Langsam Gesprochene Nachrichten | Audios | DW Deutsch lernen

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  • 06.07.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Mehr als 4500 Bootsflüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet:
    Die italienische Küstenwache hat bei 30 Rettungseinsätzen im Mittelmeer binnen eines Tages rund 4500 Bootsflüchtlinge an Bord genommen. Beteiligt waren Schiffe der italienischen Marine, der EU-Grenzschutzagentur Frontex und von Nichtregierungsorganisationen, wie die Küstenwache mitteilte. Die Migranten waren demnach von Nordafrika nach Sizilien unterwegs. Der größte Einsatz habe einem kaum seetüchtigen Schiff gegolten, auf dem 435 Menschen die gefährliche Überfahrt nach Europa gewagt hätten, hieß es in der Erklärung. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums sind in der ersten Jahreshälfte 2016 rund 70.000 Bootsflüchtlinge in Italien angekommen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration habe es bei den Überfahrten bisher 2920 Todesfälle gegeben, die überwiegende Mehrheit auf der zentralen Mittelmeer-Route nach Italien.
    Theresa May im Rennen um Cameron-Nachfolge klar vorn:
    In Großbritannien deutet vieles auf einen Machtkampf zwischen zwei Frauen um die Führung der konservativen Tories hin. Innenministerin Theresa May brachte in der ersten Auswahlrunde mit 165 Abgeordneten der Partei mehr Stimmen hinter sich als alle ihre Rivalen zusammen. Stärkste Konkurrentin ist die Energie-Staatssekretärin Andrea Leadsom, die 66 Stimmen erhielt. Für Justizminister Michael Gove votierten nur 48 Abgeordnete. Somit könnte erstmals seit dem Rückzug Margaret Thatchers 1990 wieder eine Frau Premier werden. Als erster von fünf Bewerbern schied der ehemalige Verteidigungsminister Liam Fox aus, da er nur 16 Stimmen erhielt. Kurz darauf zog auch Arbeitsminister Stephen Crabb seine Kandidatur zurück. Er und Fox sprachen May ihre Unterstützung aus.
    Pfund rutscht erstmals seit 1985 unter 1,30 Dollar:
    Das britische Pfund steht knapp zwei Wochen nach dem Brexit-Votum weiter unter Druck. In der Nacht zum Mittwoch rutschte die britische Währung erstmals seit 1985 unter die Marke von 1,30 US-Dollar. Zeitweise kostete ein Pfund nur noch 1,2798 US-Dollar und damit rund 22 Cent oder 15 Prozent weniger als kurz vor der Mehrheits-Entscheidung der britischen Bevölkerung, aus der Europäischen Union austreten zu wollen. In den ersten Tagen nach dem Votum war das Pfund bis auf 1,31 Dollar abgesackt, konnte sich dann aber wieder etwas erholen.
    Umstrittener AfD-Abgeordneter Gedeon tritt aus Stuttgarter Fraktion aus:
    Der umstrittene AfD-Abgeordnete Wolfgang Gedeon hat seinen Rückzug aus der Fraktion der Rechtspopulisten im Landtag von Baden-Württemberg angekündigt. Er sagte nach einer gemeinsamen Sitzung mit Parteichefin Frauke Petry, dass ihn die "Parteivernunft" dazu zwinge, seinen Rücktritt aus der Fraktion zu erklären. Zuvor hatten bereits 13 Parlamentarier um Fraktionschef Jörg Meuthen wegen des Streits um Antisemitismusvorwürfe gegen Gedeon die Fraktion verlassen. Aus der verbliebenen "Rumpffraktion" von zehn Abgeordneten ziehe sich Gedeon nun zurück, sagte auch Fraktionssprecher Thomas Steimer. Auslöser für den Bruch war gewesen, dass in der Fraktion nicht die nötige Zweidrittelmehrheit für den Rauswurf des AfD-Abgeordneten Gedeon zustande gekommen war. Gedeon wird wegen verschiedener Passagen in einem Buch Antisemitismus vorgeworfen. Der Mediziner und Autor soll darin den Holocaust verharmlost haben.
    Neuer BND-Chef tritt sein Amt an:
    Der neue Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Bruno Kahl, wird an diesem Mittwoch offiziell in sein Amt eingeführt. Bei der Zeremonie im Kanzleramt dürfte sich der 53-jährige Spitzen-Ministerialbeamte erstmals zu seinen Vorstellungen zur Zukunft des deutschen Auslandsgeheimdienstes nach den jüngsten Affären äußern. Der bisherige Abteilungsleiter im Bundesfinanzministerium tritt die Nachfolge von Gerhard Schindler an. Kahl gilt als Vertrauter seines bisherigen Ressortchefs Wolfgang Schäuble, der sich gegen die vielfach geforderte Reform des deutschen Auslandsgeheimdienstes ausgesprochen hatte. Bei Opposition und SPD war deshalb die Befürchtung laut geworden, mit Kahl an der Spitze könnte sich der BND wieder stärker abschotten. Die Rufe nach mehr Offenheit und Transparenz des Geheimdienstes waren nach der Affäre um die massenhafte Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA laut geworden.
    8 min
  • 05.07.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Wahl des Cameron-Nachfolgers beginnt:
    Nach dem Brexit-Votum beginnt an diesem Dienstag das Auswahlverfahren für die Nachfolge des britischen Premierministers David Cameron. Als klare Favoritin für den konservativen Parteivorsitz und damit auch das Amt des Premierministers gilt Innenministerin Theresa May. Sie plädierte für den Verbleib in der EU, verhielt sich im Wahlkampf aber sehr zurückhaltend. Auch Justizminister Michael Gove, Energieministerin Andrea Leadsom, der ehemalige Verteidigungsminister Liam Fox und Arbeitsminister Stephen Crabb kandidieren für das Amt. Die Tory-Abgeordneten werden in mehreren Durchgängen zwei Kandidaten bestimmen, über die dann die knapp 150.000 Parteimitglieder im Land abstimmen. - Bis spätestens September soll die Nachfolge stehen. Der Brexit-Wortführer und Ex-Bürgermeister Londons, Boris Johnson, hatte vergangene Woche überraschend seinen Verzicht auf eine Kandidatur bekanntgegeben.
    Merkel pocht auf EU-Perspektive für Balkanländer:
    Das Brexit-Votum hat die Chancen der Staaten des westlichen Balkans auf einen EU-Beitritt nicht verschlechtert. Das erklärten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatschef François Hollande bei einem Westbalkangipfel in Paris. Bei der Erfüllung der Beitrittsbedingungen hätten Albanien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro und Serbien einen unterschiedlichen Stand erreicht, sagte Merkel. Auf dem Gipfel ging es auch um den Kampf gegen den Terrorismus und um die Flüchtlingssituation. Zudem gründeten die Staaten eine regionale Organisation nach dem Vorbild des deutsch-französischen Jugendwerkes.- Die EU hatte den Ländern des westlichen Balkans 2003 die Perspektive eines Beitritts zugesagt.
    Vier Todesopfer bei Selbstmordanschlag in Medina:
    Bei einem Selbstmordanschlag vor der Moschee des Propheten im saudischen Medina sind vier Polizisten getötet worden. Fünf weitere Sicherheitskräfte wurden verletzt, wie das Innenministerium mitteilte. Die Moschee mit dem Grab des Propheten Mohamed ist nach Mekka die zweitheiligste Stätte des Islam. Dem Ministerium zufolge hätten Sicherheitskräfte versucht, den Attentäter zu stoppen, bevor er seinen Sprengstoffgürtel zündete. In den vergangenen beiden Jahren gab es in dem sunnitischen Königreich immer wieder Gewalttaten, zu denen sich die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" bekannte. - Vor dem Anschlag in Medina zündete ein Selbstmordattentäter in der mehrheitlich schiitischen Stadt Katif an der Golfküste ebenfalls in der Nähe einer Moschee einen Sprengsatz. Anwohner berichteten, nur der Attentäter sei ums Leben gekommen. Schon am Morgen hatte sich in der Hafenstadt Dschiddah am Roten Meer in unmittelbarer Nähe des US-Konsulats ein Attentäter in die Luft gesprengt. Dabei wurden zwei Menschen verletzt.
    Ban kritisiert Israel wegen geplanten Siedlungsbaus:
    UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die israelischen Behörden für die Genehmigung weiterer Siedlerwohnungen scharf kritisiert. Sein Sprecher erklärte, diese Maßnahme werfe "legitime Fragen nach den langfristigen Absichten Israels" auf. Ban betonte demnach, dass die Siedlungsaktivitäten nach internationalem Recht "illegal" seien und rief die israelische Regierung dazu auf, im Interesse des Friedens davon abzusehen.- Wie zuvor bekannt geworden war, hat Israel den umstrittenen Bau von 800 neuen jüdischen Wohneinheiten in und bei Jerusalem genehmigt. - Diese Ausweitung der Siedleraktivitäten erfolgte nur wenige Tage nachdem das Nahost-Quartett diese Politik als eines der Haupthindernisse im Friedensprozess bezeichnet hatte. Zugleich wurde der Bau von 600 arabischen Wohnungen im Stadtteil Beit Safafa gestattet, berichteten israelische Medien.
    Iranischer Regisseur Kiarostami mit 76 Jahren gestorben:
    Der iranische Regisseur Abbas Kiarostami ist tot. Der 76-Jährige erlag in Frankreich einer Krebserkrankung. Dort hatte sich Kiarostami zuletzt behandeln lassen. Der 1940 in Teheran geborene Regisseur galt als einer der prominentesten Filmemacher seiner Heimat. 1997 gewann er für seinen Film "Der Geschmack der Kirsche" die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes. Kiarostami, der auch als Lyriker arbeitete, war nach der iranischen Revolution 1979 im Land geblieben und hatte von dort aus seine Arbeit als Filmemacher fortgesetzt. - Erst vor wenigen Tagen war Kiarostami gemeinsam mit hunderten weiteren Filmschaffenden als Neumitglied in die Oscar-Akademie eingeladen worden. Die Mitglieder der Akademie entscheiden jedes Jahr, wer mit den weltweit begehrtesten Filmpreisen geehrt wird.
    8 min
  • 04.07.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als Audio-Datei.
    Frankreich stürmt ins Halbfinale:
    Bei der Fußball-EM hat Gastgeber Frankreich durch einen 5:2-Sieg gegen Island vor 76.000 Zuschauern das Halbfinale erreicht. Die Franzosen treffen nun am kommenden Donnerstag in Marseille auf die deutsche Mannschaft, die zuvor im Elfmeterschießen Italien ausgeschaltet hatte. Das andere Halbfinale bestreiten Wales und Portugal am Mittwoch in Lyon.
    130 Tote bei Anschlag in Bagdad:
    Nach dem Terroranschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad ist die Zahl der Toten nach Berichten des arabischen Fernsehsenders Al-Dschasira auf mindestens 130 gestiegen. Die Opferzahl könnte sich noch erhöhen, weil viele Verletzte in Lebensgefahr schweben und Opfer unter den Trümmern zerstörter Gebäude vermutet werden. Wenige Tage vor dem Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan war in einem beliebten Einkaufsviertel eine Autobombe explodiert. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich im Internet zu der Tat. Es war der schwerste Anschlag im Irak in diesem Jahr.
    Britische Regierung will Unternehmen deutlich bei Steuern entlasten:
    Mit einer deutlichen steuerlichen Entlastung will der britische Finanzminister George Osborne Unternehmen nach dem Brexit-Votum zu einem Verbleib in Großbritannien bewegen. Die Körperschaftsteuer solle von derzeit 20 Prozent auf unter 15 Prozent gesenkt werden, berichtete die "Financial Times". Dieser Satz wäre im Vergleich der großen Volkswirtschaften der Erde der niedrigste. Ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union würde nach Einschätzung des Prognos-Instituts einen massiven Schrumpfkurs der dortigen Wirtschaft auslösen. Zwar seien die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen der Brexit-Entscheidung gegenwärtig noch sehr unsicher. In einem "plausiblen Szenario" rechnet Prognos indes damit, dass die britische Wirtschaftsleistung im Jahr 2025 rund 15 Prozent niedriger liegen würde als ohne Austritt aus der EU.
    Sanktionen gegen Spanien und Portugal gefordert:
    EU-Kommissar Günther Oettinger hat EU-Sanktionen gegen Spanien und Portugal gefordert. Beide Länder hätten 2015 ihre Haushaltsverpflichtungen nicht erreicht. Wenn die Kommission ihre Glaubwürdigkeit bei der Einhaltung von Etatregeln bewahren wolle, müsse man Sanktionen gegen Spanien und Portugal beschließen, sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung. Zuvor hatte bereits EU-Vize-Kommissionschef Valdis Dombrovskis dafür plädiert, Maßnahmen gegen die südeuropäischen Länder zu verhängen. Der Euro-Stabilitätspakt sieht eine Defizitgrenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung vor. Ländern, die dagegen verstoßen, drohen Bußgelder, die bisher aber noch nie verhängt wurden. Die EU-Kommission hatte zuletzt noch vorgeschlagen, beiden Ländern ein Jahr mehr Zeit zum Sparen zu geben, auch mit Blick auf die Parlamentswahl im Juni in Spanien.
    Netanjahu kündigt aggressive Maßnahmen im Westjordanland an:
    Nach neuen tödlichen Anschlägen von Palästinensern hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu harte Maßnahmen im besetzten Westjordanland angekündigt. Man befinde sich in einem fortgesetzten Kampf gegen den Terrorismus und setze nun auch aggressive Maßnahmen ein, die in der Vergangenheit nicht verwendet worden seien, sagte Netanjahu. Er nannte unter anderem eine Blockade des gesamten Gebiets um Hebron im Süden des israelisch besetzten Westjordanlands, die 700.000 Menschen betreffe. Einwohnern des Dorfes Bani Naim, aus dem mehrere Angreifer stammten, sollten ihre Arbeitsgenehmigungen in Israel entzogen werden. Die Armee werde zwei weitere Brigaden in das Westjordanland verlegen. Die israelischen Siedlungen sollten außerdem weiter gestärkt werden. In den vergangenen neun Monaten sind bei einer Welle palästinensischer Anschläge 35 Israelis getötet worden. Mehr als 220 Palästinenser starben, meist bei ihren eigenen Attacken.
    Attentäter sprengt sich nahe US-Konsulat in Saudi-Arabien in die Luft:
    In unmittelbarer Nähe des US-Konsulats in der saudiarabischen Hafenstadt Dschidda hat sich ein Attentäter in die Luft gesprengt. Größere Schäden konnten offenbar verhindert werden, weil Sicherheitskräfte in der Nacht zu Montag auf den Mann aufmerksam geworden und eingeschritten seien, teilte das Innenministerium in Riad mit. Als sich die Beamten näherten, habe der Mann auf einem Krankenhaus-Parkplatz gegenüber dem Konsulat einen Sprengstoffgürtel gezündet. Die beiden Beamten seien leicht verletzt worden, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums. Die regierungsnahe Zeitung "Sabk" zeigte Bilder vom Explosionsort. Darauf waren Blut und beschädigte Autos zu sehen. Die Zeitung sprach von einem fehlgeschlagenen Bombenattentat. Die Behörden nahmen nach Ministeriumsangaben Ermittlungen auf. Die Identität des Attentäters war zunächst unklar, ebenso etwaige Verbindungen zu radikalen Gruppen.
    9 min
  • 02.07.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Geiselnahme in Bangladesch beendet - Sechs Angreifer getötet:
    Sicherheitskräfte haben die Geiselnahme in einem bei Ausländern beliebten Restaurant in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka beendet. Sechs der vermutlich bis zu zehn Angreifer seien bei der Erstürmung getötet worden, sagte ein Armeevertreter dem indischen Fernsehsender Times Now. Derzeit werde das Gebiet rund um das Lokal nach weiteren Tätern abgesucht. Die Sicherheitskräfte hätten insgesamt 13 Geiseln in Sicherheit gebracht, unter ihnen drei Ausländer, berichtete der Sender weiter. Unklar ist derzeit noch, ob es auch Opfer unter den Geiseln gab. Am Freitagabend hatten mutmaßliche Islamisten das Restaurant im Diplomatenviertel von Dhaka gestürmt und bis zu 20 Geiseln genommen. Rund zehn Stunden später begannen mehr als 100 Polizisten eine Befreiungsaktion, bei der es zu heftigen Schusswechseln kam. Zu dem Überfall bekannte sich die Extremisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS).
    USA geben Zahl von Drohnenopfern preis:
    Die USA haben nach eigenen Angaben bei Drohnenangriffen außerhalb der Krisengebiete Afghanistan, Irak und Syrien in den vergangenen Jahren bis zu 116 Zivilisten getötet. Dies geht aus einem Bericht des US-Geheimdienstkoordinators James Clapper hervor. Es ist das erste Mal, dass die Regierung Zahlen zu Luftangriffen außerhalb der Hauptkampfgebiete publik macht. Der Bericht umfasst den Zeitraum 2009 bis 2015. Bei 473 Angriffen wurden demnach außer den aufgeführten Zivilisten fast 2600 Kämpfer getötet. Fast alle Angriffe wurden von Drohnen, einige wenige von Flugzeugen oder Marschflugkörpern ausgeführt. Menschenrechtsgruppen gehen von deutlich höheren Zahlen für zivile Opfer aus. In dem Papier heißt es dazu, die Regierung habe bessere Möglichkeiten als Nichtregierungsorganisationen, um verlässliche Daten zu gewinnen.
    Ranghohe IS-Führer im Irak ausgeschaltet:
    Die von den USA geführte internationale Koalition hat nach eigenen Angaben den stellvertretenden Kriegsminister der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) getötet. Basim Muhammad Ahmad Sultan al-Badschari sei bereits vor einer Woche nahe der irakischen Stadt Mossul ausgeschaltet worden, teilte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums mit. Zudem sei bei dem Luftangriff ein hochrangiger IS-Militärkommandeur, Hatim Talib al-Hamduni, ums Leben gekommen. Damit habe die Miliz zwei ihrer ranghöchsten militärischen Führer in der Region verloren. Irakische Sicherheitskräfte konnten in den vergangenen Wochen erhebliche Fortschritte im Kampf gegen den IS erzielen. Mossul ist die letzte irakische Großstadt, die sich noch in der Hand der Dschihadisten befindet.
    Türkei lehnt Parlamentarierbesuche weiter ab:
    Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat mit der Türkei keine Einigung über Besuche deutscher Politiker bei Bundeswehrsoldaten in Incirlik erzielt. Sie werde der Regierung und dem Bundestag berichten, um gemeinsam zu erwägen, wie man "zu einer guten Lösung" mit Ankara gelangen könne, sagte von der Leyen nach einem Treffen mit ihrem Amtskollegen Fikri Isik. Sie habe Isik dargelegt, dass es wichtig sei, den zuständigen Abgeordneten den Zugang zu Bundeswehrangehörigen auch in der Türkei zu gewähren, so die Ministerin. Zuvor hatte die türkische Regierung einen Besuch des deutschen Verteidigungsstaatssekretärs Ralf Brauksiepe und weiterer Abgeordneter auf dem Stützpunkt Incirlik abgelehnt. Dort sind rund 250 Angehörige der Bundeswehr stationiert.
    Tausende demonstrieren in Hongkong gegen China:
    In Hongkong haben mehrere tausend Menschen gegen den Einfluss Chinas protestiert. Viele Demonstranten trugen gelbe Regenschirme, das Symbol der Demokratiebewegung. Nach Angaben der Organisatoren nahmen 110.000 Menschen an der Kundgebung teil. Die Polizei gab deren Zahl dagegen mit 19.300 an. Angekündigte Proteste von Befürwortern einer Unabhängigkeit der Sonderverwaltungszone wurden durch ein massives Polizeiaufgebot verhindert. Der chinesische Präsident Xi Jinping erklärte in Peking, ungeachtet aller Schwierigkeiten gelte weiter das Prinzip "Ein Land, zwei Systeme". Hongkong war 1997 an China übergeben worden. Die Opposition wirft Peking vor, die damals zugesagte Autonomie zu missachten und sich zunehmend in innere Angelegenheiten der ehemaligen britischen Kronkolonie einzumischen.
    Wales zieht sensationell ins EM-Halbfinale ein:
    Völlig überraschend steht Wales im Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft. Die Mannschaft besiegte Belgien vor knapp 46.000 Zuschauern in Lille sensationell mit 3:1. Radja Nainggolan hatte die Roten Teufel zwar früh in Führung gebracht. Doch Kapitän Ashley Williams glich in der 31. Minute für die Waliser aus. Hal Robson-Kanu und der kurz vor seinem Treffer eingewechselte Sam Vokes machten den Sieg perfekt. Im Halfinale trifft Wales mit Superstar Gareth Bale am Mittwochabend in Lyon auf Portugal. Belgiens Fußball-Nationaltrainer Marc Wilmots hielt sich nach der Niederlage seinen Rücktritt offen. Er werde seine Entscheidung nach Ende des Turniers treffen, erklärte Wilmots in Lille.
    9 min
  • 01.07.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Verfassungsgerichtshof in Wien entscheidet über Gültigkeit der Präsidentenwahl:
    Das österreichische Verfassungsgericht gibt an diesem Freitag seine Entscheidung über die Gültigkeit der Präsidentschaftswahl bekannt. Norbert Hofer von der rechtspopulistischen FPÖ hatte die Wahl laut offiziellem Ergebnis knapp verloren. Der von den Grünen unterstützte Alexander Van der Bellen gewann die Stichwahl am 22. Mai demnach mit nur rund 31.000 Stimmen Vorsprung. Zweieinhalb Wochen später focht die FPÖ das Wahlergebnis an und erklärte, bei der Wahl habe es zahlreiche Unregelmäßigkeiten und Pannen gegeben. Unter anderem sollen rund 60.000 Briefwahl-Stimmen von Menschen ausgezählt worden sein, die dazu nicht befugt waren. Sollte das Verfassungsgericht die Wahl teilweise oder ganz für ungültig erklären, könnte Van der Bellen nicht wie geplant am 8. Juli seinen Amtseid ablegen.
    Istanbul-Attentäter waren angeblich Ausländer:
    Nach dem Anschlag auf den Istanbuler Flughafen Atatürk ist die türkische Polizei gegen mutmaßliche Anhänger der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) vorgegangen. Laut dem Innenministerium wurden 13 Menschen in Istanbul festgenommen. Neun weitere Verdächtige wurden in der Stadt Izmir gefasst. Sie sollen Kontakt zu IS-Kämpfern in Syrien gehabt haben. Ob sie etwas mit dem Anschlag in Istanbul zu tun haben, ist noch nicht klar. Regierungskreisen zufolge sollen die drei Selbstmordattentäter vom Flughafen aus dem Kaukasus und Zentralasien stammen. Es handele sich um einen Usbeken, einen Kirgisen und einen Russen, der aus Dagestan stamme, hieß es. Von Russland gibt es hierfür bislang keine Bestätigung. Nach neuesten Angaben sind bei dem Anschlag 44 Menschen getötet worden.
    US-Armee öffnet sich für Transgender:
    Die US-Armee öffnet sich ab sofort auch für Transgender. Verteidigungsminister Ashton Carter bestätigte offiziell entsprechende Medienberichte. Aufgabe der Streitkräfte sei es, das Land zu verteidigen. Es dürfe keine Barrieren geben, um die besten Leute für diese Aufgabe zu rekrutieren. Ab Oktober können die Betroffenen auch die medizinische Versorgung des Pentagon in Anspruch nehmen, um eine Geschlechtsumwandlung vornehmen zu lassen. Die Republikaner kritisierten die neue Regelung. Der Abgeordnete Mac Thornberry sagte, Soldaten müssten medizinisch fit und einsatzbereit sein. Davon hänge die Sicherheit der USA ab. Unter den aktiven Armee-Mitgliedern sollen sich 2500 Transgender befinden.
    US-Behörde untersucht Tesla-Fahrzeug nach tödlichem Unfall:
    Die US-Verkehrsaufsicht NHTSA hat nach einem tödlichen Unfall mit der Untersuchung automatisierter Fahrsysteme beim Elektroauto-Hersteller Tesla begonnen. Der sogenannte Autopilot war bei einem Crash der Tesla-Limousine "Model S" im Einsatz, bei dem der Fahrer Anfang Mai ums Leben kam. Tesla betonte, dass es sich bei dem Autopilot-System um eine neue Technologie in der sogenannten Beta-Phase handele, die in der Grundeinstellung ausgeschaltet sei. Fahrer würden beim Einsatz des Programms ausdrücklich aufgefordert, die Hände niemals vom Steuer zu nehmen und die Kontrolle und Verantwortung über das Fahrzeug zu behalten. Laut NHTSA betrifft die vorläufige Untersuchung etwa 25.000 Tesla "Model S" des Modelljahres 2015.
    Portugal ist erster EM-Halbfinalist:
    Der erste Halbfinalist der Fußball-Europameisterschaft heißt Portugal. Das Team um Superstar Cristiano Ronaldo bezwang Polen im Viertelfinale in Marseille mit 5:3 im Elfmeterschießen. Nach Verlängerung hatte es - wie bereits nach Ende der regulären Spielzeit - 1: 1 gestanden. In der Vorschlussrunde treffen die Portugiesen nun auf den Sieger der Partie zwischen Wales und Belgien am Freitag. Die Polen waren vor fast 63.000 Zuschauern durch Bayern-Star Robert Lewandowski bereits in der 2. Minute in Führung gegangen. Dies war das zweitschnellste Tor der EM-Geschichte. Lewandowskis künftiger Münchner Teamkollege Renato Sanches hatte jedoch in der 33. Minute ausgeglichen.
    8 min
  • 30.06.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Bewerbungsschluss für Cameron-Nachfolge:
    Bei den britischen Tories endet die Frist, sich nach dem Brexit-Votum um die Nachfolge von Parteichef und Premierminister David Cameron zu bewerben. Als erster warf gleich zu Beginn der wenig bekannte Rentenminister Stephen Crabb seinen Hut in den Ring. Als Favoriten gelten der ehemalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson und Innenministerin Theresa May. Auch Gesundheitsminister Jeremy Hunt und Ex-Verteidigungminister Liam Fox erwägen eine Kandidatur. Wenn es mehr als zwei Kandidaten gibt, wird das Bewerberfeld kommende Woche per Abstimmung der Tory-Abgeordneten verkleinert. Über die verbleibenden zwei Kandidaten sollen dann die rund 150.000 Parteimitglieder per Briefwahl abstimmen. Das Ergebnis wird für den 9. September erwartet.
    Hilfskonvoi erreicht belagerte syrische Städte:
    Zum ersten Mal nach fast vier Jahren hat ein Hilfskonvoi zwei vom syrischen Regime belagerte Orte östlich von Damaskus erreicht. 37 Lastwagen hätten Nahrung, Medizin und andere humanitäre Hilfe für 20.000 Menschen nach Samalka und Irbin gebracht, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mit. Laut Aktivisten sind die beiden Orte seit November 2012 von der Versorgung abgeschnitten. Mit dem Konvoi haben jetzt nach UN-Angaben alle 18 belagerten Gebiete in Syrien Hilfe erhalten. Die Transporte für Samalka und Irbin hatten sich in den vergangenen Wochen immer wieder verzögert. Die syrische Opposition hat Hilfe für belagerte Gebiete zur Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit Vertretern der Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad gemacht.
    Nach Atatürk-Anschlag: Rekonstruktion des Tathergangs :
    Nach dem Terrorangriff auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul sieht die türkische Regierung keine Versäumnisse bei der Sicherheit. Aus Regierungskreisen hieß es jedoch, einer der drei Selbstmordattentäter sei in die Abflughalle des Internationalen Terminals eingedrungen. Er habe sich an der Sicherheitskontrolle im Eingangsbereich in die Luft gesprengt. Danach habe der zweite Attentäter ins Gebäude gelangen können und seinen Sprengsatz in der Abflughalle gezündet. Ein dritter Attentäter habe sich anschließend draußen vor dem Gebäude in die Luft gesprengt. Ministerpräsident Binali Yildirim macht die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) für den Anschlag verantwortlich. Mindestens 44 Menschen wurden getötet. Es war bereits der vierte schwere Anschlag in Istanbul seit Jahresbeginn. Die Terrororganisation hat sich bisher zu keinem der Anschläge in der Türkei bekannt. Nach Angaben der Rundfunkbehörde RTÜK verhängte ein Gericht in Istanbul eine Nachrichtensperre über den Anschlag.
    Kim Jong Un übernimmt neues Spitzenamt in Nordkorea:
    Mit der Übernahme eines neu geschaffenen Spitzenpostens hat Nordkoreas Herrscher Kim Jong Un seinen Machtanspruch ausgebaut. Die Oberste Volksversammlung in Pjöngjang wählte den 33-Jährigen einstimmig zum Vorsitzenden eines neu eingerichteten "Komitees für Staatsangelegenheiten". In diesem wird künftig die Führung über Armee, Staat und Partei gebündelt, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete. Das neue Gremium tritt an die Stelle des "Nationalen Verteidigungskomitees", das bislang als oberste Regierungsbehörde in dem isolierten Staat galt. Nach Einschätzung von Analysten kommt Kim Jong Un mit dem neuen Posten der Übernahme des Präsidentenamts nahe. Dieses hatte zuletzt sein Großvater, Staatsgründer Kim Il Sung, inne. Er wurde nach seinem Tod 1994 offiziell zum "ewigen Präsidenten" ernannt, das Amt blieb seitdem formell unbesetzt.
    UN schicken weitere 2500 Soldaten und Polizisten nach Mali:
    Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat der Entsendung weiterer 2000 Soldaten und fast 500 Polizisten für die Friedensmission im westafrikanischen Mali zugestimmt. Der Entschluss ist eine Reaktion auf die jüngste Welle der Gewalt. In den vergangenen vier Jahren wurden in Mali, wo seit Februar dieses Jahres auch etwa 300 Soldaten der Bundeswehr stationiert sind, mehr als 70 UN-Soldaten getötet. Mit der von Frankreich entworfenen UN-Resolution wird das Mandat für die Friedensmission MINUSMA bis Juni 2017 verlängert. Zudem wird die Zahl der zu entsendenden Blauhelme von 11.240 auf insgesamt knapp 13.300 erhöht.
    9 min
  • 29.06.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Viele Tote bei Terrorserie am Istanbuler Flughafen Atatürk:
    Bei einer blutigen Anschlagsserie auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen haben drei Selbstmordattentäter nach türkischen Regierungsangaben 36 Menschen mit in den Tod gerissen. Fast 150 Menschen wurden bei dem Angriff des Selbstmordkommandos auf den größten Flughafen der Türkei verletzt. Ministerpräsident Binali Yildirim sagte bei einem Besuch am Anschlagsort, erste Hinweise deuteten auf die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) als Urheber hin. Unter den Opfern seien viele Türken, aber auch Ausländer. Nach bisherigen Erkenntnissen hätten die Angreifer zunächst das Feuer eröffnet und sich dann in die Luft gesprengt. Präsident Recep Tayyip Erdogan rief die Welt zum entschlossenen Handeln gegen den Terrorismus auf. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem "hinterhältigen Akt des Terrorismus".
    Merkel hält Brexit-Beschluss für unumkehrbar:
    Bundeskanzlerin Angela Merkel hält den britischen Beschluss, aus der EU auszutreten, für unumkehrbar. Sie sagte nach dem EU-Gipfel in Brüssel, alle täten gut daran, die Realitäten zur Kenntnis zu nehmen. Es sei nicht die Stunde für ein Wunschdenken. Sie erwarte fest, dass Großbritannien nach dem Referendum einen Austrittsantrag nach Artikel 50 des EU-Vertrages stellen werde, auch wenn der Zeitpunkt noch nicht feststehe. Die übrigen EU-Mitglieder seien sich aber einig, dass man erst mit Großbritannien darüber verhandeln werde, wenn der Antrag vorliege. Der britische Premierminister Cameron betonte in Brüssel, er bedauere die Entscheidung seiner Landsleute, doch sei es richtig gewesen, über einen "Brexit" abstimmen zu lassen. Cameron hatte nach dem Votum der Briten gegen die EU-Mitgliedschaft seinen Rücktritt angekündigt. Das Austrittsgesuch soll erst die Nachfolgeregierung stellen, die frühestens im September ihre Arbeit aufnehmen dürfte.
    Schweden, Bolivien, Äthiopien und Kasachstan in UN-Sicherheitsrat gewählt:
    Die UN-Vollversammlung hat Schweden, Bolivien und Äthiopien für die Jahre 2017 und 2018 als nicht-ständige Mitglieder in den UN-Sicherheitsrat gewählt. Bei der Bewerbung um den Einzug in das höchste UN-Gremium setzte sich Kasachstan in der zweiten Runde gegen Mitbewerber Thailand durch. Um den letzten verbliebenen Platz konkurrieren Italien und die Niederlande. Da sich die Versammlung jedoch auch nach fünf Abstimmungsrunden nicht zwischen den beiden Kandidaten einigen konnte, wurde die Entscheidung vertagt. Im Sicherheitsrat sind 15 Staaten vertreten, fünf davon als ständige Mitglieder: die USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien. Die weiteren werden für jeweils zwei Jahre gewählt.
    Brüssel will Ceta-Abkommen ohne nationale Parlamente beschließen:
    Die EU-Kommission will das Freihandelsabkommen Ceta mit Kanada beschließen, ohne dass die Parlamente der europäischen Staaten daran beteiligt werden. Das teilte Kommissionschef Jean-Claude Juncker beim Brüsseler EU-Gipfel mit. Nur das EU-Parlament soll abstimmen. Die EU-Kommission geht damit auf Kollisionskurs zu mehreren EU-Staaten, darunter Deutschland, die zwar das Abkommen begrüßen, aber auf eine Zustimmung der nationalen Parlamente bestehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in Brüssel, es gebe gute Gründe, die nationalen Parlamente damit zu befassen. Das Ceta-Abkommen gilt als Vorbild für das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen Europa und den USA.
    EU-Kommission will Glyphosat-Zulassung verlängern:
    Die EU-Kommission will die Zulassung für das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat um 18 Monate verlängern. Man werde den rechtlichen Verpflichtungen fristgerecht nachkommen, teilte der zuständige Kommissar Vytenis Adriukaitis mit. Die geltende Zulassung läuft am Donnerstag aus. Unter den EU-Staaten gibt es bislang keine gemeinsame Position in der Frage einer Zulassungs-Verlängerung. Die Kommission könnte die Genehmigung auch im sogenannten schriftlichen Verfahren erteilen, ohne dass die Kommissare zusammenkommen. Glyphosat ist das derzeit in der EU am häufigsten eingesetzte Pflanzenschutzmittel. Es steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Dazu gibt allerdings zahlreiche widersprüchliche Studien. Kritiker warfen der EU-Kommission vor, die Entscheidung mangels Zustimmung im Alleingang durchzusetzen.
    Mongolei wählt neues Parlament:
    In der Mongolei wird ein neues Parlament gewählt. Beobachter erwarten ein knappes Rennen der beiden großen Parteien, der regierenden Demokratischen Partei (DP) von Ministerpräsident Chimed Saikhanbileg und der oppositionellen Mongolischen Volkspartei (MPP). Das an Bodenschätzen wie Uran, Kohle, Gold und seltenen Erden reiche zentralasiatische Land leidet unter dem Rückgang der Rohstoffpreise und der nachlassenden Nachfrage besonders durch das langsamere Wachstum des großen Nachbarn China. Noch vor wenigen Jahren boomte die mongolische Wirtschaft. Jetzt machen den rund drei Millionen Mongolen Inflation und Arbeitslosigkeit zu schaffen. Zudem gibt es in der Bevölkerung nach gut 25 Jahren Demokratie zunehmend Ernüchterung über die Politiker des Landes.
    9 min
  • 28.06.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Große EU-Staaten pochen auf raschen Beginn der "Brexit"-Verhandlungen:
    Deutschland, Frankreich und Italien wollen mit einer gemeinsamen Initiative die EU erneuern und so den Zusammenhalt der Europäer nach dem britischen Austrittsvotum sichern. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande und der italienische Regierungschef Matteo Renzi pochten nach einem Treffen in Berlin auf einen raschen Beginn der Austrittsverhandlungen, die London in Gang setzen müsse. Die Europäische Union habe keine Zeit zu verlieren. Nichts sei schlimmer als Ungewissheit, warnten sie vor dem EU-Gipfel am Dienstag. Vorabvereinbarungen mit London erteilten die drei großen EU-Staaten eine klare Absage.
    Britische Regierung spielt bei Brexit auf Zeit:
    Die britische Regierung will sich mit dem Austritt aus der EU Zeit lassen. Das kündigte der scheidende Premierminister David Cameron in einer Rede vor dem Unterhaus an. Er werde vorerst keine formalen Gespräche über ein Ausscheiden seines Landes aus der Europäischen Union einleiten. Sein Land wolle offizielle Brexit-Verhandlungen erst dann aufnehmen, wenn das künftige Verhältnis zur EU grundsätzlich geklärt sei. Das wolle er bei dem Treffen mit dem EU-Ministerrat am Dienstag noch einmal klarmachen. Zuvor hatten zahlreiche europäische Politiker Großbritannien aufgefordert, möglichst schnell Konsequenzen aus dem EU-Referendum zu ziehen und den Austritt rasch vorzubereiten. Nach dem Votum für einen Brexit haben die großen Ratingagenturen S&P und Fitsch Großbritanniens Kreditwürdigkeit herabgestuft.
    Amnesty beklagt sexuelle Gewalt gegen weibliche Häftlinge in Mexiko:
    Amnesty International wirft den mexikanischen Behörden routinemäßige Folterung und Misshandlung von inhaftierten Frauen vor. Es herrsche ein schockierendes Ausmaß an Gewalt durch Sicherheitskräfte, heißt es im Bericht der Menschenrechtsorganisation. Alle hundert befragten Frauen hätten angegeben, während ihrer Festnahme und Verhöre sexualisierter Gewalt und psychischen Misshandlungen ausgesetzt gewesen zu sein. Zu den Misshandlungen gehörten Elektro-Schocks auf Genitalien, die Simulation von Ersticken mit Plastiktüten über dem Kopf sowie Schläge und Drohungen. 33 der Befragten gaben an, vergewaltigt worden zu sein. Amnesty International fordert in seinem Bericht den mexikanischen Kongress auf, umgehend ein Anti-Folter-Gesetz zu beschließen und dessen Umsetzung zu überwachen.
    UNICEF mahnt Hilfen für besonders benachteiligte Kinder an:
    Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF hat stärkere Anstrengungen gefordert, um den ärmsten Kindern auf der Welt besser zu helfen. Zwar habe es in den vergangenen 25 Jahren "enorme Fortschritte" im Kampf für die Bildung und Gesundheitsversorgung von Kindern gegeben, erklärte UNICEF-Programmdirektor Ted Chaiban anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts in New York. Diese Fortschritte seien aber ungleich verteilt. Die Welt müsse auch jene Kinder in den Blick nehmen, die sehr arm und daher für Helfer oft schwierig zu erreichen seien. Geschehe dies nicht, könnten in den kommenden 15 Jahren 69 Millionen Kinder unter fünf Jahren an vermeidbaren Erkrankungen sterben, 167 Millionen an Armut leiden. Nach wie vor unterlägen Kinder von Müttern ohne Schulbildung etwa in Südasien und im subsaharischen Afrika einem dreifach erhöhten Risiko, vor dem fünften Lebensjahr zu sterben.
    Südafrikas Präsident muss hohe Strafe für Luxus-Ausbau zahlen:
    Südafrikas Präsident Jacob Zuma muss 7,8 Millionen Rand (rund 462.000 Euro) an den Staat zurückzahlen, weil er sein privates Anwesen mit Steuergeldern sanieren und luxuriös ausbauen ließ. Das geht aus einem Bericht des Finanzministeriums hervor, wie der Fernsehsender "eNCA" berichtete. In den Umbau des Anwesens flossen rund 250 Millionen Rand (14,3 Millionen Euro) an öffentlichen Mitteln. Laut Zuma dienten die Umbauten der Verbesserung der Sicherheitsstandards. Das Finanzministerium ermittelte im Auftrag des Verfassungsgerichtes, dass mit dem Geld auch ein Swimmingpool, ein Amphitheater und ein Auslaufgehege für Hühner errichtet wurden. Zuma steht unter Dauerkritik von Öffentlichkeit und Opposition. Ihm wird vorgeworfen, dass ihm mehr an der eigenen Bereicherung als am Wohl des Landes gelegen sei.
    8 min
  • 27.06.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Britischer Finanzminister stimmt Märkte auf Turbulenzen ein:
    Der britische Finanzminister George Osborne hat die Entschlossenheit der britischen Regierung betont, nach dem Brexit-Votum finanzpolitische Stabilität zu gewährleisten. Allerdings werde es noch längere Zeit Turbulenzen an den Märkten geben, erklärte Osborne vor Handelsbeginn der Börse in London. Die Wirtschaft des Landes sei so stark wie nötig, um die Herausforderung zu meistern. Der Prozess des Austritts aus der Europäischen Union werde erst beginnen, wenn klar sei, wie sich die Beziehungen zur EU entwickeln sollen. Zunächst verändere sich nichts, sagte der Minister. Nach Bekanntwerden der ersten Abstimmungsergebnisse am Freitag war das britische Pfund eingebrochen und zeitweise auf den tiefsten Stand seit 31 Jahren gefallen. Auch die Aktienmärkte hatten heftige Verluste hinnehmen müssen.
    Merkel und Hollande einig beim Umgang mit Brexit:
    Nach dem Referendum der Briten über einen Austritt aus der EU läuft die Krisendiplomatie auf Hochtouren. Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande wünschten sich in einem halbstündigen Telefonat nun "größtmögliche Klarheit, um keinerlei Unsicherheit aufkommen zu lassen". Sie sind sich nach französischen Angaben "vollkommen einig" über den Umgang mit dem Brexit-Votum der Briten. An diesem Montag kommen Merkel und Hollande mit dem italienischen Regierungschef Matteo Renzi und EU-Ratspräsident Donald Tusk in Berlin zusammen. Am Dienstag beginnt ein zweitägiger EU-Gipfel in Brüssel. Die Forderung vieler EU-Vertreter, möglichst rasch den Austrittsantrag einzureichen, lehnt die britische Regierung ab.
    Spanien droht abermals die Unregierbarkeit:
    Aus der zweiten Parlamentswahl innerhalb eines halben Jahres in Spanien ist die konservative Volkspartei (PP) des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Mariano Rajoy wieder als stärkste politische Kraft hervorgegangen. Sie legte noch zu, verfehlte aber klar die absolute Mehrheit. Nach dem vorläufigen Endergebnis bekam die Volkspartei 137 Mandate - bei der Wahl im Dezember waren es 123 Sitze. Rajoy forderte umgehend "das Recht aufs Regieren" ein. Allerdings ist offen, ob Bündnispartner ihm zur notwendigen Mehrheit verhelfen. Bisher hat keine Partei mit der - von vielen Korruptionsskandalen erschütterten - PP koalieren wollen. Als zweitstärkste Kraft behaupteten sich die Sozialisten (PSOE). Sie erhielten 85 Mandate (minus fünf). Das Bündnis um die Linkspartei Podemos ("Wir können") blieb mit 71 Sitzen - ebenso viele wie im Dezember - hinter den Erwartungen zurück. Die liberale Partei Ciudadanos ("Bürger") kam auf 32 Sitze, acht weniger als bisher. Die Wahlbeteiligung sank auf 69,8 Prozent.
    Hilfsorganisationen kritisieren EU-Vorschläge zur "Migrationsabwehr":
    Menschenrechts- und Hilfsorganisationen haben den Vorschlag der EU-Kommission zu "Migrationspartnerschaften" mit Drittstaaten scharf kritisiert. Vor dem EU-Gipfel am Dienstag und Mittwoch in Brüssel appellierten sie an die EU-Staats- und Regierungschefs, den Plänen nicht zuzustimmen. Pflichten und Verantwortlichkeit zur Wahrung der Menschenrechte endeten nicht an Europas Grenzen, heißt es in einer in Bonn veröffentlichten Erklärung von 104 Nichtregierungsorganisationen, darunter Amnesty International, Care und Human Rights Watch. Die EU-Kommission will nach dem Vorbild des Abkommens mit der Türkei zunächst mit afrikanischen Ländern Verträge zur Rücknahme von Flüchtlingen schließen. Außerdem sollen sie ihre Grenzen besser sichern und gegen Schleuser vorgehen.
    Götz George ist tot:
    Der Schauspieler Götz George ist im Alter von 77 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben. Wie seine Agentin am späten Sonntagabend in Berlin mitteilte, verstarb George bereits am 19. Juni. Er habe sich eine Verabschiedung im engsten Kreis gewünscht. George ist einem Millionenpublikum neben zahlreichen weiteren Rollen besonders als "Tatort"-Kommissar Horst Schimanski in Erinnerung. Den schnodderigen Polizisten aus dem Ruhrgebiet verkörperte er binnen 32 Jahren insgesamt 48 Mal. Eine seiner berühmtesten Kinorollen hatte der gebürtige Berliner als homosexueller Massenmörder Fritz Haarmann in "Der Totmacher" von 1995. In Satiren wie "Schtonk!" oder "Rossini" zeigte George sein komödiantisches Talent. 2007 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Deutschen Fernsehpreis geehrt. Sechs Jahre später spielte er im TV-Drama "George" seinen eigenen Vater Heinrich, der wegen seiner Schauspieler-Karriere in der NS-Zeit umstritten war.
    9 min
  • 25.06.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als Audio-Datei.
    Krisentreffen der EU-Gründerstaaten zum Brexit:
    Die Außenminister der sechs Gründerstaaten des EU-Vorläufers EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) kommen an diesem Samstag in Berlin zusammen, um über die Folgen des Brexit-Referendums zu beraten. Ressortchef Frank-Walter Steinmeier hat dazu seine Kollegen aus Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden in das Gästehaus des Auswärtigen Amtes eingeladen. Der deutsche Minister und sein Pariser Kollege Jean-Marc Ayrault wollen gemeinsame Vorschläge zur Weiterentwicklung der Europäischen Union vorlegen. Es gehe nicht darum, noch mehr Souveränität nach Brüssel zu übertragen, sage Ayrault.
    Obama telefoniert mit Cameron und Merkel:
    US-Präsident Barack Obama hat nach der Brexit-Entscheidung Großbritanniens mit Premierminister David Cameron und Bundeskanzlerin Angela Merkel telefoniert. Die USA würden sich mit den europäischen Verbündeten weiter abstimmen, um die Stabilität des globalen Finanzsystems sicherzustellen, sagte Obama in einer Rede an der Universität Stanford (Kalifornien). Er sei sich mit Cameron darin einig, dass das Land einen geordneten Ausstieg aus der Europäischen Union sicherstellen müsse. Obama lobte Cameron als sehr engen Partner. Der Präsident erklärte weiter, Merkel und er seien der Ansicht, dass die europäischen Verbündeten und die USA in den kommenden Monaten eng zusammenarbeiten müssten.
    Juncker möchte britischen "Scheidungsbrief" sofort:
    Nach dem Brexit-Beschluss haben EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die Ankündigung des britischen Premierministers David Cameron scharf kritisiert, erst im Oktober zurückzutreten. Dies sei "skandalös", sagte Schulz den ARD-Tagesthemen. Damit werde zum wiederholten Male ein ganzer Kontinent in Geiselhaft genommen für die parteiinternen Überlegungen der konservativen Partei Großbritanniens. Juncker rief Großbritannien auf, umgehend die Verhandlungen über den Austritt aus der Europäischen Union aufzunehmen. Er verstehe nicht, warum die britische Regierung bis Oktober für die Entscheidung brauche, ob sie den "Scheidungsbrief" schicke oder nicht.
    Moody's droht Großbritannien mit Herabstufung:
    Die Ratingagentur Moody's droht Großbritannien nach dem Brexit-Votum mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit. Die Bonitätswächter setzten den Ausblick von "stabil" auf "negativ". Moody's bestätigte zwar die Kreditwürdigkeit Großbritanniens mit "AA1" - eine Note unter dem Bestwert "AAA". Gleichzeitig wies die US-Agentur darauf hin, das Ergebnis des Referendums könne der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung des Landes schaden. Wird das Rating herabgestuft, kann das höhere Kosten bei der Schuldenaufnahme zur Folge haben. Das Rating für die EU beließ die US-Agentur dagegen bei "AAA".
    BKA-Chef warnt vor Rechtsterrorismus:
    Das Bundeskriminalamt (BKA) sieht in Deutschland eine zunehmende Gefahr der Bildung neuer rechter Terrorzellen. Dies ergebe sich aus der wachsenden Gewaltbereitschaft von Rechtsextremisten gegen Flüchtlinge, sagte BKA-Präsident Holger Münch der Deutschen Presse-Agentur. Es sei nicht auszuschließen, dass sich aus einer derartigen Bewegung am Ende terroristischen Strukturen abspalteten. Bei entsprechenden Hinweisen handele seine Behörde schnell und konsequent, wie das Vorgehen gegen die "Old School Society", die "Bamberger Gruppe" und die "Bürgerbewegung Freital" beweise. Mit dem Thema Zuwanderung erreiche die rechte Szene Menschen, die vorher nicht als extremistisch gegolten hätten, so der BKA-Präsident. Zwar sei der Anstieg bei Straftaten gegen Asylunterkünfte zuletzt etwas abgeflacht. Es gebe aber keinen Grund zur Entwarnung.
    Papst besucht Völkermord-Denkmal in Armenien:
    Auch am zweiten Tag seiner Armenien-Reise hat Papst Franziskus an die Massaker im Osmanischen Reich erinnert. Am Völkermord-Denkmal Zizernakaberd in der Hauptstadt Eriwan legte er einen Kranz nieder und sprach ein Gebet. Anschließend traf er mit Nachkommen von Menschen zusammen, die seinerzeit gerettet wurden. Bereits am Freitag hatte der Papst die Taten - abweichend von seinem Redetext - als "Völkermord" bezeichnet. Er bekräftigte damit seine Wortwahl von 2015, die heftige Proteste der Türkei hervorgerufen hatte. Die Führung in Ankara lehnt den Begriff Genozid vehement ab. Bei der Verfolgung der Armenier durch die Osmanen waren im Ersten Weltkrieg nach Schätzungen bis zu 1,5 Millionen Menschen getötet worden. Historiker sehen darin den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts.
    9 min

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