Langsam Gesprochene Nachrichten | Audios | DW Deutsch lernen

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  • 05.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Nach Niederlage bei Referendum: Italiens Premier kündigt Rücktritt an:
    In Italien ist Ministerpräsident Matteo Renzi mit dem Referendum über eine Verfassungsreform gescheitert und hat daher seinen Rücktritt angekündigt. Knapp 60 Prozent der Wähler hatten sich bei der Volksabstimmung gegen die von Renzi angestrebte Reform ausgesprochen, die eine Aufhebung des bisherigen parlamentarischen Zwei-Kammern-Systems zur Folge gehabt hätte. Renzi erklärte kurz nach Mitternacht in Rom, dass er wie angekündigt die volle Verantwortung übernehmen und die Konsequenzen ziehen werde. Staatspräsident Sergio Mattarella kommt nun die Aufgabe zu, einen neuen Regierungschef zu bestimmen oder den weiteren Kurs festzulegen. Beobachter befürchten, dass die Situation in Rom eine neue politische und - angesichts der Lage vieler Banken - auch wirtschaftliche Krise heraufbeschwören könnte. Auch auf europäischer Ebene wird die Situation in Italien mit Sorge verfolgt.
    Ex-Grünen-Chef Van der Bellen wird Österreichs Präsident:
    In Österreich hat der frühere Grünen-Chef Alexander Van der Bellen die Präsidentschaftswahl gegen den rechtpopulistischen Kandidaten Norbert Hofer unerwartet deutlich gewonnen. Dem vorläufigen Ergebnis zufolge kam der 72-Jährige Wahlsieger auf 51,7 Prozent, während sein Kontrahent 48,3 Prozent erhielt. Die per Briefwahl abgegebenen Stimmen werden erst an diesem Montag ausgezählt. Insgesamt waren rund 6,4 Millionen Österreicher zur Stimmabgabe aufgerufen. Mit der Entscheidung in Österreich ist der Vormarsch der rechtspopulistischen Parteien in Europa zunächst gestoppt. Die FPÖ erkannte die Niederlage ihres Kandidaten Hofer an. Es werde keine erneute Anfechtung des Ergebnisses geben, erklärte FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache. Van der Bellen hatte bereits die später annullierte Stichwahl am 22. Mai knapp gewonnen. - Spitzenpolitiker in Brüssel, Berlin und Paris äußerten sich erleichtert über das Ergebnis in Österreich.
    Frankreichs Premierminister Valls will Präsidentschaftskandidatur verkünden:
    Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls will nach Angaben aus seinem Umfeld am Abend seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr verkünden. Valls werde sich in Evry südlich von Paris äußern, teilte das Büro des Premierministers mit. Seitdem Präsident François Hollande seinen Verzicht auf eine zweite Amtszeit verkündet hatte, war damit gerechnet worden, dass Valls ins Kandidatenrennen der Sozialisten einsteigt. Bei der Vorwahl der Partei am 22. und 29. Januar 2017 wird außerdem Ex-Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg antreten. Es gilt als wahrscheinlich, dass Valls bei einer Kandidatur das Amt des Regierungschefs abgibt. Das würde eine Kabinettsumbildung erforderlich machen. Als möglicher Nachfolger wird Innenminister Bernard Cazeneuve genannt. - Ihren künftigen Staatschef wählen die Franzosen dann in voraussichtlich zwei Wahlgängen am 23. April und 7. Mai.
    Deutschland und Griechenland wollen zusammenrücken:
    Deutschland und Griechenland wollen ihre Zusammenarbeit in der Sicherheits- und Flüchtlingspolitik verstärken. Man strebe einen engeren und regelmäßigen Austausch an, erklärten Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein griechischer Kollege Nikos Kotzias nach einem Treffen in Athen. Beide betonten in der - vom Auswärtigen Amt veröffentlichten - Erklärung, dass Griechenland und Deutschland direkt von der Flüchtlings- und Migrationskrise betroffen seien - "Griechenland als Erstaufnahmestaat und Deutschland als Zielland". Steinmeier hatte sich in Athen auch mit Staatschef Prokopis Pavlopoulos getroffen.
    Überraschender Stopp für Pipeline in North Dakota:
    Die umstrittene Ölpipeline im US-Bundesstaat North Dakota ist nach erbitterten Protesten von Ureinwohnern und Umweltschützern vorerst gestoppt worden. Das United States Army Corps of Engineers teilte mit, statt des Verlaufs entlang eines Indianerreservats sollten alternative Routen geprüft werden. Die US-Armee ist zuständig, weil sie im Besitz des betreffenden Areals am Cannonball River ist. Gegen die Pipeline gibt es seit Monaten sowohl vor Ort als auch in sozialen Medien Proteste. Sie richten sich gegen eine drohende Verschmutzung der Umwelt. Die Indianer vom Stamm der Standing Rock Sioux sehen heilige Stätten und ihre Wasserversorgung bedroht. Bei Demonstrationen ging die Polizei in den vergangenen Monaten hart zur Sache, es gab mehrere Verletzte. Die Pipeline ist ein 3,8 Milliarden Dollar schweres Projekt. Sie soll Öl von den tausenden Fracking-Bohrstellen im Norden North Dakotas in den Staat Illinois transportieren. Geplant ist eine Länge von fast 1900 Kilometern.
    10 min
  • 03.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Südkoreas Opposition beantragt Amtsenthebungsverfahren gegen Präsidentin Park:
    Die südkoreanische Opposition hat ein Amtsenthebungsverfahren gegen die umstrittene Präsidentin Park Geun Hye beantragt. 171 Abgeordnete des 300 Sitze zählenden Parlaments unterstützten den Antrag, über den das Plenum in einer Woche entscheiden soll. Die Opposition benötigt dann die Hilfe von rund 30 Mitgliedern der Regierungspartei, um die nötige Mehrheit zu bekommen. Park steht seit Wochen wegen einer Korruptionsaffäre unter Druck. Die langjährige Präsidentenfreundin Choi Soon Sil soll ihre Beziehungen zu Park genutzt haben, um Millionenspenden für Stiftungen einzutreiben und sich persönlich zu bereichern. Choi sitzt nun wegen des Verdachts auf Betrug und Machtmissbrauch in Haft. Sollte das Amtsenthebungsverfahren im Parlament Erfolg haben, muss das Verfassungsgericht über den Antrag befinden. Dies kann bis zu sechs Monate dauern. Park selbst hatte sich am Dienstag zu einem vorzeitigen Rücktritt bereit erklärt, diese Frage aber in die Hände des Parlaments gelegt. Die Opposition sieht darin einen Versuch, Zeit zu schinden.
    Peking warnt USA vor Bruch mit Ein-China-Politik:
    Nach dem Telefonat des künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit der taiwanesischen Staatschefin Tsai Ing Wen pocht Peking auf die Beibehaltung der Ein-China-Politik Washingtons. Das Prinzip, nur eine chinesische Führung anzuerkennen, sei der Grundstein der US-chinesischen Beziehungen, sagte Chinas Außenminister Wang Yi dem Hongkonger Fernsehsender Phoenix. Der Anruf vom Freitag sei ein "von Taiwan ausgehecktes Manöver". Im Weißen Haus distanzierte man sich umgehend von dem Telefongespräch. Trump selbst erklärte über den Internetdienst Twitter, dass Tsai ihn lediglich angerufen habe, um ihm zum Wahlsieg zu gratulieren. Taiwan hatte sich nach dem Ende des chinesischen Bürgerkriegs 1948 von China abgespalten und wird seitdem von der Führung in Peking als abtrünnige Provinz betrachtet, nicht als souveräner Staat. Washington unterhält seit 1979 keine diplomatischen Beziehungen mehr zur Regierung in Taipeh.
    USA unterbinden Verkauf von Aixtron :
    Die geplante Übernahme des deutschen Maschinenbau-Unternehmens Aixtron durch ein chinesisches Unternehmen ist vorerst am Einspruch von US-Präsident Barack Obama gescheitert. Das Weiße Haus schloss sich einer Empfehlung der US-Behörde für Auslandsinvestitionen an und blockierte wegen nationaler Sicherheitsbedenken das Geschäft. Hintergrund sind Bedenken, dass Aixtron-Produkte auch militärisch genutzt werden könnten. Die US-Regierung hat in dieser Frage ein Mitspracherecht, weil das Unternehmen aus Herzogenrath bei Aachen auch eine Zweigstelle in Kalifornien hat. Das chinesische Konsortium Grand Chip Investment, hinter dem staatlich kontrollierte Fonds stecken, hatte im Mai eine Übernahmeofferte für Aixtron über 670 Millionen Euro vorgelegt. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte dem Deal zunächst zugestimmt, seine Unbedenklichkeitserklärung aber später widerrufen und eine erneute Prüfung angekündigt.
    Renzi bittet Italiener um Zustimmung zur Verfassungsreform :
    Kurz vor dem in ganz Europa mit Spannung erwarteten Referendum in Italien hat Regierungschef Matteo Renzi seine Landsleute ein letztes Mal zur Zustimmung zu den Verfassungsänderungen aufgerufen. Dies würde nicht nur Italien, sondern auch Europa und die ganze Welt ändern, sagte Renzi auf einer Kundgebung in Florenz. Nach dem Vorschlag des Ministerpräsidenten soll im Rahmen der Verfassungsreform das bisherige System zweier gleichberechtigter Parlamentskammern abgeschafft werden. Angestrebt wird dadurch mehr politische Stabilität, da sich bisher Abgeordnetenhaus und Senat oft gegenseitig blockiert haben. Sollten sich die Bürger bei der Abstimmung am Sonntag gegen die Reform aussprechen, will Renzi zurücktreten.
    Vier Metropolen wollen Dieselautos verbannen:
    Die Städte Paris, Mexiko-Stadt, Athen und Madrid wollen als internationale Vorreiter bis 2025 Dieselautos aus ihren Innenbereichen verbannen, um die Gesundheit der Bürger besser zu schützen. Das beschlossen die vier Bürgermeister bei einem Klimaschutz-Treffen von Vertretern internationaler Großstädte in Mexiko. Sie verpflichteten sich außerdem, "alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, die Nutzung von Elektro- und Hybridautos voranzutreiben".
    9 min
  • 02.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Europol warnt vor weiteren IS-Anschlägen in Europa:
    Die europäische Polizeibehörde Europol warnt vor weiteren Anschlägen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Europa. Durch die Verluste der Dschihadistenmiliz in Syrien und dem Irak steige die Gefahr neuer Anschläge in Westeuropa, schreibt das europäische Anti-Terrorismus Zentrum in einem Bericht. Nach Einschätzung von Geheimdiensten könnten bereits mehrere Dutzend potenzielle IS-Terroristen in Europa sein. Vorstellbar sei, dass auch Autobomben zum Einsatz kommen, weil die Dschihadisten dazu neigten, ihre Vorgehensweise im Nahen Osten zu kopieren.
    Trump nominiert Ex-General Mattis als US-Verteidigungsminister:
    Der designierte US-Präsident Donald Trump will den früheren General James Mattis zum Verteidigungsminister machen. In einer Rede vor Anhängern in Cincinnati gab Trump die Nominierung bekannt. Der Vier-Sterne-General Mattis hat mehr als 40 Jahre Militärdienst hinter sich. Er gilt als einer der profiliertesten strategischen Denker im US-Militär und war unter anderem im Irak und in Afghanistan im Einsatz. Unter Präsident Obama war Mattis Oberbefehlshaber des US-Zentralkommandos, das für die Militäreinsätze im gesamten Nahen Osten zuständig ist. Nach seiner Pensionierung vor weniger als vier Jahren hatte Mattis Obama immer wieder kritisiert. Er bemängelte unter anderem ein zu unentschlossenes Vorgehen gegen die Terrormiliz "IS". Der Kongress muss Mattis Nominierung wegen seiner Pensionierung noch zustimmen.
    Trump warnt Firmen vor Verlagerung von Stellen ins Ausland:
    Der künftige US-Präsident Donald Trump hat amerikanische Unternehmen vor einer Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland gewarnt. Firmen würden nicht mehr ohne Konsequenzen weggehen, sagte Trump bei einem Fabrikbesuch des Klimaanlagenherstellers Carrier im US-Bundesstaat Indiana. Welche Folgen eine Jobverlagerung haben soll, sagte der Republikaner nicht. Er wolle den US-Firmen das Verlassen des Landes aber "sehr, sehr schwer" machen. Im Wahlkampf hatte er damit gedroht, abwandernde Firmen mit einem Importzoll von 35 Prozent zu belegen. Bei dem Fabrikbesuch feierte Trump die Ankündigung der Firma, auf einen Großteil der geplanten Stellenverlagerungen nach Mexiko zu verzichten. Er hatte nach eigenen Angaben persönlich bei Firmenchef Grey Hayes interveniert. Carrier teilte aber auch mit, dass Steuervergünstigungen ein Teil des Deals seien.
    Hollande tritt nicht zur Wiederwahl an:
    Frankreichs Staatschef François Hollande hat angekündigt, bei den kommenden Präsidentschaftswahlen nicht noch einmal zu kandidieren. In einer Fernsehansprache im Elysée-Palast begründete der 62-Jährige seinen Verzicht mit seinen schlechten Siegeschancen und wenig Rückhalt im eigenen Lager. Für eine zweite Amtszeit anzutreten sei ein zu großes "Risiko", sagte Hollande. Er könne keine Zersplitterung der Linken akzeptieren. Bei den Franzosen ist Hollande so unbeliebt wie keiner seiner Vorgänger. Laut einer aktuellen Umfrage wäre er bei einer Kandidatur im Frühjahr nur auf sieben Prozent der Stimmen gekommen. Die Sozialisten bestimmen ihren Kandidaten in einer Vorwahl im Januar. Als wahrscheinlich gilt, dass Premierminister Manuel Valls dort antreten wird.- Die tief gespaltene Regierungspartei dürfte bei den Präsidentschaftswahlen allerdings keine Chancen haben. Es wird vielmehr ein Duell zwischen dem Mitte-Rechts-Kandidaten François Fillon und Marine Le Pen vom Front National erwartet.
    Appell zu Syrien: UN-Generalversammlung soll Sicherheitsrat umgehen:
    Mehr als 200 Menschenrechts- und Hilfsorganisationen haben in einem gemeinsamen Appell die UN-Vollversammlung aufgefordert, sich in den Syrien-Krieg einzuschalten. Sie warfen der Versammlung der 193-Mitgliedsstaaten Tatenlosigkeit und Versagen vor. In dem Statement forderten sie das Plenum auf, den Sicherheitsrat im Ringen um einen Frieden in Syrien zu umgehen. Laut einer Resolution aus dem Jahr 1950 kann die Generalversammlung tätig werden und Maßnahmen vorschlagen, wenn der Sicherheitsrat seine Pflicht nicht erfüllt, für Frieden und Sicherheit zu sorgen. Rechtlich bindend wäre so eine Resolution aber nicht. Sie könnte aber zu einem UN-Tribunal führen, in dem Verantwortliche strafrechtlich verfolgt werden. – Der UN-Sicherheitsrat konnte sich bisher nicht zu entscheidenden Schritten im Syrien-Krieg durchringen. Grund ist vor allem die Blockade Russlands. Das Land hat ein Veto-Recht und ist mit Syrien verbündet.
    Weltweites Super-Botnetz zerschlagen:
    Den Behörden in Deutschland und anderen Ländern ist ein Schlag gegen ein Netzwerk von Cyberkriminellen gelungen. Nach mehr als vier Jahren intensiver Ermittlungsarbeit von Spezialisten in 41 Staaten sei die weltweit wohl größte Infrastruktur zum Betrieb sogenannter Botnetze aufgedeckt worden, teilten die zuständige Staatsanwaltschaft in Verden und die Zentrale Kriminalinspektion in Lüneburg mit. Durch die gleichzeitig erfolgte Beschlagnahme von 39 Servern und mehreren hunderttausend Domains sei den Tatverdächtigen allein in Deutschland die Kontrolle über mehr als 50.000 infizierte Computer entzogen worden, auf denen sie Schadsoftware aufgespielt hatten. Ingesamt wurden vier Haftbefehle vollstreckt. Darunter befinden sich die zwei Administratoren des Netzwerks, die in der Ukraine verhaftet wurden. Sie würden der russisch-eurasischen Kriminalität zugeordnet.
    12 min
  • 01.12.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Kolumbien: Parlament stimmt Friedensvertrag mit FARC zu:
    Der Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und den FARC-Rebellen kann in Kraft treten. Nach dem Senat billigte nun auch das Parlament das Abkommen. In beiden Abstimmungen gab es keine Gegenstimmen, weil sich die Kritiker von der konservativen Opposition aus Protest nicht beteiligten. Mit dem Abkommen soll der mehr als 50 Jahre andauernde Krieg in dem südamerikanischen Land enden. Gemäß dem Vertragstext soll die FARC innerhalb von 150 Tagen entwaffnet und anschließend in eine politische Partei umgewandelt werden. Ihre Waffen sollen für drei Kriegsdenkmäler zusammengeschmolzen werden. Die Konten der FARC-Rebellen sollen eingefroren werden, um von dem Geld, das überwiegend aus illegalem Drogenhandel stammt, Opfer zu entschädigen.
    UN-Sicherheitsrat diskutiert Resolution zu Feuerpause in Aleppo:
    In einer kurzfristig einberufenen Sitzung haben die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates über eine Feuerpause in der schwer umkämpften Stadt Aleppo diskutiert. Mehrere Länder forderten, eine zehntägige Feuerpause mittels einer Resolution durchzusetzen, um humanitäre Helfer in die Stadt zu lassen. Der russische UN-Botschafter sagte allerdings, solche humanitären Fragen seien nur ein Vorwand, um den Regimewechsel in Syrien voranzutreiben. Vertreter mehrere Länder machten Russland allein für die Unfähigkeit des Sicherheitsrates verantwortlich, die Gewalt in Aleppo zu stoppen. Russland hat bei Abstimmungen ein Veto-Recht. Der UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien warnte unterdessen, Ost-Aleppo drohe zu einem "riesigen Friedhof" zu werden. Die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad eroberten in den vergangenen Tagen schätzungsweise etwa 40 Prozent der Rebellenhochburg. Aktivisten zufolge wurden in der Zeit rund 70.000 Menschen aus ihren Vierteln vertrieben.
    OPEC einigt sich auf Reduzierung der Ölfördermenge:
    Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) will erstmals seit acht Jahren weniger Öl fördern. In den kommenden sechs Monaten soll die Fördermenge um 1,2 Millionen auf 32,5 Millionen Barrel pro Tag gesenkt werden, sagte der katarische Energieminister, Mohammed bin Saleh al-Sada, nach einer Sitzung der Organisation in Wien. Die OPEC hatte wegen der anhaltend niedrigen Ölpreise schon im September grundsätzlich vereinbart, die tägliche Fördermenge zu drosseln. Das genaue Vorgehen wurde aber erst jetzt geklärt. Als wesentliche Maßnahme wurde dafür die Mitgliedschaft von Indonesien, das rund 700.000 Barrel Öl am Tag fördert, ausgesetzt. Mit der Förderkürzung könnten auch höhere Preise für Benzin und Heizöl kommen.
    Islamist beim Verfassungsschutz gab wohl keine Geheiminsse weiter:
    Laut Staatsanwaltschaft Düsseldorf gibt es bislang keine Anhaltspunkte, dass der enttarnte Islamist beim Verfassungsschutz "sicherheitsrelevante Kenntnisse" an gewaltbereite Salafisten weitergegeben hat. Trotzdem hat der Vorfall eine Debatte über Gefahren durch "Maulwürfe" bei den Inlandsgeheimdiensten ausgelöst. Oppositionsparteien sprechen von einer Panne des Bundesamtes und kritisieren, der 51-Jährige sei nur "durch Zufall" aufgeflogen. Der Vorsitzende der Geheimdienstkontrolleure des Bundestages, Clemens Binninger, wies Versäumnis-Vorwürfe dagegen zurück. Man habe alles Notwendige überprüft, sagte er. Auch Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen sagte, der Familienvater habe sich unbemerkt und innerhalb kürzester Zeit radikalisiert. Der Mann sollte die islamistische Szene observieren, äußerte sich im Internet aber unter falschem Namen islamistisch und verriet dort Dienstgeheimnisse. In einem Chat geriet er an einen anderen Verfassungsschützer und flog so auf.
    Flugzeugabsturz in Kolumbien: Ging der Treibstoff aus?:
    Nach dem Flugzeugunglück in Kolumbien verdichten sich die Hinweise, dass die Maschine wegen Treibstoffmangels abgestürzt ist. In einem veröffentlichten Mitschnitt des Funkverkehrs spricht der Pilot von einem "Treibstoff-Notfall". Später bittet er wegen Treibstoffproblemen um Priorität bei der Landung. Der Kontakt bricht ab, als der Pilot dringend um eine Navigation Richtung Landepiste bittet. Eine überlebende Stewardess hatte von ausgefallenem Licht berichtet. Das Flugzeug war vom bolivianischen Santa Cruz ins kolumbianische Medellín unterwegs und hätte planmäßig zwischenlanden und tanken müssen, berichteten Medien unter Berufung auf die Fluggesellschaft Lamia. 71 Menschen starben bei dem Absturz in der Nähe des Flughafens, sechs wurden lebend geborgen.
    Satiremagazin "Charlie Hebdo" jetzt auch auf Deutsch:
    Die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" bringt zum ersten Mal eine deutschsprachige Ausgabe in den Handel. Die Start-Auflage umfasst 200.000 Exemplare. Das wöchentlich erscheinende Satiremagazin wurde durch den islamistischen Anschlag auf seine Redaktion im Januar 2015 zu einem weltweiten Symbol der Presse- und Meinungsfreiheit. Auch in Deutschland machten sich viele Menschen den Solidaritäts-Slogan "Je suis Charlie" (Ich bin Charlie) zu eigen. Bei dem Anschlag kamen zwölf Menschen ums Leben.
    11 min
  • 30.11.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Studie: Globalisierungsangst besonders oft bei Anhängern populistischer Parteien:
    Angst vor der Globalisierung spielt beim Erfolg rechtspopulistischer Parteien in Europa die entscheidende Rolle. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh. Danach sehen länderübergreifend vor allem die Anhänger der AfD in Deutschland (78 Prozent), des französischen Front National (76 Prozent) und der FPÖ in Österreich (69 Prozent) die Globalisierung als Bedrohung. In allen untersuchten Ländern zählt sich mindestens die Hälfte der Anhänger rechtsnationaler Parteien wie der italienischen Forza Italia oder der britischen UKIP zu den Globalisierungspessimisten, wie es in der Studie mit dem Titel "Globalisierungsangst oder Wertekonflikt?" weiter heißt. Je niedriger das Bildungsniveau und je höher das Alter der Befragten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer ablehnenden Haltung zur Globalisierung.
    Verfassungsschutzpräsident: Islamistischer Mitarbeiter hat sich unbemerkt radikalisiert:
    Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) arbeitet nach der Enttarnung eines Islamisten in den eigenen Reihen mit Hochdruck an der Aufklärung. Der Präsident der Behörde, Hans-Georg Maaßen, teilte mit, der am Dienstag aufgeflogene Verdächtige habe sich von seinem persönlichen Umfeld unbemerkt radikalisiert. Der 51-Jährige hatte sich im Internet unter falschem Namen islamistisch geäußert und Dienstgeheimnisse verraten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Düsseldorf war der Mann erst im April 2016 als Quereinsteiger vom Verfassungsschutz eingestellt worden, um die islamistische Szene in Deutschland zu observieren.
    Kolumbianischer Senat billigt neues Friedensabkommen:
    In Kolumbien hat das neue Friedensabkommen zwischen Regierung und FARC-Guerilla die erste wichtige parlamentarische Hürde genommen. Am Dienstagabend stimmte der Senat der Vereinbarung zu. Zuvor hatten sich Kritiker und Befürworter eine stundenlange Debatte geliefert. Die Oppositionspartei Centro Democratico des rechtskonservativen Ex-Präsidenten Alvaro Uribe blieb der Abstimmung fern. An diesem Mittwoch muss noch das Repräsentantenhaus das Abkommen billigen, damit es rechtskräftig wird. Der neue Vertrag war in der vergangenen Woche - knapp zwei Monate nach der Ablehnung des ersten Friedensabkommens - von der Regierung und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) unterzeichnet worden. Anders als das letzte Mal will Präsident Juan Manuel Santos das Abkommen nicht dem Volk zur Abstimmung vorlegen.
    Trauer nach Flugzeugunglück in Kolumbien:
    Die Fußballwelt trauert nach dem Flugzeugabsturz in Kolumbien. Auf dem Weg zum Finale um den Südamerika-Cup war bei dem Unglück fast die gesamte Fußballmannschaft des brasilianischen Erstligisten Chapecoense ums Leben gekommen. Insgesamt starben bei dem Absturz 71 Menschen, sechs Insassen überlebten. Während Brasilien eine dreitägige Staatstrauer verhängte, trauert Chapecó, die Heimatstadt des Vereins, offiziell für 30 Tage, der Unterricht an den Schulen in der Stadt wurde für zwei Tage ausgesetzt. Der brasilianische Fußball-Verband CBF sagte alle Spiele für die nächsten sieben Tage ab, darunter das nationale Pokalfinale sowie den letzten Spieltag der Liga am Wochenende. Finalgegner Atlético Nacional sprach sich dafür aus, Chapecoense ehrenhalber zum Sieger des "Copa Sudamericana" auszurufen.
    Insider: Trump will Goldman-Sachs-Banker zum Finanzminister machen:
    Der künftige US-Präsident Donald Trump will laut Insidern den früheren Goldman-Sachs-Banker Steven Mnuchin zu seinem Finanzminister machen. Trump werde seine Entscheidung voraussichtlich an diesem Mittwoch bekanntgeben, berichten Medien unter Berufung auf einen Vertreter der Republikaner. Mnuchin war während Trumps Wahlkampf für die Finanzierung der Kampagne verantwortlich. Als Handelsminister wird Trump dem Insider zufolge den Milliardär und Investor Wilbur Ross benennen. Dieser hat in New York politische Erfahrung gesammelt, wo er als Privatisierungsberater für den früheren Bürgermeister Rudy Giuliani arbeitete. Trump übernimmt am 20. Januar die Amtsgeschäfte von US-Präsident Barack Obama.
    10 min
  • 29.11.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Flugzeug mit brasilianischem Fußballteam in Kolumbien abgestürzt:
    Ein aus Brasilien kommendes Flugzeug mit 81 Menschen an Bord ist in Kolumbien abgestürzt. Wie die Behörden des kolumbianischen Departements Antioquia mitteilten, konnten Rettungsmannschaften bislang sechs verletzte Insassen der Maschine bergen. Über mögliche Todesopfer liegen noch keine Angaben vor. Die Maschine sei bei dem Berg El Gordo vom Radar verschwunden, hieß es weiter. Die verunglückte Maschine gehört nach kolumbianischen Angaben der bolivianischen Fluggesellschaft Lamia. Wie der Flughafen in Medellín weiter mitteilte, befanden sich neun Besatzungsmitglieder und 72 Passagiere an Bord, unter ihnen die Fußballmannschaft des brasilianischen Erstligisten Chapecoense. Das Team sollte am Mittwoch gegen Atlético Medellín das erste Spiel der Finalrunde des Südamerika-Cups bestreiten.
    Medien: Unternehmer Moïse gewinnt Präsidentenwahl in Haiti:
    Bei der Präsidentenwahl in Haiti zeichnet sich nach Medienberichten ein Sieg des Agrarunternehmers Jovenel Moïse ab. Der 48-Jährige habe nach vorläufigen Ergebnissen bereits in der ersten Runde mit knapp 56 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit erreicht, meldete die Nachrichtenagentur HPN unter Berufung auf die Wahlkommission. Moïse hatte bereits bei der wegen Manipulationsvorwürfen annullierten Wahl 2015 das beste Ergebnis erzielt. Der verarmte Karibikstaat Haiti leidet unter einer politischen Dauerkrise. Vor sechs Wochen verwüstete der Wirbelsturm "Matthew" große Teile des Landes.
    Südkoreas Präsidentin zum Rücktritt bereit:
    Südkoreas politisch angeschlagene Präsidentin Park Geun Hye ist zum Rücktritt von ihrem Amt bereit. Sobald das Parlament Schritte für eine Machtübergabe vorlege, die die Gefahr eines Machtvakuums und eines Regierungschaos möglichst klein hielten, werde sie zurücktreten, sagte Park in einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache. Parks langjährige Freundin Choi Soon Sil soll ihre Beziehungen zur Staatschefin genutzt haben, um Millionenspenden für Stiftungen einzutreiben und sich dabei persönlich zu bereichern. Einer aktuellen Umfrage zufolge fordern neun von zehn Südkoreanern Parks Rücktritt. Erst am Samstag hatten erneut hunderttausende Menschen gegen die Präsidentin demonstriert.
    Lufthansa zieht Beschwerde zurück - Piloten streiken weiter:
    Die Piloten der Lufthansa dürfen ihren Streik wie geplant an diesem Dienstag und Mittwoch fortsetzen. Die Fluggesellschaft zog eine Beschwerde gegen die Entscheidung des Arbeitsgerichts München zurück. Das Gericht hatte in erster Instanz einen Eilantrag des Unternehmens gegen den Streik abgewiesen. Wegen des Ausstands sollen nach Angaben der Lufthansa an beiden Tagen insgesamt 1700 Flüge ausfallen. Am Dienstag sind nur Kurzstrecken, am Mittwoch auch Mittel- und Langstrecken betroffen. - Die Vereinigung Cockpit verlangt in dem Tarifkonflikt Gehaltserhöhungen von 3,7 Prozent einschließlich Nachzahlungen für vier Jahre.
    Telekom will Probleme mit Routern am Dienstag komplett beheben:
    Die Deutsche Telekom will die Störungen bei ihren Routern an diesem Dienstag vollständig ausräumen. Die Zahl der akut betroffenen Router sei von 900.000 deutlich zurückgegangen. Das Unternehmen gehe davon aus, dass es keine Probleme mehr geben werde, sagte ein Telekomsprecher. Die am Montag aufgespielte Filtersoftware habe funktioniert. Nach Erkenntnissen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind die Ausfälle auf eine weltweite Hacker-Attacke auf Router zurückzuführen.
    8 min
  • 28.11.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Aktivisten: Syrische Truppen erobern Nordosten Aleppos:
    Syrische Regierungstruppen haben den nördlichen Teil der Rebellengebiete im Osten Aleppos vollständig eingenommen. Das berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Zuvor hatte die Armee den Stadtteil Al-Sachur unter ihre Kontrolle gebracht. Am Sonntag mussten die Rebellen bereits Masaken Hanano, den größten von ihnen gehaltenen Stadtteil, aufgeben. Nach Angaben der Menschenrechtler sind rund 10.000 Menschen aus den Gebieten unter Rebellen-Kontrolle auf der Flucht. Rund 6000 von ihnen seien in einen von Kurden beherrschten Stadtbezirk geflohen. Der Rest sei in Viertel geflüchtet, die kürzlich vom Regime eingenommen worden waren.
    FPÖ-Präsidentschaftskandidat Hofer wirft Merkel schwere Fehler vor:
    Der rechtsgerichtete österreichische Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer hat Bundeskanzlerin Angela Merkel schwere Fehler in der Flüchtlingspolitik vorgeworfen. Die Kanzlerin habe Europa erheblichen Schaden zugefügt, als sie die Grenzen für Flüchtlinge geöffnet habe, sagte der FPÖ-Politiker in einem TV-Duell mit dem von den Grünen unterstützen Kandidaten Alexander Van der Bellen. In der Folge seien hunderttausende Flüchtlinge, einschließlich "Terroristen", durch Österreich gezogen. Van der Bellen erklärte, wichtig sei nun vor allem die Solidarität zwischen den EU-Staaten. Er betonte die Bedeutung eines guten Verhältnisses Österreichs zu Deutschland. Hofer kündigte an, als Präsident würde er sich für engere Beziehungen zu Russland einsetzen. Beide Politiker treten am 4. Dezember in der Stichwahl um das Amt des Bundespräsidenten gegeneinander an.
    Fillon ist Präsidentschaftskandidat der französischen Konservativen:
    Frankreichs früherer Premierminister François Fillon wird für die Konservativen bei der Präsidentschaftswahl 2017 antreten. Der 62-Jährige kam in der Stichwahl der Vorrunde auf rund 67 Prozent der Stimmen. Für seinen Gegner Alain Juppé stimmten rund 33 Prozent der Wähler. Juppé kündigte an, Fillon bei der Kandidatur für das Präsidentenamt im kommenden Frühjahr zu unterstützen. Umfragen lassen derzeit ein Duell zwischen dem konservativen Bewerber und der Rechtspopulistin Marine Le Pen erwarten. Fillon hatte seinen Landsleuten im Vorfeld der Vorwahlen einen harten Sparkurs angekündigt. So sollen unter anderem eine halbe Million Jobs im öffentlichen Sektor gestrichen und die Wochenarbeitszeit erhöht werden.
    Donald Trump spricht von Unstimmigkeiten bei US-Wahl:
    Der künftige US-Präsident Donald Trump zweifelt das Ergebnis der Präsidentschaftswahl von Anfang November an. In einer Twitter-Nachricht behauptet der 70-Jährige, Millionen Amerikaner hätten illegal ihre Stimme abgegeben. Belege dafür lieferte Trump allerdings nicht. Seine Herausforderin Hillary Clinton hatte bei der Wahl zwei Millionen Stimmen mehr als Trump erhalten, der Republikaner konnte jedoch die Mehrheit der Wahlmänner für sich gewinnen. Die US-Regierung erklärte, es gebe keine Anzeichen für Unregelmäßigkeiten bei der Wahl. Einige IT-Experten hatten jedoch "statistische Anomalien" in drei Bundesstaaten festgestellt, in denen Trump knapp gewonnen hatte. Die Grünen-Kandidatin Jill Stein will deshalb mit Unterstützung durch Clintons Wahlkampf-Team eine Neuauszählung der Stimmen vorantreiben. Trump bezeichnete ihr Vorhaben als "aberwitzig" und rief dazu auf, das Wahlergebnis zu akzeptieren.
    Kubaner nehmen Abschied von Revolutionsführer Fidel Castro:
    Nach dem Tod von Fidel Castro beginnen in Kuba die mehrtägigen Trauerfeierlichkeiten mit einer Massenkundgebung auf dem Platz der Revolution in Havanna. Castro hielt dort zu Lebzeiten Ansprachen vor mehr als einer Million Kubanern - etwa am 1. Mai oder am Nationalfeiertag, dem 26. Juli. Von Mittwoch an soll die Urne mit Castros Asche dann in das 900 Kilometer entfernte Santiago de Cuba transportiert werden. Die Urne wird auf der Route der "Karawane der Freiheit" nach Santiago gebracht - der Strecke, die Castros Kolonne vor ihrem Einmarsch nach Havanna am 1. Januar 1959 benutzte. In der Stadt im Südosten des Inselstaats soll der "Máximo Líder" am Sonntag schließlich beerdigt werden. Castro war am Freitag im Alter von 90 Jahren in Havanna gestorben.
    9 min
  • 26.11.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Kubanischer Revolutionsführer Fidel Castro gestorben:
    Im Alter von 90 Jahren ist Kubas Ex-Präsident Fidel Castro gestorben. Das teilte sein Bruder und Staatspräsident Raúl Castro im staatlichen Fernsehen mit. Die Leiche des Revolutionsführers solle verbrannt werden, das sei der Wunsch seines Bruders gewesen. Fidel Castro regierte Kuba nach seinem erfolgreichen Kampf gegen Diktator Fulgencio Batista 1959 bald 50 Jahre lang. Mit einer Landreform und der Verstaatlichung von Unternehmen machte er sich schnell die USA zum Feind, die die Insel mit einem Handelsembargo belegten. Hilfe fand Kuba bei der Sowjetunion, von der die Insel immer abhängiger wurde. Der Zusammenbruch des Ostblocks stürzte Kuba nach 1990 in eine schwere Wirtschaftskrise, die das kommunistische System aber allen Unkenrufen zum Trotz überlebte. Mit seiner Unbeugsamkeit gegenüber Washington fand Castro in Lateinamerika auch über das linke Lager hinaus Anerkennung. Auch nach seinem krankheitsbedingten Rückzug 2008 bestimmte er als graue Eminenz im Hintergrund die Geschicke der sozialistischen Karibikinsel mit.
    In Wisconsin werden die Stimmen der US-Wahl nachgezählt:
    In den USA wird es zu einer teilweisen Nachzählung von Stimmen der Präsidentschaftswahl kommen. Die Grünen-Bewerberin Jill Stein hat das in Wisconsin beantragt, wie die dortige Wahlkommission bestätigte. Die Nachzählung in dem Bundesstaat muss bis Mitte Dezember abgeschlossen sein. Wisconsin und seine zehn Wahlmänner-Stimmen waren überraschend an Donald Trump gegangen. Die bei der Wahl eingesetzten Automaten sollen anfällig für Hackerangriffe sein. Trumps Konkurrentin Stein strebt außerdem Nachzählungen in Pennsylvania und Michigan an. Nur bei einer Korrektur in allen drei Staaten würde sich das Gesamtergebnis ändern. Experten geben der Initiative allerdings keine großen Chancen auf Erfolg.
    Merkel: Kein Plan B zu Flüchtlingsabkommen mit Türkei:
    Die Bundesregierung will weiterhin auf den Dialog mit der türkischen Regierung setzen. Es sei nötig, mit der Türkei zu sprechen, aber trotzdem Kritik zu äußern, sagte Kanzlerin Angela Merkel bei einer Regionalkonferenz der CDU. Zum Flüchtlingsabkommen zwischen Ankara und der EU habe sie keinen "Plan B". Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte erneut gedroht, die Vereinbarung zu kündigen. Merkel sagte, sie gehe davon aus, dass das Abkommen in beiderseitigem Interesse sei. Am Donnerstag hatte das Europaparlament empfohlen, vorerst nicht weiter mit Ankara über einen EU-Beitritt zu reden. Europa isoliere sich so noch mehr, sagte der Vize-Ministerpräsident der Türkei, Numan Kurtulmus.
    Alternativer Nobelpreis verliehen:
    In Stockholm sind vier Preisträger mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. Es seien Menschen, die trotz aller Widrigkeiten für die grundlegenden Rechte auf Leben, Gleichheit, Bildung und Meinungsfreiheit kämpften, hieß es in der Begründung. Sie hätten keine Angst, den Mächtigen die Wahrheit zu sagen. Die ägyptische Frauenrechtlerin Mozn Hassan und die Journalisten der türkischen Oppositionszeitung "Cumhuriyet" konnten die Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen, weil sie ihre Länder nicht verlassen dürfen. Der Direktor der syrischen Weißhelme, Raed al Saleh, und die Russin Svetlana Gannushkina sagten, sie fühlten sich durch die Auszeichnung sehr geehrt.
    Piloten lehnen neues Angebot der Lufthansa ab:
    Im Tarifstreit bei der Lufthansa hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit das neue Angebot des Konzerns abgelehnt. Die Lufthansa fordere weiterhin eine Nullrunde für sechs Jahre sowie weitere Zugeständnisse der Piloten, begründete die Pilotenvereinigung ihre Absage. Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben eine weitere Anhebung des Lohns sowie eine Einmalzahlung angeboten. Mit Rücksicht auf die Kunden werde es am Sonntag allerdings keinen Streik geben, kündigte Cockpit an. Am Samstag sollten aber - wie geplant - erneut zahlreiche Flüge ausfallen. Es ist der 14. Ausstand in der seit April 2014 schwelenden Tarifauseinandersetzung. Die Gewerkschaft fordert mehr Gehalt für 5400 Piloten.
    Uli Hoeneß kehrt zurück an Spitze des FC Bayern:
    Uli Hoeneß ist wieder Präsident des FC Bayern München. Der 64-Jährige wurde neun Monate nach seiner Haftentlassung erneut in das höchste Amt des deutschen Fußball-Rekordmeisters gewählt. Zuvor hatte Hoeneß um eine zweite Chance gebeten. Er werde alles tun, um die Erwartungen zu erfüllen. Für seine Rede erntete er viel Beifall. Hoeneß war bereits von 2009 bis 2014 Präsident des Vereins. Nach seiner Verurteilung zu einer Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung war er von sämtlichen Ämtern zurückgetreten. Der ehemalige Profi und langjährige Manager des FC Bayern will nun auch wieder den Vorsitz des Aufsichtsrates übernehmen.
    9 min
  • 25.11.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.De Mistura fürchtet baldige Zerstörung Ost-Aleppos:
    Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, hat vor einer völligen Zerstörung des von Rebellen gehaltenen Teils von Aleppo gewarnt. Wenn das Bombardement so weitergehe wie derzeit, dann werde es bis Weihnachten kein Ost-Aleppo mehr geben, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Er forderte den syrischen Machthaber Baschar al-Assad auf, eine politische Lösung des Konflikts zu suchen. Selbst wenn es der Regierung gelänge, Ost-Aleppo zurückzuerobern, würde dies einen Guerillakrieg auf dem Land und Autobomben in den Städten bedeuten, so de Mistura. Daran könne niemand ein Interesse haben, auch Russland nicht. Aktivisten zufolge wurden bei neuen Luftangriffen auf den von Aufständischen kontrollierten Teil der Stadt mindestens 32 Zivilisten getötet, darunter fünf Kinder. Damit seien seit dem Beginn der neuen Armeeoffensive auf Ost-Aleppo Mitte November 188 Zivilisten getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien mit.
    FARC und Kolumbien unterzeichnen neues Friedensabkommen:
    Kolumbiens Regierung und die FARC-Guerilla haben einen neuen Friedensvertrag unterzeichnet. Nachdem der erste Entwurf in einer Volksabstimmung vor knapp zwei Monaten abgelehnt worden war, soll nun ein überarbeitetes Abkommen den Frieden bringen. Der kolumbianische Staatspräsident Juan Manuel Santos und der FARC-Kommandeur Rodrigo Londoño besiegelten den Vertrag in der Hauptstadt Bogotá. Er soll in der kommenden Woche dem Kongress zur Ratifizierung vorgelegt werden. Anders als beim letzten Mal will der Präsident das Volk nicht über das Friedensabkommen abstimmen lassen. Die Gegner des Vertrags kritisieren, dass den FARC-Kommandeuren zu große Strafnachlässe gewährt würden.
    Lufthansa-Piloten wollen auch am Samstag streiken:
    Passagiere der Lufthansa müssen sich noch bis mindestens Samstag auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen. Die Pilotengewerkschaft Cockpit hat angekündigt, den Streik um einen weiteren Tag zu verlängern. Am Samstag sollen laut der Gewerkschaft alle Langstreckenflüge aus Deutschland ausfallen. Lufthansa teilte aber mit, dass ein Sonderflugplan erarbeitet werde, um einzelne Strecken anbieten zu können. An diesem Freitag sind nahezu ausschließlich Kurz- und Mittelstrecken von dem Ausstand betroffen. Die Piloten streiken seit Mittwoch, mehr als 2600 Flüge mussten bisher gestrichen werden. In dem festgefahrenen Tarifstreit liegen die Positionen weit auseinander. Cockpit verlangt rückwirkend zwischen Mai 2012 und April 2017 jährlich 3,7 Prozent mehr Gehalt. Lufthansa hatte den Piloten zuletzt 2,5 Prozent mehr geboten, allerdings nicht für jedes Jahr.
    Frankreichs Konservative Fillon und Juppé streiten in TV-Duell:
    Die beiden konservativen Präsidentschaftsanwärter in Frankreich haben in einem Fernsehduell um den richtigen Reformkurs gestritten. Der Überraschungssieger aus der ersten Wahlrunde, François Fillon, verteidigte seine umfangreichen Sparpläne. Unter anderem will er in den nächsten fünf Jahren eine halbe Million Stellen im öffentlichen Dienst streichen. Juppé bezeichnete das Vorhaben als unrealistisch und kündigte an, bei den Reformen weniger "brutal" vorgehen zu wollen. Auch mit Blick auf die Außenpolitik gab es harte Diskussionen. Fillon gilt als russlandfreundlich und wirbt für ein Ende der europäischen Sanktionen. Juppé, der an den Strafmaßnahmen festhalten will, kritisierte seinen Gegner für dessen Nähe zu Russland. Die Stichwahl der Konservativen findet am Sonntag statt. Der Gewinner tritt im Frühjahr bei der Präsidentenwahl an.
    Hurrikan "Otto" und Erdbeben treffen Mittelamerika:
    Hurrikan "Otto" fegt weiter über Mittelamerika hinweg und ist mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 175 Kilometern pro Stunde auf die Karibikküste von Nicaragua getroffen. Das Hurrikan-Zentrum von Miami warnte vor Springfluten bis zu zwei Metern Höhe und Erdrutschen. Die Meteorologen erwarten, dass der Wirbelsturm über El Salvador und Costa Rica hinwegzieht und dann die Pazifikküste erreicht. Kurz nach dem Eintreffen des Hurrikans wurden die beiden Länder außerdem von einem schweren Erdbeben erschüttert. Der Erdstoß der Stärke 7,0 ereignete sich rund 120 Kilometer vor der Küste El Salvadors. Die Behörden warnten vor bis zu einem Meter hohen Flutwellen.
    9 min
  • 24.11.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.Martin Schulz will in die Bundespolitik wechseln:
    EU-Parlamentspräsident Martin Schulz strebt einen Wechsel in die Bundespolitik an. Dem ARD-Europastudio in Brüssel bestätigte er, dass er sich nicht um eine weitere Amtszeit als Präsident des Europäischen Parlaments bewerben wolle. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet, Schulz solle bei der Bundestagswahl 2017 auf Platz eins der nordrhein-westfälischen SPD-Landesliste antreten. In den vergangenen Wochen war bereits zunehmend über einen Posten für Schulz in Berlin spekuliert worden. Wie die "SZ" weiter schreibt, hat die SPD noch nicht entschieden, ob Schulz oder Parteichef Sigmar Gabriel die SPD als Kanzlerkandidat in die Bundestagswahl führen wird. Auch der Posten des Außenministers ist im Gespräch, seit Frank-Walter Steinmeier als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten feststeht.
    40 Tote bei Einsturz einer Bauplattform in chinesischem Kraftwerk:
    Bei einem schweren Unglück auf der Baustelle eines Kraftwerkes sind im Osten Chinas mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua stürzte eine Plattform an einem Kühlturm des Kohlekraftwerkes Fengcheng in der Provinz Jiangxi ein. Eine unbekannte Zahl von Menschen wurde unter den Trümmern verschüttet. Wie viele Arbeiter zum Zeitpunkt des Unglücks auf der Baustelle waren, ist offen. Über die Ursache des Einsturzes der Bauplattform wurde zunächst nichts berichtet. Rettungsarbeiten sind angelaufen.
    Aktivisten wollen Neuauszählung der US-Wahl:
    Eine Gruppe prominenter Computerexperten und Wahlrechtsanwälte hat auf mögliche Unregelmäßigkeiten bei der US-Wahl aufmerksam gemacht. Dabei geht es um die drei US-Bundesstaaten Wisconsin, Michigan und Pennsylvania. Betroffen seien bestimmte Bezirke, in denen elektronische Wahlmaschinen im Einsatz waren, teilten die Aktivisten mit. Die Ergebnisse der unterlegenen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton würden dort auffällig von denen in Wahlkreisen mit anderen Abstimmungsmethoden abweichen. Das berichtet das "New York Magazin" unter Berufung auf die Gruppe um den Präsidenten der Bürgerrechtsvereinigung "Free Speech for People", John Bonifaz, und den Direktor des Zentrums für Computersicherheit und Gesellschaft der Universität Michigan, J. Alex Halderman. Die Abweichungen machten eine unabhängige Überprüfung nötig, hieß es weiter. Beweise habe man aber noch keine.
    Urteil: Syrische Flüchtlinge erhalten nicht automatisch Asyl:
    Syrer haben in Deutschland nicht automatisch Anspruch auf den Schutzstatus für Bürgerkriegsflüchtlinge. Das entschied das Oberverwaltungsgericht Schleswig in einem Berufungsverfahren. Es bestätigte damit die bisherige Entscheidungspraxis des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), syrischen Flüchtlingen nur subsidiären Schutz zu gewähren. Das bedeutet, die Menschen dürfen vorerst für ein Jahr in Deutschland bleiben, haben aber die Option auf zwei weitere Jahre. Ihre Familienangehörigen dürfen sie in dieser Zeit nicht nachholen. Zugleich änderte das Gericht eine frühere Entscheidung des Schleswiger Verwaltungsgerichts. Syrische Flüchtlinge, die bisher nicht individuell verfolgt worden seien, könnten nicht allein aufgrund ihres Auslandsaufenthaltes und eines gestellten Asylantrags den Flüchtlingsstatus für sich beanspruchen, so die Richter. Geklagt hatte eine Syrerin, der das BAMF nur subsidiären Schutz gewährte.
    Tote bei Anschlag vor Gouverneursamt in südtürkischem Adana:
    Bei einem Terroranschlag vor dem Gouverneursamt in der südtürkischen Provinzhauptstadt Adana sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen getötet worden. 21 Menschen seien bei der heftigen Detonation auf dem Parkplatz in der Nähe des Eingangs des Amtsgebäudes verletzt worden, sagte Adanas Bürgermeister Hüseyin Sözlü dem Nachrichtensender CNN Türk. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, eine Autobombe sei detoniert. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Auf Fernsehbildern war zu erkennen, dass die Wucht der Explosion Fensterscheiben in dem mehrstöckigen Gouverneursgebäude zum Bersten brachte. Feuer war zu sehen, Rauch stieg von dem Parkplatz auf. Die Feuerwehr bemühte sich, brennende Autos zu löschen. Straßen um das Amtsgebäude wurden gesperrt.
    Lufthansa-Piloten verlängern Streiks bis Freitag:
    Im Tarifkonflikt bei der Lufthansa hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit angekündigt, ihren Ausstand bis Freitag fortzusetzen. An diesem dritten Streiktag sollen allerdings nur Kurzstreckenflüge ab Deutschland bestreikt werden, wie die Gewerkschaft mitteilte. Die Lufthansa forderte die Piloten zu einer Schlichtung auf. Die Vereinigung Cockpit lehnte das jedoch ab und machte stattdessen die Unternehmensführung für die Verschärfung des Konflikts verantwortlich. Cockpit hatte den Streik in der Nacht zum Mittwoch begonnen. 876 Flüge wurden bereits abgesagt, rund 100.000 Passagiere waren betroffen. Für diesen Donnerstag strich Lufthansa weitere 912 Flüge, darunter 82 Langstreckenverbindungen. Mit dem 14. Streik im laufenden Tarifstreit will die Pilotenvereinigung die Forderung nach höheren Einkommen bekräftigen.
    11 min

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