Langsam Gesprochene Nachrichten | Audios | DW Deutsch lernen

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  • 16.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-DateiFast 8000 Menschen aus Aleppo gebracht:
    Im syrischen Aleppo dauert die Evakuierung der östlichen Stadtteile an. Fast 8000 Menschen hätten die ehemals von Rebellen gehaltenen Gebiete verlassen, teilte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu mit. Laut Aktivisten warten tausende Menschen bei winterlichen Temperaturen auf Busse, die sie aus der Stadt bringen sollen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz erklärte, es könne noch Tage dauern, bis die Evakuierung abgeschlossen sei. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte während eines Besuches in Japan, das nächste Ziel sei eine Waffenruhe für ganz Syrien. Er strebe gemeinsam mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan neue Friedensgespräche in der kasachischen Hauptstadt Astana an. Sie sollten zusätzlich zu den Genfer Syrien-Verhandlungen geführt werden.
    Merkel prangert "Verbrechen" Russlands an:
    Zum Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel hat Kanzlerin Angela Merkel Russland und dem Iran vorgeworfen, für Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung im syrischen Aleppo verantwortlich zu sein. Diese Verbrechen müssten geahndet werden, sagte Merkel vor Journalisten. EU-Ratspräsident Donald Tusk erklärte, den Europäern sei das Leiden in Aleppo nicht egal. Die EU kündigte an, sie wolle alle verfügbaren diplomatischen Kanäle nutzen, um die Not der Menschen zu lindern. In Brüssel haben sich die Staats- und Regierungschefs zudem auf eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben und eine engere Partnerschaft mit der NATO geeinigt. Ohne Großbritannien vereinbarten die EU-Mitglieder auch einige Grundsätze für die Verhandlungen über den Brexit, die nächstes Jahr beginnen sollen.
    Obama droht russischen Hackern mit Vergeltung:
    US-Präsident Barack Obama hat Vergeltung für russische Hackerangriffe während des US-Wahlkampfs angekündigt. Es gebe keinen Zweifel daran, dass die Vereinigten Staaten handeln müssten, wenn eine ausländische Regierung versuche, die Integrität der US-Wahlen anzugreifen, sagte Obama dem Rundfunksender NPR. Dies werde man zu einem geeigneten Zeitpunkt und an einem geeigneten Ort tun. Zuvor hatte bereits Obama-Berater Ben Rhodes dem russischen Staatschef Wladimir Putin eine direkte Verantwortung für die Hackerangriffe zugewiesen. "Nichts von derartiger Tragweite" geschehe in der russischen Regierung, ohne dass Putin davon wisse, sagte er dem Fernsehsender MSNBC. Der Sender NBC News hatte berichtet, dass Putin Anweisungen für den Umgang mit gehackten E-Mails der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gegeben habe. Putins Sprecher Dmitri Peskow wies die Vorwürfe als "lächerlich" zurück.
    Parlament in Athen billigt Sonderzahlung für Rentner:
    Das griechische Parlament hat eine umstrittene Sonderzahlung für Rentner gebilligt. Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte vorgeschlagen, Rentnern mit niedrigen Bezügen zu Weihnachten einmalig insgesamt 617 Millionen Euro auszuzahlen. Tsipras brachte damit die internationalen Geldgeber, auf die Griechenland unverändert angewiesen ist, gegen sich auf. Der Regierungschef wird an diesem Freitag zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin erwartet.
    Freiburger Mordfall: Griechenland wehrt sich gegen deutsche Vorwürfe:
    Im Fall des Flüchtlings Hussein K., der des Mordes an einer Studentin in Freiburg verdächtigt wird, haben sich die griechischen Behörden erstmals offiziell zu Wort gemeldet. Die Fingerabdrücke und die Personalien des mutmaßlichen Mörders seien im Eurodac-System, der europäischen Datenbank zur Speicherung von Fingerabdrücken, hinterlegt gewesen, hieß es in Athen. Diese Informationen seien allen europäischen Sicherheitsbehörden zugänglich gewesen. Der angeblich aus Afghanistan stammende Flüchtling war in Griechenland wegen eines Angriffs auf eine Frau bereits in Haft, wurde dann unter Auflagen freigelassen und tauchte unter. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte den griechischen Behörden im Zusammenhang mit dem Freiburger Fall Vorwürfe gemacht. Im Kern geht es um die Frage, warum den deutschen Behörden bei der Einreise von Hussein K. die griechische Vorstrafe wegen versuchten Mordes nicht auffiel.
    Schuldspruch im Fall der Todesschüsse von Charleston:
    Anderthalb Jahre nach dem Attentat auf eine afroamerikanische Kirchengemeinde in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina hat ein Gericht den rassistischen Täter in allen Anklagepunkten für schuldig befunden. Der 22-jährige Dylann Roof hatte während einer Bibelstunde den Pastor und acht Gemeindemitglieder erschossen. Die Tat hatte großes Entsetzen ausgelöst. Das Strafmaß soll im Januar verkündet werden. Dem Täter droht die Todesstrafe.
    10 min
  • 15.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Neue Hoffnung auf Evakuierung Ost-Aleppos :
    In der umkämpften syrischen Großstadt Aleppo sind die Hoffnungen auf eine Waffenruhe und eine Evakuierung wieder gewachsen. Vertreter der Rebellengruppen Nureddin al-Sinki und Ahrar al-Scham sagten der Nachrichtenagentur AFP, nach Verhandlungen zwischen Russland und dem türkischen Roten Halbmond sei eine Feuerpause in Kraft getreten. In der Nacht hatten die Gefechte nachgelassen. Die russische und die syrische Armee haben nach Angaben des Moskauer Verteidigungsministeriums Busse und Krankenwagen bereitgestellt, um Aufständische und ihre Familien aus Ost-Aleppo in die nordwestliche Stadt Idlib zu bringen. Die Präsidenten der Türkei und Russlands, Recep Tayyip Erdogan und Wladimir Putin, hatten am Abend miteinander telefoniert, nachdem am Mittwoch die Lage noch einmal eskaliert war. In den vergangenen Tagen war es den Truppen von Staatschef Baschar al-Assad mit Unterstützung der russischen Luftwaffe sowie schiitischer Milizen unter anderem aus dem Iran gelungen, den seit 2012 von den Rebellen gehaltenen Ostteil Aleppos fast vollständig zurückzuerobern.
    US-Sender: Putin selbst in Hackerangriff verwickelt:
    Zum Hackerangriff auf das Computersystem der US-Demokraten werden immer neue Details bekannt. So berichtet jetzt der US-Sender NBC, Russlands Präsident Wladimir Putin habe selbst Anweisungen für den Umgang mit den gehackten Mails der Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton gegeben. Der Sender beruft sich auf zwei hochrangige Geheimdienstverantwortliche. Die Zeitung "Washington Post" hatte am Freitag unter Berufung auf interne Unterlagen des CIA gemeldet, dass Insider mit Verbindungen nach Moskau die Enthüllungsplattform Wikileaks mit gehackten E-Mails der Demokratischen Partei versorgt hätten. Die "New York Times" hatte berichtet, US-Geheimdienste gingen "mit hoher Sicherheit" davon aus, dass russische Hacker in die Computersysteme sowohl der Republikaner als auch der Demokraten eingedrungen seien. Sie hätten aber nur die von den Demokraten gestohlenen Informationen an die Öffentlichkeit gebracht.
    Eine Milliarde Yahoo-Konten von Hackerangriff betroffen:
    Nach Angaben des US-amerikanischen Internetunternehmens Yahoo sind im August 2013 mehr als eine Milliarde Benutzerkonten Ziel eines Hackerangriffs geworden. Dem Konzern zufolge könnten dabei unter anderem Daten wie E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Passwörter von Yahoo-Nutzern gestohlen worden sein. Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass das Unternehmen mit Datenschutzproblemen Schlagzeilen macht. Im September hatte Yahoo angegeben, dass Ende 2014 mindestens 500 Millionen Benutzerkonten gehackt wurden. Nach Angaben des Konzerns gibt es keine Verbindung zwischen beiden Attacken.
    Trump trifft Silicon-Valley-Bosse:
    Der designierte US-Präsident Donald Trump hat sich mit Chefs der amerikanischen High-Tech-Branche getroffen, um über die Schaffung von Arbeitsplätzen und das Wirtschaftswachstum zu sprechen. Zu den geladenen Gästen zählten unter anderem Amazon-Chef Jeff Bezoz, Apple-Boss Tim Cook und Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg. An dem Treffen nahmen auch drei von Trumps Kindern teil. Zuvor hatte Trump den Vorsitzenden des Elektroauto-Pioniers Tesla, Elon Musk, sowie den Chef des Fahrtdienstes Uber, Travis Kalanick, als Wirtschaftsberater nominiert. Im US-Wahlkampf hatte die Mehrheit der Silicon-Valley-Bosse mit der Demokratin Hillary Clinton sympathisiert.
    China stationiert offenbar neue Waffen im Südchinesischen Meer:
    Satellitenbilder deuten darauf hin, dass China seine militärische Präsenz im Südchinesischen Meer weiter ausgebaut hat. Nach einer jetzt veröffentlichten Auswertung der US-Denkfabrik CSIS zeigen die Bilder, dass China nun auf allen sieben künstlichen Inseln, die es in der Region aufgeschüttet hat, Flugabwehr-Waffen oder andere Verteidigungssysteme besitzt. Peking hatte bereits im Februar Kritik von Nachbarstaaten und den USA auf sich gezogen, als es einige Raketenbatterien zur Abwehr gegen Luftangriffe in der Region stationiert hatte.
    Geigensammler Weinstein erhält Bundesverdienstkreuz:
    Der israelische Geigenbauer Amnon Weinstein ist für sein Projekt "Violins of Hope" mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Der in Tel Aviv lebende Geigenbauer sammelt und restauriert Violinen jüdischer Musiker, die im Nationalsozialismus verfolgt oder getötet wurden. Seit 2006 verleiht Weinstein die Geigen für Gedenkkonzerte an Orchester auf der ganzen Welt. Bei der Überreichung des Ordens sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, die Instrumente seien eine Mahnung, dass so etwas wie der Holocaust nie wieder passieren dürfe.
    10 min
  • 14.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Armee hat Ost-Aleppo zurückerobert - Evakuierung verzögert sich:
    Das syrische Militär hat nach russischen Angaben die vollständige Kontrolle über Ost-Aleppo zurückerlangt. Der russische Gesandte bei den Vereinten Nationen, Witali Tschurkin, sagte, die Gefechte in der Stadt seien beendet. Die Rebellen hatten zuvor ihren Widerstand aufgegeben und sich mit der Führung in Damaskus auf einen Waffenstillstand verständigt. Der vereinbarte freie Abzug von Kämpfern und Zivilisten aus den ehemaligen Rebellengebieten verzögerte sich zunächst. Die Kriegsparteien machten sich gegenseitig dafür verantwortlich. Die Vereinten Nationen boten ihre Hilfe an. Die Waffenruhe war unter Vermittlung Russlands und der Türkei zustande gekommen. - Insbesondere auch das russische Eingreifen vor 18 Monaten hatte dem Regime Baschar al-Assads neuen Aufschwung gegeben. Die Verbündeten Assads hatten das Ziel ausgegeben, Aleppo noch vor Jahresende vollständig zurückzuerobern.
    Französische Nationalversammlung will Ausnahmezustand verlängern:
    Frankreichs Nationalversammlung hat für eine weitere Verlängerung des Ausnahmezustands gestimmt. Die Abgeordneten sprachen sich in der Nacht zum Mittwoch mit 288 zu 32 Stimmen dafür aus, die Sonderrechte bis zum 15. Juli 2017 zu verlängern. Die Gegner kritisieren die Sonderrechte als "ineffizient" und "gefährlich" für die Grundrechte. Der Ausnahmezustand ist seit den Pariser Terroranschlägen im November 2015 in Kraft. Er erlaubt unter anderem Durchsuchungen und Hausarreste ohne Richterbeschluss. Die Regierung hatte wegen des "erhöhten Anschlagsrisikos" vor den Wahlen in Frankreich im nächsten Jahr um die Verlängerung gebeten. Der Senat wird am Donnerstag über den Vorschlag der Regierung beraten. Die Annahme gilt als Formsache.
    EVP will Italiener Tajani als EU-Parlamentspräsidenten:
    Die konservative Europäische Volkspartei (EVP) geht mit dem Italiener Antonio Tajani ins Rennen um die Nachfolge von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Der 63-jährige Tajani setzte sich in einer fraktionsinternen Abstimmung gegen die Irin Mairead McGuinness, den Slowenen Alojz Peterle und den Franzosen Alain Lamassoure durch. Bei der Abstimmung am 17. Januar braucht der EVP-Kandidat jedoch - wie auch seine Kontrahenten der sozialistischen und der liberalen Fraktion - die Unterstützung aus anderen Lagern, um eine Mehrheit bei den 751 Delegierten des EU-Parlaments zu erreichen. Tajani sitzt seit 1994 für die konservative Forza Italia von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi im Europäischen Parlament und ist seit zwei Jahren einer der 14 Vizepräsidenten.
    Landesweite Demonstrationen gegen polnische Regierung:
    Zehntausende haben gegen die nationalkonservative Regierung Polens demonstriert. Anlässlich des 35. Jahrestages der Verhängung des Kriegsrechts versammelten sich die Demonstranten in Warschau vor dem einstigen Parteisitz der Kommunisten und zogen dann zum Parteigebäude der Regierungspartei PiS. Der Führer der pro-demokratischen Bewegung KOD, Mateusz Kijowski, sagte, die Regierung greife sie "heute wie vor 35 Jahren an" und nehme den Polen ihre Freiheit. PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski sagte dagegen, Polen sei "die europäische Nation mit den meisten Freiheiten". Die Regierungspartei PiS hielt ihre eigene Veranstaltung zur Erinnerung an das Kriegsrecht ab. Nach Medienberichten gab es in mehr als 80 Städten landesweit Demonstrationen.
    Afghanischer Vizepräsident Dostum schwer belastet:
    Wegen des Vorwurfs der Entführung, Misshandlung und Vergewaltigung eines Rivalen muss Afghanistans Vizepräsident Abdul Raschid Dostum mit einer Untersuchung in seinem Land rechnen. Sein politischer Gegenspieler Ahmad Ishchi berichtete unter anderem dem Sender Tolo, er sei auf Befehl Dostums von dessen Leibwächtern im vergangenen Monat verschleppt, gefoltert und gemeinschaftlich vergewaltigt worden. Der einstige Kriegsherr habe ihm gedroht, er könne ihn töten "und keiner werde danach fragen", sagte Ishchi der "New York Times". Der Usbeke Dostum, dem eine Reihe von Kriegsverbrechen vorgeworfen werden, wies die Beschuldigungen als Diffamierung zurück. Doch die US-Botschaft in Kabul sowie die EU, Australien und Kanada verlangen inzwischen eine Untersuchung. Aus dem Präsidentenpalast in Kabul hieß es, man werde den Vorwürfen nachgehen.
    USA stellen Munitionslieferungen an Saudi-Arabien ein:
    Die USA haben die Lieferung von Munition an den traditionellen "Sicherheitspartner" Saudi-Arabien gestoppt. Grund dafür ist das militärische Vorgehen Saudi-Arabiens in dem Bürgerkriegsland Jemen. Ein hochrangiger Regierungsvertreter in Washington kritisierte die hohe Zahl an getöteten Zivilisten. Ausschlaggebend für den Lieferstopp war anscheinend der Luftangriff des arabischen Militärbündnisses im Oktober auf eine Beerdigung in Sanaa, bei dem mehr als 140 Trauergäste starben. Nach dem Angriff hatten die USA angekündigt, ihre Unterstützung für die Koalition zu überprüfen.
    10 min
  • 13.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Papst schreibt an Syriens Machthaber Assad:
    Papst Franziskus hat den syrischen Machthaber Baschar al-Assad in einem persönlichen Brief zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts aufgerufen. Der Schutz von Zivilisten und der Zugang zu humanitärer Hilfe müssten gewährleistet werden, mahnt das Oberhaupt der katholischen Kirche in dem Schreiben, das der Vatikanbotschafter in Syrien überreichte. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich alarmiert angesichts zahlreicher Berichte über Gräueltaten gegen Zivilisten im umkämpften syrischen Ostteil von Aleppo. Unter den Opfern seien viele Frauen und Kinder. Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz wiesen auf die verheerende Lage Tausender Zivilisten dort hin. Die Menschen seien den Kämpfen zwischen Assad-Truppen und Rebellen schutzlos ausgeliefert, sie könnten nicht fliehen. Die Großstadt Aleppo steht kurz vor der vollständigen Eroberung durch die syrische Armee, die durch russische Luftangriffe unterstützt wird.
    Lage für Journalisten in der Türkei besonders gefährlich:
    Weltweit sind nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) derzeit mindestens 348 Journalisten wegen ihrer Arbeit im Gefängnis. Das sind 20 mehr als vor einem Jahr, wie die international tätige Nichtregierungsorganisation in Berlin mitteilte. Die meisten der Inhaftierten gibt es demnach in der Türkei, gefolgt von China, Syrien, Ägypten und dem Iran. Unter den im Gefängnis sitzenden 348 Medienschaffenden sind neben 187 professionellen Journalisten auch 146 Blogger und "Bürgerjournalisten" sowie 15 sonstige Medienmitarbeiter. Die Hexenjagd gegen Journalisten in der Türkei sprenge alle bekannten Dimensionen, beklagte ROG-Vorstandssprecherin Britta Hilpert. Allein in dem NATO-Land sind weit über 100 Journalisten inhaftiert.
    Zwei Jesidinnen erhalten Sacharow-Preis:
    Zwei von der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) verschleppte Jesidinnen werden an diesem Dienstag mit dem diesjährigen Sacharow-Preis des Europaparlaments ausgezeichnet. Die 23 Jahre alte Nadia Murad und die 18-jährige Lamia Hadschi Baschar waren im August 2014 von IS-Kämpfern aus ihrem Dorf im Norden des Irak verschleppt und monatelang sexuell ausgebeutet worden, bis ihnen die Flucht nach Deutschland gelang. Seither prangern sie die Gräueltaten der IS-Milizen an, die Tausende von Frauen und Mädchen verschleppt haben. Murad macht zudem als UN-Sonderbotschafterin auf das Schicksal der religiösen Minderheit der Jesiden aufmerksam. Beide Frauen wurden in Baden-Württemberg aufgenommen. Der nach dem verstorbenen russischen Dissidenten und Physiker Andrej Sacharow benannte Preis wird seit 1988 an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich für Menschenrechte und Demokratie einsetzen.
    Medien: Exxon-Mobil-Chef Tillerson wird US-Außenminister:
    Der Chef des Ölkonzerns Exxon Mobil, Rex Tillerson, wird laut übereinstimmenden Medienberichten neuer US-Außenminister. Nach wochenlangem Gerangel um den wichtigen Posten habe sich der designierte US-Präsident Donald Trump für den 64-jährigen Russland-Freund entschieden, berichten US-Medien wie die "Washington Post", "New York Times" und "NBC". Trump selbst kündigte an, dass er im Tagesverlauf die Personalentscheidung zum State Department öffentlich machen werde. Der Milliardär hatte zuletzt im Kurznachrichtendienst Twitter Tillerson als "Weltklasse-Akteur und Macher" gelobt. Tillerson steht seit 2004 an der Spitze des texanischen Ölgiganten und gilt als erfahrener Verhandler. Sein Unternehmen ist in mehr als 50 Staaten tätig und unterhält besonders enge Geschäftsbeziehungen zu Russland.
    Guterres fordert umfassende Reform der Vereinten Nationen:
    Der Portugiese António Guterres hat seinen Amtseid als Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN) abgelegt. In seiner darauffolgenden Rede vor der UN-Vollversammlung in New York forderte Guterres eine Reform der Weltorganisation. Die UN müssten "wendiger und effizienter" werden, mehr Verantwortung übernehmen, Bürokratie abbauen und den Menschen schneller Ergebnisse liefern. Guterres kritisierte auch die UN-Friedensmissionen. Die Blauhelme würden häufig entsandt, um einen Frieden zu sichern, den es nicht gebe. Es sei an der Zeit, dass die UN "ihre Unzulänglichkeiten anerkennen und ihre Funktionsweise ändern", sagte Guterres in seiner abwechselnd auf Französisch, Englisch und Spanisch gehaltenen Rede. Der 67-Jährige tritt zum Jahresbeginn die Nachfolge des Südkoreaners Ban Ki Moon an.
    10 min
  • 12.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Trump stellt Ein-China-Politik infrage:
    Neue Äußerungen von Donald Trump, die USA müssten nicht unbedingt an die Ein-China-Politik gebunden sein, haben in Peking für Aufregung gesorgt. Ein außenpolitischer Experte beschrieb den designierten US-Präsidenten als diplomatisch "unreif". China müsse ihm klar machen, wie ernst das Problem sei und Druck ausüben", sagte Li Haidong, Professor an der Universität für auswärtige Angelegenheiten in Peking der staatlichen Zeitung "Global Times". Die Taiwanfrage sei nicht verhandelbar. In einem Interview mit "Fox News" hatte Trump gesagt, er verstehe die langjährige US-Position, wonach Peking als alleinige Regierung eines Chinas anerkannt wird, voll und ganz. Aber er verstehe nicht, warum die USA an eine Ein-China-Politik gebunden sein müssten, solange es keinen Deal mit China über andere Dinge gebe, darunter den Handel." - Peking sieht Taiwan als abtrünnige Provinz. Zuvor hatte bereits sein Telefonat mit Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen für Wirbel gesorgt.
    Medien: Mehr als 100 prokurdische Politiker festgenommen:
    Nach dem Doppelanschlag in Istanbul sind mehr als einhundert Vertreter der prokurdischen Partei HDP festgenommen worden. Bei den landesweiten Einsätzen seien unter anderem die HDP-Chefs von Istanbul und Ankara in Gewahrsam genommen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Den insgesamt 118 Verdächtigen werden demnach Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zur Last gelegt. - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Präsident Recep Tayyip Erdogan nach den Anschlägen vom Freitag mit inzwischen 39 Toten eine engere Kooperation im Kampf gegen den Terrorismus angeboten. Zu den Anschlägen bekannte sich die extremistische PKK-Splittergruppe "Freiheitsfalken". Erdogan hat Deutschland wiederholt vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen extremistische Kurden vorzugehen.
    Von der Leyen will mehr Soldaten nach Mali schicken:
    Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen plant eine deutliche Ausweitung des Bundeswehr-Einsatzes in Mali. Die Zahl der in dem westafrikanischen Krisenstaat stationierten Soldaten solle von derzeit 650 auf rund 1.000 erhöht werden, sagte die CDU-Politikerin der "Bild"-Zeitung. Hintergrund sei eine Vereinbarung zwischen Deutschland und den Vereinten Nationen, im Frühjahr von den Niederländern eine Rettungskette im Norden Malis zu übernehmen. Die Bundeswehr stelle Rettungshubschrauber und zu deren Schutz Kampfhubschrauber, um im Notfall verletzte Soldaten ausfliegen zu können, teilte von der Leyen mit. Der Mali-Einsatz sei mit das gefährlichste Mandat, das die Bundeswehr zur Zeit erfülle, betonte die Verteidigungsministerin. Der Norden Malis war 2012 zeitweise in der Hand von islamistischen Rebellen. Die EU hat derweil mit Mali ein Abkommen unterzeichnet, um die Rückkehr von Flüchtlingen in das afrikanische Land zu beschleunigen, deren Asylbegehren in Europa abgelehnt wurden.
    Syrische Armee erobert großen Stadtteil von Aleppo:
    Die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad sind in Aleppo weiter auf dem Vormarsch. Aktivisten melden, das Regime habe inzwischen die einstigen Rebellengebiete fast vollständig unter Kontrolle. In der Nacht zum Montag sei das Stadtviertel Scheich Said am südöstlichen Stadtrand erobert worden. Damit stünden die Regierungstruppen nun in 90 Prozent der früheren Rebellengebiete im Ostteil der Stadt. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. Noch immer versuchen offenbar tausende Menschen aus den einstigen Rebellengebieten Aleppos zu fliehen.
    DGB-Chef Hoffmann bei rot-rot-grünem Treffen:
    Abgeordnete von SPD, Grünen und Linken haben in Berlin erneut über die Chancen für ein rot-rot-grünes Bündnis nach der Bundestagswahl 2017 beraten. An dem Treffen nahm auch der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, teil. Mitte Oktober hatten sich rund 100 Abgeordnete erstmals zu einem rot-rot-grünen Dialog zusammengefunden. Überraschend war seinerzeit SPD-Chef Sigmar Gabriel in der Runde aufgetaucht. Nach aktuellen Umfragen werden die drei Parteien bei der Bundestagswahl keine gemeinsame Regierungsmehrheit erhalten.
    Sozialdemokraten gewinnen Parlamentswahl in Rumänien:
    In Rumänien haben die Sozialdemokraten (PSD) die Parlamentswahl klar gewonnen. Die PSD liege bei rund 47 Prozent, teilte das Zentrale Wahlbüro in Bukarest nach Auszählung von zwei Dritteln der Stimmzettel mit. Halte der Trend an, sei die absolute Mehrheit der Sitze für die Sozialdemokraten möglich. Unklar ist, ob der PSD-Chef Liviu Dragnea Ministerpräsident wird. Er ist wegen Wahlmanipulationen vorbestraft. Staatspräsident Klaus Iohannis hatte vor der Wahl erklärt, dass er keinen Politiker mit Justizproblemen mit der Regierungsbildung beauftragen werde.
    10 min
  • 10.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Russland griff laut Washington Post in US-Wahlkampf ein, um Trump zum Sieger zu machen:
    Russland hat laut einem Zeitungsbericht Einfluss auf die Wahl in den USA genommen, um gezielt dem Republikaner Donald Trump zum Sieg zu verhelfen. Die "Washington Post" berichtet unter Berufung auf eine Einschätzung der CIA, es seien Personen mit Verbindung zur russischen Regierung identifiziert worden, die tausende gehackte Mails etwa vom Wahlkampfkomitee der unterlegenen Kandidatin Hillary Clinton an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergeleitet hätten. Andere US-Geheimdienste teilten diese Einschätzung. Eine CIA-Sprecherin wollte den Bericht nicht bestätigen. Die USA hatten Russland im Oktober vorgeworfen, hinter Hackerangriffen auf US-Bürger und politische Organisationen zu stecken, um die Wahl am 8. November zu beeinflussen. Die Regierung in Moskau bestreitet dies. Der scheidende US-Präsident Barack Obama ordnete derweil eine umfassende Untersuchung der Hackerangriffe während des Präsidentschaftswahlkampfs an. Der Untersuchungsbericht soll noch vor Ende seiner Amtszeit am 20. Januar vorgelegt werden.
    Exxon-Chef Favorit für Amt des US-Außenministers :
    Der künftige US-Präsident Donald Trump favorisiert nach Angaben aus seinem Team den Chef des Ölkonzerns Exxon, Rex Tillerson, für den Posten des Außenministers. Trump werde mit Tillerson voraussichtlich am Wochenende nochmals sprechen, sagte ein Mitarbeiter des designierten Präsidenten. New Yorks ehemaliger Bürgermeister Rudy Giuliani zog sich aus dem Rennen um die Kabinettsposten zurück. Er habe das Trump-Team gebeten, ihn nicht mehr als einen möglichen Kandidaten für das Amt des Außenministers zu betrachten, teilte Giuliani mit.
    Atomkonzerne ziehen Teil ihrer Klagen gegen den Bund zurück:
    Die Betreiber der deutschen Kernkraftwerke wollen einen Teil ihrer Klagen gegen den Bund im Zusammenhang mit dem Atomausstieg und der Atommüllentsorgung zurückziehen. Das teilten sie in Schreiben an die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU, SPD und Grünen mit. Diese begrüßten die Entscheidung. Die Energiekonzerne Vattenfall, Eon, RWE und EnBW reagieren damit auf ein vom Bundeskabinett bereits beschlossenes Gesetzespaket zur Finanzierung des Atomausstiegs. Danach sollen die vier Unternehmen 23,55 Milliarden Euro in einen staatlichen Fonds überweisen, der die Zwischen- und Endlagerung von Atommüll in den nächsten Jahrzehnten managen soll. Mit weiteren Forderungen hätten die Konzerne dann nicht mehr zu rechnen.
    IOC-Chef Bach: Aktive Doper lebenslang von Olympia ausschließen:
    Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat nach der Veröffentlichung des McLaren-Reports über Doping im russischen Sport erste Konsequenzen angekündigt. Alle eingelagerten Dopingproben russischer Athleten von den Olympischen Spiele 2012 in London sollen nachgetestet werden. IOC-Präsident Thomas Bach forderte einen lebenslangen Olympia-Bann für alle Dopingsünder. Nach dem Abschlussbericht des kanadischen Sonderermittlers Richard McLaren haben zwischen 2011 und 2015 mehr als 1000 russische Athleten in 30 Sportarten von einem staatlich gelenkten Doping-System profitiert.
    Nobelpreise werden überreicht - Bob Dylan kommt nicht:
    In Norwegen und Schweden werden an diesem Samstag die diesjährigen Nobelpreise verliehen. Den Friedensnobelpreis erhält in Oslo Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos, der für seine Aussöhnungspolitik mit der linken FARC-Guerilla in seinem Land geehrt wird. In Stockholm werden die Nobelpreise für Medizin, Chemie, Physik und Wirtschaft verliehen. Nicht überreicht werden kann der Literatur-Nobelpreis: Der US-Musiker Bob Dylan hat seine Teilnahme an der Zeremonie abgesagt.
    7 min
  • 09.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Südkoreas Parlament leitet Amtsenthebung von Präsidentin Park ein:
    Nach wochenlangen Protesten gegen Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye hat das Parlament ein Amtsenthebungsverfahren gegen die 64-Jährige eingeleitet. Die Opposition erzielte mit ihrem Antrag auf Entmachtung des Staatsoberhaupts die notwendige Zweidrittelmehrheit, für die auch Stimmen aus Parks eigener Partei notwendig waren. Die Politikerin steht wegen einer Korruptionsaffäre unter Druck, ihr werden Amtsmissbrauch und Verstöße gegen die Verfassung vorgeworfen. Nach dem Parlament muss nun noch das Verfassungsgericht zustimmen, was Monate dauern könnte.
    ARD-Trend: Gabriel gegen Merkel chancenlos:
    Eine Mehrheit der Deutschen begrüßt die erneute Kanzlerkandidatur von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das geht aus dem neuen ARD-Deutschlandtrend hervor. Demnach finden sechs von zehn Deutschen die CDU-Entscheidung richtig. Würde der Koalitionspartner SPD-Parteichef Sigmar Gabriel ins Rennen schicken, wäre dieser gegen Merkel chancenlos. Nur 19 Prozent würden Gabriel wählen. Mit dem Wechsel von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz in die Berliner Politik wendet sich das Blatt. Würde er für die Kanzlerkandidatur nominiert, fiele die Entscheidung der Deutschen knapper aus: 43 Prozent stimmten für Angela Merkel und 36 Prozent für Martin Schulz.
    Aktivisten und Rebellen: Kämpfe in Aleppo gehen weiter:
    Trotz einer von Russland verkündeten Waffenruhe gehen die Kämpfe in der nordsyrischen Stadt Aleppo Aktivisten zufolge weiter. Es gebe noch immer Gefechte zwischen Regimekräften und oppositionellen Milizen, meldet die in England ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Auch Einwohner der Rebellengebiete in Ost-Aleppo berichteten von Artilleriebeschuss und Kampfjets am Himmel. Ein Sprecher der Rebellenmiliz Nur al-Din al-Sinki erklärte, das Regime und Russland versuchten die Nachricht von einer Waffenruhe zu verbreiten. Tatsächlich gebe es weiterhin Angriffe aus der Luft und mit Artillerie. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte beim Treffen der OSZE in Hamburg erklärt, Syriens Armee habe ihre Angriffe in Aleppo unterbrochen, um etwa 8000 Zivilisten aus der Stadt zu bringen.
    Tsipras will griechischen Rentnern Weihnachtsgeld zahlen:
    Das um weitere Milliarden-Hilfe kämpfende Euro-Sorgenkind Griechenland zahlt ärmeren Rentnern ein Weihnachtsgeld. Ruheständler, die weniger als 850 Euro im Monat erhalten, sollen dieses Jahr eine dreizehnte Rente bekommen. Insgesamt würden 617 Millionen Euro an 1,6 Millionen Rentnerinnen und Rentner verteilt, kündigte Regierungschef Alexis Tsipras an. Nach seinen Worten sind die Sonderzahlungen für Rentner möglich, weil Griechenland dieses Jahr mehr primären Überschuss, also ohne Schuldendienst, erreichen konnte.
    Regierung verstärkt Kampf gegen Genitalverstümmelung:
    Die Bundesregierung will junge Frauen aus Zuwandererfamilien besser vor Genitalverstümmelung schützen. Dazu soll Begleitern, die mit ihnen für den Eingriff ins Ausland reisen wollen, der Reisepass entzogen werden. Das Bundeskabinett wolle am Freitag eine entsprechende Änderung des Passgesetzes beschließen, berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Teilweise reisten Familien mit ihren Kindern in den Ferien etwa nach Afrika, Nahost oder Asien, um in ihren Heimatländern den Mädchen Teile der Schamlippen und der Klitoris entfernen zu lassen, hieß es weiter. Der drohende Passentzug sei ein "bedeutender Schritt", um junge Frauen besser zu schützen, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. In Deutschland wird die Zahl der verstümmelten Mädchen und Frauen auf mindestens 30.000 geschätzt.:
    Möglicher Machtwechsel in Ghana:
    Im westafrikanischen Ghana zeichnet sich ein politischer Machtwechsel ab. Nach aktuellem Auszählungsstand erhielt Oppositionskandidat Nana Akufo-Addo bei der Präsidentschaftswahl 53 Prozent der Stimmen, der 58-jährige Amtsinhaber John Mahama vom regierenden Nationaldemokratischen Kongress (NDC) kam demnach auf 45 Prozent. Der 72-jährige Akufo-Addo, der zum dritten Mal antrat, und seine Neue Patriotische Partei (NPP) hatten bereits am Donnerstag, einen Tag nach der Wahl, ihren Sieg verkündet. Regierungsanhänger und Wahlbeobachter kritisierten dies scharf. Die Wahlkommission teilte mit, die Endergebnisse der Wahl würden erst in 72 Stunden vorliegen.
    US-Raumfahrtlegende Glenn stirbt im Alter von 95 Jahren:
    Der US-Astronaut John Glenn, der als erster Amerikaner die Erde umkreiste, ist tot. Glenn starb im Alter von 95 Jahren in einem Krankenhaus im US-Bundesstaat Ohio. Der 1921 in Cambridge in Ohio als Sohn eines Eisenbahnschaffners geborene Glenn umrundete 1962 als erster US-Amerikaner in einem Raumschiff die Erde. In der Mercury-Kapsel "Friendship 7" brauchte er dafür fünf Stunden. Allerdings hatten die USA den Wettlauf um den ersten Menschen im All verloren: Als erster Mensch war wenige Monate zuvor der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin um die Erde gekreist.
    10 min
  • 08.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Steinmeier fordert Lawrow zu konstruktiver Mitwirkung auf:
    Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat Russland zur konstruktiven Mitwirkung in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) aufgefordert. Bei einer Begegnung mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow vor dem OSZE-Ministertreffen in Hamburg sagte Steinmeier, Moskau solle daran mitarbeiten, die wieder angewachsenen Spannungen in Europa nicht noch zu verschärfen. Mit Blick auf die Lage in Syrien drängte Steinmeier nach Angaben seines Ministeriums auf eine "sofortige humanitäre Waffenruhe". Weitere Themen waren der Konflikt in der Ukraine, die Bemühungen um eine neue Runde von Rüstungskontrollgesprächen sowie die wirtschaftliche Zusammenarbeit innerhalb der OSZE. Das zweitägige Ministertreffen beginnt an diesem Donnerstag. Die Polizei ist mit mehr als 10.000 Beamten im Einsatz.
    Assad lehnt Waffenruhe in Aleppo ab:
    Trotz der verheerenden humanitären Lage in der umkämpften nordsyrischen Stadt Aleppo hat Machthaber Baschar al-Assad Forderungen nach einer Waffenruhe zurückgewiesen. Diese Möglichkeit existiere praktisch nicht, sagte Assad in einem Interview der syrischen Tageszeitung "Al-Watan". Er warf den USA vor, nur deshalb für eine Feuerpause einzutreten, weil die von Washington unterstützten Rebellen in einer schwierigen Lage seien. Seit Beginn der Offensive Mitte November haben die Regierungstruppen und ihre Verbündeten die von Rebellen verteidigten Stadtviertel im Osten Aleppos zu einem großen Teil zurückerobert. Die Rebellen lehnen bislang einen Abzug aus Aleppo ab. Nach Informationen der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden in den vergangenen drei Wochen in Aleppo rund 500 Zivilisten durch Luftangriffe, Granaten und Artilleriebeschuss getötet.
    Neuer Ärger zwischen Berlin und Ankara:
    Die verzögerte Ausreise einer hochrangigen türkischen Abgeordneten aus Deutschland hat zu diplomatischen Verwicklungen zwischen Ankara und Berlin geführt. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erhob schwere Vorwürfe gegen die deutschen Behörden. Deutschlands Botschafter Martin Erdmann wurde ins türkische Außenministerium zitiert. Hintergrund des Streits ist, dass die stellvertretende türkische Parlamentspräsidentin Aysenur Bahcekapili von der Regierungspartei AKP Anfang Dezember wegen fehlender Papiere für knapp eine Stunde am Flughafen Köln-Bonn festgehalten wurde. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, Botschafter Erdmann sei wegen eines "konsularischen Einzelfalls" zu einem Gespräch ins türkische Außenministerium gebeten worden. In Ankara sagte Erdogan an die Adresse Deutschlands gerichtet: "Ihr empfangt Terroristen als Gast in eurem Land. Aber die stellvertretende türkische Parlamentsvorsitzende dieses Landes und ihre Delegation lasst ihr dort stundenlang an der Tür warten.":
    Trump macht Kohlefreund Pruitt zum EPA-Chef:
    Donald Trump macht Scott Pruitt, der der Kohle- und Ölindustrie nahesteht, zum Chef der mächtigen US-Umweltschutzbehörde EPA. Das bestätigte das Team des designierten US-Präsidenten. Als Chefankläger des Bundesstaates Oklahoma war Pruitt einer der Architekten des Kampfes gegen Präsident Barack Obamas "Clean Power Plan". Diesen Plan für sauberere Kraftwerke bezeichnete Pruitt als "Krieg gegen die Kohle". Die EPA (Environmental Protection Agency) mit Sitz in Washington beschäftigt 17. 000 Menschen. Für Aufsehen sorgte auch eine weitere Personalentscheidung Trumps. Der Ex-General John Kelly soll neuer Heimatschutzminister werden. Das Ministerium gilt wegen seines breiten Aufgabenzuschnitts von der Grenzsicherung bis zur Terrorabwehr als komplizierte Behörde. Die Aufgaben sind mit denen der Innenministerien anderer Länder vergleichbar.
    Antrag auf Amtsenthebung gegen Südkoreas Präsidentin Park:
    Nach wochenlangen Massenprotesten gegen Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye befasst sich jetzt das Parlament mit einem Amtsenthebungsverfahren gegen die 64-Jährige. Die Politikerin steht wegen einer Korruptionsaffäre unter Druck, ihr werden Amtsmissbrauch und Verstöße gegen die Verfassung vorgeworfen. Die Opposition zeigte sich zuversichtlich, dass sie bei der für Freitag vorgesehenen Abstimmung die notwendige Zweidrittelmehrheit für eine Entmachtung der Präsidentin bekommen wird. Dafür werden auch Stimmen aus Parks eigener Partei benötigt. Anschließend müsste noch das Verfassungsgericht zustimmen, was allerdings Monate dauern könnte.
    10 min
  • 07.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Syrische Truppen erobern Altstadt von Aleppo:
    Der Widerstand der Rebellen im heftig umkämpften Ostteil Aleppos bricht immer mehr zusammen. Regierungstruppen brachten jetzt nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte die gesamte Altstadt Aleppos unter ihre Kontrolle. Am Dienstag hatten die Armee und ihre Verbündeten das strategisch wichtige Viertel Al-Schaar eingenommen. Insgesamt hätten die Aufständischen in den vergangenen zwei Wochen rund zwei Drittel des belagerten Ostteils der Stadt eingebüßt. 80.000 Zivilisten seien auf der Flucht. Ein russischer Militärberater wurde bei einem Raketenangriff der Rebellen in Aleppo getötet, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte.
    Viele Tote bei Erdbeben in Indonesien:
    Bei einem schweren Erdbeben in der indonesischen Provinz Aceh sind mindestens 54 Menschen ums Leben gekommen. Offiziellen Angaben zufolge ereignete sich das Beben der Stärke 6,5 im Norden der Insel Sumatra. Zahlreiche Häuser wurden zerstört, das einzige Krankenhaus der Region ist wegen der vielen eingelieferten Verletzten überlastet. Eine Tsunami-Warnung wurde zunächst nicht ausgegeben. - Vor zwölf Jahren waren in der Provinz Aceh nach einem heftigen Seebeben 170.000 Menschen durch einen Tsunami getötet worden. Auch in den Nachbarländern Thailand, Sri Lanka und Indien kamen Zehntausende ums Leben.
    Chef der Chartergesellschaft LaMia verhaftet:
    Nach dem Flugzeugabsturz Ende November in Kolumbien ist jetzt der Chef der bolivianischen Charterfluggesellschaft LaMia verhaftet worden. Mit Gustavo Vargas wurden im bolivianischen Santa Cruz zwei weitere LaMia-Angestellte, eine Sekretärin und der Chefmechaniker, in Polizeigewahrsam genommen, wie die zuständige Staatsanwaltschaft mitteilte. Eine brasilianische Beamtin, die den Flugplan der Absturzmaschine genehmigt hatte, ist derzeit auf der Flucht. Nach ersten Erkenntnissen war das Flugzeug am Montag vergangener Woche wegen Treibstoffmangels abgestürzt. Der Unglückspilot hatte wohl einen Zwischenstopp zum Auftanken ausgelassen. Sechs der 77 Insassen überlebten den Absturz in der Region Medellín. Unter den Todesopfern ist fast die gesamte Mannschaft des brasilianischen Fußball-Erstligisten Chapecoense.
    Argentinien kämpft gegen die Armut:
    Aufgrund der hohen Armut in Argentinien hat die Regierung bis Ende 2019 den sozialen Notstand ausgerufen. Das Abgeordnetenhaus stimmte mit 227 Ja-Stimmen, vier Enthaltungen und einer Gegenstimme für ein Maßnahmenpaket, mit dem vorrangig Arbeitsplätze geschaffen und Kleinunternehmen gefördert werden sollen. Arbeiter in bestimmten Bereichen sollen Anspruch auf einen Mindestlohn und medizinische Versorgung haben. Argentinien ist in einer schweren Rezession, die Armutsrate beträgt nach offiziellen Angaben 32 Prozent. Die Inflation hat sich innerhalb eines Jahres von 30 auf 40 Prozent erhöht. Der seit einem Jahr amtierende liberal-konservative Präsident Mauricio Macri gestand ein, im Kampf gegen die Armut bislang nicht erfolgreich gewesen zu sein.
    Obama verteidigt seine Anti-Terror-Strategie:
    US-Präsident Barack Obama hat die letzte große Rede seiner Amtszeit zur nationalen Sicherheit gehalten. Darin rief er die Amerikaner auf, im Anti-Terror-Kampf an demokratischen Werten festzuhalten. Mit militärischer Stärke allein sei ein Sieg unmöglich, sagte Obama auf einer Luftwaffenbasis im Bundesstaat Florida. Anstatt falsche Versprechungen anzubieten, dass man den Terrorismus beseitigen könne, indem man mehr Bomben abwerfe oder immer mehr Truppen entsende, müsse man die terroristische Bedrohung langfristig angehen und eine nachhaltige Strategie verfolgen. Dabei seien freiheitliche Grundwerte und Gesetze wichtig, so Obama. Ohne seinen designierten Nachfolger Donald Trump beim Namen zu nennen, wies Obama einige von dessen Forderungen zurück. Falsch sei etwa eine Wiederzulassung der umstrittenen Verhörmethode Waterboarding, wobei ein Ertrinken simuliert wird und die als Folter geächtet ist. Zudem lehnte er die Einführung von Religions- und Gesinnungstests für Einwanderer ab.
    9 min
  • 06.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Russland und China verhindern UN-Resolution zu Aleppo:
    Russland und China haben mit ihrem Veto eine Resolution des UN-Sicherheitsrates verhindert, in der eine siebentägige Feuerpause in der schwer umkämpften nordsyrischen Stadt Aleppo gefordert wurde. Russland erklärte zur Begründung, eine Waffenruhe würde den Rebellen und Extremisten nur die Gelegenheit geben, ihre Kräfte umzugruppieren. Der Entwurf sah vor, dass alle Beteiligten die Kämpfe einstellen, damit dringend benötigte Hilfsgüter in die Stadt gebracht werden können. Nach Möglichkeit sollte die Waffenruhe nach sieben Tagen verlängert werden. Das Papier war von Spanien, Ägypten und Neuseeland eingebracht worden. Derzeit strebt Moskau Verhandlungen mit den USA über den Abzug der Rebellen aus dem Ostteil Aleppos an. Diese sind in den vergangenen Wochen deutlich zurückgedrängt worden, wollen den Kampf aber trotz schwerer Verluste und vieler ziviler Opfer nicht aufgeben.
    Cazeneuve wird französischer Ministerpräsident:
    Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve wird neuer Premierminister des Landes. Das teilte der Elysée-Palast mit. Der bisherige Ministerpräsident Manuell Valls hatte das Amt zugunsten seiner Kandidatur für die Vorwahl der Sozialisten bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr abgegeben. Seit Präsident François Hollande seinen Verzicht auf eine zweite Amtszeit verkündet hatte, war damit gerechnet worden, dass Valls ins Kandidatenrennen der Sozialisten einsteigt. Ihren künftigen Staatschef wählen die Franzosen dann in voraussichtlich zwei Wahlgängen am 23. April und 7. Mai.
    Renzi bleibt wahrscheinlich einige Tage länger im Amt :
    In Italien hat Staatspräsident Sergio Mattarella Ministerpräsident Matteo Renzi gebeten, den angekündigten Rücktritt zu verschieben. Um Notregelungen abzuwenden, solle der 41-Jährige im Amt bleiben, bis das Parlament das Haushaltsgesetz für 2017 gebilligt habe, teilte der Präsidentenpalast nach einem Treffen beider Politiker mit. Das Gesetz muss noch im Dezember vom Senat verabschiedet werden. Laut Medienberichten könnte dies bis Ende der Woche geschehen. Mattarella muss Renzis Gesuch annehmen, damit der Rücktritt wirksam wird. Der Regierungschef hatte seinen Rückzug nach der Niederlage beim Referendum über eine Verfassungsreform angekündigt. Diese sah unter anderem eine Verkleinerung und Entmachtung des Senats vor. Gut 59 Prozent der Wahlberechtigten lehnten das Vorhaben aber ab. Die Opposition aus eurokritischer Fünf-Sterne-Bewegung und ausländerfeindlicher Lega Nord verlangte rasche Neuwahlen. In Rom wird auch eine Übergangsregierung für möglich gehalten.
    Merkel stellt sich zur Wiederwahl als CDU-Chefin:
    In Essen beginnt an diesem Dienstag der CDU-Parteitag. Im Mittelpunkt stehen die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie ihre Wiederwahl zur Parteichefin. Merkel tritt nach über 16 Jahren an der Spitze der CDU zum neunten Mal für diesen Posten an und will auch erneut als Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf 2017 ziehen. Bei ihrer Wahl vor zwei Jahren hatte Merkel fast 97 Prozent bekommen. Gewählt werden auch Merkels Stellvertreter: Alle fünf Vizes treten erneut an. Bei der Wahl des CDU-Präsidiums wollen Innenminister Thomas de Maiziere und die neue Berliner Landesvorsitzende Monika Grütters in das höchste CDU-Gremium einziehen. Am Abend erklärte Merkel, die Union werde ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf ziehen. Es gebe Anfechtungen von links und rechts wie seit der Deutschen Einheit nicht mehr. Deswegen müsse die Union aus eigener Kraft so stark werden wie möglich. Regierungsbündnisse mit der Linken und der rechtspopulistischen AfD schloss Merkel aus.
    Amnesty: Halbe Million Menschen in Südosttürkei vertrieben:
    Amnesty International hat die türkische Regierung aufgefordert, tausenden Vertriebenen die Rückkehr in die Kurdenmetropole Diyarbakir zu ermöglichen. Derzeit gebe es keine konkreten und glaubwürdigen Pläne, wie die 24.000 Betroffenen wieder in ihre Häuser im zentralen Bezirk Sur ziehen könnten, sagte der Türkei-Experte der Menschenrechtsorganisation, Andrew Gardner, der Nachrichtenagentur AFP. Die Ausgangssperre, die in Teilen Surs nach wie vor gelte, müsse umgehend aufgehoben werden. Zudem müssten die betroffenen Familien entschädigt werden. In Diyarbakir und anderen Städten im Südosten hatten sich Sicherheitskräfte und Rebellen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) seit Juli 2015 schwere Gefechte geliefert. Der zwei Jahre währende Waffenstillstand zwischen Regierung und PKK war damals gescheitert. Laut Amnesty flohen innerhalb eines Jahres eine halbe Million Menschen im Südosten des Landes vor den Kämpfen.
    10 min

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