Langsam Gesprochene Nachrichten | Audios | DW Deutsch lernen

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  • 07.11.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.US-Präsident Trump zu Besuch beim Verbündeten Südkorea:
    Nach seinem Japan-Besuch ist US-Präsident Donald Trump in Südkorea eingetroffen. Der Kurzbesuch soll dazu dienen, wichtige Handelsfragen zu klären und über den verschärften Konflikt mit Nordkorea zu sprechen. Kurz vor seiner Ankunft beantragte Trump beim US-Kongress vier Milliarden US-Dollar zusätzlich zur Stärkung der amerikanischen Raketenabwehr. Nach der Landung der Air Force One besuchte Trump zunächst einen US-amerikanischen Militärstützpunkt südlich von Seoul. Dort wurde er vom südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-In begrüßt. In einer kurzen Rede erklärte Trump anschließend mit Blick auf den Atom- und Raketenkonflikt mit Nordkorea, er denke, dass es in gewisser Zeit eine Menge Antworten gebe. Am Ende werde alles funktionieren, weil es immer funktioniert habe, sagte Trump. Der US-Präsident hatte in den vergangenen Wochen mehrfach mit Alleingängen gegen Nordkorea gedroht.
    UN rufen zu Ende der Gewalt gegen Rohingya auf:
    Der UN-Sicherheitsrat hat die Regierung von Myanmar aufgefordert, die Militäreinsätze gegen die Rohingya einzustellen und den ins benachbarte Ausland geflüchteten Mitgliedern der muslimischen Minderheit eine Rückkehr zu ermöglichen. Die Berichte über Menschenrechtsverletzungen in Myanmar seien Anlass zu großer Sorge, hieß in New York. Myanmars UN-Botschafter Hau Do Suan kritisierte, die Vereinten Nationen übten "übertriebenen politischen Druck" auf sein Land aus. Mehr als 600.000 Rohingya sind seit Ende August aus dem buddhistisch geprägten Myanmar geflohen, die meisten von ihnen nach Bangladesch.
    Weltklimakonferenz: Ureinwohner leiden verstärkt unter Klimawandel:
    In Bonn wird die Weltklimakonferenz fortgesetzt. Am zweiten Tag stehen vor allem indigene Völker im Fokus der Aufmerksamkeit. UN-Angaben zufolge leben in rund 90 Staaten mehr als 370 Millionen Ureinwohner. Sie leiden unverhältnismäßig oft unter den Folgen des Klimawandels. Auf dem Weltklimagipfel sollen bis zum 17. November konkrete Pläne zur Umsetzung der im Pariser Klimaabkommen festgelegten Ziele beschlossen werden. An der internationalen Konferenz nehmen 25.000 Delegierte aus 195 Ländern teil.
    US-Präsident Trump begrüßt Festnahmen in Saudi-Arabien:
    US-Präsident Donald Trump hat Saudi-Arabiens Vorgehen gegen zahlreiche Mitglieder der Königsfamilie, Minister und Investoren wegen angeblicher Korruption gelobt. Er habe großes Vertrauen in König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman, erklärte Trump auf Twitter. Der Thronfolger hatte mehrere Prinzen, Spitzenpolitiker und Geschäftsleute als Teil einer Anti-Korruptionskampagne festnehmen lassen. Mit dem Schritt versucht der erst in diesem Jahr ernannte Kronprinz, seine Macht zu festigten. Er stellte bereits einen Modernisierungskurs und eine Abkehr seines Landes von ultrakonservativen Religionsprinzipien in Aussicht.
    Informationspannen vor Kirchen-Attentat in Texas?:
    Nach dem Blutbad in einer Kirche im US-Bundestaat Texas mit 26 Toten prüft die US-Luftwaffe mögliche Pannen bei der Weitergabe von Informationen. So hat das Militär nach Angaben einer Sprecherin offenbar das Vorstrafenregister des Attentäters nicht an das FBI gemeldet. Demnach hatten die Sicherheitsbehörden keinen Hinweis darauf, dass der 26-Jährige keine Waffen kaufen durfte. Wegen seiner Vorstrafe wegen häuslicher Gewalt hätte die Luftwaffe die Information aber weitergeben müssen. Inzwischen haben sich auch die Hinweise verdichtet, dass das Motiv des Mannes einen familiären Hintergrund hatte. So hatte er permanenten Streit mit seiner Schwiegermutter und schickte ihr Drohungen per Handy. Die Frau hatte die Kirche in der Vergangenheit regelmäßig besucht, war am Tag des Attentats aber nicht dort.
    Grüne bestehen nicht mehr auf Aus für Verbrennungsmotor bis 2030:
    Bei den Sondierungsgesprächen für eine mögliche Regierungskoalition zwischen den Unionsparteien CDU/CSU, FDP und Grünen gibt es einen Fortschritt. Wie Parteichef Cem Özdemir der "Stuttgarter Zeitung" sagte, beharren die Grünen nicht länger darauf, bei einer Koalitionsvereinbarung das Ende des Verbrennungsmotors im Jahr 2030 festzuschreiben. Statt des konkreten Datums für den Ausstieg verlangen die Grünen nur noch ein klares Bekenntnis, die Fahrzeuge der Zukunft vernetzt, automatisiert und emissionsfrei zu bekommen. An diesem Dienstag stehen bei den Beratungen über eine sogenannte Jamaika-Koalition unter anderem die Themen Europa, Außen- und Verteidigungspolitik sowie Bildung und Digitales auf der Tagesordnung.
    8 min
  • 06.11.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Mehr als 20 Tote bei Blutbad in texanischer Kirche:
    In einer Kirche im US-Bundesstaat Texas hat ein Mann 26 Gottesdienstbesucher erschossen und viele weitere verletzt. Der Schütze hatte gegen Mittag Ortszeit eine Baptistenkirche in dem Dorf Sutherland Springs betreten und das Feuer auf die Gläubigen eröffnet. Unter den Opfern sind auch Kinder und die 14-jährige Tochter des Pastors. Der Täter starb laut Polizei wenig später in einem Nachbarbezirk in seinem Fahrzeug. Hintergrund und Motiv der Tat sind noch unklar. Bei dem Schützen handelt es sich nach Angaben der texanischen Sicherheitsbehörden um einen "jungen, weißen Mann". Er habe eine kugelsichere Weste getragen und sei mit einem Sturmgewehr bewaffnet gewesen. Texas' Gouverneur Greg Abbott sprach von der "größten Massenschießerei" in der texanischen Geschichte.
    Abe und Trump: Nicht die Zeit für Dialog mit Nordkorea:
    Japan und die USA wollen im Konflikt um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm den Druck auf das Land erhöhen. Das sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe auf einer Pressekonferenz mit US-Präsident Donald Trump in Tokio. Dies sei nicht die Zeit für Dialog mit dem Regime in Pjöngjang. Japan und die USA wollten "durch alle möglichen Mittel den Druck auf Nordkorea bis zum Maximalen erhöhen", betonte Abe. Trump wiederholte seine Position, dass die Ära strategischer Geduld seitens der USA zu Ende sei. Trump wörtlich: "Wenn die Leute sagen, meine Rhetorik sei zu stark, sollten wir uns ansehen, wohin wir mit schwacher Rhetorik in den vergangenen 25 Jahren gekommen sind." Der US-Präsident und seine Frau Melania waren zuvor auch mit dem japanischen Kaiserpaar zusammengetroffen. - Bei der Begrüßung von Kaiser Akihito neigte Trump den Kopf. Vorgänger Barack Obama hatte bei seinem Japan-Besuch 2009 eine tiefe Verbeugung vor Akihito gemacht. Diese Geste hatte ihm in den USA vor allem bei Konservativen Kritik eingebracht.
    Katalanischer Ex-Präsident Puigdemont gegen Auflagen auf freiem Fuß:
    Ein Gericht in Belgien hat den früheren katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont und vier seiner Minister unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Das teilte die belgische Justizbehörde mit. Nach der Entscheidung des Untersuchungsrichters dürfen die Politiker das Land vorerst nicht verlassen und müssen eine feste Wohnadresse haben. Über das weitere Verfahren soll innerhalb der nächsten 15 Tage entschieden werden. Puigdemont und seine vier Minister hatten sich am Sonntagmorgen den belgischen Behörden gestellt. Spanien hatte zuvor einen europäischen Haftbefehl gegen die Separatisten beantragt. Ihnen wird in Zusammenhang mit der Unabhängigkeitserklärung Kataloniens Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen. Allein für die Rebellion drohen ihnen in Spanien bis zu 30 Jahre Haft. Die belgische Justiz hat nach EU-Regeln insgesamt 60 Tage Zeit, um über die Auslieferung zu entscheiden.
    "Paradise Papers": Neue Steuer-Enthüllungen belasten mehr als 100 Politiker:
    Nach den "Panama Papers" könnten neue Enthüllungen zu Steueroasen Politiker und Konzerne sowie Prominente und andere Spitzenverdiener in Erklärungsnot bringen. Über ein neues Datenleck sind unter anderem der "Süddeutschen Zeitung" mehr als 13 Millionen Dokumente aus Steuerparadiesen zugespielt worden. Dort tauchen nach Angaben der Zeitung unter anderem die Namen von mehr als 120 Politikern aus fast 50 Ländern auf. Laut "Süddeutscher Zeitung" sind auch die Namen von 14 Beratern, Spendern und Kabinettsmitgliedern von US-Präsident Donald Trump darunter, wie zum Beispiel der des Handelsministers Wilbur Ross. Auch Vermögenswerte der britischen Queen Elizabeth II. sollen den Berichten zufolge eine Rolle spielen. Die Daten waren dem Netzwerk investigativer Journalisten (ICIL) zugespielt worden, dem auch die "Süddeutsche Zeitung" angehört. Insgesamt wertete ein internationales Team von fast 400 Reportern die Dokumente mehrere Monate lang aus. Das neue riesige Datenleck wurde von den Autoren "Paradise Papers" getauft.
    Weltklimakonferenz startet in Bonn:
    In Bonn beginnt an diesem Montag die Weltklimakonferenz. Bei den knapp zweiwöchigen Beratungen verhandeln Delegationen aus fast 200 Staaten über die konkrete Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015. Gastgeberland sind die Fidschi-Inseln. Weil die Pazifikinseln die bis zu 25.000 Konferenzteilnehmer aber nicht beherbergen können, findet das Treffen in Bonn statt. Dort sitzt auch das UN-Klimasekretariat. Eröffnet wird das Treffen vom Konferenzpräsidenten, Fidschis Regierungschef Frank Bainimarama, sowie Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und UN-Klimasekretärin Patricia Espinosa. Mit Spannung wird erwartet, wie sich die USA nach der Ankündigung ihres Ausstiegs aus dem Pariser Abkommen bei den Klimaverhandlungen verhalten.
    Wolfsburg mit Remis gegen Hertha - Köln verliert schon wieder:
    Nach einem turbulenten Spiel und trotz zweimaliger Führung ist der VfL Wolfsburg gegen Hertha BSC nicht über ein Remis hinausgekommen. In einer torreichen Partie trennten sich die beiden Mannschaften am elften Spieltag mit 3:3. Wolfsburg erreichte damit das siebte Unentschieden im siebten Spiel unter dem neuen Trainer Martin Schmidt. Der 1.FC Köln wartet derweil immer noch auf den ersten Saisonsieg in der Bundesliga. Der Tabellenletzte verlor gegen 1899 Hoffenheim verdient mit 0:3. Nach ihrer neunten Niederlage haben die Kölner damit bereits acht Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz.
    11 min
  • 04.11.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Spanien stellt europäischen Haftbefehl gegen Puigdemont aus:
    Die spanische Justiz hat Europäische Haftbefehle gegen den katalanischen Ex-Präsidenten Carles Puigdemont und vier seiner früheren Minister erlassen. Die Politiker hatten sich nach der Entmachtung der Regionalregierung in Barcelona nach Brüssel abgesetzt. Einer Vorladung der spanischen Justiz waren sie nicht gefolgt, daraufhin wurden nun die Haftbefehle ausgestellt. Nach einer Festnahme in Belgien könnten sie nach Spanien ausgeliefert werden. Dort droht ihnen eine Anklage wegen Rebellion, Aufruhr und Missbrauch öffentlicher Gelder. Dafür drohen in Spanien Haftstrafen von bis zu 30 Jahren. Puigdemont sagte im Fernsehen, er sei bereit, mit den Justizbehörden Belgiens zusammenzuarbeiten. Den spanischen Behörden wolle er sich aber nicht stellen. Außerdem erklärte er seine Bereitschaft, bei den Neuwahlen in Katalonien am 21. Dezember zu kandidieren.
    Weißes Haus gibt düsteren Klimareport frei:
    US-Behörden haben einen Klimareport veröffentlicht, der in weiten Teilen der Position der Regierung von US-Präsident Donald Trump zum Klimawandel widerspricht. In dem 477 Seiten langen Dokument heißt es, die globale Erwärmung werde zum weitaus größten Teil vom Menschen verursacht. Es gebe dafür "keine überzeugende alternative Erklärung". Der Bericht wurde von mehr als 100 Wissenschaftlern erstellt. Trotz des krassen Kontrasts zu den eigenen Standpunkten habe das Weiße Haus nicht versucht, die Veröffentlichung zu blockieren oder zu verändern, zitierten US-Medien Experten. Trump hatte vor seiner Wahl zum Präsidenten den Klimawandel wiederholt als Erfindung bezeichnet. In seiner bisherigen Amtszeit hat er damit begonnen, die Klimaschutzmaßnahmen zurückzufahren. Außerdem verkündete er den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen.
    Vor Weltklimakonferenz wollen Tausende in Bonn gegen Kohle demonstrieren:
    Zwei Tage vor Beginn der Weltklimakonferenz in Bonn hat ein breites Bündnis für Samstag zu einer internationalen Großdemonstration aufgerufen. Bei zwei Kundgebungen und einem Protestzug unter dem Motto "Klima schützen - Kohle stoppen" erwarten die Veranstalter mehrere tausend Teilnehmer in der ehemaligen Hauptstadt. Zu der Demonstration aufgerufen haben unter anderem die Organisationen Germanwatch, BUND, WWF, Greenpeace und Oxfam. Zusätzlich wollen rund 1000 Radfahrer von Köln ins rund 30 Kilometer entfernte Bonn fahren. Die am Montag beginnenden Gespräche sind die größte zwischenstaatliche Konferenz, die es je auf deutschem Boden gegeben hat. Mehr als 23.000 Menschen aus 197 Ländern treffen sich, um den Kampf gegen den Klimawandel voranzutreiben.
    Juristische und berufliche Konsequenzen für Oscar-Preisträger Kevin Spacey:
    Die Vorwürfe der sexuellen Belästigung und des Missbrauchs haben für Oscar-Preisträger Kevin Spacey juristische und berufliche Konsequenzen: Der Streamingdienst Netflix kündigte am Freitag jegliche Zusammenarbeit mit dem Star auf. Zuvor waren bereits die Dreharbeiten zur sechsten Staffel von "House of Cards" gestoppt worden. In der US-Fernsehserie spielt Spacey die Hauptrolle. Acht Mitarbeiter von "House of Cards" hatten gegenüber CNN offen über sexuelle Belästigung durch den Schaupieler gesprochen. Indessen bestätigte die britische Polizei, nach einer Anzeige zu einem Vorfall aus dem Jahr 2008 im Süden Londons Ermittlungen gegen Spacey eingeleitet zu haben. Der 58-Jährige ist einer von mehreren Hollywood-Stars, die sich derzeit mit Belästigungs- und Vergewaltigungsvorwürfen konfrontiert sehen.
    Belästigungsvorwürfe: Weitere britische Politiker suspendiert:
    Im Skandal um sexuelle Belästigung im britischen Parlament sind weitere Abgeordnete suspendiert worden. Wie britische Medien berichteten, wurde der konservative Abgeordnete für Dover, Charles Elphicke, wegen "schwerer Vorwürfe" vorläufig aus der Partei ausgeschlossen. Die Polizei sei in dem Fall eingeschaltet worden, hieß es. Elphicke bestritt über Twitter jedes Fehlverhalten. Auch die oppositionelle Labour-Partei suspendierte einen Abgeordneten. Der heute 76-jährige Kelvin Hopkins soll eine junge Frau bei einer Veranstaltung im Jahr 2014 sexuell belästigt haben. Wegen Belästigungsvorwürfen war am Mittwochabend auch der britische Verteidigungsminister Michael Fallon zurückgetreten. Die britische Premierministerin Theresa May gab unterdessen einen Verhaltenskodex zum Umgang mit derartigen Vorfällen heraus. Darin wird zum Beispiel festgelegt, dass bei der Aufklärung eine unabhängige Person hinzugezogen werden muss.
    Mehr als 30 Tote bei Flüchtlingsunglück im Mittelmeer:
    Zahlreiche Migranten sind bei einem neuen Flüchtlingsunglück auf dem Mittelmeer ums Leben gekommen. Mehr als 30 Menschen seien auf dem Weg nach Italien gestorben, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR auf Twitter mit. Viele weitere würden vermisst. Die EU-Marinemission Sophia sprach auf ihrer Facebookseite von 23 Toten, die von Einsatzkräften aus dem Mittelmeer geborgen worden seien. In den vergangenen Tagen gab es viele Rettungseinsätze, bei denen insgesamt mehr als 1300 Menschen in Sicherheit gebracht wurden. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen zwischen Januar und Oktober rund 150.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa. Mindestens 2800 Menschen starben auf der Überfahrt oder werden vermisst.
    9 min
  • 03.11.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Katalanische Ex-Minister müssen hinter Gitter:
    Knapp eine Woche nach der Entmachtung der katalanischen Regionalregierung befinden sich die meisten ehemaligen Kabinettsmitglieder in Haft. Sie wurden am Donnerstagabend in Gefängnisse im Umland der spanischen Hauptstadt Madrid gebracht, nachdem eine Richterin entsprechende Haftbefehle erlassen hatte. Der abgesetzte Regionalpräsident Carles Puigdemont und vier weitere Ex-Minister, denen ebenfalls Rebellion vorgeworfen wird, dürften sich weiterhin in Belgien befinden. In einer im katalanischen Fernsehen ausgestrahlten Kurzbotschaft forderte Puigdemont die Freilassung seiner inhaftierten Mitstreiter. Auch ihm solle ein "politischer Prozess" gemacht werden, weshalb er vorerst nicht nach Spanien zurückkehren werde. In Barcelona kamen am Abend Tausende Befürworter einer Unabhängigkeit Kataloniens zusammen, um gegen das Vorgehen der spanischen Zentralregierung zu protestieren.
    Jerome Powell soll 2018 Fed-Chef werden:
    US-Präsident Donald Trump hat den früheren Finanzinvestor Jerome Powell als neuen Chef der US-Notenbank Federal Reserve nominiert. Der 64-Jährige soll Janet Yellen nachfolgen, deren erste Amtszeit im Februar 2018 zu Ende geht. Trump pries Powell, der bereits seit 2012 dem Gouverneursrat der Fed angehört, bei einem gemeinsamen Auftritt in Washington als "starke" und "schlaue" Führungspersönlichkeit. Powell kündigte seinerseits an, er wolle als Notenbank-Präsident alles in seiner Macht Stehende tun, um stabile Preise und ein "Maximum an Beschäftigung" zu erreichen. Politische Beobachter gehen davon aus, dass er Yellens moderate Zinspolitik fortführen wird.
    US-Bomber überfliegen Südkorea:
    Inmitten der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben die USA dort eine Luftwaffenübung abgehalten. US-Bomber überflogen gemeinsam mit japanischen Kampfjets Südkorea. Nordkorea betrachtet die Flüge als Drohung. Dagegen erklärte das US-Militär, die Übung sei Teil einer Mission "ständiger Bomberpräsenz" im Pazifik und keine Reaktion auf ein aktuelles Ereignis gewesen. Die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang hatten sich in den vergangenen Monaten massiv verschärft. Nordkorea hatte Anfang September seinen sechsten Atomtest vorgenommen. US-Präsident Donald Trump hatte dem kommunistischen Regime kurz darauf mit der "vollständigen Zerstörung" gedroht. Trump beginnt an diesem Freitag eine Asienreise, die ihn auch nach Südkorea führen wird.
    IS feiert Attentäter von New York:
    Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat die tödliche Attacke auf Radfahrer und Fußgänger in New York für sich beansprucht. Nach Angaben der Site Intelligence Group, die islamistische Webseiten überwacht, bezeichnete der IS den Attentäter als "Soldaten des Kalifats". Der aus Usbekistan stammende Mann hatte am Dienstag mit einem Kleinlaster in Manhattan acht Menschen getötet und elf weitere verletzt. Der 29-Jährige ist geständig. Laut Staatsanwaltschaft erklärte der Attentäter, ein Video des IS habe ihn angespornt, die Tat zu verüben. Ihm werden Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und gefährlicher Missbrauch von Fahrzeugen vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm die Todesstrafe oder langjährige Haft.
    Syrische Öl-Stadt vom IS zurückerobert:
    Syrische Regierungstruppen sollen die Terrormiliz "Islamischer Staat" aus einer ihrer letzten Hochburgen im Osten Syriens vertrieben haben. Die Ölstadt Dair as-Saur, die seit 2014 vom IS beherrscht wurde, sei nun wieder vollständig unter syrischer Kontrolle, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien. Die Einnahme der Stadt sei auch dank starker Luftunterstützung des verbündeten Russland gelungen. Der IS hatte schon in den vergangenen Wochen weiter an Boden verloren. In Syrien ist die Miliz inzwischen auf ein Gebiet am Euphrat und in die umliegende Wüste zurückgedrängt.
    UNHCR verlangt Ende der Staatenlosigkeit:
    Staatenlose werden laut einer neuen UN-Studie weltweit diskriminiert, ausgegrenzt und verfolgt. Drei Viertel aller Betroffenen gehören einer Minderheit an, wie aus dem jüngsten Bericht des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen hervorgeht. Die soziale Ausgrenzung könne Feindseligkeiten und Ängste in der Gesellschaft weiter schüren, heißt es darin. Alle diskriminierenden Gesetze, die Menschen die Staatsangehörigkeit aufgrund ethnischer, religiöser oder sprachlicher Gründe verweigerten, müssten aufgehoben werden, forderte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi.
    10 min
  • 02.11.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Geständnis von mutmaßlichem New-York-Attentäter:
    Nach dem tödlichen Anschlag in New York ist Strafantrag gegen den mutmaßlichen Attentäter gestellt worden. Der 29-jährige Usbeke soll die Tat nach Angaben der Bundespolizei FBI gestanden haben. Den Ermittlern zufolge gab er zu, von der Islamisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) inspiriert worden zu sein. Er habe den Anschlag seit einem Jahr geplant und vorgehabt, so viele Menschen wie möglich zu töten. Der Mann hatte mit einem Kleintransporter auf einem Radweg in New York acht Menschen getötet und mindestens elf weitere verletzt. Unter den Verletzten ist auch eine deutsche Staatsbürgerin. Im Zusammenhang mit dem Anschlag vernahm die Polizei einen 32-jährigen Landsmann des angeklagten Usbeken. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die Verlosung von unbefristeten Aufenthaltsgenehmigungen zu stoppen. Über diese sogenannte Green-Card-Lotterie kam der Angeklagte legal in die USA.
    Wetterextreme treffen vor allem arme Länder:
    Extreme Wetterlagen zwingen laut einem Bericht der Hilfsorganisation Oxfam vor allem Menschen aus ärmeren Ländern dazu, ihre Heimat zu verlassen. Ihr Fluchtrisiko wegen extremer Unwetter, Stürme oder Überschwemmungen sei fünfmal höher, als das von Bewohnern reicher Staaten, heißt es in einer neuen Studie. Dem Bericht zufolge mussten von 2008 bis 2016 im Durchschnitt jährlich 14 Millionen Menschen aus ärmeren Ländern ihre Wohnorte fluchtartig verlassen, um Schutz vor Unwetterkatastrophen zu suchen. In reichen Ländern seien es nur knapp eine Million Menschen gewesen. Mit Blick auf die kommende Woche beginnende Bonner Weltklimakonferenz COP23 forderte Oxfam den Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energien.
    Puigdemont droht internationaler Haftbefehl:
    Das spanische Staatsgericht in Madrid hat den abgesetzten katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont und 13 Mitglieder seiner entmachteten Regierung für diesen Donnerstag zu einer Anhörung vorgeladen. Puigdemont hält sich derzeit in Belgien auf und kündigte an, nicht nach Madrid zu reisen. Mit seiner Weigerung der Vorladung Folge zu leisten, riskiert er einen internationalen Haftbefehl der spanischen Justiz. Dann wäre die belgische Polizei gezwungen ihn festzunehmen. Grund für die Anklage ist der katalanische Abspaltungsprozess von Spanien, der vergangenen Freitag in einer einseitigen Unabhängigkeitserklärung im katalanischen Parlament endete. Die Staatsanwaltschaft will Puigdemont und seinen Ministern wegen Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Mittel den Prozess machen. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten langjährige Haftstrafen.
    Britischer Verteidigungsminister Fallon tritt zurück:
    Der wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung unter Druck geratene britische Verteidigungsminister Michael Fallon ist zurückgetreten. Der konservative Politiker soll 2002 bei einem Dinner einer Journalistin wiederholt ans Knie gefasst haben. Viele der veröffentlichten Vorwürfe seien falsch, betonte Fallon. In seinem Rücktrittsgesuch an Premierministerin Theresa May begründete er seinen Schritt mit den Worten, er sei in der Vergangenheit hinter den hohen Standards zurückgeblieben, die an die britischen Streitkräfte gestellt würden.
    Neuer 100.000-Bolivar-Schein gegen Inflation in Venezuela:
    Im Kampf gegen die höchste Inflation der Welt will Venezuelas sozialistischer Präsident Nicolás Maduro nun erstmals Geldscheine im Wert von 100.000 Bolivar drucken lassen. Am Rande einer Kabinettssitzung stellte Maduro eine riesige Kopie der neuen Banknote vor. Sie soll verhindern, dass die Menschen in Venezuela taschenweise Geld mit sich herumschleppen müssen. Nach dem Schwarzmarktkurs ist auch der neue 100.000er-Schein gerade mal zwei Euro wert.
    Jamaika-Sondierer einigen sich beim Thema Wohnraum:
    Eine mögliche Jamaika-Koalition will für mehr bezahlbaren Wohnraum in Deutschland sorgen. Darauf einigten sich die Verhandlungsführer von CDU, CSU, FDP und Grünen. Alle Seiten seien sich außerdem einig gewesen, die Rolle der Kommunen zu stärken, hieß es von Seiten der CDU. Bei den umstrittenen Themen Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie Wirtschaft und Verkehr gab es nach den jüngsten Gesprächen dagegen keine gemeinsame Position. Überschattet wurden die Gespräche von Streit zwischen der FDP und den Grünen. FDP-Chef Christian Lindner hielt den Grünen in der "Bild"-Zeitung vor, mit ihrer Flüchtlingspolitik in der Bevölkerung nicht mehrheitsfähig zu sein. Die Spitzen von CDU, CSU, FDP und Grünen hatten das Thema Migration und Flucht vorerst von der Tagesordnung genommen.
    10 min
  • 01.11.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mitwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Acht Tote nach Anschlag in Manhattan:
    Im New Yorker Stadtteil Manhattan hat ein Autofahrer bei einer Amokfahrt auf einem Radweg acht Menschen getötet, mehr als zehn weitere wurden schwer verletzt. Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem feigen Terrorakt. Der Täter wurde angeschossen und festgenommen. Er soll zuvor "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen haben. Zu seiner Identität gab die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen bislang nur das Alter - 29 Jahre - bekannt. US-Präsident Donald Trump erklärte auf Twitter, er habe die Sicherheitsbehörden angewiesen, die Einreiseüberprüfungen zu verschärfen. Zuvor hatte er in einem Tweet vor der Rückkehr des "Islamischen Staats" gewarnt.
    Beileidsbekundungen aus London und Paris:
    Nach dem mutmaßlichen Terrorakt in Manhattan mit acht Toten haben sich die britische Premierministerin Theresa May und der französische Präsident Emmanuel Macron entsetzt gezeigt. Die beiden Politiker, deren Länder bereits mehrfach Ziel von Terroranschlägen waren, bekundeten ihre Solidarität. Macron betonte den gemeinsamen Kampf für die Freiheit; May erklärte, das Vereinigte Königreich stehe New York bei.
    Vorladung für katalanische Separatisten:
    Der Staatsgerichtshof in Madrid hat den angeklagten abgesetzten Regionalpräsidenten von Katalonien, Carles Puigdemont, für Donnerstag vorgeladen. Puigdemont und andere katalonische Lokalpolitiker sind in Spanien unter anderem wegen Rebellion angeklagt. Sie hatten die Unabhängigkeit der Region von Spanien erklärt. Puigdemont, der sich zuletzt in Brüssel aufhielt, erklärte, er werde nur nach Spanien zurückkehren, wenn ihm Garantien für ein faires Verfahren gegeben würden.
    Tschechien: Babis soll neue Regierung bilden:
    Der tschechische Präsident Milos Zeman hat den populistischen Wahlsieger Andrej Babis mit Verhandlungen zur Bildung einer Regierung beauftragt. Babis will eine Minderheitsregierung bilden. Mit seiner Protestpartei ANO hatte der euroskeptische Multimilliardär und Medienunternehmer 78 der 200 Sitze im Abgeordnetenhaus gewonnen, keine der anderen Parteien ist jedoch zu einer Koalition bereit.
    Unicef: Hunderte Millionen Heranwachsende Opfer von Gewalt:
    Nach Angaben von Unicef greift Gewalt gegen Kinder weltweit weiter um sich. Drei Viertel aller Mädchen und Jungen im Alter von zwei bis vier Jahren erleben demnach körperliche oder verbale Gewalt durch ihre Erziehungsberechtigten. Das sind etwa 300 Millionen Heranwachsende weltweit, wie das UN-Kinderhilfswerk schreibt. Laut der Studie haben geschätzt 15 Millionen Mädchen zwischen 15 und 19 bereits sexuelle Gewalt erlitten. Besonders schlimm ist die Lage in Kamerun und Bangladesch, wo mehr als 20 Prozent der weiblichen Teenager von Übergriffen berichten. Mädchen unter zehn Jahren sind besonders gefährdet im zentralafrikanischen Gabun, wo ihr Anteil unter den Opfern sexueller Gewalt bei mehr als 30 Prozent liegt. Die Täter stammten meist aus der Familie oder dem Bekanntenkreis. Grundlage der Untersuchungen des UN-Reports sind Daten aus den Jahren 2005 bis 2016.
    Merkel fordert Kampf für Religionsfreiheit:
    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen entschiedenen Kampf für Religionsfreiheit in Deutschland und weltweit gefordert. Der Staat müsse zwar zu religiöser und weltanschaulicher Neutralität verpflichtet sein, sagte Merkel bei der Feierstunde zum Abschluss des 500. Reformationsjubiläums in Wittenberg. Aber Politik dürfe sich nicht von der Aufgabe freimachen, ein gemeinsames Wertefundament zu beschützen und bewahren, das unerlässlich für ein gedeihliches und friedliches Miteinander sei.
    Frankreichs Konservative werfen Premier Philippe aus der Partei:
    Frankreichs konservative Republikaner haben Premierminister Edouard Philippe aus der Partei ausgeschlossen. Auch zwei weiteren Mitgliedern der Regierung von Staatschef Emmanuel Macron sowie zwei Abgeordneten, die sich dem Macron-Lager angeschlossen hatten, wurde die Mitgliedschaft entzogen, wie der Parteivorstand mitteilte. Die Partei Les Républicains, die im Umgang mit Präsident Macron tief gespalten ist, wirft Philippe vor, ins Präsidentenlager übergelaufen zu sein. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Fünften Republik, dass ein amtierender Premierminister aus seiner Partei ausgeschlossen wird. Philippe hat bereits angedeutet, parteilos bleiben zu wollen.
    8 min
  • 31.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Hausarrest für Trumps früheren Wahlkampfleiter Manafort:
    Der im Zuge der Russland-Affäre angeklagte frühere Wahlkampfchef von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, steht nun auch unter Hausarrest. Dies legte das zuständige Gericht in einer ersten Anhörung fest. Außerdem muss Manafort eine Kaution in Höhe von zehn Millionen Dollar hinterlegen. Auch sein Geschäftspartner Rick Gates wurde unter Hausarrest gestellt. Die US-Justiz wirft beiden Ex-Beratern Trumps eine Verschwörung gegen die USA und Geldwäsche vor. Beide sollen Millioneneinnahmen aus ihrer Tätigkeit in der Ukraine vor den US-Behörden verborgen haben. Zwar sind Trump und der US-Präsidentschaftswahlkampf in der Anklageschrift nicht erwähnt. Dennoch gilt die Anklage als das bislang brisanteste Ergebnis der Untersuchungen des Sonderermittlers Robert Mueller zu den Verbindungen des Trump-Teams nach Russland.
    Riesige Reichweite russischer Propaganda bei Facebook:
    Während des US-Wahlkampfs wurden in den Sozialen Medien weit mehr Beiträge aus Russland gepostet als bisher bekannt. Nach Angaben von Facebook wurden zwischen Juni 2015 und August 2017 rund 80.000 solcher Einträge von der mutmaßlichen "Troll-Fabrik" Internet Research Agency aus St. Petersburg platziert. Diese Beiträge von teils gefälschten Nutzerprofilen hätten rund 126 Millionen Nutzer erreichen können und damit rechnerisch etwa die Hälfte der US-Wahlberechtigten. Die meisten Beiträge zielten auf eine Spaltung der Gesellschaft und ein Schüren von sozialen und politischen Spannungen. US-Geheimdienste gehen davon aus, dass die russische Regierung eine Beeinflussung zugunsten des jetzigen Präsidenten Donald Trump angeordnet hat. Moskau bestreitet das.
    Puigdemont nach Belgien ausgereist:
    Kataloniens Ex-Regierungschef Carles Puigdemont ist nach Belgien ausgereist. Der auf Asylfragen spezialisierte belgische Anwalt Paul Bekaert teilte mit, Puigdemont habe ihn formell zu seinem Rechtsbeistand ernannt. Bisher sei es aber noch nicht um einen Asylantrag Puigdemonts in Belgien gegangen, sagte der Anwalt. Die spanische Staatsanwaltschaft hatte zuvor Anklage gegen Puigdemont und andere Mitglieder der abgesetzten katalanischen Regionalregierung erhoben. Den Politikern wird Aufruhr, Rebellion und Missbrauch öffentlicher Mittel vorgeworfen. Sie hätten die Krise ausgelöst, die zur Erklärung der Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien geführt habe, sagte Spaniens Chefankläger José Manuel Maza. Rebellion kann in Spanien mit bis zu 30 Jahren, Aufruhr mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft werden.
    Jamaika-Parteien verkünden Grundsatzeinigungen:
    Die möglichen Partner einer Jamaika-Koalition im Bundestag haben sich bei ihren Sondierungsgesprächen in vier großen Themenbereichen grundsätzlich geeinigt. So vereinbarten CDU, CSU, FDP und Grüne unter anderem, mehr Geld für Bildung und Forschung sowie für den Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetzen bereitzustellen. Außerdem steckten sie den weiteren Verhandlungsrahmen für den Bereich der inneren Sicherheit ab. Dabei allerdings blieben viele Einzelfragen offen. Auch im Bereich Arbeit und Soziales gelang eine Einigung in groben Zügen. Alle vier Parteien bekannten sich zum Mindestlohn. Bei den Sondierungsgesprächen hatte es in der vergangenen Woche Streit bei den Themen Zuwanderung und Klimapolitik gegeben.
    Kenias Präsident Kenyatta zum Wahlsieger erklärt:
    Aus der wiederholten Präsidentschaftswahl in Kenia ist Amtsinhaber Uhuru Kenyatta nach Angaben der Wahlkommission als klarer Sieger hervorgegangen. Wie das Gremium in Nairobi mitteilte, errang Kenyatta 98 Prozent der Stimmen. Die Wahl war am Donnerstag wiederholt worden, nachdem das Oberste Gericht die vorherige Abstimmung vom August wegen Unregelmäßigkeiten für ungültig erklärt hatte. Kenyattas Herausforderer, der 72-jährige Raila Odinga, hatte vor der erneuten Wahl seine Kandidatur aus Protest gegen die umstrittene Wahlkommission zurückgezogen und zum Boykott der Abstimmung aufgerufen. Nach Angaben der Wahlkommission gingen nur 39 Prozent der knapp 20 Millionen registrierten Wähler an die Urnen.
    UN: 13 Millionen Syrier benötigen humanitäre Hilfe:
    Trotz der Fortschritte im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ist die Lage für die Bevölkerung in Syrien nach UN-Angaben weiterhin katastrophal. 13 Millionen Menschen benötigten innerhalb des Landes humanitäre Hilfe, sagte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats. Mehr als 430.000 Menschen seien allein aus der einstigen IS-Hochburg Al-Rakka im Norden des Landes vertrieben worden. Von den Bewohnern von Deir al-Saur im Osten seien seit August 350.000 Menschen zu Flüchtlingen geworden. Fast drei Millionen Syrer lebten in Regionen, die für Helfer nur schwer erreichbar seien.
    9 min
  • 30.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Bericht: Massenanklage gegen türkische Akademiker in Deutschland:
    Die Staatsanwaltschaft in der Türkei will nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" in Deutschland lebende türkische Akademiker anklagen. Der Vorwurf laute: "Propaganda für eine Terrororganisation". Nach Angaben von Betroffenen soll es sich um etwa 100 Personen handeln. Sie gehörten zu einer Gruppe von 1128 Akademikern, die Anfang 2016 einen Friedensappell unterschrieben hatten. Darin forderten sie den türkischen Staat auf, Zerstörungen in den Kurdengebieten zu stoppen. Zudem setzten sie sich für eine friedliche Lösung des Konflikts mit den Kurden ein. Nun sollen anscheinend alle Unterzeichner angeklagt werden. Dem Bericht zufolge wirft der Oberstaatsanwalt in Istanbul ihnen vor, sie wollten den türkischen Staat als verbrecherisch darstellen sowie Gewalt durch die Terrororganisation PKK legitimieren. Das türkische Gesetz sieht Strafen von bis zu siebeneinhalb Jahren Haft für Terror-Propaganda vor.
    Spanische Zentralregierung übernimmt Amtsgeschäfte in Katalonien
    Zwei Tage nach der Absetzung der separatistischen Regionalregierung von Katalonien übernimmt die spanische Zentralregierung an diesem Montag die Amtsgeschäfte in der Region. Ministerien und Behörden nehmen in der Hauptstadt Barcelona die Arbeit unter Madrider Leitung auf. Die Zwangsverwaltung der wirtschaftsstarken Autonomen Region soll mindestens bis zur Abhaltung der vom spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy für den 21. Dezember einberufenen Neuwahlen laufen. Das Schicksal des abgesetzten Regionalpräsidenten Carles Puigdemont bleibt unklar. Laut Medien könnte der spanische Generalstaatsanwalt seine Festnahme anordnen. Sollte Puigdemont wegen Rebellion verurteilt werden, drohen ihm bis zu 30 Jahre Haft.
    36 Leichen im Osten Libyens entdeckt:
    In der Nähe der ostlibyschen Stadt Bengasi sind die Körper von 36 erschossenen Menschen entdeckt worden. Die Opfer seien in der Region Al-Abjar, rund 70 Kilometer östlich von Bengasi, gefunden worden, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte. Es handele sich vermutlich um Islamisten, darunter 19 Ausländer. Die UN-Vertretung in Libyen sprach von einem schändlichen Verbrechen und forderte sofortige Ermittlungen. Der Fundort gehört zum Herrschaftsgebiet des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar. Er hatte bereits Ermittlungen angekündigt, um die Verantwortlichen zu finden. Der selbsternannten Libyschen Nationalen Armee des Generals wird vorgeworfen, in den vergangenen Jahren immer wieder gefangen genommene Dschihadisten bei Massenhinrichtungen getötet zu haben.
    Neue Syrien-Gespräche in Kasachstan:
    In der kasachischen Hauptstadt Astana beginnt an diesem Montag eine neue Runde der Syrien-Gespräche. Nach Angaben des Außenministeriums in Astana soll auf dem zweitägigen Treffen über die Freilassung von Gefangenen verhandelt werden. Zudem wollen die Teilnehmer über den Kampf gegen den Terrorismus und über die Minenräumung in dem Bürgerkriegsland sprechen. Es ist die siebte Runde in den Verhandlungen, die von Russland, der Türkei und dem Iran vermittelt werden. Die Gespräche sollen den UN-geführten Friedensprozess in Genf ergänzen. Russland unterstützt die syrische Armee seit 2015 mit Luftangriffen. Zuletzt hatten Russland, der Iran und die Türkei im September in Astana vereinbart, Patrouillen in die von Rebellen kontrollierte Provinz Idlib sowie in benachbarte Regionen zu schicken.
    Mehr als 15 Waldbrände wüten im Nordwesten Italiens:
    Wegen schwerer Waldbrände im Nordwesten Italiens haben etwa tausend Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen. Am schlimmsten betroffen war das Susatal in Piemont mit den Orten Mompantero, Venaus und Susa. Dort rückten die von starken Winden angefachten Flammen immer näher an Wohngebiete. Unter anderem mussten knapp 200 Bewohner eines Seniorenheims in Sicherheit gebracht werden. Griechenland und Kroatien schickten jeweils zwei Löschflugzeuge. Die Waldbrände in der Region toben schon seit mehreren Wochen. Als Ursache wird Brandstiftung vermutet. Der Umweltorganisation Verdi zufolge haben Waldbrände in Italien in diesem Jahr bereits mehr als 135.000 Hektar Land zerstört, drei Mal so viel wie 2016.
    7 min
  • 28.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Air-Berlin-Reste gehen an Easyjet:
    Easyjet und die insolvente Air Berlin haben sich auf eine Teilübernahme geeinigt. Die britische Billig-Flug-Linie werde 25 Flugzeuge sowie die Start- und Landerechte für Berlin-Tegel übernehmen, teilten die beiden Unternehmen am frühen Samstagmorgen mit. Easyjet zahlt dafür 40 Millionen Euro. Zudem sollen rund 1000 Piloten und Flugbegleiter Jobangebote bekommen. Air Berlin hatte sich bereits mit der Lufthansa über den Kauf mehrerer Unternehmensteile geeinigt. Deutschlands bislang zweitgrößte Airline hat gestern nach fast 40 Jahren den Flugbetrieb eingestellt. Am späten Freitagabend landete die offiziell letzte Maschine unter Air-Berlin-Flugnummer am Flughafen Tegel. Aufgrund einer Sondergenehmigung konnte der Pilot zum Abschied noch mehrere Schleifen über der Innenstadt von Berlin fliegen.
    Im Fall eines Jamaika-Scheiterns: SPD für Neuwahlen:
    Die oppositionelle SPD hat sich für Bundestags-Neuwahlen ausgesprochen, sollten die laufenden Sondierungsgespräche von CDU/CSU, FDP und Grünen scheitern. SPD-Chef Schulz sagte der Funke-Mediengruppe, die Sozialdemokraten würden weiterhin nicht erneut in eine große Koalition eintreten. Seine Partei habe die Entscheidung, in die Opposition zu gehen, im vollen Bewusstsein der Konsequenzen getroffen. Er kündigte für die SPD grundlegende Reformen an - sowohl programmatisch als auch organisatorisch. Die Sondierungsgespräche für eine Jamaika-Koalition waren am Donnerstag wegen des Streits über die Klima- und Flüchtlingspolitik vertagt worden. CSU und Grüne - zwei der vier Verhandlungspartner - werfen sich gegenseitig mangelnde Kompromissbereitschaft beim Streitthema Zuwanderung vor.
    Erste Anklagen in Russland-Affäre genehmigt:
    In der Affäre um eine mutmaßliche Einflussnahme Russlands auf den US-Präsidentschaftswahlkampf gibt es offenbar erste Anklagen. Wie der Sender CNN meldet, hat Sonderermittler Robert Mueller die ersten Anklagen vorbereitet, die auch bereits von der Geschworenen-Jury eines Washingtoner Gerichts gebilligt worden seien. Demnach könnte es am Montag zu ersten Festnahmen kommen. Wer zu den Angeklagten gehört, wurde nicht bekannt. Mueller ermittelt wegen möglicher illegaler Russland-Kontakte des Wahlkampfteams von Donald Trump sowie wegen mutmaßlicher russischer Hackerangriffe im Wahlkampf, die Trump genützt haben könnten.
    USA publizieren Sanktionsliste mit 39 russischen Firmen:
    Nach dem Beschluss neuer Strafmaßnahmen gegen Russland im Sommer hat die US-Regierung eine Sanktionsliste mit 39 russischen Firmen veröffentlicht. Diese Unternehmen sollen Verbindungen zur russischen Armee und zu russischen Geheimdiensten haben. Dazu gehören der Rüstungsriese Rosoboronexport und der berühmte Waffenhersteller Kalaschnikow, wie das US-Außenministerium mitteilte. Damit drohen Unternehmen, die größere Geschäfte mit den Firmen auf der Liste machen, Strafen. Der US-Kongress hatte die Russland-Sanktionen im Juli gegen den Widerstand von Präsident Donald Trump beschlossen. Damit sollen das russische Vorgehen in der Ostukraine und die mutmaßlichen russischen Hackerangriffe während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 geahndet werden.
    Rajoy stellt Katalonien unter Zwangsverwaltung:
    Knapp vier Wochen nach der umstrittenen Volksabstimmung der Katalanen für eine Abspaltung von Spanien hat die Zentralregierung in Madrid die Separatisten in Barcelona entmachtet. Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy entließ den Chef der Regionalregierung, Carles Puigdemont. Für den 21. Dezember setzte Rajoy Neuwahlen in Katalonien an. Sein Kabinett werde die Aufgaben der Regionalregierung übernehmen. Rajoy entließ zudem den katalanischen Polizeichef und setzte die katalanischen Vertreter in Madrid und Brüssel ab. Die spanische Generalstaatsanwaltschaft kündigte ein Verfahren gegen Puigdemont wegen "Rebellion" an. Am Freitagnachmittag hatte in Barcelona das Regionalparlament für die Loslösung von Spanien gestimmt. Kurz danach gab der Senat in Madrid grünes Licht für die Zwangsmaßnahmen nach Artikel 155 der spanischen Verfassung.
    Isländer wählen schon wieder neues Parlament:
    Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres sind die Isländer an diesem Samstag zu vorgezogenen Wahlen aufgerufen. Ministerpräsident Bjarni Benediktsson hatte das Parlament vor einem Monat aufgelöst, nachdem seine Mitte-Rechts-Koalition wegen eines Skandals ihre Mehrheit im Parlament verloren hatte. Jüngste Umfragen sehen Benediktssons konservative Unabhängigkeitspartei Kopf an Kopf mit der Links-Grünen-Bewegung bei jeweils 20 bis 25 Prozent. Insgesamt haben mindestens acht Parteien Aussicht auf den Einzug ins Parlament. Experten erwarten angesichts der zersplitterten Parteienlandschaft schwierige Koalitionsverhandlungen.
    9 min
  • 27.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Senat entscheidet über Entmachtung katalanischer Regionalregierung:
    In Madrid entscheidet an diesem Freitag der spanische Senat über die Entmachtung der katalanischen Regionalregierung. Wegen der Mehrheitsverhältnisse in der Parlamentskammer gilt die Zustimmung zu den von der Zentralregierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy geplanten Zwangsmaßnahmen als sicher. Auch die katalanische Regionalregierung setzt weiter auf Konfrontation. Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont erteilte Forderungen nach einer vorgezogenen Wahl des Regionalparlaments eine Absage. Beobachter hatten dies als möglichen Ausweg aus der Krise angesehen. Puigdemont erklärte in einer Fernsehansprache, er habe über diese Möglichkeit nachgedacht. Es gebe jedoch keine "Garantien" dafür, dass so die von Madrid angekündigten Zwangsmaßnahmen vermieden werden könnten.
    US-Präsident Trump ruft Gesundheitsnotstand aus:
    Angesichts einer dramatischen Drogen-Epidemie in den USA hat Präsident Donald Trump einen nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Die Vereinigten Staaten kämpfen seit einigen Jahren mit einem rasanten Anstieg der Drogentoten - vor allem durch Heroin und opioide Schmerzmittel. Laut einem Bericht der US-Drogenbehörde DEA sterben seit 2011 jährlich mehr Menschen an Drogen als jeweils an Verkehrsunfällen, Suiziden oder Morden. Die Gesundheitsbehörde CDC zählt nach eigenen Angaben im Schnitt 91 Drogentote pro Tag. Es handele sich um die schlimmste Drogenkrise in der amerikanischen Geschichte, sagte Trump Washington. Zusätzliches Geld wird mit der Ausrufung des Gesundheitsnotstands allerdings nicht zur Verfügung gestellt. Stattdessen sollen unter anderem Mittel aus bestehenden Töpfen umgeschichtet werden. Die Notstandserklärung gilt nach Angaben aus dem Weißen Haus zunächst für 90 Tage.
    Australische Regierung verliert Mehrheit im Parlament:
    In Australien hat die rechtsliberale Regierung von Premierminister Malcolm Turnbull ihre Ein-Stimmen-Mehrheit im Parlament verloren. Das oberste australische Gericht, der High Court, erkannte in Canberra dem stellvertretenden Regierungschef Barnaby Joyce sein Abgeordnetenmandat ab. Grund dafür ist, dass er auch die neuseeländische Staatsbürgerschaft besitzt. Nach der australischen Verfassung ist eine doppelte Staatsbürgerschaft jedoch nicht mit einem Sitz im Parlament vereinbar. Das Gericht entschied auch noch in vier weiteren Fällen, dass Abgeordnetenmandate wegen doppelter Staatsbürgerschaften zurückgegeben werden müssen.
    Geheimakten über Kennedy-Attentat nur teilweise veröffentlicht:
    Anders als von US-Präsident Donald Trump angekündigt werden nicht alle 3000 Geheimakten über die Ermordung des ehemaligen US-Präsident John F. Kennedy komplett veröffentlicht. Trump beugte sich buchstäblich in letzter Minute vor der geplanten Veröffentlichung Sicherheitsbedenken von Geheimdiensten: Nach Angaben von Regierungsmitarbeitern verlangten CIA, FBI und andere Dienste, einige der Akten nicht zu veröffentlichen und sie zuvor zu editieren. Dem Weißen Haus zufolge enthalten die entsprechenden Dokumente Informationen etwa über die Identität und die Rolle von Informanten. Trump habe den Diensten deshalb sechs weitere Monate Zeit für die Sichtung und Bearbeitung der entsprechenden Unterlagen gegeben. Mit sofortiger Wirkung gab der US-Präsident 2800 bislang als geheim eingestufte Akten frei. Kennedy war am 22. November 1963 in Dallas erschossen worden. Seine Ermordung umgeben bis heute zahlreiche Verschwörungstheorien.
    Israel ehrt zum ersten Mal Araber als "Gerechten unter den Völkern":
    Für seinen Einsatz für Juden in der NS-Zeit hat Israel erstmals einen Araber als "Gerechten unter den Völkern" geehrt. Die Ehrung für den 1982 verstorbenen ägyptischen Arzt Mohammed Helmy fand in der israelischen Botschaft in Berlin statt, wie die Vertretung im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Helmy, der während der NS-Zeit in Berlin lebte, rettete unter anderem eine vierköpfige jüdische Familie vor der Verfolgung durch die deutschen Nationalsozialisten. Im Rahmen einer Feierstunde übergab Israels Botschafter Jeremy Issacharoff die Auszeichnung der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem einem Großneffen Helmys, wie die israelische Zeitung "Haaretz" berichtete. Die Ehrung "Gerechter unter den Völkern" ist die höchstes Auszeichnung des Staates Israel an Nichtjuden. Sie wird seit 1963 von Yad Vashem an Menschen verliehen, die in der NS-Zeit ihr Leben riskierten, um Juden zu retten. Bislang wurden mit dem Titel mehr als 26.500 Menschen ausgezeichnet, darunter rund 600 Deutsche.
    10 min

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