Langsam Gesprochene Nachrichten | Audios | DW Deutsch lernen

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  • 04.04.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    "Panama-Papers": Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein:
    Nach den Enthüllungen über in Panama gegründete Briefkastenfirmen werden jetzt Ermittlungen eingeleitet. Auch die Regierung Panamas sagte Aufklärung zu. Zahlreiche Staatsoberhäupter, Politiker und Prominente aus aller Welt sind in geheime Geschäfte mit Briefkastenfirmen verwickelt. Das geht aus Daten hervor, die der "Süddeutschen Zeitung" zugespielt und von Journalisten weltweit ausgewertet wurden - in Deutschland von NDR, WDR und SZ. Demnach stehen unter anderem der ukrainische Präsident Poroschenko, der isländische Regierungschef Gunnlaugsson und der argentinische Präsident Macri mit Briefkastenfirmen in Verbindung. Darüberhinaus finden sich mehrere Vertraute von Russlands Präsident Putin in den Daten wieder. Auch Prominente und Sportstars wie der argentinische Fußballspieler Lionel Messi werden in den Unterlagen geführt. Das Datenmaterial hat einen Umfang von 2,6 Terabyte und stammt von einem der weltweit führenden Anbieter von Briefkastenfirmen mit Sitz in Panama. Diese Firmen sind nicht illegal, werden aber häufig genutzt, um Geldströme zu verschleiern und Steuern zu hinterziehen.
    Rückführung von Flüchtlingen beginnt:
    Heute hat die Rückführung von Flüchtlingen von den griechischen Inseln Lesbos und Chios in die Türkei begonnen. Ein erstes Schiff mit Migranten aus Pakistan, Bangladesch und Nordafrika an Bord erreichte am Morgen die türkische Hafenstadt Dikili. Mehrere hundert weitere Flüchtlinge sollen mit weiteren Fähren von den beiden Inseln in die Türkei gebracht werden. Dort werden heute bis zu 500 Menschen erwartet, die im Rahmen des umstrittenen EU-Türkei-Pakts aus Griechenland abgeschoben werden sollen. In der Türkei protestierten hunderte Menschen, die durch die Neuankömmlinge Einbußen beim Tourismus befürchten. - Laut Abkommen sollen alle ab dem 20. März in Griechenland eingetroffenen Flüchtlinge zurücktransportiert werden, die kein Asyl in Griechenland beantragen oder deren Anträge abgelehnt wurden. Zum Abkommen mit Ankara gehört auch, dass die EU für jeden zurückgeschickten Syrer einen anderen Syrer aus der Türkei auf legalem Wege aufnimmt. - In Hannover sollen dabei am Montag die ersten 35 Flüchtlinge ankommen.
    Hadi ernennt bin Dagher als neuen Regierungschef:
    Jemens Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi hat Regierungschef Chaled Bahah entlassen. Er warf dem Ministerpräsidenten Scheitern unter anderem in der Wirtschafts- und der Sicherheitspolitik vor. Bahah war seit 2014 im Amt und fungierte auch als Vizepräsident des Jemen. Zum Nachfolger Bahahs als Regierungschef ernannte Hadi Ahmed bin Dagher. Neuer Vizepräsident wird General Ali Mohsen al-Ahmar. Der Schritt kommt wenige Tage vor dem für den 10. April geplanten Inkrafttreten eines unter UN-Vermittlung ausgehandelten Waffenstillstands zwischen regierungstreuen Truppen und Rebellen. - Die schiitischen Huthi-Rebellen hatten Anfang vergangenen Jahres die Hauptstadt Sanaa und andere Städte erobert und den sunnitischen Präsidenten Hadi zur Flucht aus dem Land gezwungen. Seit März 2015 fliegt eine Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens Luftangriffe im Jemen, um die Rebellen zurückzudrängen und Hadi zu ermöglichen, an die Macht zurückzukehren.
    IWF: Einigung über Griechenland-Hilfen ist weit entfernt:
    Der Internationale Währungsfonds IWF) fordert von Griechenland stärkere Anstrengungen für mehr Wachstum und weniger Schulden. IWF-Chefin Christine Lagarde hat dazu einen offenen Brief an Ministerpräsident Tsipras geschrieben, in dem die Beteiligung des IWF an weiteren Hilfen infrage gestellt wird. Wörtlich heißt es, der IWF könne nur ein Programm unterstützen, das glaubwürdig ist und auf realistischen Voraussetzungen basiert. - Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte am Samstag eine mutmaßliche Mitschrift eines Telefongesprächs ins Netz gestellt, in dem IWF-Europachef Poul Thomsen und der Griechenland-Beauftragten Delia Velculescu darüber beraten, wie Athen zu härteren Reformen gezwungen werden könne. - An diesem Montag wird die Troika aus IWF, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) in Athen erwartet, um die Umsetzung des im Sommer vereinbarten, 84 Milliarden Euro schweren dritten Rettungspaketes, zu überprüfen.
    8 min
  • 02.04.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Griechenland ebnet Weg für Abschiebungen in die Türkei :
    Die Umsetzung des Flüchtlingsabkommens der Europäischen Union mit der Türkei hat eine wichtige Hürde genommen. Das griechische Parlament verabschiedete im Eilverfahren ein neues Asyl-Gesetz, das auch die rechtlichen Voraussetzungen dafür schafft, die Türkei als sicheren Drittstaat zu betrachten und Flüchtlinge dorthin abzuschieben. EU-Parlamentarier, das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und Menschenrechtsgruppen bezweifeln aber, dass die Türkei die Voraussetzungen für einen solchen Status erfüllt. Mit dem neuen Gesetz sollen zudem die Asylbehörden in Griechenland gestärkt werden, um die Verfahren zu beschleunigen. Ab Montag könnten die ersten Flüchtlinge von den Ägäis-Inseln in die Türkei zurückgeschickt werden.
    Ab Montag erwartet Deutschland syrische Flüchtlinge aus der Türkei:
    Deutschland will ab kommendem Montag die ersten Syrer aus der Türkei als reguläre Flüchtlinge einfliegen lassen. Die erste Gruppe soll zunächst im niedersächsischen Friedland unterkommen, wie das Bundesinnenministerium erläuterte. Erwartet werde eine Flüchtlingszahl "im niedrigen bis mittleren zweistelligen Bereich". Der Flüchtlingspakt zwischen Brüssel und Ankara sieht vor, dass die Türkei von Montag an illegal nach Griechenland gelangte Flüchtlinge zurücknehmen muss. Im Gegenzug soll die EU für jeden in die Türkei abgeschobenen Syrer einen syrischen Flüchtling aus der Türkei in die EU einreisen lassen - bis zu einer Obergrenze von 72.000 Menschen.
    Merkel würdigt Genscher als "großen liberalen Patrioten und Europäer":
    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Leistung des langjährigen deutschen Außenministers Hans-Dietrich Genscher "zur Überwindung von Mauer und Unfreiheit" gewürdigt. Sein Lebenswerk habe "dem europäischen Entspannungsprozess und der deutschen Wiedervereinigung" gegolten, sagte die CDU-Vorsitzende in einer TV-Ansprache. Der ehemalige FDP-Vorsitzende war am Donnerstag im Alter von 89 Jahren gestorben. Sie werde nie den Moment vergessen, als Genscher im Herbst 1989 vom Balkon der Botschaft in Prag den wartenden DDR-Bürgern die Nachricht von der Ausreise in den Westen verkündete, und sein Satz im Jubel der Menschen unterging, sagte die Kanzlerin. "Ich verneige mich mit Hochachtung vor der Lebensleistung dieses großen liberalen Patrioten und Europäers", schloss Merkel.
    Österreich will Soldaten zu Grenzschützern machen:
    In Österreich sollen künftig Soldaten die Grenzen kontrollieren. Weil die EU-Außengrenzen derzeit noch nicht effektiv geschützt würden, werde sein Land in Kürze strikte Grenzkontrollen hochziehen, auch mit Soldaten, sagte der österreichische Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil der Zeitung "Die Welt". Der Schutz der EU-Außengrenzen müsse künftig in den Fokus der europäischen Sicherheitspolitik rücken, forderte Doskozil. Hier lägen militärische Ressourcen in Europa brach, die genutzt werden sollten. Er schlug vor, "eine zivil-militärische EU-Mission zur Unterstützung von Frontex" einzusetzen. Das könne in Griechenland, Bulgarien oder auch in Italien sinnvoll sein. Doskozil kündigte an, das Thema auf dem kommenden Verteidigungsministertreffen anzusprechen.
    Schärfe Sicherheitskontrollen am Brüsseler Flughafen:
    Nach dem Terroranschlag wird die Sicherheit am Brüsseler Flughafen verstärkt. Passagiere und deren Gepäck sollen schon an der Schwelle des Gebäudes kontrolliert werden. Wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtet, haben sich darauf die Gewerkschaften der Flughafenpolizei und der engste Mitarbeiterstab des belgischen Innenministers Jan Jambon verständigt. Die Gewerkschaften hatten mehr Kontrollen gefordert und mit Streik gedroht. Der Airport Zaventem wurde durch die Attentate vom 22. März beschädigt und ist derzeit geschlossen. Nach der Einigung auf die schärferen Sicherheitsmaßnahmen setzt die belgische Regierung darauf, dass der Flughafen am Sonntag wieder öffnet.
    Luxusrenovierung: Präsident Zuma gibt sich reumütig :
    Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma hat sich für den Skandal um die Luxussanierung seiner Privatresidenz entschuldigt. Unredlich oder korrupt gehandelt habe er aber nicht, sagte Zuma im Staatsfernsehen. Er habe "nie wissentlich oder absichtlich die Verfassung verletzen wollen", beteuerte der Präsident und kündigte an, die Kosten für die Renovierung teilweise zu erstatten. Die überhöhten Kosten des Ausbaus von Zumas Villa in der Provinz KwaZulu-Natal, in den umgerechnet mehr als 20 Millionen Euro flossen, sei die Schuld der angeheuerten Bauunternehmer, so Zuma. Die Regierung werde deswegen striktere Regulierungen für Zulieferer einführen. Am Vortag hatte das Verfassungsgericht dem Staatsoberhaupt in einem harschen Urteil vorgeworfen, sich über Recht und Gesetz gestellt zu haben. Das Finanzministerium wird nun binnen 60 Tagen die zurückzuzahlende Summe festlegen. Oppositionsparteien fordern Zumas Rücktritt.
    9 min
  • 01.04.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Atomgipfel befasst sich mit islamischem Terrorismus:
    Am zweiten Tag des Atomgipfels in Washington wollen sich die Teilnehmer auch mit dem Kampf gegen die Terror-Organisation "Islamischer Staat" (IS) beschäftigen. Das sagte US-Präsident Barack Obama. Obamas Vizesicherheitsberater Ben Rhodes sagte, Berichte über das Ausspähen eines belgischen Kernkraftwerks durch den IS zeigten das Interesse der Terroristen an nuklearem Material. Am ersten Tag des Atomgipfels hatten sich China und die USA nach Angaben des chinesischen Außenministeriums auf mehr Zusammenarbeit im Bereich der Cyber-Sicherheit und die Aufrechterhaltung des Atomwaffensperrvertrags geeinigt. Außerdem hatte die Sorge um das Atomprogramm Nordkoreas das Treffen geprägt. Dazu hatte der US-Präsident Gespräche mit Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye, Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe und Chinas Präsidenten Xi Jinping geführt.
    Amnesty: Türkei schiebt illegal tausende Syrer ab:
    Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft der Türkei vor, seit Mitte Januar mehrere tausend syrische Flüchtlinge rechtswidrig in deren Heimat abgeschoben zu haben. Fast täglich seien seit Januar von der Türkei aus Schutzbedürftige in Gruppen von bis zu 100 Personen, darunter Frauen und Kinder, zur Rückkehr in das benachbarte Bürgerkriegsland gezwungen worden, erklärte Amnesty. Die Vorgehensweise der Behörden sei nach türkischem, EU- und internationalem Recht illegal. Mit Blick auf das jüngste Flüchtlingsabkommen zwischen Brüssel und Ankara heißt es, wenn die Vereinbarung wie geplant umgesetzt werde, sei die Gefahr groß, dass einige der Menschen, die die EU in die Türkei zurückschicke, ebenfalls von dort nach Syrien abgeschoben würden. Der Pakt sieht die Rückführung aller Migranten vor, die illegal aus der Türkei über das Meer auf die griechischen Ägäis-Inseln kommen.
    Parlamentsabstimmung in Griechenland zu Flüchtlingspakt:
    Das griechische Parlament stimmt heute über die Abschiebung von Flüchtlingen in die Türkei ab. In der Dringlichkeitssitzung beraten die Abgeordneten über ein Gesetz, das die Umsetzung des EU-Flüchtlingspakts mit der Türkei ermöglichen soll. Das vor zwei Wochen mit Ankara geschlossene Abkommen sieht vor, dass alle Flüchtlinge, die seit dem 20. März in Griechenland angekommen sind, in die Türkei zurückgeschickt werden. Im Gegenzug sollen die EU-Länder für jeden zurückgeschickten Syrer aus den Flüchtlingslagern in der Türkei einen Syrer auf legalem Wege aufnehmen. Am Montag sollen die ersten Flüchtlinge von den Ägäis-Inseln in die Türkei abgeschoben werden.
    Paris erwartet baldige Auslieferung von Abdeslam:
    Die französische Regierung rechnet mit einer raschen Auslieferung des mutmaßlichen Paris-Attentäters Salah Abdeslam. Das entsprechende Verfahren werde kurz sein, erklärte Frankreichs Justizminister Jean-Jacques Urvoas. Die Staatsanwaltschaft in Brüssel hatte zuvor mitgeteilt, dass dem französischen Auslieferungsgesuch entsprochen werde, der Verdächtige habe zugestimmt. Der 26-Jährige mit französischer und belgischer Staatsbürgerschaft war am 18. März in Brüssel festgenommen worden - nach vier Monaten auf der Flucht. Er gilt als einziger überlebender Attentäter der Terroranschläge von Paris, bei denen am 13. November vergangenen Jahres 130 Menschen von Islamisten getötet worden waren.
    Bericht über neue Probleme beim Militärtransporter A400M:
    Beim Militärtransporter A400M von Airbus sind einem Medienbericht zufolge neue Probleme aufgetaucht. Wie die "Bild"-Zeitung schreibt, seien an den Triebwerken Materialverschleiß und mangelnde Hitzebeständigkeit festgestellt worden. Die Zeitung nennt allerdings keine Quellen für ihren Bericht. Weiter heißt es, Materialfehler im Propellergetriebe hätten bei einer britischen Maschine dazu geführt, dass sich ein Triebwerk während eines Fluges ausgeschaltet habe. Bei den drei Transportern, die die deutsche Luftwaffe nutzt, soll dies laut Verteidigungsministerium noch nicht passiert sein. Die Auslieferung des A400M verzögert sich wegen unterschiedlicher Probleme immer wieder. Im vergangenen Jahr war ein A400M in Spanien abgestürzt.
    Zahl der Toten nach Brückeneinsturz steigt weiter:
    Die Zahl der Toten bei dem Einsturz einer halb fertigen Brücke in der indischen Metropole Kolkata ist auf mindestens 23 gestiegen. Nach Angaben der Behörden wurden mindestens 70 Menschen verletzt. Rettungskräfte suchen weiter nach Verschütteten. Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, ist allerdings gering. Die unfertige Verbindungsrampe einer Autobahn war am Donnerstag auf einer Strecke von rund 100 Metern in sich zusammengebrochen. Das Bauwerk führt über eine Straße und durch eine Reihe mehrstöckiger Häuser. Nach Angaben der Regionalregierung hat die Polizei eine Untersuchung der zuständigen Baufirma eingeleitet. Diese soll laut Medienberichten finanzielle Probleme haben.
    11 min
  • 31.03.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag– als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Syrien-Konferenz für Flüchtlinge verfehlt Ziele:
    Die Vereinten Nationen haben mit der Syrien-Konferenz zur Verteilung von Flüchtlingen ihre selbstgesteckten Ziele verfehlt. Einige wenige Staaten sagten lediglich eine langfristige Aufnahme von insgesamt rund 6.000 Opfern des Bürgerkriegs zu, wie das Flüchtlingshilfswerk UNHCR nach eintägiger Beratung in Genf mitteilte. Die Zahl der in Aussicht gestellten langfristigen Aufnahmen von Syrien-Flüchtlingen sei damit lediglich von 179.000 auf 185.000 gestiegen. Es gehe jedoch darum, für 480.000 Flüchtlinge, die in den Nachbarländern Syriens ausharren, langfristige Lösungen zu finden, erklärten die UN.
    USA will Panzerbrigade in Osteuropa stationieren:
    Die USA wollen eine komplette Panzerbrigade an die Ostflanke der Nato verlegen. In einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in Washington heißt es, man reagiere damit auf die Sorgen europäischer Alliierter angesichts einer russischen Aggression. Das europäische Kommando Eucom erklärte, die Verlegung der Kampfeinheit solle im Februar 2017 beginnen. Die Brigade soll rotierend zu Übungszwecken in verschiedenen Ländern eingesetzt werden. Russlands Nato-Botschafter Alexander Gruschko kündigte Gegenmaßnahmen an. Russland sei kein untätiger Beobachter, das Land würde regelmäßig militärische Maßnahmen ergreifen, die für notwendig erachtet werden, um diese verstärkte Präsenz auszugleichen, die durch nichts gerechtfertigt sei, sagte er in einem russischen Fernsehinterview.
    EU-Kommission schaltet sich in Satire-Streit mit Türkei ein:
    Die EU-Kommission hat sich in den deutsch-türkischen Satire-Streit eingeschaltet. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker habe kein Verständnis dafür, wenn der deutsche Botschafter nur wegen eines satirischen Songs einbestellt werde, sagte eine Sprecherin in Brüssel. Juncker sei der Überzeugung, dass dies die Türkei weiter von der EU entferne. Hintergrund ist eine Satire des NDR über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Regierung in Ankara hatte gefordert, der knapp zweiminütige Film dürfe nicht mehr verbreitet werden. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte bei einem Besuch in Usbekistan: "Ich finde, dass wir von einem Partnerland der Europäischen Union erwarten können, dass es unsere gemeinsamen europäischen Werte teilt." Das gelte auch für die Meinungs- und die Pressefreiheit.
    Terrorverfahren gegen mutmaßlichen Dschihadisten Kriket in Frankreich:
    Die französische Justiz hat ein Terrorverfahren gegen den vergangene Woche wegen mutmaßlicher Anschlagspläne festgenommenen Reda Kriket eingeleitet. Das in der Wohnung des mutmaßlichen Dschihadisten gefundene "Waffen- und Sprengstoffarsenal" lasse auf die Vorbereitung einer "unmittelbar bevorstehenden Terrortat" schließen, sagte der Pariser Staatsanwalt François Molins. In Frankreich herrscht nach den Anschlägen von Paris mit 130 Toten und nach dem Blutbad von Brüssel mit 32 Toten Angst vor weiteren Attacken. Die Behörden arbeiten unter Hochdruck daran, mutmaßliche Islamisten aufzuspüren und mögliche Anschlagspläne zu durchkreuzen.
    Demonstration im Brüsseler Problemviertel Molenbeek verboten:
    Eine für kommenden Samstag geplante anti-islamistische Demonstration im Brüsseler Problemviertel Molenbeek ist verboten worden. Die Bürgermeisterin von Molenbeek, Françoise Schepmans, sagte, eine solche Demonstration könne zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führen. Sie verwies auf die Möglichkeit, dass sich die muslimische Bevölkerung durch den Aufruf "Islamisten ausweisen!" provoziert fühlen könne. Der Appell zur Kundgebung stammte von der rechtsextremen Gruppierung Génération Identitaire. Am Ostersonntag hatten in der City von Brüssel rund 300 Hooligans für Entsetzen gesorgt, als sie auf dem zentralen Börsenplatz nationalistische Parolen verbreiteten. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen die schwarz gekleideten Demonstranten vor.
    10 min
  • 30.03.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mitwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Versäumnisse belgischer Terrorermittler wahrscheinlich:
    Eine Woche nach den Terrorattacken von Brüssel verdichten sich die Hinweise auf schwere Fahndungspannen bei den belgischen Sicherheitsbehörden. Der niederländische Justizminister Ard van der Steur sagte im Parlament in Den Haag, seine Regierung habe sechs Tage vor den Anschlägen Erkenntnisse der US-Bundespolizei FBI erhalten. Diese Informationen über die nachmaligen Attentäter Ibrahim und Khalid El Bakraoui seien einen Tag später an die belgischen Behörden weitergegeben worden. Die Bundespolizei in Brüssel bestreitet dies jedoch. Sie erklärte, bei dem fraglichen Treffen sei es nicht um die Bakraoui-Brüder gegangen, sondern um eine Razzia, bei der ein algerischer Terrorist festgenommen worden sei. Zuvor hatte bereits die Türkei den belgischen Behörden Versäumnisse bei der Gefahrenabwehr vorgeworfen.
    UN-Konferenz will Zusagen für Aufnahme syrischer Flüchtlinge erwirken:
    Vertreter von mehr als 90 Staaten und zahlreichen internationalen Organisationen beraten auf einer UN-Konferenz in Genf darüber, wie die Aufnahme syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge verbessert werden kann. Dabei geht es vor allem um eine gerechtere Verteilung der Kriegsflüchtlinge auf mögliche Aufnahmestaaten. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hofft auf freiwillige Zusagen vor allem wohlhabender Länder, in den kommenden Jahren etwa 480.000 Syrer zu beherbergen. Mehrere Millionen Syrer sind vor dem Krieg in benachbarte Staaten geflohen. Die meisten halten sich im Libanon, in Jordanien und in der Türkei auf.
    Fast 1600 Flüchtlinge vor Siziliens Küste gerettet:
    Fast 1600 Flüchtlinge sind bei elf verschiedenen Einsätzen unter Leitung der italienischen Küstenwache vor Sizilien aus dem Mittelmeer gerettet worden. Gestartet waren die Boote in Libyen. An den Einsätzen beteiligte sich auch ein deutsches Marineschiff, wie die Küstenwache berichtete. - Die Regierung in Rom befürchtet, dass nach der Abriegelung der sogenannten Balkanroute wieder mehr Flüchtlinge versuchen könnten, von Libyen aus Italien zu erreichen. Nach den jüngsten Statistiken des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sind seit Jahresbeginn rund 17.500 Menschen über das Mittelmeer nach Italien gelangt.
    Brasiliens Regierungskoalition geplatzt:
    Mitten in der Korruptionsaffäre, die Brasilien erschüttert, ist das Regierungsbündnis von Präsidentin Dilma Rousseff geplatzt. Ihr wichtigster Koalitionspartner, die rechtsliberale Partei der Demokratischen Bewegung (PMDB), beschloss den "sofortigen" Austritt aus dem Bündnis mit Rousseffs linker Arbeiterpartei (PT). PMDB-Chef Michel Temer ist Vize-Präsident und würde Rousseff als Interimspräsident nachfolgen, wenn sie durch das Parlament abgesetzt würde. Rousseff sagte eine für Donnerstag geplante Reise in die USA ab. Die Präsidentin steht bereits seit Wochen unter Druck. Sie wird unter anderem für die schlimmste Rezession in Brasilien seit Jahrzehnten verantwortlich gemacht. Darüber hinaus gibt es weitreichende Korruptionsvorwürfe, ein Großteil davon ist mit den Geschäften des staatlich kontrollierten Ölkonzerns Petrobras verknüpft.
    Westliche Staaten kritisieren iranische Raketentests:
    Mehrere westliche Staaten, darunter Deutschland, haben in einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gegen die jüngsten iranischen Raketentests protestiert. Diese seien destabilisierend und unvereinbar mit der Resolution 2231, heißt es in dem Schreiben, aus dem mehrere Nachrichtenagenturen zitieren. Die USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien riefen den UN-Sicherheitsrat auf, angemessene Maßnahmen zu ergreifen. Die Resolution 2231 wurde im Rahmen der Einigung im Atomstreit mit dem Iran verabschiedet. Sie fordert das Land unter anderem auf, acht Jahre lang von Tests ballistischer Raketen abzusehen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Teheran wies die Kritik zurück und erklärte, das Programm diene der Landesverteidigung.
    Htin Kyaw als Präsident in Myanmar vereidigt:
    In Myanmar hat die Nationale Liga für Demokratie (NLD) die Regierungsgeschäfte übernommen. Als erster ziviler Präsident seit mehr als 50 Jahren wurde der Ökonom Htin Kyaw im Parlament vereidigt. Er ist ein enger Vertrauter von Wahlsiegerin Aung San Suu Kyi. Kyaw soll die Regierungsgeschäfte nach ihren Vorgaben führen, da Aung selbst wegen der vom Militär diktierten Verfassung nicht Präsidentin werden kann. - Myanmar war bis 2011 eine Militärdiktatur. Die Wahlen im November hatte eine militärnahe Regierung gegen die NLD verloren. Vertretern der Streitkräfte stehen aber weiterhin ein Viertel aller Parlamentssitze zu. In der neuen Regierung wird NLD-Chefin Suu Kyi mehrere Posten bekleiden. Unter anderem soll sie das Außenministerium leiten.
    11 min
  • 29.03.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Ägyptisches Passagierflugzeug entführt:
    Eine Passagiermaschine der Gesellschaft Egypt Air ist entführt worden und auf dem Flughafen von Larnaka auf Zypern gelandet. Dies bestätigten Polizeibehörden auf der Insel. In Agenturberichten heißt es, mindestens 55 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder seien an Bord der Maschine gewesen. Die meisten Reisenden seien in Larnaka frei gelassen worden, teilte die Fluggesellschaft mit. Der Airbus A320 war offenbar heute früh in Alexandria mit dem Ziel Kairo gestartet.
    iPhone-Streit: FBI knackt Smartphone ohne Apple-Hilfe:
    Das US-Justizministerium hat eine Klage gegen Apple fallengelassen. Die US-Regierung wollte den Technologiekonzern per Gerichtsbeschluss zwingen, das iPhone eines toten Attentäters zu entsperren. Nun hat sich die Sache erledigt. Die US-Ermittler haben sich ohne Hilfe von Apple Zugang zu den Daten des Smartphones verschafft. Der Attentäter Sayed Farook hatte Anfang Dezember mit seiner Ehefrau bei einem Anschlag im kalifornischen San Bernardino 14 Menschen erschossen. Das FBI untersucht, ob die Angreifer mit der IS-Terrormiliz in Kontakt standen. Das US-Justizministerium hatte argumentiert, die Entschlüsselung von Farooks iPhone könnte dazu möglicherweise Beweismaterial liefern. Apple hatte sich dagegen gewehrt, weil dadurch die Datensicherheit aller Nutzer geschwächt würde. Zudem könnte mit einem solchen Präzedenzfall die Tür für eine weitreichende Überwachung elektronischer Geräte geöffnet werden, warnte Konzernchef Tim Cook. Google, Facebook und Microsoft stellten sich hinter Apple.
    Mazedoniens Grenzen bleiben für Flüchtlinge dicht:
    Mazedonien hat angekündigt, seine Grenzen bis mindestens zum Jahresende geschlossen zu halten. Das Parlament in Skopje hatte zuvor grünes Licht für die Verlängerung des Notstands gegeben, der einen Militäreinsatz an den Landesgrenzen erlaubt. Dabei gehe es vor allem um die Grenze zu Serbien und Griechenland, hieß es. Bereits seit Februar ist die Grenze zu Griechenland im Süden Mazedoniens de facto dicht. Flüchtlinge und Migranten, die über die sogenannte Balkanroute Richtung West- und Nordeuropa Mazedonien durchqueren wollen, dürfen nicht mehr passieren. Jenseits der Grenze im griechischen Idomeni harren weiterhin gut 12.000 Menschen aus, die auf die Öffnung der Grenzen warten. Sie leben dort unter schlechten Bedingungen in einem provisorischen Lager.
    SPD unterstützt de Maizière bei Integrationsgesetz:
    In Deutschland hat sich die SPD hinter die Pläne von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gestellt, der ein Integrationsgesetz mit Strafen für Flüchtlinge fordert, die sich nicht eingliederungswillig zeigen. Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel sagte der "Bild"-Zeitung, Integration müsse nicht nur gefördert werden, sondern von den Ausländern auch gefordert werden. Es sei dafür zu sorgen, dass nicht alle Einwanderer in die Großstädte zögen. Innenminister de Maizière will Flüchtlingen einen dauerhaften Aufenthalt verwehren, wenn sie Deutschkurse verweigern und Arbeitsangebote ausschlagen. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter kritisierte, der Minister solle erst einmal die Integrationsangebote verbessern, bevor er nach immer härteren Sanktionen rufe.
    Zweifacher Fehler bei Zugunglück in Bad Aibling:
    Das schwere Zugunglück im bayerischen Bad Aibling, bei dem Anfang Februar elf Menschen getötet wurden, ist auf gleich zwei Fehler des Fahrdienstleiters zurückzuführen. Nachdem er die beiden Züge, die später zusammenprallten, auf die eingleisige Strecke geschickt hatte, setzte er den Notruf noch über eine falsche Taste ab, wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erklärte. Erst beim zweiten Versuch habe er den Funkspruch tatsächlich an die Lokführer in den Unglückszügen geschickt. Doch da sei es bereits zu spät gewesen. Das Bahnunglück gilt als eines der schwersten in der Geschichte der Bundesrepublik.
    Herzstillstand: Zweiter belgischer Radprofi gestorben:
    Der belgische Radsport trauert um einen zweiten toten Profi. Der erst 22 Jahre alte Fahrer Daan Myngheer starb in einem Krankenhaus auf Korsika, nachdem er vor zwei Tagen beim Rennen "Critérium International" einen Herzstillstand erlitten hatte und reanimiert werden musste. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein. Am Osterwochenende war bereits der 25-jährige Antoine Demoitié nach einer heftigen Kollision mit einem Begleitmotorrad beim Rennen "Gent-Wevelgem" seinen schweren Kopfverletzungen erlegen.
    10 min
  • 28.03.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Trauer und Entsetzen über Anschlag in Pakistan:
    Der verheerende Selbstmordanschlag in der pakistanischen Großstadt Lahore mit mindestens 70 Todesopfern hat weltweit Trauer und Entsetzen ausgelöst. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Tat als "entsetzlichen Akt des Terrorismus". Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Der Attentäter hatte den Sprengsatz in der Nähe eines Kinderspielplatzes in einem Park gezündet, wo viele Christen das Osterfest feierten. Die meisten Opfer seien Frauen und Kinder, erklärten die Behörden vor Ort. Zu der Tat bekannte sich ein Taliban-Ableger namens "Jamaat ul-Ahrar".
    Terrorverdächtiger in Rotterdam festgenommen:
    Die niederländische Polizei hat in Rotterdam einen Franzosen gefasst, der einen terroristischen Anschlag geplant haben soll. Die französischen Behörden hätten um die Festnahme des 32-Jährigen gebeten, teilte die niederländische Staatsanwaltschaft mit. Er soll in Kürze ausgeliefert werden. Laut französischen Ermittlern handelte der Verdächtige im Auftrag der Terrorgruppe "Islamischer Staat" - zusammen mit dem am Donnerstag in Frankreich festgenommenen Verdächtigen Reda Kriket. Dieser gehörte demnach der selben belgischen Islamistenzelle an wie der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris im November, Abdelhamid Abaaoud. Neben dem Franzosen wurden am Sonntag in Rotterdam drei weitere Verdächtige festgenommen, darunter zwei algerischstämmige Männer im Alter von 43 und 47 Jahren.
    Gefangenen-Austausch im Jemen:
    Die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen haben nach eigenen Angaben Gefangene mit dem Kriegsgegner Saudi-Arabien ausgetauscht. Dies sei "ein erster Schritt zur Verständigung", erklärte ein Sprecher der Aufständischen. Die Miliz habe neun Saudis freigelassen, Saudi-Arabien seinerseits 100 Gegner. Anfang vergangenen Jahres hatten Huthi-Rebellen die Hauptstadt Sanaa und andere Städte erobert und den sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi vorübergehend zur Flucht aus dem Land gezwungen. Seit März 2015 fliegt eine Militärkoalition unter saudischer Führung Luftangriffe im Jemen, um die vom Iran unterstützten Rebellen zurückzudrängen und Hadi zu ermöglichen, an die Macht zurückzukehren. In den vergangenen Wochen flauten die Gefechte ab. Die Kriegsparteien vereinbarten eine Waffenruhe und Friedensgespräche.
    Nach Attentat in der Elfenbeinküste zwei Verdächtige in Mali gefasst:
    Zwei Wochen nach dem Anschlag auf Hotels und einen Strand in der Elfenbeinküste sind im Nachbarland Mali zwei Verdächtige gefasst worden. Einer von ihnen sei die rechte Hand des weiterhin flüchtigen mutmaßlichen Drahtziehers des Terrorüberfalls, teilte ein Sprecher des Geheimdienstes mit. Er sei in Goundam, 80 Kilometer südwestlich von Timbuktu, gefasst worden und habe "interessante Informationen" geliefert. Der andere Verdächtige wurde demnach in Gossi, 160 Kilometer westlich der nordmalischen Großstadt Gao, festgenommen. Er habe gestanden, einige der an dem Anschlag Beteiligten beherbergt zu haben. In Grand-Bassam waren am 13. März insgesamt 19 Menschen getötet worden, darunter eine Deutsche und vier Franzosen. Schwerbewaffnete Männer hatten das Feuer auf Badegäste am Strand eröffnet und drei angrenzende Hotels angegriffen. Die Islamistengruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) bekannte sich zu dem Blutbad.
    Mutmaßlicher Finanzchef des Sinaloa-Kartells in Mexiko gefasst:
    Die mexikanische Polizei hat im Süden des Landes den mutmaßlichen Finanzchef des Sinaloa-Kartells gefasst. Juan Manuel Álvarez Inzunza sei in Oaxaca festgenommen worden, teilte die Bundespolizei mit. Der 34-Jährige mit dem Spitznamen "König Midas" soll in den vergangenen zehn Jahren umgerechnet etwa 3,6 Milliarden Euro an Drogengeldern gewaschen haben. Das Verbrechersyndikat gilt als eines der mächtigsten Lateinamerikas. Neben dem Drogenschmuggel ist das Kartell auch in Produktpiraterie, Menschenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt. Es wurde von Joaquín "El Chapo" Guzmán geführt, der im vergangenen Juli bei einem spektakulären Ausbruch durch einen zu seiner Gefängniszelle führenden Tunnel entwischt war. Nach monatelanger Fahndung wurde der 58-Jährige Anfang Januar gefasst. Der zweite Kartellboss Ismael Zambada García ist noch immer auf freiem Fuß.
    Belgischer Radprofi stirbt nach Zusammenstoß mit Motorrad:
    Nach einem schweren Unfall beim Rennen Gent-Wevelgem ist der belgische Radsportler Antoine Demoitié im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Der 25 Jahre alte Sprinter war während des Rennens zunächst mit vier weiteren Fahrern gestürzt und dann mit einem Motorrad aus dem Begleittross zusammengeprallt. Dabei erlitt er schwere Kopfverletzungen. Die Ärzte im Universitätskrankenhaus von Lille kämpften vergeblich um das Leben des Sportlers. Ein anderer belgischer Radprofi, der erst 22 Jahre alte Daan Myngheer, erlitt zum Auftakt des Rennens "Critérium International" auf Korsika einen Herzstillstand und musste wiederbelebt werden. Nach Angaben seines Teams schwebt er immer noch in Lebensgefahr.
    10 min
  • 26.03.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Eine Terrorzelle verübte Anschläge von Brüssel und Paris :
    Nach den jüngsten Festnahmen in Belgien, Frankreich und Deutschland gehen die Ermittler davon aus, dass die Terroristen von Brüssel und der Anschlagsserie im November in Paris zu einer Islamisten-Zelle gehören. Frankreichs Präsident François Hollande sagte, das Netzwerk der Attentäter von Paris und Brüssel sei "dabei, vernichtet zu werden". Aber es gebe "andere Netzwerke", die eine Bedrohung darstellten. In Brüssel wurden am Freitag im Zusammenhang mit neuen Anschlagsplänen in Frankreich drei Verdächtige festgenommen. Zuvor war nahe Paris ein in Belgien verurteilter Islamist gefasst worden. In Deutschland wurden zwei Verdächtige festgenommen, die Verbindungen zu den Brüssel-Attentätern gehabt haben sollen. Der am Freitag vor einer Woche in Brüssel verhaftete Paris-Attentäter Salah Abdeslam will seit den Anschlägen vom Dienstag nicht mehr mit den Ermittlern reden, wie Belgiens Justizminister Koen Geens mitteilte. Frankreich fordert die Auslieferung des 26-Jährigen, dieser stemmt sich inzwischen nicht mehr dagegen.
    Fahndungspannen sollen Folgen haben :
    Ein belgischer Polizist im türkischen Istanbul hat nach Angaben der Regierung in Brüssel den Informationsfluss über den Attentäter Ibrahim El Bakraoui, der sich am Dienstag mit einem Komplizen am Brüsseler Flughafen in die Luft sprengte, zwischen beiden Ländern verschleppt. Der Verbindungsbeamte habe "mindestens nachlässig und nicht engagiert" gehandelt, als die türkischen Behörden Angaben zu El Bakraoui gemacht hätten, sagte Belgiens Innenminister Jan Jambon. Gegen den Polizisten soll ein Disziplinarverfahren eingeleitet werden. El Bakraoui war im Juni an der türkisch-syrischen Grenze unter Terrorverdacht festgenommen und einen Monat später in die Niederlande abgeschoben worden. Die belgischen Behörden ließen ihn nach seiner Einreise frei.
    Papst verurteilt bei Kreuzweg religiösen Fanatismus und Gewalt :
    Papst Franziskus hat beim traditionellen Kreuzweg am römischen Kolosseum jede Form von Extremismus, blutige Terrorakte und die Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid von Flüchtlingen angeprangert. Das Oberhaupt der katholischen Kirche verfolgte am Abend des Karfreitags zusammen mit Zehntausenden Gläubigen die stimmungsvolle Prozession an dem antiken Amphitheater in Rom, mit der an die Leidensstationen von Jesus Christus erinnert wird. Wenige Tage nach dem blutigen Terror von Brüssel war das Gebiet weiträumig abgesperrt worden, italienische Anti-Terror-Einheiten waren mit Spürhunden im Einsatz. An diesem Samstag werden die Osterfeierlichkeiten im Vatikan mit der traditionellen Osternacht im Petersdom fortgesetzt. Der Gottesdienst unter Leitung von Papst Franziskus erinnert an die Auferstehung Christi.
    Selbstmordanschlag nach Fußballspiel im Irak :
    Bei einem Selbstmordanschlag südlich von Bagdad sind mindestens 30 Menschen getötet und etwa 65 Menschen verletzt worden. Der Attentäter habe während der Siegerehrung nach einem Fußballspiel seinen Sprengstoffgürtel gezündet, teilte der zuständige Sicherheitschef mit. Der Anschlag habe sich in der Ortschaft Al-Asrija etwa 40 Kilometer südlich der Hauptstadt ereignet. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich dazu.
    Vorwahlen der US-Demokraten in Alaska, Hawaii und Washington :
    Mit drei weiteren Vorwahlen setzen die Demokraten an diesem Samstag ihre Suche nach einem Präsidentschaftskandidaten fort. Senator Bernie Sanders, der einzige verbliebene Rivale von Ex-Außenministerin Hillary Clinton, rechnet sich Chancen aus, sowohl im Westküstenstaat Washington als auch in Alaska und Hawaii zu gewinnen. Allerdings würde dies seinen Abstand auf Clinton nicht signifikant verringern. Clinton hat nach Zählung des US-Senders CNN bereits 1711 Delegiertenstimmen gesammelt, Sanders 951. Für die Nominierung werden 2383 Stimmen gebraucht. Die Republikaner, bei denen der populistische Immobilienmilliardär Donald Trump das Feld weit vor Senator Ted Cruz anführt, wählen erst am 5. April wieder.
    Stones rocken in Kuba :
    Zehntausende Menschen haben die Rolling Stones beim ersten Open-Air-Konzert einer britischen Rockband im sozialistischen Kuba begeistert gefeiert. Schon sechs Stunden vor Beginn waren die Tore für das Gratis-Konzert auf einem Sportfeld in der Hauptstadt Havanna geöffnet worden. Die Band um Leadsänger Mick Jagger hatte sich seit langem um eine Auftrittserlaubnis in Kuba bemüht. Lange Zeit war Rockmusik in Kuba verpönt. Sie wurde unter dem 2006 abgetretenen Revolutionsführer Fidel Castro als dekadentes Symbol des kapitalistischen Lebensstils angesehen.
    9 min
  • 25.03.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Ermittler: Sechs Festnahmen in Brüssel:
    Nach den Anschlägen in Brüssel hat es neue Festnahmen gegeben. Bei Razzien in der belgischen Hauptstadt wurden sechs Verdächtige festgenommen. Ob es sich um mutmaßliche Komplizen der Attentäter vom Dienstag handelt, ist noch nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft will im Laufe des Tages entscheiden, ob Anklage gegen die Festgenommenen erhoben wird. Bei den Anschlägen waren mindestens 31 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt worden. Möglicherweise hatten die Terroristen geplant, ein noch größeres Blutbad anzurichten, heißt es in bislang unbestätigten Medienberichten. Demnach wollten drei weitere Täter - wie in Paris - mit Sturmgewehren um sich schießen.
    Anschlag in Frankreich vereitelt:
    Die französischen Behörden haben nach eigenen Angaben einen weiteren Terroranschlag verhindert. Der Plan sei in einem "fortgeschrittenen Stadium" gewesen, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve. Fahnder hätten einen Franzosen festgenommen. Der Mann stehe unter Verdacht, Mitglied eines Terrornetzwerks zu sein, das einen Anschlag in Frankreich vorbereitet habe. Es gebe in diesem Fall bisher keine konkreten Hinweise auf eine Verbindung zu den Anschlägen von Brüssel und Paris, so Cazeneuve.
    EU-Innenminister für verbesserten Informationsaustausch:
    Die EU-Innen- und Justizminister wollen die Zusammenarbeit bei der Terror-Fahndung verstärken. Sie vereinbarten dazu einen besseren Informationsaustausch über Verdächtige. Zudem solle die EU-Kommission Vorschläge unterbreiten, wie die Datenbanken der Sicherheitsbehörden miteinander verknüpft werden können. Nach dem Treffen mit seinen Kollegen in Brüssel appellierte der deutsche Innenminister Thomas de Maizière an das Europa-Parlament, das geplante europäische Fluggast-Datenregister jetzt schnellstmöglich zu verabschieden. Außerdem sei ein Ein- und Ausreiseregister notwendig, in dem Besucher aus Drittstaaten gespeichert würden. Die Minister reagieren damit auf die Terroranschläge in der belgischen Hauptstadt.
    Prozessauftakt gegen kritische Journalisten in Türkei:
    In Istanbul stehen von heute an zwei regierungskritische Journalisten vor Gericht. Hintergrund ist ein Bericht über angebliche Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an islamistische Rebellen in Syrien. Dem Chefredakteur der Zeitung "Cumhuriyet", Can Dündar, und einem Kollegen werden unter anderem Spionage und Unterstützung einer Terrororganisation vorgeworfen. Ihnen droht lebenslange Haft. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte deshalb persönlich Anzeige gegen "Cumhuriyet" erstattet. Dündar warf dem Staatschef vor, die Unabhängigkeit der Justiz zu untergraben. Richter, die Erdogan nicht folgten, würden entlassen oder versetzt, sagte Dündar der Deutschen Presse-Agentur. Er fügte hinzu, die Medien hätten nicht einmal in Zeiten der Militärdiktatur einen derart intensiven Druck erlebt.
    Offensiven gegen IS-Miliz in Mossul und Palmyra:
    Syrien und der Irak gehen verstärkt gegen die Terror-Miliz "Islamischer Staat" vor. Truppen beider Länder versuchen die beiden IS-Hochburgen Palmyra und Mossul zurückzuerobern. Die syrischen Regierungstruppen seien nach Gefechten mit IS-Kämpfern in ein Viertel am Stadtrand von Palmyra vorgedrungen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Regierungstruppen wurden demnach von russischen Kampfjets unterstützt. Im Irak wurden bei der Offensive auf Mossul nach offiziellen Angaben Vororte der Millionenstadt eingenommen. Der Einsatz wird durch Luftangriffe der von den USA angeführten internationalen Anti-IS-Koalition unterstützt.
    Hunderte Geiseln aus Boko Haram-Gewalt befreit:
    Nigerias Armee kann nach eigenen Angaben einen großen Erfolg gegen die Terrorgruppe Boko Haram verbuchen. Bei Zugriffen an mehreren Orten seien mehr als 800 Geiseln aus den Händen der Islamisten befreit worden, teilte ein Armeesprecher mit. Bei Feuergefechten mit den Terroristen seien insgesamt 25 Boko Haram-Kämpfer getötet worden. Die radikalen Islamisten entführen in dem westafrikanischen Staat immer wieder Frauen und Kinder, um sie als Kämpfer, Diener oder Sexsklaven zu benutzen.
    Handy-App mit Zika-Infos:
    Brasilien will Besucher der Olympischen Sommerspiele mit einer Handy-App über das gefährliche Zika-Virus informieren. Das Smartphone-Programm werde ab Mai in sieben Sprachen erhältlich sein, teilte das Gesundheitsministerium mit. Das Zika-Virus wird über Mückenstiche verbreitet und steht im Verdacht, Embryos zu schädigen. Deswegen hat die brasilianische Regierung Schwangeren vom Besuch der Olympischen Spiele in Rio bereits abgeraten. Die Olympia-Organisatoren setzen darauf, dass die Gefahr durch die Zika-Epidemie bis zur Eröffnung der Wettkämpfe am 5. August abgeflaut ist.
    9 min
  • 24.03.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten
    Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.
    Opferzahl erhöht:
    Die belgischen Behörden haben die Zahl der Verletzten bei den Anschlägen vom Dienstag erneut nach oben korrigiert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind bei den Attentaten auf dem Flughafen und in einer Metrostation in Brüssel 300 Menschen verletzt worden. Darunter sind auch Deutsche. Mehr als 60 Opfer müssen auf der Intensivstation behandelt werden. Bei dem Doppelanschlag waren 31 Menschen getötet worden. Die Ermittler haben nach eigenen Angaben inzwischen drei Selbstmordattentäter identifiziert. Nach einem vierten Mann wird gefahndet. Er ist auf einem Überwachungsvideo vom Flughafen mit einem Bombenkoffer zu sehen. Der Sprengsatz war aber nicht explodiert.
    Urteil gegen früheren bosnischen Serbenführer Karadzic erwartet:
    21 Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica will das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag das Urteil gegen einen der beiden Hauptangeklagten fällen. Dem früheren bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic wird vorgeworfen, nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens für die Massenmorde in den von Serben beanspruchten Teilen Bosniens verantwortlich zu sein. Im Juli 1995 hatten serbische Einheiten die UN-Schutzzone in Srebrenica überrannt und etwa 8000 muslimische Männer und Jungen getötet. Dem 70-Jährigen Karadzic droht eine lebenslange Gefängnisstrafe.
    Gedenken an Opfer des Germanwings-Absturzes:
    Mit Schweigeminuten wird am Donnerstagvormittag in Frankreich und Deutschland der Opfer des Germanwings-Absturzes vor einem Jahr gedacht. Ein Airbus A320 der Lufthansa-Tochter war am 24. März 2015 in einem Bergmassiv der französischen Alpen zerschellt, weil der Co-Pilot absichtlich den Sinkflug eingeleitet hatte. Alle 150 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben. Die Lufthansa hat in Le Vernet nahe dem Absturzort eine Trauerzeremonie organisiert. Dazu werden in dem kleinen französischen Ort mehr als 600 Angehörige der Opfer erwartet. Auch in Haltern am See findet eine Gedenkzeremonie statt, da eine Schülergruppe aus der nordrhein-westfälischen Stadt an Bord der Unglücksmaschine war.
    Obama wirbt in Argentinien für Neustart der Beziehungen beider Länder:
    US-Präsident Barack Obama hat am ersten Tag seines Argentinien-Besuchs für einen Neuanfang der Beziehungen zwischen beiden Ländern geworben. Die Unterstützung der Menschenrechte und die Förderung der Auslandsinvestitionen seien die Eckpfeiler dieses Neustarts, so Obama bei einem Essen mit seinem argentinischen Kollegen Mauricio Macri in Buenos Aires. Auf einer Pressekonferenz hatte Obama zuvor angekündigt, US-Unternehmen wollten in Argentinien mehrere Milliarden Dollar investieren. Etwa 1000 linksgerichtete Argentinier protestierten gegen den Besuch Obamas. Es sei eine Provokation, dass der US-Präsident Argentinien ausgerechnet zum 40. Jahrestag des letzten Militärputsches besuche, so die Demonstranten. Schließlich seien die Amerikaner damals darin verwickelt gewesen.
    UN kündigen Waffenruhe im Jemen an:
    Im Jemen sollen nach Angaben der Vereinten Nationen ab 10. April die Waffen schweigen. Die Kriegsparteien hätten zudem die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen vereinbart. Die Verhandlungen sollen ab 18. April in Kuwait stattfinden. Der zuständige UN-Sondergesandte Cheikh Ahmed sprach in New York von der letzten Chance für ein Ende der Gewalt im Jemen. Seit fast genau einem Jahr fliegt eine Militärallianz unter der Führung von Saudi-Arabien Luftangriffe, um dort die Huthi Rebellen zu bekämpfen, die vom Iran unterstützt werden. Nach UN-Schätzungen sind in dem Konflikt mehr als 6000 Menschen ums Leben gekommen.
    9 min

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