In der 10. Episode der Serie Kosmopolitismus im 21. Jahrhundert wenden wir uns dem Mittelmeerraum zu und fragen, wie Islam, Judentum und Christentum je eigene, aber miteinander verwobene kosmopolitische Horizonte eröffnen. Ausgehend von der islamischen Idee der Umma und der Einheit Gottes, über das jüdische Denken von B’tzelem Elohim und Tikkun Olam bis hin zur christlichen Universalität von Nächsten- und Feindesliebe zeigt die Episode, wie diese Traditionen zwischen partikularer Identität und universeller Verantwortung vermitteln. An historischen Beispielen wie Al-Andalus, dem osmanischen Millet-System und der prophetischen und paulinischen Universalität wird sichtbar, wie stark der Mittelmeerraum ein Labor gelebter, aber auch gescheiterter kosmopolitischer Experimente war – und welche Ressourcen diese drei Religionen heute für einen postsäkularen, dialogorientierten Kosmopolitismus im 21. Jahrhundert bereithalten.