Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Oberster Richter in den USA kritisiert US-Präsident Donald Trump
Der Vorsitzende des Supreme Courts, John Roberts, hat den Präsidenten wegen mißbilligender Äußerungen über einen Richter gerügt. Trump hatte abwertend von einem "Obama-Richter" gesprochen. Darauf erwiderte der höchste US-Richter, es gebe in den USA keine Obama-Richter oder Trump-Richter, Bush- oder Clinton-Richter. Die unabhängige Justiz sei etwas, wofür alle Amerikaner dankbar sein sollten. Ein Bundesgericht hatte Trumps jüngste Verschärfung der Asylregeln per einstweiliger Verfügung vorerst gestoppt, woraufhin Trump dem zuständigen Richter Parteilichkeit vorwarf.
Keine Schusswaffen für US-Soldaten an Grenze zu Mexiko
An der US-amerikanischen Grenze zu Mexiko sollen Soldaten gegen Migranten nur Schlagstöcke einsetzen dürfen. Das sagte US-Verteidigungsminister Mattis. Sollten Flüchtlinge gewaltsam einen Grenzübertritt versuchen, könnten Zoll und Grenzschutz Soldaten zur Verstärkung anfordern. Diese seien dann aber nicht bewaffnet, sondern mit Schutzschilden und Schlagstöcken ausgestattet, sagte Mattis. US-Präsident Trump hat knapp 5800 Soldaten an die Grenze zu Mexiko geschickt, um die aus Zentralamerika kommenden Flüchtlinge am Grenzübertritt in die USA zu hindern.
Brüssel und London bei Brexit-Paket noch immer nicht ganz am Ziel
Die britische Premierministerin Theresa May hat in Brüssel im Gespräch mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker versucht, letzte Knackpunkte im Brexit-Vertragspaket mit der Europäischen Union auszuräumen. Man habe sehr gute Fortschritte gemacht, und die Arbeit werde nun weitergehen, sagte ein Kommissionssprecher nach der Unterredung. Es ging um die Beziehungen der EU zu Großbritannien nach dem EU-Austritt. Dazu wird derzeit eine Erklärung verfasst, die neben dem Brexit-Vertrag am Sonntag auf einem EU-Gipfel von den Staats- und Regierungschefs gebilligt werden soll.
Verkehrsminister Scheuer lässt EU-Diesel-Gipfel platzen
Die EU-Kommission hat den für den 27. November geplanten Diesel-Gipfel von 13 Staaten abgesagt. Als Grund nannte Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska die Absage von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Ein solches Treffen ohne das Land mit der größten Automobilindustrie sei sinnlos, sagte sie dem "Handelsblatt". Von den EU-Staaten habe Deutschland auf den Dieselskandal am entschiedendsten reagiert, betonte die Kommissarin. Bienkowska hatte die wichtigsten Autoländer eingeladen, um auf hochrangiger Ebene über die Lehren aus der Dieselaffäre zu diskutieren.
Über 5100 Jahre Haft für Ex-Soldat aus Guatemala
Ein Ex-Soldat aus Guatemala ist wegen eines Massakers an Dorfbewohnern während des Bürgerkriegs zu 5160 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Guatemala-Stadt machte den Mann für den Tod von über 170 Menschen verantwortlich. Für jedes der Opfer sprach der Richter eine Haftstrafe von 30 Jahren aus. Das Strafmaß ist symbolisch, für Gefängnisstrafen in Guatemala gilt eine Obergrenze von 50 Jahren. Das Massaker im Dorf Dos Erres war eines der schlimmsten während des über drei Jahrzehnte langen Bürgerkriegs in Guatemala. Insgesamt wurden 200.000 Menschen getötet oder verschwanden.
Kosovo macht Waren aus den Nachbarländern doppelt so teuer
Das Kosovo hat Produkte aus Serbien und Bosnien-Herzegowina mit Einfuhrzöllen von 100 Prozent belegt. Ausgenommen seien Markenartikel, die in den beiden Ländern hergestellt würden, teilte die Regierung mit. Ministerpräsident Ramush Haradinaj warf Serbien und Bosnien-Herzegowina vor, sich nicht an das Mitteleuropäische Freihandelsabkommen Cefta zu halten. Am Dienstag war das Kosovo mit dem Versuch gescheitert, Mitglied der internationalen Polizeiorganisation Interpol zu werden, was Serbien als diplomatischen Erfolg feierte. Die Zollerhöhung ist offenbar eine Reaktion darauf.
Friedrich Merz will Debatte über das Asylrecht
Der frühere Unionsfraktionschef und Kandidat für den CDU-Vorsitz Friedrich Merz stellt das deutsche Asylrecht in Frage. Deutschland sei das einzige Land auf der Welt, das ein Individualrecht auf Asyl in der Verfassung stehen habe, sagte Merz auf der dritten CDU-Regionalkonferenz im thüringischen Seebach. Es müsse offen darüber geredet werden, ob dieses Grundrecht in dieser Form fortbestehen könne, wenn eine europäische Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik ernsthaft gewollt sei. Zugleich betonte er, durch den UNO-Migrationspakt dürften keine neuen Asylgründe geschaffen werden.