Langsam Gesprochene Nachrichten | Audios | DW Deutsch lernen

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  • 25.12.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Mindestens sechs Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul:
    Bei einem Selbstmordanschlag im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens sechs Menschen getötet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Opferzahlen könnten noch steigen. Der Tatort, der Abdul-Hak-Platz im Stadtviertel Schaschdarak, ist ein stark befahrener Verkehrskreisel. In der Nähe liegen eine afghanischen Geheimdiensteinrichtung, Armeebüros, aber auch die US-Botschaft und das NATO-Hauptquartier. Ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums wollte Medienberichte nicht bestätigen, wonach der Attentäter es auf das Büro des Geheimdienstes NDS abgesehen hatte. Die Terrormiliz IS übernahm inzwischen die Verantwortung für die Bluttat. Kabul hat in diesem Jahr schon mehr als 20 große Anschläge mit Hunderten Toten und Verletzten gesehen. Die meisten hatten entweder die radikalislamischen Taliban oder der "Islamische Staat" (IS) für sich reklamiert.
    Papst ruft bei Christmette zu Mitgefühl für Verfolgte auf:
    Papst Franziskus hat bei der Christmette an Heiligabend dazu aufgerufen, Verfolgte und Vertriebene willkommen zu heißen. Maria und Josef teilten das gleiche Schicksal wie viele Migranten heute, sagte der Pontifex bei der Messe im Petersdom vor Tausenden Gläubigen. Man dürfe sich nicht mit Ungerechtigkeit zufrieden geben, sondern müsse den Mut haben, "inmitten von Spannungen und Konflikten zu einem Raum der Gastfreundschaft zu werden", sagte der 81 Jahre alte Argentinier, der selbst Sohn italienischer Einwanderer ist. Am ersten Weihnachtsfeiertag - dem Höhepunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan - wird Franziskus auch den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" spenden. Am 24. Dezember feierten auch Tausende Christen aus aller Welt im Heiligen Land Weihnachten. Die Feiern wurden in diesem Jahr überschattet von der Krise um die umstrittene Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA.
    Spaniens König warnt katalanische Abgeordnete vor neuer "Konfrontation":
    Spaniens König Felipe VI. hat die Abgeordneten des neugewählten katalanischen Regionalparlaments aufgerufen, eine neue "Konfrontation" zu vermeiden. In seiner Weihnachtsansprache forderte der König die Abgeordneten mit Blick auf die Unabhängigkeitsbestrebungen der Region auf, die Probleme anzugehen, "die alle Katalanen betreffen". Dabei müsse das Regionalparlament "die Pluralität respektieren und verantwortungsvoll an das Wohl aller denken". Bei der vorgezogenen Neuwahl am Donnerstag hatten die Unabhängigkeitsbefürworter ihre absolute Mehrheit verteidigt. Ein Ausweg aus der Krise um die Unabhängigkeitsbestrebungen der nordostspanischen Region ist nicht in Sicht.
    Perus Ex-Präsident Fujimori aus humanitären Gründen begnadigt:
    Der inhaftierte, schwer kranke peruanische Ex-Präsident Alberto Fujimori ist von Staatschef Pedro Pablo Kuczynski aus humanitären Gründen begnadigt worden. Das teilte die Präsidialkanzlei in Lima mit. Fujimori war unter anderem wegen Verstoßes gegen die Menschenrechte und Korruption während seiner Amtszeit von 1990 bis 2000 sowie wegen des Einsatzes von Todesschwadronen zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Der Ex-Präsident, der seine Strafe seit 2007 verbüßt, gilt als schwer herzkrank.
    Fast 40 Regierungsgegner in Venezuela freigelassen:
    In Venezuela sind 36 inhaftierte Regierungsgegner zu Weihnachten freigelassen worden. Das bestätigte die Menschenrechtsorganisation Foro Penal. Die Verfassunggebende Versammlung des Landes hatte sich für die Freilassung von 80 inhaftierten Regierungsgegnern ausgesprochen, als Geste der "Versöhnung" im Konflikt zwischen der Regierung des sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro und der Mitte-rechts-Opposition. Das lateinamerikanische Land befindet sich trotz reicher Erdölvorkommen in einer tiefen Wirtschaftskrise, die zu schweren Versorgungsengpässen geführt hat. Die Opposition macht Präsident Maduro für die Misere verantwortlich.
    Tunesien entzieht Flügen aus den Emiraten Landeerlaubnis:
    Im Streit um die verweigerte Beförderung von Tunesierinnen in die Vereinigten Arabischen Emirate haben die tunesischen Behörden alle Flüge der Emirates Airlines suspendiert. In einer Mitteilung des Transportministeriums in Tunis heißt es, das Flugverbot werde erst aufgehoben, wenn Emirates "eine entsprechende Lösung im Rahmen internationaler Gesetze und Abkommen" finde. Emirates hatte in dieser Woche mehrere Tunesierinnen von Flügen in die VAE ohne Begründung ausgeschlossen. Dies war in Tunesien als diskriminierend eingestuft worden.
    8 min
  • 23.12.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.USA wollen Ukraine offenbar mit Waffen beliefern:
    Die US-Regierung soll Waffenlieferungen an die Ukraine planen. Es sei entschieden worden, das Land mit "verbesserten Verteidigungskapazitäten auszurüsten", teilte die Sprecherin des Außenministeriums, Heather Nauert, mit. Damit wolle man die Ukraine unterstützen, die Souveränität und territoriale Integrität des Landes zu verteidigen. Zu Details wollte sich das Außenministerium in Washington nicht äußern. Laut einem Bericht des Fernsehsenders ABC plant die US-Regierung die Lieferung von Panzerabwehrraketen. Im September hatte Russlands Präsident Wladimir Putin erklärt, dass jede Entscheidung der USA, defensive Waffen an die Ukraine zu liefern, den Konflikt anheizen würde.
    Merkel und Poroschenko begrüßen Waffenruhe für Ost-Ukraine:
    Einen Tag nach dem Telefonat mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin hat Kanzlerin Angela Merkel mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko telefoniert. Es ging um die Ost-Ukraine. Merkel und Poroschenko begrüßten die für die Feiertage vereinbarte Waffenruhe, wie ein Regierungssprecher in Berlin mitteilte. Beide hofften, dass die Feuerpause zu einer längerfristigen Beruhigung der Sicherheitslage führen werde. Die Regierung in Kiew und die prorussischen Separatisten im Donbass hatten sich am Mittwoch auf eine Waffenruhe über die Weihnachts- und Silvesterfeiertage geeinigt. Die beiden Politiker waren sich zudem darin einig, dass möglichst bald ein Gefangenenaustausch stattfinden sollte. Poroschenko sagte zu, sich dafür einzusetzen.
    UN-Sicherheitsrat verschärft nochmals Sanktionen gegen Nordkorea:
    Einstimmig hat der Weltsicherheitsrat weitere Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen. So werden die Öllieferungen an das international isolierte Land noch stärker beschnitten, das mit seinem Atom- und Raketenprogramm wiederholt gegen UN-Resolutionen verstoßen hat. Der Import bestimmter Maschinen, Nahrungsmittel und Rohstoffe aus Nordkorea wird verboten. Die Resolution verlangt zudem die Heimkehr aller im Ausland arbeitenden Nordkoreaner binnen eines Jahres. Die USA stimmten sich bei der Ausarbeitung des Sanktionsentwurfs mit China ab, dem engsten Verbündeten und wichtigsten Öllieferanten Nordkoreas. US-Präsident Donald Trump twitterte nach dem Beschluss des UN-Sicherheitsrates: "Die Welt will Frieden, nicht Tod." Die Führung in Pjöngjang hatte Ende November eine Interkontinentalrakete getestet und erklärt, das gesamte Festland der USA liege nun in Reichweite dieser Raketen.
    USA vereiteln angeblich geplanten Anschlag zu Weihnachten:
    Durch den Einsatz verdeckter Ermittler hat die US-Bundespolizei FBI nach eigenen Angaben einen schweren Anschlag an den Weihnachtstagen vereitelt. Sie nahm in Kalifornien einen 26-jährigen Dschihadisten fest, der früher beim US-Militär war und dort eine Ausbildung zum Scharfschützen erhalten hatte. Er habe bei einem Terroranschlag auf ein beliebtes Ausflugsziel in San Francisco Zivilisten töten wollen, hieß es. Der Mann habe seine Pläne einem verdeckten FBI-Ermittler gestanden, der sich als Vertreter der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) ausgegeben habe. Dem festgenommenen Everitt Aaron J. drohen nun 20 Jahre Haft.
    Vizekanzler will Kommunen für Flüchtlingsaufnahme belohnen:
    Vizekanzler Sigmar Gabriel hat finanzielle Anreize für Kommunen gefordert, die Flüchtlinge aufnehmen. Städte und Gemeinden sollten die Kosten der Integration vom Bund ersetzt bekommen, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Den gleichen Betrag sollten sie noch einmal zusätzlich bekommen, um ihn für ihre Bürger einzusetzen. Die Kommunen dürften nicht vor der Entscheidung stehen, ob sie Flüchtlinge integrierten oder ihr Schwimmbad sanierten, betonte Gabriel. Durch solche doppelten Bundeszuwendungen würde die Akzeptanz für die Flüchtlingsaufnahme in der Bevölkerung steigen. So könne verhindert werden, dass bei den Bürgern der Eindruck entstehe, für die Flüchtlinge werde alles getan und für uns nichts, sagte der Bundesaußenminister.
    Tropensturm fegt über Philippinen - mindestens 90 Tote:
    Bei einem Tropensturm auf den Philippinen sind mindestens 90 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 60 werden nach Angaben der Behörden noch vermisst. Der Sturm zog über die südliche Inselgruppe Mindanao hinweg, wo er Überschwemmungen und Schlammlawinen auslöste. Soldaten und Freiwillige wurden mobilisiert, um nach Überlebenden zu suchen. Die Rettungsaktionen werden dadurch erschwert, dass in der Region die Strom- und Kommunikationsleitungen zusammengebrochen sind.
    8 min
  • 22.12.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Katalonien: Absolute Mehrheit für Separatisten:
    Bei der Regionalwahl in Katalonien haben die Separatisten ihre absolute Mehrheit verteidigt. Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen gewannen die drei Parteien, die für eine Abspaltung von Spanien eintreten, zusammen 70 von 135 Sitzen im Regionalparlament. Die absolute Mehrheit liegt bei 68 Sitzen. Die Wahl war wegen der Unabhängigkeitsbestrebungen der Region international mit Spannung verfolgt worden. Trotz eines Verbots durch das Oberste Gericht Spaniens hatte die katalanische Regierung am 1. Oktober ein Referendum über die Unabhängigkeit von Spanien abgehalten, beim dem eine Mehrheit der Teilnehmer für eine Abspaltung stimmte. Ende Oktober rief das Parlament in Barcelona dann die Unabhängigkeit und die "Katalanische Republik" aus. Madrid übernahm daraufhin die direkte Kontrolle über die halbautonome Region.
    Geteilte Reaktionen auf UN-Resolution zu Jerusalem:
    Die Resolution der UN-Vollversammlung zum Status von Jerusalem hat geteilte Reaktionen im Nahen Osten hervorgerufen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nannte es "absurd", dass die USA aufgefordert werden, ihre Entscheidung zurückzunehmen, in der sie Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen. Die Palästinenserführung dagegen begrüßte die Resolution. Die UN-Vollversammlung hatte mit großer Mehrheit einer Resolution zugestimmt, die die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Donald Trump verurteilt und Entscheidungen über den Status der Stadt für rechtlich unwirksam erklärt. Die Resolution ist jedoch völkerrechtlich nicht bindend, da sie anders als Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates nur empfehlenden Charakter hat. Deutschland stimmte für die Resolution und damit für den Erhalt des Status Quo.
    Weiterer Deutscher in der Türkei freigelassen:
    In der Türkei ist ein weiterer inhaftierter Deutscher freigelassen worden. Mit der Ausreise von David Britsch nach Deutschland seien "Monate der Ungewissheit und des Wartens in türkischer Abschiebehaft endlich vorbei", so Bundesaußenminister Sigmar Gabriel. Es sei gut, dass David Britsch endlich wieder zuhause in Deutschland sei. Britschs Ausreise nach Deutschland sei "ein weiteres positives Signal" aus der Türkei, erklärte Gabriel weiter. Nach jüngsten Entscheidungen in der Türkei seien jetzt sechs Deutsche aus den Gefängnissen entlassen worden oder durften ausreisen. Nach Medienberichten wollte der 55-jährige Britsch aus seinem Wohnort Schwerin nach Jerusalem pilgern und war im April in der osttürkischen Stadt Antakya festgenommen worden. Strafrechtliche Vorwürfe gegen ihn waren bis zuletzt nicht bekannt.
    Spanische Weihnachtslotterie schüttet fast 2,4 Milliarden Euro aus:
    Zwei Tage vor Heiligabend schüttet die traditionelle spanische Weihnachtslotterie an diesem Freitag Gewinne in Gesamthöhe von nahezu 2,4 Milliarden Euro aus. Der Hauptgewinn, genannt "El Gordo" ("Der Dicke"), beträgt vier Millionen Euro für ein ganzes Los. Er wird 160 Mal ausgezahlt, da jede Losnummer 160 Mal verkauft wird. Jedoch bilden sich in Spanien meist Tippgemeinschaften. Auch immer mehr deutsche Tipper nehmen an der Lotterie teil, Berichten zufolge soll es in diesem Jahr rund 150.000 deutsche Teilnehmer geben. Die bereits 1812 ins Leben gerufene "Lotería de Navidad" gilt als die älteste und gemessen an der ausgespielten Gesamtsumme auch als die größte Lotterie der Welt. Die Ziehung im Madrider Opernhaus Teatro Real wird stundenlang live im Fernsehen übertragen und von einem Millionenpublikum verfolgt.
    Vorwürfe gegen Sylvester Stallone wegen sexuellen Übergriffs:
    Hollywood-Star Sylvester Stallone wird erneut ein sexueller Übergriff vorgeworfen. Im November habe eine Frau bei der Polizei im kalifornischen Santa Monica Vorwürfe gegen den Schauspieler vorgebracht, so ein Sprecher der Polizei. Der Vorfall soll sich Anfang der 1990er Jahre in Santa Monica zugetragen haben. Nähere Angaben zu dem möglichen Opfer und den Vorwürfen machte die Polizei zunächst nicht. Dem Internetportal "TMZ" zufolge soll die Frau behauptet haben, sie sei 1990 von Stallone vergewaltigt worden. Über seinen Anwalt habe der "Rocky"-Schauspieler den Vorwurf zurückgewiesen, Mitte November hatte Stallone bereits Vorwürfe eines sexuellen Übergriffs auf eine 16-Jährige, der 1986 in Las Vegas erfolgt sein soll, zurückgewiesen.
    9 min
  • 21.12.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Autofahrer in Melbourne rast in Menschenmenge:
    In Melbourne ist ein Autofahrer in eine Gruppe von Fußgängern gerast. Nach Polizeiangaben wurden dabei mindestens 19 Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Der Fahrer und eine weitere Person wurden festgenommen. Der Hintergrund des Vorfalls ist bislang noch unklar. Im Januar war ein Autofahrer in eine beliebte Einkaufsstraße in Melbourne gerast. Er tötete sechs Fußgänger. Mehrere Passanten wurden verletzt. Einen terroristischen Hintergrund schloss die Polizei damals aus.
    Fähre im Osten der Philippinen gesunken:
    Vor der Ostküste der Philippinen ist eine Passagierfähre mit 251 Menschen an Bord gesunken. Es gebe Berichte über Opfer, aber die Zahl sei noch unklar, sagte ein Sprecher der Küstenwache bei einer Pressekonferenz. Hubschrauber und Schiffe seien auf dem Weg zum Unglücksort nahe der Stadt Real rund 70 Kilometer östlich der philippinischen Hauptstadt Manila.
    Katalanen wählen neues Regionalparlament:
    Nach Monaten der Krise wählt die spanische Region Katalonien an diesem Donnerstag ein neues Regionalparlament. Rund 5,5 Millionen Katalanen sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Mit Spannung wird erwartet, ob die separatistischen Parteien erneut eine mehrheitsfähige Koalition bilden und ihre Unabhängigkeitsbestrebungen fortsetzen können. Umfragen sehen derzeit weder eine klare Mehrheit für die Separatisten noch für die Anhänger der Einheit Spaniens. Die ehemalige katalanische Regionalregierung war von der spanischen Zentralregierung in Madrid Ende Oktober entmachtet worden, nachdem sie die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien ausgerufen hatte.
    Trump droht UN-Mitgliedstaaten vor Jerusalem-Abstimmung:
    US-Präsident Donald Trump hat andere Länder scharf davor gewarnt, bei der Jerusalem-Abstimmung der UN-Vollversammlung gegen die USA zu votieren. Man werde diesen Ländern die finanziellen Zuwendungen streichen, sagte Trump. Die UN-Vollversammlung stimmt diesen Donnerstag über eine Resolution ab, in der Trumps Entscheidung verurteilt wird, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Eine entsprechende Resolution im Weltsicherheitsrat, dem höchsten UN-Gremium, hatten die USA mit einem Veto verhindert. Alle anderen 14 Ratsmitglieder stimmten dafür. Es wird damit gerechnet, dass die nun anstehende Abstimmung in der UN-Vollversammlung von der Mehrheit der 193 dort vertretenen Staaten angenommen wird. Die Abstimmungen der Vollversammlung haben allerdings keine verbindliche Wirkung.
    Polnischer Präsident wirft EU "Lügen" über Justizreform vor:
    Der polnische Präsident Andrzej Duda hat der Europäischen Union "Lügen" über die Justizrefom seines Landes vorgeworfen. Im polnischen Fernsehsender Polsat sagte Duda, die Vertreter europäischer Institutionen erzählten Lügen, wenn sie sagten, dass es Veränderungen in Polen gebe, die den Rechtsstaat verletzten. Stattdessen verbessere Polen seine demokratischen Standards, sagte der polnische Präsident. Die EU-Kommission hatte zuvor die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Polen beantragt. Das Verfahren nach Artikel 7 des EU-Vertrags kann zum Entzug des Stimmrechts führen. Die EU wirft der nationalkonservativen Regierung in Warschau vor, mit 13 neuen Gesetzen die Unabhängigkeit der Justiz und die Gewaltenteilung zu gefährden. Kurz nach der Beantragung des EU-Strafverfahrens unterzeichnete Duda zwei weitere, umstrittene Gesetze, die das polnische Oberste Gericht und den Nationalen Justizrat betreffen.
    Weniger freiwillige Ausreisen von Migranten:
    Die Bundesregierung hat laut einem Bericht der "Welt" ihr Ziel verfehlt, in diesem Jahr deutlich mehr ausreisepflichtige Migranten in ihre Heimatländer zurückzubringen. Die freiwilligen Ausreisen haben sich bis Ende November 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu halbiert. Wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) der Zeitung mitteilte, wurden fast 28.000 finanziell geförderte freiwillige Ausreisen bewilligt. Im Vorjahreszeitraum waren es noch fast doppelt so viele. Auch bei den Abschiebungen gab es keine Steigerung. Laut Bundespolizei wurden bis Ende November etwa 22.000 Menschen abgeschoben. Im gesamten Vorjahr waren es mehr als 25.000 Personen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte 2016 eine - so wörtlich - "nationale Kraftanstrengung zur Rückführung derer, die abgelehnt wurden", angekündigt.
    9 min
  • 20.12.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Trumps Steuerreform passiert Senat :
    Mit knapper Mehrheit hat der US-Senat die Steuerreform von Präsident Donald Trump verabschiedet. Die 51 anwesenden Republikaner stimmten für die Vorlage, alle 48 Demokraten geschlossen dagegen. Das Repräsentantenhaus hatte zuvor grünes Licht zur Reform gegeben. Allerdings muss die Abstimmung dort wiederholt werden. Drei Passagen verstießen gegen Verfahrensregeln des Senats. Sie wurden gestrichen. Das macht die neue Abstimmung notwendig, weil beide Kammern einen identischen Entwurf annehmen müssen. Die Reform sieht moderate Entlastungen für Privatleute und massive Steuersenkungen für Firmen vor. So soll die Körperschaftsteuer von derzeit 35 auf 21 Prozent sinken. Kritiker monieren, das Versprechen, die Mittelschicht zu entlasten, werde nicht eingelöst. Trump sprach dagegen von einem "Weihnachtsgeschenk" für die US-Bürger.
    USA liefern Beweise für Herkunft der aus Jemen abgefeuerten Rakete:
    Die von den jemenitischen Huthi-Rebellen auf Saudi-Arabien abgefeuerte Rakete weist nach US-Angaben auf den Iran hin. Sie trage alle Kennzeichen früherer Angriffe mit Waffen, die vom Iran zur Verfügung gestellt worden seien, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley. Die US-Botschafterin forderte den UN-Sicherheitsrat zu einer Reaktion auf. Saudi-Arabien hatte zuvor eine ballistische Rakete aus dem Jemen abgefangen, die den Süden der Hauptstadt Riad treffen sollte. Die sunnitische saudiarabische Regierung wirft dem schiitischen Iran vor, die Huthi mit Raketen auszurüsten. Die Führung in Teheran bestreitet dies. Saudis und Iraner ringen in der Region um die Vorherrschaft und führen im Jemen einen Stellvertreterkrieg.
    Juncker: "Nicht im Krieg mit Polen":
    Vor der Entscheidung über ein mögliches EU-Strafverfahren gegen Polen hat Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Gesprächsbereitschaft signalisiert. Er wolle deutlich machen, "dass wir uns mit Polen nicht im Krieg befinden", sagte Juncker in Brüssel. Man sei in einem schwierigen Prozess, der aber auch zu einer Annäherung führen könne. Die EU-Kommission entscheidet an diesem Mittwoch, ob sie wegen der Justizreformen der nationalkonservativen Regierung in Warschau ein Strafverfahren anstößt. Es wäre das erste in der Geschichte der Europäischen Union. Theoretisch könnte es bis zum Entzug der Stimmrechte auf EU-Ebene führen. Allerdings hatte Ungarn angekündigt, ein erforderliches einstimmiges Votum zu blockieren. Die Kommission sieht ebenso wie zahlreiche westliche Staaten die Unabhängigkeit der Rechtsprechung in Polen bedroht.
    Kurz wirbt um Zustimmung in Brüssel:
    Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat bei seinem Antrittsbesuch in Brüssel den EU-freundlichen Kurs seiner rechtskonservativen Regierung bekräftigt. Österreich sei ein proeuropäisches Land, das die EU aktiv mitgestalten wolle, sagte der Chef der konservativen ÖVP nach einem Treffen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Er wolle, dass die Europäische Union in großen Fragen stärker werde, sich in kleineren aber mehr zurücknehme. Im Kampf gegen illegale Migration wolle Österreich einen aktiven Beitrag leisten. Juncker erklärte, das Wiener Regierungsprogramm decke sich "fast zu 100 Prozent" mit den Vorstellungen der Kommission. Zugleich wandte er sich gegen "Vorverurteilungen" wegen der Beteiligung der rechtspopulistischen FPÖ. Der 31-jährige Kurz ist seit Montag im Amt. Eine erste Koalition von ÖVP und FPÖ hatte im Jahr 2000 für vorübergehenden Protest der anderen EU-Staaten gesorgt.
    UN-Dringlichkeitssitzung zu Jerusalem einberufen:
    Nach dem Veto der USA im UN-Sicherheitsrat wollen zahlreiche Mitgliedstaaten die Vollversammlung mit einer Jerusalem-Resolution befassen. Dazu werde am Donnerstag eine Dringlichkeitssitzung einberufen, sagte ein UN-Sprecher in New York. Am Montag hatten die Vereinigten Staaten im wichtigsten UN-Gremium eine Erklärung blockiert, die "tiefes Bedauern" über "jüngste Entscheidungen im Hinblick auf den Status Jerusalems" ausdrückte. Die übrigen 14 Mitglieder des Sicherheitsrats hatten dem Entwurf zugestimmt. Ob der Vollversammlung die gleiche Resolution oder eine abgeänderte Fassung vorgelegt werden soll, steht noch nicht fest. US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche im Alleingang Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkannt. Daraufhin kam es zu heftigen Unruhen in Israel und den Palästinensergebieten.
    USA und Kanada laden zu Nordkorea-Treffen ein:
    Die USA und Kanada planen für Januar ein internationales Treffen zur Nordkorea-Krise in Montreal. Das vereinbarten die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland und ihr US-Kollege Rex Tillerson in Ottawa. Dazu sollen jene Staaten eingeladen werden, die während des Korea-Kriegs ab 1950 für das UN-Kontingent Truppen gestellt hatten. Nach Tillersons Worten sollen aber auch Vertreter aus Südkorea, Japan, Indien und Schweden dabei sein. Der US-Chefdiplomat erklärte, man werde Wege finden, um den Druck auf Nordkorea weiter zu erhöhen. Einhelliges Ziel der internationalen Gemeinschaft sei "die vollständige und überprüfbare Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel". Nordkorea hatte im September den sechsten Atomtest und seither weitere Raketentests durchgeführt. Die Führung in Pjöngjang verstieß damit gegen mehrere UN-Resolutionen.
    10 min
  • 19.12.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Jahrestag des Anschlags auf Berliner Weihnachtsmarkt:
    In Berlin wird an diesem Dienstag an die Opfer des Terroranschlags auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz vor einem Jahr erinnert. Am Mittag wird an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche der dauerhafte Gedenkort für die Opfer eingeweiht. Geplant sind zudem weitere Veranstaltungen sowie eine Lichterkette. Zum Gedenken an die Opfer sollen zum Zeitpunkt des Anschlags um 20:02 Uhr die Glocken der Gedächtniskirche läuten. Am Montag war Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Überlebenden und Hinterbliebenen von Opfern zusammengekommen. Diese hatten Merkel zuvor massiv kritisiert und ihr mangelndes Mitgefühl vorgeworfen. Das rund dreistündige Treffen im Kanzleramt fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Am 19. Dezember 2016 hatte der tunesische Terrorist Anis Amri vorsätzlich einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt gesteuert. Dabei wurden zwölf Menschen getötet und mehr als 70 zum Teil schwer verletzt.
    USA machen Nordkorea für "WannaCry"-Cyberattacke verantwortlich:
    Nach Großbritannien haben auch die USA Nordkorea für die weltweite Cyberattacke mit der Schadsoftware "WannaCry" verantwortlich gemacht. "Die Attacke war großangelegt und hat Milliarden gekostet, und Nordkorea ist direkt verantwortlich", schrieb US-Heimatschutzberater Tom Bossert in einem Beitrag für das "Wall Street Journal". Diese Anschuldigung basiere auf Beweisen. Im Mai waren rund 300.000 Computer in 150 Ländern von der Schadsoftware "WannaCry" blockiert worden. Diese legte etwa in Großbritannien zahlreiche Kliniken lahm. Betroffen waren auch die Deutsche Bahn, der Automobilkonzern Renault, der Telefon-Riese Telefónica und das russische Innenministerium. Als Gegenleistung für eine Behebung der Schäden wurden Zahlungen in der virtuellen Währung Bitcoin verlangt.
    Trump erklärt Russland und China zu Rivalen:
    US-Präsident Donald Trump hat in Washington eine neue nationale Sicherheitsstrategie vorgestellt. Sie orientiert sich an dem Leitspruch "America first", den Trump bereits in seinem Wahlkampf in den Mittelpunkt gestellt hatte. Zentrale Punkte sind etwa der Schutz der Landesgrenzen, die Stärkung des Militärs und der Abschluss von Handelsabkommen, die vor allem den USA zugutekommen. Trump betonte, erstmals umfasse die Strategie auch die wirtschaftliche Sicherheit der USA. Als größte Konkurrenten Amerikas brandmarkte er Russland und China. Die beiden Länder seien "rivalisierende Mächte", die den Einfluss der USA in Frage stellen wollten. Jede US-Regierung muss eine nationale Sicherheitsstrategie vorlegen. Dem Vernehmen nach wurde Trumps Konzept stärker von hochrangigen Experten formuliert als von ihm selbst.
    Gabriel begrüßt Freilassung deutscher Journalistin in der Türkei:
    Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat die Freilassung der deutschen Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu aus einem türkischen Gefängnis begrüßt. Dies sei ein "erster großer Schritt", sagte Gabriel im deutschen Fernsehen. Nun gehe es um ein Urteil, nach dem die 33-Jährige die Türkei verlassen könne. Ein Gericht in Istanbul hatte am Montag angeordnet, dass Tolu nach mehr als sieben Monaten Untersuchungshaft freigelassen wird. Allerdings darf sie nicht aus der Türkei ausreisen. Auch der Prozess gegen die Journalistin ist noch nicht zu Ende. Er soll im April fortgesetzt werden. In der Türkei sitzen derzeit mehrere Deutsche in Haft, unter ihnen auch der Korrespondent der Zeitung "Die Welt", Deniz Yücel. Die Bundesregierung wertet das Vorgehen gegen ihn und andere Inhaftierte als politisch motiviert und dringt auf ihre Freilassung.
    In Argentinien gewaltsame Proteste gegen Rentenreform:
    In Argentinien ist ein Generalstreik gegen die geplante Rentenreform an einigen Orten in Gewalt umgeschlagen. In der Hauptstadt Buenos Aires kam es während der Debatte im Kongress wieder zu schweren Ausschreitungen. Demonstranten und Sicherheitskräfte lieferten sich blutige Straßenschlachten. Nach Angaben der regierungsnahen Tageszeitung "Clarin" wurden bislang mindestens 160 Menschen verletzt, darunter auch viele Polizisten. Rund 60 Personen wurden festgenommen. Mit der Rentenreform will der argentinische Präsident Mauricio Macri jährlich umgerechnet fünf Milliarden Euro einsparen, um den angeschlagenen Haushalt wieder in den Griff zu bekommen.
    Tote bei Bahnunglück in den USA:
    Im Westen der USA sind bei einem Zugunglück mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Sie starben nach Behördenangaben, als ein Passagierzug nördlich von Olympia, der Hauptstadt des Bundesstaates Washington, entgleiste. Mindestens ein Waggon stürzte demnach von einer Brücke auf eine vielbefahrene Straße. Die genaue Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Lokale Medien melden mindestens sechs Tote und zahlreiche Verletzte. Politiker und Behördenvertreter sollen vor dem Unglück Sicherheitsbedenken geäußert haben. Der Zug befuhr die Strecke zum ersten Mal.
    9 min
  • 18.12.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Türkei will Botschaft in Ost-Jerusalem eröffnen:
    Die türkische Regierung will die Botschaft des Landes nach Ost-Jerusalem verlegen. Das kündigte Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Treffen seiner Regierungspartei AKP an. Einen genauen Zeitpunkt nannte er nicht. Erdogan sagte lediglich, dass "der Tag nahe" sei. Der türkische Präsident reagiert damit auf die umstrittene Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und auch die Botschaft von Tel Aviv dorthin zu verlegen. Der UN-Sicherheitsrat wird Diplomaten zufolge an diesem Montag über eine Resolution abstimmen, die sich gegen die amerikanische Entscheidung richtet. In dem Textentwurf wird jegliche einseitige Entscheidung zum Status von Jerusalem als rechtlich wirkungslos und "null und nichtig" bezeichnet. Außerdem werden alle Länder aufgerufen, ihre Botschaften nicht nach Jerusalem zu verlegen. Die von Ägypten eingebrachte Vorlage dürfte jedoch am Veto der USA scheitern. Die meisten anderen der 15 Mitglieder könnten jedoch für die Resolution stimmen.
    Israel will Todesstrafe für Terroristen einführen:
    Die israelische Regierung will die Todesstrafe für Terroristen einführen. Die Chefs der sechs Regierungsparteien hätten sich auf eine entsprechende Gesetzesinitiative geeinigt, hieß es in einer Erklärung der Partei von Verteidigungsminister Avigdor Lieberman. Ein Terrorist, der "unschuldige Zivilisten" töte, solle demnach zum Tode verurteilt werden. Die Todesstrafe werde eine abschreckende Wirkung auf palästinensische Attentäter haben, argumentierte Lieberman. Diese könnten dann nicht mehr die Hoffnung haben, aus israelischer Haft entlassen zu werden oder durch einen Gefangenenaustausch freizukommen. Ein Zeitpunkt für die Abstimmung über die Vorlage im Parlament wurde nicht genannt. Bislang kann die Todesstrafe in Israel nur bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verrat verhängt werden. Seit 1962 wurde sie aber nicht mehr vollstreckt. Damals wurde der Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann gehängt.
    Bericht: Hälfte der Gefährder möglicherweise nicht so gefährlich:
    Von fast der Hälfte der etwa 720 in Deutschland als Gefährder eingestuften radikalen Islamisten geht nach einem Medienbericht möglicherweise kein besonderes terroristisches Risiko aus. Das sei das Ergebnis einer Untersuchung durch die Polizeien der Länder und des Bundeskriminalamts (BKA), so die "Süddeutsche Zeitung" und die Sender NDR und WDR. Eine fast gleich große Gruppe gelte dagegen als hochgefährlich. Gefährder sind Personen, denen die Sicherheitsbehörden grundsätzlich zutrauen, dass sie schwerste Straftaten wie einen Terroranschlag begehen könnten. Die Behörden wandten dem Bericht zufolge jetzt ein neuartiges Analyse-System namens Radar-ITE an, das vom BKA und von Schweizer Wissenschaftlern entwickelt wurde. Es basiere auf 73 zu beantwortenden Fragen zur Sozialisation oder zur Einstellung zur Gewalt. Auch nach "Schutzfaktoren" wie familiäre Bindungen, gute Integration oder sicherer Arbeitsplatz werde gefragt.
    Wahlbehörde erklärt Staatschef Hernández zum Sieger in Honduras:
    Drei Wochen nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl ist Amtsinhaber Juan Orlando Hernández zum Wahlsieger erklärt worden. Hernández sei bei dem Urnengang am 26. November wiedergewählt worden, erklärte das Oberste Wahlgericht. Die Opposition spricht von Betrug. In den ersten Stunden nach der Wahl hatte Oppositionskandidat Salvador Nasralla einen deutlichen Vorsprung vor Hernández. Nach mehrtägigen Verzögerungen bei der Auszählung lag dann aber der Staatschef knapp vorne. In den vergangenen Wochen kam es wegen den Manipulationsvorwürfen immer wieder zu gewaltsamen Protesten. Nach Angaben der Opposition starben dabei rund 20 Menschen. Ein Teil der Stimmen wurde auf Drängen der Opposition bereits neu ausgezählt. Das Ergebnis veränderte sich dabei nicht.
    Leipzig verliert, Torspektakel bei Hannover und Leverkusen:
    Im letzten Bundesliga-Spiel des Jahres hat RB Leipzig gegen Hertha BSC verloren. Trotz 80-minütiger Unterzahl besiegten die Berliner den deutschen Vizemeister 3:2. Hertha-Profi Jordan Torunarigha hatte in der 8. Minute die rote Karte gesehen. RB Leipzig überwintert damit als Tabellenfünfter. Zuvor hatten sich Hannover 96 und Bayer Leverkusen in einem spektakulären Spiel 4:4 getrennt. Zwar blieben die Leverkusener zum zwölften Mal in Serie ungeschlagen, sie verpassten aber zum Abschluss der Hinrunde den möglichen Sprung auf Platz zwei.
    9 min
  • 16.12.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Koalition von ÖVP und FPÖ in Österreich steht:
    Zwei Monate nach der Parlamentswahl in Österreich haben sich die konservative ÖVP und die rechtspopulistische FPÖ auf ein Regierungsbündnis geeinigt. Das gaben ÖVP-Chef Sebastian Kurz und der FPÖ-Vorsitzende Heinz-Christian Strache nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen in Wien bekannt. Am Montag soll das neue Kabinett vereidigt werden. Der 31-jährige Kurz steht unmittelbar davor, Europas jüngster Regierungschef zu werden. Er kündigte an, Schwerpunkte seiner Regierung seien die innere Sicherheit und der Kampf gegen illegale Migration sowie eine Steuerreform. In Deutschland hat die Führung der Sozialdemokraten Sondierungsgespräche mit den konservativen Parteien CDU und CSU über eine Regierungsbeteiligung beschlossen.
    Trumps Steuerreform: Der Widerstand bröckelt:
    US-Präsident Donald Trump ist mit seiner umstrittenen Steuerreform einen großen Schritt weiter gekommen. Zwei Senatoren, die zuvor mit Ablehnung gedroht hatten, wollen nach einigen Änderungen im Gesetzesentwurf nun dafür stimmen. Damit gilt als wahrscheinlich, dass die Reform in der kommenden Woche von beiden Kammern des Kongresses mit der Mehrheit der republikanischen Stimmen verabschiedet wird. Es wäre Trumps erster großer Erfolg seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr. Die Demokraten wollen die Steuerreform geschlossen ablehnen. Sie bemängeln, dass sie vor allem Unternehmen und Reichen zugute kommt. Nach Berechnungen unabhängiger Gremien wird die Reform außerdem das Haushaltsdefizit innerhalb von zehn Jahren um eine Billion Dollar vergrößern.
    Tillerson kritisiert China und Russland für Umgang mit Nordkorea:
    US-Außenminister Rex Tillerson hat China und Russland direkt für deren Umgang mit Nordkorea im Konflikt um das Atom- und Raketenprogramm kritisiert. Russland erlaube nordkoreanischen Arbeitern, unter "sklavereiähnlichen Bedingungen zu schuften" und Geld an Pjöngjang zu schicken, beklagte Tillerson im UN-Sicherheitsrat in New York. Chinas Rohöllieferungen an Nordkorea behinderten Bemühungen der Weltgemeinschaft, den Konflikt zu entschärfen. Tillerson stellte klar, dass Washington sich von Pjöngjang nicht unter Druck setzen lassen werde. Jüngst hatte er Gespräche ohne Vorbedingungen angeboten. Nun erklärte der US-Chefdiplomat, Nordkorea müsse sich den Weg zurück an den Verhandlungstisch erst verdienen.
    Neue gewalttätige Proteste in Honduras:
    Knapp drei Wochen nach der Präsidentschaftswahl in Honduras haben erneut Anhänger der Opposition gegen das Ergebnis protestiert. Die Demonstranten errichteten Straßensperren. In der Hauptstadt Tegucigalpa wurden Steine geschleudert, Autoreifen angezündet und ein Armeefahrzeug in Brand gesteckt. Soldaten setzten Tränengas gegen die Regierungsgegner ein. In den ersten Stunden nach der Wahl am 26. November hatte Oppositionskandidat Salvador Nasralla einen deutlichen Vorsprung vor dem amtierenden Staatschef Juan Orlando Hernández, nach mehrtägigen Verzögerungen bei der Auszählung lag dann aber der Staatschef vorne. Die Opposition erkennt das Ergebnis nicht an und wirft der Regierung Wahlfälschung vor.
    CSU-Parteitag: Merkel und Seehofer zelebrieren Einigkeit:
    Nach ihrem langen Flüchtlingsstreit ziehen CDU und CSU nun mit einem demonstrativen Schulterschluss in die Gespräche mit der SPD über eine Regierungsbildung. Auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg sagte Kanzlerin Angela Merkel, stark seien die Schwesterparteien besonders dann, wenn sie sich einig seien. Zwar werde es immer Reibereien geben, die beide Seiten bereichern oder auch schwächen könnten. Die Schwächephase habe man aber hinter und die Bereicherungsphase vor sich, so Merkel. Auch CSU-Chef Horst Seehofer appellierte an die Unions-Anhänger: CDU und CSU seien "die einzige politische Kraft, die handlungsfähig, regierungsfähig und regierungswillig" sei. Man müsse sich bei den anstehenden Sondierungen mit der SPD genauso geschlossen zeigen wie in den Jamaika-Verhandlungen.
    Mindestens zwei Tote bei Erdbeben in Indonesien:
    Bei dem Erdbeben der Stärke 6,5 auf der indonesischen Insel Java sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein 62-jähriger Mann und eine 80-jährige Frau seien in einstürzenden Gebäuden umgekommen, berichtete der Katastrophenschutz. Das Beben hatte sich am Freitagabend nahe der Küstenstadt Cipatujah ereignet. Die Erschütterungen waren auch in der Hauptstadt Jakarta zu spüren. Eine Tsunami-Warnung war nach kurzer Zeit wieder aufgehoben worden.
    8 min
  • 15.12.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Zehntausende Kinder in Australien missbraucht:
    In Australien sind über einen Zeitraum von Jahrzehnten hinweg mehrere zehntausend Kinder in kirchlichen und staatlichen Einrichtungen sexuell missbraucht worden. Dies geht aus dem Abschlussbericht einer offiziellen Ermittlungskommission hervor. Die genaue Zahl von Opfern ist nicht bekannt. Geschätzt wird, dass etwa 60.000 Menschen Anspruch auf Entschädigung geltend machen können. Die Kommission war 2012 von der damaligen Premierministerin Julia Gillard eingerichtet worden, nachdem eine Reihe von schweren Missbrauchsfällen bekannt geworden waren. Ihr Nachfolger Malcolm Turnbull sprach von einer "nationalen Tragödie". Vielfach waren Geistliche und Lehrer die Täter. Australiens katholische Kirche entschuldigte sich.
    Studie: VW kooperierte mit Militärjunta in Brasilien:
    In einer unabhängigen Studie wird dem deutschen VW-Konzern aktive Zusammenarbeit mit der Militärdiktatur in Brasilien vorgeworfen. In Absprache mit dem Geheimdienst "überwachte der Werkschutz oppositionelle Aktivitäten seiner Beschäftigten und erleichterte die Verhaftung von mindestens sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern", heißt es einer nun in Sao Bernardo do Campo vorgestellten Untersuchung des Historikers Christopher Kopper von der Universität Bielefeld. Volkswagen habe die Militärjunta bis Ende der 70er Jahre "uneingeschränkt gebilligt", so der Wissenschaftler. Das Unternehmen habe sich so niedrigere Lohnkosten und ein günstiges Marktumfeld sichern wollen. VW hatte die Studie selbst in Auftrag gegeben und will auf die damaligen Opfer zugehen.
    EU-Gipfel streitet über Kurs in der Flüchtlingspolitik:
    Die EU-Regierungen haben auf ihrem Gipfeltreffen keine Fortschritte im festgefahrenen Streit um die Verteilung von Flüchtlingen erreicht. Hier hätten sich die Standpunkte nicht verändert, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einer Debatte über die Migrationspolitik. Die neuen Ministerpräsidenten Polens und Tschechiens, Mateusz Morawiecki und Andrei Babis, bekräftigten, dass ihre Länder trotz eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs das beschlossene Quotensystem für die Flüchtlingsverteilung nicht umsetzen wollten. Das Flüchtlingsthema war der strittigste Punkt auf dem EU-Gipfel. Ratspräsident Donald Tusk hatte den Streit der Mitgliedstaaten in der Flüchtlingspolitik schon vor dem Gipfel angeheizt, indem er das beschlossene Quotensystem als "unwirksam" und "höchst spaltend" kritisiert hatte. Merkel sagte, der auch von Tusk empfohlene Schutz der Außengrenzen sei zwar wichtig, man brauche aber auch "Solidarität nach innen". Eine "selektive Solidarität" in der EU könne es nicht geben.
    Regulierungsbehörde beschließt Aus für Netzneutralität in den USA:
    Die US-Telekommunikationsaufsicht FCC hat die Regelungen zur Netzneutralität aufgeweicht. Der Vorstand votierte mit drei gegen zwei Stimmen für den Entwurf des Vorsitzenden der Federal Communications Commission, Ajit Pai. Dieser war von Präsident Donald Trump ernannt worden. Pai argumentiert, dass die bisherige Regelung ein Investitions- und Innovationshindernis darstelle. Netzanbieter sollen demnach künftig bestimmte Angebote im Internet auf die Datenüberholspur setzen können. Bisher gilt, dass alle Daten im Internet gleich behandelt werden müssen und jeder einen gleichberechtigten Zugang zu schnellem Internet haben muss. Kritiker befürchten dadurch die Entstehung eines "Internets der zwei Geschwindigkeiten" und eine übermächtige Marktstellung großer Provider. Es drohe die Entstehung eines "Zwei-Klassen-Internets".
    Vier Kinder sterben bei Schulbus-Unglück in Frankreich:
    Vier Kinder sind beim Zusammenprall eines Schulbusses mit einem Regionalzug in Südfrankreich ums Leben gekommen. Nach Angaben der Behörden wurden 20 Menschen verletzt, elf von ihnen schwer. Der Unfall ereignete sich an einem beschrankten Bahnübergang in Millas westlich von Perpignan, das nahe der spanischen Grenze am Mittelmeer liegt. Medien berichteten, dass die Kollision den Bus in zwei Teile gerissen habe. Premierminister Edouard Philippe, der noch am Abend nach Millas reiste, sprach von einem "furchtbaren Drama". Die Identifikation der Toten sei sehr schwierig. Präsident Emmanuel Macron drückte vom EU-Gipfel in Brüssel aus via Twitter sein Mitgefühl mit den Angehörigen der Opfer aus. Wie es zu dem Unfall kam, ist unklar.
    9 min
  • 14.12.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Bitterer Denkzettel für Premierministerin May:
    Das britische Parlament hat sich das letzte Wort über ein künftiges Brexit-Abkommen gesichert und Premierministerin Theresa May damit vor dem an diesem Donnerstag beginnenden EU-Gipfel eine herbe Schlappe zugefügt. Die Abgeordneten stimmten mit knapper Mehrheit für einen Änderungsantrag zum Brexit-Gesetz, wonach das Parlament eine Austrittsvereinbarung mit der EU absegnen muss. Der Antrag wurde im Unterhaus mit einer Mehrheit von 309 zu 305 Abgeordneten beschlossen. Einige Abgeordnete von Mays Konservativer Partei stimmten dabei mit der Labour-Opposition. Das Brexit-Ministerium äußerte sich "enttäuscht" über den Ausgang des Votums. May und ihre Minister hatten bis zuletzt versucht, die rebellierenden Abgeordneten des eigenen Lagers auf ihre Seite zu ziehen. Auf dem Gipfel in Brüssel entscheiden die EU-Staats- und Regierungschefs, ob die zweite Verhandlungsphase beginnen kann, bei der es um die künftigen Handelsbeziehungen zwischen Brüssel und London geht.
    6700 Rohingya in einem Monat getötet:
    Mindestens 6700 Rohingya sind nach Angaben von "Ärzte ohne Grenzen" allein im ersten Monat des gewaltsamen Vorgehens der Armee in Myanmar getötet worden. Darunter seien auch etwa 730 Kinder unter fünf Jahren gewesen, berichtete die Hilfsorganisation unter Berufung auf eigene Erhebungen und Umfragen. Die tatsächlichen Todeszahlen könnten demnach noch höher liegen. Die muslimische Minderheit wird in Myanmar seit Jahren systematisch verfolgt. Der Konflikt war Ende August eskaliert, nachdem zunächst Rohingya-Rebellen im Bundesstaat Rakhine Soldaten und Polizisten angegriffen und Sicherheitskräfte ermordet hatten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Seit Ende August flüchteten rund 640.000 Rohingya ins Nachbarland Bangladesch.
    US-Außenministerium rudert bei Tillersons Nordkorea-Vorstoß zurück:
    Einen Tag nach dem Vorstoß von US-Außenminister Rex Tillerson zu direkten Gesprächen mit Nordkorea relativiert sein eigenes Ressort das Angebot. Die USA seien zu Verhandlungen mit der Führung in Pjöngjang bereit, wenn die Zeit dafür gekommen sei, erklärte das Ministerium. Dies sei aber nicht der Fall, weil Nordkorea keine Bereitschaft zur Aufgabe seiner Atom- und Raketentests gezeigt habe. Ministeriumssprecherin Heather Nauert betonte, vor Gesprächen müsse es zuerst eine "Phase der Ruhe" ohne solche Tests geben. Tillerson hatte Nordkorea am Dienstag direkte Atomgespräche ohne Vorbedingungen in Aussicht gestellt. Vor dem Kurswechsel seines Ministeriums hatte bereits das US-Präsidialamt die Gegenposition vertreten. Damit wurde Tillerson in der Frage des Umgangs mit Nordkorea erneut offen brüskiert. Schon vorher hatte Präsident Donald Trump seinem Außenminister wegen dessen Bemühungen um eine diplomatische Lösung Zeitverschwendung vorgeworfen.
    25 Jahre Haft für Vertraute von Südkoreas Ex-Präsidentin Park gefordert:
    Die Staatsanwaltschaft in Südkorea hat in einem Korruptionsprozess 25 Jahre Haft für eine langjährige Vertraute der früheren Präsidentin Park Geun Hye gefordert. Die Anklage wirft der 61-jährigen Choi Soon Sil vor, ihre engen Beziehungen zur damaligen Staatschefin zum eigenen Vorteil ausgenutzt und damit die Verfassungswerte untergraben zu haben, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Choi werden unter anderem Bestechung, Machtmissbrauch und Nötigung vorgeworfen. Die Tochter eines früheren Sektenführers ist die Schlüsselfigur in dem Skandal, der im März zur Amtsenthebung Parks als Staatsoberhaupt geführt hatte. Die konservative Politikerin steht wegen Korruption, Nötigung, Machtmissbrauchs und anderer Vorwürfe ebenfalls vor Gericht.
    Union zu Sondierungen bereit - SPD entscheidet am Freitag:
    Nach dem Treffen mit der SPD-Spitze haben sich CDU und CSU zu Sondierungsgesprächen bereit erklärt. Die SPD machte diesen Schritt am Abend noch nicht, die Parteispitze will erst am Freitag entscheiden. Die Partei- und Fraktionsvorsitzenden von CDU, CSU und SPD hätten "ein offenes und vertrauensvolles Gespräch" geführt, erklärten die Parteien nach gut zweistündigen Beratungen. Erst nach dem SPD-Treffen am Freitag dürfte sich klären, ob es vor Weihnachten zu weiteren Gesprächen kommt oder mögliche Sondierungen erst im neuen Jahr anlaufen. Während in der Union die Stimmen überwiegen, die eine rasche Bildung einer stabilen Regierung fordern, ist eine erneute große Koalition in der SPD höchst umstritten. Die Sozialdemokraten diskutieren daher auch Alternativen.
    9 min

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