Langsam Gesprochene Nachrichten | Audios | DW Deutsch lernen

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  • 03.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Polizei sucht nach Tatmotiv des Mörders von Las Vegas:
    Nach dem verheerenden Blutbad in Las Vegas suchen die Ermittler weiter nach dem Tatmotiv des 64-jährigen Schützen. Der pensionierte, nicht vorbestrafte weiße Buchhalter aus dem US-Bundesstaat Nevada hatte in der Nacht zum Montag von seinem Hotelzimmer aus, das im 32. Stockwerk lag, auf die Besucher eines Freiluftkonzerts das Feuer eröffnet. Mindestens 59 Menschen starben, mehr als 500 wurden verletzt. Er tötete sich selbst, bevor die Polizei sein Zimmer stürmen konnte. Ermittler stellten in dem Raum 16 Schusswaffen sicher. Bei einer Razzia in Stephen Paddocks Privathaus in Mesquite 130 Kilometer von Las Vegas entfernt, fanden Beamte weitere 18 Schusswaffen, tausende Schuss Munition, den Sprengstoff Tannerit sowie Ammoniumnitrat, das zum Bombenbau verwendet wird. Auch das zweite Wohnhaus des Mannes in Reno sollte untersucht werden.
    Trauer um Tom Petty:
    Die US-Rocklegende Tom Petty ist tot. Der Musiker erlag im Alter von 66 Jahren in einem Krankenhaus in Los Angeles den Folgen eines Herzinfarkts, wie seine Familie mitteilte. Erst vor einer Woche hatte Petty eine umjubelte Abschiedstournee mit seiner Band "The Heartbreakers" abgeschlossen. Die letzten drei ausverkauften Konzerte gaben die Rockmusiker auf der Freilichtbühne Hollywood Bowl. Zu Pettys größten Hits zählen "American Girl", "Don't Come Around Here No More", "Free Fallin" und "I Won't Back Down", das nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zu einer Art zweiter Nationalhymne wurde. Seine Karriere erstreckte sich über mehr als vier Jahrzehnte. Der Sänger und Gitarrist wurde mit den "Heartbreakers" berühmt, nahm aber auch mehrere Soloalben auf. Sein Leben lang kämpfte Petty mit Depressionen und Drogenproblemen.
    Neue Eiszeit zwischen Kuba und USA befürchtet:
    Im Streit um mysteriöse Erkrankungen amerikanischer Diplomaten in Kuba wollen die USA nun zwei Drittel aller Mitarbeiter der kubanischen Botschaft in Washington ausweisen. Das berichteten US-Medien unter Berufung auf den Kongress und das Außenministerium. Ressortchef Rex Tillerson hatte kürzlich angekündigt, bis die kubanische Regierung die Sicherheit von US-Diplomaten gewährleisten könne, werde die amerikanische Botschaft in Havanna nur mit einer Notbesetzung arbeiten. Mindestens 20 US-Diplomaten dort waren in den vergangenen Wochen aufgrund verschiedener Symptome wie Gehörverlust, Tinnitus, Übelkeit und Schwindel medizinisch behandelt worden. Die USA vermuten gezielte Angriffe mit unhörbaren Tönen. Amerikanische und kubanische Ermittler suchten bisher ohne Erfolg nach einer Ursache. US-Experten schließen nicht aus, dass ein Drittland oder eine abtrünnige Gruppe aus dem kubanischen Militär für die Schallattacken verantwortlich sein könnte.
    Schäuble vertraut auf Jamaika:
    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat sich zuversichtlich geäußert, dass eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und den Grünen zustande kommt. Es werde sich ein Weg finden, sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Jamaika liege nahe, denn man brauche eine stabile Regierung für das Land. Den unionsinternen Streit um eine jährliche Obergrenze für Flüchtlinge hält Schäuble für überflüssig. Hier werde um einen Begriff ein Scheinstreit geführt, obwohl es inhaltlich keine wirklichen Differenzen gebe. Die Obergrenze habe im nächsten Koalitionsvertrag nichts verloren. Juristen wüssten, dass überflüssige Dinge nicht extra erwähnt werden müssten. Im Umgang mit der AfD im Bundestag mahnte er zur Gelassenheit. Jeder Abgeordnete sei dem Grundgesetz verpflichtet. Der freiheitlich-demokratische Rechtsstaat sei so stark, dass ihn niemand einfach so zerstören könne. Wenn das jemand vorhaben sollte, werde er scheitern, sagte der designierte Bundestagspräsident.
    Tag der deutschen Einheit in Mainz:
    Mit einem zentralen Festakt unter dem Motto "Zusammen sind wir Deutschland" wird am heutigen Dienstag in Mainz der Tag der Deutschen Einheit begangen. Zahlreiche Besucher werden in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt erwartet, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der scheidende Bundestagspräsident Norbert Lammert und Kanzlerin Angela Merkel. Die offiziellen Feiern beginnen mit einem Besuch des Gutenberg-Museums. Nach einem Ökumenischen Gottesdienst im Dom kommen die Gäste zum Festakt in der Rheingoldhalle zusammen. Zu Demonstrationen außerhalb dieses Geländes werden Hunderte Teilnehmer erwartet. Die Feiern werden von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Mehrere tausend Polizisten sind im Einsatz.
    8 min
  • 02.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.90 Prozent sollen für Kataloniens Unabhängigkeit gestimmt haben:
    Beim umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien haben nach Angaben der Regionalregierung rund 90 Prozent der Teilnehmer für die Unabhängigkeit gestimmt. Wie ein Regierungssprecher sagte, hatten allerdings weniger als die Hälfte der 5,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben. Nach dem Referendum verlangte Kataloniens Regionalpräsident Carles Puigdemont einen eigenen Staat für die spanische Region. Dagegen erklärte Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy die vom Verfassungsgericht als illegal eingestufte Abstimmung für ungültig. Es habe kein Unabhängigkeitsreferendum gegeben, sagte Rajoy. Er hoffe, dass die katalanische Führung den Weg verlasse, der nirgends hinführe. Die spanische Landespolizei hatte mit teils massiver Gewalt versucht, das Referendum zu unterbinden. Die Beamten stürmten Wahllokale und setzten auch Schlagstöcke und Gummigeschosse ein. Nach Angaben der Regionalregierung wurden mehr als 840 Menschen verletzt.
    Terrormiliz IS reklamiert Messer-Attacke für sich:
    Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat den tödlichen Messer-Angriff in Marseille für sich beansprucht. Das IS-Sprachrohr Amak ließ verlautbaren, der Täter sei ein "Soldat" des IS gewesen. Der Angreifer hatte am Sonntag zwei junge Frauen am Hauptbahnhof von Marseille erstochen, bevor er von Soldaten erschossen wurde. Die für Terrorfälle im Land zuständige Pariser Staatsanwaltschaft zog die Ermittlungen an sich. Noch könne man aber nicht bestätigen, dass es sich um eine terroristische Tat handele, erklärte Frankreichs Innenminister Gérard Collomb.
    Zehntausende demonstrieren gegen den Brexit:
    In Manchester haben zehntausende Menschen gegen den geplanten Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union demonstriert. Mit EU-Fahnen zogen sie durch die nordenglische Stadt und forderten, Premierministerin Theresa May solle sich um engere Beziehungen zu Europa bemühen. Auf einer zweiten Demonstration riefen die Teilnehmer die Ministerpräsidentin zum Rücktritt auf. In Manchester findet derzeit der Jahresparteitag der regierenden Tories statt. Regierungschefin May steht politisch unter Druck, seitdem die Tories bei einer von ihr angestoßenen Neuwahl im Juni die absolute Mehrheit im Unterhaus verloren haben.
    Fraktionen lehnen AfD-Kandidaten als Bundestagsvizepräsident ab:
    Führende Politiker der Bundestagsfraktionen von SPD, FDP, Grünen und Linkspartei wollen den Kandidaten Albrecht Glaser der rechtspopulistischen Partei AfD nicht zum Vizepräsidenten des Bundestags wählen. Zur Begründung verwiesen sie in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" auf Äußerungen Glasers, in denen er die Religionsfreiheit für Muslime in Abrede gestellt hatte. Die Religionsfreiheit gelte nicht, da der Islam eine politische Ideologie und keine Religion sei, hatte Glaser in Interviews ausgeführt. Zwischen Muslimen und Islamisten könne nicht unterschieden werden. Grünen-Chef Cem Özdemir sagte, wer die Religionsfreiheit infrage stelle, habe sich disqualifiziert. SPD-Parlamentsgeschäftsführer Carsten Schneider sagte, Kandidaten müssten "auf dem Boden des Grundgesetzes stehen und insbesondere die Grundrechte respektieren". AfD-Fraktionschef Alexander Gauland bezeichnete die Vorwürfe gegen Glaser als absurd.
    Britische Airline Monarch stellt Betrieb ein:
    Die britische Fluggesellschaft Monarch Airlines hat überraschend ihren gesamten Flugbetrieb gestoppt. Sämtliche Flüge seien abgesagt, teilte die britische Flugbehörde CAA mit. Monarch musste nach Angaben der Regierung in London Insolvenz anmelden. Die Regierung bat die Behörde, andere Flüge für rund 110.000 Passagiere von Monarch im Ausland zu organisieren. Sie sprach von der größten Rückholaktion in Friedenszeiten. Britischen Medienberichten zufolge wurden weitere rund 300.000 Buchungen storniert. Monarch-Kunden mit einem Ticket wurden aufgefordert, nicht zum Flughafen zu fahren. Der Urlaubsflieger Monarch gilt als fünftgrößte britische Fluggesellschaft.
    Prozess wegen Giftmords an Kim-Halbbruder in Malaysia:
    Siebeneinhalb Monate nach dem Giftmord am Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat in Malaysia der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Täterinnen begonnen. Den Frauen wird zur Last gelegt, Kim Jong Nam im Februar auf dem Flughafen von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur mit dem Nervengas VX getötet zu haben. Ihnen droht die Todesstrafe. Vermutet wird, dass die Führung in Pjöngjang hinter dem Anschlag steckt. Die beiden 25 und 29 Jahre alten Frauen behaupten, von Fremden angeheuert worden zu sein und anfangs alles nur für einen Scherz gehalten zu haben.
    8 min
  • 30.09.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Befürworter des katalanischen Volksentscheids besetzen Wahllokale:
    Kurz vor dem umstrittenen Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens haben Bürger Wahllokale besetzt. So wollen sie sicherstellen, am Wahltag nicht von der spanischen Polizei am Eintritt in die Gebäude gehindert zu werden. Mit der Aktion setzen sie sich über Gerichtsbeschlüsse hinweg, nach denen die Abstimmung illegal ist und die Wahllokale geschlossen bleiben müssen. Ungeachtet des Widerstands der Zentralregierung in Madrid will die Regionalregierung in Katalonien am Sonntag mehr als 2300 Wahllokale öffnen lassen. Mehr als 5,3 Millionen Katalanen sind aufgerufen, über die Abspaltung der wirtschaftsstarken Region von Spanien abzustimmen.
    US-Gesundheitsminister Price wegen Reisekosten-Skandals zurückgetreten:
    US-Gesundheitsminister Tom Price hat sein Amt aufgegeben. Wie das Weiße Haus mitteilte, akzeptierte Präsident Donald Trump das Entlassungsgesuch von Price. Trump zeigte sich von ihm "enttäuscht". Der Gesundheitsminister war in Ungnade gefallen, nachdem er teure Dienstreisen mit Privatjets unternommen hatte. Nach Informationen des Magazins "Politico" soll Price mindestens 26 Mal auf Staatskosten mit Chartermaschinen geflogen sein. Die Gesamtkosten dieser Flüge belaufen sich demnach auf 400.000 Dollar (umgerechnet 340.000 Euro). Noch am Donnerstag hatte Price angekündigt, seinen Anteil der Flugkosten zu erstatten. Die Vorschriften für US-Regierungsmitarbeiter besagen, dass sie möglichst Linienflugzeuge nutzen sollen. Der Haushaltschef des Weißen Hauses, Mick Mulvaney, wies Regierungsbehörden inzwischen an, Charterflüge bis auf wenige Ausnahmen vorab durch den Stabschef genehmigen zu lassen.
    USA ziehen wegen "Akustik-Attacken" Botschaftspersonal aus Kuba ab:
    Nach unerklärlichen Erkrankungen US-amerikanischer Diplomaten auf Kuba zieht die US-Regierung mehr als die Hälfte ihres Botschaftspersonals von der Insel ab. Wie Außenminister Rex Tillerson mitteilte, hatten in den vergangenen Monaten mindestens 21 Angehörige der Botschaft in Havanna Probleme mit dem Gehör bekommen. Er bezeichnete die Vorfälle als "Attacken". Die Symptome reichten von Schwindelgefühlen bis hin zu komplettem Gehörverlust. Die Ursache konnte demnach aber noch nicht festgestellt werden. Tillerson versicherte, dass die erst vor zwei Jahren wieder aufgenommenen diplomatischen Beziehungen zu Kuba aufrechterhalten werden. Das Außenministerium sprach aber eine Reisewarnung aus. Kuba habe zugesichert, die Attacken zu untersuchen. Die kubanische Regierung bezeichnete die Entscheidung, nur noch eine Notbesatzung in der US-Botschaft zu belassen, als "überstürzt".
    USA erkennen kurdisches Unabhängigkeitsreferendum nicht an:
    Vier Tage nach dem Votum der nordirakischen Kurden für die Unabhängigkeit von Bagdad hat die US-Regierung erklärt, dass sie das Referendum nicht anerkennt. US-Außenminister Rex Tillerson sagte, die Abstimmung sei eine "einseitige" Maßnahme, weshalb es dem Ergebnis an Legitimität fehle. Die Vereinigten Staaten unterstützten weiterhin einen "vereinten, föderalen, demokratischen und gedeihenden Irak". Der französische Präsident Emmanuel Macron bemüht sich derweil um Vermittlung. Er lud den irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi nach Paris ein. Nach einem gemeinsamen Telefonat betonte Macron die Wichtigkeit der Einheit des Iraks. Gleichzeitig müssten die Rechte der kurdischen Bevölkerung anerkannt werden. Die Bundesregierung will prüfen, ob die derzeitige militärische Unterstützung für kurdische Peschmerga-Kämpfer fortgesetzt werden soll. Das Mandat für die Entsendung von Ausbildern im Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" läuft im Januar aus.
    Kreml-Kritiker Alexej Nawalny wieder freigelassen:
    Die Moskauer Polizei hat den russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny nach Stunden in Polizeigewahrsam vorerst freigelassen. Seine Sprecherin sagte, Nawalny müsse am Montag vor Gericht erscheinen. Der Kreml-Kritiker rief den vor der Polizeiwache wartenden Journalisten zu, dass er sich "sehr gut" fühle. Er fügte hinzu, am Wochenende Wahlkampf zu machen. Über soziale Netzwerke hatte Nawalny mitgeteilt, dass er am Freitag auf dem Weg zu einer Wahlkampfveranstaltung festgenommen worden war. Polizei und Innenministerium begründeten dies mit "wiederholten Aufrufen zur Teilnahme an einer nicht genehmigten öffentlichen Veranstaltung". Darauf stehen bis zu 30 Tage Haft. Nawalny gilt als schärfster Widersacher von Staatschef Wladimir Putin, gegen den er kommenden März bei der Präsidentschaftswahl antreten will. Wegen des Vorwurfs, nicht genehmigte Proteste gegen Putin organisiert zu haben, war Nawalny in diesem Jahr bereits zweimal inhaftiert worden.
    9 min
  • 29.09.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Merkel stellt sich bei EU-Reformen an Macrons Seite:
    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich an die Seite von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gestellt und energische Reformen der EU gefordert. Sowohl Macrons Europarede am Dienstag als auch die Rede von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker seien wichtige Bausteine auf dem Weg zur Weiterentwicklung der EU und der Euro-Zone, sagte Merkel in Tallinn. "Ich bin der festen Überzeugung, dass Europa nicht einfach stehen bleiben darf", erklärte sie beim Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in der estnischen Hauptstadt. "Ausgesprochen positiv sehe ich die Initiativen in Richtung eines Europas der Verteidigung und eines Europas, in dem wir die Migrationspolitik gemeinsam gestalten", lobte die CDU-Chefin. Nötig seien gemeinsame Standards für Asylverfahren in der EU und am Ende ein "gemeinsames europäisches Asylverfahren", genauso wie der Schutz der EU-Außengrenzen.
    Putin und Erdogan bezeichnen sich als "Freunde":
    Russland und die Türkei wollen nach den Worten des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan eine Spaltung des Irak und des Bürgerkriegslands Syrien verhindern. Nach einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Ankara sagte Erdogan, beim Thema "territoriale Integrität" der beiden Staaten seien sie einer Meinung. Putin kündigte in Bezug auf den Krieg in Syrien an, dass Russland und die Türkei die Zusammenarbeit ihrer Diplomaten, Militärs und Geheimdienste weiter verstärken wollen. Bei der Pressekonferenz - bei der keine Fragen zugelassen waren - nannten Putin und Erdogan den jeweils anderen einen "Freund". Bis vor einem Jahr herrschte eine diplomatische Krise zwischen Moskau und Ankara. Auslöser war der Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei im November 2015.
    UN-Generalsekretär fordert Ende von Militäreinsatz in Myanmar:
    UN-Generalsekretär António Guterres hat die Krise um die muslimische Minderheit der Rohingya in Myanmar als "humanitären und menschenrechtlichen Albtraum" bezeichnet und ein Ende des militärischen Vorgehens in der Unruheregion Rakhine gefordert. Seit dem Ausbruch der Gewalt Ende August habe sich die Krise zur "am schnellsten voranschreitenden Flüchtlingsnotsituation der Welt" entwickelt, sagte Guterres vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Er bezeichnete die Krise als "Brutstätte für Radikalismus". UN-Chef Guterres verurteilte wiederholt auch die Angriffe durch Rohingya-Milizen. Die Wurzeln der Krise liegen für ihn jedoch in den "Jahrzehnten der Diskriminierung" der Minderheit. Guterres forderte die Regierung in Myanmar erneut auf, den Rohingya eine Staatszugehörigkeit zu geben. Nach Angaben der Internationalen Flüchtlingsorganisation IOM sind im vergangenen Monat mehr als eine halbe Million Menschen ins Nachbarland Bangladesch geflohen.
    US-Regierungsmitglieder wegen teurer Reisen unter Druck:
    In den USA sind zwei Mitglieder des Kabinetts von Präsident Donald Trump wegen hoher Reisekosten unter Druck geraten. Nach US-Medienberichten flogen Gesundheitsminister Tom Price und der Chef der Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt, auf Staatskosten in Privatmaschinen. Die Vorschriften für US-Regierungsmitarbeiter besagen, dass sie möglichst Linienflugzeuge nutzen sollen, sofern verfügbar. Nach ersten Rücktrittsforderungen kündigte Gesundheitsminister Price an, die Flugkosten selbst zu erstatten. Trump zeigte sich verärgert über Price und ließ offen, ob er ihn entlassen wolle. Sowohl Price als auch Pruitt betonten, die entsprechenden Flüge seien von der Rechtsabteilung genehmigt worden. Vor einigen Wochen hatte sich auch Finanzminister Steven Mnuchin wegen ähnlicher Vorwürfe rechtfertigen müssen.
    Monsanto-Lobbyisten von EU-Parlament ausgeschlossen:
    Das Europaparlament hat Lobbyisten des US-Konzerns Monsanto die Zugangsausweise entzogen. Das entschieden die Fraktionsvorsitzenden auf Antrag der Grünen, wie deren Fraktionschef Philippe Lamberts mitteilte. Hintergrund ist nach Angaben der Grünen die Weigerung des Konzerns, zu einer Anhörung im Parlament zu erscheinen. Lamberts erklärte, wer demokratische Spielregeln ignoriere, verliere auch seine Rechte als Lobbyist im Europäischen Parlament. Anstoß ist die Diskussion um die Beurteilung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat, das von Monsanto hergestellt wird. Der deutsche Grüne Sven Giegold mahnte, die Zulassung des Pflanzengifts nicht zu verlängern, wenn ein Gesundheitsrisiko nicht ausgeschlossen werden könne. Laut Giegold ist es das erste Mal, dass einem Unternehmen der Zugang zum Europaparlament entzogen wird. Monsanto steht vor einer Übernahme durch den deutschen Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer.
    Altmaier: Koalitionsverhandlungen könnten sich ins nächste Jahr ziehen:
    Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) hält es für möglich, dass die Koalitionsverhandlungen für eine neue Bundesregierung bis 2018 dauern könnten. Dem Nachrichtenmagazin "Focus" sagte Altmaier, er würde sich wünschen, dass die Verhandlungen wie vor vier Jahren bis Weihnachten abgeschlossen seien. Entscheidend sei aber "der Inhalt, nicht das Datum". Er warnte die Parteien, schon vor den Verhandlungen inhaltliche Grenzen zu ziehen. Zurückhaltend reagierte der Kanzleramtsminister auf die Forderung von CSU-Chef Horst Seehofer nach einem Rechtsruck der Union. "Kompass" bleibe das gemeinsam mit der CSU erarbeitete Wahlprogramm, meinte Altmaier.
    9 min
  • 28.09.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Trump verspricht historische Steuererleichterungen:
    US-Präsident Donald Trump will mit der größten Steuerreform seit mehr als drei Jahrzehnten die meisten Bürger finanziell entlasten. Dies kündigte Trump in einer Rede in Indianapolis an. Details des Reformplans waren zuvor bereits vom republikanischen Chef des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, vorgestellt worden. Demnach soll die Körperschaftsteuer von derzeit 35 Prozent auf 20 Prozent sinken - und damit unter den Schnitt der Industriestaaten. Zudem sollen US-Unternehmen zur Rückverlagerung von Kapital und Investitionen aus dem Ausland bewegt werden, indem ihre im Ausland erzielten Profite nur einmalig besteuert werden. Das Einkommensteuersystem soll drastisch vereinfacht werden, indem die bisherigen sieben Steuersätze auf drei reduziert werden. Die Steuersätze sollen dann bei zwölf, 25 und 35 Prozent liegen. Damit würde der Spitzensteuersatz von derzeit 39,6 Prozent deutlich sinken, während der bisherige Eingangssteuersatz von zehn Prozent anstiege. Bei den oppositionellen Demokraten stießen die Vorschläge auf Kritik.
    US-Präsident senkt Obergrenze für Flüchtlinge auf 45.000:
    US-Präsident Donald Trump will in den nächsten zwölf Monaten nur noch 45.000 Flüchtlinge ins Land lassen. Diese Obergrenze für das Wirtschaftsjahr 2018 nannte das Außenministerium in Washington. Trumps Vorgänger Barack Obama hatte das Maximum noch bei 110.000 Flüchtlingen festgesetzt. Wie es in Washington hieß, werden die USA bis zu 19.000 Flüchtlinge aus Afrika aufnehmen, 17.000 aus Nahost und Südasien, 5000 aus Ostasien, 2000 aus Europa und 1500 aus Lateinamerika und den karibischen Ländern. Zum Vergleich: In Deutschland haben von Januar bis August 2017 rund 150.000 Menschen einen Antrag auf Asyl gestellt.
    Rohingya-Krise: Myanmar lässt UN-Mitarbeiter nach Rakhine:
    Nach internationaler Kritik an der Behandlung der Rohingya-Minderheit in Myanmar können sich führende UN-Mitarbeiter jetzt ein Bild von der Lage im Bundesstaat Rakhine machen. Die Einladung der Regierung Myanmars sei ein erster Schritt, um humanitären Zugang zu der Region zu bekommen, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric. Etwa 480.000 Angehörige der muslimischen Volksgruppe der Rohingya sind aus dem buddhistischen Land ins benachbarte Bangladesch geflohen. Nach UN-Angaben könnte diese Zahl auf 700.000 steigen. Etwa die Hälfte der Flüchtlinge in Bangladesch habe noch keine feste Unterkunft und kaum Zugang zu Lebensmitteln und Medikamenten.
    Raketenangriffe überschatten Besuch von Mattis und Stoltenberg in Kabul:
    Ein gemeinsamer Besuch von US-Verteidigungsminister Jim Mattis und NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Afghanistan ist von Raketenangriffen überschattet worden. Aufständische feuerten Raketen auf die Hauptstadt Kabul ab. Dabei wurde ein Mensch getötet, elf Personen wurden verletzt. US-Truppen erwiderten das Feuer. Dabei sei es zu einer "Fehlfunktion" einer Rakete gekommen, die "mehrere Opfer" verursacht habe, teilte die NATO-Mission Resolute Support mit. Die US-Strategie sieht nach Jahren des Abzugs von internationalen Soldaten aus Afghanistan nun eine Aufstockung von mindestens 3000 US-Soldaten vor. Auch viele NATO-Länder hätten eine Verstärkung versprochen, sagte Stoltenberg, ohne genaue Zahlen zu nennen.
    "Playboy"-Gründer Hugh Hefner ist tot:
    Der Gründer des "Playboy"-Magazins, Hugh Hefner, ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Er sei friedlich und unter natürlichen Umständen in seinem Haus eingeschlafen, heißt es in einer Mitteilung des US-Unternehmens Playboy Enterprise. Hefner hatte vor mehr als 60 Jahren den "Playboy" gegründet. Das Magazin mit Ablegern in zahlreichen Ländern setzt bis heute auf eine Mischung aus Erotikfotos und Berichten über Mode, Kultur und Politik.
    Bayern-Niederlage in Paris:
    Ein überforderter FC Bayern hat mit einer schweren Niederlage gegen den von Topstar Neymar angeführten Titelanwärter Paris Saint-Germain das Debakel der Bundesligaclubs in der Champions League komplettiert. Der deutsche Fußball-Meister ging nur 24 Stunden nach den Schlappen von Borussia Dortmund und RB Leipzig im Pariser Prinzenpark-Stadion mit 0:3 unter.
    8 min
  • 27.09.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.FDP und Grüne stellen Bedingungen für Jamaika-Koalition:
    Drei Tage nach der Bundestagswahl zeichnen sich schwierige Gespräche zwischen CDU, CSU, FDP und Grünen ab. Die vier Parteien könnten eine sogenannte Jamaika-Koalition bilden. FDP-Chef Christian Lindner sieht dafür jedoch hohe Hürden. Es gebe zwar eine rechnerische Mehrheit, die Parteien hätten aber jeweils eigene Wähleraufträge, sagte er der Zeitung "Die Welt". Ob diese widerspruchsfrei und im Interesse des Landes verbunden werden könnten, sei unklar. Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter bekräftigte, dass es mit ihrer Partei keine Obergrenze für Flüchtlinge geben werde. Der "Rheinischen Post" sagte sie, auch eine weitere Aussetzung des Familiennachzugs über März 2018 hinaus lehnten die Grünen ab. Die CSU hält indes an ihrer Forderung nach einer Obergrenze fest. Das Thema bleibt auch zwischen den Unionsparteien umstritten.
    Frankreichs Präsident Macron wirbt für umfangreiche EU-Reform:
    Der französische Präsident Emmanuel Macron hat seine Vorstellungen zu Reformen in der EU präzisiert. In einer Grundsatzrede vor Studierenden der Sorbonne-Universität in Paris kritisierte er, derzeit sei die Europäische Union "zu langsam, zu schwach, zu ineffizient". Nur ein starkes Europa könne sich den Herausforderungen einer globalisierten Welt stellen. Macron verlangte erneut einen gemeinsamen steuerfinanzierten Haushalt für die 19 Staaten der Eurozone, um gegen finanzielle Turbulenzen gewappnet zu sein. Er forderte auch einen eigenen Finanzminister für die Eurozone. Zu den Plänen Macrons gehört auch eine gemeinsame Eingreiftruppe für militärische Interventionen im Ausland und ein europäisches Verteidigungsbudget. In Deutschland und bei der EU-Kommission gibt es Bedenken gegen solche weitgehenden Reformvorhaben.
    USA erhöhen Druck auf Nordkorea weiter:
    Zum wiederholten Mal innerhalb weniger Tage haben die USA im Streit um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm neue Strafmaßnahmen verhängt. Die jüngsten Sanktionen richten sich gegen acht Banken des weitestgehend isolierten Landes sowie 26 Personen mit Verbindungen zum nordkoreanischen Finanzsektor, wie US-Finanzminister Steven Mnuchin in Washington mitteilte. Sämtliche Vermögenswerte der betroffenen Banken und Einzelpersonen in den USA werden nach seinen Angaben gesperrt. US-Präsident Donald Trump betonte erneut, die USA seien auf einen Militäreinsatz gegen Nordkorea "vollkommen vorbereitet". Ein Militärschlag sei für die USA aber nicht die bevorzugte Option, schränkte Trump ein.
    US-Verteidigungsminister Mattis und NATO-Generalsekretär Stoltenberg in Kabul:
    US-Verteidigungsminister James Mattis und NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sind zu einem unangekündigten Besuch in Afghanistan eingetroffen. Es sei ein Treffen mit Präsident Aschraf Ghani geplant, teilte der Sprecher der NATO- und US-Streitkräfte in Afghanistan, Bill Salvin, mit. Außerdem werde es eine Pressekonferenz, Treffen in der US-Botschaft sowie Gespräche mit Soldaten geben. Hintergrund des Besuchs ist eine neue Afghanistan-Strategie der USA, die US-Präsident Donald Trump im vergangenen Monat verkündet hatte. Diese sieht nach Jahren des Abzugs eine Aufstockung um rund 3000 US-Soldaten vor. Mehrere NATO-Länder hatten ebenfalls eine Verstärkung ihrer Präsenz angekündigt. Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit dem Abzug der meisten internationalen Soldaten Ende 2014 deutlich verschlechtert. Die radikalislamischen Taliban kontrollieren laut Militärangaben mittlerweile wieder rund elf Prozent des Landes.
    Abstimmung über Ende von "Obamacare" abgesagt:
    Eines der zentralen Reformvorhaben von US-Präsident Donald Trump, die Rücknahme der Krankenversicherung "Obamacare", ist auf absehbare Zeit gescheitert. Angesichts einer drohenden Niederlage haben sich die Republikaner im US-Senat dagegen entschieden, über den Entwurf für ein neues Gesundheitssystem abzustimmen. Der Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, wolle keine Abstimmung ansetzen, erklärten mehrere Senatoren nach einem Treffen zu dem Thema in Washington. Es wäre wohl die vorerst letzte Gelegenheit für die Rücknahme der Gesundheitsreform seines Vorgängers Barack Obama gewesen, die Trump im Wahlkampf versprochen hatte. In den vergangenen Monaten war die Regierungspartei bereits mit mehreren Versuchen gescheitert, das Gesundheitswesen in ihrem Sinne zu reformieren.
    8 min
  • 26.09.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Nordkorea verlagert Flugzeuge an Ostküste:
    Nordkorea soll Flugzeuge an seine Ostküste verlagert haben. Darüber hinaus habe das kommunistische Land weitere Maßnahmen ergriffen, um seine Verteidigungsfähigkeit zu verbessern, heißt es bei der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. Am Wochenende hatten die USA Langstreckenbomber in den internationalen Luftraum östlich des abgeschotteten Landes geschickt, zum ersten Mal in diesem Jahrhundert. Nordkorea droht inzwischen, die US-Flugzeuge abzuschießen. Die Äußerungen von Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho, die USA hätten seinem Land den Krieg erklärt, belasten die großen Aktienbörsen in Asien. Ri hatte in New York gesagt, sein Land habe "jedes Recht, Gegenmaßnahmen zu ergreifen".
    USA: Abschaffung von "Obamacare" droht endgültig zu scheitern:
    Die von US-Präsident Donald Trump versprochene Abschaffung der Krankenversicherung "Obamacare" steht endgültig vor dem Aus. Die republikanische Senatorin Susan Collins will den jüngsten Gesetzentwurf ihrer Partei zum Rückbau der Gesundheitsversorgung nicht mittragen. Eine solche Maßnahme hätte erhebliche negative Auswirkungen für eine große Zahl von Versicherten, sagte die Senatorin des Bundestaates Maine. In den vergangenen Tagen hatten bereits die Senatoren Rand Paul und John McCain angekündigt, mit Nein stimmen zu wollen, womit Trumps Republikaner nicht die notwendige Mehrheit für das Vorhaben zusammen bekommen. Trump hatte die Abschaffung der Gesundheitsreform seines Vorgängers Barack Obama zu einem zentralen Wahlkampfversprechen gemacht.
    Türkisches Gericht ordnet Freilassung von Journalist Gürsel an:
    Im Prozess gegen Mitarbeiter der regierungskritischen türkischen Zeitung "Cumhuriyet" hat ein Gericht in Istanbul die Freilassung des Journalisten Kadri Gürsel angeordnet, allerdings unter Auflagen. Das Gericht erklärte, der Vorwurf der Verbindungen zu terroristischen Gruppen bleibe bestehen. Vier andere Mitarbeiter von "Cumhuriyet" müssen in Haft bleiben. Der Prozess wurde auf den 31. Oktober vertagt. Gürsel zählt zu den anerkanntesten Journalisten der Türkei. Den insgesamt 18 angeklagten Journalisten und Mitarbeitern der Zeitung wird die Unterstützung der Gülen-Bewegung sowie der ebenfalls verbotenen kurdischen PKK vorgeworfen. "Cumhuriyet" sieht in dem Prozess einen Versuch von Präsident Recep Tayyip Erdogan, eines der letzten unabhängigen Blätter des Landes zum Schweigen zu bringen.
    Bundestagsfraktionen formieren sich:
    Zwei Tage nach der Bundestagswahl kommen die neuen Bundestagsfraktionen von Union, SPD, Grünen, Linkspartei und AfD jeweils zu ihren konstituierenden Sitzungen zusammen. Als erste Partei hatte die FDP bereits am Montag ihre konstituierende Sitzung abgehalten. FDP und Grüne zeigten sich mit Blick auf eine mögliche Dreier-Regierungskoalition mit den Unionsparteien CDU/CSU offen für Kompromisse. Allerdings liegen die inhaltlichen Positionen der möglichen Partner teilweise weit auseinander. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel hatte nach den schweren Verlusten der Unionsparteien bei der Wahl Gespräche mit FDP, Grünen und SPD über eine mögliche künftige Regierung angeboten.
    Auch in der vierten Brexit-Runde bislang kein Durchbruch:
    Die Positionen über die Abwicklung des britischen EU-Austritts liegen auch in der vierten Brexit-Verhandlungsrunde noch weit auseinander. EU-Chefunterhändler Michel Barnier stellte in Brüssel klar, die Union bleibe dabei, dass zuerst die zentralen Austrittsbedingungen mit den Briten geklärt werden müssten. Erst danach könnten die künftigen Beziehungen, darunter die von Premierministerin Theresa May gewünschte zweijährige Übergangsperiode mit Zugang zum EU-Binnenmarkt verhandelt werden, betonte der Franzose. London sieht das anders und möchte am liebsten alle Aspekte der Trennung und der künftigen Beziehungen gemeinsam verhandeln.
    Gouverneur von Puerto Rico dringt auf schnelle Hilfe der USA:
    Angesichts der schweren Verwüstungen durch Hurrikan "Maria" hat der Gouverneur von Puerto Rico schnelle Hilfe der USA angemahnt. Das US-Außengebiet stehe vor einer humanitären Katastrophe, sagte Ricardo Rossello. Die Regierung in Washington dürfe nicht vergessen, dass die Puerto Ricaner US-Bürger seien. Auf der Karibikinsel gibt es kaum noch Lebensmittel oder Treibstoff, die Telefonverbindungen sind zusammengebrochen. Präsident Donald Trump hatte heftige Vorwürfe einstecken müssen, weil er sich tagelang mit der angeblich mangelnden patriotischen Gesinnung von Footballstars beschäftigte, anstatt sich auf die Unterstützung der verzweifelten Menschen in Puerto Rico zu konzentrieren.
    8 min
  • 25.09.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.LGNR Politisches Beben in Berlin - SPD geht in die Opposition:
    Die Bundestagswahl vom Sonntag sorgt für eine Zäsur in der deutschen Politik: Erstmals seit mehr als 50 Jahren zieht mit der Alternative für Deutschland (AfD) eine Partei rechts neben der Union in den Bundestag ein. Sie landet bei 12,6 Prozent und ist damit drittstärkste Kraft im Parlament in Berlin. Kanzlerin Angela Merkel kann zwar voraussichtlich vier weitere Jahre regieren, allerdings ist es der größte Verlust von CDU/CSU nach 1949. Die Union fällt auf 33,0 Prozent. Der bisherige Koalitionspartner SPD stürzt mit 20,5 Prozent auf ein Rekordtief. Parteichef und Kanzlerkandidat Martin Schulz kündigte noch am Wahlabend an, die Sozialdemokraten gingen in die Opposition. Den Freien Demokraten gelingt mit 10,7 Prozent der Wiedereinzug in den Bundestag. Die Grünen bekommen 8,9 Prozent, die Partei Die Linke holt 9,2 Prozent. Vertreter von FDP und Grünen zeigten sich prinzipiell gesprächsbereit über eine im Bund noch nie erprobte schwarz-gelb-grüne Dreier-Koalition, sahen dafür aber große Hürden. Merkel sagte, sie habe sich ein besseres Ergebnis erhofft. Die Union habe aber ihre strategischen Ziele erreicht: Sie sei stärkste Kraft und habe den Auftrag zur Regierungsbildung.
    Österreich sieht Flüchtlingspolitik als Ursache:
    Österreichs Außenminister Sebastian Kurz sieht den Grund für das schlechte Abschneiden der Union und den Erfolg der AfD bei der Bundestagswahl in der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Das Ergebnis sei für ihn wenig überraschend, erklärte der Vorsitzende der in Wien in einer großen Koalition mitregierenden Österreichischen Volkspartei (ÖVP). Es gebe in Deutschland bei vielen Menschen Unzufriedenheit mit der Position der Regierung in der Flüchtlingspolitik. Auch das Erstarken der Alternative für Deutschland (AfD) sei darauf zurückzuführen. Die Flüchtlingskrise sei von vielen Politikern und traditionellen Parteien in Europa nicht ernst genug genommen worden. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron gratulierte Kanzlerin Angela Merkel in einem Telefonat zum "Erfolg der Union" bei der Bundestagswahl. "Wir werden unsere Zusammenarbeit, die unentbehrlich für Europa und unsere Länder ist, entschlossen fortführen", erklärte er im Kurznachrichtendienst Twitter weiter. Glückwünsche erhielt Merkel auch von EU-Ratspräsident Donald Tusk in einem Telefonat.
    Neue Einreisesperren in den USA:
    US-Präsident Donald Trump hat sein umstrittenes Einreiseverbot auf Bürger aus drei weiteren Staaten erweitert. Dabei handelt es sich um Venezuela, den Tschad und Nordkorea, wie das Weiße Haus mitteilte. Die bisherigen Einreiseverbote, die am Sonntag ausliefen, betrafen Bürger aus den vorwiegend muslimischen Ländern Iran, Syrien, dem Jemen, Libyen, Somalia und dem Sudan. Dieser wurde nun von der aktualisierten Liste gestrichen. Weiter hieß es, bei der neuen Version der Einreiserestriktionen handele es sich nicht mehr um pauschale Einreiseverbote für Bürger bestimmter muslimischer Länder, sondern um verschärfte Überprüfungen von Einreisewilligen aus den betreffenden Staaten. Die Regelungen sollen am 18. Oktober in Kraft treten. Trump begründet seine restriktive Einreisepolitik mit dem Kampf gegen den Terrorismus. Seit Ende Juni gilt auch ein 120-tägiges Einreiseverbot für sämtliche Flüchtlinge. Dieser Bann gilt noch bis Ende Oktober.
    Trump-Schwiegersohn nutzte Privat-Email für Regierungssachen:
    Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, soll laut einem Medienbericht ein privates E-Mail-Konto für seine Tätigkeit als Berater im Weißen Haus genutzt haben. Kushner habe so mit Mitarbeitern unter anderem über Pressetermine und andere Planungen kommuniziert, berichtet das Magazin "Politico" am Wochenende. Trump hatte seine Kontrahentin Hillary Clinton wegen ihres dienstlichen Gebrauchs eines privaten E-Mail-Kontos während ihrer Zeit als Außenministerin scharf angegriffen. Ein Anwalt Kushners bestätigte in einer Stellungnahme, sein Mandant habe von Januar bis August "weniger als hundert E-Mails" über seinen privaten Account gesendet oder erhalten.
    Irakische Kurden stimmen über Unabhängigkeit ab:
    Gegen den Willen der Zentralregierung und von Nachbarstaaten wird in den irakischen Kurdengebieten in einem Referendum über die Unabhängigkeit abgestimmt. Es wird erwartet, dass eine klare Mehrheit der Stimmberechtigten mit "Ja" votiert. Der Ausgang des Referendums ist zwar nicht bindend, doch soll es dem Chef der kurdischen Regionalregierung, Massud Barsani, ein Mandat für Verhandlungen mit der Zentralregierung in Bagdad und den Nachbarstaaten geben. Auch die Türkei und der Iran sind gegen die Abstimmung. Die Regierung in Ankara erklärte, sollte die nationale Sicherheit gefährdet sein, werde sie alle im Rahmen des Völkerrechts erlaubten Maßnahmen ergreifen. Kurz nach Beginn der Abstimmung wurde laut Medien ein Grenzübergang für Einreisen aus dem Nordirak blockiert. Auch die deutsche Bundesregierung hat sich gegen die Volksabstimmung ausgesprochen. Im Nordirak sind deutsche Soldaten stationiert, die kurdische Peschmerga für den Kampf gegen die Islamisten-Miliz IS ausbilden.
    9 min
  • 23.09.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Iran testet neue ballistische Rakete:
    Inmitten der Spannungen mit den USA um das Atomabkommen hat der Iran nach eigenen Angaben eine neue Mittelstreckenrakete getestet. Das Staatsfernsehen zeigte Start und Flug einer Choramschahr-Rakete, die den Berichten zufolge eine Reichweite von 2000 Kilometern hat und mehrere Sprengköpfe tragen kann. Wann genau der Test stattfand, blieb offen. Irans Präsident Hassan Rohani hatte erst am Freitag bei einer Militärparade einen Ausbau der militärischen Kapazitäten und des Raketenprogramms seines Landes angekündigt. Wenn es um die Verteidigung des Landes gehe, "werden wir niemanden um Erlaubnis fragen", sagte er. Die Choramschahr wurde bei der Parade der Öffentlichkeit vorgeführt. Dabei wurde hervorgehoben, dass die Rakete kleiner und eher als "taktische Waffe" einzusetzen sei als andere ballistische Raketen, und dass sie mehrere Ziele gleichzeitig angreifen könne.
    China setzt Sanktionen gegen Nordkorea um:
    China erhöht mit Handelsbeschränkungen den Druck auf Nordkorea. Wie das Handelsministerium in Peking mitteilte, werde China die Lieferungen von raffinierten Ölprodukten nach Nordkorea ab dem 1. Oktober zurückfahren. Die Ausfuhr von Flüssiggas ist demnach ab sofort verboten. Zugleich werde umgehend die Einfuhr von Textilien gestoppt, die in Nordkorea produziert wurden. Damit will China die verschärften Sanktionen umsetzen, die der UN-Sicherheitsrat wegen der Atom- und Raketentests gegen Nordkorea verhängt hatte. Unterdessen hat der russische Außenminister Sergej Lawrow in Bezug auf den verbalen Schlagabtausch von US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zur Zurückhaltung gemahnt. Bei einer Pressekonferenz am Rande der UN-Vollversammlung sagte Lawrow, es werde Zeit, "die Hitzköpfe abzukühlen". Er plädierte für Vernunft und nicht "den emotionalen Ansatz eines Kindergarten-Streits".
    Hau-ab-Rufe zum Wahlkampfende:
    Die Union und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gehen als klare Favoriten in die Bundestagswahl am Sonntag. Letzte Umfragen bestätigten den großen Vorsprung von CDU und CSU, die aber mit Verlusten gegenüber dem Ergebnis von 2013 rechnen müssen. Die SPD könnte ein historisch schlechtes Resultat einfahren, die AfD aus dem Stand als drittstärkste Kraft in das Parlament einziehen. Die Parteien warben noch einmal auf Großkundgebungen um Stimmen. Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer demonstrierten bei einer gemeinsamen Veranstaltung in München Einigkeit. Neben zahlreichen Anhängern kamen auch viele Gegner der Kanzlerin, die mit Trillerpfeifen und "Hau-ab"-Rufen lärmten. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz versuchte in Berlin mit einer klaren Abgrenzung zu Merkel und harten Worten gegen die AfD seine Anhänger zu mobilisieren. An diesem Samstag tritt Merkel abschließend in ihrem Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern auf, Schulz in Aachen nahe seiner Heimatstadt Würselen.
    Senator McCain verhindert Abschaffung von "Obamacare":
    Die Republikaner im US-Kongress haben auch bei ihrem jüngsten Versuch zum Rückbau von "Obamacare" eine Niederlage erlitten. Der einflussreiche Senator John McCain kündigte an, er könne einen entsprechenden Gesetzentwurf seiner Parteikollegen zu dem Gesundheitssystem nicht unterstützen. McCain rief stattdessen dazu auf, mit den Demokraten eine überparteiliche Lösung zu erarbeiten. Es ist das zweite Mal in zwei Monaten, dass sich McCain gegen die Mehrheit seiner Partei und Präsident Donald Trump stellt. Dieser hatte die Abschaffung von "Obamacare" und dessen Ersatz durch ein stärker marktwirtschaftlich orientiertes Modell zu einem zentralen Wahlkampfversprechen gemacht. Durch "Obamacare", das nach Trumps Vorgänger Barack Obama benannt ist, war der Anteil der Bürger ohne Krankenversicherung in den vergangenen Jahren von 16 auf unter neun Prozent gesunken. Allerdings gilt das System auch unter den Demokraten als überholungsbedürftig.
    Brasilianisches Militär rückt in Favela ein:
    In der größten Favela von Rio de Janeiro ist ein Krieg zwischen Drogenbanden und brasilianischen Sicherheitskräften entbrannt. Die Behörden schickten zur Verstärkung der Polizei 950 Soldaten mit gepanzerten Fahrzeugen in das Armenviertel Rocinha, wo etwa 70.000 Menschen leben. Hubschrauber kreisten über der Favela. In den Schulen wurde der Unterricht vorzeitig beendet. Bereits Ende Juli waren 8500 Soldaten entsandt worden, um in Rio de Janeiro mit 6,5 Millionen Einwohnern die Machtzunahme von Drogenbanden zu bekämpfen. Von Januar bis Juni wurden im Bundesstaat Rio de Janeiro bereits mehr als 2700 Menschen getötet - 10,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Polizei wird der Lage kaum noch Herr. In diesem Jahr wurden bereits mehr als 100 Polizisten getötet.
    9 min
  • 22.09.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Kim Jong Un droht Donald Trump:
    Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat US-Präsident Donald Trump nach dessen scharfer Drohung einen geistesgestörten Greis genannt und massive Vergeltung angekündigt. Trump hatte in seiner Rede vor der laufenden UN-Generalversammlung gedroht, Nordkorea im Fall eines Angriffs total zerstören zu wollen. Die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA verbreitete eine Mitteilung, in der Kim diese Äußerung als "die grimmigste Kriegserklärung in der Geschichte" bezeichnete. Sie hätte ihn aber nicht eingeschüchtert, betonte Kim. Inzwischen deutete der nordkoreanische Außenminister am Rande der UN-Vollversammlung in New York einen möglichen neuen Atomtest an. Der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge sagte Ri Yong Ho, beim nächsten Test könne es die "stärkste Explosion einer Wasserstoffbombe" im Pazifischen Ozean geben. Unterdessen ordnete der US-Präsident neue Sanktionen gegen Nordkorea an. Mit dem Dekret soll jeglicher Handel mit dem Land unterbunden werden. Auch die EU-Mitgliedstaaten einigten sich Diplomaten zufolge auf neue Strafmaßnahmen, die im Oktober offiziell verabschiedet werden sollen.
    Gabriel kritisiert Trumps Weltordnung:
    Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat in einer Rede vor der UN-Vollversammlung in New York vor "nationalem Egoismus" gewarnt. Das Motto "Unser Land zuerst" führe zu mehr nationalen Konfrontationen. Am Ende gebe es "nur Verlierer", sagte Gabriel, ohne den Namen von US-Präsident Donald Trump zu erwähnen. Dieser hatte "Amerika zuerst" zu seiner Leitlinie erhoben. Gabriel betonte, die Welt brauche stattdessen mehr internationale Zusammenarbeit. Im Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm rief Gabriel dazu auf, alle diplomatischen Mittel zu nutzen. Der deutsche Vizekanzler forderte eine geschlossene Haltung der Weltgemeinschaft gegenüber Pjöngjang, das eine "ernsthafte Bedrohung für den Weltfrieden" darstelle.
    Massenproteste in Frankreich gegen Macrons Arbeitsmarktreform:
    Mehr als 130.000 Menschen haben in Frankreich nach Angaben des Innenministeriums erneut gegen die geplante Arbeitsmarktreform von Präsident Emmanuel Macron demonstriert. Die linke Gewerkschaft CGT sprach hingegen von mehreren hunderttausend Demonstranten. Vor eineinhalb Wochen waren rund 220.000 Menschen auf die Straße gegangen. Das Vorhaben soll an diesem Freitag von der Regierung verabschiedet werden. Im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit in Frankreich will Macron Unternehmen mehr Spielraum und Sicherheit geben. Unter anderem sollen Kündigungen erleichtert, Abfindungen gedeckelt und Betriebsvereinbarungen gestärkt werden. Die Aussichten, das Vorhaben noch zu stoppen, sind sehr begrenzt. Das Parlament gab der Regierung bereits eine Art Vollmacht, um das Vorhaben mit fünf Verordnungen zu erlassen. Das Parlament, in dem Macron eine Mehrheit hat, muss allerdings später noch ein Gesetz verabschieden, das die Verordnungen billigt.
    US-Wahl: Facebook bietet Kongress Einsicht:
    In der Diskussion um eine Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahl will Facebook nach anfänglichem Zögern auch dem US-Kongress mutmaßlich aus Russland finanzierte Werbeanzeigen vorlegen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg erklärte, sein Unternehmen arbeite aktiv mit der US-Regierung zusammen. Er wolle nicht, dass jemand "unsere Werkzeuge" benutze, um die Demokratie zu untergraben. Dem Sonderermittler, der eine Einflussnahme Russlands auf die Wahl untersucht, hatte Facebook die Anzeigen bereits zur Verfügung gestellt. Einer allgemeinen Veröffentlichung stünden aber gesetzliche Einschränkungen für die Offenlegung von Profil-Informationen im Wege, betonte das weltgrößte Online-Netzwerk in einem Blogeintrag. Vor zwei Wochen hatte Facebook mitgeteilt, dass rund 470 Profile identifiziert worden seien, die im Zeitraum von Juni 2015 bis Mai dieses Jahres etwa 3000 Anzeigen geschaltet hätten.
    UN-Sicherheitsrat warnt vor Kurden-Referendum:
    Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) hat sich gegen das geplante Unabhängigkeitsreferendums der Kurden im Nordirak ausgesprochen. Das Gremium verabschiedete einstimmig eine Erklärung, in der es sich besorgt über die "potenziell destabilisierende" Wirkung einer solchen Abstimmung zeigte. Sie finde demnach während der noch laufenden Militäreinätze gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) statt, bei denen kurdische Kämpfer eine entscheidende Rolle spielten. Außerdem könne es Bemühungen unterlaufen, die mehr als drei Millionen Flüchtlinge freiwillig und sicher in ihre Heimat zurückkehren zu lassen, warnte der Sicherheitsrat. Offene Fragen zwischen der Zentralregierung in Bagdad und der kurdischen Autonomieregierung müssten unter Einhaltung der irakischen Verfassung und durch Dialog geklärt werden. Das Parlament der seit 1991 autonomen Kurdenregion hatte das Unabhängigkeitsreferendum gegen den Willen der Zentralregierung angesetzt. Der Oberste Gerichtshof des Irak ordnete die Aussetzung der Abstimmung an.
    9 min

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