Liberale Demokratien leben davon, dass Regierungskommunikation informiert, erklärt und widerspruchsfähig bleibt. Doch in den USA ist erneut sichtbar geworden, wie leicht dieser Anspruch unterlaufen wird. Der Kommentar zeigt, wo Information in Propaganda umschlägt – historisch im Kontrast zur totalitären Propaganda des 20. Jahrhunderts und in ihrer heutigen Form, die ohne totale Kontrolle auskommt, aber auf moralische Polarisierung und Delegitimierung setzt. An drei Akteuren der Trump-Administration wird diese Verschiebung konkret: Karoline Claire Leavitt, die Kritik entwertet statt beantwortet, Kristi Noem, die Sicherheitspolitik in Bedrohungsbilder übersetzt, und Scott Bessent, der ökonomische Entscheidungen als Frage nationaler Loyalität rahmt. Im Zentrum steht eine Frage: Wird die Öffentlichkeit als urteilsfähig behandelt – oder lediglich gebunden?