In dieser Folge von Hinreichend verdächtig geht es um einen erschütternden Fall von Zwangsprostitution aus Duisburg. Wir beleuchten, wie ein Mann mehrere junge Frauen gezielt in verletzlichen Lebensphasen ansprach, sie emotional und finanziell abhängig machte und systematisch zur Prostitution zwang.
Nina, gerade aus Afrika zurückgekehrt, hat kein Geld, keine Wohnung, ein zerrüttetes Verhältnis zu ihrer Mutter. Als sie Danny kennenlernt, glaubt sie, er sei für sie da. Doch er bringt sie unter Druck, zwingt sie zur Prostitution. Erst in der Schweiz, dann in Duisburg, Düsseldorf und Stuttgart. Über ein Jahr lang kassiert er ihre Einnahmen vollständig, mindestens 27.000 Euro. Maja ist gerade 17, kommt aus einem kontrollierenden Elternhaus in Berlin und hat sexuellen Missbrauch erlebt. Über eine gemeinsame Bekannte gelangt sie nach Duisburg, wo Danny sie mit Kokain gefügig macht und innerhalb weniger Wochen zur Prostitution bringt. Auch sie muss alle Einnahmen abgeben, mindestens 6.750 Euro.
Wie gelingt es den Ermittlungsbehörden überhaupt, solche Fälle aufzudecken? Welche Rolle spielen Telekommunikationsüberwachung, Observationen und die Aussagen der Geschädigten? Und wo verläuft die rechtliche Grenze zwischen freiwilliger Sexarbeit und Zwangsprostitution?
Unsere Gäste sind Felix Bachmann, Staatsanwalt in Duisburg, und Alexander Triesch, Reporter der Lokalredaktion Duisburg. Gemeinsam sprechen wir über die sogenannte Loverboy-Masche, die Ermittlungsarbeit, das Urteil und darüber, wo es Hilfe für Betroffene gibt.
Im True-Crime-Podcast von Rheinischer Post und Staatsanwaltschaft Duisburg beleuchten wir pro Folge einen abgeschlossenen Kriminalfall aus der Region, mit einem Reporter aus der Lokalredaktion sowie einem Mitglied der Duisburger Staatsanwaltschaft. Gemeinsam zeigen wir, wie Strafverfolgung funktioniert und was sie mit unserer Gesellschaft macht.