HENKER, ATTENTÄTER, MÖRDER Frankreich im 19. Jahrhundert: Könige werden gestürzt, Republiken errichtet und Kaiserreiche gegründet. Doch während die politischen Systeme wechseln, bleibt der Scharfrichter im Amt. Fast fünf Jahrzehnte lang vollstreckt Henri Sanson die Todesurteile der französischen Justiz – bis 1847 die beinahe 160-jährige Geschichte der berühmtesten Henkersfamilie Europas ein spektakuläres Ende findet.
Im zweiten Teil erzählen die Historikerin Dr. Martina Winkelhofer und Rüdiger Landgraf, wie die letzten Vertreter der Sanson-Dynastie den Untergang ihrer Familie erlebten. Nach Henri Sansons Tod übernimmt dessen Sohn Henri-Clément das Pariser Scharfrichteramt. Doch Schulden, Glücksspiel und ein kostspieliger Lebensstil werden ihm zum Verhängnis. Späteren Berichten zufolge soll er sogar Teile der staatlichen Guillotine verpfändet haben.
Mit Henri-Cléments Amtsverlust endet 1847 die Herrschaft der Sansons über das Pariser Schafott. Doch der letzte Henker der Familie macht aus dem gefürchteten Namen ein neues Geschäft: Er veröffentlicht die umfangreichen „Mémoires des Sanson“ und trägt damit entscheidend dazu bei, die Legende seiner eigenen Dynastie zu erschaffen:
• Das Ende der Sanson-Dynastie: Warum Henri-Clément Sanson 1847 eine fast 160-jährige Familientradition beendete.
• Die verpfändete Guillotine: Was hinter der spektakulären Geschichte über Henri-Cléments Schulden und dem staatlichen Fallbeil steckt.
• Die Memoiren der Henker: Wie Henri-Clément Sanson die Geschichte seiner Familie vermarktete und warum nicht alle darin erzählten Episoden glaubwürdig sind.
• Die Verantwortung des Scharfrichters: Wer die Schuld an einer Hinrichtung trug – der Henker, das Gericht, der Staat oder die Gesellschaft, die dem Schauspiel zusah?
Eine Geschichte über Macht, Ausgrenzung und persönliche Verantwortung und über eine Familie, die von der Gesellschaft verachtet wurde, obwohl Könige, Revolutionäre und Kaiser auf ihre Dienste nicht verzichten konnten.