Historisches Kolleg

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Historisches Kolleg episodes

  • Staats-Organisation. Ministerialbürokratie in Deutschland zwischen Normalität und Ausnahmezustand
    In ihrem aktuellen Forschungsprojekt untersucht die Historikerin Dr. Stefanie Middendorf von der Universität Halle-Wittenberg die Geschichte des Reichsfinanzministeriums, das nach dem Ersten Weltkrieg die Institutionalisierung demokratischer Formen der Staatsfinanzierung in einem internationalen Kontext verantwortete, sich dann aber ebenso maßgeblich an der Durchsetzung diktatorischer Regierungsweisen beteiligte. Finanz-, verfassungs- und verwaltungshistorische Erfahrungsschichten der Organisation werden dabei über das Jahr 1933 hinweg analysiert, um Staatshandeln als Prozess zu begreifen. In dem hier vorliegenden Vortrag stellt sie die Bedeutung der Ministerialbürokratie für die Organisation des Staates heraus.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_stefaniemiddendorf
    54 min
  • Weltbildner. Biographische Annäherungen an die (Medien-) Geschichte des Globalismus nach 1945
    In seinem aktuellen Forschungsprojekt befasst sich Dr. David Kuchenbuch mit der politischen Semantik der "Einen Welt" in der Bundesrepublik Deutschland und den USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dabei erprobt er einen mediengeschichtlichen Zugang zur Geschichte des Globalismus. Es werden - exemplarisch und mittels einer entschieden kontextualisierenden Herangehensweise - zwei Spezialisten der Medialisierung globaler Interdependenzen untersucht: der deutsche Historiker und Kartograf Arno Peters (1916-2002) und der amerikanische Erfinder und public intellectual R. Buckminster Fuller (1895-1983). Peters und Fuller entwickelten vielverkaufte Weltkarten, weltgeschichtliche Tabellen und Rollenspiele, die das Eingebundensein der Bewohner des globalen "Westens" in translokale, weltumspannende Zusammenhänge verdeutlichten. Auf Basis intensiver Archivrecherchen werden der wissensgeschichtliche Hintergrund dieser Repräsentationen des Weltganzen rekonstruiert und die große Resonanz ausgemessen, die sie in der politischen Kultur beider Länder entwickelten. Denn die Analyse von Hoffnungen, die sich auf die Wirkung von Medien bei der Herausbildung individueller Verantwortungsgefühle für die Erde und die Menschheit richteten, verspricht das historiografische Verständnis von Prozessen der "Subjektivierung" im 20. Jahrhundert zu erweitern.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_davidkuchenbuch
    45 min
  • Geld für Griechenland? Investitionen europäischer Bankiers im 19. Jahrhundert
    Im Zuge seiner Nationalstaatsgründung Anfang der 1830er Jahre rückte der neue griechische Staat auch in den Blickpunkt europäischer Finanziers und Banken. Das Land braucht Geld, sein größtes Kapital waren nicht zuletzt die Euphorie in Europa während des griechischen Unabhängigkeitskampfes gegen das Osmanische Reich sowie ein kultureller Philhellenismus. In das kleine Königreich strömten bereits seit Beginn seines Unabhängigkeitskampfes im Jahr 1821 Spenden, Anleihen und Direktinvestitionen aus ganz Europa. Nach der Staatsgründung 1832 wurde es verstärkt als neuer Investitionsmarkt von europäischen Finanziers wahrgenommen. Am Beispiel Griechenlands stellt die Historikerin PD Dr. Korinna Schönhärl von der Universität Duisburg-Essen die vielschichtigen Motive für Kapitalinvestitionen britischer, französischer, schweizerischer und deutscher Bankiers untersucht werden: Aus welchen Gründen entschieden sich die Geldgeber zu ihren Kapitaltransfers in das neue Hellas? Welche finanziellen, ideologischen, konfessionellen, familiären und politischen Aspekte wirkten zusammen, um die Taschen der Bankiers und Anleger für Griechenland zu öffnen?
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_corinnaschoenhaerl
    1 hr 16 min
  • Carl Duisberg 1861-1935. Anatomie eines Industriellen
    Prof. Dr. Werner Plumpe von der Goethe-Universität Frankfurt stellt im Gespräch mit Prof. Dr. Jörn Leonhard von der Universität Freiburg seine Studie über Carl Duisberg vor, die in der Reihe der Historischen Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung erschienen ist. Carl Duisberg galt als einer der einflussreichsten Industriellen seiner Zeit. Auf Grundlage einer Quellenbasis von über 25.000 erhaltenen Briefen rekonstruiert Werner Plumpe die Karriere eines Bildungsaufsteigers aus Heimarbeitsmilieu, dessen Weg ihn von den Farbenfabriken Bayer an die Spitze der deutschen Industrie und in die höchsten Kreise der deutschen Gesellschaft führte. Werner Plumpe hat das Buch in seiner Zeit als Förderstipendiat des Historischen Kollegs München erarbeitet. Sein Gesprächspartner Jörn Leonhard verbringt selbst zurzeit sein Studienjahr am Historischen Kolleg.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_carlduisberg
    1 hr 44 min
  • Die Thyssens. Familie und Vermögen
    Die Historikerin PD Dr. Simone Derix (Goethe-Universität Frankfurt am Main) im Gespräch mit Joachim Käppner (Süddeutsche Zeitung). Simone Derix war Förderstipendiatin des Historischen Kollegs im Kollegjahr 2013/2014. Sie wurde 2014 mit ihrer hier präsentierten Studie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München habilitiert. Im September 2016 wurde Simone Derix für ihr Buch mit dem renommierten Carl-Erdmann-Preis des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands ausgezeichnet.
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    1 hr 40 min
  • Geschichtswissenschaft ohne Quellen?
    Für Geschichte als Wissenschaft wie als Studienfach ist der informierte Umgang mit Quellen elementar. Mit dem Verlust dieser Kompetenz würden die Fähigkeit zur fundierten Analyse und zur Quellenkritik verloren gehen. Dies wäre das Ende seriöser Geschichtswissenschaft. In der Grundlagenforschung müssen die Fertigkeiten, Quellen lege artis zu edieren, erhalten bleiben. Die zunehmende digitale Prä­sentation von Quellen durch wissenschaftliche Einrichtungen wie die Historische Kommission setzt gerade voraus, dass die Zeugnisse der Vergangenheit mit derselben Expertise und den selben hohen Qualitätsmaßstäben hinsichtlich Erschließung und Kommentierung zur Verfügung gestellt werden, wie dies in gedruckter Form seit der Mitte des 19. Jahrhunderts der Fall ist. Doch die Rahmenbedingungen dafür werden immer schwieriger. Angesichts der neuen gesellschaftlichen Debatte über die Spielregeln einer »Post­fact World« und die Zuverlässigkeit digita­ler Informationen ist selbstkritisch nach dem Stellenwert von Quellenarbeit in der aktuellen Disposition unseres Fachs zu fragen.
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    1 hr 27 min
  • "If time were absolutely kept". Rhythmen und Zeitgefühl im Eisenbahnzeitalter
    Fahrplan trifft soziale Rhythmen: In dieser Kurzformel kommt ein Verständnis des Eisenbahnzeitalters zum Ausdruck, das sich von den herkömmlichen Beschreibungen dieser wichtigsten Verkehrsinnovation des 19. Jahrhunderts unterscheidet. Die Eisenbahn wird damit nicht als eine die Wahrnehmung und das Verhalten harmonisierende Modernisierungswalze begriffen. Sie erscheint vielmehr als Innovation, die das Zeitgefühl der Menschen herausforderte, es je nach Situation und involviertem Milieu festigte, emotionalisierte oder veränderte. Die Eisenbahn gab den Takt an, indem sie die Lebensrhythmen der Menschen ein Stück weit in sich aufnahm.
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    1 hr 11 min
  • Die weltweite Dimension der Hamburger Krise von 1799
    Im Zuge der Napoleonischen Kriege Ende des 18. Jahrhunderts hatte England eine Seeeblockade auch über die Elbmündung verhängt. Die Folgen für die Hansestadt Hamburg waren drastisch. 1799 mussten mehr als einhundert Banken- und Handelshäuser der Stadt Konkurs anmelden, nachdem viele der oft hochspekulativen Handelsgeschäfte mit Wechseln getätigt worden waren, die im Zuge der Blockade nicht mehr erfüllt werden konnten. Die Historikerin Prof. Dr. Margit Schulte Beerbühl forscht zurzeit zu dieser sogenannten Hamburger Krise von 1799 und deren Folgen. In ihrem Vortrag rekonstruiert sie den Verlauf der lokalen Spekulationskrise und untersucht sie auch mit Blick auf ihre globale Dimension.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_margitschultebeerbuehl
    50 min
  • Politiker, Publizisten, Unternehmer. Wer waren die Akteure der Ost-West-Zivilluftfahrtpolitik im Kalten Krieg?
    Der Vortrag des Historikers Dr. Peter Švik zielt darauf, das verflochtene Verhältnis zwischen der technologischen Globalisierung und dem Kalten Krieg zu beschreiben. Im Rahmen einer Fallstudie soll anhand der Geschichte der zivilen Luftfahrt erklärt werden, wie sich zwischen 1945 und 1989 Technologien über die Grenzen von Staaten, Kontinenten und ideologischen Systemen verbreitet haben. Sein Forschungsprojekt fragt unter anderem nach den Gründen für diesen Transfer und untersucht, wie Staaten, internationale Organisationen und professionelle Netzwerke die Übertragung von Technologien beeinflussten.
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    59 min
  • Hüter der Gerechtigkeit: „Gerechte Herrschaft“ in Russland von Zar Peter dem Großen bis Putin
    Stefan Plaggenborg ist Professor für Osteuropäische Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum und im Kollegjahr 2015/2016 als Senior Fellow am Historischen Kolleg in München. In seinem Forschungsprojekt "Hüter der Gerechtigkeit. Zur Figur des gerechten Herrschers in Russland vom 16. bis ins 18. Jahrhundert" beschäftigt er sich mit den Legitimationsdiskursen und den Konzepten von "gerechter Herrschaft" im Zarenreich der frühen Neuzeit. Sein Forschungsvorhaben verknüpft dabei Diskurse, Praktiken und Kommunikation miteinander und bietet so Einblicke in die Kulturgeschichte der russischen Autokratie, die zugleich als eine Geschichte der russischen Staatsbildung gelesen werden kann. In seinem öffentlichen Vortrag, den er am 18. Januar 2016 im Historischen Kolleg hielt, setzt er sich mit dem Thema "Hüter der Gerechtigkeit. 'Gerechte Herrschaft' in Russland von Zar Peter dem Großen bis Putin" auseinander.
    Den Originalbeitrag und mehr finden Sie bitte hier: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/historischeskolleg_stefanplaggenborg
    54 min

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Das 1980 gegründete Historische Kolleg ist ein Ort wissenschaftlicher Kolloquien und Vorträge, außerdem gewährt es Gelehrten Stipendien und verlegt im Rahmen der Reihe "Schriften des Historischen…

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