Bei Corona-Protesten verbünden sich ehemalige Grünen-Wähler:innen mit Anthroposoph:innen, rechten Verschwörungstheoretiker:innen – und sogar mit Nazis. Wie kommt es zu solch bizarr anmutenden Allianzen? Die Frühgeschichte der Grünen mit ihren Bezügen zur Anthroposophie, völkischen Naturschützern und zu Joseph Beuys gibt einigen Aufschluss.
Am 14. Dezember wird die Verhandlung über ein Verbot von „Memorial International“ in Russland vor dem obersten Gericht in Moskau fortgesetzt. Doch weder Memorial noch die von Memorial geleistete historische Rekonstruktion der vergangenen und gegenwärtigen Verbrechen gegen Menschen- und Bürgerrechte wird man zum Verschwinden bringen können.
Nein, das ist gar kein Text über den Waffenproduzenten Bührle und die von ihm erworbenen Bilder, die jetzt im Kunsthaus Zürich hängen, sondern über ein Phänomen, das schon Friedrich Christian Delius 1972 in seinem Buch „Unsere Siemens-Welt“ so treffend wie komisch beschrieb: „Selbstrechtfertigung als Herrschaftstechnik“.
Immer wieder werden Afroamerikaner:innen Opfer von Polizeigewalt. Dies lässt sich nicht allein mit veralteten Polizeitaktiken oder Alltagsrassismus erklären. Vielmehr finden sich hier die Echos historischer Praktiken, die vor allem schwarze Mobilität kriminalisieren.
Der „neue Franzen“ ist da, und die Feuilletons jubeln. Das Problem: Franzen ist als Welterklärer so sehr zur Marke geworden, dass seine Romane als Gegenwartsdiagnosen gelesen werden. Doch woraus sind sie gemacht?
Am vergangenen 15. Oktober wäre Michel Foucault, der wohl meistzitierte Intellektuelle des 20. Jahrhunderts, 95 Jahre alt geworden. Er wird von links und rechts in Anspruch genommen und muss für vieles herhalten. Grund genug für eine kleine Spurensuche.
Welchen Stellenwert soll die Gebärdensprache haben? Diese Frage betrifft grundlegende Rechte von gehörlosen Menschen. Sie fordert dazu auf, kritisch über Konzepte von „Behinderung“ und nationaler Zugehörigkeit nachzudenken.
Die Klimakrise kommt auf Netflix bislang vor allem in postapokalyptischen Szenarien vor. Aktuelle Serien wie Ragnarök oder Sweet Tooth verhandeln ökologische Katastrophen und bedienen sich dabei in der Mottenkiste der Fantasy. Doch was haben alte Gött:innen und Helden mit dem Klimawandel zu tun?
Angela Merkel beeindruckte mit ihrer Rede zum 3. Oktober. Doch ihr Plädoyer für mehr Verständnis zwischen Ost und West ließ Entscheidendes aus: migrantische Wendeerfahrungen und rassistische Gewalt, die auch zum Tag der Deutschen Einheit gehören. Wie sollte man ihn zukünftig feiern?
Der äthiopische Bürgerkrieg um die Provinz Tigray ist nicht nur ein „lokaler“ ethno-nationalistischer Konflikt um Souveränitäts- und Territorialansprüche irgendwo im fernen Afrika. Ganz im Gegenteil: Der aggressive Nationalismus der äthiopischen Eliten wird seit Jahrzehnten auch durch die internationale Kulturpolitik befeuert.