Langsam Gesprochene Nachrichten | Audios | DW Deutsch lernen

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  • 17.01.2018 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Macron verteidigt harte Migrationspolitik:
    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat ein energisches Vorgehen gegen illegale Migration angekündigt. Bei einem Besuch im nordfranzösischen Calais sagte er, die Regierung werde in keinem Fall zulassen, dass sich in der Stadt am Ärmelkanal wieder ein "Dschungel" bilde. Es werde alles getan, um die widerrechtliche Überfahrt von dort aus nach Großbritannien zu unterbinden. Zugleich ermahnte er die Sicherheitskräfte, weder Gewalt noch die Beschlagnahmung persönlicher Gegenstände der Migranten werde toleriert. Die Behörden hatten 2016 ein riesiges Elendslager geräumt, dass als "Dschungel von Calais" bekannt wurde. Seit Jahren sammeln sich dort Migranten, die nach Großbritannien gelangen wollen. Macron will am Donnerstag mit der britischen Premierministerin May im südenglischen Sandhurst über das Problem beraten.
    USA kürzen Finanzhilfen für Palästinenser:
    Die USA haben mehr als die Hälfte ihrer geplanten Zahlungen an das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) eingefroren. Aus einer Tranche von insgesamt 125 Millionen Dollar werden nach Angaben des US-Außenministeriums 60 Millionen Dollar einbehalten. Eine Sprecherin sagte, die Mittel seien nicht dauerhaft gestrichen. Es müsse aber Reformen und eine gerechtere Lastenverteilung geben. Palästinenservertreter kritisierten die Entscheidung scharf. Die USA beraubten damit Flüchtlinge ihres Rechts auf Bildung, Gesundheit, Schutz und ein würdiges Leben, sagte die PLO-Politikerin Hanan Aschrawi. Die Vereinigten Staaten sind der größte Geldgeber der UNRWA. US-Präsident Donald Trump hatte vor zwei Wochen gedroht, Zahlungen an die Palästinenser zu stoppen, wenn diese nicht zu Friedensverhandlungen mit Israel bereit seien.
    Medien: Sonderermittler lädt Steve Bannon vor:
    Der frühere Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, soll laut einem Zeitungsbericht in der Russland-Affäre aussagen. Sonderermittler Robert Mueller habe Bannon eine Vorladung geschickt, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person. Es sei damit zum ersten Mal bekanntgeworden, dass der frühere FBI-Chef eine Vorladung an Personen aus Trumps engstem Kreis geschickt habe. Bannon hatte sich kürzlich öffentlich mit Trump überworfen. Mueller geht dem Verdacht nach, dass es während des Wahlkampfs 2016 geheime Absprachen zwischen Russland und Trumps Team gegeben haben soll. Die Regierung in Moskau und Trump weisen dies zurück. Bannon hatte sich am Dienstag den Fragen des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus gestellt. Gleichwohl weigerte er sich, Angaben zu seiner Tätigkeit im Weißen Haus zu machen.
    Hongkonger Aktivist Joshua Wong wieder im Gefängnis:
    Der junge Anführer der "Regenschirm-Proteste", Joshua Wong, ist von einem Gericht in Hongkong zu drei Monaten Haft verurteilt worden. Zur Begründung hieß es, der 21-Jährige und seine Mitstreiter hätten sich während der Demonstrationen vor drei Jahren - die weltweit für Schlagzeilen sorgten - geweigert, ein Protestcamp zu räumen. Raphael Wong, ein anderes bekanntes Gesicht der Hongkonger Demokratiebewegung, wurde zu viereinhalb Monaten Haft verurteilt. 13 Aktivisten erhielten Bewährungsstrafen. Die Massendemonstrationen und Sitzblockaden, die damals für Tage das Zentrum der Stadt lahmlegten, hatten sich an den Beschlüssen aus China entzündet, 2017 zwar erstmals eine direkte Wahl in Hongkong zu erlauben, den Wählern aber eine freie Nominierung der Kandidaten zu verweigern. Seit dem 1. Juli 1997 gehört Hongkong wieder zu China und wird nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" regiert.
    Papst Franziskus: "Würde ist ansteckend":
    Beim Besuch eines Frauengefängnisses in der chilenischen Hauptstadt Santiago hat Papst Franziskus angeregt, den Häftlingen eine zweite Chance zu geben. Die Gesellschaft habe die Pflicht, alle wieder aufzunehmen, sagte das katholische Kirchenoberhaupt in der Strafanstalt San Joaquín. Er ermutigte die Frauen, ihre Hoffnung nicht zu verlieren. Die Vollzugsbeamten rief er dazu auf, die Gefangenen mit Respekt zu behandeln. Wörtlich sagte Franziskus: "Würde ist ansteckender als die Grippe." Zum Auftakt seines Besuchs hatte der Papst um Verzeihung gebeten wegen des Kindesmissbrauchs durch einen chilenischen Priester. Dieser war 2011 von einem vatikanischen Gericht schuldig gesprochen worden. Bei seiner ersten großen Messe im Land verlangte Franziskus, die Rechte der Ureinwohner anzuerkennen. Für diesen Mittwoch ist ein Treffen mit Nachfahren der Mapuche geplant.
    9 min
  • 16.01.2018 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.SPD streitet über Koalitionsverhandlungen mit der Union:
    Knapp eine Woche vor dem Parteitag der SPD zur Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union verhärten sich die Fronten zwischen Parteispitze und den Kritikern aus den eigenen Reihen. Die SPD habe bei den Sondierungen mit der Union "eine große Liste von Erfolgen" vorzuweisen, betonte Parteichef Martin Schulz in Dortmund vor Delegierten aus Westfalen. Diese Sicht teilen jedoch nicht alle Landesvorstände. So sprach sich die Berliner SPD gegen Verhandlungen über eine große Koalition aus. Die Sozialdemokraten in Brandenburg befürworteten hingegen die Aufnahme von Gesprächen. Die Brandenburger SPD schickt zum Sonderparteitag in Bonn am Sonntag zehn Delegierte, aus Berlin kommen 23 der insgesamt 600 Stimmberechtigten. Deutlich mehr Einfluss hat der nordrhein-westfälische Landesverband, der fast ein Viertel der Delegierten stellt.
    Rumäniens Regierungschef Tudose tritt zurück:
    Nach nur sieben Monaten im Amt hat der rumänische Ministerpräsident Mihai Tudose seinen Rücktritt erklärt. Er trete wegen fehlenden Rückhalts in seiner Partei zurück, sagte Tudose nach einer Vorstandssitzung der Sozialdemokratischen Partei (PSD), in der ihm die Mitglieder ihr Vertrauen entzogen. Hintergrund ist ein Zerwürfnis mit Parteichef Liviu Dragnea. Tudose diente in zwei früheren Regierungen als Wirtschaftsminister und war im Juni von Dragnea für das Amt des Regierungschefs vorgeschlagen worden. Das Verhältnis der beiden Politiker verschlechterte sich jedoch schnell. Parteichef Dragnea treffe wichtige Entscheidungen ohne Rücksprache mit anderen, beklagte Tudose. Sein Rücktritt muss noch von Präsident Klaus Iohannis angenommen werden.
    Papst zu mehrtägigem Besuch in Chile eingetroffen:
    Zum Auftakt seiner sechsten Lateinamerikareise ist Papst Franziskus in Chile eingetroffen. Franziskus will Chiles scheidende Präsidentin Michelle Bachelet sowie Priester, Bischöfe und Ordensleute treffen. Am Mittwoch reist der Papst in die südchilenische Region La Araucanía, die Heimat der Mapuche. Der 81-jährige Argentinier will dort Indigene treffen, die sich seit Jahren zum Teil mit Gewalt gegen die Ausbeutung ihrer Gebiete wehren. Zu einem Gottesdienst in Temuco werden 400.000 Gläubige erwartet. In Chile sieht sich die Kirche mit Skandalen um sexuellen Missbrauch konfrontiert. Der Papst muss daher mit Protesten von Opferhilfegruppen rechnen. Zweite Station seiner Südamerikareise ist Peru.
    Rohingya-Flüchtlinge sollen binnen zwei Jahren heimkehren:
    Die Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch sollen innerhalb von zwei Jahren nach Myanmar zurückgeführt werden. Auf diesen Zeitrahmen einigten sich beide Länder, wie die Regierung von Bangladesch mitteilte. Sie nannte keinen Zeitpunkt für den Start der Maßnahme. Insgesamt sollen mehr als 650.000 Rohingya in ihre Heimat gebracht werden. Myanmar habe zugesagt, provisorische Unterkünfte bereitzustellen, bis Häuser für die Heimkehrer gebaut seien. Die muslimischen Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Im August war der Konflikt eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende von ihnen töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Seither tötete das Militär hunderte Rohingya. Es kam zu einer Massenflucht ins verarmte Nachbarland Bangladesch. Die Vereinten Nationen, die USA und Menschenrechtsorganisationen sprechen von "ethnischen Säuberungen".
    Juden in Frankreich immer häufiger zu Hause überfallen:
    In Frankreich werden Juden immer häufiger zu Opfern körperlicher Gewalt in ihren Häusern und Wohnungen. Die regelmäßigen Übergriffe lösten Beunruhigung und Angst in der jüdischen Bevölkerung aus, sagte der Antisemitismus-Beauftragte der Regierung, Frederic Potier, der Zeitung "Die Welt". Zwar sei die Zahl antisemitischer Übergriffe gegen Synagogen und Schulen dank eines besseren Schutzes deutlich gesunken. Doch dafür habe sich die Form judenfeindlicher Attacken inzwischen geändert: Immer häufiger würden Juden in den eigenen vier Wänden überfallen. Nach dem Mord an der jüdischen Rentnerin Sarah Halimi, die 2016 in ihrer Wohnung in Paris gequält und aus dem Fenster geworfen geworden war, häufen sich demnach Anzeigen wegen Beschimpfungen und Drohungen gegen Juden. Nach französischen Medienberichten wechseln Juden aus Angst immer öfter den Wohnort. Frankreich hat die größte jüdische Gemeinde Europas. Dort leben etwa 500.000 Juden. In Deutschland gibt es derzeit 200.000 Juden.
    10 min
  • 15.01.2018 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Trump nach "Drecksloch"-Kommentar: Ich bin kein Rassist:
    Nach der weltweiten Kritik an seiner angeblichen Äußerung über "Drecksloch"-Staaten hat US-Präsident Donald Trump den Vorwurf des Rassismus kategorisch zurückgewiesen. Auf eine entsprechende Frage eines Journalisten in Florida sagte Trump wörtlich: "Ich bin die am wenigsten rassistische Person, die Sie jemals interviewt haben." Trump war wegen angeblicher Verunglimpfung afrikanischer Staaten und Haitis weltweit in die Kritik geraten. Trump hatte zwei Insidern zufolge die Frage aufgeworfen, warum die USA Einwanderer aus Haiti und Afrika ins Land lassen sollen und in diesem Zusammenhang von "Drecksloch-Ländern" gesprochen. Trump selbst bestritt diese Wortwahl. Er habe zwar einen harschen Ton angeschlagen. Diese Sprache habe er aber nicht gewählt, sagte er, ohne konkret auf den Begriff "Shithole" einzugehen. Die Afrikanische Union forderte eine Entschuldigung von Trump.
    GSG9 soll um ein Drittel vergrößert werden:
    Die Eliteeinheit der Bundespolizei, GSG9, soll um ein Drittel vergrößert werden. Die GSG9 solle mit dem Aufbau eines zweiten Standorts in Berlin deutlich größer werden, sagte der Kommandeur der Einheit, Jérome Fuchs, dem rbb Inforadio. Man suche deshalb Nachwuchs. Grund für den zweiten Standort in Berlin sei die anhaltende terroristische Bedrohung. In Europa seien oftmals die Hauptstädte von Terrorismus betroffen gewesen, so Fuchs. Zielrichtung sei daher eine schnelle Reaktionsfähigkeit der GSG9 in der Hauptstadt. Die Elite-Einheit wurde 1972 gegründet. Zur Personalstärke gibt es aus taktischen Gründen keine offiziellen Angaben. Schätzungsweise sind es derzeit etwa 400 Einsatzkräfte.
    Klimaziel in Gefahr:
    Der Weltklimarat (IPCC) hält das Ziel, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, kaum noch für realisierbar. Es sei "mit 66-prozentiger Wahrscheinlichkeit jenseits des Erreichbaren", zitiert die Berliner "Tageszeitung" (taz) den Entwurf einer "Zusammenfassung für Entscheidungsfinder". Das 1,5-Grad-Ziel war auf der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris in den Vertragstext eingefügt worden. Demnach soll die Erderwärmung - im Vergleich zur vorindustriellen Zeit - möglichst auf 1,5 Grad, zumindest aber auf deutlich unter zwei Grad begrenzt werden. Die aktuelle Politik der beteiligten Staaten mache diese Begrenzung jedoch praktisch unmöglich, heißt es in dem Entwurf des IPCC-Berichts, welcher noch überarbeitet und im Herbst veröffentlicht werden soll. Der Unterschied zwischen 1,5 und zwei Grad Erwärmung hätte demnach dramatische Folgen, unter anderem einen höheren Meeresspiegel, verstärktes Aussterben von Pflanzen und Tieren sowie ein höheres Risiko von Armut, Unterernährung und Krankheit.
    Erdogan droht mit Offensive gegen Kurden-Miliz in Syrien:
    Die türkischen Streitkräfte stehen nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan unmittelbar vor einer Operation gegen die Kurden-Milizen in Nordsyrien. Erdogan kündigte vor Anhängern seiner Partei AKP an, "in den kommenden Tagen" werde die Operation "Schutzschild Euphrat" auf die von Kurden-Milizen kontrollierte Region Afrin ausgedehnt. Ziel sei es, die südliche Grenze der Türkei vom Terror zu säubern, so Erdogan. Seine Verbündeten, besonders die USA, rief er dazu auf, der Türkei bei ihren "legitimen Anstrengungen" beizustehen. Die USA unterstützen die YPG, den syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Türkei.
    Neue Regierung in Norwegen:
    Norwegen hat vier Monate nach der Parlamentswahl eine neue bürgerlich-konservative Regierung. Drei Parteien - die konservative Høyre, die rechtspopulistische Frp und die liberale Venstre - bilden eine Minderheitsregierung. Die Koalitionsgespräche hatten am 2. Januar begonnen und dauerten nur zwölf Tage. Man werden gute, gemeinsame Lösungen für Norwegen finden, versprach die konservative Regierungschefin Erna Solberg. Ziel müsse sein, dass Norwegen das weltbeste Land zum Leben werde. Die Chefin der liberalen Venstre, Trine Skei Grande, erklärte, die Klima-Ziele seien Norwegens größte Herausforderung. Dagegen betonte Siv Jensen, die Vorsitzende der rechtspopulistischen Fortschrittspartei (Frp), Norwegen werde seine restriktive Einwanderungspolitik verschärfen.
    8 min
  • 13.01.2018 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Nach "Drecksloch"-Äußerungen: Afrikaner fordern Entschuldigung Trumps:
    54 afrikanische Länder haben US-Präsident Donald Trump aufgefordert, sich für die Bezeichnung "Drecksloch-Länder" zu entschuldigen und sie zu widerrufen. Sie seien "äußerst erschüttert über die empörenden, rassistischen und fremdenfeindlichen Bemerkungen des Präsidenten der Vereinigten Staaten", so die Botschafter der afrikanischen Länder bei den Vereinten Nationen nach einer Dringlichkeitssitzung in New York. Sie seien "besorgt über den anhaltenden und wachsenden Trend der US-Regierung, Afrika und Menschen afrikanischer Herkunft zu verunglimpfen". Trump soll laut Medienberichten in einer Sitzung im Weißen Haus arme Herkunftsländer von Einwanderern als "Drecksloch-Länder" beschimpft haben. Dies löste weltweit Entrüstung aus. Auch aus dem US-Kongress kam Kritik. Trump selbst bestreitet diese Wortwahl.
    Absage an Trump: Iran lehnt Änderungen am Atomabkommen ab:
    Der Iran hat die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach Änderungen am Atomabkommen abermals entschieden zurückgewiesen. "Das Atomabkommen ist ein international anerkannter und abgeschlossener Pakt und ist nicht neu verhandelbar", betonte das iranische Außenministerium in einer ersten Reaktion. Daher werde Teheran auch weder Änderungen, noch neue Verpflichtungen jenseits des Wiener Abkommens von 2015 akzeptieren, hieß es. Trump hatte zuvor zwar die Sanktionen gegen den Iran für weitere 120 Tage ausgesetzt, zugleich aber eine härtere Gangart gegenüber dem Mullah-Regime verlangt. Die Partner in Europa wurden aufgefordert, bis zum Ablauf der nächsten Frist neue, schärfere Regelungen zu formulieren. Es müsse umfassendere Inspektionen geben, bei denen auch das iranische Raketenprogramm einbezogen werde.
    Proteste gegen Sparpolitik in Tunesien gehen weiter:
    Mehrere hundert Menschen haben erneut in der tunesischen Hauptstadt Tunis und in der Küstenstadt Sfax gegen steigende Lebenshaltungskosten und die Sparpolitik der Regierung demonstriert. Wie in den vergangenen Tagen sollen viele Demonstranten festgenommen worden sein. Auch für Sonntag hat die Opposition zu Protestkundgebungen aufgerufen.Tunesien galt lange als Musterbeispiel des demokratischen Wandels. Viele Tunesier sind jedoch enttäuscht und machen ihrem Frust über wachsende wirtschaftliche Probleme Luft. Die Vereinten Nationen äußerten sich besorgt über die hohe Zahl der Festnahmen.
    Saudi-Arabien: Frauen besuchen erstmals Fußballspiel:
    In Saudi-Arabien haben Frauen zum ersten Mal überhaupt ein Fußballspiel in einem Stadion besuchen dürfen. Weibliche Fans strömten schon Stunden vor dem Anpfiff ins Stadion der Küstenstadt Dschidda. Sie können die Spiele auf extra reservierten Plätzen verfolgen - allein oder in Begleitung ihrer Familie. Die Öffnung von Stadien für Frauen ist Teil eines Modernisierungsprogramms von Kronprinz Mohammed bin Salman. In den vergangenen Monaten hatte die Regierung bereits angekündigt, das Autofahrverbot für Frauen ab Juni aufzuheben. Zudem dürfen Frauen ab März ins Kino gehen.
    SPD-Spitze wirbt um Ja der Basis zu neuer großer Koalition:
    Nach der Einigung mit der CDU/CSU versucht die SPD-Führung, ihre Basis für die Neuauflage der großen Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel zu gewinnen. Auch mehrere Ministerpräsidenten werben auf verschiedenen regionalen Konferenzen und Versammlungen dafür, dass der Sonderparteitag am 21. Januar das Sondierungsergebnis vom Freitag akzeptiert und der Aufnahme förmlicher Koalitionsverhandlungen zustimmt. So sprach sich nun auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, bislang Befürworterin einer Minderheitsregierung, für ein neues schwarz-rotes Bündnis aus. Auch sie verwies vor allem auf die vereinbarten sozialen Verbesserungen für Kinder und Rentner. Die SPD-Linke will ihre Anhänger gegen eine weitere große Koalition mobilisieren. Sie beklagt insbesondere, die Forderungen nach höheren Steuern für Reiche, nach einem neuen Gesundheitssystem und einer humaneren Flüchtlingspolitik seien unerfüllt geblieben.
    Dieselaffäre: VW einigt sich auch in Kanada auf Vergleich:
    Nach der Einigung mit den USA hat Volkswagen nun auch Entschädigungen an kanadische Kunden akzeptiert. Für den Vergleich würden umgerechnet 193 Millionen Euro fällig, teilten der Autokonzern und Klägeranwälte mit. Etwa 20.000 Besitzer von Autos mit 3,0-Liter-Motoren sollen demnach eine Zahlung erhalten. Das Unternehmen verpflichtete sich zudem, eine Strafe von 1,66 Millionen Euro zu zahlen. VW-Manager Daniel Weissland sprach von einem wichtigen Meilenstein. VW hatte im September 2015 auf Druck der US-Umweltbehörden eingeräumt, in großem Stil bei Abgastests betrogen zu haben. Weltweit betrifft die Affäre rund elf Millionen Dieselautos. In den USA hatte VW bereits im vergangenen Jahr einen Vergleich erzielt. Der Skandal kostet die Wolfsburger allein dort mehr als 25 Milliarden Euro.
    9 min
  • 12.01.2018 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Bei Berliner GroKo-Sondierungen "Durchbruch auf Chefebene" gemeldet:
    Deutschland wartet mit Spannung auf die Ergebnisse der Sondierungsgespräche zwischen CDU, CSU und SPD über eine mögliche Regierung. Nach mehr als 24-stündigen Marathonverhandlungen wurde in Berlin unter Berufung auf Parteikreise ein "Durchbruch auf Chefebene" gemeldet. Die Vorsitzenden Angela Merkel, Horst Seehofer und Martin Schulz wollen ihren Parteien offenbar empfehlen, offizielle Verhandlungen über eine Fortsetzung der "großen Koalition" (genannt "GroKo") aufzunehmen. Die jeweiligen Sondierungsdelegationen müssen darüber noch entscheiden. Zentrale Probleme waren bis zuletzt die Finanz- und die Flüchtlingspolitik. An diesem Freitag wollten Merkel und Schulz ihren Gremien die Ergebnisse vorlegen. Die entsprechenden Sitzungen wurden zunächst verschoben.
    Trump nennt afrikanische Staaten und Haiti "Drecksloch"-Länder:
    Bei Beratungen über ein neues Einwanderungsgesetz soll sich US-Präsident Donald Trump verächtlich über Migranten aus Afrika und Haiti geäußert haben. Die Zeitung "Washington Post" berichtete unter Berufung auf Teilnehmer der Gespräche, Trump habe gefragt, warum so viele Menschen aus - so wörtlich - "Drecksloch-Ländern" in die USA kämen. Zugleich schlug er demnach vor, dass die USA mehr Einwanderer aus Ländern wie Norwegen oder aus Asien aufnehmen sollten. Die "New York Times" zitierte den Präsidenten ebenfalls mit dieser Äußerung. Trump hatte sich am Donnerstag mit Senatoren und Kongressabgeordneten im Weißen Haus getroffen, um einen von beiden Parteien vorgelegen Gesetzentwurf zu beraten. :
    US-Finanzminister erwartet neue Sanktionen gegen den Iran:
    Es wird erwartet, dass US-Präsident Donald Trump in Kürze über amerikanische Sanktionen gegen den Iran entscheidet. An diesem Freitag läuft die Frist aus, in der der Präsident festlegen muss, ob er die im Zuge des internationalen Atomabkommens ausgesetzten US-Sanktionen gegen die Islamische Republik wieder in Kraft setzt oder nicht. Sein Finanzminister Steve Mnuchin sagte vor Reportern in Washington, er erwarte, dass Trump neue Strafmaßnahmen gegen den Iran verhängt. Trump hat das 2015 mit dem Iran geschlossene Atomabkommen wiederholt als "den schlechtesten Deal aller Zeiten" kritisiert. Sollte er amerikanische Sanktionen wieder in Kraft setzen, gilt die Zukunft der Vereinbarung als gefährdet. Bei einem Besuch des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Sarif am Donnerstag in Brüssel verteidigte die EU das Atomabkommen mit dem Iran.
    Proteste in Bulgarien bei Übernahme von EU-Ratsvorsitz:
    Der offizielle Start der bulgarischen EU-Ratspräsidentschaft ist in der Hauptstadt Sofia von lautstarken Protesten begleitet worden. Mehr als 1500 Menschen demonstrierten gegen Korruption in dem ärmsten EU-Mitgliedstaat. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk waren am Donnerstag eigens zur Übergabe der Ratspräsidentschaft nach Sofia gereist. Bei dem Festakt im Nationaltheater sicherte Juncker dem südosteuropäischen Land Unterstützung für den Beitritt zum Schengenraum und zur Eurozone zu. Die Kommission ist an eurer Seite, bekräftigte Juncker. Bulgariens Regierungschef Boiko Borissow hatte zuvor angekündigt, sein Land werde sich in den nächsten sechs Monaten um die Aufnahme in die Währungsunion bewerben.
    Facebook-Chef will weniger Unternehmensinhalte zeigen:
    Facebook-Nutzer werden künftig mehr Beiträge von Freunden und Familie statt von Unternehmen, Medien und politischen Gruppen zu sehen bekommen. Damit solle das weltgrößte Online-Netzwerk wieder stärker auf das ursprüngliche Ziel ausgerichtet werden, persönliche Verbindungen zu ermöglichen, schrieb Gründer und Chef Mark Zuckerberg in seinem jüngsten Facebook-Beitrag. Die Änderung gehe auf Wünsche von Nutzern zurück. Die Beiträge von Unternehmen und Medien sollen zudem danach priorisiert werden, "ob sie zu bedeutungsvollen Interaktionen ermutigen". Mit anderen Worten sollen Inhalte, zu denen sich ein Nutzer und seine Freunde äußern, höher im Newsfeed platziert werden. Dabei wird Facebook mit Hilfe seiner Algorithmen versuchen, vorherzusagen, über welche Beiträge man sich wohl austauschen wollen werde.
    Millionenbeute aus dem Pariser Ritz sichergestellt:
    Nach dem spektakulären Raubüberfall auf das Pariser Luxushotel Ritz hat die französische Polizei alle gestohlenen Schmuckstücke und Luxusuhren im Wert von mehreren Millionen Euro wiedergefunden. Wie aus Ermittlerkreisen verlautete, hatte die Polizei einen Teil der Beute bereits bei der Festnahme von drei der fünf Täter gefunden. Der Rest sei in einer Tasche gewesen, die die Polizei sichergestellt habe. Die vermummten und bewaffneten Diebe hatten am Mittwochabend mit Äxten Vitrinen von Nobeljuwelieren in der Lobby des Hotels eingeschlagen. Die drei Festgenommenen sind der Polizei bekannt. Es soll sich um junge Männer aus Paris handeln. Zwei Mittäter sind flüchtig.
    10 min
  • 11.01.2018 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.EU-Mittelmeeranrainer fordern verstärkten Kampf gegen Menschenhandel:
    Die an das Mittelmeer grenzenden EU-Staaten haben an die europäischen Partner appelliert, in der Migrationskrise an einem Strang zu ziehen. Der Kampf gegen Menschenschmuggler und neue Formen der Sklaverei müsse verdoppelt werden, hieß es in der Abschlusserklärung eines Treffens der Staats- und Regierungschefs. Die Erklärung unterschrieben Italien, Spanien, Frankreich, Portugal, Malta, Griechenland und Zypern in Rom. Die Länder, die der Migrationskrise - so wörtlich - "an vorderster Front" begegnen, müssten von der EU außerdem stärker bei der Grenzsicherung unterstützt werden, hieß es einhellig. Es brauche endlich eine gemeinsame Politik in der Flüchtlingsfrage, sagte der gastgebende italienische Regierungschef Paolo Gentiloni.
    Sondierungsgespräche zwischen Union und SPD schlingern auf die Zielgerade:
    Auf der Suche nach einer neuen Bundesregierung sondieren Union und SPD weiter, ob sie die Große Koalition fortsetzen wollen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Grosse-Bröhmer, sagte nach der Beendigung der vierten Runde in Berlin, man sei auf der Zielgeraden. Es gebe aber noch manchen großen Brocken aus dem Weg zu räumen. Zuletzt war bekannt geworden, dass CDU, CSU und SPD neue Klagemöglichkeiten für Verbraucher bei Fällen mit vielen Betroffenen eröffnen wollen, wie etwa beim Diesel-Skandal. Zum Abschluss der fünftägigen Sondierungen stehen die Themen Steuern und Finanzen, Migration und Familiennachzug für Flüchtlinge, Europa und Bildung an. Danach wollen die Sondierer ein Ergebnispapier vorlegen, auf dessen Grundlage dann die SPD-Führung der Partei offizielle Koalitionsverhandlungen empfehlen könnte oder eben nicht.
    US-Kanzlei verklagt Ford wegen Manipulation von Dieselmotoren:
    Im Skandal um manipulierte Dieselmotoren gerät jetzt auch der US-Autohersteller Ford in den Fokus. Die US-Anwaltskanzlei Hagens Berman reichte eine Sammelklage ein. Darin wird Ford vorgeworfen, ähnlich wie der deutsche Automobilkonzern Volkswagen Abschaltvorrichtungen eingesetzt zu haben, um Abgastests zu bestehen. Betroffen sind demnach mindestens 500.000 Pickup-Geländewagen der Typen F-250 und F-350. Ford soll die Modelle von 2011 bis 2017 verkauft und als "sauberste Super Diesel" beworben haben. Unter realen Bedingungen stießen die Motoren aber doppelt so viele gesundheitsschädliche Stickoxide aus wie erlaubt. In der Klageschrift wird auch der deutsche Zulieferer Bosch als Beschuldigter geführt. Die Kanzlei Hagens Berman war schon im Fall VW aktiv. Die Juristen wirkten an milliardenschweren Vergleichen in den USA zwischen dem Wolfsburger Konzern sowie Händlern und Kunden mit.
    Frachter mit mehr als 400 Tonnen Sprengstoff gestoppt:
    Die griechische Küstenwache hat einen Frachter gestoppt, der hunderte Tonnen Sprengstoff an Bord hatte. Nach Einschätzung der Küstenwache sei das Schiff eine "fahrende Bombe" gewesen. Der Frachter wurde bereits am 6. Januar gestoppt und zum Einlaufen in den Hafen von Iraklion auf Kreta gezwungen, wie die Behörden erst jetzt bekanntgaben. Nach gründlichen Kontrollen seien rund 410 Tonnen Sprengstoff sichergestellt worden. Den soll die Besatzung im türkischen Mersin geladen haben. Die griechischen Sicherheitsbehörden hatten den Transport gestoppt, weil Informationen vorlagen, dass der Frachter nach Libyen fahren sollte. Lieferungen von Waffen oder Munition nach Libyen hat die EU wegen des Bürgerkriegs in dem Land verboten. Die Besatzung des Frachters wurde festgenommen.
    Drei Festnahmen nach Juwelenraub im Pariser Ritz-Hotel:
    Bei einem Überfall auf das Pariser Luxus-Hotel Ritz haben fünf Räuber Schmuck im Millionenwert erbeutet. Nach Angaben der Polizei schlugen die Täter am Abend mit Äxten Schmuckvitrinen in der Hotelhalle ein. Aus Justizkreisen verlautete, der gestohlene Schmuck habe einen Wert von mehr als vier Millionen Euro. Innenminister Gérard Collomb teilte mit, drei Tatverdächtige seien von Polizisten festgenommen worden. Zwei weitere Verdächtige konnten entkommen. Das traditionsreiche Ritz-Hotel liegt an der vornehmen Place Vendôme im Herzen der französischen Hauptstadt. In der Nachbarschaft befinden sich etliche Luxus- und Juweliergeschäfte. In den vergangenen Jahren waren unter anderem Niederlassungen von Cartier, Harry Winston und Chopard Ziel von spektakulären Raubüberfällen.
    9 min
  • 10.01.2018 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Trump muss Schutzstatus für junge Einwanderer weiter gewähren:
    Ein Gericht in Kalifornien hat die Aberkennung des Schutzstatus für Einwanderer, die als Kinder illegal in die USA gekommen sind, für rechtswidrig erklärt. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump müsse das sogenannte DACA-Dekret (Deferred Action for Childhood Arrivals) wieder in Kraft setzen, verfügte Richter William Alsup in San Francisco in einer 49-seitigen Entscheidung. Trump hatte das Programm seines Vorgängers Barack Obama im September für ungültig erklärt. Es betrifft fast 800.000 Migranten. Obama hatte ihnen 2012 eine begrenzte Aufenthalts- sowie eine Arbeitserlaubnis, jedoch kein Einbürgerungsrecht zugestanden. Trump verband seine Entscheidung gegen das Dekret mit der Aufforderung an den Kongress, bis zum 5. März 2018 eine gesetzliche Regelung für die als "Dreamers" (Träumer) bezeichneten Einwanderer zu finden.
    Steve Bannon verlässt das Internetportal "Breitbart News":
    Der frühere Berater von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, hat seinen Posten beim rechtsgerichteten Internetportal Breitbart News aufgegeben. Bannon sei als Herausgeber zurückgetreten, teilte der Unternehmenschef der Website, Larry Solov, mit. Gründe dafür nannte er nicht. Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager und Chefstratege war zuletzt unter Druck geraten, weil er in dem Buch "Fire and Fury" des Journalisten Michael Wolff ausführlich mit abfälligen Äußerungen über den US-Präsidenten und dessen Familie zitiert wird. Auch in rechten Kreisen schien Bannon zunehmend isoliert. So distanzierte sich sein wichtigster Geldgeber, die Milliardärsfamilie Mercer, von Bannon. Der 64-Jährige zeigte sich in einer schriftlichen Erklärung "stolz" darauf, dass es dem Breitbart-Team gelungen sei, eine "Nachrichten-Plattform von Weltklasse" zu produzieren.
    Südkoreas Präsident zu Treffen mit Nordkoreas Machthaber bereit:
    Trotz der jüngsten Entspannung im Verhältnis zu Nordkorea verlangt Südkorea von dem Regime in Pjöngjang weiter den Verzicht auf Atomwaffen. Die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel sei ein grundlegendes Ziel, das nie aufgegeben werde, sagte Präsident Moon Jae In in Seoul. Das Thema könne bei Gesprächen über eine Entspannung der Beziehungen nicht ausgeklammert werden. Zugleich erklärte er, dass er zu einem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un "unter den richtigen Bedingungen" bereit sei. Für den Fall neuer Provokationen Nordkoreas drohte er jedoch mit weiteren Sanktionen. Hochrangige Vertreter der Regierungen in Seoul und Pjöngjang hatten sich am Dienstag erstmals seit mehr als zwei Jahren zu direkten Gesprächen getroffen und weitreichende Maßnahmen zur Verbesserung der Beziehungen beschlossen.
    CSU-Generalsekretär sieht Sondierungsgespräche auf gutem Weg:
    Nach Halbzeit der Sondierungsgespräche über die Fortsetzung der großen Koalition zwischen Unionsparteien und Sozialdemokraten hat CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer ein positives Fazit gezogen. Trotz des Ärgers der SPD über Indiskretionen sei "eine gute Grundlage des Vertrauens und der Kollegialität" zwischen beiden Seiten gesetzt worden. Scheuer bestätigte Medienberichte, wonach weitere Zwischenergebnisse erzielt worden seien. Es sei aber noch nichts fixiert. Die Verhandlungen näherten sich jetzt dem Hauptthema der finanziellen Spielräume. Laut Medienberichten einigten sich Union und SPD am Dienstag auf ein Gesetz zur Steuerung der Fachkräfte-Zuwanderung nach Deutschland. Strittig sei aber noch, welchen Namen das Gesetz tragen soll. Union und SPD hatten die Sondierungen am Sonntag begonnen und wollen am Donnerstag zur Schlussrunde zusammenkommen. Danach wollen sie über die Aufnahme von Koalitionsgesprächen entscheiden.
    Weiter keine Lösung im Streit zwischen EU und Polen:
    Der neue polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat die umstrittene Justizreform beim Antrittsbesuch bei der EU verteidigt. Das Justizsystem solle gerechter und objektiver werden, sagte er nach einem Treffen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Brüssel. Beide Seiten sprachen von einem Abendessen in freundlicher Atmosphäre. Man habe auch die Rechtsstaatlichkeit in Polen detailliert besprochen. Hinweise auf eine Annäherung gibt es nicht. Die EU-Kommission hatte im Dezember wegen der Justizreform in Polen eine Gefährdung von EU-Grundwerten wie Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung festgestellt und ein Sanktionsverfahren nach Artikel 7 der EU-Verträge gestartet. Kurz vor seiner Abreise nach Brüssel hatte Morawiecki mehrere in der EU umstrittene Minister abberufen. Polnische Experten werten dies als Entgegenkommen gegenüber der EU.
    9 min
  • 09.01.2018 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Nordkorea will hochrangige Delegation zu Olympia schicken:
    Nordkorea will eine hochrangige Delegation zu den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar schicken. Das gab Südkorea am Rande eines gemeinsamen Friedensgipfels mit Vertretern des politisch isolierten Landes am Grenzort Panmunjon bekannt. Die Delegation solle aus Athleten, Vertretern des nationalen olympischen Komitees, Künstlern, einer Fangruppe, Beobachtern, einem Taekwondo-Demonstrationsteam und Journalisten bestehen, hieß es weiter. Bis vor kurzem hatte Nordkorea noch mit Waffen- und Raketentests für große politische Spannungen in der Region gesorgt.
    Medien: Sonderermittler Mueller plant Befragung von US-Präsident Trump:
    US-Präsident Donald Trump rückt noch stärker in den Fokus der Ermittlungen über eine mögliche Einflussnahme Russlands auf die Präsidentenwahl in den USA. Der zuständige Sonderermittler Robert Mueller will im Zuge seiner Untersuchungen offenbar auch Trump persönlich befragen. Das berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf eine Person aus dem Umfeld des Präsidenten. Weder Trumps Anwälte noch der Anwalt des US-Präsidialamts, Ty Cobb, wollten sich dazu äußern. Auch der Sprecher Muellers lehnte eine Stellungnahme ab. In anderen Berichten heißt es, Trumps Anwälte verhandelten bereits seit Dezember darüber mit Vertretern des Sonderermittlers. Dabei sei über Ort und Länge einer Befragung, rechtliche Umstände und Alternativen wie ein schriftliches Interview gesprochen worden, meldete zum Beispiel der Fernsehsender NBC unter Berufung auf Insider.
    Hunderttausende Salvadorianer in den USA von Ausweisung bedroht:
    Die US-Regierung von Präsident Donald Trump treibt die Verschärfung ihrer Einwanderungspolitik voran. Wie die Regierung in Washington bekanntgab, verlieren etwa 200.000 Salvadorianer im September kommenden Jahres ihre vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung und stehen dann nicht mehr unter besonderem Schutz. Damit müssen sie dann entweder das Land verlassen oder sich um eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung bemühen. Nach einer Übergangsfrist von 18 Monaten könnten sie andernfalls ausgewiesen werden. Den besonderen Schutzstatus hatten die Salvadorianer 2001 erhalten, nachdem zwei verheerende Erdbeben in El Salvador viele Menschen obdachlos gemacht hatten. 2019 könnte das Programm auch für Haitianer und Nicaraguaner beendet werden, für Honduraner endet es bereits Ende 2018.
    Gedrosselte iPhones: Frankreichs Justiz ermittelt gegen Apple:
    Wegen der gezielten Leistungsdrosselung bei iPhones droht Apple juristischer Ärger in Frankreich. Gegen den US-Technikkonzern wurden Vorermittlungen eingeleitet, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Justizkreisen erfuhr. Dabei solle auch der Vorwurf der Verbrauchertäuschung geprüft werden. Französische Verbraucherschützer, die sich gegen die bewusst verkürzte Lebensdauer technischer Geräte einsetzen, reichten daraufhin eine Klage gegen Apple ein. Ein eingebauter Verschleiß eines Produktes ist in Frankreich seit 2015 strafbar. Apple hatte im Dezember eingeräumt, dass ältere iPhone-Modelle per Software-Update gezielt verlangsamt werden, angeblich um zu verhindern, dass diese sich plötzlich ausschalten.
    Deutsche Metaller streiken für mehr Geld und kürzere Arbeitszeiten:
    Im Tarifkonflikt der deutschen Metall- und Elektroindustrie hat die Industriegewerkschaft Metall mehrere zehntausend Beschäftigte zu weiteren Warnstreiks aufgerufen. Geplant waren allein in Nordrhein-Westfalen mehr als 140 Aktionen. Vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde am Donnerstag sollen die Arbeitsniederlegungen ausgeweitet werden. Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld und für alle 3,9 Millionen Beschäftigten die Option, ihre Arbeitszeit befristet auf 28 Wochenstunden absenken zu können. Das lehnen die Unternehmer kategorisch ab.
    Schlag gegen Mafia in Deutschland und Italien:
    Bei einer Großrazzia gegen die Mafia sind in Deutschland und Italien zahlreiche Verdächtige festgenommen worden. Die Nachrichtenagentur Ansa meldete 169 Festnahmen in verschiedenen Regionen beider Länder. Die Aktion richte sich gegen den Clan der mächtigen kalabrischen Mafia 'Ndrangheta Farao-Marincola, verlautete von paramilitärischen Polizeieinheiten in Rom. Ermittlungen hatten laut Medienberichten ergeben, dass die Mafia in verschiedenen Wirtschafts- und Unternehmensbereichen in Italien sowie im Ausland mitmischte und sich wie eine "kriminelle Holding" organisierte. Bei den Durchsuchungen sollen Gegenstände im Wert von 50 Millionen Euro beschlagnahmt worden sein.
    9 min
  • 08.01.2018 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Golden Globe für deutschen Film "Aus dem Nichts":
    Der deutsche Thriller "Aus dem Nichts" von Regisseur Fatih Akin ist mit dem Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet worden. In Akins an die NSU-Morde angelehntem Rachethriller spielt die Schauspielerin Diane Kruger die Hauptrolle. Im vergangenen Jahr war Maren Ades Tragikomödie "Toni Erdmann" in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" nominiert worden, bei der Verleihung aber leer ausgegangen. Die Verleihung der Golden Globes stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der #MeToo-Bewegung. Viele Stars trugen aus Protest gegen sexuelle Belästigung Schwarz.
    Washington: Ex-Trump-Berater Bannon äußert Bedauern:
    Der frühere Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, hat sich für Äußerungen über den inneren Zirkel der Administration in dem Buch "Fire and Fury" entschuldigt. Er bedauere, dass seine späte Reaktion über die, wie er sagte, fehlerhafte Berichterstattung bezüglich Präsidenten-Sohn Donald Trump junior die "Aufmerksamkeit von den historischen Leistungen" des Staatschefs abgelenkt habe, zitiert die Nachrichten-Webseite Axios aus einer Erklärung Bannons. Konkret geht es ihm um den Vorwurf, Trump Junior habe sich bei einem Treffen mit einer russischen Anwältin in der Firmenzentrale Trump Tower "verräterisch" und "unpatriotisch" verhalten. Damit habe er vor allem den damaligen Wahlkampfleiter Paul Manafort gemeint, erklärte Bannon nun, der mit seiner Mitwirkung an dem Buch des Journalisten Michael Wolff endgültig die Gunst Trumps verloren haben dürfte.
    Macron erstmals als Präsident zu Gast in China:
    Mit einem Besuch in Xi'an, dem Startpunkt der alten Seidenstraße, hat der französische Präsident Emmanuel Macron seinen China-Besuch begonnen. Dort will er eine Rede zur Zukunft der Beziehungen zur Volksrepublik halten. Geplant sei eine "globale strategische Partnerschaft" zwischen Paris und Peking, hieß es aus Macrons Umfeld. Zum Auftakt des Besuchs äußerte sich der Staatschef zur Krise mit Nordkorea und zu den Sanktionen, um den isolierten Staat an den Verhandlungstisch zurückzuholen. Er erwarte viel von dem unerlässlichen Druck, den China auf Nordkorea ausüben könne, um es zu einem Kurswechsel zu ermutigen, sagte Macron in einem Interview.
    Nach den Protesten: Gabriel will Irans Außenminister treffen:
    Angesichts der regierungskritischen Proteste im Iran will Bundesaußenminister Sigmar Gabriel schon bald mit seinem iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Sarif sprechen. Er habe mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini verabredet, den iranischen Außenminister einzuladen, wenn möglich schon in der nächsten Woche, sagte der SPD-Politiker im ZDF. Auf einer Sondersitzung des iranischen Parlaments hat dessen Präsident Ali Laridschani von Polizei und Geheimdienst eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge verlangt.
    Union und SPD wollen kein "Weiter so" in einer Koalition:
    Auf der Suche nach einer neuen Bundesregierung haben sich die Parteispitzen von CDU, CSU und SPD in Berlin erstmals zu Sondierungsgesprächen getroffen. Man sei sich der Verantwortung für die Zukunft Deutschlands bewusst, ein „Weiter so“ könne es nicht geben, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil nach der ersten Runde in der Parteizentrale der Sozialdemokraten. Die CDU-Chefin, Bundeskanzlerin Angela Merkel, hatte zum Auftakt deutlich gemacht, dass auf die neue Regierung gewaltige Aufgaben warteten. Die Parteien der bisherigen großen Koalition haben sich für die Sondierungen nur diese Woche Zeit gegeben. Am Freitag bereits will die SPD-Spitze, die nach den Verlusten bei der Bundestagswahl ein erneutes Regierungsbündnis unter Kanzlerin Merkel zunächst ausgeschlossen hatte, entscheiden, ob sie die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen empfehlen will.
    Simone Peter gibt Vorsitz bei deutschen Grünen auf:
    Die Vorsitzende der Grünen in Deutschland, Simone Peter, wird nicht wieder für den Parteivorsitz kandidieren. Sie wolle sich der Erneuerung der Parteispitze nicht verschließen, schrieb die 52-Jährige in einem Brief an die Partei. Bündnis 90/Die Grünen wählen Ende Januar auf einem Bundesparteitag in Hannover eine neue Führung. Der zweite in der bisherigen Doppelspitze der Partei, Cem Özdemir, verzichtet nach mehr als neun Jahren an der Spitze der Grünen ebenfalls auf eine erneute Kandidatur. Traditionell besetzen die Grünen ihre beiden Chefposten mit Vertretern aus dem realpolitischen und dem linken Parteiflügel, zudem muss mindestens eine Frau der Partei vorsitzen.
    9 min
  • 06.01.2018 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Iran-Debatte im UN-Sicherheitsrat:
    Die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley hat die Führung im Iran davor gewarnt, die friedlichen Proteste im eigenen Land zu unterdrücken. Die Welt beobachte, was der Iran unternehme, warnte Haley in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats. Haley rief die Regierung im Iran auf, die Stimme des iranischen Volkes nicht mehr zu zensieren und den Zugang zum Internet wiederherzustellen. Mehrere Vertreter der 15 Staaten im höchsten UN-Gremium schlossen sich Haley grundsätzlich an. Frankreichs Botschafter François Delattre sagte jedoch, dass Eingriffe der Weltgemeinschaft derzeit nicht notwendig seien. Der Dialog mit Teheran sei unabdingbar und auch am internationalen Atomabkommen müsse festgehalten werden, so Delattre.
    Wieder Kämpfe im Südsudan:
    Die seit Weihnachten geltende Waffenruhe im Bürgerkriegsland Südsudan ist erneut gebrochen worden. Bei Kämpfen in der Nähe der Hauptstadt Juba wurden nach Polizeiangaben mindestens acht Soldaten und fünf Zivilpersonen getötet. Aus Furcht vor einer neuen Mobilisierung ordnete die Regierung eine vorübergehende Abschaltung des mobilen Internets an. Die US-Botschaft verhängte angesichts der Kämpfe zunächst bis Montag eine für Mitarbeiter geltende nächtliche Ausgangssperre. Der ölreiche Südsudan erlangte 2011 die Unabhängigkeit vom Sudan. Ende 2013 brach ein Bürgerkrieg zwischen den Anhängern von Präsident Salva Kiir vom Volk der Dinka und den Truppen seines früheren Stellvertreters Riek Machar vom Volk der Nuer aus.
    Twitter gegen Löschung von Konten ranghoher Politiker:
    Der Kurznachrichtendienst Twitter will Konten oder Tweets von Staats- und Regierungschefs auch bei umstrittenen Äußerungen nicht löschen. Derartige Politiker hätten einen besonderen Status, teilte Twitter mit und wehrte sich damit gegen Forderungen, das Konto von US-Präsident Donald Trump stillzulegen. Würden die strittigen Aussagen gelöscht, würden wichtige Informationen zurückgehalten, welche die Menschen erfahren und über die sie debattieren müssten, erklärte das Unternehmen. - Die Erklärung von Twitter erfolgte wenige Tage nach einem umstrittenen Tweet Trumps, in dem er auf den Einsatz von US-Atomwaffen anspielte. Dies löste Kritik an dem Kurzbotschaftendienst aus, wonach dieser Gewaltandrohungen zulasse.
    Macron: Derzeit keine Chance für EU-Beitritt der Türkei:
    Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron sieht derzeit keine Chance für EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Die "jüngsten Entwicklungen und Entscheidungen" in der Türkei ließen "keinerlei Fortschritt beim begonnenen Prozess zu", sagte Macron bei einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Paris. Hinsichtlich des Schicksals inhaftierter Journalisten und Wissenschaftler zeigte sich Macron besorgt und forderte Erdogan zur Einhaltung des Rechts auf. "Die Demokratien müssen die Rechtsstaatlichkeit vollkommen schützen", so Macron.
    Katalanischer Separatistenführer Junqueras bleibt in U-Haft:
    Der von Madrid abgesetzte katalanische Vizepräsident Oriol Junqueras bleibt in Haft. Die Richter der Berufungskammer von Spaniens Oberstem Gericht lehnten eine Haftentlassung einstimmig ab. Der einstige Stellvertreter des ebenfalls abgesetzten Regionalpräsidenten Carles Puigdemont sitzt seit Anfang November wegen seiner Mitwirkung an der katalanischen "Rebellion" in der Nähe von Madrid hinter Gittern. - Bei der katalanischen Parlamentswahl am 21. Dezember errang er ein Abgeordnetenmandat, das er nun nicht annehmen kann. Auch sieben weitere gewählte Abgeordnete, unter ihnen der im belgischen Exil lebende Puigdemont, werden ihr gewonnenes Mandat wohl an Nachrücker abgeben müssen, da sie entweder im Gefängnis sitzen oder ins Ausland geflüchtet waren.
    Nordkorea glaubt an Olympia-Teilnahme:
    Nordkorea wird nach Angaben seines Vertreters beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) "wahrscheinlich" an den Olympischen Winterspielen in Südkorea teilnehmen. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Pjöngjangs IOC-Vertreter Chang Ung äußerte sich demnach bei einem Zwischenstopp am Flughafen von Peking. Zum Jahresbeginn war Bewegung in den Konflikt zwischen Nord- und Südkorea gekommen, nachdem der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un in seiner Neujahrsansprache Dialogbereitschaft mit dem Süden signalisiert hatte. Der Chef des Organisationskomitees der Winterspiele, Lee Hee Beom, hatte am Mittwoch gesagt, Südkorea sei gut vorbereitet auf eine Teilnahme nordkoreanischer Sportler.
    8 min

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