Historisches Kolleg

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Historisches Kolleg episodes

  • Die drei Ringe: Religiöse Komplexität und die Entstehung der Religionen (8. bis 15. Jahrhundert)
    In der öffentlichen Debatte erscheinen die sogenannten monotheistischen Religionen als Ursache von Gewalt und religiöser Intoleranz. Neuere Forschungen haben jedoch erste Ansätze für alternative historische Konstruktionen vorgelegt. An diesen knüpft das Forschungsvorhaben an. In seinem Zentrum steht die Frage, wie die mittelalterlichen Gesellschaften unter christlicher und islamischer Herrschaft die Realität der religiösen Vielfalt organisiert, erklärt und bewertet haben. Leitende These ist, dass sich die Traditionen von Juden, Christen und Muslimen als Folge sozialer Prozesse voneinander abgrenzten und zu "Religionen" im modernen Sinne wurden. Der soziale und theologische Exklusivismus war nicht durch die Entscheidung für den einen Gott vorgegeben, sondern Ergebnis eines langen Prozesses. In einem öffentlichen Vortrag am Historischen Kolleg stellt Prof. Dr. Dorothea Weltecke ihre Forschungen vor.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_dorotheaweltecke
    54 min
  • "Bürokratie" als negative Markierung - zur Geschichte der Bürokratiekritik
    Seit 250 Jahren wird kritisch von und über "Bürokratie" gesprochen. "Bürokratiemonster" waren in der Geschichte immer wieder Gegenstand von lebhaften und polemischen Debatten. In jüngerer Zeit sollten "Entbürokratisierung" und "Bürokratieabbau" Abhilfe verschaffen. Fast scheint es, als wäre die im Wort "Bürokratie" ausgedrückte Bürokratiekritik weitgehend stabil, obwohl sich Staat und Verwaltungen historisch erheblich gewandelt haben. Der Vortrag geht von Kontinuitäten und dem Wandel von kritischen "Bürokratiediagnosen" nach und fragt nach ihrer Bedeutung für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Parlamentarismus.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_pascalecancik
    43 min
  • Alex Natan, „der schnellste Jude Deutschlands“. Eine biografische Studie zur deutschen Sportgeschichte im 20. Jahrhundert
    Der jüdisch-deutsche Weltklassesprinter und Sportautor Alex Natan (Heinz Alexander Nathan) ist trotz seines relativ hohen Bekanntheitsgrades von den 1920er bis zu den 1960er Jahren heute weitgehend vergessen. Kay Schillers Projekt einer wissenschaftlichen Biographie, die in diesem Vortrag vorgestellt wird, hat eine doppelte Zielsetzung und versucht zum einen, Natan ins Bewusstsein einer an Zusammenhängen von Sport und deutscher und britischer Zeitgeschichte interessierten wissenschaftlichen Öffentlichkeit zurückzuholen. Zum anderen werden jedoch auch die kulturhistorischen Kontexte, in denen sich Natan bewegte, entfaltet. Im Fokus stehen unter anderem der Durchbruch des Sports in die moderne Massenkultur und der parallel dazu verlaufende Aufstieg der Sportberichterstattung in der Zeitungspresse.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_kayschiller
    39 min
  • Zwischen Bücherstube, Seziertisch und Krankenbett: Gelehrte Ärzte im 16. Jahrhundert
    Gestützt insbesondere auf die als 4.000 Seiten umfassenden persönlichen, handschriftlichen Aufzeichnungen des nahezu unbekannten böhmischen Arztes Georg Handsch (1529-1578) gibt der Vortrag detaillierte Einblicke in die medizinischen Vorstellungen und Praktiken gelehrter Ärzte im 16. Jahrhundert, in ihr gelehrtes Selbstverständnis und in ihr Verhältnis zu den Patienten und hinterfragt dabei so manchen medizinhistoriographischen Topos
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_michaelstolberg
    56 min
  • Wiedersehen in Tahirova. Deutsche Experten, das türkische Dorf und die europäische Modernisierung in der frühen Nachkriegszeit
    Die türkische Landwirtschaft war nach dem Zweiten Weltkrieg international von großem Interesse: Europäische Wirtschaftspläne sahen vor, das Land zu einem wichtigen Nahrungsmittelproduzenten für Nachkriegseuropa auszubauen. Solche Vorhaben knüpften direkt an die Ambitionen an, die viele europäische und insbesondere deutsche Wissenschaftler schon seit den 1920er- und 1930er-Jahren verfolgten. Gleichzeitig waren sie Ergebnis einer wissenschaftlichen Vernetzung türkischer und deutscher Wissenschaftler. Insbesondere verdichteten sich diese Netzwerke durch das politische Exil deutscher Agrarökonomen und -wissenschaftler in der Türkei nach 1933 – sie wirkten bis weit in die Nachkriegszeit. Im Spiegel des deutschen Musterguts Tahirova, nahe dem türkischen Marmarameer, analysiert Dr. Heinrich Hartmann von der Universität Basel die lange Verkettung zwischen der Konstruktion europäischer Wirtschaftsräume und der Modernisierung der türkischen Landwirtschaft. Dabei steht auch die Frage im Mittelpunkt, auf welchen Wegen „globale“ Praktiken ländlicher Modernisierung in einen solchen lokalen Kontext übersetzt werden konnten.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_heinrichhartmann
    45 min
  • Globalgeschichtliche Perspektiven auf die deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
    In ihrem Vortrag wendet Prof. Dr. Gabriele Lingelbach globalgeschichtliche Fragestellungen und Methoden auf die deutsche Geschichte der letzten zwei Jahrhunderte an. Dabei beschreibt sie den Wandel von einem Auswanderungs- zu einem Einwanderungsland, den "Import" und "Export" von Herrschaft, die Folgen der wirtschaftlichen Globalisierung sowie paradigmatisch den Kulturtransfer anhand des Wissensaustauschs über die deutschen Grenzen hinweg. Die globalgeschichtliche Frage nach den exogenen Ursachen gesellschaftlichen Wandels wird stets in den Blick genommen.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_gabrielelingelbach
    50 min
  • Ein Volk unter Beobachtung. Die Stimmungsberichterstattung der DDR-Staatssicherheit 1953 bis 1989
    Im Zentrum des Forschungsvorhabens von Prof. Dr. Daniela Münkel steht das DDR-Landwirtschaftsministerium als politsicher Akteur und dessen Personal. Das Ministerium war nur einer von vielen Agierenden, die an der Ausgestaltung der Landwirtschaftspolitik in der DDR beteiligt waren. Die Studie verortet das Ministerium im Institutionengefüge des Staats- und Parteiapparates und fragt nach der Rolle, welche es bei den agrarpolitischen Umwälzungen in Ostdeutschland spielte. Als handelnde Subjekte, die die Agrarpolitik prägten und umsetzten steht das Personal des Ministeriums im Fokus. Dabei wird den Logiken der Personalrekrutierung sowie der soziopolitischen Zusammensetzung der Führungsebene besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Kaderpolitik der SED auch auf dem für die Herrschaftssicherung stets zentralen Agrarsektor als Hebel zur Durchsetzung ihres Vormachtanspruches diente, von entscheidender Bedeutung. Ebenso zentral wird die Frage nach personellen und sachlichen Kontinuitäten aus der Zeit vor 1945 sein. Der Grad beruflicher und politischer Vorverfahrungen des Personals und der Umgang mit diesem Erbe werden ausführlich mit Blick auf das Ministerium und ihren Implikationen für die Vergangenheitspolitik in Ost und West behandelt. Mit der Untersuchung des Ministeriums und seines Personal betritt die Studie Neuland. So wird ein Forschungsdesiderat geschlossen und ein wichtiger Baustein für eine weitere Beschäftigung mit der DDR-Agrarpolitik vorgelegt. Im öffentlichen Vortrag des Historischen Kollegs gibt die Historikerin erste Einblicke in ihre Forschung und spricht über die Stimmungsberichterstattung der DDR-Staatssicherheit in den Jahren 1953 bis 1989.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_danielamuenkel
    38 min
  • Die ganze Welt schaute zu. Neue Zugänge zum Sport im Kalten Krieg
    Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wächst die städtische Bevölkerung: Immer mehr Menschen ziehen vom Land in die Stadt. Diese Entwicklung geht mit einem Bedeutungsgewinn des Sports einher, der vor allem in der Stadt als Beschäftigungsmöglichkeit dient. Sport hatte in den Jahren des Kalten Krieges jedoch noch weitere Bedeutungen, denn er bedingte zahlreiche Innovationen und ebenso die Freizeit- und Gesundheitspolitischen Maßnahmen. Prof. Dr. Christopher Young, der zurzeit als Honary Fellow am Historischen Kolleg in München forscht, beschäftigt sich intensiv mit der Bedeutung des Sports. In seinem Vortrag gibt er einen ersten Einblick in seine gewonnenen Erkenntnisse.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_christopheryoung
    1 hr 2 min
  • Nach Napoleon: Kriegstraumata und ihre öffentliche Bearbeitung im Deutschen Bund, 1814–1840
    Die napoleonischen Kriege waren für die Bewohner der deutschen Staaten mit traumatische Erfahrungen, aber auch neuen Möglichkeiten verbunden. Gleichwohl gibt es überraschend wenige Studien darüber, wie der 20 Jahre währende Konflikt Militär und Zivilgesellschaft verändert hat. Der Vergleich ausgewählter deutscher Staaten im Vormärz zeigt daher, wie sehr diese Kriege die Einstellung der Gesellschaft gegenüber Krieg und Soldaten neu geprägt haben. Die Analyse im Schnittpunkt von Militär und Zivilgesellschaft verdeutlicht außerdem, wie unterschiedlich das Soldatenhandwerk in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Die Untersuchung von Prof. Dr. Katherine Aaslestad lässt zudem die komplexen Mechanismen erkennen, mit denen die Kriegserfahrungen eine Militarisierung der Gesellschaft infrage stellten, während sie paradoxerweise die symbolische Bedeutung des Militärs in öffentlichen Ritualen unterstrichen. In einem öffentlichen Vortrag am Historischen Kolleg in München gab Prof. Dr. Aaslestad erste Einblicke in ihr Forschungsprojekt.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_katherineaaslestad
    1 hr
  • Weltgeschichte aus der Nähe: Der Siebenjährige Krieg in Selbstzeugnissen
    Der Siebenjährige Krieg (1756–1763) war ein Konflikt globalen Ausmaßes und verband Kriegsschauplätze und Konfliktlinien in Europa, Nordamerika, der Karibik, Afrika und Südasien. Auf der Grundlage von Selbstzeugnissen wird ein plastisches Bild eines globalen Konfliktes "aus der Nähe" gezeichnet, das die Effekte der globalen Verflechtung als Wahrnehmungs- und Deutungsgeschichte sichtbar macht. Der globale Konflikt bildete ein kulturelles Laboratorium, in dem alte und neue Praktiken nebeneinander wirkten und sich aus der Wiederverwendung alter Muster neue generierten. Die traditionellen Bündnissysteme in Europa wurden revolutioniert und der Streit um die Hegemonie auf den Weltmeeren zugunsten Großbritanniens entschieden. In einem öffentlichen Vortrag stellt Prof. Dr. Marian Füssel sein Forschungsprojekt vor.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_marianfuessel_sieben
    56 min

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Das 1980 gegründete Historische Kolleg ist ein Ort wissenschaftlicher Kolloquien und Vorträge, außerdem gewährt es Gelehrten Stipendien und verlegt im Rahmen der Reihe "Schriften des Historischen…

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