Langsam Gesprochene Nachrichten | Audios | DW Deutsch lernen

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  • 28.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Historische Versöhnungsgeste in Pearl Harbor:
    75 Jahre nach dem Angriff der japanischen Luftwaffe auf den US-Stützpunkt in Pearl Harbor auf Hawaii haben US-Präsident Barack Obama und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe am Memorial für die gefallenen US-Soldaten gemeinsam der Opfer gedacht. Abe sprach sein Beileid aus und dankte den Vereinigten Staaten dafür, dass sie Japan nach 1945 mit Versöhnungsbereitschaft begegnet seien. Obama erklärte, Abes Besuch in dem US-Bundesstaat im Pazifik sei eine historische Geste der Aussöhnung. Eine Entschuldigung Abes im Namen Japans für den Angriff mit rund 2400 Toten hatte die Regierung in Tokio bereits im Vorfeld ausgeschlossen. Nur wenige Stunden nach der Zeremonie in Pearl Harbor besuchte der japanische Wiederaufbau-Minister Masahiro Imamura den Yasukuni-Schrein in Tokio - eine umstrittene Gedenkstätte, in der neben Millionen Kriegstoten auch mehrere japanische Kriegsverbrecher geehrt werden. Imamura sagte, er habe an dem Schrein für den "Frieden und Wohlstand" seines Landes beten wollen.
    Russische Anti-Doping-Behörde gibt systematisches Doping zu:
    Die russische Anti-Doping-Agentur Rusada hat erstmals die Vertuschung systematischen Dopings während der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi zugegeben. Es sei eine institutionelle Verschwörung gewesen, sagte Rusada-Chefin Anna Anzeliowitsch der Zeitung "New York Times". Sie sei schockiert gewesen von den Enthüllungen, die Regierung in Moskau sei jedoch nicht involviert gewesen. Der Chefermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Richard McLaren, hatte Russland in seinen beiden Reports Staatsdoping vorgeworfen und ebenfalls von einer "institutionellen Verschwörung" über mehrere Jahre und sportliche Großereignisse hinweg gesprochen. Über 1000 russische Athleten in 30 Sportarten hätten von der systematischen Doping-Vertuschung profitiert. Russland hatte die Vorwürfe bislang stets zurückgewiesen.
    Trumps Anwalt Greenblatt wird internationaler Chefunterhändler:
    Der künftige US-Präsident Donald Trump hat den langjährigen Anwalt seines Firmenimperiums zum Chefunterhändler für internationale Fragen in seiner Regierung ernannt. Jason Greenblatt soll für internationale Handelsabkommen und andere Vereinbarungen zuständig sein, wie Trumps Übergangsteam mitteilte. Der Sender CNN berichtete, dass auch die Verhandlungen zum Nahostkonflikt und die Beziehungen zu Kuba in den Aufgabenbereich von Trumps bisherigem Firmenanwalt fallen sollen. Greenblatt hatte Trump bereits im Wahlkampf zur Nahostpolitik beraten. Trump ließ über sein Büro erklären, der Anwalt sei einer seiner "engsten Vertrauten" und sei erfahren darin, in "schwierigen und sensiblen" Fragen zu vermitteln.
    Argentiniens Ex-Präsidentin in Korruptionsaffäre offiziell angeklagt:
    Die ehemalige argentinische Staatschefin Cristina Kirchner ist wegen Korruptionsvorwürfen offiziell angeklagt worden. Der 63-Jährigen wird Günstlingswirtschaft bei der Vergabe öffentlicher Aufträge an einen ihr nahestehenden Geschäftsmann vorgeworfen. Der Ermittlungsrichter habe zudem angeordnet, Kirchners Vermögen in Höhe von zehn Milliarden Pesos (600 Millionen Euro) einzufrieren, teilte das Justizministerium mit. Der Unternehmer Lázaro Báez hatte während der Amtszeiten Kirchners und ihres Ehemanns und Amtsvorgängers Néstor zahlreiche öffentliche Aufträge in Kirchners Heimat Patagonien bekommen. Allein sein Unternehmen Austral gewann in dieser Zeit 78 Prozent der Ausschreibungen in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar. Gegen die Ex-Präsidentin laufen weitere Ermittlungsverfahren.
    Eröffnung des neuen deutschen Hauptstadtflughafens wohl erst 2018:
    Die Eröffnung des neuen Berliner Hauptstadt-Flughafens "Willy Brandt" dürfte erneut verschoben werden. Auch ein Termin 2017 sei nicht mehr zu halten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus informierten Kreisen. Im Aufsichtsrat werde nun eine Eröffnung im Frühjahr 2018 angepeilt, meldet dpa. Zuvor hatte bereits die "Bild"-Zeitung über eine abermalige Verschiebung berichtet. Ein Sprecher der Flughafengesellschaft wollte die Berichte weder bestätigten noch dementieren. Das Milliardenbauprojekt Flughafen Berlin Brandenburg sollte ursprünglich im Oktober 2011 in Betrieb gehen. Mehrere Eröffnungstermine platzten seitdem jedoch, wegen Technikproblemen, Baumängeln und Planungsfehlern, was Berlin auch über Deutschlands Grenzen hinaus zum Gespött machte.
    US-Schauspielerin Carrie Fisher gestorben:
    Die US-Schauspielerin Carrie Fischer ist im Alter von 60 Jahren in einem Krankenhaus in Los Angeles gestorben, wie ihre Familie bekanntgab. Fishers weltweit bekannteste Rolle war die der Prinzessin Leia in der legendären Kino-Filmreihe "Star Wars". Fisher hatte am Freitag auf einem Flug von London nach Los Angeles einen Herzinfarkt erlitten. Sie wurde 1956 als Tochter der Schauspielerin Debbie Reynolds und des Popsängers Eddie Fisher in eine Hollywood-Familie hineingeboren.
    9 min
  • 27.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Blackbox von russischem Unglücks-Jet entdeckt:
    Zwei Tage nach dem Absturz einer russischen Militärmaschine über dem Schwarzen Meer haben Suchmannschaften den Flugschreiber gefunden. Das Gerät wurde in einer Tiefe von 17 Metern unter der Meeresoberfläche geortet, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte. Mit Hilfe der Blackbox wollen die Ermittler Aufschluss über die Unglücksursache erlangen. Das Flugzeug war am Sonntag auf dem Weg von Sotschi nach Syrien mit 92 Menschen an Bord abgestürzt. Die russischen Behörden haben inzwischen ein Startverbot für alle Maschinen des betroffenen Typs Tupolew Tu-154 verhängt.
    Abe und Obama besuchen gemeinsam Pearl Harbor:
    Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe ist im US-Bundesstaat Hawaii eingetroffen. 75 Jahre nach dem verheerenden Angriff auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor werden Abe und US-Präsident Barack Obama gemeinsam der Opfer gedenken. Die Schrecken des Krieges dürften sich niemals wiederholen, sagte Abe vor dem Abflug nach Honolulu. Eine Entschuldigung für den Angriff hatte die Regierung in Tokio allerdings im Vorfeld ausgeschlossen. Japan hatte am 7. Dezember 1941 einen Luftangriff auf die in Hawaii vor Anker liegende Pazifikflotte der USA geflogen. Dabei wurden rund 2400 Menschen getötet. Das Bombardement des Hafens Pearl Harbor veranlasste die Vereinigten Staaten, in den Zweiten Weltkrieg einzutreten. Heute sind die USA und Japan eng verbündet.
    Deutschland startet millionenschweres Hilfsprogramm für Aleppo:
    Nach dem Einmarsch syrischer Regierungstruppen in die vom Bürgerkrieg zerstörte Großstadt Aleppo legt Deutschland ein Hilfsprogramm von 15 Millionen Euro zur Gesundheitsversorgung auf. Nachdem die internationale Staatengemeinschaft dem Morden und Bombardieren so hilflos zugeschaut habe, müsse es jetzt einen humanitären Großeinsatz für die Menschen in Aleppo geben, sagte der für Entwicklungshilfe zuständige Minister Gerd Müller der "Bild"-Zeitung. Das Programm des Entwicklungsministeriums sichert dem Bericht zufolge 30 Monate lang die Arbeit von rund 1000 syrischen Ärzten, Krankenpflegern und Traumapsychologen. Laut UN sind in Syrien derzeit rund 13,5 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, 90 Prozent davon benötigen medizinische Versorgung.
    Videos belegen Flucht des Berlin-Attentäters über Lyon:
    Die Vermutungen über den Fluchtweg von Anis Amri nach dem Anschlag von Berlin mit zwölf Toten scheinen sich zu bestätigen. Der Tunesier wurde demnach am Tag bevor er in Mailand erschossen wurde, an einem Bahnhof in Lyon gesehen. Auf Bildern von Video-Überwachungskameras sei zu sehen, wie der mutmaßliche Attentäter von Berlin auf einem Bahnsteig der französischen Stadt stand, berichten mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Justizkreise. Der 24-Jährige sei auf diesen Bildern allein unterwegs. Nach Überzeugung der Ermittler war es Amri, der am 19. Dezember mit einem Lastwagen in die Besucher eines Weihnachtsmarktes raste. Weiterhin unklar ist, auf welchem Weg er von Deutschland nach Frankreich gereist ist.
    Gegner von Südkoreas Präsidentin verlassen Regierungspartei:
    Vor dem Hintergrund der Affäre um die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye hat sich die Regierungspartei Saenuri gespalten. 29 Abgeordnete seien ausgetreten, sie wollten eine neue Partei gründen, meldete die Nachrichtenagentur Yonhap. Die Parlamentarier erklärten, wer loyal zur Präsidentin stehe, habe die wahren Werte des Konservatismus vergessen. Dadurch sei das Vertrauen der Bevölkerung verlorengegangen. Park wird vorgeworfen, ihrer Vertrauten Choi Soon Sil jahrelang vertrauliche Regierungsdokumente zugespielt zu haben. Choi und deren Tochter sollen sich durch die Nähe zur Präsidentin persönlich bereichert haben.
    Bulgariens Präsident warnt EU vor Russland:
    Bulgariens scheidender Staatspräsident Rossen Plewneliew hat in einem Interview vor Versuchen Moskaus gewarnt, die Europäische Union zu destabilisieren. Es gebe viele Indizien für die russische Finanzierung antieuropäischer Parteien und Medien in Bulgarien sowie in anderen EU-Ländern, sagte Plewneliew der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Moskau wolle die EU durch die Unterstützung ultranationalistischer Parteien oder Bewegungen von innen aushöhlen. Russland versuche, auf einer neuen ideologischen Grundlage dasselbe zu erreichen wie einst die Sowjetunion, die Schwächung Europas und die Verbreitung von Zweifeln an den Werten von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, so Plewneliew. Dieses Ziel verfolge Moskau auch im Internet.
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  • 26.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Popsänger George Michael ist tot:
    Der britische Popsänger George Michael ist im Alter von 53 Jahren gestorben. Er sei an Weihnachten "friedlich bei sich zu Hause entschlafen", teilte sein Agent mit. Der Sänger und Komponist lebte zuletzt in Goring-on-Thames bei London. Die Polizei hat nach eigenen Angaben bislang keine Hinweise auf Fremdverschulden. Das Magazin "Billboard" berichtete unter Berufung auf Michaels Manager, dass der Sänger an Herzversagen gestorben sei. Musikerkollegen und Freunde äußerten sich in den sozialen Netzwerken bestürzt über den überraschenden Tod Michaels. Seine Karriere begann Michael zu Beginn der 1980er Jahre. Gemeinsam mit seinem Schulfreund Andrew Ridgeley gründete er das Duo "Wham", das zahlreiche Hits landete. Bekanntester Song aus dieser Zeit ist "Last Christmas". 1987 startete Michael erfolgreich eine Solokarriere. Insgesamt verkaufte der Musiker etwa 100 Millionen Alben.
    Staatstrauer nach Flugzeugabsturz in Russland:
    Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach dem Absturz der Tupolew Tu-154 über dem Schwarzen Meer für diesen Montag Staatstrauer angeordnet. Im Fernsehen kündigte er eine "sorgfältige Untersuchung" zur Unglücksursache an. Den Angehörigen der 92 Todesopfer versprach Putin Hilfe. Das Militär und zivile Rettungsleute suchten auch die Nacht über nach Trümmerteilen und Vermissten. Bislang wurden zwölf Tote aus dem Wasser geborgen. Die Passagiermaschine hatte auf dem Weg nach Syrien in Sotschi einen Zwischenstopp eingelegt. Kurz nach dem Start dort riss der Kontakt zu den Piloten ab. An Bord der Maschine waren auch 64 Mitglieder des populären Alexandrow-Armeechors, darunter der Leiter des Ensembles, Generalleutnant Waleri Chilalow. Der Chor sollte bei den Neujahrsfeiern auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim im Westen Syriens auftreten. :
    Zehntausende gedenken der Tsunami-Opfer:
    Rund um den Indischen Ozean gedenken am zweiten Weihnachtstag wieder mehrere zehntausend Menschen der Opfer des verheerenden Tsunamis von 2004. Damals rissen durch ein gewaltiges Erdbeben unter dem Meeresboden ausgelöste Riesenwellen in 14 Ländern 230.000 Menschen in den Tod. Besonders betroffen waren die indonesische Provinz Aceh, Thailand, Indien sowie der Inselstaat Sri Lanka. In Thailand, in dessen Süden auch mehr als 1000 Touristen umkamen, finden am 26. Dezember zudem regelmäßig Katastrophenschutzübungen statt.
    Netanjahu bestellt nach UN-Resolution US-Botschafter ein:
    Zwei Tage nach der Resolution des UN-Sicherheitsrats gegen die israelische Siedlungspolitik in den besetzten Palästinensergebieten hat Regierungschef Benjamin Netanjahu mit US-Botschafter Dan Shapiro gesprochen. Zuvor waren die Botschafter von zehn der insgesamt 15 Sicherheitsratsmitglieder in das Außenministerium in Jerusalem einbestellt worden, wie Außenamtssprecher Emmanuel Nachschon mitteilte. Netanjahu traf aber nur Shapiro. Der Ministerpräsident erhob schwere Vorwürfe gegen die USA. Es gebe keinen Zweifel, dass die Regierung von Präsident Barack Obama hinter der Resolution stehe, sie die Formulierung mit ausgearbeitet und ihre Verabschiedung verlangt habe, sagte Netanjahu bei der wöchentlichen Kabinettssitzung.
    Massaker in Demokratischer Republik Kongo:
    Mindestens 22 Menschen sind beim Angriff einer Rebellengruppe im Osten des Kongos getötet worden. Der blutige Überfall erfolgte in der Stadt Eringeti in der Provinz Nord-Kivu. "Manche wurden durch Messer und andere durch Kugeln getötet", sagte ein Priester der katholischen Kirche. Er machte die radikal-islamische Miliz ADF für das Blutbad verantwortlich. Die Miliz wurde 1995 in Uganda gegründet. Ihre Kämpfer konzentrieren sich inzwischen jedoch auf die Demokratische Republik Kongo. Im Osten des zentralafrikanischen Landes haben sie in den vergangenen Jahren Hunderte Menschen getötet. In der Region sind mehrere Rebellengruppen aktiv. Es geht ihnen zumeist um die Kontrolle über Gebiete und über Bodenschätze wie Gold oder Kobalt.
    Syriens Hauptstadt seit drei Tagen ohne Trinkwasser:
    Die Einwohner der syrischen Hauptstadt Damaskus leiden seit drei Tagen unter extremer Wasserknappheit. "Das Wasser ist seit drei Tagen abgestellt", beklagte eine in der Altstadt lebende Hausfrau. Man könne ohne Strom leben, aber nicht ohne Wasser, sagte die 51-Jährige. Seit Freitag fließt kein Trinkwasser mehr durch die Leitungen. Die Behörden begründeten ihre Maßnahme damit, dass "terroristische Gruppen" Quellen und andere Wasser-Reservoirs in Damaskus und Umgebung unter anderem mit Diesel vergiftet hätten. In der Hauptstadt leben schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen, hinzu kommen weitere 3,5 Millionen Menschen in den Vororten.
    9 min
  • 24.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Gauck ruft in Weihnachtsansprache zu Mitmenschlichkeit auf:
    Nach dem Anschlag in Berlin hat Bundespräsident Joachim Gauck in seiner letzten Weihnachtsansprache zu Mitmenschlichkeit und Zusammenhalt aufgerufen und vor Hass und Vorurteilen gewarnt. "Gerade in Zeiten terroristischer Attacken sollten wir die Gräben in unserer Gesellschaft nicht vertiefen, weder Gruppen pauschal zu Verdächtigen noch Politiker pauschal zu Schuldigen erklären", sagte Gauck. Er hob hervor, dass Wut und Zorn sowie Angst und Ohnmacht trotz des Terrors in der Hauptstadt nicht die Oberhand gewonnen hätten. Der Bundespräsident betonte zugleich, es müsse eine politische Auseinandersetzung über die Flüchtlingspolitik geben, "auch darüber, ob wir zukünftig noch mehr tun müssen, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten."
    Ermittlungen zu Anschlag auf Weihnachtsmarkt laufen weiter :
    Nach dem Tod des mutmaßlichen Attentäters von Berlin, Anis Amri, gehen die Ermittlungen auch über die Feiertage weiter. Nach den Worten von Generalbundesanwalt Peter Frank muss untersucht werden, ob der 24-jährige Tunesier ein Unterstützernetzwerk, Mitwisser oder Gehilfen hatte. Kanzlerin Angela Merkel kündigte eine rasche Überprüfung an, "inwieweit staatliche Maßnahmen verändert werden müssen". Sie drängte darauf, Abschiebungen nach Tunesien "deutlich" zu beschleunigen und deren Zahl zu erhöhen.
    Frankreich verhindert 17 mögliche Terroranschläge:
    Frankreich hat im zu Ende gehenden Jahr 17 potenzielle Terroranschläge vereitelt. Alle Sicherheitskräfte seien voll mobilisiert im Kampf gegen den Terrorismus, erklärte Innenminister Bruno Le Roux in Paris. Nach dem Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt seien die Kontrollen der Straßen- und Schienenverbindungen an den Grenzen zu Deutschland, Luxemburg und der Schweiz verstärkt worden.
    FBI warnt vor Anschlägen in USA zu Weihnachten:
    Die US-Bundespolizei FBI und das Heimatschutzministerium haben vor möglichen Angriffen von Sympathisanten der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) insbesondere über die Weihnachtsfeiertage auf Kirchen und Festveranstaltungen in den Vereinigten Staaten gewarnt. Konkreter Anlass dafür sei die Veröffentlichung einer Liste von Kirchen in den USA auf pro-islamischen Webseiten, berichtete der Sender CNN. Demnach ist die Warnung in einem Bulletin an Polizeistellen und private Sicherheitsfirmen enthalten. Es gebe aber keine Hinweise auf spezifische Bedrohungen, zitierte CNN US-Beamte.
    Juncker hält an Flüchtlingspolitik fest :
    EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich nach dem Anschlag von Berlin gegen einen Richtungswechsel in der europäischen Flüchtlingspolitik ausgesprochen. Europa müsse den Menschen, die aus Kriegsgebieten und vor Terror flüchteten, Zuflucht bieten, sagte Juncker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er forderte, Flüchtlinge nicht "unter einen Terrorismus-Generalverdacht zu stellen". Wer auf eine Rhetorik der Ausgrenzung setze, befeuere die Spirale des Hasses. Der EU-Kommisionschef rief zugleich zu einer grenzübergreifenden, engeren Zusammenarbeit auf. Konkret gehe es darum, Informationen besser auszutauschen, Schlupflöcher für Extremisten zu schließen und ihre Finanzquellen trockenzulegen.
    Israel weist UN-Resolution als schändlich zurück :
    Israel hat mit Entrüstung auf die Forderung des UN-Sicherheitsrats reagiert, den Siedlungsausbau in den Palästinensergebieten sofort zu stoppen. Man werde sich nicht an die Resolution halten, teilte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit. Die USA hätten ihren Verbündeten und einzigen Freund im Nahen Osten im Stich gelassen, beklagte Energieminister Yuval Steinitz mit Blick auf die Enthaltung Washingtons bei der Abstimmung vom Freitag. Die 14 übrigen Mitglieder des höchsten UN-Gremiums stimmten für die Resolution. Der designierte US-Präsident Donald Trump kündigte via Twitter eine baldige Kurskorrektur an. Die Resolution bezeichnet die israelischen Siedlungen als Verletzung internationalen Rechts und als Hürde bei der Umsetzung einer Zwei-Staaten-Lösung. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte, der Sicherheitsrat habe noch einmal bestätigt, was schon lange die Position der Bundesregierung sei: Der Siedlungsbau in den besetzten Gebieten behindere die Möglichkeit eines Friedensprozesses.
    Bundesbank holt 2016 mehr Goldreserven zurück als geplant:
    Die Notenbank kommt beim Zurückholen des deutschen Staatsgoldes schneller voran als geplant. Wie die "Bild"-Zeitung schreibt, wurden in diesem Jahr knapp 200 Tonnen aus dem Ausland in heimischen Tresoren eingelagert. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sagte dem Blatt: "Wir haben 2016 erneut deutlich mehr Gold nach Deutschland geholt als ursprünglich vorgesehen." Mittlerweile sei knapp die Hälfte der Goldreserven in Deutschland. Die deutsche Reserve ist mit 3381 Tonnen die zweitgrößte der Welt hinter den USA. Aktuell sind rund 1600 Tonnen in Deutschland.
    10 min
  • 23.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Überwachungsvideo zeigt Anis Amri unmittelbar nach der Tat:
    Der wegen des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt gesuchte Tunesier Anis Amri ist kurz nach der Tat in der Hauptstadt gefilmt worden. Der Sender "Radio Berlin-Brandenburg" berichtete, der Verdächtige sei auf einem Überwachungsvideo zu sehen, das ihn an einer Moschee zeige. Diese gilt als Treffpunkt von Islamisten und war dem Bericht zufolge am Donnerstagmorgen von der Polizei durchsucht worden. Der 24-Jährige sei außerdem in den Nächten vom 14. und 15. Dezember – also kurz vor der Tat – von Sicherheitskräften gefilmt worden. Inzwischen haben die Ermittlungsbehörden kaum noch Zweifel, dass der Flüchtige für den Terroranschlag in Berlin mit zwölf Toten verantwortlich ist. Bundesinnenminister Thomas de Maizière teilte mit, Amris Fingerabdrücke seien im Führerhaus des Lastwagens gefunden worden, der am Montagabend in den Weihnachtsmarkt hineingerast war.
    Anschlag in Oberhausen geplant?:
    Spezialeinheiten der Polizei haben in Duisburg zwei Männer wegen der möglichen Vorbereitung eines Anschlags auf ein Einkaufszentrum festgenommen. Die beiden 28 und 31 Jahre alten, im Kosovo geborenen Brüder stünden im Verdacht, einen Angriff auf das Einkaufszentrum Centro in Oberhausen vorbereitet zu haben, teilte die Polizei nach den Festnahmen in der Nacht mit. Derzeit werde mit Hochdruck ermittelt, wie weit die Vorbereitungen vorangeschritten gewesen seien.
    Trump und Putin starten verbales Wettrüsten:
    Der künftige US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin haben ihre Rhetorik zum Umgang mit Atomwaffen verschärft und damit Sorgen vor einem neuen Wettrüsten geweckt. Trump erklärte über den Kurznachrichtendienst Twitter, die USA müssten ihre nuklearen Fähigkeiten erheblich verstärken, bis die Welt in Sachen Atomwaffen zur Vernunft komme. Unklar blieb, ob Trump damit auf Äußerungen des russischen Präsidenten Putin reagierte. Dieser hatte bei einem Treffen mit Militärs erklärt: "Wir müssen die strategischen Atomwaffen stärken und dazu sollten wir Raketen entwickeln, die in der Lage sind, jedes gegenwärtige und künftige Raketenabwehrsystem zu überwinden." Auch die nicht-nukleare Schlagkraft Russlands müsse auf ein höheres Niveau gebracht werden. Die USA verfügen derzeit über knapp 2000 nukleare Sprengköpfe und damit über das größte Arsenal an stationierten Atomwaffen auf der Welt. Russland folgt dahinter auf Rang zwei mit rund 1800 stationierten Sprengköpfen.
    Australische Polizei unterbindet Anschlagsplanungen in Melbourne:
    In Australien hat die Polizei nach eigenen Angaben einen groß angelegten Terroranschlag an Weihnachten verhindert. Das Ziel der Täter sei die Millionenstadt Melbourne gewesen. Bei einem Großeinsatz von rund 400 Polizisten seien sieben Verdächtige festgenommen worden, teilten die Behörden mit. Polizeichef Graham Ashton erklärte, die Festgenommenen hätten mit Sprengstoff, Messern und Gewehren an mehreren Orten in Melbourne zuschlagen wollen. Vier der Männer seien in Australien geboren und aufgewachsen. Sie seien durch die Propaganda der Terrororganisation "Islamischer Staat" zu ihren Plänen inspiriert worden.
    Syrische Armee nennt Aleppo wieder sicher:
    Die im Krieg nahezu vollständig zerstörte syrische Stadt Aleppo ist nach Angaben aus Damaskus wieder vollständig unter Kontrolle der Regierungstruppen. Das Oberkommando der syrischen Armee teilte mit, nach der Befreiung Aleppos von Terroristen sei die Sicherheit in die Stadt zurückgekehrt. Auch die Rebellen bestätigten den Abzug ihrer letzten Männer und sprachen von einem schweren Rückschlag im Kampf gegen das Regime von Staatschef Baschar al-Assad. Das staatliche Fernsehen berichtete, die letzten vier Busse mit Zivilisten und Rebellen hätten den Ostteil Aleppos verlassen.
    Italienische Regierung rettet Bank Monte dei Paschi di Siena:
    Die italienische Regierung will die angeschlagene Bank Monte dei Paschi di Siena retten. Sie erließ in der Nacht ein entsprechendes Notfall-Dekret. Ziel der Intervention sei es, die Ersparnisse von Bürgern so weit wie möglich zu schützen und den Bankensektor des Landes zu stärken, erklärte Ministerpräsident Paolo Gentiloni. Zuvor war bekannt geworden, dass eine angestrebte Kapitalerhöhung des Geldinstituts gescheitert ist. Die Bank braucht bis Ende des Jahres fünf Milliarden Euro. Monte dei Paschi di Siena sitzt auf einem Berg fauler Kredite. Durch das Eingreifen Roms kann man die – 1472 gegründete und damit – älteste Bank der Welt als quasi verstaatlicht ansehen.
    Zeitungsbericht: Kinderarmut in Deutschland angestiegen:
    Die Zahl der Kinder, die in Deutschland in Armut leben, ist nach einem Zeitungsbericht in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Waren im Jahr 2006 noch 1,5 Millionen Mädchen und Jungen unter 16 Jahren von Armut betroffen, stieg diese Zahl bis 2015 auf 1,7 Millionen, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe melden. Sie berufen sich dabei auf Daten des Europäischen Statistikamtes Eurostat. Die Armutsquote in dieser Altersgruppe nahm von zwölf auf 14,6 Prozent zu. Die Daten hatte die Linken-Fraktionsvize im Bundestag, Sabine Zimmermann, bei der EU-Behörde abgefragt. Besonders an Weihnachten spürten viele Kinder, dass sie in ärmlichen Verhältnissen aufwachsen müssten, erklärte die Abgeordnete.
    11 min
  • 22.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Fahndung nach Hauptverdächtigem nach Terroranschlag von Berlin:
    Nach dem Terroranschlag von Berlin läuft die polizeiliche Suche nach dem Hauptverdächtigen aus Tunesien auf Hochtouren. Der 24 Jahre alte Anis Amri wurde vom Bundeskriminalamt zur Fahndung ausgeschrieben. Dokumente, die auf Amri hindeuten, waren in dem Lastwagen gefunden worden, der am Montag zu dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt genutzt wurde. Amri war nach Medienberichten bereits in Italien vier Jahre in Haft. Dort und auch später in der Bundesrepublik gab es Schwierigkeiten bei der Abschiebung in das Heimatland Tunesien. Nach Informationen der "New York Times" soll der mögliche Täter Kontakt zum IS gehabt und sich im Internet über den Bau von Sprengsätzen informiert haben. In Nordrhein-Westfalen haben rund 100 Polizisten eine Flüchtlingsunterkunft in Emmerich durchsucht. Über das Ergebnis wurde zunächst nichts bekannt. Die Zeitung "Die Welt" hatte zuvor über eine erfolglose Polizeirazzia in Berlin berichtet. Ein Behördensprecher bestätigte den Bericht nicht.
    Amnesty International warnt vor Katastrophe in Mossul:
    Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International macht in einem neuen Bericht auf die prekäre Lage von Kindern in der lange umkämpften irakischen Stadt Mossul aufmerksam. Zahlreiche Mädchen und Jungen jeglichen Alters seien schwer traumatisiert, weil sie miterleben mußten, wie Verwandte oder Nachbarn auf grausame Weise getötet wurden. Amnesty-Expertin Donatella Rovera legte ihren Bericht nach der Rückkehr aus dem Nordirak vor. In Mossul bahne sich eine humanitäre Katastrophe an. Krankenhäuser und Lager seien überfüllt.
    UN setzt Stelle zur Verfolgung von Kriegsverbrechen in Syrien ein:
    Die Vereinten Nationen haben eine Resolution zur Verfolgung von Kriegsverbrechen in Syrien beschlossen. Darin ist vorgesehen, innerhalb der UN eine Stelle einzurichten, die Informationen über mögliche Kriegsverbrechen in Syrien sammelt – und diese später an eine Recht sprechende Institution übergibt. Bisher hatte sich die internationale Staatengemeinschaft nicht auf eine solche Institution einigen können. In New York wurde das Abkommen nun von 105 Staaten unterstützt und erreichte so die nötige einfache Mehrheit unter den 193 Mitgliedsstaaten. Aus dem syrischen Aleppo gab es zuletzt widersprüchliche Meldungen, ob die Evakuierungsaktion noch andauert oder ob die letzten Aufständischen die Stadt nun verlassen haben.
    Bundesverteidigungsministerin besucht Afghanistan:
    Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist zu ihrem traditionellen Weihnachtsbesuch bei der Bundeswehr-Truppe in Afghanistan eingetroffen. Sie besucht das Feldlager Masar-i-Scharif im Norden des Landes, wo die meisten deutschen Soldaten stationiert sind. Erst in der vergangenen Woche hatte der Bundestag der Verlängerung des Mandats der Bundeswehr für ein weiteres Jahr bis Ende 2017 zugestimmt. Bei dem Nato-geführten Einsatz geht es vor allem um Ausbildung, Beratung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte.
    Griechenland setzt sich weiter über Vorgaben der Gläubiger hinweg:
    Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras riskiert eine weitere Konfrontation mit den Gläubigern seines verschuldeten Landes. Ein seit Jahrzehnten geltender, verringerter Mehrwertsteuersatz für die sogenannten Flüchtlingsinseln und die ärmeren Eilande im Osten der Ägäis wurde bis Ende 2017 verlängert. Das griechische Parlament in Athen billigte ein entsprechendes Gesetz. Ursprünglich sollte diese im Vergleich zum Festland um 30 Prozent reduzierte Mehrwertsteuer auf Dringen der Gläubiger am 1. Januar 2017 abgeschafft werden. Bereits vergangene Woche hatte das Parlament ein gesondertes Weihnachtsgeld für Rentner gebilligt. Die Beschlüsse Tsipras' haben zu Verstimmungen etwa in der Eurogruppe geführt, da sie ohne Beratungen mit den Geldgebern gefasst wurden.
    Noch keine Rettung für Italiens Krisenbank Monte dei Paschi:
    Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi kommt nicht aus der Krise. Das Geldhaus in der Toskana teilte am Abend mit, dass es keinen sogenannten Anker-Investor gefunden habe. Das Unternehmen hatte gehofft, den Staatsfonds von Katar überzeugen zu können, neue Aktien zu zeichnen. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet unter Berufung auf Insider, diese Option sei nicht mehr auf dem Tisch. Nun wird damit gerechnet, dass Ministerpräsident Paolo Gentiloni in den nächsten Tagen den Eingriff des Staates per Notfalldekret anordnet. Die Bank Monte dei Paschi, die unter einem Berg fauler Kredite leidet, braucht bis Ende des Monats fünf Milliarden Euro frisches Kapital.
    Bestechungsskandal bei US-Pensionsfonds:
    In den USA hat Bundesanwalt Preet Bharara Anklage im Zusammenhang mit einem spektakulären Bestechungsskandal bei einem Pensionsfonds erhoben. Dem ehemaligen Anlagechef des "New York State Common Retirement Fund" wird vorgeworfen, seit 2014 ein Schmiergeld- und Bestechungssystem mit zwei weiteren Angeklagten aufgebaut zu haben. Laut Anklageschrift soll der Fondsmanager insgesamt Schmiergelder im Wert von mehr als 100.000 Dollar erhalten haben. Auch Dienste von Prostituierten, Drogen und Luxusuhren sollen angenommen worden sein. Der Fonds ist für die Pensionen von mehr als einer Million Arbeiter zuständig, darunter Feuerwehrmänner und Polizisten.
    Bundesliga: Bayern schlägt Leipzig deutlich :
    In der Fußball-Bundesliga hat Bayern München den Konkurrenten RB Leipzig 3:0 geschlagen und sich somit an der Tabellenspitze festgesetzt. Die weiteren Ergebnisse der Mittwochsspiele: Hoffenheim - Bremen 1:1; Ingolstadt - Freiburg 1:2; Köln - Leverkusen 1:1 und Berlin - Darmstadt 2:0.
    12 min
  • 21.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.IS reklamiert Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt für sich:
    Die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat den Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten für sich reklamiert. Der Täter sei "ein Soldat des Islamischen Staates" gewesen, meldete die IS-Propagandaagentur Amak. Über dieses Sprachrohr hat der IS in der Vergangenheit wiederholt Anschläge für sich in Anspruch genommen, die Echtheit der Botschaft konnte jedoch bisher nicht unabhängig bestätigt werden. Ablauf und Hintergründe der Tat sind am zweiten Tag nach dem Anschlag weiter unklar. Die Polizei fahndet nach einem oder mehreren Tätern. Der polnische Lkw-Fahrer, der beim Attentat auf dem Beifahrersitz saß, verhinderte möglicherweise noch Schlimmeres. Laut Medienberichten hat die Obduktion ergeben, dass er zum Zeitpunkt des Anschlags noch lebte. Ein Ermittler habe von einem Kampf gesprochen. Erschossen worden sei der Mann erst, als der LKW auf dem Weihnachtsmarkt zum Stehen kam.
    Viele Tote bei Explosion auf mexikanischem Feuerwerksmarkt:
    Bei mehreren Explosionen auf einem Feuerwerksmarkt in Mexiko sind mindestens 31 Menschen getötet worden. Das teilten die Behörden mit. Mindestens 70 Menschen wurden bei dem Unglück in Tultepec, einem Vorort von Mexiko-Stadt, verletzt. Bei einem Großbrand, der auf die Explosionen folgte, wurde Mexikos größter Markt für Pyrotechnik völlig zerstört, wie ein Vertreter des mexikanischen Zivilschutzes mitteilte. Erst nach etwa drei Stunden brachte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle.
    Türkei macht Gülen-Bewegung für Botschafter-Mord verantwortlich:
    Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen für das Attentat auf den russischen Botschafter in Ankara verantwortlich gemacht. Die Türkei und Russland wüssten, dass die Fethullah Terrororganisation (Fetö) hinter dem Anschlag stecke, sagte Cavusoglu laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu bei einem Gespräch mit seinem US-Kollegen John Kerry. Fetö ist die Bezeichnung der türkischen Regierung für die Gülen-Bewegung.
    Syrische Militärkreise: Evakuierung Ost-Aleppos stockt wieder:
    Die Evakuierung Ost-Aleppos ist erneut ins Stocken geraten. Als Begründung hieß es aus syrischen Militärkreisen, Rebellen hätten neue Bedingungen gestellt. Zuvor hatte es geheißen, die letzten Kämpfer sollten die Stadt im Laufe des Dienstags verlassen. Die Evakuierung Ost-Aleppos in dem Bürgerkriegsland hatte am vergangenen Donnerstag begonnen, wurde dann aber nach dem Ausbruch neuer Gewalt für einige Tage unterbrochen und am Sonntag wieder aufgenommen. Seit Beginn der Evakuierung haben nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) etwa 25.000 Menschen die letzten Rebellengebiete der nordsyrischen Stadt verlassen.
    Obama erschwert Trump Ölbohrungen in Arktis:
    Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat große Gebiete in der Arktis zu Schutzzonen erklärt, für die keine neuen Lizenzen für Öl- und Gasbohrungen vergeben werden dürfen. Außerdem stellte er etliche unterseeische Canyons im Atlantik unter Schutz. Dadurch sollten die vielfältigen Ökosysteme und die Interessen der Ureinwohner geschützt werden, teilte das Weiße Haus mit. Bestehende Förderlizenzen sind von der Maßnahme nicht betroffen. Obamas Vorgehen ist durch ein Gesetz von 1953 legitimiert. Es lässt künftigen Präsidenten kaum Spielraum, die Sperrungen wieder rückgängig zu machen. Obamas Nachfolger Donald Trump hatte im Wahlkampf eine Ausweitung der Öl- und Gasförderung angekündigt. Obama traf seine Entscheidung in Abstimmung mit der kanadischen Regierung, die ihrerseits ihre Gewässer in der Arktis zum Schutzgebiet erklärte.
    VW einigt sich mit US-Behörden auf Entschädigung:
    Im Abgasskandal um Dieselautos hat sich Volkswagen mit den US-Behörden auf eine Entschädigung für rund 80.000 Autos mit Drei-Liter-Motoren geeinigt. Das teilte der zuständige Richter in San Francisco mit. Den US-Behörden zufolge kostet der Vergleich Volkswagen eine Milliarde Dollar (957 Millionen Euro). Zuvor hatte bereits die kanadische Wettbewerbsbehörde einen Vergleich mit VW ausgehandelt. Von der jüngsten Einigung in den USA sind vor allem Luxuswagen der Konzernmarken Porsche und Audi betroffen, die US-Justiz muss jedoch noch zustimmen.
    9 min
  • 20.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Vermutlich Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt - mindestens 12 Tote:
    Im Zentrum von Berlin ist ein Unbekannter am Montagabend mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt gerast und hat mindestens zwölf Menschen getötet. 49 Menschen liegen zum Teil schwer verletzt in Krankenhäusern. Am Morgen teilte die Polizei mit, sie gehe von einer vorsätzlichen Tat aus. Es handele sich um einen "vermutlich terroristischen Anschlag". Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte, viel spreche für einen Anschlag. Der aus Polen stammende Sattelschlepper war gegen 20 Uhr MEZ mit hoher Geschwindigkeit zwischen den Marktbuden an der Gedächtniskirche in die Menschenmenge gesteuert worden. Der mutmaßliche Fahrer, der nach kurzer Flucht nahe der Siegessäule festgenommen wurde, könnte laut Presseberichten ein 23jähriger Pakistaner sein. Er soll Anfang des Jahres als Flüchtling eingereist sein. Ein Pole, der auf dem Beifahrersitz saß, starb laut Polizei vor Ort. Mehrere Terrorismus-Experten erinnern an Parallelen zum Anschlag im südfranzösischen Nizza vom Juli und erklären, das Blutbad passe in die Strategie des "Islamischen Staats" (IS).
    Weltweite Anteilnahme nach mutmaßlichem Anschlag:
    Der mutmaßliche Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt hat weltweit für Bestürzung gesorgt. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der US-Regierung, Ned Price, sagte, Washington verurteile "auf das Schärfste, was ein Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin gewesen zu sein scheint". Frankreichs Präsident François Hollande erklärte in Paris, die Franzosen teilten "die Trauer der Deutschen angesichts dieser Tragödie, die ganz Europa trifft." EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nannte die Nachrichten umso mehr erschütternd, weil die Menschen zusammengekommen seien, um die Vorweihnachtszeit zu feiern, die viele mit Besinnlichkeit und Frieden verbänden. Europa sei "einmal mehr getroffen", twitterte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.
    Entsetzen nach Mord an russischem Botschafter- Schüsse vor US-Botschaft:
    Einen Tag nach der Ermordung des russischen Botschafters in der Türkei sind dort alle diplomatischen Vertretungen der USA "aus Sicherheitsgründen" geschlossen worden. In der Nacht seien vor der US-Botschaft in Ankara Schüsse gefallen, wurde mitgeteilt. Der Schütze sei festgenommen worden, hieß es ohne Details zu nennen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte den Mord an Russlands Botschafter Andrej Karlow "auf das Schärfste" und sprach von einem "Terrorangriff". Der Diplomat war am Montag erschossen worden, als er in Ankara eine Ausstellung eröffnete. Bei dem Attentäter handelt es sich nach offiziellen Angaben um einen 22-jährigen Polizisten, der nicht im Dienst war. Nach der Tat rief er "Allahu Akbar" (Gott ist groß), bevor er auf Türkisch sagte: "Vergesst nicht Syrien, vergesst nicht Aleppo." Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte, mit der Tat hätten die türkisch-russischen Beziehungen beschädigt und die gemeinsamen Bemühungen um eine Lösung des Syrien-Konflikts torpediert werden sollen.
    Wahlleute küren Trump zum US-Präsidenten:
    Sechs Wochen nach der US-Präsidentenwahl ist Donald Trump vom Wahlleutekollegium als künftiger Staatschef bestätigt worden. Er habe die Hürde von 270 nötigen Stimmen genommen, berichteten übereinstimmend mehrere Medien unter Berufung auf eigene Zählungen. Theoretisch wäre eine Entscheidung gegen Trump möglich gewesen - dazu hätten jedoch mindestens 37 Wahlleute gegen das Wahlergebnis ihres Bundesstaates votieren müssen. Dies wäre einzigartig in der US-Geschichte gewesen. Offiziell verkündet wird das Ergebnis am 6. Januar im US-Kongress. Am 20. Januar schließlich wird Trump im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in Washington als 45. Präsident der USA vereidigt.
    IWF gibt Direktorin Lagarde Rückendeckung:
    Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seiner Chefin Christine Lagarde auch nach dem Schuldspruch eines Pariser Sondergerichts das Vertrauen ausgesprochen. Lagarde habe sich viel Respekt und Vertrauen erarbeitet, sie könne ihren Aufgaben weiterhin effektiv nachkommen, erklärte der IWF-Exekutivrat. Lagarde war am Montag für schuldig befunden worden, in der acht Jahre zurückliegenden Affäre um eine Millionen-Zahlung an den Unternehmer Bernard Tapie als damalige französische Finanzministerin fahrlässig gehandelt zu haben. Die Richter verzichteten allerdings darauf, eine Strafe gegen Lagarde zu verhängen.
    Italien will Schulden für Bankenrettung machen:
    Italiens Regierung erwägt bis zu 20 Milliarden Euro an neuen Schulden aufzunehmen, um im Notfall angeschlagene Banken retten zu können. Ein entsprechender Vorschlag des Kabinetts muss nun vom Parlament abgesegnet werden. Es handele sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme, betonte der neue Ministerpräsident Paolo Gentiloni. Zugleich rief er alle Oppositionsparteien zur Zusammenarbeit auf. Der italienische Bankensektor ist schwer angeschlagen, die Geldhäuser ächzen unter einem Berg fauler Kredite. Besonders kritisch ist die Lage der Bank Monte dei Paschi di Siena.
    10 min
  • 19.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Neue Chance für UN-Resolution zu Aleppo :
    Der UN-Sicherheitsrat hat sich offenbar auf einen Resolutionsentwurf zu Syrien verständigt. Wie Diplomaten mitteilten, wurde die Abstimmung auf diesen Montag verschoben. Der französische Entwurf sieht vor, dass Mitarbeiter der Vereinten Nationen nach Aleppo entsandt werden. Sie sollen die weitere Evakuierung des Ostteils der Stadt beobachten. Diesen Antrag hatte Russland zunächst mit einem Veto verhindern wollen, spricht aber jetzt von einem guten Text. Nach einer längeren Unterbrechung soll die Evakuierung Ost-Aleppos fortgesetzt worden sein. Wie ein UN-Vertreter mitteilte, verließen Busse und Krankenwagen mit mehr als 350 Menschen die Stadt. Die syrische Armee habe fünf Bussen und zwei Krankenwagen erlaubt abzufahren, teilte die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die UN schätzen, dass sich noch rund 30.000 Menschen im Osten Aleppos aufhalten.
    Blutiger Angriff auf jordanischen Touristenort:
    Bei einer Serie bewaffneter Angriffe im Süden Jordaniens sind zehn Menschen getötet worden. Wie die Sicherheitsbehörden mitteilten, griffen Bewaffnete im Touristenort Kerak mehrere Polizeipatrouillen sowie eine Polizeiwache an und töteten dabei sieben Polizisten, zwei jordanische Zivilisten und eine Kanadierin. Die Polizei umstellte eine Kreuzfahrer-Burg, in der sich die Angreifer verschanzt hatten, und tötete vier Angreifer. Medienberichte über eine Geiselnahme wurden nicht bestätigt.
    Amnesty: Myanmars Militär verübt Gräueltaten an Minderheit :
    Amnesty International wirft den Sicherheitskräften in Myanmar Gräueltaten gegen die muslimische Volksgruppe der Rohingya vor. Die Taten kämen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleich, kritisierte die Menschenrechtsorganisation. Insbesondere das Militär sei für Morde, Vergewaltigungen, Folter, Festnahmen und Zerstörungen im westlichen Rakhine-Staat verantwortlich. Betroffene und weitere Augenzeugen hätten geschildert, wie Soldaten in ihre Dörfer gekommen seien und wahllos auf Männer, Frauen und Kinder geschossen hätten. Zudem seien flüchtende Zivilisten aus Hubschraubern angegriffen worden. Frauen und Mädchen berichteten von sexueller Gewalt.
    Wachsende Kritik am Bundeswehr-Einsatz in Mali :
    Kurz vor dem Besuch von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Mali wird Kritik am dortigen Einsatz der Bundeswehr laut: Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels erklärte, die Wasserversorgung der Truppe sei mangelhaft und die militärischen und zivilen Hilfsmissionen zu schlecht aufeinander abgestimmt. Der Chef des Bundeswehrverbands, André Wüstner beklagte, dass beim deutschen Engagement in Mali operativ wenig von einem vernetzten Ansatz zu sehen sei. Er befürchte, dass dauerhaft die gleichen Fehler wie in Afghanistan gemacht würden. Mali war 2012 teilweise in die Hände islamistischer Rebellen geraten. Nur eine französische Intervention konnte die Rebellen zurückdrängen. Die Bundeswehr bildet die malische Armee aus und ist im Norden an der UN-Mission zur Umsetzung eines Friedensvertrags beteiligt. Von der Leyen war am Sonntag wegen einer Flugzeugpanne auf dem Weg nach Mali in Nigeria gestrandet. Sie will an diesem Montag nach Mali weiterfliegen und dort politische Gespräche führen.
    Reporter ohne Grenzen: 2016 weltweit 74 Journalisten getötet:
    Im laufenden Jahr sind weltweit mindestens 74 Journalisten, Bürgerjournalisten und Medienmitarbeiter wegen ihrer Arbeit getötet worden. Fast drei Viertel von ihnen wurden gezielt angegriffen, wie "Reporter ohne Grenzen" (ROG) in Berlin mitteilte. Die gefährlichsten Länder für Journalisten und andere Medienschaffende waren demnach Syrien, Afghanistan, Mexiko, Irak und Jemen. Rund zwei Drittel der gewaltsamen Todesfälle entfielen auf Kriegs- und Konfliktregionen, heißt es in der Jahresbilanz der Journalistenvereinigung. "Besonders erschreckend ist, dass so viele Journalisten gezielt wegen ihrer Tätigkeit angegriffen und ermordet werden", sagte ROG-Vorstandssprecherin Britta Hilpert. Der künftige UN-Generalsekretär Antonio Guterres müsse "schnellstmöglich einen Sonderbeauftragten berufen".
    Schauspielerin Zsa Zsa Gabor ist tot:
    Die aus Ungarn stammende Schauspielerin Zsa Zsa Gabor ist im Alter von 99 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Das sagte ihr deutscher Ehemann Frederic von Anhalt in Los Angeles. Die ehemalige "Miss Ungarn" war in der Nachkriegszeit als Schauspielerin und Sexsymbol bekannt geworden. Später sorgte die Hollywood-Diva vor allem durch ihre zahlreichen Ehen mit prominenten und schwerreichen Männern für Schlagzeilen. Gabor kämpfte seit geraumer Zeit mit gravierenden gesundheitlichen Problemen und musste mehrfach ins Krankenhaus gebracht werden.
    10 min
  • 17.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Attentat auf Bus mit türkischen Soldaten:
    Bei einem Bombenanschlag in der zentraltürkischen Stadt Kayseri sind mehrere Menschen verletzt worden. Die beiden Sender NTV und CNN Turk sprachen von Toten. Wie die türkische Nachrichtenagentur Dogan berichtete, explodierte eine Autobombe in der Nähe eines Busses, in dem viele Soldaten saßen. Am vergangenen Wochenende waren bei zwei Bombenattentaten in Istanbul 44 Menschen getötet worden. Zu dem Doppelanschlag hatte sich eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK bekannt.
    Obama attackiert Putin wegen Cyberangriffen im Wahlkampf:
    In seiner letzten Weihnachts-Pressekonferenz hat US-Präsident Barack Obama erneut schwere Vorwürfe an die Adresse von Kreml-Chef Wladimir Putin gerichtet. Obama machte Russland für die Cyberangriffe mit dem Ziel der Beeinflussung während des amerikanischen Wahlkampfs verantwortlich. Er habe den russischen Präsidenten im September am Rande des G20-Gipfels persönlich aufgefordert, die Attacken einzustellen. Obama griff zudem Russland und den Iran wegen der Unterstützung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad an. Mit Blick auf die Lage in der syrischen Stadt Aleppo erklärte Obama, "Blut und Gräueltaten" klebten an den Händen der Machthaber in Moskau und Teheran. Der US-Präsident verlangte, unabhängige Beobachter nach Aleppo zu schicken.
    UN-Sicherheitsrat berät über Entsendung internationaler Beobachter nach Aleppo:
    Der UN-Sicherheitsrat hat in New York über den von Frankreich eingebrachten Vorschlag beraten, internationale Beobachter nach Aleppo zu entsenden. Die UN-Botschafterin der USA, Samantha Power, sagte nach der Sitzung, das Gremium könne womöglich noch an diesem Wochenende darüber abstimmen. Bereits jetzt seien in Syrien UN-Beobachter eingesetzt, die bereitstünden. Russlands UN-Botschafter Vitali Tschurkin zeigte sich hingegen skeptisch. Bis Beobachter entsendet würden, werde es noch Wochen dauern. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte eine sofortige Wiederaufnahme der Evakuierungsaktionen in Aleppo. Die Konfliktparteien müssten alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um dies zu ermöglichen. Wörtlich sagte Ban: "Aleppo ist nun ein Synonym für Hölle".
    Proteste und Plünderungen wegen Bargeldknappheit in Venezuela:
    In Venezuela ist es in mehreren Städten wegen Bargeldengpässen zu gewaltsamen Protesten und Plünderungen gekommen. Drei Menschen wurden getötet. Die sozialistische Regierung von Präsident Nicolas Maduro hatte zuvor angekündigt, die größte Banknote des Landes binnen kurzer Zeit aus dem Verkehr zu ziehen. Maduro verurteilte die Gewalt und appellierte an die Einsicht der Bevölkerung. Er kündigte zugleich an, dass bald neue Banknoten eingeführt würden. Viele Venezolaner haben kein Bankkonto und sind auf Bargeld angewiesen. Der aktuelle Engpass führt dazu, dass sie weder Nahrungsmittel noch Benzin einkaufen können.
    Demonstranten blockieren Parlament in Warschau:
    In der polnischen Hauptstadt Warschau haben in der Nacht mehrere hundert Menschen gegen die konservative Regierung demonstriert. Die Menge blockierte die Eingänge zum Parlamentsgebäude. Die Demonstranten warfen den Abgeordneten der Partei "Recht und Gerechtigkeit" vor, den Haushalt für das kommende Jahr nicht rechtmäßig verabschiedet zu haben. Außerdem soll die Arbeit der Medien eingeschränkt werden. Nach Berichten der Nachrichtenagentur Reuters rief die Polizei die Demonstranten auf, sich zurückzuziehen. Andernfalls werde man mit Gewalt vorgehen. Zuvor hatte es bereits in der Parlamentssitzung Proteste gegeben. Oppositionspolitiker besetzten das Rednerpult und riefen: "Keine Zensur!" Der Präsident der Kammer verlegte daraufhin die Abstimmung über den Haushalt in andere Räume und untersagte den Medien die Aufzeichnung.
    Gabriel dringt auf Kindergeld-Kürzung für EU-Ausländer :
    Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat gefordert, das Kindergeld für EU-Ausländer zu kürzen. Wenn ein Kind nicht bei uns lebe, sondern in seinem Heimatland, dann solle das Kindergeld auch auf dem Niveau des Heimatlandes ausgezahlt werden, sagte der Wirtschaftsminister und Vizekanzler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Freizügigkeit dürfe nicht missbraucht werden. Er warte seit Monaten darauf, dass der zuständige Finanzminister Wolfgang Schäuble einen Vorschlag für eine solche Kürzung mache. Im Februar hatte sich die große Koalition grundsätzlich darauf geeinigt, nach britischem Vorbild das Kindergeld an die oftmals niedrigeren Lebenshaltungskosten in den Heimatländern anzupassen.
    9 min

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