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Welche Rolle spielte Hessen für die jüdischen Überlebenden der Shoah nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs? Und wie wurde aus einem ehemaligen DP-Lager in Frankfurt-Zeilsheim für tausende Menschen ein Ort des Wartens, der Hoffnung und des Neuanfangs? Podcastfolge 15 widmet sich einem bedeutenden, heute jedoch vielfach unbekannten Kapitel der hessischen Nachkriegsgeschichte.
Im Gespräch mit dem Historiker Jim Tobias und dem Zeitzeugen Majer Szanckower wird deutlich, dass das jüdische DP-Camp Frankfurt-Zeilsheim weit mehr als eine provisorische Unterkunft war.
„DP-Camps“ waren Lager für sogenannte „displaced persons“ – Menschen, die durch Krieg und Verfolgung entwurzelt worden waren und nach der Befreiung zunächst keine Heimat hatten, in die sie zurückkehren konnten.
Als eines der wichtigsten jüdischen Displaced-Persons-Camps in Hessen entstand hier nach der Shoah neues jüdisches Leben: Es gab Schulen und Kindergärten, Sportvereine, Zeitungen, kulturelle Veranstaltungen und eine lebendige Gemeinschaft. Zugleich erzählen die Studiogäste von den Herausforderungen der Nachkriegszeit, von der Suche nach Angehörigen, dem Wunsch nach einer neuen Heimat und der Frage, wie ein Leben nach Verfolgung und Verlust überhaupt wieder möglich wurde.
Timestamps zu Folge 15 „Das DP-Camp Frankfurt-Zeilsheim“
(00:00:33) – Interview-Ausschnitt mit Rosa Orlean, ehem. Bewohnerin des DP-Camp Zeilsheim
(00:02:05) – Thematische Einführung, Begriffsklärung; Vorstellung der Studiogäste
(00:07:11) – Zentrale Informationen zu DP-Camps, Situation in Deutschland nach Kriegsende
(00:11:30) – Täter und Opfer trafen zunächst in DP-Camps aufeinander
(00:13:07) – Ergebnis des Harrison-Reports: jüdische DP-Lagern
(00:14:57) – Wie kam es zur Gründung des DP-Camps Zeilsheim?
(00:19:10) – Pogrom von Kielce führte zu Massenflucht aus Polen
(00:20:59) – Majer Szanckower spricht von seinen Erinnerungen an das DP-Camp Föhrenwald
(00:27:37) – Bedeutung von Eretz Israel für jüdische DPs
(00:29:05) – Emigrationspläne nach Norwegen und Detroit bis São Paolo
(00:31:00) – 1957: Majer Szanckowers Ankunft in Frankfurt/Main
(00:34:57) – Kinder in DP-Camps
(00:35:55) – Historische Ereignisse im DP-Camp Zeilsheim
(00:38:13) – Wie das Leben in der Waldschmidtstraße in Frankfurt weiterging
(00:41:19) – Antisemitismus-Erfahrungen und Angst im Nachkriegsdeutschland
(00:42:58) – Etablierte, erste Frankfurter Juden stammten aus DP-Camps, v. a. aus Polen
(00:44:33) – Bedeutung von DP-Camps für die deutsche (Nachkriegs-)Geschichte
(00:46:30) – Warum wird ein Teil der Geschichte verdrängt?
(00:47:10) – Wie das Leben im DP-Camp Majer Szanckowers weiteres Leben geprägt hat
(00:47:52) – Bedeutung von Initiativen aus der Zivilgesellschaft
(00:49:56) – Botschaft der Studiogäste und Wünsche an die Zukunft
(00:52:11) – Abmoderation und Appell an die Zuhörenden