Warum ließ ausgerechnet Heinrich Himmler, einer der mächtigsten Männer des NS-Regimes, zehntausende Hexenprozessakten aus ganz Europa sammeln? Und weshalb beschäftigte sich das Reichssicherheitshauptamt, die Zentrale von Gestapo, Kriminalpolizei und Sicherheitsdienst der SS, mit jahrhundertealten Hexenprozessen?
In dieser Folge erzählt Martina Winkelhofer und Rüdiger Landgraf die unglaubliche Geschichte von Himmlers geheimem Hexenforschungsprojekt. SS-Historiker reisten als angebliche Studenten durch Archive, legten eine riesige Hexenkartothek mit Tausenden Fällen an und suchten nach Beweisen für eine ideologische Verschwörung gegen das angeblich germanische Erbe. Doch je mehr Quellen sie auswerteten, desto deutlicher widersprachen die Ergebnisse Himmlers Weltbild.
Eine der skurrilsten Geschichten des Dritten Reiches – über Ideologie, Pseudowissenschaft und den Versuch, Geschichte für Propaganda zu missbrauchen.