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Warum kehrt in modernen Gesellschaften ein archaisches Muster zurück? Während Migration zunehmend als Bedrohung inszeniert wird und politische Akteure wie Donald Trump einfache Schuldzuweisungen liefern, zeigt der Blick auf René Girard: Hinter der aktuellen Rhetorik steht ein tief verwurzelter Mechanismus sozialer Ordnung. Der Beitrag analysiert, wie der Sündenbockmechanismus heute wieder wirksam wird – und warum eine demokratische Gesellschaft nur dann stabil bleibt, wenn sie Konflikte ohne Opferlogik austrägt.
Trump inszeniert Religion als politische Ressource – doch im Konflikt mit Donald Trump und Pope Leo XIV zeigt sich die Grenze dieser Strategie. Wo der Vatikan auf universale Moral pocht, reagiert politische Macht mit Delegitimierung. Ein Beitrag über die Instrumentalisierung von Religion – und den wachsenden Konflikt zwischen politischer Agenda und religiösem Eigenanspruch.
Was bleibt von Wahrheit, wenn es keine gemeinsame Wirklichkeit mehr gibt? Im Gespräch zwischen Slavoj Žižek und Hilary Lawson wird eine zentrale Gewissheit der Moderne infrage gestellt: dass Wissen auf objektiver Erkenntnis beruht. Zwischen Lawsons radikaler Kritik am Realismus und Žižeks ideologischer Deutung von Wahrheit zeigt sich, dass Fakten allein nicht ausreichen, um die Welt zu verstehen. Der Beitrag führt in eine Debatte, die weit über Philosophie hinausweist – hin zu der politischen Frage, wie Orientierung noch möglich ist, wenn Wahrheit selbst zum Streitfall geworden ist.
Was passiert, wenn die moderne Trennung von Religion und Staat ins Wanken gerät? Am Beispiel von Donald Trumpzeigt sich eine Entwicklung, die über bloße religiöse Rhetorik hinausgeht: Politik wird wieder religiös aufgeladen, Führung sakralisiert und demokratische Legitimität symbolisch neu begründet. Damit gerät ein zentrales Fundament der liberalen Ordnung ins Wanken – jene säkulare Vernunft, die seit Thomas Hobbes den Staat trägt.
Ist Orbáns Niederlage wirklich ein Sieg der liberalen Demokratie – oder nur eine Momentaufnahme in einer tieferliegenden Krise? Der Kommentar zeigt, warum der Wahlausgang in Ungarn weniger ein politischer Neubeginn als vielmehr eine Gegenbewegung zum bestehenden System ist – und weshalb die strukturellen Ursachen für Populismus weiterhin bestehen.
Die Gespräche in Islamabad scheitern schneller, als sie begonnen haben – und offenbaren ein grundlegendes Problem westlicher Strategie. Zwischen amerikanischen Maximalforderungen, iranischen Vorbedingungen und der Eskalation im Libanon zeigt sich: Es ging nie um echte Verhandlungen, sondern um Machtpositionen. Während Washington auf Druck setzt, nutzt Teheran die Straße von Hormus zunehmend als geopolitischen Hebel – mit weitreichenden Folgen für die internationale Ordnung.
Die Hoffnung auf eine universale Vernunft, die Kulturen verbindet und Konflikte durch Dialog überwindet, prägte die Zeit nach dem Kalten Krieg, sichtbar etwa in der Kairo-Rede von Barack Obama. Heute jedoch kehrt mit dem Ukrainekrieg und der Politik von Donald Trump eine Logik zurück, in der nationale Interessen überhöht und politisch nahezu sakralisiert werden – Vernunft wird durch Identität und Macht ersetzt. Der Beitrag zeigt, warum dies eine Krise der Vernunft ist und stellt mit Karl Jaspers eine Alternative vor: eine Vernunft, die im Dialog entsteht, offen bleibt und sich nicht absolut setzt – im Sinne von Immanuel Kant als Aufforderung, den eigenen Verstand zu gebrauchen.
Der Iran-Krieg markiert mehr als eine militärische Eskalation – er legt eine grundlegende Verschiebung amerikanischer Außenpolitik offen. Aus Sicht der Trump-Regierung wird der Konflikt als notwendige Demonstration von Stärke interpretiert, unterstützt von Hardlinern wie Lindsey Graham, die Bündnisse wie die NATO zunehmend als instrumentelle Machtressourcen begreifen. Doch hinter der Rhetorik der Entschlossenheit zeigt sich ein anderes Muster: eine Politik zwischen Eskalation und Rückzug, geprägt von kurzfristigen Entscheidungen und widersprüchlichen Signalen. Für andere Staaten entsteht daraus weniger Abschreckung als Unsicherheit. Der Krieg gegen den Iran wird so zum Wendepunkt – weg von einer regelbasierten Ordnungsmacht hin zu einer situativen, schwer kalkulierbaren Form amerikanischer Macht.
Warum richtet sich der Blick aus Washington auf Budapest? Die Wahl in Ungarn ist längst mehr als eine nationale Entscheidung: Mit dem Auftritt von J. D. Vance wird sichtbar, wie stark Teile der amerikanischen Politik auf einen Sieg von Viktor Orbán setzen. Es geht um nicht weniger als die Zukunft eines politischen Modells – und die Frage, ob es über Ungarn hinaus Bestand haben kann.
Wenn politische Sprache ihre Maßstäbe verliert, gerät mehr ins Wanken als nur der Ton der Debatte. Zwischen rhetorischer Entgrenzung und realer Gewalt entsteht ein gefährlicher Übergang – einer, der zeigt, wie fragil die Grundlagen moderner Zivilisation tatsächlich sind.
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