Langsam Gesprochene Nachrichten | Audios | DW Deutsch lernen

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  • 16.05.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Trump soll laut Medien Geheiminformationen verraten haben:
    Das Weiße Haus hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, nach dem US-Präsident Donald Trump streng geheime Informationen an den russischen Außenminister Sergej Lawrow weitergegeben haben soll. Die "Washington Post" hatte berichtet, Trump habe bei Lawrows Besuch im Weißen Haus vergangene Woche Informationen über die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) verraten. Auch die Nachrichtenagentur Reuters meldete, zwei US-Regierungsbeamte hätten ihr die Informationsweitergabe durch den US-Präsidenten bestätigt. Trumps Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster, der an der fraglichen Unterredung im Oval Office teilgenommen hatte, sagte dagegen, die Medienberichte seien falsch. Er dementierte allerdings nicht ausdrücklich, dass Trump geheime Informationen preisgegeben haben könnte.
    Experten vermuten Nordkorea hinter weltweiter Cyberattacke:
    Hinter der jüngsten weltweiten Cyberattacke könnte Experten zufolge Nordkorea stecken. Darauf deuteten Ähnlichkeiten im Code des Erpresser-Virus' "WannaCry" und einer Nordkorea zugeordneten, früheren Serie von Cyberattacke hin, teilten die Sicherheitsunternehmen Kaspersky und Symantec mit. Kaspersky zufolge weisen die Ähnlichkeiten der Codes auf eine Gruppe von Cyperpiraten namens Lazarus hin. Diese soll hinter einer Attacke auf Sony Pictures im Jahr 2014 stecken, hinter der viele Experten nordkoreanische Hacker vermutet hatten. Das Virus verschlüsselt die Daten des Benutzers und fordert ein Lösegeld für die Datenfreigabe. Nach Angaben der europäischen Polizeibehörde Europol hat "WannaCry" Windows-Computer in mindestens 150 Ländern und dabei 200.000 Organisationen und Personen getroffen. Laut US-Heimatschutzministerium ist aber noch kein Fall bekannt, in dem die Nutzer ihre Daten nach Zahlung des Lösegeldes wiedererhalten haben.
    Verletzte bei Protesten gegen Regierung in Venezuela:
    Bei neuen Demonstrationen gegen die sozialistische Regierung in Venezuela haben mehrere Menschen teils schwere Verletzungen erlitten. Im Bundesstaat Carabobo feuerte ein Scharfschütze nach Angaben der Regierung auf zwei Polizisten. Ein Beamter sei dabei schwer verletzt worden und ringe um sein Leben, hieß es. Die Polizei schoss mit Tränengas und Gummigeschossen auf die Demonstranten. Auf der Insel Margarita wurden eine Abgeordnete der Opposition und zwölf weitere Demonstranten festgenommen. Der Vizepräsident der Nationalversammlung, Freddy Guevara, sprach von einem Angriff auf die parlamentarische Immunität. In Venezuela gibt es seit Wochen Demonstrationen für ein Amtsenhebungsverfahren gegen Präsident Nicolás Maduro. Dabei kamen bisher 39 Menschen ums Leben, rund 800 wurden verletzt. Die Demonstranten machen Maduro für die schwere Wirtschaftskrise in Venezuela verantwortlich.
    Sorge vor Ebola-Epidemie im Kongo:
    Im Kongo ist ein zweiter Ebola-Fall klinisch bestätigt worden. Gesundheitsexperten wollen nun eine Ausbreitung des tödlichen Virus verhindern. Die Europäische Union bereitet nach Angaben des zuständigen EU-Kommissars Christos Stylianides einen möglichen Experten-Einsatz vor. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schickte bereits Fachleute in den Nordosten des Kongo. Dort wurden bislang 19 Verdachtsfälle erfasst, drei Menschen sind bereits an mit Blutungen einhergehenden Fiebererkrankungen gestorben. Bei der letzten Ebola-Welle im Herbst 2014 starben laut WHO 35 Menschen. Bei der bislang größten Ebola-Epidemie starben in den westafrikanischen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone in den Jahren 2014/2015 mehr als 11.000 Menschen.
    Koalitionsgespräche in den Niederlanden gescheitert:
    Die Bemühungen zur Bildung einer Vier-Parteien-Koalition in den Niederlanden sind nach mehr als acht Wochen gescheitert. An den Verhandlungen waren die Liberale Partei VVD des bisherigen Ministerpräsidenten Mark Rutte, die Christdemokraten, die sozialliberale Partei D66 und die Partei GroenLinks beteiligt. Rutte bedauerte das Scheitern der Verhandlungen. Seinen Angaben zufolge war bei den Koalitionsverhandlungen das Thema Einwanderung das größte Hindernis. Es habe aber auch Differenzen beim Thema Klimawandel und bei der ungleichen Einkommensverteilung gegeben. Rutte wird nun vermutlich Gespräche mit kleineren Parteien aufnehmen, um eine Parlamentsmehrheit zustande zu bekommen. Eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen PVV von Geert Wilders, die bei der Parlamentswahl von Mitte März zweitstärkste Kraft wurde, haben die meisten Parteien ausgeschlossen.
    Merkel und Macron planen Reform der Euro-Zone:
    Deutschland und Frankreich wollen einen Fahrplan für eine Reform der Europäischen Währungszone vorlegen. Wenn dafür EU-Vertragsänderungen nötig seien, sei Deutschland dazu bereit, betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch der neue französische Präsident Emmanuel Macron zeigte sich bei seinem Antrittsbesuch in Berlin offen für eine Änderung der EU-Verträge. Sein Vorgänger Francois Hollande hatte dies stets abgelehnt, weil in Frankreich möglicherweise ein Referendum für die Ratifizierung nötig wäre. Macron hatte die französische Präsidentschaftswahl am 7. Mai mit einem klar pro-europäischen Programm gegen die rechtsextreme Kandidatin Marine Le Pen gewonnen. Unmittelbar vor seiner Reise nach Berlin hatte er den konservativen Politiker Edouard Philippe zu seinem Ministerpräsidenten ernannt. Macron betonte, er stehe vor einer "sehr schweren Aufgabe" in Frankreich.
    12 min
  • 15.05.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.CDU gewinnt Wahl in NRW - Kraft tritt zurück:
    Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ist die rot-grüne Landesregierung unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft abgewählt worden. Die CDU wurde nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis mit 33,0 Prozent stärkste Kraft, die SPD kam nach erheblichen Verlusten nur noch auf 31,2 Prozent. Es ist das schlechteste Ergebnis der Partei in NRW. Kraft trat nach der Wahl sofort als SPD-Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende zurück. Die FDP erzielte mit 12,6 Prozent ihr bestes Ergebnis in dem Bundesland. Mit 7,4 Prozent zieht erstmals die rechtspopulistische AfD in den Düsseldorfer Landtag ein. Die bislang an der Regierung beteiligten Grünen stürzten auf 6,4 Prozent ab. Die Linkspartei scheiterte mit 4,9 Prozent knapp.
    Parteien beraten über Ergebnisse in NRW:
    Nach den herben Verlusten für SPD und Grüne bei der Wahl in NRW analysieren die Parteien - vier Monate vor der Bundestagswahl - die Ergebnisse. In Berlin wird die unterlegene Ministerpräsidentin Hannelore Kraft von Kanzlerkandidat Martin Schulz in der SPD-Zentrale empfangen. Der linke Parteiflügel und die SPD-Parteijugend forderten Schulz auf, sich in seinen Positionen nun deutlicher von der Union abzugrenzen. Ebenfalls in Berlin wird der FDP-Spitzenkandidat und Parteivorsitzende Christian Lindner vor die Presse treten. Lindner hatte nach der Wahl erklärt, seine Partei wolle nicht automatisch eine Koalition mit der CDU eingehen. Neben einer großen Koalition unter Führung des CDU-Wahlsiegers Armin Laschet wäre auch ein schwarz-gelbes Bündnis denkbar - mit knapper Mehrheit.
    Microsoft warnt nach weltweitem Cyberangriff die Regierungen:
    Der Software-Konzern Microsoft hat nach der Cyberattacke auf mehr als 200.000 Computer in 150 Ländern den Einsatz von Schadprogrammen durch Regierungen kritisiert. Dieser Angriff sei ein "Weckruf", schrieb Microsoft-Manager Brad Smith in einem Blog-Eintrag. Er warf dem US-Geheimdienst NSA vor, eine Sicherheitslücke im Betriebssystem Windows für seine eigenen Zwecke genutzt zu haben. Nachdem die NSA selbst Opfer eines Hackerangriffs geworden war, gelangten die Informationen in die Hände Krimineller. Die erpresserische Schadsoftware unter dem Namen WannaCry legte seit Freitagabend tausende Behörden und Unternehmen lahm und richtete erhebliche Schäden an. In Großbritannien waren zahlreiche Kliniken betroffen. Auch die Deutsche Bahn, der Automobilkonzern Renault, der Telefon-Riese Telefónica und das russische Innenministerium wurden geschädigt. Die Angreifer verschlüsselten Computerdaten und verlangten ein Lösegeld, um die Daten wieder freizugeben.
    China warnt vor Abschottung in der Handelspolitik:
    Chinas Präsident Xi Jinping hat vor Abschottung und Protektionismus in der internationalen Handelspolitik gewarnt. Die Globalisierung bekomme gerade "viel Gegenwind", sagte Xi bei einem Gipfeltreffen zur "Neuen Seidenstraße" in Peking. Kein Land der Welt könne die Herausforderungen allein bewältigen und die Probleme der Welt alleine lösen, betonte er. Die "Neue Seidenstraße" ist ein gigantisches von China finanziertes Projekt aus neuen Häfen, Eisenbahnlinien, Straßen und Industrieparks, die das Land mit Afrika, Asien und Europa verbinden sollen. Bei der Eröffnung des zweitägigen Gipfeltreffens in Peking hatte Xi weitere 124 Milliarden Dollar (113 Milliarden Euro) für die Initiative angekündigt. Die chinesische Entwicklungsbank hat bereits 890 Milliarden Dollar für insgesamt 900 Bau- und Entwicklungsprojekte bereitgestellt. Die Initiative zielt darauf ab, alte Handelsrouten wiederzubeleben.
    Cholera breitet sich im Jemen rasch aus:
    Angesichts der rasanten Ausbreitung der Cholera im Bürgerkriegsland Jemen ist dort der Notstand ausgerufen worden. Die von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierten Behörden teilten in der Hauptstadt Sanaa mit, sie seien nicht in der Lage, die Katastrophe in den Griff zu bekommen. Das Gesundheitsministerium bat um internationale humanitäre Hilfe. Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz ist die Zahl der Cholera-Toten innerhalb weniger Tage auf 115 gestiegen. Mehr als 8500 Krankheitsfälle wurden gemeldet. Es ist bereits der zweite Cholera-Ausbruch in weniger als einem Jahr im Jemen, dem ärmsten arabischen Land. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht mit Blick auf den Jemen von einer der schwersten humanitären Krisen weltweit.
    10 min
  • 13.05.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Weltweiter Hackerangriff - Auch Deutsche Bahn betroffen:
    Ein massiver Cyberangriff hat Zehntausende Computer von Unternehmen, Behörden und Verbrauchern weltweit blockiert. Betroffen waren unter anderem Krankenhäuser in Großbritannien, der spanische O2-Mutterkonzern Telefónica und das russische Innenministerium. Die Angreifer setzten dabei eine Erpresser-Schadsoftware ein, die Computerdaten verschlüsselt und nur gegen Zahlungen wieder freigibt. In vielen britischen Krankenhäusern sorgte das Schadprogramm für Chaos. In einigen Fällen mussten Krankenwagen zu anderen Kliniken dirigiert und die Patientenaufnahme gestoppt werden. Auch Rechner der Deutschen Bahn waren von dem Angriff betroffen. Wie ein Sprecher des Unternehmens Samstag früh mitteilte, sei der Zugverkehr aber nicht beeinträchtigt worden. - Nach Angaben von Experten des "Forcepoint Security Labs" wurde das Erpresservirus von fast fünf Millionen E-Mails pro Stunde weiterverbreitet.
    Trump droht gefeuertem FBI-Chef Comey:
    Wenige Tage nach der Entlassung von FBI-Chef James Comey hat US-Präsident Donald Trump eine Drohung nachgeschoben. Trump warnte Comey davor, mit internen Informationen an die Öffentlichkeit zu gehen. Bevor er etwas an die Presse durchsickern lasse, solle Comey lieber hoffen, dass es "keine 'Tonbänder' von unseren Gesprächen gibt", schrieb Trump auf Twitter. US-Medien interpretierten den Tweet so, dass Trump Angst vor etwaigen Informationen Comeys habe. Ob es tatsächlich Mitschnitte zwischen Trump und Comey gibt, ist unklar. Nach einer Serie von Widersprüchen und falschen Angaben in der Affäre um den gefeuerten FBI-Chef drohte Trump auf Twitter außerdem mit dem Ende der täglichen Presseunterrichtungen im Weißen Haus. Er schrieb, es sei vielleicht besser, alle künftigen "Press Briefings" zu streichen und stattdessen schriftliche Stellungnahmen zu verteilen.
    Ex-"Costa-Concordia"-Kapitän Schettino muss 16 Jahre ins Gefängnis:
    Fünf Jahre nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" muss der damalige Kapitän Francesco Schettino nun endgültig für 16 Jahre ins Gefängnis. Italiens höchstes Berufungsgericht bestätigte das Hafturteil gegen Schettino. Der 56-Jährige war zuvor in erster und zweiter Instanz unter anderem wegen fahrlässiger Tötung zu der langjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Nach Angabe seines Anwalts trat Schettino die Haft unmittelbar nach der Entscheidung an. Die "Costa Concodia" war am 13. Januar 2012 mit mehr als 4000 Menschen an Bord auf einen Felsen vor der toskanischen Insel Giglio aufgelaufen. 32 Menschen kamen ums Leben. Schettino hatte damals als einer der ersten das Schiff verlassen. Später gab er an, von Bord gefallen und zufällig in einem Rettungsboot gelandet zu sein. Das brachte ihm den Spottnamen "Kapitän Feigling" ein.
    Erste FARC-Rebellen in Kolumbien offiziell entwaffnet:
    Im Friedensprozess in Kolumbien haben die ersten Kämpfer der linken Guerillaorganisation FARC offiziell ihre Waffen niedergelegt. Mit einem Zertifikat wurde zwölf Rebellen bestätigt, dass sie nun ins zivile Leben zurückkehren können, teilten die Vereinten Nationen mit. Derzeit legen die rund 6800 FARC-Mitglieder in 26 Rückzugsgebieten im ganzen Land ihre Waffen nieder. Mehr als 600 UN-Beobachter überwachen die Demobilisierung. Nach Jahrzehnten des bewaffneten Konflikts mit rund 300.000 Toten hatten die FARC und die kolumbianische Regierung Ende vergangenen Jahres einen Friedensvertrag unterzeichnet. Die Guerillagruppe will künftig mit politischen Mitteln für ihre Ziele wie eine gerechtere Landverteilung eintreten.
    Wirtschaftsministerin Zypries in China zum Seidenstraßen-Gipfel:
    Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries beginnt an diesem Samstag einen dreitägigen Besuch in China. Im Mittelpunkt steht die Teilnahme am Pekinger Gipfeltreffen zur chinesischen Initiative einer "Neuen Seidenstraße". Dazu kommen am Sonntag die Vertreter aus mehr als 100 Ländern zusammen, darunter 28 Staats- und Regierungschefs. Im Vorfeld wird Zypries chinesische Jungunternehmer und auch Spitzenvertreter der deutschen Wirtschaft treffen. Die SPD-Politikerin will sich in Peking für mehr Marktzugang, die Gleichbehandlung ausländischer Unternehmen sowie den Abbau bestehender Handels- und Investitionshemmnisse einsetzen.
    Hunderttausende bejubeln Papst Franziskus in Fátima:
    Rund 400.000 Pilger haben Papst Franziskus im portugiesischen Wallfahrtsort Fátima unter großem Jubel empfangen. Franziskus fuhr in seinem Papamobil durch die Menge vor der Basilika. In der Erscheinungskapelle hielt er minutenlang in stillem Gebet inne. Sein Besuch in Fátima findet genau 100 Jahre nach der ersten überlieferten Marien-Erscheinung in dem Ort statt. Am 13. Mai 1917 soll den beiden Geschwistern Jacinta und Francisco Marto sowie ihrer Cousine Lucia dos Santos die Jungfrau Maria erstmals erschienen sein. Als Höhepunkt seines Besuches will Franziskus die beiden Geschwister an diesem Samstag heilig sprechen. Für die Cousine der Kinder läuft ein Verfahren zur Seligsprechung.
    9 min
  • 12.05.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Deutsche Journalistin in der Türkei im Gefängnis:
    Die deutsche Reporterin Mesale Tolu ist seit dem 6. Mai im Istanbuler Frauengefängnis. Wie jetzt weiter bekannt wurde, war Ende April eine Anti-Terror-Einheit gewaltsam in die Istanbuler Wohnung der 33-Jährigen eingedrungen, in der sie mit ihrem zweieinhalbjährigen Sohn schlief, und hatte sie festgenommen. Tolu wurde laut Medienberichten im baden-württembergischen Ulm geboren. 2007 bekam sie demnach die deutsche Staatsbürgerschaft und gab ihren türkischen Pass ab. Sie arbeitete zuletzt in der Türkei für eine sozialistisch orientierte Nachrichtenagentur und einen linken Radiosender, der kürzlich geschlossen worden war. Ein Richter erließ dem Vernehmen nach Haftbefehl gegen Tolu wegen Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation.
    Deutsche Wirtschaft wächst im ersten Quartal um 0,6 Prozent:
    Die deutsche Wirtschaft hat ihr Wachstum im ersten Quartal beschleunigt. Höhere Investitionen, steigende Konsumausgaben und mehr Exporte ließen das Bruttoinlandsprodukt zwischen Januar und März im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent zunehmen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im vierten Quartal 2016 war das Plus mit 0,4 Prozent kleiner ausgefallen. Die Impulse zu Jahresbeginn kamen sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland. Sowohl in Bauten als auch in Ausrüstungen wie Maschinen sei deutlich mehr investiert worden, betonten die Statistiker. Verbraucher und Staat gaben demnach ebenfalls etwas mehr aus. Wegen der besseren Weltkonjunktur wuchsen die Exporte stärker als die Importe, was zusätzlich die Konjunktur anschob. Schließlich habe auch die milde Witterung die Entwicklung begünstigt, hieß es in Wiesbaden weiter.
    Schulz-SPD sackt ab:
    Neuer Dämpfer für den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz: Vor der wichtigen Landtagswahl am Sonntag in Nordrhein-Westfalen sind die Sozialdemokraten in der Wählergunst auf Bundesebene weiter abgesackt. Im neuen ARD-Deutschlandtrend kommt die SPD auf aktuell 27 Prozent - ein Minus von vier Prozentpunkten gegenüber der letzten Umfrage Mitte April. Die Union dagegen verbessert sich um drei Punkte auf 37 Prozent. Die Grünen verharren laut der Umfrage von Infratest dimap bundesweit bei acht Prozent, die Linken bei sieben Prozent. Die FDP legt auf acht Prozent zu, die AfD verliert leicht auf zehn Prozent. Aktuell sind nun wieder 47 Prozent der Befragten der Meinung, dass CDU und CSU die nächste Regierung führen sollten - ein sattes Plus von acht Prozentpunkten im Vergleich zu Anfang Februar. Wenn die Bürger den Bundeskanzler direkt wählen könnten, würden sich 49 Prozent für Angela Merkel und 36 Prozent für Martin Schulz entscheiden.
    51-Cholera-Tote im Jemen:
    Im Jemen sind nach UN-Angaben innerhalb von zwei Wochen 51 Menschen an Cholera gestorben. In diesem Zeitraum seien in dem Bürgerkriegsland mehr als 2700 Krankheitsfälle festgestellt worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation mit. In der Hauptstadt Sanaa wurden zehn Zentren zur sogenannten oralen Rehydrationstherapie eröffnet, bei der dem Körper wichtige Flüssigkeiten und Salze zugeführt werden. Wird Cholera nicht rechtzeitig behandelt, kann die Krankheit innerhalb weniger Stunden tödlich sein. Die Epidemie war im Jemen mangels sauberen Trinkwassers im Oktober 2016 ausgebrochen. Nach mehr als zwei Jahren Bürgerkrieg kann das Gesundheitssystem die Bedürfnisse der Menschen nur noch schwer bewältigen. Trink- und Abwasserleitungen funktionieren teilweise nicht mehr.
    Arktischer Rat bekennt sich zum Klimaschutz:
    Mit der Stimme der USA hat sich der Arktische Rat für größere Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel ausgesprochen. Eine Entscheidung, ob sein Land Mitglied des Pariser Klimaabkommens bleibe, sei aber noch nicht getroffen, sagte US-Außenminister Rex Tillerson bei der Konferenz in Fairbanks im US-Bundesstaat Alaska. Fairbanks gilt als Tor zur Polarregion. Der Rat nehme mit Besorgnis zur Kenntnis, dass die Durchschnittstemperaturen in der Region nördlich des Polarkreises mehr als zweimal so schnell steigen wie im Rest der Welt, heißt es im Abschlussdokument der alle zwei Jahre stattfindenden Konferenz. Die Erklärung des Rates ist für die Mitgliedsländer bindend. Dem vor 20 Jahren gegründeten Arktischen Rat gehören neben den USA und Kanada noch Dänemark, Russland, Norwegen, Finnland, Schweden und Island sowie indigene Völker an.
    Manchester United und Ajax Amsterdam im Finale der Europa League:
    Top-Favorit Manchester United und Schalke-Bezwinger Ajax Amsterdam stehen am 24. Mai in Stockholm im Finale der Fußball-Europa-League. Dem Premier-League-Team von Trainer José Mourinho reichte im Halbfinal-Rückspiel gegen Celta Vigo ein 1:1, nachdem United bereits das Hinspiel mit 1:0 für sich entschieden hatte. Erstmals seit 21 Jahren steht Ajax wieder in einem Europacup-Endspiel. Nach dem 4:1-Hinspielerfolg über Olympique Lyon mussten die Amsterdamer im Halbfinal-Rückspiel aber lange zittern und eine 1:3-Niederlage einstecken.
    11 min
  • 11.05.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Erdogan über US-Waffen für syrische Kurden verärgert:
    Wenige Tage vor seinem USA-Besuch hat der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan Präsident Donald Trump aufgefordert, die Entscheidung zur Lieferung schwerer Waffen an die syrische Kurdenmiliz YPG zurückzunehmen. Dieser Fehler müsse ohne Aufschub korrigiert werden, sagte Erdogan vor Journalisten in Ankara. Die Türkei betrachtet die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK als Terrororganisation. Für die USA ist die Miliz dagegen ein wichtiger Partner im Kampf gegen die Dschihadisten des "Islamischen Staates" (IS). Trump hatte am Dienstag angekündigt, die YPG mit gepanzerten Fahrzeugen, Handfeuerwaffen, Maschinengewehren und Munition auszurüsten.
    IS-Dschihadisten aus Tabka in Syrien vertrieben:
    Nach harten Gefechten hat eine von den USA unterstützte syrische Rebellenallianz die strategisch wichtige Stadt Tabka aus der Hand der Terrormiliz "Islamischer Staat" zurückerobert. Der Sprecher der arabisch-kurdischen Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) teilte mit, die Stadt und der nahe gelegene Euphrat-Staudamm seien unter ihrer Kontrolle. Ein US-Regierungsvertreter bestätigte diese Angaben. Zum SDF-Bündnis gehört auch die kurdische YPG-Miliz. Die SDF-Einheiten hatten am 24. April mit dem Sturm auf die Stadt begonnen. Aus der Luft wurden sie von Kampfjets der US-geführten Militärallianz unterstützt. Tabka liegt nur 55 Kilometer von Al-Rakka entfernt, wo die IS-Dschihadisten ihr Hauptquartier haben.
    Trump will keinen unabhängigen Ermittler in Russland-Affäre:
    Nach dem Rauswurf von FBI-Chef James Comey wird in Washington über das weitere Vorgehen zur Aufklärung der Russland-Affäre gestritten. Das Weiße Haus sperrte sich gegen die Forderung der Demokraten, einen Sonderermittler einzusetzen. Die Opposition befürchtet, dass nach Comeys Entlassung durch US-Präsident Donald Trump die Unabhängigkeit der Untersuchungen gefährdet ist. In der Russland-Affäre geht es um den Verdacht der illegalen Absprachen zwischen Trumps Team und der russischen Regierung während des US-Wahlkampfs. Bislang werden die Ermittlungen zu den mutmaßlichen russischen Hackerangriffen auf das Umfeld der Trump-Rivalin Hillary Clinton vom FBI geführt. Auch der Geheimdienstausschuss des US-Senats versucht, Informationen zu bekommen. Das Gremium forderte Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn in einer Vorladung auf, ihm Dokumente auszuhändigen, nachdem er sich zwei Wochen zuvor geweigert hatte, seine Kontakte zu russischen Behördenvertretern und Geschäftsleuten offenzulegen.
    Lula will wieder Präsident werden:
    Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva will im kommenden Jahr wieder als Präsidentschaftskandidat antreten. Nachdem er in einem Kreuzverhör alle Korruptionsvorwürfe abgestritten hatte, sagte der 71-Jährige zu tausenden vor dem Gericht im südbrasilianischen Curitiba wartenden Anhängern, er habe nie größere Lust gehabt, wieder Kandidat zu sein. Vor genau einem Jahr, am 12. Mai 2016, war seine Nachfolgerin Dilma Rousseff unter fragwürdigen Umständen vom Amt suspendiert und damit das von Lula im Jahr 2000 begonnene linke Regierungsprojekt beendet worden. Seit Monaten gibt es immer wieder neue Vorwürfe und Ermittlungsverfahren gegen Lula. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, von dem Baukonzern OAS umgerechnet gut eine Million Euro Bestechungsgeld als Gegenleistung für die Vermittlung von Aufträgen des Energiekonzerns Petrobras bekommen zu haben.
    Libyens Küstenwache und deutsche Flüchtlingsretter geraten aneinander:
    Die libysche Küstenwache hat der deutschen Nichtregierungsorganisation Sea-Watch vorgeworfen, mit ihrem Schiff im Mittelmeer vorsätzlich einen Einsatz der Küstenwache gestört zu haben. Ein Sprecher sagte, die Küstenwache habe in libyschen Hoheitsgewässern 350 Migranten von einem Holzboot aufnehmen und nach Libyen zurückbringen wollen. Doch die Sea-Watch-Aktivisten hätten die Migranten selbst bergen wollen. Zur Begründung hätten sie erklärt, Libyen sei nicht sicher. Die deutsche Hilfsorganisation warf wiederum den Libyern ein riskantes Manöver vor. Dieses, so wörtlich, "EU-finanzierte Patrouillenboot der libyschen Marine" habe fast das zivile Rettungsschiff gerammt, heißt es in einem über Twitter veröffentlichten Video von Sea-Watch. Die 350 Flüchtlinge wurden zu einem Marinestützpunkt in Tripolis gebracht. Viele von ihnen kamen aus Marokko und Bangladesch.
    10 min
  • 10.05.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Trump feuert überraschend FBI-Chef Comey:
    US-Präsident Donald Trump hat den Chef der US-Bundespolizei FBI, James Comey, entlassen. Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, sagte vor Journalisten, Trump sei mit seiner Entscheidung einer Empfehlung des Justizministers und dessen Stellvertreters gefolgt. Das FBI untersucht mögliche Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung während des Präsidentschaftswahlkampfs. Comey wurde vor der Präsidentschaftswahl einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als er in einem Brief an die Senatoren überraschend erklärt hatte, er wolle die Ermittlungen in Hillary Clintons E-Mail-Affäre wieder aufnehmen. Dies schadete Clinton im Wahlkampf gegen den späteren Wahlsieger Trump, obwohl die Ermittlungen keinerlei Ergebnis brachten.
    USA kündigen Waffenlieferungen an syrische Kurden an:
    Die US-Regierung will die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) im Norden Syriens auch künftig mit Waffen versorgen. Präsident Donald Trump habe der Finanzierung solcher Lieferungen zugestimmt. Die Zustimmung Trumps sei sofort wirksam, sagte ein Vertreter der US-Regierung, der nicht namentlich genannt werden wollte, in Vilnius. Dies stößt in der Türkei auf Argwohn. Die Regierung in Ankara betrachtet die YPG als verlängerten Arm der PKK, die in der Türkei selbst für mehr Autonomie für die Kurden kämpft. Die PKK wird auch von der EU und den USA als Terrorgruppe eingestuft. US-Verteidigungsminister James Mattis sagte wenige Stunden zuvor, Washington wolle die Türkei in die Eroberung der IS-Hochburg Rakka im Norden Syriens einbeziehen. Die YPG ist im Kampf gegen die Terrormiliz "IS" in Syrien einer der wichtigsten Verbündeten der USA.
    Deutschland will Sanktionen gegen Nordkorea verschärfen:
    Die Bundesregierung will nach einem Medienbericht die Geschäftstätigkeit von Nordkoreas Botschaft in Berlin erheblich einschränken. Grund für die Strafmaßnahme seien die permanenten nuklearen Drohgebärden, die dem Auswärtigen Amt große Sorgen bereiten, zitierten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR aus einer Erklärung des Auswärtigen Amts. Die Sanktionen zielen darauf ab, der nordkoreanischen Vertretung in Berlin das Erwirtschaften von Devisen zu untersagen. Konkret solle der Betrieb eines Hostels und eines Kongresszentrums untersagt werden, die seit Jahren auf dem Gelände der nordkoreanischen Botschaft in der Mitte Berlins betrieben werden, heißt es in den Berichten. Die Botschaft habe die Immobilien vermietet und erziele so jeden Monat hohe fünfstellige Beträge. Nordkoreanische Botschaften spielten weltweit eine wichtige Rolle, um Devisen zu erwirtschaften. Sie werden nach Überzeugung von Experten unter anderem dazu genutzt, das Raketen- und Atomprogramm zu finanzieren.
    Moon übernimmt Präsidentenamt in Südkorea:
    In Südkorea ist der linksliberale Politiker Moon Jae In offiziell als Sieger der Präsidentenwahl bestätigt worden. Wie die Wahlkommission in Seoul mitteilte, erhielt Moon 41,1 Prozent der Stimmen. Die Wahl stand unter dem Eindruck des Korruptionsskandals um die abgesetzte Staatschefin Park Geun Hye sowie der wachsenden Spannungen im Atomstreit mit der kommunistischen Führung in Nordkorea. Moon will wieder an die Politik der Annäherung an Pjöngjang wie unter Südkoreas früheren liberalen Präsidenten anknüpfen.
    Abbas zu Treffen mit Netanjahu unter US-Vermittlung bereit:
    Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat sich zu einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu unter der Schirmherrschaft von US-Präsident Donald Trump bereit erklärt. Das gab Abbas nach einem Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Ramallah bekannt. Ein Termin für den Besuch Trumps in Israel und den Palästinensergebieten wurde bislang noch nicht offiziell bekanntgegeben. Abbas nannte die Stadt Bethlehem als Ort für das Treffen mit dem US-Präsidenten, das am 23. Mai stattfinden könnte. Trump hatte zuvor seine Bereitschaft erklärt, sich für einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern einzusetzen.
    9 min
  • 09.05.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Frankreichs Ex-Premier Valls will bei Parlamentswahl für "En Marche" antreten:
    Bei Frankreichs großen alten Parteien, den Konservativen und Sozialisten, wächst die Bereitschaft den gewählten Präsidenten Emmanuel Macron zu unterstützen. Der ehemalige sozialistische Ministerpräsident Manuel Valls kündigte an, er werde bei der Parlamentswahl im Juni für Macrons Bewegung "En Marche" antreten, um dem Präsidenten eine Mehrheit zu sichern. Valls hatte bereits am Sonntag dazu aufgerufen, jetzt eine breite parlamentarische Mehrheit um "En Marche" zu bilden. Der neue Präsident braucht diese dringend, um die von ihm angekündigten Reformen durchsetzen zu können. Macron will in der Woche nach seiner Vereidigung im Amt zuerst nach Deutschland reisen. Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte die Hoffnung auf eine enge Zusammenarbeit mit dem 39-jährigen Pro-Europäer. Man stehe vor gemeinsamen Herausforderungen. Es gehe darum, beide Länder und die Europäische Union in eine sichere und erfolgreiche Zukunft zu führen.
    Ex-US-Justizministerin warnte Weißes Haus vor Flynn:
    In der Affäre um die Russland-Kontakte des Wahlkampfteams von US-Präsident Donald Trump hat Ex-Justizministerin Sally Yates vor einem Senatsausschuss ausgesagt, sie habe das Weiße Haus frühzeitig über Bedenken bezüglich des Sicherheitsberaters Michael Flynn informiert. Demnach habe sie gesagt, was die Russen über Flynn wussten und dass Flynn Vizepräsident Mike Pence und andere über seine Russland-Kontakte im Unklaren gelassen habe. Ihre Intention sei gewesen, Trumps Beratern die nötigen Informationen an die Hand zu geben, damit diese die ihnen angemessen erscheinenden Maßnahmen ergreifen können. Yates war damals geschäftsführende Justizministerin in der Übergangsphase von dem scheidenden Präsidenten Barack Obama zu Trump und wurde von Trump in den ersten Tagen seiner Amtszeit entlassen. Auch Obama soll Trump vor Flynn gewarnt haben. Flynn war im Februar nach nur 24 Tagen von seinem Posten zurückgetreten.
    Jakartas Gouverneur muss wegen Gotteslästerung in Haft:
    Der Gouverneur der indonesischen Hauptstadt Jakarta, Basuki Tjahaja Purnama, ist wegen Gotteslästerung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein Gericht in Jakarta befand den christlichen Politiker für schuldig, sich mit abfälligen Bemerkungen über den Koran der Blasphemie schuldig gemacht zu haben. Zugleich ordnete es die sofortige Verhaftung des 50-Jährigen an. Mit dem Urteil ging das Gericht über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Diese hatte ein Jahr Haft auf Bewährung gefordert. Der noch amtierende aber inzwischen abgewählte Gouverneur hatte im Wahlkampf gesagt, man solle sich nicht von jenen leiten lassen, die den Koran zitierten, um seine Wahl zu verhindern. Von politischen Beobachtern wurde der Prozess als wesentlicher Grund für die Niederlage Purnamas bei der Stichwahl am 19. April gewertet.
    Südkorea wählt einen neuen Staatschef:
    In Südkorea läuft die Präsidentenwahl. Knapp 42,5 Millionen Stimmberechtigte sind aufgerufen, bei der vorgezogenen Wahl den Nachfolger der konservativen Politikerin Park Geun Hye zu bestimmen. Umfragen zufolge hat der Menschenrechtsanwalt Moon Jae In große Chancen auf den Wahlsieg. Der frühere Chef der Demokratischen Partei steht für einen weniger harten Kurs gegenüber Nordkorea, will die südkoreanischen Firmenkonglomerate wie die Samsung-Gruppe reformieren und fordert mehr Eigenständigkeit gegenüber den USA. Der 64-Jährige punktet insbesondere bei jungen Wählern. Die Abstimmung war notwendig geworden, nachdem Präsidentin Park wegen einer Korruptionsaffäre im März des Amtes enthoben wurde.
    Erstmals Asyl für türkische Soldaten in Deutschland:
    Erstmals haben mehrere türkische Soldaten und ihre Familien Asyl in Deutschland erhalten. Das Bundesinnenministerium bestätigte entsprechende Berichte von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung". Bei den anerkannten Fällen habe es sich auch um NATO-Soldaten gehandelt, die vor ihrer Entlassung aus der türkischen Armee in Deutschland stationiert waren, heißt es. Diese besitzen in der Regel einen Diplomatenpass. Asylanträge von Türken mit einem Diplomatenpass gelten als außenpolitisch besonders brisant. Ende Januar hatte der türkische Verteidigungsminister Fikri Isik gefordert, Deutschland solle alle Asylanträge türkischer Offiziere ablehnen. Viele der Antragsteller werden von der türkischen Regierung verdächtigt, am Putschversuch vom Juli 2016 direkt oder indirekt beteiligt gewesen zu sein. Nach Informationen des Bundesinnenministeriums haben seit Juli 2016 mehr als 400 türkische Soldaten, Diplomaten, Richter sowie hohe Staatsbeamte und deren Familien einen Asylantrag in Deutschland gestellt.
    10 min
  • 08.05.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Emmanuel Macron wird neuer französischer Präsident:
    Emmanuel Macron hat die Stichwahl um die Präsidentschaft in Frankreich deutlich gewonnen. Mit rund 66 Prozent der Stimmen setzte sich der Links-Liberale gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen durch. Die Kandidatin des Front National erzielte mit knapp 34 Prozent das beste Ergebnis in der Geschichte ihrer Partei. Macron kündigte nach seinem Wahlsieg an, in den kommenden fünf Jahren alles dafür zu tun, damit die Wähler "keinen Grund mehr" hätten, für Rechtsextreme zu stimmen. Die Wahlbeteiligung war mit fast 75 Prozent niedriger als bei der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen. Etwas mehr als jeder Zehnte, der zur Wahl ging, gab entweder einen leeren Wahlumschlag ab oder stimmte ungültig. Der 39-Jährige Macron wird der jüngste Präsident Frankreichs. Die nächste Herausforderung wird für ihn, bei der Parlamentswahl im Juni eine Mehrheit für sich zu gewinnen.
    Erleichterung in Europa über Wahl Macrons:
    Mit großer Erleichterung haben Berlin und Brüssel auf die Wahl des Pro-Europäers Emmanuel Macron zum neuen Präsidenten Frankreichs reagiert. Die Bundesregierung und die EU-Spitzen gratulierten zu seinem Sieg über die Rechtspopulistin Marine Le Pen, die für den Austritt Frankreichs aus der Europäischen Union wirbt. Bundeskanzlerin Angela Merkel wertete die Entscheidung als "klares Bekenntnis zu Europa". EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk boten Macron eine enge Zusammenarbeit an. Glückwünsche kamen von Staats- und Regierungschefs aus aller Welt, unter anderem von US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel forderte, Macron bei seinen geplanten Reformen zu unterstützen, zum Beispiel durch gemeinsame deutsch-französische Investitionsprojekte.
    Steinmeier und Netanjahu zeigen sich versöhnlich:
    Zwei Wochen nach dem diplomatischen Eklat zwischen Deutschland und Israel haben sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Regierungschef Benjamin Netanjahu versöhnlich gezeigt. Bei einem Treffen in Jerusalem sagte Steinmeier, auf der Basis der gemeinsamen Freundschaft könne und sollte man einige Stürme überstehen. Netanjahu stimmte dem zu. Beide bezogen sich auf den Eklat beim Besuch von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel. Netanjahu hatte ein geplantes Gespräch absagt, weil Gabriel Vertreter regierungskritischer Organisationen getroffen hatte. In seiner Rede an der Hebräischen Universität betonte Steinmeier aber auch die Notwendigkeit solcher Organisationen. Vielstimmigkeit sei der "Sauerstoff der Demokratie".
    Anführer der Terrormiliz IS in Afghanistan getötet:
    Die USA und die afghanische Regierung haben den Tod des Anführers der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Afghanistan bekanntgegeben. Abdul Hasib sei Ende April bei einem Einsatz US-amerikanischer und afghanischer Sondereinheiten in der Provinz Nangarhar östlich der Hauptstadt Kabul getötet worden. Hasib wurde unter anderem für einen schweren Anschlag auf ein Militärkrankenhaus Anfang März verantwortlich gemacht. Dabei seien 49 Menschen getötet und 76 weitere verletzt worden. Gemeinsam mit Hasib seien noch weitere IS-Anführer getötet worden, hieß es in einem Statement des US-Verteidigungsministeriums.
    Möglicher neuer Interessenskonflikt im Umfeld von Trump:
    In den USA gibt es erneut Diskussionen um mögliche Verflechtungen von öffentlichen und privaten Interessen im Umfeld von US-Präsident Donald Trump. Im aktuellen Fall geht es um Werbung bei chinesischen Investoren für ein US-Bauprojekt. An dem Projekt ist auch die Firma "Kushner Companies" beteiligt, die bis vor kurzem von Jared Kushner geführt wurde, dem Ehemann von Trumps Tochter Ivanka. Kushner ist einer der wichtigsten Berater des US-Präsidenten und dabei unter anderem zuständig für die Beziehungen zu China. Kushners Schwester Nicole Kushner Meyer warb nach Recherchen der "New York Times" persönlich bei den potenziellen Geldgebern in China. Ihnen wird unter dem umstrittenen "EB-5"-Visa-Programm ab einer gewissen Summe gleichzeitig eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis für die USA geboten.
    Landesregierung in Schleswig-Holstein abgewählt:
    In Schleswig-Holstein hat die CDU die Landtagswahl gewonnen. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kam sie auf 32 Prozent der Stimmen. Die SPD ist mit 27,2 Prozent zweitstärkste Kraft. Damit ist die bisherige Landesregierung aus SPD, Grünen und dem nur in diesem Bundesland antretenden Südschleswigschem Wählerverband (SSW) abgewählt worden. Wie schon bei der Wahl im Saarland im März konnte die SPD nicht von der positiven Stimmung profitieren, die durch die Nominierung von Martin Schulz als Kanzlerkandidat ausgelöst wurde. Erstmals zieht die "Alternative für Deutschland" in den Landtag ein. Die Landtagswahlen werden als Indikator für die Bundestagswahl im September gesehen. In einer Woche wählt auch das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen.
    10 min
  • 06.05.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Wahlkampfteam von Präsidentschaftskandidat Macron meldet Hackerangriff:
    Kurz vor der Präsidentenwahl in Frankreich ist der parteiunabhängige Kandidat Emmanuel Macron nach Angaben seines Wahlkampfteams Opfer eines massiven Hackerangriffs geworden. Ziel des Angriffs sei es gewesen, Macron zu diskreditieren, teilte sein Team mit. Die im Netz verbreiteten Dokumente seien vor einigen Wochen bei Attacken auf persönliche und berufliche Mailboxen mehrerer Parteifunktionäre erbeutet worden. Neben echten Unterlagen seien jedoch auch gefälschte Dokumente ins Internet gestellt worden. Dabei handele es sich um einen ernst zu nehmenden Vorfall, der nicht toleriert werden könne, da er die Demokratie beschädige. Das Innenministerium wollte sich nicht dazu äußern. Die französische Regierung hatte in der Vergangenheit wiederholt vor einer russischen Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich gewarnt. Macron geht am Sonntag als Favorit in die Stichwahl gegen die rechtsextreme Marine Le Pen.
    Mehr als 100 weitere Richter und Staatsanwälte in der Türkei entlassen:
    Knapp zehn Monate nach dem Putschversuch in der Türkei sind weitere 107 Richter und Staatsanwälte entlassen worden. Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, ihnen werde vorgeworfen, Unterstützer der Gülen-Bewegung zu sein. Die türkische Regierung macht die Bewegung des in den USA lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen für den gescheiterten Militärputsch vom vergangenen Juli verantwortlich. Damit ist die Zahl der seitdem entlassenen Richter und Staatsanwälte Anadolu zufolge auf 4238 gestiegen. Das ist fast ein Drittel der ursprünglich 14.000 Richter und Staatsanwälte im Land. Insgesamt gab es in der Türkei mehr als 47.000 Inhaftierungen, rund 100.000 Beamte wurden entlassen oder vorübergehend aus dem Staatsdienst entfernt.
    Verhaftungswelle in Venezuelas Militär:
    Wegen Kritik am Vorgehen der Regierung sind in Venezuela 85 Offiziere festgenommen worden. In den Streitkräften gebe es Unzufriedenheit, sagte Oppositionsführer Henrique Capriles in Caracas. Er wies darauf hin, er habe die Information zu den Festnahmen direkt aus dem Militär erhalten, mit der Bitte, sie öffentlich zu machen. Bislang standen die Streitkräfte loyal zum sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro. Die Opposition macht Maduro für die schwere politische und ökonomische Krise verantwortlich und kämpft für Neuwahlen. Bei den blutigen Ausschreitungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten starben seit Anfang April insgesamt 38 Menschen. Am Freitag erlag ein junger Mann seinen schweren Kopfverletzungen, nachdem er von einem Projektil getroffen worden war. Mehr als 800 Menschen wurden bislang verletzt.
    Schon 2012 Hakenkreuz-Vorfall am Standort von Franco A.:
    In der Kaserne, in der der mutmaßlich rechtsextreme Bundeswehroffizier Franco A. stationiert war, hat es laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung bereits in der Vergangenheit einen Skandal mit Nazi-Symbolen gegeben. Danach hätten Bundeswehrsoldaten im November 2012 ein vier Meter großes Hakenkreuz auf den Boden der Kaserne der Deutsch-Französischen Brigade im elsässischen Illkirch gestreut. Anlass sei offenbar ein Fußball-Champions-League-Spiel zwischen Bayern München und Lille gewesen. Das Kreuz sei vor einem Unteroffiziersheim des deutschen Jägerbataillons ausgestreut worden. Anschließend hätten einige Soldaten aus den oberen Stockwerken das Nazi-Symbol mit Handys fotografiert. 20 Soldaten seien vernommen und drei von ihnen mit Geldbußen von je 2000 Euro belegt und aus der Bundeswehr entlassen worden. Die Affäre um Franco A. ist nach Überzeugung von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen längst nicht ausgestanden. Sie rechne mit weiteren Enthüllungen, sagte sie in einem ARD-Fernsehinterview.
    Marathon: Kipchoge verfehlt Zwei-Stunden-Marke knapp:
    Olympiasieger Eliud Kipchoge hat die angestrebte Zwei-Stunden-Marke im Marathon knapp verfehlt. Der 32-jährige Kenianer lief die 42,195 Kilometer auf der Formel-1-Rennstrecke im italienischen Monza in zwei Stunden und 25 Sekunden. Er blieb damit aber unter dem Weltrekord seines Landsmannes Dennis Kimetto. Weil das Rennen nahezu unter Laborbedingungen stattfand, wird der Leichtathletik-Weltverband IAAF die Zeit aber nicht als neuen Weltrekord anerkennen. Unter regulären Voraussetzungen war Kimetto 2014 in Berlin zwei Stunden, zwei Minuten und 57 Sekunden gelaufen.
    9 min
  • 05.05.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Trump kommt Abschaffung von Obamacare einen Schritt näher:
    Das US-Repräsentantenhaus hat die Abschaffung der Gesundheitsreform von Ex-Präsident Barack Obama beschlossen. Die Abgeordneten verschafften dem amtierenden Präsidenten Donald Trump damit einen wichtigen Sieg. Die Abgeordneten stimmten am Donnerstag mit hauchdünner Mehrheit von 217 zu 213 Stimmen für ein entsprechendes Gesetzesvorhaben. US-Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf versprochen, das als "Obamacare" bekannte Gesundheitssystem abzuschaffen und durch ein neues Modell zu ersetzen. Im März war ein erster Gesetzentwurf für eine Gesundheitsreform noch gescheitert. Damit Obamacare jetzt tatsächlich abgeschafft werden kann, muss auch die zweite Kammer des US-Kongresses, der Senat, zustimmen. Beobachter rechnen damit, dass es vor einer Zustimmung des Senats viele Änderungen am Gesetzentwurf geben wird.
    Konflikt zwischen USA und Nordkorea geht in nächste Runde:
    Das US-Repräsentantenhaus hat sich fast einstimmig für schärfere Sanktionen gegen Nordkorea ausgesprochen. Mit nur einer Gegenstimme billigten die Abgeordneten die Strafmaßnahmen, die verstärkt die Schiffsindustrie des abgeschotteten Landes ins Visier nehmen. Die Befürworter der Sanktionen wollen damit ein klares Zeichen im Streit über das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm setzen. Die Maßnahmen, die sich auch gegen Geschäftspartner Nordkoreas richten, müssen noch vom Senat verabschiedet werden. Die Internationale Atomenergiebehörde hat sich unterdessen besorgt gezeigt. Man habe Anhaltspunkte, dass das Nuklearprogramm so vorangehe, wie Nordkorea es verkündet habe, so ein Sprecher der Behörde. Trotz mehrerer UN-Resolutionen treibt die nordkoreanische Führung das Atomprogramm des Landes voran und entwickelt Raketen, die neben Südkorea und Japan auch die US-Küste erreichen könnten.
    UN begrüßen Schutzzonen in Syrien:
    Die Vereinten Nationen haben die geplante Einrichtung von Schutzzonen in Syrien als "ermutigenden" Schritt bezeichnet. Das bei den Friedensgesprächen in Astana geschlossene Abkommen zwischen den Garantiemächten Iran, Russland und Syrien müsse jedoch tatsächlich dazu beitragen, die Situation der Menschen im Land zu verbessern, forderte ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres. Zweifel an dem Abkommen äußerten die USA. Washington sähe vor allem die Rolle des Iran kritisch, erklärte das US-Außenministerium. Die Teheraner Regierung habe die Gewalt in Syrien bisher nicht gestoppt, sondern zu einer weiteren Zunahme beigetragen. Die Vereinbarung sieht vor, dass in bestimmten syrischen Gebieten keine Waffen oder Kampfflugzeuge mehr eingesetzt werden. Humanitäre Helfer sollen einen schnellen, sicheren und ungehinderten Zugang zu den Bedürftigen erhalten. Auch die Lieferung humanitärer Güter soll erleichtert werden. In Syrien harren Hunderttausende Menschen in belagerten Orten und Regionen aus.
    US-Richter lockert Haftbedingungen für "El Chapo":
    Der in den USA inhaftierte mexikanische Drogenboss Joaquín Guzmán, besser bekannt als "El Chapo", bekommt bessere Haftbedingungen. Guzman darf künftig Briefe an seine Frau schreiben. Familienbesuch darf er jedoch auch weiterhin nicht erhalten, ebensowenig wie Telefonanrufe. Auch ein Ende der Einzelhaft sowie den Besuch von Vertretern der Menschenrechtsorganisation Amnesty International bei Guzmán lehnte der zuständige Richter ab. Amnesty International hatte zuvor gesagt, die aktuellen Bedingungen seien unnötig hart und würden gegen humanitäre Standards verstoßen. Guzmán war im Januar von Mexiko an die US-Behörden ausgeliefert worden. Er ist unter anderem wegen Waffenvergehen und Drogenhandels angeklagt, ihm droht lebenslange Haft in einem US-Hochsicherheitsgefängnis.
    Schulz lehnt Referendum über Todesstrafe in Deutschland ab:
    SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat sich gegen ein türkisches Referendum in Deutschland über die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei ausgesprochen. Man könne in Deutschland nicht über ein Instrument abstimmen lassen, das "unseren Werten und unserer Verfassung widerspricht", sagte Schulz dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Darin sei er sich mit Außenminister Sigmar Gabriel einig. Gabriel hatte vor kurzem erst die Position der Bundesregierung bekräftigt, wonach die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei bei einer Wiedereinführung der Todesstrafe abgebrochen werden müssten. Zuletzt konnten die in Deutschland lebenden, wahlberechtigten Türken über die Einführung des Präsidialsystems in der Türkei abstimmen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zieht nun auch ein Referendum zur Todesstrafe in Erwägung. Nach türkischem Recht wären auch im Ausland lebende Türken stimmberechtigt.
    Behörde überprüft Asylverfahren:
    Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge überprüft in den nächsten Wochen 2000 Asylverfahren. Die Behörde zieht damit eine erste Konsequenz aus dem Fall des Bundeswehrsoldaten Franco A. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums soll mit der Überprüfung geklärt werden, ob es systematische Mängel im Umgang mit Asylanträgen gibt. Zudem will das Bundesamt künftig stärker auf moderne Technik setzen. Getestet werde bereits der Einsatz von Sprachidentifizierungssoftware, um die Herkunft von Flüchtlingen eindeutig nachzuweisen. Der mutmaßlich rechtsextreme Soldat Franco A. hatte sich als syrischer Flüchtling ausgegeben und vom Bundesamt auch einen vorläufigen Schutz erhalten. Dem Oberleutnant wird vorgeworfen, Anschläge geplant zu haben, die aussehen sollten, als seien sie von Flüchtlingen verübt worden.
    11 min

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