Langsam Gesprochene Nachrichten | Audios | DW Deutsch lernen

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  • 26.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Türkei: Deutscher Menschenrechtler Steudtner ist aus U-Haft frei:
    Der in der Türkei wegen Terrorvorwürfen angeklagte deutsche Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Ein Gericht in Istanbul ordnete die vorläufige Freilassung des 46-Jährigen und sieben weiterer angeklagter Menschenrechtler an. Unter ihnen sind der schwedische IT-Spezialist Ali Gharavi und die Direktorin von Amnesty International in der Türkei, Idil Eser. Die Staatsanwaltschaft hatte die Haftentlassung beantragt. Das Gericht folgt auch dem Antrag der Verteidiger, auf Auflagen zu verzichten. Demnach dürfen die Angeklagten sogar die Türkei verlassen. Steudtner hatte zum Prozessauftakt die Vorwürfe gegen ihn als unbegründet und konstruiert zurück gewiesen. Das Gericht setzte den nächsten Verhandlungstermin auf den 22. November fest. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel nannte die angekündigte Freilassung Steudtners ein ermutigendes Signal. Die Verhaftung der Menschenrechtler im Juli hatte international für Proteste gesorgt.
    Unicef sagt Verdopplung der Bevölkerung Afrikas bis 2050 voraus:
    Das Kinderhilfswerk Unicef geht davon aus, dass sich die Bevölkerung Afrikas bis zum Jahr 2050 auf 2,5 Milliarden Menschen verdoppeln wird. Bereits 2030 werden laut einem Bericht der UN-Organisation 750 Millionen Afrikaner jünger als 18 Jahre sein. Es gebe einen enormen Investitionsbedarf in Bildung und Gesundheitsfürsorge, der sich aus dem anhaltend hohen Bevölkerungswachstum ergebe. Dazu sei jetzt entschlossenes Handeln notwendig, sonst drohe eine soziale und wirtschaftliche Katastrophe, die Millionen Menschen zur Flucht zwingen würde, heißt es im Unicef-Bericht "Generation Afrika 2030". Wenn es gelinge in Gesundheitsversorgung, den Schutz von Kindern und Bildung zu investieren, könne das anhaltend hohe Bevölkerungswachstum eine riesige Chance für den Kontinent darstellen und Millionen Menschen aus der Armut befreien.
    Umstrittene Wahlwiederholung in Kenia hat begonnen:
    In Kenia hat die Wiederholung der Präsidentenwahl begonnen. Die Wahllokale öffneten gegen 06.00 Uhr Ortszeit. Die erneute Abstimmung war notwendig geworden, nachdem ein Gericht die Wahl vom August für ungültig erklärt hatte. Oppositionsführer Raila Odinga rief zum Wahlboykott auf. Er hatte seine Kandidatur aus Protest gegen die umstrittene Wahlkommission vor zwei Wochen zurückgezogen. Bis zuletzt hatten Regierungsgegner versucht, die Wahlwiederholung zu verschieben. Mit Odingas Boykott gilt Kenyatta allerdings als sicherer Sieger. Den restlichen Kandidaten wird keine wirkliche Chance eingeräumt.
    Taiwans Präsidentin für eine Wende in den Beziehungen zu China:
    Taiwans Präsidentin Tsai Ing Wen hat sich für eine Wende in den Beziehungen zur Volksrepublik China ausgesprochen. Beide Länder sollten ihren historischen Ballast abwerfen und sich um einen Durchbruch in ihren Beziehungen bemühen, sagte Tsai. Es sei Zeit für eine Wende. Ihr Vorstoß kommt einen Tag, nachdem die Kommunistische Partei Chinas ihr neues Führungsgremium bestimmt hat. Das Verhältnis zwischen Taiwan und China hatte sich abgekühlt, nachdem Tsai im vergangenen Jahr ins Amt gekommen war. Die Politikerin steht an der Spitze der Demokratischen Fortschrittspartei, die sich für eine formelle Unabhängigkeit Taiwans einsetzt. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz des Landes. Nach der Wahl Tsais setzte die Regierung in Peking den Dialog mit Taiwan aus.
    Britisches Parlament soll Vetorecht vor EU-Austritt erhalten:
    Das britische Parlament soll vor dem EU-Austritt über einen Brexit-Deal abstimmen dürfen. Das sagte ein Sprecher von Brexit-Minister David Davis in London. Mit seinem Veto könnte das Parlament den Brexit demnach sogar stoppen. Großbritannien will sich Ende März 2019 von der Europäischen Union trennen. Wenige Stunden zuvor hatte Davis sich noch sehr skeptisch im Parlament geäußert. Er berichtete, dass es erst in der - so wörtlich - "59. Minute der elften Stunde" zu einer Einigung mit Brüssel kommen könnte. Dies wurde in Großbritannien als Hinweis interpretiert, dass eine Abstimmung vor dem EU-Austritt nicht mehr möglich sein könnte. Im Brexit-Streit hofft die EU auf einen Durchbruch bis Dezember. Dann könnten Verhandlungen über einen neuen Handels- und Zukunftspakt zwischen der Gemeinschaft der 27 Staaten und Großbritannien starten.
    10 min
  • 25.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Chinas Präsident Xi Jinping beginnt zweite Amtszeit:
    Das neue Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas hat Präsident Xi Jinping für weitere fünf Jahre als Generalsekretär im Amt bestätigt. Nach Abschluss des einwöchigen Parteikongresses am Vortag erfolgte das erwartete Votum auf dem ersten Plenum der 204 stimmberechtigten Mitglieder und 172 Vertreter in Peking. Nach der Sitzung präsentierte Xi die sieben Mitglieder des mächtigen Ständigen Ausschusses des Politbüros. Demnach verbleiben nur Xi Jinping selbst und Premier Li Keqiang in dem Machtgremium. Unter den fünf neuen Mitgliedern ist kein potenzieller Nachfolger zu finden, da sie allesamt zu alt sind, um Xi Jinping nach 2022 zu beerben. Mit der Zusammensetzung seines engsten Führungskreises facht Xi die Spekulationen neu an, dass er in fünf Jahren möglicherweise eine dritte Amtszeit anstreben könnte.
    Prozess gegen Peter Steudtner beginnt in Istanbul:
    Nach 100 Tagen Untersuchungshaft in der Türkei beginnt der Prozess gegen den deutschen Menschenrechtler Peter Steudtner und zehn weitere Mitangeklagte. Die Staatsanwaltschaft wirft den Menschenrechtlern "Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation" beziehungsweise Terrorunterstützung vor. Den Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. Die Aktivisten waren im Juli festgenommen worden. Unter ihnen ist auch die Direktorin von Amnesty International in der Türkei, Idil Eser. Die Menschenrechtsorganisation kritisiert die Vorwürfe als falsch und diffamierend. Versuche der Bundesregierung, die Freilassung Steudtners zu erwirken, blieben erfolglos.
    US-Präsident Trump von mehreren republikanischen Senatoren kritisiert:
    Der republikanische Senator Jeff Flake hat US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert und seinen Verzicht auf eine erneute Kadidatur angekündigt. Trump stelle eine "Gefahr für die Demokratie dar", sagte Flake im Senat in Washington. Er wolle nicht "Komplize" einer "rücksichtslosen" Präsidentschaft sein. Flake folgt damit dem republikanischen Senator und Trump-Kritiker Bob Corker. Corker hatte Trump vorgeworfen, sich auf ein niedriges Niveau herabzulassen und den USA damit die Würde zu nehmen. US-Senator John McCain würdigte Flakes Rede: Der Senator sei für das eingestanden, an das er glaube - wohl wissend, dass er dafür einen "politischen Preis" zahlen werde. Auch McCain ist ein bekannter Trump-Kritiker aus den Reihen der Republikaner.
    Die USA nehmen ihr Flüchtlingsprogramm wieder auf:
    Die USA nehmen ihr Flüchtlingsprogramm wieder auf, führen aber schärfere Kontrollen für Migranten aus elf Ländern ein. Das Weiße Haus veröffentlichte einen Erlass, den US-Präsident Donald Trump bereits unterzeichnet hat. Das Programm war im Rahmen einer generellen Verschärfung der Einreisebestimmungen für einen Zeitraum von 120 Tagen ausgesetzt. Diese Frist lief am Dienstag aus. Welche elf Staaten als riskant eingestuft sind, wurde nicht gesagt. Der Stopp des Flüchtlingsprogramms war Teil eines breiteren Politikansatzes Trumps, der sich bereits im Wahlkampf gegen Einwanderung aussprach. Mehrere seiner Einreisestopps für Staatsangehörige bestimmter Länder wurden von Gerichten für unzulässig erklärt.
    Saudischer Kronprinz verspricht "moderaten Islam":
    Der neue saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman hat eine Abkehr seines Landes von ultrakonservativen Religionsprinzipien angekündigt. Er sehe Saudi-Arabien als "Land eines gemäßigten Islam, das für alle Religionen und für die Welt offen ist", sagte der reformorientierte Kronprinz auf einem Wirtschaftsforum in Riad. In einer Anspielung auf religiöse Extremisten sprach Mohammed von "destruktiven Ideen", die er "zerstören" wolle. Die Bevölkerung Saudi-Arabiens wolle ein normales Leben. Mohammeds Äußerungen sind die bislang direktesten Angriffe eines Spitzenpolitikers auf die einflussreichen konservativen Religionsgelehrten des Landes. Saudi-Arabien wird vom Wahhabismus geprägt, einer besonders strengen und traditionellen Lesart des Islam.
    Irakische Kurden wollen Gespräche mit Bagdad:
    Im Konflikt mit der irakischen Führung hat die kurdische Regionalregierung angeboten, das Ergebnis des Unabhängigkeitsreferendums einzufrieren. Zudem rief sie zu einer sofortigen Waffenruhe im Nordirak auf. Grund für den Konflikt ist das Referendum, bei dem Ende September die Mehrheit der irakischen Kurden für die Unabhängigkeit von der Zentralregierung in Bagdad gestimmt hatte. Seitdem war es in den von Kurden kontrollierten Gebieten um Mossul und Kirkuk zu teils schweren Gefechten zwischen der irakischen und kurdischen Armee gekommen.
    11 min
  • 24.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Chinas Kommunisten bauen Macht von Xi Jinping aus:
    Chinas Staatschef Xi Jinping wird künftig namentlich in der Verfassung seiner Kommunistischen Partei aufgeführt. Die 2300 Delegierten des KP-Kongresses beschlossen einstimmig eine entsprechende Änderung der Partei-Statuten und bestätigten damit Xis Status als mächtigster Politiker des Landes seit Jahrzehnten. Bisher sind nur zwei Vorgänger Xis, Staatsgründer Mao Zedong und der wirtschaftliche Reformarchitekt Deng Xiaoping, mit ihren Namen in der Parteiverfassung verewigt. Politische Strategien und Philosophien anderer KP-Führer fanden zwar ebenfalls Eingang, doch ohne die Namen ihrer Urheber.
    Hongkonger Aktivisten überraschend freigelassen:
    Die beiden Hongkonger Aktivisten Joshua Wong und Nathan Law sind vorzeitig auf Kaution aus der Haft entlassen worden. Das berichtete ihre oppositionelle Partei Demosisto nach einer gerichtlichen Anhörung. Wegen ihrer führenden Rolle bei den wochenlangen prodemokratischen Protesten 2014 saßen beide seit zwei Monaten in Haft. Der Richter verfügte die Freilassung mit Blick auf die laufenden Verfahren über ihre Berufung, die beide gegen ihre Haftstrafen eingereicht hatten. Der 21-jährige Wong war wegen Verstößen gegen das Versammlungsrecht zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden, der 24-jährige Parteivorsitzende Law zu acht Monaten.
    Geberkonferenz für Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch erbringt 340 Millionen US-Dollar:
    Bei einer internationalen Geberkonferenz für die Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch haben die Teilnehmer Hilfsgelder in Höhe von 340 Millionen US-Dollar zugesagt. Mit dem Geld wollen die Vereinten Nationen 1,2 Millionen Menschen versorgen. UN-Katastrophenhilfe-Koordinator Mark Lowcock nannte das Ergebnis des Treffens in Genf "ermutigend". Er rechne mit weiteren Zusagen in den kommenden Tagen. Die bereits zugesagten Hilfen müssten jedoch so bald wie möglich fließen, um den Flüchtlingen, die in ihrer Heimat Myanmar Schreckliches erlebt hätten, schnell helfen zu können. UN-Hochkommissar Filippo Grandi verlangte von den Behörden Myanmars, den Rohingyas die Rückkehr zu gestatten. Außerdem müsse die Regierung dann für die Sicherheit der muslimischen Minderheit garantieren, deren Diskriminierung beenden und ihre zerstörten Dörfer wieder aufbauen.
    EU-Kommission regelt Entsenderichtlinie neu:
    Im Streit um eine Reform der sogenannten Entsenderichtlinie hat die EU-Kommission einen Kompromiss vermeldet. Man habe eine ausgewogene Vereinbarung erzielt, sagte EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen nach einem Treffen der EU-Arbeits- und Sozialminister in Luxemburg. Ziel der neuen Vereinbarung ist, Beschäftigte besser vor Lohn- und Sozialdumping zu schützen. Von den Regeln sind europaweit Millionen Arbeitnehmer betroffen. In Deutschland waren 2016 nach Gewerkschaftsangaben etwa 561.000 Beschäftigte aus Italien, Spanien oder den östlichen EU-Ländern tätig, die meisten nach Regeln der Entsenderichtlinie. Nach der ursprünglichen EU-Richtlinie von 1996 kann eine Firma ihre Angestellten befristet zur Arbeit in andere Länder schicken und dabei weiter Sozialabgaben wie im Heimatland zahlen. Die Osterweiterung der EU hat dazu geführt, dass Firmen aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern diese Regelung intensiv nutzen.
    Nicaragua will nun doch dem Pariser Klimaabkommen beitreten:
    Nicaragua hat das Klimaabkommen von Paris unterzeichnet. Der Vertrag sei das einzige Instrument, um international abgestimmt gegen Erderwärmung und Naturkatastrophen vorzugehen, sagte Vizepräsidentin Rosario Murillo in der Landeshauptstadt Managua. Nicaragua war neben Syrien das einzige Land, das den Vertrag nicht unterzeichnen wollte. Mittlerweile haben die USA unter ihrem neuen Präsidenten Donald Trump allerdings angekündigt, aus dem Pariser Abkommen austreten zu wollen. Nach dem Beitritt Nicaraguas wären die USA in der Klimapolitik noch weiter isoliert. Der Klimapakt von 2015 sieht vor, die Erderwärmung in den nächsten Jahrzehnten auf einen Wert deutlich unter zwei Grad zu bremsen und so die Folgen wie Dürren und einen Anstieg der Weltmeere zu mildern.
    10 min
  • 23.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Japan: Haushoher Sieg für Koalition von Ministerpräsident Abe:
    Bei der Parlamentswahl in Japan hat sich die konservative Regierungskoalition von Ministerpräsident Shinzo Abe eine Zwei-Drittel-Mehrheit gesichert. Demnach gewann Abes Regierungsbündnis 312 der 465 Sitze im Unterhaus. Abe wertete das Votum der Wähler bei diesen vorgezogenen Neuwahlen als Bestätigung für seinen harten Kurs gegenüber Nordkorea. Zudem könnte der Ministerpräsident die geplante Änderung von Japans Nachkriegsverfassung durchsetzen, die das Land bisher zum Pazifismus verpflichtet. Abe hatte im September das Parlament aufgelöst. Im Wahlkampf warfen Oppositionspolitiker ihm vor, mit der vorgezogenen Wahl von innenpolitischen Skandalen ablenken zu wollen.
    Venetien und Lombardei wollen mehr Autonomie:
    Die beiden norditalienischen Regionen Lombardei und Venetien haben in Volksabstimmungen mit großen Mehrheiten für mehr Autonomie von der Zentralregierung in Rom gestimmt. Nach vorläufigen Ergebnissen votierten mehr als 95 Prozent der Wähler in beiden Regionen für mehr Kompetenzen. Die Abstimmung ist rechtlich nicht bindend. Den wohlhabenden Regionen, die rund ein Drittel der italienischen Wirtschaftskraft erbringen, geht es im Wesentlichen darum, weniger Geld nach Rom zu überweisen.
    Engere Zusammenarbeit zwischen Riad und Bagdad:
    Saudi-Arabien und der Irak haben nach vielen Jahren der Spannungen einen Koordinationsrat gegründet, durch den beide Länder künftig enger zusammenarbeiten sollen. Das Bündnis wurde vom saudischen König Salman und dem irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi im Beisein des Außenministers der Vereinigten Staaten, Rex Tillerson, in Riad besiegelt. Die USA erhoffen sich durch die Annäherung auch eine Verminderung des iranischen Einflusses in der Region. Teheran kritisierte die USA für ihr Engagement scharf. Die Regierung von Präsident Donald Trump wolle nicht aus ihren Fehlern lernen und auch von ihrem Anti-Iran-Kurs nicht abweichen, sagte Außenminister Mohamed Dschawad Sarif.
    Zweifel an Peschmerga-Ausbildung im Nordirak wachsen:
    Außenpolitiker aus CDU, SPD und Grünen haben Zweifel an der Bundeswehrmission zur Ausbildung von kurdischen Peschmerga im Nordirak geäußert. Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, sagte im ARD-Fernsehen, die Mission müsse neu bewertet werden. Hintergrund sind die Zusammenstöße zwischen Kurden und irakischer Armee nach dem Unabhängigkeitsreferendum der Kurden. Grünen-Politiker Omid Nouripour äußerte grundsätzliche Bedenken an der Sinnhaftigkeit des Einsatzes - militärisch, politisch und rechtlich. Zuletzt hatte Berlin die Ausbildungsmission für etwa eine Woche ausgesetzt, um die Sicherheit der deutschen Soldaten nicht zu gefährden.
    Mindestens 13 Tote bei Selbstmordanschlägen in Nigeria:
    Bei Selbstmordanschlägen sind in Nigeria 13 Menschen getötet und 16 weitere verletzt worden. Wie aus Militärkreisen verlautete, sprengte sich am Sonntagabend zunächst eine Selbstmordattentäterin vor einem Restaurant in der Stadt Maiduguri in die Luft. Wenige Minuten später zündeten zwei weitere Selbstmordattentäterinnen ihre Sprengsätze. Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Kurz vor den Bluttaten wurden allerdings außerhalb der Stadt zahlreiche Mitglieder der Terrorgruppe Boko Haram gesichtet. Durch den Konflikt mit der Islamistengruppe sind seit 2009 in Nigeria mindestens 20.000 Menschen getötet worden. Mehr als 2,6 Millionen Menschen wurden vertrieben.
    Präsident Macri gestärkt aus Parlamentswahl in Argentinien:
    Das Mitte-rechts-Bündnis des argentinischen Staatschefs Mauricio Macri geht gestärkt aus den Parlaments- und Senatswahlen zur Mitte seiner Amtszeit hervor. Nach Auszählung fast aller Stimmen erzielte die Regierungskoalition "Cambiemos" 41 Prozent, die von Ex-Präsidentin Cristina Kirchner angeführte Partei "Unidad Ciudadana" kommt auf 22 Prozent. Gruppierungen des populistischen Peronismus holten 21 Prozent. "Cambiemos" liegt in insgesamt 15 von 23 Provinzen vorne, darunter in den fünf wichtigsten Provinzen Buenos Aires, Córdoba, Mendoza, Santa Fe und dem Hauptstadtbezirk. In Buenos Aires errang Kirchner einen Senatssitz. Das Mandat bedeutet für die Linkspolitikerin eine Rückkehr auf die politische Bühne. Gleichzeitig gewährt es ihr parlamentarische Immunität, weil gegen die 64-Jährige mehrere Korruptionsermittlungen laufen. Insgesamt 33 der 41 Millionen Argentinier waren am Sonntag aufgerufen, die Hälfte der Abgeordneten und ein Drittel der Senatoren zu wählen.
    10 min
  • 21.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Erstes Sondierungstreffen für Jamaika-Koalition nach rund fünf Stunden beendet:
    Fünf Stunden lang haben Union, FDP und Grüne erstmals in großer Runde die Chancen für eine Jamaika-Koalition ausgelotet. Nach dem Auftakt betonten CDU und CSU, es gebe Differenzen besonders bei den Themen innere Sicherheit und Zuwanderung. Parteiübergreifend war aber von einer konstruktiven Atmosphäre die Rede. An der großen Runde der Sondierungsverhandlungen nehmen rund 50 Politiker der vier Parteien teil. In der kommenden Woche wollen CDU, CSU, FDP und Grüne in vertiefte Beratungen einsteigen und mit den Themen Haushalt, Steuern, Finanzen und Europa beginnen. Die Bildung der ersten Jamaika-Koalition auf Bundesebene gilt wegen der zum Teil großen inhaltlichen Differenzen als schwierig. Zugleich ist das Bündnis derzeit die einzige mögliche Option, weil die SPD die Koalition mit der Union nicht fortsetzen und in die Opposition gehen will.
    Zahlreiche Tote bei schweren Gefechten mit Islamisten in Ägypten:
    Bei Gefechten mit Islamisten sind in Ägypten nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens 35 Soldaten und Polizisten getötet worden. Wie es heißt, kam es in der Wüstensiedlung Bahariya, 370 Kilometer südwestlich von Kairo, zu den Kämpfen. Die Oase liegt im ägyptischen Teil der Libyschen Wüste und ist auch ein Anziehungspunkt für Touristen. Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi 2013 durch das Militär haben extremistische Gruppierungen in Ägypten ihre Angriffe auf Soldaten und Polizisten verstärkt. Mehrere hundert Sicherheitskräfte wurden seither getötet. Vor allem von der Sinai-Halbinsel, die an Israel und den palästinensischen Gazastreifen grenzt, werden immer wieder Gefechte zwischen Sicherheitskräften und islamistischen Kämpfern gemeldet.
    Washington mahnt Bagdad im Vorgehen gegen Kurden zur Zurückhaltung:
    Die USA haben die irakische Regierung zur Zurückhaltung bei ihrem militärischen Vorgehen gegen die Kurden im Norden des Landes aufgerufen. Die irakischen Regierungstruppen sollten sich mit der kurdischen Regionalregierung absprechen und weitere Gefechte vermeiden, heißt es in einer Erklärung des US-Außenministeriums. Die Kurden im Nordirak und die irakische Regierung sind wichtige Verbündete Washingtons im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Trotz des gemeinsamen militärischen Vorgehens gegen die Dschihadisten besteht die seit Jahrzehnten andauernde Rivalität zwischen der kurdischen Regionalregierung in Erbil und der Regierung in Bagdad fort.
    Mehr als 70 Tote bei Anschlägen auf zwei Moscheen in Afghanistan:
    Bei zwei Angriffen auf Moscheen in Afghanistan sind mindestens 72 Menschen getötet worden. In der Hauptstadt Kabul sprengte sich laut Innenministerium ein Selbstmordattentäter in einer schiitischen Moschee im Westen der Stadt in die Luft. Dabei verloren mindestens 39 Menschen ihr Leben, mehr als 40 wurden verletzt. Auch in der Stadt Ghor sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft. Ein Mitglied des dortigen Provinzrats sagte, Ziel des Anschlags sei ein bekannter Milizkommandeur und erbitterter Gegner der radikalislamischen Taliban namens Fasl Ahad gewesen. Er sei zum Abendgebet in eine sunnitische Moschee gekommen. Anders als in vielen muslimischen Ländern gibt es in Afghanistan keine Geschichte blutiger Fehden zwischen Sunniten und Schiiten. Doch seit dem Aufkommen des sogenannten "Islamischen Staates" 2015 sind Schiiten - die meist der ethnischen Minderheit der Hasara angehören - zunehmend Ziel brutaler Angriffe.
    Zahl der Todesopfer bei Anschlag in Somalia auf 358 gestiegen:
    Eine Woche nach dem verheerenden Anschlag in Somalia ist die Zahl der Todesopfer nach offiziellen Angaben auf 358 gestiegen. Das gab der somalische Informationsminister Abdirahman Omar Osman bekannt. Bisher war von rund 300 Toten die Rede. Ein Selbstmordattentäter hatte sich vergangenen Samstag in einem Lastwagen an einem der belebtesten Verkehrsknotenpunkte in Mogadischu in die Luft gesprengt. Somalias Regierung macht die islamistische Terrormiliz Al-Shabaab für den Anschlag verantwortlich. Die sunnitischen Extremisten haben sich jedoch bislang nicht zu der Attacke bekannt.
    Tillerson nennt Befreiung Al-Rakkas "entscheidenden" Sieg im Anti-Terror-Kampf:
    Die USA haben die Befreiung der syrischen Stadt Al-Rakka von den IS-Dschihadisten als "entscheidenden" Sieg im Anti-Terror-Kampf begrüßt. Dies sei "eine Schlüsseletappe im weltweiten Kampf gegen die Gruppe 'Islamischer Staat'", erklärte US-Außenminister Rex Tillerson. Der Sieg über den IS in Al-Rakka bedeute jedoch nicht, dass der Kampf gegen die Dschihadistenmiliz beendet sei, mahnte der US-Außenminister. Nach vier Monaten heftiger Kämpfe hatten syrische Rebellen am Dienstag die Befreiung von Al-Rakka aus den Händen des IS verkündet. Nach dem Fall der irakischen Stadt Mossul war Al-Rakka die letzte Großstadt, die sich noch unter IS-Kontrolle befand. Die IS-Kämpfer hatten sie 2014 erobert und zur Hauptstadt ihres selbsternannten "Kalifats" erklärt.
    9 min
  • 20.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.US-Polizei leitet Ermittlungen gegen Weinstein wegen Vergewaltigung ein:
    Die Polizei von Los Angeles hat Ermittlungen gegen den US-Filmproduzenten Harvey Weinstein eingeleitet. Hintergrund sind die Misshandlungsvorwürfe gegen den Hollywood-Mogul. Die Polizei habe ein mutmaßliches Opfer einer Vergewaltigung befragt, an der Weinstein im Februar 2013 in einem Hotel in Beverly Hills beteiligt gewesen sein soll, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. Der Name des Opfers wurde nicht genannt. Mehreren Medienberichten zufolge soll es sich um eine italienische Schauspielerin handeln. Weinstein soll über drei Jahrzehnte hinweg Frauen sexuell belästigt haben. Rund 40 Frauen haben sich mit entsprechenden Vorwürfen gemeldet. Mindestens fünf Frauen werfen Weinstein vor, er habe sie vergewaltigt. Auch in Großbritannien wurden bereits Ermittlungen wegen der Vorwürfe eingeleitet.
    US-Senat stimmt Etatentwurf zu:
    Der US-Senat hat den Haushaltsentwurf für das Jahr 2018 gebilligt und zugleich den Weg frei gemacht für die geplante Steuerreform von Präsident Donald Trump. Es gab 51 Ja- und 49 Nein-Stimmen. Beschlossen wurde auch, dass spätere Haushaltsgesetze im Senat mit einer einfachen Mehrheit angenommen werden können. Damit können die Republikaner auch ohne Mithilfe der oppositionellen Demokraten die Pläne ihres Präsidenten durch den Senat bringen. Der Entwurf muss noch mit dem abweichenden Gegenstück des Repräsentantenhauses in Einklang gebracht werden. Nach dem Debakel mit der Gesundheitsreform hat die Verabschiedung der Steuerreform vor Jahresende für die Republikaner im Kongress höchste Priorität. Vorgesehen sind Steuersenkungen im Umfang von 1,5 Billionen Dollar. Geplant ist unter anderem eine drastische Senkung der Unternehmenssteuern sowie eine Reduzierung des Spitzensatzes der Einkommensteuer.
    EU will Beitrittshilfen für die Türkei kürzen:
    Die EU will die Beitrittshilfen für die Türkei reduzieren. Man habe die Kommission beauftragt, dazu einen Vorschlag zu machen, sagte der österreichische Bundeskanzler Christian Kern beim EU-Gipfel in Brüssel. Mit den Beitrittshilfen habe man die Türkei näher an die rechtsstaatlichen Standards Europas heranführen wollen. Dies sei eindeutig "nicht gelungen". Die finanzielle Unterstützung der Türkei sorgt seit Monaten für Diskussionen. Grund ist vor allem die andauernde Inhaftierung von Journalisten und Menschenrechtlern. Für den Zeitraum von 2014 bis 2020 waren Ankara rund 4,45 Milliarden Euro zugesagt worden, 368 Millionen Euro davon sind vertraglich gebunden.
    Jamaika: Generalsekretäre einigen sich auf zwölf Verhandlungsblöcke:
    Mehr als 50 Vertreter von CDU, CSU, FDP und Grünen treffen sich an diesem Freitag in Berlin erstmals zu einer offiziellen Sondierung über die Bildung einer sogenannten Jamaika-Koalition. Die Generalsekretäre der Parteien hatten sich zuvor auf zwölf zentrale Themenblöcke geeinigt. An erster Stelle stehen dabei nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Themen Finanzen, Haushalt und Steuern. Anschließend soll es um Europa gehen.
    Akhanli bei Rückkkehr nach Deutschland bedroht:
    Zwei Monate nach seiner vorübergehenden Festnahme in Spanien ist der Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli bei seiner Rückkehr nach Deutschland von einem mutmaßlichen Erdogan-Anhänger beschimpft und bedroht worden. Der 60-jährige Deutsche mit türkischen Wurzeln wurde als "Landesverräter" bezeichnet und ihm wurde mitgeteilt, dass er in Deutschland nicht sicher sei. Zuvor hatte der spanische Nationalgerichtshof sämtliche gegen Akhanli verhängten Auflagen aufgehoben und seinen Reisepass freigegeben. Der Schriftsteller, der die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, war am 19. August aufgrund eines über Interpol weitergeleiteten türkischen Haftbefehls in Spanien festgenommen worden. Er kam kurz darauf wieder frei, durfte das Land aber nicht verlassen.
    UNICEF: Lage für Flüchtlingskinder aus Myanmar ist kritisch:
    Die Vereinten Nationen haben zu schneller und umfangreicher Hilfe für Hunderttausende geflohene Rohingya-Kinder in Bangladesch aufgerufen. Die Mädchen und Jungen bräuchten dringend ausreichend Nahrung, sauberes Wasser, Impfungen, Medikamente und psychologische Betreuung, erklärte das Kinderhilfswerk UNICEF in Genf. Nach UN-Angaben sind etwa 600.000 Angehörige der muslimischen Minderheit vor der Verfolgung in Myanmar geflohen. Mehr als 320.000 davon sind Kinder. Täglich überqueren 1.800 weitere Minderjährige die Grenze. Am Montag sollen Geberländer auf einer UN-Konferenz in Genf Geld für die Rohingya-Krise bereitstellen. Der Massenexodus begann, als die Armee eine Offensive gegen die Muslime begann, nachdem eine Rohingya-Miliz im August Armee- und Polizeiposten attackiert hatte.
    11 min
  • 19.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Katalonien will Ultimatum aus Madrid verstreichen lassen:
    Im Konflikt zwischen Madrid und Barcelona bleiben die Fronten verhärtet. Die katalanische Regierung will nicht auf das von der Zentralregierung gestellte Ultimatum eingehen, das am Donnerstag um 10 Uhr abläuft. Madrid hatte vom katalanischen Ministerpräsidenten Carles Puigdemont ein klares Bekenntnis zu einem gemeinsamen Staat und einen ausdrücklichen Verzicht auf weitere Unabhängigkeitsbestrebungen gefordert. Auf diese Forderung werde seine Regierung nicht eingehen, erklärte Regierungssprecher Jordi Turull im Anschluss an eine Sitzung des Regionalkabinetts. Sollte das Ultimatum der Regierung in Madrid tatsächlich ohne Reaktion verstreichen, drohen Puigdemont und seiner Regierung die Entmachtung nach Artikel 155 der spanischen Verfassung. Dieser erlaubt die vollständige oder teilweise Aberkennung der katalanischen Autonomierechte wegen Verfassungsbruchs. Auch Neuwahlen könnten dann in Katalonien ausgerufen werden.
    Theresa May macht EU-Ausländern in Großbritannien Hoffnung:
    Nach Ansicht der britischen Premierministerin Theresa May ist eine Lösung in der Frage des Bleiberechts von EU-Ausländern nach dem Brexit zum Greifen nahe. Das teilte May kurz vor Beginn des EU-Gipfeltreffens in Brüssel am Donnerstag mit. Ihre Regierung wolle es den aus anderen EU-Staaten stammenden Bürgern so einfach wie möglich machen, ihren Status im Vereinigten Königreich zu erhalten. Wer heute rechtmäßig in Großbritannien lebe, werde auch in der Lage sein, nach dem EU-Austritt zu bleiben, betonte May. Hierfür seien allerdings Registrierungen nötig, die noch ausgearbeitet werden müssen. May droht auf dem zweitägigen Gipfel eine erneute Zurückweisung. Ihre Forderung nach einer schnellen Ausweitung der Verhandlungen zum Austritt soll einem Entwurf zufolge abgelehnt werden. Die verbleibenden 27 EU-Mitgliedsstaaten wollen über die künftigen Beziehungen zu Großbritannien erst dann sprechen, wenn deutliche Fortschritte bei der Frage der finanziellen Verpflichtungen gemacht wurden. Laut einer vorläufigen Berechnung geht es dabei um bis zu 100 Milliarden Euro, die London noch an die EU zahlen soll.
    Untersuchungsausschuss zu "Panama Papers" kritisiert EU-Mitgliedsstaaten:
    Der Untersuchungsausschuss zu den sogenannten "Panama Papers" hat den EU-Staaten ein vernichtendes Urteil ausgestellt. So habe ein Mangel an politischem Willen in einigen Ländern der Europäischen Union Steuervermeidung und -hinterziehung erst möglich gemacht, befand der Ausschuss zum Abschluss seiner gut 18-monatigen Untersuchung. Die Notwendigkeit einstimmiger Entscheidungen unter den Mitgliedsstaaten in Steuerfragen habe zudem nötige Reformen blockiert. Der Ausschuss war im Zuge der Enthüllung der "Panama Papers" genannten Dokumente ins Leben gerufen worden. Durch die von einem internationalen Mediennetzwerk analysierten Unterlagen konnte nachgezeichnet werden, wie Prominente, Politiker und Sportler mit Hilfe von Briefkastenfirmen in Panama Steuerzahlungen in ihren Heimatländern umgangen hatten. Über den Bericht des Untersuchungsausschusses und die daraus folgenden Empfehlungen soll das Europaparlament im Dezember abstimmen.
    Union, FDP und Grüne zufrieden über erste Jamaika-Gespräche:
    Nach ersten Vorgesprächen in Berlin zeigen sich Vertreter von Union, FDP und Grünen mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen zuversichtlich. Politiker von CDU und CSU hatten sich zunächst mit Kollegen der FDP und dann auch mit den Grünen beraten. Das angestrebte Viererbündnis sei auf Bundesebene eine "völlig neue Konstellation", betonte CSU-Chef Horst Seehofer. Die bisherigen Diskussionen seien aber "vernünftig" verlaufen. Auch CDU-Generalsekretär Peter Tauber zeigte sich zufrieden und sprach von einem "starken Signal, Trennendes zu überwinden." Am Donnerstag wollen sich die beiden kleineren potenziellen Koalitionspartner zu einem ersten Meinungsaustausch treffen, am Freitag beginnen dann erstmals Gespräche in großer Runde. Als mögliche Knackpunkte für ein sogenanntes Jamaika-Bündnis gelten neben der Flüchtlingspolitik die Differenzen insbesondere zwischen FDP und Grünen in der Umwelt- und Klimapolitik. Die SPD machte unterdessen erneut deutlich, auch bei einem möglichen Scheitern der Jamaika-Verhandlungen nicht für eine große Koalition zur Verfügung zu stehen.
    UNICEF legt Zahlen zur Kindersterblichkeit vor:
    Im vergangenen Jahr sind täglich weltweit rund 15.000 Kinder unter fünf Jahren gestorben. Dies teilte das Kinderhilfswerk UNICEF in Genf mit. Die meisten der insgesamt 5,6 Millionen Mädchen und Jungen seien an Unterernährung und heilbaren Krankheiten gestorben, erklärte UNICEF weiter. Laut aktuellen Zahlen ist die Kindersterblichkeit im Vergleich zum Jahr 2000 zwar deutlich gesunken, gestiegen ist dagegen der Anteil der Neugeborenen, die keine vier Wochen leben. Die Hilfsorganisation verlangte von den Regierungen mehr Anstrengungen im Kampf gegen Hunger und Krankheiten. Impfungen, Medikamente, das Stillen, eine professionelle medizinische Betreuung bei der Geburt sowie bessere sanitäre Einrichtungen könnten viele Kinderleben retten.
    11 min
  • 18.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Chinas Staatschef Xi eröffnet Parteitag mit Kampfansage an politische Gegner:
    Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat in Peking den 19. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas eröffnet. In seiner Eröffnungsrede in der Großen Halles des Volkes in Peking rief Xi die Mitglieder auf, sich gegen jegliche Versuche zur Wehr zu setzen, die Führerschaft der Partei zu unterminieren. Das Land trete in eine "neue Ära" ein, in der die Partei einen "Sozialismus nach chinesischer Art" praktiziere. Bei dem einwöchigen Kongress soll die neue Führungsriege um Xi bestimmt werden. Beobachter erwarten, dass Xi bei dem Kongress die Grundlage dafür legen will, länger als die üblichen zehn Jahre an der Spitze der Partei zu bleiben und die Ära der "kollektiven Führung" zu beenden. Zum Abschluss des Parteitags werden die Delegierten die 205 Mitglieder des KP-Zentralkomitees wählen. Dieses wiederum wählt das 25-köpfige Politbüro, aus dessen Mitte die sieben Mitglieder des Ständigen Ausschusses bestimmt werden - Chinas eigentlichem Machtorgan.
    Jamaika-Sondierungen starten:
    Union, FDP und Grüne beginnen an diesem Mittwoch mit Sondierungen für ein neuartiges Regierungsbündnis - die sogenannte Jamaika-Koalition. Am Mittag treffen sich die Unionsparteien CDU und CSU zunächst mit Vertretern der FDP, am Nachmittag mit einer Delegation der Grünen. Am Donnerstag kommen Vertreter von FDP und Grünen zusammen. Am Freitag beginnen dann die Gespräche erstmals in großer Runde. Wegen der zum Teil großen inhaltlichen Differenzen gilt die Bildung einer Jamaika-Koalition als schwierig. Ein solches Bündnis ist aber momentan die einzige mögliche Option für eine Regierungsbildung in Deutschland, weil die SPD eine Fortsetzung der großen Koalition ausschließt und in die Opposition gehen will.
    Bundesrichter stoppt erneut Einreisebeschränkungen von US-Präsident Trump:
    Ein Gericht in Hawaii hat erneut die Einreisebeschränkungen von US-Präsident Donald Trump für Menschen aus acht Staaten blockiert. Bundesrichter Derrick Watson begründete seine einstweilige Verfügung damit, dass das neueste Dekret ebenso wie seine beiden Vorgänger eine Diskriminierung "aufgrund der Nationalität" darstelle. Die Argumentation der Regierung, dass die Restriktionen dem Schutz der US-Interessen dienten, sei wenig plausibel. Die neuen Regeln sollten ab diesem Mittwoch gelten. Der Richter suspendierte bis auf weiteres jene Passagen der Verordnung, die sich auf Bürger der sechs mehrheitlich muslimischen Länder Iran, Jemen, Libyen, Somalia, Syrien und Tschad beziehen. Das Weiße Haus wies das jetzige Urteil umgehend zurück. Der Richterspruch sei "in gefährlicher Weise fehlerhaft", man werde gegen die Entscheidung vorgehen, hieß es in einer Erklärung.
    Kein Ende im Streit um katalanische Unabhängigkeitserklärung in Sicht:
    Im Streit über die katalanische Unabhängigkeitserklärung erhöhen beide Seiten den Druck. In Barcelona sind nach Polizeiangaben 200.000 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Verhaftung von katalanischen Aktivisten zu protestieren. Auch in anderen Städten gab es Demonstrationen. Die spanische Justiz hatte am Montag zwei Anführer der Unabhängigkeitsbewegung festnehmen lassen. Außerdem erklärte Spaniens Oberstes Gericht das katalanische Referendum vom 1. Oktober für illegal. In der Begründung der Richter heißt es, das Gesetz über das Referendum verletze die nationale Souveränität und die - so wörtlich - unauflösbare Einheit der spanischen Nation. Die Sitzung des Regionalparlaments, in der dem Gesetz zugestimmt wurde, sei ebenfalls illegal gewesen.
    Linkspartei bestätigt Wagenknecht und Bartsch als Fraktionschefs:
    Der Machtkampf in der Linkspartei zwischen Partei- und Fraktionsspitze ist vorerst beendet. Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch wurden bei einer Klausurtagung in Potsdam als Fraktionsvorsitzende bestätigt. Vorangegangen war ein Streit mit den Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger, die sich deutlich mehr Einfluss in der Fraktion sichern wollten. Als Kompromiss wurde ihnen ein außerordentliches Rederecht bei Bundestagsdebatten eingeräumt. Nicht durchsetzen konnten sich Kipping und Riexinger mit ihrer Forderung nach einem Stimmrecht im Fraktionsvorstand. Das Verhältnis zwischen den Spitzen von Bundestagsfraktion und Partei bei den Linken gilt seit längerem als schlecht.
    10 min
  • 17.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Bundeswehr unterbricht Ausbildungsmission im Nordirak:
    Angesichts der militärischen Eskalation im Nordirak hat die Bundeswehr ihre dortige Ausbildungsmission für kurdische Peschmerga-Kämpfer unterbrochen. Die Ausbildung sei aus Schutzgründen für die deutschen Soldaten am Abend vorläufig ausgesetzt worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Seit 2014 trainieren deutsche Soldaten kurdische Militärs für den Kampf gegen die Terrormiliz IS. Die irakische Armee nahm nach eigenen Angaben am Montag die strategisch wichtige Stadt Kirkuk ein, die bisher von Kurden kontrolliert wurde. Kurdische Einheiten leisteten kaum Widerstand. Der Vormarsch ist eine Reaktion der Zentralregierung auf das umstrittene Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak. Die Europäische Union rief die Konfliktparteien zum Dialog und zu einem Ende der Gewalt auf. Angesichts der militärischen Eskalation im Nordirak wollen die USA neutral bleiben. Man habe "sehr gute Beziehungen" sowohl mit der Zentralregierung im Irak als auch zu den Kurden, sagte Präsident Donald Trump.
    US-Militärschlag tötet Dutzende Mitglieder der Terrormiliz IS:
    Bei einem Militärschlag auf zwei IS-Trainingscamps im Jemen haben US-Streitkräfte Dutzende Mitglieder der Terrormiliz "Islamischer Staat" getötet. Der Einsatz in der Provinz Al-Baida habe die Ausbildung weiterer IS-Kämpfer unterbunden, teilte das Pentagon mit. Die Terrormiliz habe die beiden Camps zur Ausbildung von Kämpfern für Terroranschläge mit Waffen wie Maschinengewehren und Raketenwerfern genutzt. Der Jemen sei ein zentrales Gebiet für die Rekrutierung, Ausbildung und den Transit von Terroristen, die Anschläge gegen Amerika und seine Verbündeten weltweit planten. Zusammen mit der jemenitischen Regierung unterstützen die US-Streitkräfte dort Anti-Terror-Einsätze gegen die IS-Extremisten sowie gegen Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel.
    Spanische Justiz geht gegen Separatistenführer vor:
    Die spanische Justiz hat die Anführer zweier Separatistenorganisationen festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft Jordi Cuixart von Omnium Cultural und Jordi Sánchez von der katalanischen Nationalversammlung ANC "aufrührerisches Verhalten" vor. Sie sollen bei einer Demonstration am 20. September in Barcelona Demonstranten angespornt haben, Angehörige der spanischen Guardia Civil einzukesseln. Das Oberste Gericht entschied, dass Cuixart und Sánchez für die Dauer der Ermittlungen in Gewahrsam bleiben. Der ebenfalls festgenommene katalanische Polizeichef Josep Lluís Trapero wurde dagegen nach einer Anhörung gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Im Streit um die Unabhängigkeit Kataloniens bleiben die Fronten verhärtet. Die Zentralregierung in Madrid stellte Regionalpräsident Carles Puigdemont ein neues Ultimatum. Bis Donnerstag soll er seine Position zur Unabhängigkeit Kataloniens klarstellen.
    Katholiken stützen de Maizière-Vorstoß zu muslimischen Feiertagen:
    Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, unterstützt den Vorschlag von Bundesinnenminister Thomas de Maizière, in Deutschland regional islamische Feiertage einzuführen. In einer multireligiösen Gesellschaft könne "in Gegenden mit hohem Anteil an frommen Muslimen ein islamischer Feiertag hinzukommen, ohne dass die christliche Tradition unseres Landes verraten würde", sagte Sternberg der "Passauer Neuen Presse". Dies geschehe "eher in der Umgestaltung des Nikolaus zum Weihnachtsmann". Der Festkalender sei "weder museal noch eine bloße Abfolge arbeitsfreier Tage, sondern Zeichen des Reichtums europäischer Traditionen". De Maizière hatte sich zuletzt offen dafür gezeigt, in bestimmten Regionen Deutschlands muslimische Feiertage einzuführen. Allerheiligen sei auch nur dort Feiertag, wo viele Katholiken lebten. Grundsätzlich seien die Feiertage in Deutschland aber christlich geprägt. Aus den eigenen Reihen erhielt der CDU-Politiker für den Vorstoß teils heftige Kritik.
    Airbus steigt beim kanadischen Flugzeugbauer Bombardier ein:
    Der europäische Flugzeugbauer Airbus steigt mit einem Mehrheitsanteil in das Mittelstreckenflugzeug-Programm des kanadischen Herstellers Bombardier ein. Das gaben beide Unternehmen bekannt. Die C-Serie mit 100 bis 150 Plätzen vervollständigt das Angebot von Airbus im Mittelstreckensektor, in dem der A320 mit rund 140 Plätzen rangiert. Das Geschäft dürfte nach Angaben der Unternehmen die Herstellungskosten der C-Serie deutlich verringern, zudem könne Bombardier von den weltweiten Vertriebsstrukturen der Europäer profitieren. Hintergrund ist ein Handelsstreit zwischen Bombardier und den US-Behörden. Diese haben dem kanadischen Konzern für den Verkauf der Flugzeuge CS100 und CS300 in die USA eine 80-prozentige Anti-Dumping-Steuer sowie einen Ausgleichszoll von 220 Prozent auferlegt.
    10 min
  • 16.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Puigdemont gibt keine klare Antwort zur Unabhängigkeit Kataloniens:
    Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont hat ausweichend auf die Frage der spanischen Zentralregierung geantwortet, ob er die Unabhängigkeit seiner Region erklärt hat oder nicht. In einem von katalanischen Medien veröffentlichten Brief an Ministerpräsident Mariano Rajoy fordert Puigdemont ein schnellstmögliches Treffen der beiden Regierungschefs, um in den nächsten zwei Monaten einen Dialog zu beginnen. Sein Angebot zum Dialog sei ernsthaft - trotz allem, was passiert sei, schreibt Puigdemont. Rajoy hatte ihm ein Ultimatum bis Montag 10.00 Uhr gestellt um klarzustellen, ob er am vergangenen Dienstag die Unabhängigkeit der wohlhabenden Region ausgerufen hat oder nicht. Am Samstag hatte die Zentralregierung noch gewarnt, sollte die Antwort unklar ausfallen, dann werde dies als Proklamation der Unabhängigkeit aufgefasst. Falls die Regionalregierung auf der Unabhängigkeit besteht, will Rajoy Puigdemont und sein Kabinett entmachten.
    Keine Mehrheit für Rot-Grün in Niedersachsen:
    Die SPD von Ministerpräsident Stephan Weil hat die Landtagswahl in Niedersachsen deutlich gewonnen. Für eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition reicht es aber nicht. Nach Angaben der Landeswahlleitung kommen SPD und Grüne zusammen auf nur 67 der 137 Sitze im Parlament. Für die absolute Mehrheit wären 69 Sitze nötig. Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kamen die Sozialdemokraten auf 36,9 Prozent und damit auf ihr bestes Ergebnis in Niedersachsen seit fast 20 Jahren. Die CDU um Spitzenkandidat Bernd Althusmann kam auf 33,6 Prozent und fiel auf den zweiten Platz zurück. Die Grünen lagen bei 8,7 Prozent, die FDP bei 7,5 Prozent. Die rechtspopulistische AfD kam auf 6,2 Prozent und zieht damit in ein weiteres Parlament ein. Die Linke verpasste mit 4,6 Prozent den Einzug in den Landtag.
    Rechtsruck bei Wahl in Österreich:
    Nach der Parlamentswahl in Österreich vereinen Konservative und Rechtspopulisten mehr als die Hälfte der Stimmen auf sich. Klarer Wahlsieger ist Österreichs konservative Volkspartei ÖVP unter der Führung des 31-jährigen amtierenden Außenministers Sebastian Kurz. Nach Auszählung aller Stimmen kam die ÖVP auf 31,6 Prozent der Stimmen, die Sozialdemokraten der SPÖ erhielten 26,9 Prozent. Die nationalistische FPÖ erreichte 26,0 Prozent und bleibt drittstärkste Kraft. Die Grünen verfehlen demnach mit 3,9 Prozent knapp die Vier-Prozent-Hürde und sind damit nicht mehr im Parlament vertreten. Der ehemalige Grüne Peter Pilz, der erstmals mit einer eigenen Liste antrat, schaffte mit 4,3 Prozent auf Anhieb den Einzug in den Nationalrat. Die liberale Partei NEOS kam auf 5,1 Prozent.
    Kämpfe zwischen Kurden und irakischer Armee:
    Nach kurdischen Angaben haben sich die irakische Armee und kurdische Peschmerga-Truppen südlich der Stadt Kirkuk Artillerie-Gefechte geliefert. Die Armee hatte den Peschmerga ein Ultimatum gestellt, sich auf die Stellungen zurückzuziehen, die sie vor der Rückeroberung der Gebiete von der Terrormiliz "Islamischer Staat" im Sommer 2014 innehatten. Auf die ölreiche Provinz Kirkuk erheben sowohl die Kurden als auch die irakische Zentralregierung Anspruch. Ein umstrittenes Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak hatte die Spannungen weiter vertieft. In dem Referendum im September sprachen sich nach kurdischen Angaben fast 93 Prozent für die Loslösung ihrer Region vom Irak aus. International wird das Votum nicht anerkannt.
    Mehr als 270 Tote nach Anschlägen in Somalia:
    Die Zahl der Todesopfer der Bombenanschläge in Somalias Hauptstadt Mogadischu ist auf mehr als 270 gestiegen. Es gebe noch viele Vermisste, daher werde mit weiteren Toten gerechnet, sagte ein Behördenvertreter. Zudem seien mehr als 250 Menschen bei den Explosionen verletzt worden. Im Zentrum der Hauptstadt war am Samstag zunächst eine in einem Lkw versteckte Bombe an einer belebten Kreuzung detoniert. Zwei Stunden später explodierte eine zweite Bombe in einem anderen Stadtbezirk. In Somalia kämpft die islamistische Al-Schabaab-Miliz für einen streng islamischen Staat. Sie gilt als ein Ableger der Al-Kaida. Zu den Anschlägen am Samstag bekannte sich allerdings zunächst niemand.
    10 min

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