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Schön, dass du reinschaltest! Ich freue ich mich über deinen Support! Meinen Podcast schon abonniert? Wenn dir diese oder auch eine andere Folge gefällt, lass´ gern eine Bewertung da und/oder supporte mich per Ko-Fi oder PayPal. Anfragen an [email protected]. Weitere Möglichkeiten des Supports findest du hier. Zusammen mit Carlo Severini aus der Schweiz habe ich mir eine Exkursion der guten Dinge in der Mobilität überlegt. „Learn & Travel“ nenne ich das Format und es soll euch zeigen, dass alles möglich ist, wenn wir nur wollen. Wenige Plätze sind noch frei, am 31.12. endet die Anmeldefrist. Freue mich auf euch!
Die künstlerische Dekonstruktion des Autos
Folke Köbberling, Künstlerin und Leiterin des Instituts für Architekturbezogene Kunst in Braunschweig, arbeitet seit 27 Jahren zum Thema Auto im öffentlichen Raum. Ihre erste Arbeit 1998 in Paris: alle Autos aus Fotografien der Stadteingänge herausfotoshoppen – Paris ohne Autos. Damals, so Folke, „unvorstellbar“.
Seitdem hat sie unter anderem Autos zu Fahrrädern transformiert, Studierende ihre eigenen Autos einen Kilometer schieben lassen, und bei der IAA in München drei nachgebaute SUVs aus biogenem Komposit im öffentlichen Raum platziert. Die Arbeiten veränderten sich täglich durch Zersetzung, wurden begrünt, und endeten in einer Prozession durch München – einen Tag vor Eröffnung der IAA.
Am 7. September 2025 wurde mit einer großen Abschlussperformance zwei Standorte des Kunstprojekt MASH & HEAL beendet. Ein Jahr standen drei SUV´s aus organischen Materialien im Münchner Stadtraum, wurden als Behausung genutzt, wurden zerstört oder von Nachbar*innen gepflegt. Sie waren kritischer Kommentar zur Dominanz des Automobils und der Flächenversiegelung der Stadt und dienten als Indikatoren für die Nutzung des öffentlichen Raums in München.
Mit MASH & HEAL, einer dreiteiligen Kunstinstallation im öffentlichen Raum, thematisierte Folke Köbberling über ein Jahr lang den Druck, den die immer größer und zahlreicher werdenden Autos auf unseren öffentlichen Raum ausüben. Die Städte werden versiegelt, die Flächen zugestellt, öffentlicher Raum verschwindet. „MASH & HEAL“ zeigt eine Alternative auf und verwandelte SUV´s in grüne Skulpturen. Die „BMW“-Skulptur wird noch zwei Jahre an der Schleißheimer Straße stehen und dort weiter verrotten.
14 Jahre bis zum Film „Kraftfahrzeug“
Jan Tenhaven erzählt von seiner 14-jährigen Reise zum Dokumentarfilm „Kraftfahrzeug„. Inspiriert durch ein Praktikum in Singapur Anfang der 90er Jahre, wo radikal Autos beschränkt und gleichzeitig ÖPNV gefördert wurde, verfolgte ihn das Thema. Der ursprüngliche Arbeitstitel: „Requiem auf das Automobil“.
Doch die Realität holte ihn ein. Trotz einzelner Projekte in Berlin-Mitte stiegen die Zulassungszahlen konstant, die Motoren wurden größer. Seine Erkenntnis:
„Das ist kein rationales Thema, ist kein wissenschaftliches Thema, was man jetzt mit noch mehr Fakten behandeln muss. Die Fakten liegen ja auf dem Tisch.“
Der Film zeigt bewusst die ganze Bandbreite: von Sounddesignern für BMW über Lichtinszenierung für Porsche bis hin zu Straßenkreuzen für Verkehrstote – unkommentiert nebeneinandergestellt.
„Phasenweise unerträglich. Nicht wegen ihrer Machart, sondern weil sie den autoverliebten Wahnsinn zeigt.“
-taz-Autor Gereon Asmuth
Zusammenarbeit und Wirkung
Folke Köbberlings Arbeiten im Film waren für Jan „ein Geschenk“ – sie dekonstruiert das Auto und verändert den Blick. Besonders bewegend: ihre Arbeit, bei der ein ferngesteuertes Auto ein Parkhaus zerstört – „das Auto zerstört sein eigenes Kapital“.
Die Reaktionen zeigen: Der Film erreicht auch Menschen außerhalb der „Bubble“. Ein selbsterklärter Autofreund aus dem SWR-Rundfunkrat, der sich darauf gefreut hatte, „den Film in der Luft zu zerreißen“, musste revidieren: Als jemand mit drei Autos zu Hause sei er „ins Grübeln gekommen“.
Drei Zitate von Folke Köbberling:
Drei Zitate von Jan Tenhaven:
By Katja Diehl5
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Die künstlerische Dekonstruktion des Autos
Folke Köbberling, Künstlerin und Leiterin des Instituts für Architekturbezogene Kunst in Braunschweig, arbeitet seit 27 Jahren zum Thema Auto im öffentlichen Raum. Ihre erste Arbeit 1998 in Paris: alle Autos aus Fotografien der Stadteingänge herausfotoshoppen – Paris ohne Autos. Damals, so Folke, „unvorstellbar“.
Seitdem hat sie unter anderem Autos zu Fahrrädern transformiert, Studierende ihre eigenen Autos einen Kilometer schieben lassen, und bei der IAA in München drei nachgebaute SUVs aus biogenem Komposit im öffentlichen Raum platziert. Die Arbeiten veränderten sich täglich durch Zersetzung, wurden begrünt, und endeten in einer Prozession durch München – einen Tag vor Eröffnung der IAA.
Am 7. September 2025 wurde mit einer großen Abschlussperformance zwei Standorte des Kunstprojekt MASH & HEAL beendet. Ein Jahr standen drei SUV´s aus organischen Materialien im Münchner Stadtraum, wurden als Behausung genutzt, wurden zerstört oder von Nachbar*innen gepflegt. Sie waren kritischer Kommentar zur Dominanz des Automobils und der Flächenversiegelung der Stadt und dienten als Indikatoren für die Nutzung des öffentlichen Raums in München.
Mit MASH & HEAL, einer dreiteiligen Kunstinstallation im öffentlichen Raum, thematisierte Folke Köbberling über ein Jahr lang den Druck, den die immer größer und zahlreicher werdenden Autos auf unseren öffentlichen Raum ausüben. Die Städte werden versiegelt, die Flächen zugestellt, öffentlicher Raum verschwindet. „MASH & HEAL“ zeigt eine Alternative auf und verwandelte SUV´s in grüne Skulpturen. Die „BMW“-Skulptur wird noch zwei Jahre an der Schleißheimer Straße stehen und dort weiter verrotten.
14 Jahre bis zum Film „Kraftfahrzeug“
Jan Tenhaven erzählt von seiner 14-jährigen Reise zum Dokumentarfilm „Kraftfahrzeug„. Inspiriert durch ein Praktikum in Singapur Anfang der 90er Jahre, wo radikal Autos beschränkt und gleichzeitig ÖPNV gefördert wurde, verfolgte ihn das Thema. Der ursprüngliche Arbeitstitel: „Requiem auf das Automobil“.
Doch die Realität holte ihn ein. Trotz einzelner Projekte in Berlin-Mitte stiegen die Zulassungszahlen konstant, die Motoren wurden größer. Seine Erkenntnis:
„Das ist kein rationales Thema, ist kein wissenschaftliches Thema, was man jetzt mit noch mehr Fakten behandeln muss. Die Fakten liegen ja auf dem Tisch.“
Der Film zeigt bewusst die ganze Bandbreite: von Sounddesignern für BMW über Lichtinszenierung für Porsche bis hin zu Straßenkreuzen für Verkehrstote – unkommentiert nebeneinandergestellt.
„Phasenweise unerträglich. Nicht wegen ihrer Machart, sondern weil sie den autoverliebten Wahnsinn zeigt.“
-taz-Autor Gereon Asmuth
Zusammenarbeit und Wirkung
Folke Köbberlings Arbeiten im Film waren für Jan „ein Geschenk“ – sie dekonstruiert das Auto und verändert den Blick. Besonders bewegend: ihre Arbeit, bei der ein ferngesteuertes Auto ein Parkhaus zerstört – „das Auto zerstört sein eigenes Kapital“.
Die Reaktionen zeigen: Der Film erreicht auch Menschen außerhalb der „Bubble“. Ein selbsterklärter Autofreund aus dem SWR-Rundfunkrat, der sich darauf gefreut hatte, „den Film in der Luft zu zerreißen“, musste revidieren: Als jemand mit drei Autos zu Hause sei er „ins Grübeln gekommen“.
Drei Zitate von Folke Köbberling:
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