Langsam Gesprochene Nachrichten | Audios | DW Deutsch lernen

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  • 01.06.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Armeniens Präsident warnt Bundestag vor Ablehnung der Resolution:
    Der armenische Präsident Sersch Sargsjan hat die Abgeordneten des Bundestages vor einer Ablehnung der Armenien-Resolution am Donnerstag gewarnt. Niemand in der deutschen Politik bestreite, dass vor 101 Jahren "einer der ersten systematischen Genozide des 20. Jahrhunderts" geschehen sei, sagte Sargsjan der "Bild"-Zeitung. Er forderte die Parlamentarier auf, sich vom türkischen Präsidenten Recep Erdogan nicht einschüchtern zu lassen. Es sei nicht fair, wenn man den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich nicht Völkermord nennen dürfe, nur weil der Staatschef eines anderen Landes dann wütend werde. Kritisch äußerte sich Sargsjan zum Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei. Dieses stehe - unabhängig von der Armenien-Resolution - vor dem Scheitern, weil es mit einem Partner wie der Türkei "dauerhaft schwierig umzusetzen" sei. Erst am Dienstag hatte Erdogan in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel seine Kritik an der Resolution verschärft und vor einer Verschlechterung der deutsch-türkischen Beziehungen gewarnt.
    UN fürchten "menschliche Schutzschilde" in Falludscha:
    Die Vereinten Nationen sorgen sich um 300 bis 400 Familien in der irakischen Stadt Falludscha, die von der bedrängten Terrormiliz IS als menschliche Schutzschilde missbraucht werden könnten. Der IS bringe verstärkt Familien ins Zentrum von Falludscha und erlaube ihnen nicht, diese Sammelplätze zu verlassen, sagte die stellvertretende UN-Gesandte für den Irak, Lise Grande, in New York. Die Betroffenen seien in großer Gefahr. Die irakische Armee hatte am Montag begonnen, aus drei Richtungen in die vom IS kontrollierte Stadt Falludscha einzudringen. In der 50 Kilometer westlich von Bagdad gelegenen Stadt sind rund 50.000 Zivilisten eingeschlossen.
    70.000 Peruaner demonstrieren gegen Kandidatin Fujimori:
    Fünf Tage vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru sind rund 70.000 Menschen gegen die Favoritin Keiko Fujimori auf die Straße gegangen. Das Land dürfe nicht von "Drogenhändlern" regiert werden und "Nein zu Korruption", riefen die Demonstranten in der Hauptstadt Lima. Die konservative Politikerin ist die Tochter von Ex-Staatschef Alberto Fujimori, der seit 2009 eine 25-jährige Haftstrafe wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verbüßt. Er spaltet bis heute das südamerikanische Land. Viele Peruaner befürchten, Keiko Fujimori könnte den autoritären Regierungsstil ihres Vaters fortsetzen. Sie hatte die erste Wahlrunde mit rund 40 Prozent der Stimmen gewonnen und liegt nach jüngsten Umfragen rund fünf Prozentpunkte vor dem 77-jährigen Ex-Wirtschaftsminister Pedro Pablo Kuczynski.
    Union sucht Ausweg aus ihrer Krise:
    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Verantwortung für den unionsinternen Streit zwischen Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer allein der Schwesterpartei CSU zugewiesen. Es gebe keinen "Streit zwischen Merkel und Seehofer", sondern "Attacken gegen Merkel", sagte Schäuble im ZDF. Ein Krisentreffen Merkels und Seehofers im Kanzleramt war am Abend zu Ende gegangen, ohne dass Ergebnisse bekannt wurden. Die CSU hält Merkel vor, mit ihrer Flüchtlingspolitik die sinkenden Umfragewerte der Union ausgelöst zu haben. Die CDU macht Seehofer mit seinen ständigen Attacken auf Merkel für den Wählerschwund verantwortlich.
    Stephen Hawking warnt vor britischem EU-Austritt:
    Der britische Astrophysiker Stephen Hawking hat seine Landsleute vor einem Austritt aus der Europäischen Union gewarnt. Die Zeiten seien vorbei, in denen man noch alleine gegen die Welt bestehen konnte, sagte Hawking dem britischen Fernsehsender ITV. Großbritannien müsse Teil einer größeren Gruppe von Nationen sein, sowohl für seine Sicherheit als auch für den Handel. Drei Wochen vor der Abstimmung über einen EU-Austritt zeichnet sich in Großbritannien ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab.
    Haftstrafe für "Costa Concordia"-Kapitän bestätigt:
    Viereinhalb Jahre nach dem Unglück des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" vor der Küste Italiens hat ein Berufungsgericht die 16-jährige Haftstrafe für Kapitän Francesco Schettino bestätigt. Das Gericht in Florenz wies damit die Forderung der Anklage nach einer Erhöhung des Strafmaßes auf 27 Jahre und drei Monate ebenso zurück wie den Ruf der Verteidigung nach einem Freispruch. Schettino bleibt für die Dauer des Berufungsverfahrens auf freiem Fuß. Er kann nun noch vor das Höchste Gericht ziehen. Bei dem Schiffsunglück im Januar 2012 waren 32 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen zwölf Deutsche.
    11 min
  • 31.05.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Zahl der Flüchtlinge in Afghanistan verdoppelt:
    Insgesamt 3,8 Millionen Afghanen sind auf der Flucht. Das erklärte Amnesty International in einem in London veröffentlichten Bericht. Demnach hat sich die Zahl der Flüchtlinge im eigenen Land in den vergangenen drei Jahren auf 1,2 Millionen Menschen fast verdoppelt. Zudem flohen rund 2,6 Millionen Afghanen außer Landes. 15 Jahre nach Beginn des Bürgerkrieges gewinnen die radikal-islamischen Taliban wieder an Boden. Die Aufmerksamkeit der Welt scheine sich von Afghanistan abgekehrt zu haben, erklärte der Amnesty-Experte Champa Patel. Nach dem Ende des NATO-Kampfeinsatzes am Hindukusch im Dezember 2014 schrumpften auch die internationalen Spenden für Afghanistan.
    Nordkorea testet erneut Rakete - Berichte über Fehlstart:
    Nordkorea hat erneut eine Rakete zu testen versucht. Nach Angaben der südkoreanischen Regierung missglückte der Abschuss. Das kommunistische Nordkorea hat in diesem Jahr bereits mehrmals Raketen und andere Waffensysteme getestet. Im April scheiterten drei Starts mit Musudan-Raketen. Zuletzt verschärften die Vereinten Nationen und die Europäische Union ihre Sanktionen gegen Nordkorea, nachdem der Staat einen vierten Atomwaffentest ausgeführt hatte.
    Weiterer Minister in Brasilien stolpert über Korruptionsskandal:
    Die brasilianische Übergangsregierung verliert innerhalb von nur einer Woche einen weiteren Minister. Der für Korruptionsbekämpfung zuständige Ressortchef Fabiano Silveira trat nach Vorwürfen zurück, er habe Ermittlungen in einem Korruptionsskandal hintertrieben. Wegen desselben Vorwurfs, der sich auf heimliche Gesprächsmitschnitte stützt, hatte vor einer Woche bereits Planungsminister Romero Juca sein Amt ruhen lassen. Die politische Krise in Brasilien spitzt sich damit drei Wochen nach der Suspendierung von Präsidentin Dilma Rousseff weiter zu. Rousseff wurde für ein halbes Jahr wegen Korruptionsvorwürfen suspendiert. In dem Zeitraum soll geklärt werden, ob sie Budgetregeln verletzt hat, um ihre Wiederwahl 2014 zu sichern. Rousseff bestreitet das und spricht von einem Putsch.
    Jedes siebte Kind in Deutschland lebt von Hartz IV:
    Immer mehr Kinder in Deutschland sind von der staatlichen Unterstützung Hartz IV abhängig. Im vergangenen Jahr waren nach einer Datenauswertung der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann im Schnitt 1,54 Millionen unter 15-Jährige betroffen, rund 300.000 mehr als im Vorjahr. Die Angaben stammen Medienberichten zufolge von der Bundesagentur für Arbeit. In einzelnen Regionen ist die Lage deutlich schlechter: in Bremen und Berlin sei fast jedes dritte Kind von Hartz-IV-Leistungen abhängig. Am wenigsten Betroffene gibt es in Bayern.
    Türkei: Armenien-Resolution enthält ungerechte Anschuldigungen:
    Der neue türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat die geplante Bundestagsresolution zu den Massakern an den Armeniern in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert. Die Resolution, die die Massaker als "Völkermord" einstuft, enthalte "ungerechte und grundlose" Anschuldigungen. Die Regierung in Ankara, die Türkei und Millionen Türken in Deutschland beobachteten die Entwicklung mit Sorge. Vize-Ministerpräsident und Regierungssprecher Numan Kurtulmus sagte, es sei nicht Aufgabe von Parlamenten, sondern von Historikern, die Vorgänge von damals aufzuklären. "Niemand wird dem Wort auch nur irgendeines Parlaments in dieser Sache Beachtung schenken." Der Bundestag will am Donnerstag eine Resolution von Union, SPD und Grünen beschließen, in der die Massentötungen von Armeniern im Osmanischen Reich 1915 als Völkermord eingestuft werden. Nach Schätzungen starben dabei zwischen 800.000 und 1,5 Millionen Angehörige der christlichen Minderheit.
    Bundespräsident Gauck bei Gedenkfeiern zur Skagerrakschlacht:
    Bundespräsident Joachim Gauck nimmt an diesem Dienstag auf den britischen Orkney-Inseln an den Gedenkfeiern zum 100. Jahrestag der Skagerrakschlacht zwischen der deutschen und der britischen Marine teil. Bei dem Gefecht waren im Ersten Weltkrieg mehr als 8500 Soldaten beider Seiten umgekommen, es war die größte Seeschlacht der Geschichte. Zur Hauptgedenkveranstaltung an der früheren britischen Flottenbasis kommt auch Prinz Philip, der Ehemann der britischen Königin Elizabeth II. Parallel dazu werden die deutschen Fregatten "Brandenburg" und "Schleswig-Holstein" und der britische Zerstörer "HMS Duncan" im Seegebiet vor der Küste Dänemarks an die getöteten Seeleute erinnern. Außerdem gibt es eine Gedenkveranstaltung in Laboe bei Kiel.
    10 min
  • 30.05.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Irakische Truppen dringen in Falludscha ein:
    Bei ihrer Offensive zur Rückeroberung von Falludscha sind irakische Einheiten in die von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kontrollierte Stadt eingedrungen. Die Truppen seien von drei Seiten vorgerückt, sagte ein Vertreter der irakischen Armee. Seit vergangenem Montag versucht die irakische Armee mit Unterstützung verbündeter Milizen und von Kampfflugzeugen der US-geführten Militärallianz, die Stadt rund 50 Kilometer westlich von Bagdad aus den Händen der Dschihadisten zurückzuerobern. Hunderte Bewohner waren in den vergangenen Tagen geflüchtet, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Rund 50.000 Zivilisten stecken noch in der belagerten Stadt fest. Anfang 2014 war sie von Gegnern der irakischen Regierung eingenommen worden und geriet später unter die Kontrolle des IS. Die Dschihadisten hatten seit dem Sommer 2014 weite Gebiete nördlich und westlich von Bagdad in ihrer Gewalt, doch verloren sie in den vergangenen Monaten deutlich an Boden gegenüber der irakischen Armee. Falludscha ist neben Mossul die letzte Großstadt in ihrer Hand.
    Chefunterhändler der syrischen Opposition in Genf zurückgetreten:
    Der Chefunterhändler der Regimegegner bei den Syrien-Gesprächen in Genf, Mohammed Allusch, ist zurückgetreten. Er betrachte die Friedensbemühungen als gescheitert, begründete er seinen Schritt. Allusch ist Führungsmitglied der salafistisch inspirierten Rebellengruppe Dschaisch al-Islam. Über Twitter kritisierte er die Kompromisslosigkeit des syrischen Regimes und die fortgesetzten Angriffe gegen Zivilisten. Der internationalen Gemeinschaft warf er vor, dass sie ihre eigenen Entscheidungen nicht umsetze. Syriens Opposition hat dem Regime in Damaskus wiederholt fehlende Bereitschaft zu Friedensgesprächen vorgeworfen. Vor drei Tagen erklärte der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura, er plane keine neue Gesprächsrunde in den kommenden zwei bis drei Wochen. Experten hatten bereits befürchtet, dass die Rebellen nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren könnten, solange die Waffen nicht wirklich schweigen und solange die Menschen in den belagerten Städten keine Hilfe erhalten.
    Trotz Waffenruhe viele Tote bei Kämpfen im Jemen:
    Bei Kämpfen zwischen regierungstreuen Truppen und schiitischen Huthi-Rebellen sind im Süden des Jemen mehr als 40 Menschen getötet worden. Insgesamt seien 28 Rebellen und 20 regierungstreue Soldaten umgekommen, sagte ein jemenitischer General. Es sei seinen Truppen gelungen, einen Überraschungsangriff der Rebellen in der Provinz Schabwa zu stoppen und dann Stellungen des Gegners zu erobern. Trotz einer im Jemen geltenden, allerdings brüchigen Waffenruhe kämpfen die schiitischen Rebellen und Regierungstruppen um das letzte noch von den Huthi kontrollierte Gebiet in der Provinz Schabwa. Die regierungstreuen Truppen hatten im Juli mit Hilfe einer von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition fünf Provinzen im Süden des Jemen von den Huthi zurückerobert.
    "Milchgipfel" soll Unterstützung für Bauern besiegeln:
    Die deutschen Milchbauern können wegen der dramatischen Preiskrise auf staatliche Unterstützung in Millionenhöhe hoffen. Vor einem "Milchgipfel" bei Bundesagrarminister Christian Schmidt an diesem Montag hatte dieser bereits Bürgschaften, Kredite sowie steuerliche Erleichterungen für die Landwirte angekündigt, jedoch noch keine genaue Summe genannt. Im Gespräch war ein Hilfspaket von mindestens 100 Millionen Euro. Der Lebensmitteleinzelhandel soll zudem die Preise im Kühlregal wieder heraufsetzen. Teilnehmer des Milchgipfels sind Vertreter des Bauernverbands, des Handelsverbands und von Molkereiverbänden. Die Milchbauern bekommen von den Molkereien derzeit nur rund 20 Cent pro Liter. Damit können sie nicht kostendeckend wirtschaften. Grund für die niedrigen Preise ist ein Überangebot an Milch.
    Tote bei schweren Überschwemmungen in Süddeutschland:
    Bei schweren Unwettern und Überschwemmungen sind im Südwesten von Deutschland mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Besonders tragisch sei der Tod eines Feuerwehrmanns, der in Schwäbisch Gmünd bei einem Rettungseinsatz ums Leben kam, erklärte das Innenministerium des Bundeslands Baden-Württemberg. Auch die Person, die er retten wollte, sei vermutlich tot. In Weißbach bei Heilbronn ertrank zudem ein Mann in einer vollgelaufenen Tiefgarage. Unwetter mit Starkregen hatten die Pegel von Flüssen und Bächen in kürzester Zeit extrem anschwellen lassen. Straßenunterführungen liefen voll, viele Autos standen komplett im Wasser und die Einsatzkräfte mussten mehrere Menschen aus ihren Fahrzeugen retten. Starke Regenfälle sorgten auch in der bayerischen Region Ansbach und Teilen des Landkreises Neustadt/Aisch für schwere Schäden.
    10 min
  • 28.05.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Experten fordern wegen Zika-Virus Verschiebung von Olympia in Rio:
    150 internationale Gesundheitsexperten fordern eine Verschiebung oder Verlegung der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro wegen des Zika-Virus. Sie befürchten eine beschleunigte weltweite Ausbreitung der Krankheit, wie aus ihrem online veröffentlichten Brief an die Weltgesundheitsorganisation WHO hervorgeht. Die erwarteten 500.000 ausländischen Touristen aus der ganzen Welt könnten sich infizieren und das Virus mit in ihre Heimatländer bringen. Dies wäre ein unnötiges Risiko, warnen die Fachleute. Zika steht im Verdacht, bei Föten zu schweren Schädelmissbildungen zu führen. Symptome sind leichtes Fieber, rote Augen und Ausschlag. Der Erreger wird über Mückenstiche und möglicherweise auch beim Geschlechtsverkehr übertragen. Die Spiele in Rio finden vom 5. bis 21. August statt.
    Junta-Führer in Argentinien verurteilt:
    Wegen der Verfolgung von Oppositionellen in südamerikanischen Militärdiktaturen sind 15 ehemalige argentinische Militärs verurteilt worden. Ein Berufungsgericht in Buenos Aires befand unter anderen den ehemaligen argentinischen Diktator Reynaldo Bignone für schuldig, maßgebend für mehr als hundert Morde mitverantwortlich zu sein. Bignone wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt. Wegen der Verschleppung von Babys politischer Häftlinge verbüßt er bereits eine 15-jährige Haftstrafe. Das Urteil stellt erstmals die kriminelle grenzübergreifende Zusammenarbeit der Diktaturen in Argentinien, Uruguay, Brasilien, Chile, Paraguay und Bolivien fest. Die Koordination der Militärs und Geheimdienste dieser Länder in den 1970er- und 1980er-Jahren wurde von den Verantwortlichen "Opéracion Cóndor" genannt. Unter den Angeklagten in dem vor über drei Jahren aufgenommen Prozess war ursprünglich auch der ehemalige argentinische Diktator Jorge Videla. Er starb aber 2013.
    Moskau und Athen rücken noch näher zusammen:
    Russland und Griechenland wollen trotz zahlreicher Schwierigkeiten ihre Kooperation weiter ausbauen. Dies teilten der russische Präsident Wladimir Putin und der griechische Regierungschef Alexis Tsipras nach einem Treffen in Athen mit. Putin sagte, Russland habe die Pläne für den Bau einer Gaspipeline über das Schwarze Meer nach Griechenland und weiter nach Italien nicht aufgegeben. Der Bau war wegen russisch-türkischer Streitigkeiten gescheitert. Russische Firmen hätten Interesse am Kauf griechischer Staatsunternehmen, erklärte Putin. Tsipras sagte, "die Stärkung unserer Beziehungen ist eine strategische Entscheidung für Griechenland". Beide Staaten verbindet der gemeinsame christlich-orthodoxe Glauben. Am Samstag will Putin die Hochburg der christlichen Orthodoxie, die Mönchsrepublik Berg Athos in Nordgriechenland, besuchen. Griechenland pflegt anders als die meisten EU-Staaten gute Beziehungen zu Russland. Tsipras reiste vergangenes Jahr wiederholt zu Gesprächen nach Moskau.
    Russland verlängert Sanktionen gegen den Westen:
    Auf die geplante Verlängerung der westlichen Sanktionen gegen Russland reagiert Moskau mit einer Verlängerung der eigenen Sanktionen gegen den Westen. Regierungschef Dmitri Medwedew ordnete in Moskau an, das Einfuhrverbot für westliche Lebensmittel bis Ende 2017 zu verlängern. Der Schritt muss zunächst noch beschlossen werden, was als Formsache gilt. Die Gruppe aus sieben großen Industrienationen (G7) hatte beim Gipfel in Japan angekündigt, die Sanktionen gegen Russland fortzuführen, bis der Friedensplan für die umkämpfte Ostukraine umgesetzt ist. Der Friedensprozess zwischen der Ukraine und prorussischen Separatisten steckt seit Monaten fest. Wegen der Annexion der Krim 2014 war Russland aus der G8-Gruppe ausgeschlossen worden, die so wieder zur G7 wurde.
    Zahlreiche Flüchtlinge vor libyscher Küste ertrunken:
    Bei einem erneuten Bootsunglück im Mittelmeer sind zahlreiche Flüchtlinge ums Leben gekommen. Die italienische Marine barg nach eigenen Angaben 45 Tote. 135 Menschen seien von dem sinkenden Schiff gerettet worden. Die Suche nach möglichen weiteren Opfern dauere an. Das überladene Fischerboot war mit mehr als 300 Insassen vor der libyschen Küste verunglückt. Im Verlauf dieser Woche wurden nach Angaben der italienischen Küstenwache und der Vereinten Nationen rund 14.000 Migranten im Mittelmeer gerettet. Allein am Freitag seien bei 17 von der Küstenwache koordinierten Einsätzen 2000 Menschen von den Rettungskräften aufgenommen worden. Gründe dafür, dass inzwischen wieder mehr Menschen den Weg vor allem von Libyen aus über das Meer wagen, seien das wärmere Wetter und die ruhigere See, teilte die Küstenwache mit.
    9 min
  • 27.05.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    G7 drohen mit neuen Russland-Sanktionen in Ukraine-Krise:
    Die G7-Staaten haben Russland mit neuen Sanktionen gedroht, wenn es sich nicht an einer Lösung des Konflikts in der Ostukraine beteilige. Die sieben führenden Industriestaaten seien bereit, "Kosten für Russland zu erhöhen, wenn dies nötig sein sollte", heißt es in einer Erklärung beim Gipfel im japanischen Ise-Shima. Die bestehenden Wirtschaftssanktionen gegen Moskau würden nur bei völliger Umsetzung der Auflagen des Minsker Friedensabkommens für die Ukraine aufgehoben. An dem Treffen nahmen die Staats- und Regierungschefs der USA, Kanadas, Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und Japans teil. Diese beschlossen, dem Irak mit einer Finanzspritze von 3,2 Milliarden Euro beim Wiederaufbau zu helfen. Im Streit um die Inseln im Süd- und Ostchinesischen Meer stärkte die Siebener-Gruppe den Nachbarn Chinas den Rücken und forderte eine friedliche Lösung des Konflikts. Angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums erklärten die G7, man müsse alle politischen Mittel nutzen, um die weltweite Nachfrage anzukurbeln.
    Obama reist nach Hiroshima:
    Als erster amtierender US-Präsident besucht Barack Obama an diesem Freitag Hiroshima. Die japanische Stadt wurde im August 1945 durch eine US-Atombombe fast vollständig zerstört. Rund 140.000 Menschen starben. Es war der erste Abwurf einer Atombombe überhaupt. Obama will in seiner Rede in Hiroshima vor den Gefahren eines nuklearen Kriegs warnen. Für den Abwurf der Bombe entschuldigen will er sich jedoch nicht. Der US-Präsident wird vom japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe begleitet.
    Trump hat notwendige Delegiertenzahl für Nominierung:
    Donald Trump ist die Kandidatur für die US-Präsidentschaft nicht mehr zu nehmen: Der Immobilienmilliardär hat die Delegiertenzahl zusammen, die er für seine Nominierung beim Parteitag der Republikaner im Juli benötigt. Dies bestätigte er selbst und zeigte sich "geehrt". Mehrere US-Medien hatten berichtet, dass Trump die absolute Mehrheit von mindestens 1237 Delegiertenstimmen erreicht habe. Faktisch stand seine Kandidatur seit Anfang Mai fest, nachdem seine letzten beiden parteiinternen Rivalen aus dem Rennen ausgestiegen waren. Bei einer Pressekonferenz im Bundesstaat North Dakota war Trump von 15 Delegierten umgeben, die ihm zuletzt Unterstützung zugesagt hatten. Dabei handelt es sich um "ungebundene" Delegierte. Sie sind beim Parteitag nicht an den Ausgang der Vorwahlen in ihrem jeweiligen Staat gebunden, sondern können frei über den Kandidaten entscheiden.
    Viele Tote bei Flüchtlingsunglück im Mittelmeer befürchtet:
    Beim Kentern eines Flüchtlingsboots im Mittelmeer könnten wieder zahlreiche Menschen ums Leben gekommen sein. Die Überlebenden des Unglücks vom Mittwoch, die nach ihrer Ankunft im sizilianischen Porto Empedocle befragt wurden, hätten von hundert Vermissten im Rumpf des Bootes gesprochen, sagte ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration. Das völlig überladene Fischerboot war vor der libyschen Küste gekentert, als sich ihm ein italienisches Marineschiff näherte. Auch am Donnerstag kenterte wieder ein Flüchtlingsboot. Dabei kamen mindestens 20 Menschen ums Leben.
    Hunderte bei Trauerfeier für EgyptAir-Absturzopfer:
    Bei einer Gedenkfeier in Kairo haben hunderte Menschen an die Insassen der abgestürzten EgyptAir-Maschine erinnert. Mit Kerzen, Blumen und einer Schweigeminute gedachten sie der 66 Todesopfer. Die Maschine des Flugs MS804 von Paris nach Kairo war vergangene Woche über dem Mittelmeer von den Radarschirmen verschwunden. Die Absturzursache ist noch immer unklar. Die ägyptischen Behörden hatten einen Anschlag zunächst als wahrscheinlichste Ursache genannt, waren dann aber zurückgerudert.
    Google gewinnt gegen Oracle im Streit um Urheberrechte:
    Google hat eine milliardenschwere Klage des Software-Konzerns Oracle im Zusammenhang mit dem dominierenden Smartphone-System Android vor Gericht abgewehrt. Geschworene in San Francisco entschieden, dass Google bei der Verwendung von Schnittstellen und Elementen der Software Java für Android nicht das Urheberrecht verletzt habe. Der SAP-Konkurrent wollte von Google rund neun Milliarden Dollar haben. Eine Entscheidung zugunsten von Oracle hätte den urheberrechtlichen Schutz von Software-Schnittstellen gestärkt. Oracle kündigte umgehend Berufung an. Google sprach von einem Sieg für alle Software-Entwickler, die auf frei zugängliche Programmiersprachen angewiesen seien, um innovative Konsumgüter entwickeln zu können.
    8 min
  • 26.05.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    G7-Gipfel berät in Japan über Konjunktur und Krisen:
    Die Staats- und Regierungschefs der sieben großen Industrienationen sind im japanischen Ferienort Ise-Shima zu ihrem jährlichen Gipfeltreffen zusammengekommen. Im Mittelpunkt stehen am ersten Tag der Konferenz die Bemühungen zur Ankurbelung der Weltwirtschaft und die Lage in Asien, wobei insbesondere der Konflikt mit Nordkorea zur Sprache kommen dürfte. Außerdem soll über die Flüchtlingskrise in Europa und die Konflikte in Syrien und in der Ukraine beraten werden. An dem zweitägigen Treffen nimmt auch Kanzlerin Angela Merkel teil. Der Gipfel wird begleitet von dem größten Sicherheitseinsatz in der jüngeren Geschichte Japans.
    Merkel begrüßt Freilassung von Pilotin Sawtschenko:
    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Freilassung der ukrainischen Kampfpilotin Nadija Sawtschenko im Rahmen eines Gefangenenaustausches aus russischer Haft begrüßt. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte, es sei zu wünschen, dass der Austausch Sawtschenkos eine neue Dynamik in die Gespräche über humanitäre Fragen und den weiteren Austausch von Gefangenen im Rahmen der Minsker Vereinbarungen bringe. Merkel wünsche Sawtschenko nach ihrem Hungerstreik rasche Erholung und eine glückliche Rückkehr in den Kreis ihrer Familie. Sawtschenko war in Russland zu 22 Jahren Haft verurteilt worden – trotz internationaler Proteste. Die Justiz macht sie für die Ermordung von zwei russischen Reportern in der Ostukraine verantwortlich.
    Hamas will im Gaza-Streifen Todesurteile vollstrecken lassen:
    Die im Gaza-Streifen herrschende Hamas-Bewegung plant eine Serie öffentlicher Hinrichtungen in dem Palästinensergebiet. Eine entsprechende Verordnung wurde von den Hamas-Abgeordneten gebilligt. Dies widerspricht der bisherigen Praxis, dass alle Todesurteile von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gebilligt werden müssen. Ein Staatsanwalt sprach davon, dass 13 Häftlinge hingerichtet werden sollen. Die Palästinenser-Regierung kritisierte den Schritt als "illegal". Hamas sei nur eine Bewegung und könne keine Gesetzesänderungen erlassen.
    Mitarbeiter von Atomkraftwerken in Frankreich wollen streiken:
    Im Rahmen der Proteste gegen die Arbeitsrechtsreform in Frankreich haben die Mitarbeiter von 16 Atomkraftwerken des Landes für einen Streik gestimmt. Ein Sprecher der Gewerkschaft CGT Energie sagte, die Belegschaft habe in allen Kernkraftwerken, in denen CGT die Mehrheit habe, für den Ausstand votiert, der an diesem Donnerstag beginnen soll. Demnach sind bereits die Kraftwerke von Cordemais, Gardanne und Porcheville im Streik. Aus Protest gegen die Arbeitsmarktsreform blockieren Aktivisten schon seit Tagen Erdölraffinerien und Treibstoffdepots. Sechs der acht Raffinerien des Landes stehen wegen der Proteste still oder arbeiten nur mit verminderter Leistung. Das führte zu solch großen Engpässen, dass die Regierung auf die strategischen Treibstoffreserven zurückgreifen musste. Trotz der wochenlangen Proteste gibt sich die Regierung in Paris aber entschlossen, an der Reform festzuhalten.
    E-Mail-Affäre holt Clinton im US-Wahlkampf ein:
    Kurz vor dem Ende der US-Vorwahlen holt die Demokratin Hillary Clinton einer der größten Skandale aus ihrer Zeit als Außenministerin ein. Ein Untersuchungsbericht des Ministeriums kommt zu dem Schluss, dass ihre Verwendung eines privaten E-Mail-Servers für Regierungskorrespondenzen weder zulässig noch genehmigt war. Clintons E-Mail-Computer stand in ihrem Haus in Chappaqua im Bundesstaat New York. Gegen sie laufen deswegen mehrere Untersuchungen, darunter auch eine der Bundespolizei FBI. Clinton liegt bei den Vorwahlen der Demokraten so weit vorne, dass ihre Nominierung zur Präsidentschaftskandidatin als sicher gilt. Die Affäre könnte sie aber darüber hinaus im eigentlichen Wahlkampf gegen den Kandidaten der Republikaner belasten. Die Präsidentenwahl findet im November statt.
    Katholikentag beginnt inhaltliche Arbeit:
    Der Katholikentag in Leipzig nimmt an diesem Donnerstag seine inhaltliche Arbeit auf. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Fragen zu Kirche und Gesellschaft. Bundespräsident Joachim Gauck beteiligt sich an einer Diskussion zum Thema "In welcher Gesellschaft wollen wir leben?" Der Katholikentag steht unter dem Leitwort "Seht, da ist der Mensch" und dauert bis Sonntag. Zu dem Treffen werden rund 32.000 Dauerteilnehmer und mehrere Zehntausend Tagesgäste erwartet. Am Freitag wollen Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) nach Leipzig kommen, am Samstag Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD).
    9 min
  • 25.05.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Weitere Auszahlungen für Griechenland:
    Die Eurogruppe und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben sich auf die nächste Etappe der Griechenland-Hilfe verständigt. Die Euro-Finanzminister hätten weiteren Auszahlungen von 10,3 Milliarden Euro in mehreren Tranchen zugestimmt, sagte Eurogruppen-Chef Jeroem Dijsselbloem nach fast elfstündigen Verhandlungen in Brüssel. Auch auf Schuldenerleichterungen und die Beteiligung des IWF an dem Hilfsprogramm habe man sich verständigt. Mittelfristig sollen Gewinne der Europäischen Zentralbank, die beim Handel mit griechischen Staatsanleihen erzielt werden, der Regierung in Athen zufließen. Die Euro-Staaten hatten mit Griechenland im vergangenen Sommer ein drittes Hilfspaket von maximal 86 Milliarden Euro vereinbart. Davon flossen bisher rund 21 Milliarden Euro. Die Hilfen sind an weitreichende Sparmaßnahmen der griechischen Regierung geknüpft.
    Erste Umverteilungen von Flüchtlingen aus Idomeni:
    Aus dem Flüchtlingslager Idomeni an der Grenze zu Mazedonien hat die griechische Polizei rund ein Viertel der Menschen zu anderen Aufnahmezentren gebracht. Die Räumung des inoffiziellen Camps, in dem zuletzt noch mehr als 8000 Flüchtlinge lebten, hatte am Dienstag Morgen begonnen. Nach Angaben eines Regierungssprechers verläuft die Aktion bislang friedlich. Mehrere hundert Sicherheitskräfte riegelten das Gelände ab. Journalisten dürfen die Kontrollstellen nicht passieren. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen beklagte, auch viele Helfer hätten keinen Zugang. Die Versorgung der verbleibenden Flüchtlinge sei dadurch erschwert. Zeitweise hatten mehr als 12.000 Menschen vor der mazedonischen Grenzanlage campiert. Bis zuletzt hofften sie vergeblich darauf, zur Weiterreise nach Mitteleuropa durchgelassen zu werden.
    Türkei besteht auf Visaerleichterungen:
    Die Türkei macht die weitere Umsetzung des Flüchtlingsabkommens mit der EU von Visaerleichterungen für ihre Staatsbürger abhängig. Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte, falls die entsprechenden Verhandlungen keine Fortschritte brächten, werde das türkische Parlament das Rücknahmeabkommen nicht ratifizieren. Zudem habe die Europäische Union die mit dem Flüchtlingspakt vereinbarten Gelder bisher nicht gezahlt, sagte Erdogan auf dem Nothilfegipfel der Vereinten Nationen in Istanbul. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Montag nach einem Gespräch mit dem Präsidenten deutlich gemacht, dass der 1. Juni als Termin für die visumfreie Einreise von Türken nach Deutschland nicht zu halten sei. Hintergrund ist die Weigerung Ankaras, die Anti-Terror-Gesetze des Landes zu reformieren.
    Neuer Taliban-Führer ernannt:
    Die afghanischen Taliban haben einen neuen Anführer. Mit der Ernennung von Haibatullah Achundsada durch den Obersten Rat bestätigte die radikalislamische Bewegung den Tod ihres bisherigen Chefs Mullah Achtar Mansur. Dieser war vor Kurzem durch einen Drohnenangriff der USA getötet worden. US-Präsident Barack Obama hatte den Tod Mansurs als "Meilenstein" auf dem Weg zum Frieden in Afghanistan bezeichnet. Demnach hatte der Taliban-Anführer eine kurz bevorstehende Gewaltaktion geplant. Mansur war erst im vergangenen Juli zum Nachfolger des verstorbenen Taliban-Gründers Mullah Omar bestimmt worden. Dessen Sohn Mullah Jakub wurde zu einem der zwei Stellvertreter des neuen Anführers Achundsada bestimmt. In der afghanischen Hauptstadt Kabul wurden bei einem Selbstmordattentat auf einen Bus mindestens zehn Menschen getötet und vier weitere verletzt. Nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums hat sich bislang noch niemand zu dem Anschlag bekannt.
    Proteste in New Mexico gegen Donald Trump:
    Im US-Bundesstaat New Mexico ist es nach einer Wahlkampfveranstaltung des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump zu gewalttätigen Protesten gekommen. Demonstranten stürmten in das Tagungszentrum in der Stadt Albuquerque, skandierten Parolen und verbrannten Trump-Werbeartikel wie T-Shirts und Poster. Die Sicherheitskräfte setzten Rauchgranaten und Pfefferspray ein, um die Protestierer zurückzudrängen. Diese hatten mehrfach die Rede des einzigen verbliebenen republikanischen Bewerbers unterbrochen. Es war Trumps erster Auftritt in dem überwiegend von Hispanoamerikanern bevölkerten Bundesstaat. Dort waren Trumps abfällige Bemerkungen über mexikanische Einwanderer schon mehrfach auf heftige Ablehnung gestoßen. Bei der Vorwahl im US-Bundesstaat Washington sicherte sich der Multimilliardär unterdessen weitere Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im Juli. Es zeichnet sich ab, dass Trump mehr als 75 Prozent für sich verbuchen.
    9 min
  • 24.05.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Polizei beginnt mit der Räumung des Camps von Idomeni:
    Die griechische Polizei hat mit der Räumung des Flüchtlingslagers in Idomeni an der Grenze zu Mazedonien begonnen. Einheiten der Bereitschaftspolizei sperrten in den frühen Morgenstunden das Camp weiträumig ab. Hubschrauber überflogen die Region. Ein Sprecher des Stabes für die Flüchtlingskrise, Giorgos Kyritsis, hatte am Vortag der Deutschen Presseagentur gesagt, die Aktion werde mehrere Tage dauern. Man wolle Gewalt vermeiden. Die Menschen sollen in organisierten Auffanglagern untergebracht werden. An der Aktion nehmen nach Berichten griechischer Medien rund 1400 Polizisten teil. In der Zeltstadt in Idomeni harren seit Monaten bis zu 9000 Migranten und Flüchtlinge aus. Sie hofften, dass die Balkanroute doch noch wieder aufgemacht wird, damit sie nach Mitteleuropa weiterreisen können. Am Vortag hatten Augenzeugen Dutzende Migranten beobachtet, die das Lager verließen, um sich offenbar in den Feldern zu verstecken. Andere Migranten fuhren freiwillig in andere Lager. Es waren hauptsächlich Familien.
    Tausende Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet:
    Im Mittelmeer haben internationale Rettungskräfte mehr als 2600 Flüchtlinge in Sicherheit gebracht. Schiffe der italienischen und der irischen Marine sowie der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen bargen rund 2000 Menschen aus mehreren Booten vor der Küste Libyens. In maltesischen Gewässern wurden mehr als 600 Flüchtlinge gerettet. Seit der Schließung der sogenannten Balkanroute ist der Seeweg von Nordafrika nach Italien die neue Hauptstrecke für Migranten, die die Europäische Union erreichen wollen. Am Montag hatten die EU-Außenminister in Brüssel beschlossen, den Wiederaufbau einer libyschen Küstenwache zu unterstützen. Die dortigen Sicherheitskräfte sollen vor allem in die Lage versetzt werden, Schleuserbanden zu bekämpfen.
    Wahlsieger Van der Bellen schlägt versöhnliche Töne an:
    Nach seiner Wahl zum österreichischen Bundespräsidenten hat der Grünen-Politiker Alexander Van der Bellen die Einheit des Landes betont. In einer ersten Reaktion nach Bekanntwerden seines Sieges versprach er, das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen. Der knappe Wahlausgang sei ein Zeichen für die gespaltene Gesellschaft in Österreich. "Wir werden eine andere Kultur brauchen", erklärte Van der Bellen. Der 72-Jährige hatte sich in einer Stichwahl mit 50,3 Prozent der Stimmen gegen den Rechtspopulisten Norbert Hofer von der FPÖ durchgesetzt, auf den 49,7 Prozent entfielen. Mehrere europäische Spitzenpolitiker begrüßten das Ergebnis. Frankreichs Premierminister Manuel Valls zeigte sich "erleichtert" darüber, dass die Österreicher Populismus und Extremismus ablehnten. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, ganz Europa falle ein Stein vom Herzen.
    Brasilianischer Minister stolpert über Petrobras-Affäre:
    Der brasilianische Planungsminister Romero Jucá hat angekündigt, sein Amt vorläufig ruhen zu lassen. Grund ist ein kompromittierendes Telefonat, dessen Mitschnitt eine Zeitung des Landes veröffentlicht hatte. Der 61-Jährige soll im März mit dem Politiker und vormaligen Chef der Ölgesellschaft Transpetro, Sergio Machado, gesprochen haben. Demnach plädierte er dafür, einen "Pakt" zur Amtsenthebung von Staatspräsidentin Dilma Rousseff zu schließen. Auf diese Weise ließen sich auch die Ermittlungen zum Petrobras-Skandal beenden, sagte Jucá dem Mitschnitt zufolge. Der Vertraute von Übergangspräsident Michel Temer wird ebenso wie Machado in der Affäre verdächtigt. Der staatlich kontrollierte Ölkonzern Petrobras soll Schmiergelder angenommen und selbst Bestechungszahlungen an Politiker geleistet haben. Insgesamt geht es um Unregelmäßigkeiten in Milliardenhöhe.
    US-Polizist im Fall Freddie Gray "nicht schuldig":
    Gut ein Jahr nach dem Tod des Schwarzen Freddie Gray im Polizeigewahrsam ist ein angeklagter Polizist freigesprochen worden. Das Gericht in der US-Stadt Baltimore befand den 30-jährigen Edward Nero in allen Anklagepunkten für nicht schuldig. Der Beamte musste sich wegen Körperverletzung, grob fahrlässiger Gefährdung und Amtsvergehen verantworten. Der 25-jährige Gray hatte nach seiner Festnahme im April 2015 schwere Rückenmarksverletzungen erlitten. Er fiel ins Koma und starb eine Woche später. Insgesamt wurden deshalb sechs Beamte angeklagt. Der Prozess gegen den ersten Polizisten war im Dezember geplatzt, weil sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen konnten. Grays Tod hatte in Baltimore schwere Unruhen ausgelöst.
    9 min
  • 23.05.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Bayer bietet 62 Milliarden Dollar für Monsanto:
    Der deutsche Chemie- und Pharmakonzern Bayer will für 62 Milliarden Dollar (55,2 Milliarden Euro) den US-Saatgut- und Pestizidhersteller Monsanto übernehmen. Das Leverkusener Unternehmen machte sein Angebot jetzt öffentlich. 62 Milliarden Dollar entsprächen 122 Dollar pro Aktie und bedeuteten einen "erheblichen Aufschlag", hieß es in einer Erklärung. Der Monsanto-Deal biete für Bayer eine "überzeugende" Gelegenheit, "ein weltweit führendes Unternehmen für Saatgut, Pflanzeneigenschaften und Pflanzenschutz zu schaffen", teilte Bayer mit. Monsanto hatte die Offerte als "ungebeten und unverbindlich" bezeichnet. Mit der Übernahme von Monsanto – das auch das hoch umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat produziert – würde die Sparte Pflanzenschutz zur größten des Konzerns.
    Obama verkündet Ende des Rüstungsembargos gegen Vietnam:
    US-Präsident Barack Obama hat in Vietnam die völlige Aufhebung des jahrzehntelangen Waffenembargos gegen den sozialistischen Staat bekanntgegeben. Dies sei Teil der Bemühungen um eine Normalisierung der Beziehungen zwischen den früheren Kriegsgegnern, sagte Obama in Hanoi bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem vietnamesischen Kollegen Tran Dai Quang. Der US-Präsident bestätigte bei seinem ersten Besuch in Vietnam Berichte über den Tod von Taliban-Chef Mullah Achtar Mansur durch einen US-Drohnenangriff in Pakistan. Mansurs Tod sei ein "Meilenstein" auf dem Weg zum Frieden in Afghanistan, erklärte Obama und rief den Rest der radikalislamistischen Taliban-Führung zur Beteiligung an Friedensgesprächen auf.
    Kopf-an-Kopf-Rennen bei Präsidentenwahl in Österreich:
    Im Kampf um das Präsidentenamt in Österreich liefern sich der Rechtspopulist Norbert Hofer und sein unabhängiger Rivale Alexander Van der Bellen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Wer das höchste Staatsamt in der Alpenrepublik übernimmt, steht nach der Stichwahl noch nicht fest. Nach dem vorläufigen Wahlergebnis – ohne Briefwähler – liegt der Kandidat der rechtsgerichteten FPÖ, Hofer, mit 51,9 Prozent knapp in Führung vor dem Ex-Grünen-Chef Van der Bellen. Gewissheit wird erst die Auszählung der knapp 900.000 Briefwahlstimmen am Montag bringen, bei der für Van der Bellen ein leichter Vorsprung erwartet wird. Die Wahl stieß europaweit auf großes Interesse. Das Erstarken der Rechtspopulisten wird von EU und vielen Regierungen mit Sorge beobachtet. Hofer wäre der erste Rechtspopulist an der Spitze eines EU-Staats. Die FPÖ ist Ausländer- und europakritisch.
    Merkel berät mit Vertretern der Zivilgesellschaft Lage in Türkei:
    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum Auftakt ihres Türkeibesuchs in Istanbul mit Journalisten und Menschenrechtlern beraten. Bei dem Treffen sei es unter anderem um die Kurden, die Entwicklung von Justiz und Rechtsstaat sowie um die europäisch-türkische Kooperation in der Flüchtlingspolitik gegangen, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Gegner von Präsident Recep Tayyip Erdogan nahmen nicht an dem Treffen teil. Kritiker hatten der Bundesregierung in den vergangenen Monaten vorgeworfen, mit Rücksicht auf die türkische Hilfe in der Flüchtlingskrise schwere rechtsstaatliche Defizite, den Druck auf die Medien und Menschenrechtsverletzungen zu ignorieren. Die Kanzlerin wird am Montag mit Erdogan über den vom Scheitern bedrohten Flüchtlingspakt der EU mit der Türkei sprechen. Zuvor nimmt sie in Istanbul am ersten UN-Nothilfegipfel teil.
    Irak startet Militäroffensive zur Rückeroberung Falludschas:
    Im Irak hat die Armee eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt Falludscha von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) begonnen. Ministerpräsident Haider al-Abadi gab den Start der Militäraktion im Fernsehen bekannt. Neben der Armee seien Spezialeinheiten, Polizei, Milizen und andere regierungstreue Kämpfer an der Offensive beteiligt. Unterstützt werden die Truppen demnach durch US-Luftangriffe. Falludscha liegt etwa 50 Kilometer westlich der Hauptstadt Bagdad und ist seit Anfang 2014 unter der Kontrolle des IS. Zuletzt hatte die Armee Geländegewinne gegen die Dschihadisten erzielt. Diese kontrollieren aber weiterhin große Teile im Norden und Westen des Landes, darunter die zweitgrößte irakische Stadt Mossul.
    Goldene Palme an Ken Loaches Sozialdrama "I, Daniel Blake":
    Die Goldene Palme des Filmfestivals in Cannes geht an das Sozialdrama "I, Daniel Blake" des britischen Regisseurs Ken Loach. Der Film erzählt die Geschichte eines Zimmermanns, der nach einem Herzinfarkt krankgeschrieben wird und an den Anträgen zur Arbeitsunfähigkeit verzweifelt.
    9 min
  • 21.05.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als Audio-Datei.
    Egyptair – Feuer vor dem Absturz ins Mittelmeer?:
    Vor dem Absturz des Egyptair-Fluges MS804 im östlichen Mittelmeer soll die Bordelektronik Rauch registriert haben. Das berichten übereinstimmend die Deutsche Welle und der US-Sender CNN unter Berufung auf bislang vorliegende Erkenntnisse der ermittelnden Stellen. Der Luftfahrtexperte Tim van Beveren sagte der DW, die Maschine habe die Rauchwarnung über ein Datenfunksystem abgesetzt, das Nachrichten zu Bodenstationen übermittele. Demnach wurde zunächst Rauch aus einer Bordtoilette gemeldet, aber eine Minute später habe das Feuer bereits auf die Bordelektronik übergegriffen. Der Airbus A320 mit 66 Menschen an Bord befand sich zum Unglückszeitpunkt am Donnerstag in mehr als 11.000 Metern Höhe im ägyptischen Luftraum. Eindeutige Hinweise zur Absturzursache fehlen bislang. Die Regierung in Kairo hält einen Anschlag als Ursache für wahrscheinlicher als einen technischen Defekt.
    EU rügt Türkei wegen Aufhebung der Abgeordneten-Immunität:
    Die Europäische Union hat den Beschluss des türkischen Parlaments kritisiert, gut einem Viertel der Abgeordneten die Immunität gegen strafrechtliche Verfolgung abzuerkennen. Dies gebe Anlass zu "ernster Besorgnis", erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini in Brüssel. Immunität sollte allen Mandatsträgern gleichermaßen gewährt werden und ihre Aufhebung im Einzelfall individuell begründet sein. Politische Erwägungen dürften dabei keine Rolle spielen. In Ankara hatten mehr als zwei Drittel der Parlamentarier für den umstrittenen Vorstoß der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP gestimmt, der sich vor allem gegen die pro-kurdische HDP richtet. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wirft der Partei terroristische Bestrebungen vor.
    Polens Regierungschefin Szydlo greift EU-Kommission an:
    Im Streit um die Reform des polnischen Verfassungsgerichts hat die nationalkonservative Regierung in Warschau den Ton gegen die EU-Kommission verschärft. Nicht Polen habe ein Problem mit seiner Reputation, sondern die EU-Kommission, sagte Regierungschefin Beata Szydlo im Parlament. Die Abgeordneten verabschiedeten mit den Stimmen der Nationalkonservativen eine Entschließung, in der der EU eine versuchte Verletzung der Souveränität Polens vorgeworfen wird. Die EU-Kommission hatte im Januar ein Verfahren zum Schutz der Rechtsstaatlichkeit in Polen aufgenommen. Am Montag läuft eine Frist aus, bis zu der Polen Zweifel an der umstrittenen Justizreform ausräumen soll. Reagiert das Land nicht, leitet die EU die nächste Stufe des Prüfverfahrens ein.
    Medien: Geldmangel bremst neue Ausrüstung für Bundeswehr:
    Der Bundeswehr fehlen laut einem Medienbericht Milliarden für neue Ausrüstung. Der Etat sei so knapp bemessen, dass kaum mehr in neues Material für die Truppe investiert werden könne und nicht einmal genug Geld für den laufenden Betrieb vorhanden sei, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf ein vertrauliches Verhandlungspapier aus dem Bundesverteidigungsministerium. Obwohl der Verteidigungsetat um 1,7 Milliarden Euro aufgestockt werden solle, müsse die Bundeswehr vorläufig auf zusätzliche Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 und auf ein neues taktisches Luftverteidigungssystem verzichten. Um die Trendwende bei den Rüstungsinvestitionen doch noch zu erreichen, müsste der Verteidigungsetat laut dem zitierten Expertenbericht bis 2020 um insgesamt sieben Milliarden Euro aufgestockt werden.
    Mexiko stimmt Auslieferung "El Chapos" an USA zu:
    Mexiko hat die Auslieferung des Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán an die USA genehmigt. Das teilte das Außenministerium in Mexiko-Stadt mit. Im Gegenzug habe Washington zugesagt, im Falle einer Verurteilung keine Todesstrafe zu verhängen. Die USA wollen dem 58-Jährigen den Prozess wegen Mordes, Drogenhandels, organisierter Kriminalität und Geldwäsche machen. "El Chapo" gilt als Chef des berüchtigten Sinaloa-Kartells, das eine zentrale Rolle bei der Versorgung des US-Drogenmarkts spielt. Derzeit sitzt Guzmán in einem Bundesgefängnis in Ciudad Juárez an der Grenze zu den USA ein. "El Chapo" war nach seiner spektakulären Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis im vergangenen Juli zu Beginn des Jahres erneut gefasst worden.
    8 min

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