich verknappen: Das klingt nach modernem Marketing, stammt aber aus den 1770er Jahren. Erfunden hat es der englische Töpfer Josiah Wedgwood. Aus einer Töpferfamilie in den Midlands baut er eine der ersten echten Marken der Geschichte auf, beliefert Königin Charlotte und Zarin Katharina die Große und macht aus Keramik ein Statussymbol. Wedgwood engagiert sich gegen die Sklaverei, ist mit James Watt befreundet, und über seine Familie wird er zum Großvater von Charles Darwin. Die Geschichte eines Mannes, der das Verkaufen erfunden hat, lange bevor es das Wort Marketing gab.
Titelfoto: Sean Pathasema/Birmingham Museum of Art - CC BY 3.0
1917 fotografieren zwei Cousinen aus dem englischen Dorf Cottingley angeblich Feen am Bach. Die Bilder wirken harmlos, doch sie lösen eine landesweite Debatte aus. Selbst Arthur Conan Doyle, der Erfinder von Sherlock Holmes, hält sie für echt und schreibt ein ganzes Buch darüber. Erst 1983 gestehen die beiden Frauen: Die Feen waren aus einem Kinderbuch abgezeichnet, ausgeschnitten und mit Hutnadeln im Gras befestigt. Die Geschichte der Cottingley Fairies erzählt, warum kluge, gebildete Menschen an etwas glauben, das uns heute durchschaubar vorkommt.
Bilder zu den Feen
(Titelfoto: KI Illustration)
Amsterdam entstand dort, wo eigentlich nichts entstehen sollte: in einem Sumpf unter dem Meeresspiegel. Aus einer Fischersiedlung, die vom Hering lebte, wurde im 17. Jahrhundert das Zentrum des Welthandels. Hier gründete die Niederländische Ostindien-Kompanie die erste große Aktiengesellschaft der Geschichte, hier entstand die erste Börse und damit der moderne Kapitalismus. Die Folge erzählt, wie eine Stadt durch Zusammenarbeit statt durch Eroberung wuchs, warum religiöse Toleranz zu ihrem Markenzeichen wurde, und wie eng ihre Geschichte mit Namen wie Spinoza, Napoleon und Anne Frank verknüpft ist.
In dieser Episode geht es um Alexander Bogdanow, einen ungewöhnlich vielseitigen Denker, Autor und Revolutionär im Russland der Zarenzeit und der frühen Sowjetunion. Es ist die Geschichte eines Mannes, der sich mit Marxismus, Science Fiction und Systemtheorie beschäftigte und am Ende überzeugt war, dass Bluttransfusionen den Menschen verjüngen könnten.
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