Langsam Gesprochene Nachrichten | Audios | DW Deutsch lernen

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  • 15.04.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Europäische Industriemächte drängen G20 zu Initiative gegen Briefkastenfirmen:
    Deutschland und vier weitere große europäische Länder gehen im weltweiten Kampf gegen Steueroasen und Geldwäsche voran. Finanzminister Wolfgang Schäuble vereinbarte in Washington mit seinen Kollegen aus Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien, mit dem automatischen Austausch von Daten über die "wirtschaftlich Begünstigten" von Unternehmen so schnell wie möglich zu beginnen. So soll rasch die Transparenz auch anonymer Briefkastenfirmen erhöht werden. Die sogenannte G5-Gruppe will damit beim Austrocknen von Steueroasen und illegalen Finanzströmen als Konsequenz aus den Enthüllungen der "Panama Papers" den Druck auf andere Staaten erhöhen. Der Vorstoß der fünf Länder aus Europa wurde anschließend den anderen führenden Industrie- und Schwellenländern (G20) vorgelegt, die am Rande der IWF-Frühjahrstagung in Washington zu Beratungen zusammenkamen.
    Rousseff droht rasche Amtsenthebung:
    Das Oberste Gericht Brasiliens hat einen Antrag der Regierung abgelehnt, das drohende Amtsenthebungsverfahren gegen Präsidentin Dilma Rousseff zu stoppen. Damit kann die für Sonntag angesetzte Abstimmung im Parlament wie geplant stattfinden. Kommt dort eine Zwei-Drittel-Mehrheit zustande, geht das Anliegen in den Senat, der das letzte Wort dabei hat. Das tatsächliche Verfahren könnte dann bis zu sechs Monate dauern, in der Zeit würde Rousseff vorübergehend suspendiert. Die brasilianische Staatschefin wird unter anderem für die schlechte wirtschaftliche Entwicklung des Landes verantwortlich gemacht. Sie soll Haushaltszahlen geschönt und zudem ihren Wahlkampf illegal mit Spenden von Zulieferern des staatlichen Ölkonzerns Petrobras finanziert haben. Rousseff selbst spricht von einem "Putsch".
    Mindestens neun Tote bei Erdbeben in Japan:
    Bei einem schweren Erdbeben im Süden Japans sind in der Nacht zum Freitag mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte der Katastrophenschutz der am stärksten betroffenen Präfektur Kumamoto mit. Nach Angaben eines Regierungssprechers wurden fast 1000 Menschen verletzt. Das Beben der Stärke 6,5 erschütterte am Abend die Insel Kyushu. Es folgte eine Reihe weiterer Beben, das stärkste davon mit 6,4. Zahlreiche Häuser stürzten ein, Brände brachen aus. 40.000 Menschen verließen aus Angst vor weiteren Erdstößen ihre Häuser. Zwei in der Region gelegene Atomkraftwerke arbeiteten normal, teilte der Betreiber mit. Die beiden Reaktoren in Sendai sind die einzigen, die nach der Katastrophe von Fukushima derzeit in Betrieb sind.
    Neuer Raketentest in Nordkorea misslungen:
    In Nordkorea ist nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums ein neuerlicher Raketenabschuss fehlgeschlagen. Laut der Nachrichtenagentur Yonhap handelte es sich vermutlich um eine Mittelstreckenrakete vom Typ Musudan. Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums in Washington bestätigte die Angaben Seouls zu dem gescheiterten Test. Beide Länder hatten zuvor berichtet, dass Pjöngjang eine oder zwei Musudan-Raketen in der Nähe des Hafens Wonsan im Osten in Stellung gebracht habe. Die Raketen mit einer Reichweite von bis zu 4000 Kilometern sollten demnach anlässlich des Geburtstags des nordkoreanischen Staatsgründers Kim Il Sung abgeschossen werden. Kim war der Großvater des jetzigen Machthabers in Pjöngjang, Kim Jong Un.
    Regierung verteidigt kürzere Asylverfahren für Nordafrikaner:
    Die Bundesregierung hält trotz Menschenrechtsverletzungen an ihrer Einstufung von Tunesien, Marokko und Algerien als sichere Herkunftsländer fest. Bundesinnenminister Thomas de Maizière warb im Bundestag für seinen Gesetzentwurf. Gleichzeitig räumte er "Defizite im Hinblick auf die Menschenrechte" in diesen drei Maghrebstaaten ein. Mit dem Gesetz könne verhindert werden, dass schon alleine die Dauer des Asylverfahrens einen Anreiz bilde, nach Deutschland zu kommen, sagte de Maizière. Die Neuregelung wird von der Opposition und einigen SPD-Politikern abgelehnt. In den Staaten würden Homosexuelle verfolgt und Frauenrechte existierten gerade einmal auf dem Papier, sagte die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke. Die Grünen-Politikerin Luise Amtsberg sprach von einem "Blankoscheck für Menschenrechtsverletzungen". Das Gesetz soll die Bearbeitung der Asylanträge von Menschen aus Nordafrika verkürzen. Die Anerkennungsquote ist niedrig, die Abschiebungen gestalten sich oft schwierig.
    9 min
  • 14.04.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Koalition einig bei Integrationsgesetz:
    Union und SPD haben sich in der Nacht im Grundsatz auf ein Integrationsgesetz verständigt. "50 Jahre nach dem Beginn der Einwanderung bekommt Deutschland jetzt ein Integrationsgesetz", schrieb SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann nach sechsstündigen Verhandlungen im Kurznachrichtendienst Twitter. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Die Verhandlungen der Partei- und Fraktionschefs von Union und SPD unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten am Mittwochabend begonnen. Beim Integrationsgesetz ging es um die umstrittenen Pläne von Bundesinnenminister Thomas de Maizière, anerkannten Flüchtlingen ein dauerhaftes Bleiberecht zu verwehren, wenn sie nicht hinreichende Anstrengungen zur Integration nachweisen, etwa zum Erwerb der deutschen Sprache. SPD-Politiker hatten jedoch wiederholt darauf verwiesen, dass es bislang gar keine angemessenen Integrationsangebote gebe und forderten mehr Geld für deren Ausbau. - Weniger strittig waren Wohnsitzauflagen für anerkannte Asylbewerber, um deren Verteilung besser steuern zu können.
    CNN hat "Lebenszeichen" von entführten Schülerinnen in Nigeria:
    Die Terrormiliz Boko Haram hat nach einem Bericht des Nachrichtensenders CNN ein "Lebenszeichen" einiger verschleppter Schülerinnen aus Chibok ausgestrahlt. Der US-Sender berichtet, ein Video zeige 15 verschleierte Mädchen, die ihre Namen nennen und sagen, dass sie 2014 verschleppt worden seien. Die Mädchen erklärten auch, dass das Video am 25. Dezember 2015 aufgenommen worden sei. Drei Mütter und eine Klassenkameradin hätten die Mädchen erkannt, meldet CNN. Die Entführung jährt sich in der Nacht zu Freitag zum zweiten Mal. Die Islamisten hatten seit Anfang 2014 hunderte Frauen und Mädchen verschleppt, darunter auch 276 aus Chibok im Nordosten Nigerias. Etwa 50 Mädchen gelang kurz darauf die Flucht. Nach Angaben der Nachrichtenagentur afp kontaktierten Boko-Haram-Vertreter im Januar die Regierung Nigerias, um über einen Austausch der Geiseln gegen Gefangene zu verhandeln. Die Regierung habe zunächst ein Lebenszeichen gefordert.
    Heftige Proteste gegen Amnestie für Politiker in Mazedonien:
    In der mazedonischen Hauptstadt Skopje haben tausende Menschen erneut gegen eine umstrittene Amnestie-Entscheidung von Präsident Gjorge Ivanov protestiert. Demonstranten brachen in Büros des Präsidialamts ein, zerbrachen Fensterscheiben und zerstörten das Mobiliar, bevor sie es in Brand setzten, wie AFP-Reporter berichteten. Zwölf Menschen wurden nach Polizeiangaben festgenommen. Ivanov hatte am Dienstag beschlossen, alle Politiker zu begnadigen, die in einen Korruptions- und Abhörskandal verwickelt sind. Die Opposition warf ihm vor, damit die politische Krise zu verschärfen. Ivanov hatte erklärt, die Lage vor geplanten Neuwahlen beruhigen zu wollen, die die EU vermittelt hatte. Die Krise in Mazedonien war durch illegal abgehörte Telefonate des damaligen Regierungschefs Nikola Gruevski mit seinen engsten Mitarbeitern ausgelöst worden. Die Mitschnitte sollten Korruption, Misswirtschaft, die Knebelung der Medien und die Kriminalisierung politischer Gegner beweisen.
    Paris-Attentäter hatte offenbar Fotos vom Atomforschungszentrum Jülich:
    Der mutmaßliche Paris-Attentäter Salah Abdeslam soll Presseberichten zufolge Unterlagen über das deutsche Atomforschungszentrum Jülich in seiner Wohnung aufbewahrt haben. Wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland berichten, informierte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, mehrere Mitglieder des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages darüber. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zufolge wurden in der Wohnung im Brüsseler Stadtteil Molenbeek Artikel zu Jülich gefunden sowie Fotos, die den Vorstandsvorsitzenden der Kernforschungsanlage, Wolfgang Marquardt, zeigen. - Das Redaktionsnetzwerk beruft sich auf mehrere Mitglieder des streng vertraulich tagenden Parlamentarischen Kontrollgremiums.
    Saudi-Arabien schränkt Macht der Religionspolizei ein:
    Saudi-Arabien hat die Befugnisse der umstrittenen Religionspolizei eingeschränkt. Mitglieder des so genannten "Komitees für die Förderung von Sitte und der Verhinderung von Laster" dürfen Verdächtige nicht mehr festnehmen, verhören, nach ihrem Ausweis fragen oder verfolgen, so ein Kabinettsbeschluss. Stattdessen sollen sie mutmaßliche Verbrechen der normalen Polizei oder den Drogenbehörden melden. Zudem müssen die Sittenwächter sich ausweisen. Die Religionspolizei achtet in dem erzkonservativen islamischen Königreich unter anderem auf die Einhaltung des Verbotes von Alkohol, Musik und Kontakten zwischen Männern und Frauen in der Öffentlichkeit. Zudem setzen sie die strengen Kleidungsvorschriften für Frauen durch. - In den vergangenen Monaten hatten Internet-Videos wiederholt zu Kritik an den Sittenwächtern geführt.
    11 min
  • 13.04.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Razzia bei Mossack Fonseca in Panama:
    Mehr als eine Woche nach den Enthüllungen der "Panama Papers" hat die Polizei Büros der Finanzkanzlei Mossack Fonseca in Panama-Stadt durchsucht. An der Razzia in der Kanzlei, die im Zentrum der Enthüllungen steht, sei auch eine Einheit zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens beteiligt gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Einsatz am Hauptsitz der Anwälte sei "ohne Vorfälle oder Einmischung" verlaufen, hieß es weiter. Zudem würden auch Filialen durchsucht. Offshore-Geschäfte, wie sie Mossack Fonseca für Kunden aus aller Welt betreibt, sind nicht von vornherein illegal. Allerdings werden Briefkastenfirmen vielfach für Steuerhinterziehung und Geldwäsche genutzt.
    Flughafen Schiphol teilweise evakuiert:
    Der Flughafen Schiphol in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam ist teilweise geräumt worden. Erst nach einem mehrstündigen Großeinsatz der Polizei wurde die Sperrung wieder aufgehoben. Eine Sprecherin der Flughafenbehörde teilte mit, Sicherheitskräfte hätten einen Verdächtigen vor dem Haupteingang vorübergehend festgenommen. Bei der Überprüfung seines Gepäcks seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Zeitweilig hatten schwerbewaffnete Beamte und Einsatzfahrzeuge die Zufahrt des Airports blockiert. Auch ein angrenzendes Hotel war evakuiert worden. Seit den Terroranschlägen von Brüssel im März gelten auch für Schiphol verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Der Amsterdamer Flughafen ist mit über 50 Millionen Passagieren pro Jahr einer der größten in Europa.
    Parlamentswahl in Syrien hat begonnen:
    In Teilen des Bürgerkriegslandes Syrien hat die umstrittene Parlamentswahl begonnen. Teilnehmen können nur die Bewohner der Gebiete, die unter Kontrolle des Regimes stehen. Das sind rund 60 Prozent der Bevölkerung. 3500 Kandidaten bewerben sich um die 250 Sitze. Antreten dürfen auch Kandidaten, die nicht zur Baath-Partei von Machthaber Baschar al-Assad gehören. Es wird dennoch wieder mit einem Sieg der Baath-Partei gerechnet. Die syrische Opposition, auch die vom Regime geduldete, hat zum Boykott aufgerufen. In den Rebellengebieten wird nicht abgestimmt. Die mehr als vier Millionen syrischen Flüchtlinge im Ausland haben kein Stimmrecht. Die Vereinten Nationen wollen das Ergebnis nicht anerkennen. Sie plädieren dafür, im Rahmen eines Friedensprozesses in den kommenden 18 Monaten Parlaments- und Präsidentenwahlen abzuhalten. In Genf soll an diesem Mittwoch eine neue Runde der indirekten Friedensgespräche zwischen Regime und Oppositionsgruppen beginnen.
    Parlament in Rom stimmt Verfassungsreform zu:
    Das italienische Parlament hat eine weitreichende Verfassungsreform beschlossen. Mit großer Mehrheit stimmten die Abgeordneten der von Ministerpräsident Matteo Renzi angeregten Vorlage zu. Ziel ist es, die Zuständigkeiten der zweiten Parlamentskammer - des Senats - stark zu beschränken. Die Zahl der Senatoren soll von derzeit 315 auf 100 gesenkt werden. Dadurch sollen die Gesetzgebung beschleunigt und das politische System stabilisiert werden. Bisher waren beide Parlamentskammern gleichberechtigt und blockierten sich oft gegenseitig. Die Reform gilt als wichtigste Verfassungsänderung seit 1945. Bevor sie in Kraft treten kann, muss sie durch ein Referendum im Herbst bestätigt werden. Für den Fall, dass die Italiener dagegen stimmen, hat Renzi seinen Rücktritt angekündigt.
    Erdogan-Anwalt will bis in die letzte Instanz gehen:
    Der deutsche Anwalt des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist bereit, im Streit gegen den Satiriker Jan Böhmermann alle Rechtsmittel auszuschöpfen. Er werde bis in die letzte Instanz gehen, sagte Hubertus von Sprenger im ZDF. Sein Mandant erhoffe sich eine Bestrafung Böhmermanns. Am Montag hatte Erdogan persönlich Anzeige gegen den TV-Moderator erstattet, der inzwischen unter Polizeischutz steht. Davon unabhängig prüft die Bundesregierung ein Ersuchen der Türkei, Böhmermann wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts vor Gericht zu stellen. Der frühere Präsident des Verfassungsgerichtshofs Nordrhein-Westfalens, Michael Bertrams, erklärte, falls die Bundesregierung dem Ansinnen nachkäme, würde sie "die Meinungs- und Kunstfreiheit an einen Autokraten und Despoten ausliefern". Dies wäre "innenpolitisch verheerend", sagte Bertrams dem "Kölner Stadt-Anzeiger".
    10 min
  • 12.04.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Erdogan stellt Strafantrag gegen Böhmermann:
    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat nun offiziell Strafantrag wegen Beleidigung gegen den ZDF-Satiriker Jan Böhmermann gestellt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Mainz mit. Der Strafantrag werde in dem bereits anhängigen Verfahren wegen Angriffs gegen Vertreter ausländischer Staaten geprüft. Dies werde ein paar Tage, aber nicht Wochen dauern, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Böhmermann hatte ein Gedicht voller Beschimpfungen in der Sendung vom 31. März vorgetragen. Dabei hatte er selbst mehrfach gesagt, das sei keine Satire, sondern Schmähkritik und damit in Deutschland illegal.
    EU-Parlamentspräsident warnt vor Implosion der EU:
    EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) hat davor gewarnt, die gegenwärtigen Bedrohungen für die Europäische Union zu unterschätzen. Das Vertrauen vieler Menschen in "Institutionen insgesamt, egal ob national oder europäisch", sei verloren gegangen, sagte Schulz der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er sehe wegen europafeindlicher Bewegungen in den Mitgliedsländern die Gefahr einer "Implosion der EU". Wenn die Briten die EU verließen, werde es Forderungen nach weiteren Austrittsreferenden geben, warnte Schulz mit Blick auf das im Juni anstehende "Brexit"-Referendum.
    Medien: Einsatz der Bundeswehr im Inneren soll erleichtert werden:
    Die Bundesregierung erwägt eine Grundgesetzänderung für den Einsatz der Bundeswehr im Inland unter anderem bei Terrorgefahr oder Bedrohung der inneren Sicherheit. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf einen Entwurf für ein neues Weißbuch zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr. Seit längerem dringen Unionspolitiker darauf, die Beschränkung der Bundeswehr auf Auslandseinsätze aufzuweichen. Neben klar umrissenen Kompetenzen bei der Terrorabwehr wird auch gefordert, dass die Armee regulär in der Flüchtlingshilfe zum Einsatz kommt.
    "Mann mit Hut" plante angeblich Anschlag auf EM:
    Der in Belgien verhaftete Terrorverdächtige Mohamed Abrini wollte womöglich einen Anschlag auf die Fußball-Europameisterschaft im Sommer in Frankreich verüben. Die französische Zeitung "Libération" und der Fernsehsender CNN berichteten von den angeblichen Anschlagsplänen und beriefen sich dabei auf Ermittler. Der 31-jährige Belgier Abrini ist laut Staatsanwaltschaft der "Mann mit dem Hut", den Überwachungskameras mit den beiden Selbstmordattentätern vom Brüsseler Flughafen filmten.
    Amtsenthebung von Brasiliens Präsidentin rückt näher:
    In Brasilien hat ein Parlamentsausschuss die Amtsenthebung von Staatschefin Dilma Rousseff empfohlen. In den nächsten Tagen soll das Unterhaus abstimmen, ob es das Verfahren an den Senat weiterleitet. Im Unterhaus ist dafür eine Zweidrittel-Mehrheit der Abgeordneten nötig. Der Senat kann die Präsidentin absetzen oder suspendieren. Rousseff wird vorgeworfen, ihren Wahlkampf illegal mit Spenden von Zulieferern des staatlich kontrollierten Ölkonzerns Petrobras finanziert zu haben. Außerdem soll die Politikerin der linken Arbeiterpartei (PT) den Haushalt geschönt haben.
    Oberstes Gericht Venezuelas kippt Amnestiegesetz:
    Der Oberste Gerichtshof Venezuelas hat das vom Parlament verabschiedete Gesetz zur Amnestie für politische Häftlinge für ungültig erklärt. Der sozialistische Präsident Nicolás Maduro hatte sich geweigert, den von der konservativen Opposition beschlossenen Entwurf zu unterzeichnen. Die Opposition hat seit der Wahl im Dezember eine Mehrheit im Parlament. Die Maduro nahestehenden Richter erklärten das Gesetz nun für nicht verfassungsgemäß. Nach Maduros Ansicht sind die mehr als 70 Häftlinge, deren Freilassung die Opposition fordert, "Kriminelle" und "Terroristen", die einen Staatsstreich vorbereitet hätten.
    China empört: G7-Staaten sollen sich aus Inselstreit heraushalten:
    Mit scharfen Worten hat China gegen die Erklärung der sieben großen Industrienationen (G7) zu den Territorialstreitigkeiten im Süd- und Ostchinesischen Meer protestiert. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte in Peking, die Mitglieder der G7-Gruppe sollten "unverantwortliche Bemerkungen und Taten einstellen". Auch sollten sie ihre Zusage einhalten, sich im Inselstreit nicht auf eine Seite zu stellen. Es liege in Chinas Souveränität, Einrichtungen auf seinen Inseln zu bauen. China streitet mit Japan um Inseln im Ostchinesischen Meer. Auch sorgen seine Ansprüche im Südchinesischen Meer für Spannungen mit einer ganzen Reihe von Anrainerstaaten. Zu den G7-Staaten gehören neben Japan die USA, Deutschland, Kanada, Großbritannien, Frankreich und Italien.
    11 min
  • 11.04.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Kerry gedenkt in Hiroshima der Atombombenopfer:
    Mit einem gemeinsamen Besuch am Mahnmal für die Opfer des Atombomben-Abwurfs von 1945 ist im japanischen Hiroshima das Treffen der G7-Außenminister zu Ende gegangen. Als erster US-Außenminister überhaupt hat John Kerry dort einen Kranz niedergelegt, zur Erinnerung an die bis zu 300.000 Todesopfer der von den USA über der Stadt abgeworfenen Atombombe. In einer gemeinsamen Erklärung sprachen sich die Minister für eine Welt ohne Nuklearwaffen aus. Die sieben großen Industrienationen (G7) wollen bei ihrem Gipfeltreffen im Mai in Japan einen gemeinsamen Aktionsplan zum Kampf gegen den internationalen Terrorismus verabschieden. Darauf verständigten sich die Außenminister bei ihrem Treffen in Hiroshima. Der Plan soll unter anderem einen engeren Datenaustausch und strengere Grenzkontrollen umfassen. Zudem sollen Terror-Organisationen die Finanzierungswege abgeschnitten werden.
    Peru: Keiko Fujimori muss in Stichwahl:
    Bei der ersten Runde der Präsidentenwahl in Peru hat die rechtspopulistische Politikerin Keiko Fujimori laut Teilergebnissen die meisten Stimmen gewonnen, verfehlte aber die in der ersten Wahlrunde für einen Sieg notwendige absolute Mehrheit. Nach Auszählung von 40 Prozent der Stimmen kommt sie auf gut 39 Prozent. Ihr Gegner bei einer Stichwahl am 5. Juni dürfte der Volkswirt Pablo Kuczynski werden, der bei 24 Prozent liegt. Insgesamt waren 23 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, einen Nachfolger für den scheidenden Präsidenten, den Linkspolitiker Ollanta Humala, zu wählen. Fujimori galt als Favoritin unter den zehn Kandidaten. Ihr Vater hatte Peru von 1990 bis 2000 regiert. 2009 wurde er wegen Menschenrechtsverletzungen zu 25 Jahren Haft verurteilt.
    Cameron kündigt Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung an:
    Der wegen Verwicklungen in Offshore-Geschäfte unter Druck geratene britische Premierminister David Cameron will schärfer gegen Steuerhinterziehung vorgehen. Unternehmen sollen strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können, wenn sie es nicht verhindern, dass ihre Mitarbeiter beim Hinterziehen von Steuern helfen. Das ist der Kern einer Gesetzesinitiative, die Cameron an diesem Montag dem Parlament präsentieren will. Dem Regierungschef wird im Zusammenhang mit den Enthüllungen der sogenannten Panama Papers zwar kein illegales Verhalten, aber ein schlechtes Krisenmanagement vorgeworfen. Nach Bekanntwerden der Offshore-Geschäfte seines verstorbenen Vaters hatte er an vier Tagen vier unterschiedliche Stellungnahmen abgegeben und erst zum Schluss eine Beteiligung an der väterlichen Investmentfirma eingestanden.
    Finanzminister Schäuble sagt Steueroasen den Kampf an:
    Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat Ländern, die sich nicht am internationalen Informationsaustausch über Kapitaleinkünfte beteiligen, mit Sanktionen gedroht. Wenn Staaten wie Panama sich dem Abkommen weiterhin verweigerten, kämen sie auf eine schwarze Liste, sagte der CDU-Politiker im ARD-Fernsehen mit Blick auf die Enthüllungen der sogenannten Panama Papers. Dann seien bestimmte Finanzgeschäfte mit diesen Staaten nicht mehr möglich. Die Forderung ist Bestandteil eines Zehn-Punkte-Plans Schäubles gegen Steuerbetrug und Geldwäsche. Dieser umfasst auch die Schaffung von international vernetzten Firmen-Registern, in denen die tatsächlichen Eigentümer von Unternehmenskonstruktionen aufgelistet werden.
    Niedersachsen will Boni-Verzicht bei VW:
    Das Land Niedersachsen will vom VW-Vorstand wegen der Abgasaffäre einen vollständigen oder zumindest weitgehenden Verzicht auf Bonuszahlungen, wie "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR berichteten. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) wolle am Montag auf der Sitzung des VW-Aufsichtsratspräsidiums die Millionen-Zahlungen verhindern. Das Bundesland ist einer der drei Hauptaktionäre von VW. Vorstandschef Matthias Müller ist bislang nur zu einem teilweisen Verzicht bereit. Müller und einige seiner Vorstandskollegen haben zusätzlich zu ihren Gehältern Anspruch auf Boni in Höhe von 2,5 Millionen Euro und mehr.
    5835 minderjährige Flüchtlinge in Deutschland verschwunden:
    Im vergangenen Jahr sind in Deutschland 5835 minderjährige Flüchtlinge verschwunden. Von 8006 als vermisst gemeldeten minderjährigen Flüchtlingen seien bisher nur 2171 wieder aufgetaucht, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf das Bundesinnenministerium. Die meisten Vermissten stammen aus Afghanistan, Syrien, Eritrea, Marokko und Algerien. Die flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Luise Amtsberg, forderte von der Bundesregierung, mehr zum Schutz der Minderjährigen zu tun. Sie wies auf die Gefahren für die Kinder und Jugendlichen durch Zwangsprostitution und Ausbeutung hin.
    11 min
  • 09.04.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Altmaier: Zahl der Abschiebungen verdoppeln:
    Der Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung, Peter Altmaier, hat die Länder aufgefordert, wesentlich mehr abgelehnte Asylbewerber abzuschieben als bisher. Im vergangenen Jahr habe es etwa 37.000 freiwillige Rückkehrer und rund 22.000 Abgeschobene gegeben, sagte der Kanzleramtschef den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Ein "realistischer Maßstab" für 2016 sei eine Verdopplung dieser Zahlen. Derzeit entscheide das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über 50.000 Fälle im Monat. Mehr als ein Drittel der Asylanträge werde abgelehnt. Es müsse dafür gesorgt werden, dass die Zahl der Rückführungen deutlich zunehme. Altmaier verteidigte auch den EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei. Ziel sei es, die Zahl der Flüchtlinge deutlich zu reduzieren. Das scheine zu gelingen.
    Fünf Terrorverdächtige in Belgien festgenommen:
    Zweieinhalb Wochen nach den Terroranschlägen in Brüssel haben Sicherheitskräfte womöglich den geflüchteten Flughafenattentäter gefasst. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, nahm die Polizei den Belgier Mohamed Abrini fest, der bereits nach den islamistischen Angriffen in Paris gesucht wurde. Die Ermittler prüften nun, ob Abrini auch der als "Mann mit Hut" gesuchte dritte Täter von Brüssel ist. Außerdem wurden vier weitere Verdächtige festgenommen. Bei einem von ihnen könnte es sich nach Angaben der Behörden um die Person handeln, die kurz vor der Explosion in der Brüsseler U-Bahn an der Seite des Selbstmordattentäters gesehen wurde. Bei den Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in einem Wagen der Metro waren im März 32 Menschen getötet worden. Der Terrorserie im November in Paris waren 130 Menschen zum Opfer gefallen.
    Razzia bei Kanzlei Mossack Fonseca in El Salvador:
    In El Salvador ist das örtliche Büro der Kanzlei Mossack Fonseca durchsucht worden. Bei der Razzia in dem Büro der Finanzkanzlei, die im Zentrum der "Panama Papers"-Enthüllungen steht, seien zahlreiche Computer beschlagnahmt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Behörden hatten am Mittwoch Ermittlungen eingeleitet, um zu prüfen, ob von der Kanzlei oder deren Kunden in El Salvador Gesetze gebrochen wurden. Der Mitbegründer der Kanzlei, Ramon Fonseca, verteidigte unterdessen sein Geschäftsgebaren. Der "Bild"-Zeitung sagte er, die Kanzlei mache nichts anderes als Tausende Anwälte rund um die Welt, sie gründe Firmen und Treuhandfonds. Das seien völlig legale Geschäfte. Angesichts der Panama-Papers-Affäre forderte der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann eine Änderung des Kreditwesengesetzes. Banken, die ihren Kunden Briefkastenfirmen in Übersee vermittelten, unterstützten kriminelle Machenschaften, sagte Opperman. In letzter Konsequenz müsse dies mit einem Lizenzentzug der betroffenen Bank geahndet werden.
    Luxemburgs Außenminister warnt vor weiteren Referenden:
    Nach dem Nein der Niederländer im Referendum über das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine hat sich Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn gegen weitere Volksabstimmungen ausgesprochen. Referenden seien keine geeigneten Instrumente in einer parlamentarischen Demokratie, um komplexe Fragen zu beantworten, sagte Asselborn der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Die Menschen antworteten nicht auf sachliche Fragen, sondern erteilten ihren jeweiligen Regierungen Denkzettel. Die Ablehnung der Niederländer zur Assoziierung der Ukraine sei auch als Ohrfeige für die Europäische Union zu werten. Diese sei in ihren Beschlussgremien viel zu intransparent und drohe ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren, sagte Asselborn. Bei dem nicht bindenden Referendum hatten 61 Prozent der Teilnehmer mit Nein gestimmt.
    SpaceX-Start zur Raumstation ISS glückt:
    Das private US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat erfolgreich eine Transportkapsel zur Internationalen Raumstation ISS losgeschickt. Die Rakete vom Typ Falcon 9 hob vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab. Die unbemannte Raumkapsel "Dragon" hat gut drei Tonnen Vorräte und Ausrüstung für die ISS geladen. Dazu zählt auch eine aufblasbare Raumkammer, die die sechs Astronauten der ISS testen sollen. Erstmals überhaupt glückte die anschließende Landung der Trägerrakete auf einer schwimmenden Plattform im Ozean. Das Ziel von SpaceX ist es, seine teuren Trägerraketen mehrmals zu verwenden, um die Raumfahrt kostengünstiger und nachhaltiger zu machen.
    9 min
  • 08.04.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Panama Papers: Cameron räumt Beteiligung an Briefkastenfirma ein:
    Fünf Tage nach der Veröffentlichung der sogenannten Panama Papers hat der britische Premierminister David Cameron jetzt doch eine Beteiligung an der Briefkastenfirma seines verstorbenen Vaters eingeräumt. Cameron sagte in einem Fernsehinterview, er und seine Ehefrau hätten 5.000 Einheiten des väterlichen Investment-Trusts besessen. Die Anteile seien aber im Januar 2010 verkauft worden, vier Monate vor seinem Amtsantritt. Er habe dafür alle vorgeschriebenen Steuern bezahlt. Zunächst hatte Cameron gesagt, er besitze keine Beteiligungen im Ausland. Neben dem britischen Premier ist jetzt auch Argentiniens Präsident Mauricio Macri durch die Enthüllungen der "Panama Papers" unter Druck geraten. In Buenos Aires eröffnete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den Staatschef wegen mutmaßlicher Steuerflucht und der Beteiligung an zwei Offshore-Firmen. Macri wies die Vorwürfe zurück.
    Wieder Rückführung von Flüchtlingen in die Türkei:
    Griechenland hat wieder Flüchtlinge in die Türkei abgeschoben. Von der Ägäis-Insel Lesbos wurden 45 Pakistaner per Schiff in die türkische Küstenstadt Dikili gebracht. Weitere rund 80 Flüchtlinge sollen im Laufe des Tages von Lesbos in die Türkei zurückgeführt werden. Die griechischen Behörden hatten am Montag mit der Umsetzung des umstrittenen Paktes zwischen der EU und Ankara begonnen und die ersten 202 Flüchtlinge von den Ägäis-Inseln in die Türkei zurückgeschickt.
    Entwicklungsminister erwartet bis zu 200.000 neue Flüchtlinge:
    Entwicklungsminister Gerd Müller rechnet in diesem Frühjahr mit einem massiven Zustrom von Flüchtlingen aus Nordafrika über das Mittelmeer. Allein in Libyen warteten 100.000 bis 200.000 Afrikaner aus Staaten südlich der Sahara auf ihre Überfahrt nach Europa, sagte der CSU-Politiker der Zeitung "Rheinische Post" in Düsseldorf. Die Schlepperbanden seien schon voll in Aktion. Libyen versinkt seit dem Sturz des Machthabers Muammar Gaddafi im Jahr 2011 im Chaos.
    Nach Festnahmen in München Terrorverdacht nicht erhärtet:
    Nach der Festnahme möglicher Terrorverdächtiger im Großraum München hat sich der Verdacht gegen die beiden Männer nicht erhärtet. Die Vernehmungen seien ohne neue Erkenntnisse zu Ende gegangen. Auch Durchsuchungen hätten nichts Neues zutage gebracht, sagte ein Sprecher des bayerischen Landeskriminalamtes. Am Donnerstag waren ein 29 Jahre alter Nigerianer und ein 46 Jahre alter Mann aus dem Irak wegen möglicher Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat festgenommen worden. Aus Sicherheitskreisen hatte es Hinweise gegeben, die beiden Männer könnten in Kontakt zu Mitgliedern der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) stehen.
    NSU-Ausschuss will neuen Enthüllungen zur Terrorzelle nachgehen:
    Der NSU-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages will neue Berichte prüfen, wonach ein V-Mann des Verfassungsschutzes den mutmaßlichen Rechtsterroristen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) Arbeit verschafft hat. Demnach wurde das NSU-Mitglied Uwe Mundlos von einem Neonazi, der jahrelang als Informant für das Bundesamt für Verfassungsschutz tätig war, in dessen Firma beschäftigt. Die Deutsche Presse-Agentur berichtete zudem, auch die Hauptangeklagte im Münchner NSU-Prozess, Beate Zschäpe, sei von dem Spitzel beschäftigt worden. Das Unternehmen sei zu einer Zeit auf Baustellen im Raum Nürnberg und München aktiv gewesen, als dort die ersten von insgesamt zehn Morden der rechtsextremen NSU-Terrorzelle verübt wurden. Der Verfassungsschutz wollte zu den Berichten keine Stellung nehmen.
    Google und Verizon wollen für Yahoo-Kerngeschäft bieten:
    Der Suchmaschinenriese Google und der Telekomunikations-Konzern Verizon sind nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg an einer Übernahme des Kerngeschäfts des angeschlagenen Internet-Pioniers Yahoo interessiert. Die beiden US-Konzerne erwögen Kaufangebote für die Yahoo-Onlinesparte abzugeben, berichtete Bloomberg. Das einst bei Nutzern beliebte Internet-Urgestein Yahoo hat im Geschäft mit Online-Werbung den Anschluss an Wettbewerber wie Google und Facebook verloren und steckt seit Jahren tief in der Krise.
    8 min
  • 07.04.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Ukraine hält trotz Nein der Niederländer an EU-Kurs fest:
    Die Ukraine will sich auch nach dem Votum der Niederländer gegen ein EU-Handelsabkommen weiter an die Europäische Union annähern. Das erklärte Präsident Petro Poroschenko bei einem Besuch in der japanischen Hauptstadt Tokio. Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament, Manfred Weber, forderte als Reaktion auf das Abstimmungsergebnis mehr Bürgernähe und -beteiligung in der EU. "Wir müssen Europa demokratisieren", sagte der CSU-Politiker im Deutschlandfunk. Die Niederländer hatten am Mittwoch in einer Volksabstimmung mit großer Mehrheit das EU-Assoziierungsabkommen mit der Ukraine abgelehnt. Die Wahlbeteiligung lag knapp über der Mindestquote von 30 Prozent. Obwohl das Referendum rechtlich nicht bindend ist, erwägt Ministerpräsident Mark Rutte, die Ratifizierung des EU-Ukraine-Abkommens auszusetzen. Die Niederlande sind das letzte EU-Mitglied, in dem das Abkommen noch nicht bestätigt wurde.
    Experten sollen Finanzmarkt in Panama überprüfen:
    Nach den Enthüllungen über Briefkastenfirmen in Panama hat die Regierung angekündigt, eine Expertenkommission einzusetzen. Präsident Juan Carlos Varela sagte, unabhängige Fachleute aus dem In- und Ausland sollten Vorschläge erarbeiten, um die Transparenz des Finanz- und Rechtssektors zu stärken. Die derzeitigen Praktiken würden einer eingehenden Prüfung unterzogen. Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, kritisierte die von Journalisten aufgedeckten Geschäfte scharf. Es sei überdeutlich, dass im Bereich der Briefkastenfirmen eine "Schattenwelt" entstanden sei, in der neben legaler Steuervermeidung auch illegale Steuerhinterziehung und Geldwäsche im großen Stil stattfänden, sagte Schulz der Zeitung "Rheinische Post".
    Islands Regierung will ohne Gunnlaugsson weitermachen:
    Die Regierungskoalition in Island will ohne ihren durch die Enthüllungen der sogenannten "Panama Papers" in die Kritik geratenen Chef Sigmundur David Gunnlaugsson weitermachen. Der stellvertretende Parteichef der liberalen Fortschrittspartei und Landwirtschaftsminister, Sigurdur Ingi Johansson, soll neuer Ministerpräsident werden, bis zu vorgezogenen Neuwahlen im Herbst. Das entschied die Fortschrittspartei gemeinsam mit ihrem Koalitionspartner, der Unabhängigkeitspartei. Gunnlaugssons Name war in Zusammenhang mit den "Panama Papers" aufgetaucht. Demnach besitzt seine Frau Anteile an einer Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln. Er hatte seine Anteile für einen Dollar an sie verkauft. Gunnlaugsson bestritt, die Vermögenswerte den Finanzbehörden verheimlicht zu haben.
    Zahl der Flüchtlinge in Darfur steigt auf über 100.000:
    Die Zahl der vor den jüngsten Kämpfen in der westsudanesischen Krisenprovinz Darfur geflüchteten Menschen ist auf 103.000 gestiegen. Humanitäre Hilfsorganisationen sprächen sogar von 138.000 neuen Betroffenen seit Ende März, sagte der für Friedenssicherung zuständige UN-Vertreter Herve Ladsous in New York. In Darfur kämpfen Rebellen seit 2003 gegen die Regierung, der sie die Unterdrückung der nicht-arabischen Bevölkerung vorwerfen. In dem Konflikt sollen bereits 300.000 Menschen getötet worden sein, rund 2,6 Millionen weitere sind auf der Flucht.
    Sonderkommission stellt Weichen für Rousseffs Amtsenthebung:
    Ein Amtsenthebungsverfahren gegen die unter massivem Druck stehende brasilianische Staatschefin Dilma Rousseff rückt näher: Der Berichterstatter des zuständigen Ausschusses sprach sich für die Annahme des Amtsenthebungsantrages aus. Die 65 Mitglieder der Sonderkommission sollen am Montag über das Gutachten abstimmen, das im Fall einer Annahme an das Parlament und später an den Senat weitergeleitet werden soll. Die Vorsitzende der linksgerichteten Arbeiterpartei PT wird beschuldigt, die wahre Höhe des Haushaltsdefizits verschleiert zu haben. Im Hintergrund der Anschuldigungen stehen die schweren Korruptionsvorwürfe um den staatlich kontrollierten Erdölkonzern Petrobras.
    Champions League: Wolfsburg besiegt Favorit Real Madrid:
    Der VfL Wolfsburg hat in der Fußball-Champions-League für eine Überraschung gesorgt. Im Viertelfinal-Hinspiel schlug der Bundesligaclub den favorisierten spanischen Rekordmeister Real Madrid mit 2:0. Ricardo Rodriguez brachte die Gastgeber in der 18. Minute mit einem umstrittenen Foulelfmeter in Führung, Maximilian Arnold erhöhte in der 25. Minute auf den 2:0-Endstand. Im zweiten Viertelfinal-Spiel trennten sich Paris St. Germain und Manchester City 2:2.
    9 min
  • 06.04.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    US-Vorwahl in Wisconsin: Trump und Clinton verlieren:
    Bei den Vorwahlen der US-Republikaner im Bundesstaat Wisconsin hat der Milliardär Donald Trump eine deutliche Niederlage gegen den Senator Ted Cruz erlitten. Bei den Demokraten, die ebenfalls in Wisconsin über ihren Kandidaten abstimmten, unterlag die Favoritin Hillary Clinton klar dem linksgerichteten Senator Bernie Sanders. Nach einer Hochrechnung des Senders CNN lag Cruz bei rund 50 Prozent, während Trump nur auf etwa 33 Prozent kam. Der Gouverneur von Ohio, John Kasich, landete abgeschlagen bei 14,5 Prozent. Bei den Demokraten erreichte Sanders laut CNN 56 Prozent, Clinton kam auf etwa 44 Prozent. Weder für Trump noch für Clinton ändern ihre Schlappen in dem Staat im Mittleren Westen jedoch etwas an ihrer Favoritenstellung. In der Zahl der im Laufe der Vorwahlen gesammelten Delegiertenstimmen für die Nominierungsparteitage im Juli liegen beide weiterhin klar vorn. Für Trump könnte es nun jedoch schwieriger werden, im Zuge der weiteren Vorwahlen die für die Nominierung notwendige Mindestzahl von 1237 Delegiertenstimmen zu erreichen.
    Deutschland will Kontrollen an Grenze zu Österreich bald aufheben:
    Mit dem Abflauen des Flüchtlingsandrangs will Deutschland die Kontrollen an der Grenze zu Österreich im Mai wieder aufheben. Das kündigte Innenminister Thomas de Maizière im österreichischen Fernsehen an. Bereits jetzt würden die Kontrollen allmählich heruntergefahren und Polizisten abgezogen. Im März hatte Deutschland nur noch rund 20.000 Neuankömmlinge registriert, nachdem es in den Vormonaten noch ein Vielfaches davon gewesen war. De Maizière plädierte zudem für ein Abschiebeabkommen mit nordafrikanischen Staaten nach dem Vorbild der EU-Türkei-Vereinbarung. Angesichts des zu erwartenden Andrangs aus Nordafrika gelte es, mit den dortigen Staaten über ähnliche Modelle der Rückführung von Migranten zu reden, sagte er in Wien nach einem Treffen mit Kollegen aus vier EU-Staaten. Die EU hatte am Montag mit der Abschiebung von Flüchtlingen aus Griechenland in die Türkei begonnen.
    Drastischer Anstieg bei vollstreckten Todesstrafen:
    Die Zahl der weltweit vollstreckten Todesstrafen ist so hoch wie seit 25 Jahren nicht mehr. Im Jahr 2015 wurden laut einer Statistik der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mindestens 1634 Menschen hingerichtet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute dies einen Anstieg um mehr als 50 Prozent auf den nun höchsten Wert seit 1989. Etwa 90 Prozent der 2015 registrierten Hinrichtungen sind auf die Staaten Iran, Pakistan und Saudi-Arabien zurückzuführen. In dem Jahresbericht sind keine Zahlen aus China enthalten. Dort wurden laut Schätzung der Organisation Tausende Menschen hingerichtet, die Todesstrafe wird dort aber als Staatsgeheimnis gehandelt. Die USA verzeichneten mit 28 vollstreckten Todesurteilen den niedrigsten Wert seit 1991.
    Panama: Kanzlei stellt Strafanzeige:
    Die durch die Panama Papers ins Visier geratene Anwaltskanzlei Mossack Fonseca ist nach eigenen Angaben Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Die mehr als elf Millionen Dokumente über ein Geflecht von Briefkastenfirmen, die seit Sonntag für Aufsehen sorgen, seien durch einen Angriff von außen erbeutet worden, sagte der Mitgründer Ramon Fonseca der Nachrichtenagentur Reuters. Die Firma habe deswegen Strafanzeige gestellt. Fonseca ergänzte, die Kanzlei habe nicht gegen Gesetze verstoßen. Mossack Fonseca helfe nicht bei Steuerhinterziehung oder Geldwäsche. Es seien auch keine Dokumente vernichtet worden. Veröffentlichte Emails der Firma seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Zahlreiche Politiker, Sportler und Manager stehen wegen Verbindungen zu Briefkastenfirmen, die die Kanzlei aufgesetzt haben soll, unter Druck. Der ebenfalls involvierte isländische Ministerpräsident Sigmundur David Gunnlaugsson trat am Dienstag nach Protesten der Bevölkerung in seinem Land zurück.
    Bayern siegt glanzlos gegen Benfica:
    Bayern München steuert mit einem Sieg gegen Benfica Lissabon in der Champions League auf Halbfinal-Kurs. Der deutsche Fußball-Rekordmeister bezwang den Außenseiter aus Portugal unerwartet mühsam 1:0 und verschaffte sich damit eine ordentliche Ausgangsposition für das Viertelfinal-Rückspiel in einer Woche. Arturo Vidal sorgte bereits in der zweiten Minute mit dem schnellsten Pflichtspiel-Tor der Münchner in dieser Saison für den Sieg.
    9 min
  • 05.04.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    "Panama Papers" werden weltweit zu Fall für Justizbehörden:
    Die Enthüllungen über Briefkastenfirmen in Panama werden weltweit zu einem Fall für die Justizbehörden. Neben Australien, Frankreich, Spanien, den Niederlanden und den USA leitete auch das mittelamerikanische Land selbst Ermittlungen ein. Es werde geprüft, inwieweit Straftaten vorlägen und von wem sie begangen worden seien, teilte die panamaische Generalstaatsanwaltschaft mit. In Deutschland sollen mindestens 28 Banken in den Skandal verwickelt sein. Bundesjustizminister Heiko Maas erklärte, er plane ein "Transparenzregister", in dem Briefkastenfirmen ihre wahren Eigentümer offenlegen müssten. Auch in Island haben die Enthüllungen der sogenannten Panama Papers Konsequenzen: In der Hauptstadt Reykjavik forderten zehntausende Menschen den Rücktritt von Regierungschef Sigmundur David Gunnlaugsson. Die Opposition beantragte ein Misstrauensvotum im Parlament. Der Ministerpräsident der rechtsliberalen Fortschrittspartei lehnte einen Rücktritt ab und bestritt die Absicht, Steuern zu hinterziehen. Er habe das Vermögen verheimlicht, damit der Reichtum seiner Frau im Wahlkampf nicht zum Thema werde.
    Bericht: EU-Behörde soll über Asylverfahren entscheiden:
    Die EU-Kommission will die Entscheidung über Asylverfahren laut einem Medienbericht womöglich nicht länger den einzelnen Mitgliedstaaten überlassen. Brüssel erwäge, "die Verantwortung für die Bearbeitung von Asylansprüchen von der nationalen Ebene auf die EU-Ebene zu verlegen", berichtet die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf Vorschläge der EU-Kommission zur Reform des europäischen Asylsystems, die an diesem Mittwoch vorgelegt werden sollen. Der Plan sehe vor, das Europäische Unterstützungsbüro für Asylfragen (EASO) in eine Agentur mit Entscheidungsbefugnissen umzuwandeln, die in jedem Mitgliedstaat künftig einen Ableger haben solle. Kritik übt die EU-Kommission an dem bestehenden Dublin-System zur Verteilung von Flüchtlingen, das sich in der aktuellen Krise als ungeeignet erwiesen habe. Nach den Dublin-Vorgaben müssen Flüchtlinge in der Regel in dem Land einen Asylantrag stellen, in dem sie als erstes EU-Territorium betreten. Dies führt jedoch dazu, dass Länder an den Außengrenzen Europas übermäßig belastet werden - wie derzeit vor allem Griechenland.
    Globale Militärausgaben nehmen wieder zu:
    Die weltweiten Militärausgaben sind 2015 erstmals seit vier Jahren wieder gestiegen. Annähernd 1,7 Billionen US-Dollar hätten die Staaten insgesamt für ihre Streitkräfte eingesetzt, teilte das schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI mit. Das sei eine Zunahme um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die weltweiten Ausgaben für Militär entsprechen demnach 2,3 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Fast alle Länder Asiens und Ozeaniens gaben demnach mehr für ihre Streitkräfte aus, ebenso wie die in Mittel- und Osteuropa sowie einige Länder im Nahen Osten. Saudi-Arabien gab mit 87,2 Milliarden Dollar mehr als doppelt so viel für die Rüstung aus wie Deutschland und ließ damit sogar Russland klar hinter sich. In Nordamerika und Westeuropa nahmen die Investitionen weiter ab, jedoch in geringerem Maße als in den Jahren davor.
    13 Tote bei neuen Kämpfen um Berg-Karabach:
    Am dritten Tag der Kämpfe um Berg-Karabach sind mindestens 13 Menschen getötet worden. Neben zwei Soldaten hätten aserbaidschanische Truppen auch drei Zivilisten getötet, teilten die von Armenien unterstützten Behörden der abtrünnigen Kaukasusregion mit. Das Verteidigungsministerium in Eriwan teilte mit, fünf freiwillige armenische Kämpfer seien beim Beschuss ihres Busses getötet worden. Nach Angaben der Behörden in Baku fielen den Kämpfen auch drei aserbaidschanische Soldaten zum Opfer. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und sein russischer Kollege Sergej Lawrow forderten ein sofortiges Ende der Kämpfe. Eine Entspannung im Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan deutete sich aber nicht an. Aserbaidschan versetzte seine Armee nach eigenen Angaben in Gefechtsbereitschaft. Armenien warnte Aserbaidschan vor einer weiteren Eskalation der Lage. Dies könne "unvorhersehbare und unumkehrbare Folgen haben - bis hin zu einem ausgewachsenen Krieg", sagte Präsident Sersch Sargsjan in der Hauptstadt Eriwan.
    Erdogan wehrt sich gegen Kritik an türkischer Medienpolitik:
    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Kritik aus dem Westen an der Medienpolitik in seinem Land zurückgewiesen. Diejenigen, die Lektionen über Demokratie und Menschenrechte erteilen wollten, sollten erst ihre "eigene Schande" betrachten, sagte Erdogan in Ankara. Erdogan vertrat die Ansicht, dass eher in den USA oder in Deutschland jemand mit einer Gefängnisstrafe wegen Beleidigung des Präsidenten oder der Bundeskanzlerin zu rechnen habe als ein türkischer Bürger wegen Beleidigung seiner Person. Seit Wochen hagelt es Kritik aus der Europäischen Union und den USA an Versuchen der Regierung in Ankara, die Medien zu maßregeln. Zuletzt sorgte ein Satire-Beitrag des deutschen Fernsehens über Erdogan für diplomatische Verwicklungen. Die türkische Regierung bestellte den deutschen Botschafter ein und verlangte die Löschung des Videos.
    10 min

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