Der Beitrag rekonstruiert Hermann Hellers Analyse der Krise der Weimarer Demokratie in den frühen 1930er Jahren. Im Zentrum steht seine These, dass Demokratie nicht allein durch Verfassung und Verfahren besteht, sondern auf sozialer Integration und politischer Öffentlichkeit beruht. Heller zeigt, warum autoritäre Lösungen dort an Attraktivität gewinnen, wo parlamentarische Politik ihre gesellschaftliche Bindekraft verliert. Sein Denken macht sichtbar, dass Demokratien nicht nur durch äußere Gegner gefährdet sind, sondern durch innere Verschiebungen – wenn soziale Spaltung, exekutive Macht und vermeintliche Handlungsfähigkeit die demokratische Einheitsbildung unterlaufen.