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Der Beitrag zeichnet nach, wie Gottfried Benn das Jahr 1933 als geschichtliche Zäsur deutet und den Zusammenbruch der parlamentarischen Ordnung nicht als Verlust, sondern als notwendige Verdichtung der Geschichte begreift. Aus ästhetischem Nihilismus, biographischer Kränkung und einer metaphysischen Geschichtsauffassung heraus entwickelt Benn eine Zustimmung zur „neuen Zeit“, die Politik nicht mehr als Verantwortung, sondern als Schicksal versteht. Der Text zeigt, wie sich künstlerische Radikalität, Antiliberalismus und der Wunsch nach Sinn in eine folgenreiche politische Fehlinterpretation verwandeln – und warum Benns Haltung bis heute als Warnbild intellektueller Verführung wirkt.
Der zweite Teil zeigt, wie der Iran nach 1979 durch den Iran-Irak-Krieg, die Entstehung der Hisbollah und seine zunehmende internationale Isolation strategisch neu geformt wurde.
Der erste Teil zeigt, wie die autoritäre Modernisierung unter Reza Schah und Mohammad Reza Pahlavi – getragen von den USA und strategisch abgestimmt mit Israel – ohne demokratische Verankerung im eigenen Volk blieb. Der Putsch von 1953, die „Weiße Revolution“, soziale Ungleichheit und politische Repression bereiteten den Boden für den Aufstieg Ayatollah Chomeinis und den radikalen Bruch von 1979. Aus dem „Gendarm am Golf“ wurde die Islamische Republik – und aus einer strategischen Achse eine fundamentale Feindschaft, die bis heute nachwirkt.
Der Tod des iranischen Obersten Führers markiert eine historische Zäsur – doch die eigentliche Frage beginnt erst jetzt. Donald Trump hat den militärischen Schlag gegen Iran offen mit dem Ziel des Regimewechsels verknüpft und damit selbst den Maßstab für Erfolg oder Scheitern gesetzt. Doch kann ein autoritäres System aus der Luft gestürzt werden? Und was bedeutet diese Strategie für die Stabilität der Region, die Glaubwürdigkeit internationaler Ordnung – und für die Menschen im Iran?
Die aktuellen Angriffe auf den Iran werden als Reaktion auf eine akute Bedrohung dargestellt. Doch bei genauerem Hinsehen geht es nicht um unmittelbare Verteidigung, sondern um strategische Neuordnung: um Israels regionale Dominanz, um Druck auf China über Energiepolitik – und um eine amerikanische Hegemonialstrategie, die Europa aktiv mitträgt. Während Washington globale Machtverschiebungen vorantreibt und zugleich den institutionellen Kern der EU unter Druck setzt, stellt sich eine unbequeme Frage: Unterstützt Europa hier seine eigenen Interessen – oder ordnet es sich einer neuen amerikanischen Machtarchitektur unter?
Steht die europäische Linke vor einem strategischen Wendepunkt – oder vor dem Bedeutungsverlust? Zwischen der Verteidigung der Europäischen Union als Bollwerk gegen den Nationalismus und der Kritik an ihrer neoliberalen Architektur gerät sie zunehmend ins Dilemma. Während rechte Parteien nationale Souveränität politisch besetzen, ringt die Linke um Klarheit: Reformieren oder grundlegend infrage stellen? Dieser Beitrag analysiert die ökonomischen, institutionellen und strategischen Ursachen einer Krise, die tiefer reicht als parteipolitische Schwäche – und die Zukunft des europäischen Projekts selbst berührt.
Die aktuellen Militärschläge der USA und Israels gegen den Iran folgen der Vorstellung, dass militärische Überlegenheit politische Ergebnisse erzwingen kann, ohne eine unkontrollierbare Eskalation auszulösen. Doch gerade die militärische Schwächung des Iran könnte den Zwang des Regimes erhöhen, seine Abschreckungsfähigkeit wiederherzustellen und zukünftige Angriffe zu verhindern.
Was bleibt von einer Demokratie, wenn ihre Institutionen nicht abgeschafft, sondern schleichend politisiert werden? Der konservative Publizist Jonah Goldberg warnt im Gespräch mit Sam Harris vor einem personalistisch geprägten Machtstil, der Normen untergräbt und Vertrauen zerstört. Er analysiert die strukturellen Ursachen der amerikanischen Polarisierung – von Vorwahlsystemen bis zur Empörungsökonomie – und stellt die entscheidende Frage: Ist nach Trump ein demokratischer Neubeginn möglich, oder hat sich das politische System dauerhaft verändert?
Der Beitrag rekonstruiert Hermann Hellers Analyse der Krise der Weimarer Demokratie in den frühen 1930er Jahren. Im Zentrum steht seine These, dass Demokratie nicht allein durch Verfassung und Verfahren besteht, sondern auf sozialer Integration und politischer Öffentlichkeit beruht. Heller zeigt, warum autoritäre Lösungen dort an Attraktivität gewinnen, wo parlamentarische Politik ihre gesellschaftliche Bindekraft verliert. Sein Denken macht sichtbar, dass Demokratien nicht nur durch äußere Gegner gefährdet sind, sondern durch innere Verschiebungen – wenn soziale Spaltung, exekutive Macht und vermeintliche Handlungsfähigkeit die demokratische Einheitsbildung unterlaufen.
Von der Zeitungslektüre zu Hause bis zur personalisierten Timeline auf dem Smartphone: Die Idee der politischen Öffentlichkeit hat sich grundlegend verändert. Soziale Medien haben den gemeinsamen Nachrichtenraum entgrenzt, ritualisierte Informationszeiten aufgelöst und das Private ins Zentrum politischer Kommunikation gerückt. Entsteht hier eine neue, demokratisierende Öffentlichkeit – oder zerfällt das öffentliche Gespräch in individualisierte Wirklichkeiten?
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