Leben ist mehr

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Leben ist mehr episodes

  • Last-Minute-Tor

    Wenn im Fußball Statistiken bedient werden, ziehen die Kommentatoren eine besonders gern zurate: die Anzahl der »späten Tore«. Dem Anschein nach kommt es immer häufiger vor, dass eine Mannschaft nach Ablauf der sogenannten »regulären Spielzeit« in der »Nachspielzeit« noch ein Tor erzielt, das ihr den Sieg und einen besonders emotionalen Jubel bringt. Bei der vergangenen WM 2022 galt das für ca. 13,5 % aller Tore. Und der Bundesligaverein Bayer 04 Leverkusen handelte sich in seiner Meistersaison 2023/2024 durch viele späte Siege den Spitznamen »Laterkusen« ein.

    Was im Fußball den emotionalen Kick bringt und die Fans begeistert, ist im Leben schon gar nicht mehr so lustig. Der Tagesvers bringt zum Ausdruck, dass die reguläre Spielzeit unseres Lebens bei 70–80 Jahren liegt. Das bestätigen auch unsere Erfahrungen und die Werte vom Statistischen Bundesamt: 78,2 Jahre Lebenserwartung bei Männern und 83,0 Jahre bei Frauen. Manchen ist eine z. T. sehr großzügige Nachspielzeit gegönnt – doch irgendwann ist Abpfiff.

    Die Bibel empfiehlt uns, es nicht auf eine ungewisse Nachspielzeit ankommen zu lassen, sondern schon möglichst früh im Spiel die Weichen auf Sieg zu stellen. Im Unterschied zum Fußball wurde dieser Sieg – die Erlösung von unserer Schuld und das Geschenk ewigen Lebens – schon vor rund 2000 Jahren errungen, weil Jesus mit seinem Tod am Kreuz dafür garantiert hat. Wir müssen diesen Sieg nur noch persönlich in Anspruch nehmen, indem wir Jesus unsere Schuld bekennen und ihn um Vergebung bitten. Es liegt also an uns, ob wir dieser göttlichen Strategie folgen und aus der Realität unserer Lebenserwartung den richtigen Schluss ziehen: »Lehre uns zu bedenken, wie wenig Lebenstage uns bleiben, damit wir ein Herz voll Weisheit erlangen!« (Psalm 90,12).

    Joel Höfflin

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    5 min
  • Gottes einzige Bedingung

    Meine Frau und ich haben das große Vorrecht, dass wir zwei Kinder großziehen dürfen. Es ist eine große Freude und immer wieder mit Aufregung und vielen gemeinsamen Momenten des Lachens verbunden. Wer hätte gedacht, dass zwei kleine Wesen so viel Liebe aus meinem Vaterherzen herausholen.

    Aber nicht immer gibt es in unserem Familienleben nur Momente des Lachens, sondern auch Momente, wo sich ein Streit wie ein Nebel über den Hausfrieden legt. Unsere Kinder sind nicht immer nur friedlich, sondern auch ungehorsam oder bockig. Doch wissen Sie, was ich in diesen Momenten feststelle? Ich liebe meine Kinder trotzdem. Meine Liebe zu den Kindern hat nichts mit ihrem Verhalten zu tun.

    Leider bin ich als Vater oft unvollkommen. Doch ich möchte Ihnen heute einen Vater vorstellen, der vollkommen ist und niemals seine Gerechtigkeit in Ungerechtigkeit verkehrt. Ich möchte Sie mit jemandem bekannt machen, der niemals willkürlich, sondern immer gütig und freundlich erzieht. Es geht um den Gott, den die Bibel uns vorstellt. Dieser Gott ist ein Vater für die, die in seine Familie kommen. Doch wie können wir in die Familie Gottes hineinkommen? Hören Sie, was ein Mann namens Spurgeon einmal dazu sagte: »Wenn Werke der Weg sind, wer käme da zu Gott? Ich nicht. Es wäre, als würde man mir einen Schatz auf der Sonne anbieten, falls ich hinaufspringen könnte, um ihn zu holen!«

    Genauso, wie meine Kinder sich meine Liebe unmöglich verdienen können, können auch Sie sich die Annahme Gottes nicht verdienen. Seine Liebe zu uns hat nichts mit unserer Frömmigkeit zu tun. Gott nimmt uns an, wenn wir ihm vertrauen. Das ist seine einzige Bedingung. Wie beruhigend für den, der nicht gut springen kann.

    Johannes Unger

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    5 min
  • Jesus macht alles neu!

    Der Tagesvers stammt aus einem Text, den Gott dem Apostel Johannes am Ende seines Lebens diktiert hat:

    »Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht: Schreibe! Denn diese Worte sind gewiss und wahrhaftig.« (Offenbarung 21,3-5)

    Stimmt das? Vorstellen kann ich mir das nicht. Denn solche Verhältnisse habe ich nie erlebt: eine Welt ohne Geschrei, Leid oder Schmerzen.

    Wenn wir über die Glaubwürdigkeit dieser Worte nachdenken, sollten wir uns vor Augen halten: Derselbe Johannes hat von dem ersten Kommen Jesu auf diese Erde berichtet. An Weihnachten erinnern wir uns daran, dass Gott Mensch wurde. In der Folge hat Jesus Christus durch Worte und Taten bewiesen, dass er alles neu machen kann: Er hat Kranke geheilt und Schuld vergeben. Und er hat durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung den Tod besiegt. So kann heute schon ein Mensch, der sein Leben Jesus Christus anvertraut, sagen: »Er hat mir neues Leben geschenkt.« Das neu gemachte Leben tritt schon in der Gegenwart in Erscheinung.

    Die Worte aus der Offenbarung haben also eine Vorgeschichte. Da schon viele von Gottes Zusagen eingetroffen sind, können wir uns darauf verlassen: Gottes Wort ist wahr. Wer an ihn glaubt, ist unterwegs zu einer Welt, in der Gott schließlich alle Tränen abwischen wird. Alles wird neu. Was für herrliche Aussichten!

    Hartmut Jaeger

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    9 min
  • Familiengeschichten

    Es gibt die netten Familiengeschichten, die man gern erzählt. Etwa der Irrtum meines Großvaters, der stundenlang an der Isar stromabwärts wanderte in der (falschen!) Annahme, er befände sich auf einem »Rundwanderweg«, der ihn sicher an den Parkplatz am Ausgangspunkt seiner Wanderung bringen würde – und der herbe Schrecken, als er verstand, dass er den ganzen langen Hinweg wieder würde zurückwandern müssen.

    Aber es gibt auch Episoden in der Familienhistorie, die man lieber verschweigt: etwa der unrühmliche Urahn, der Schuld auf sich geladen hat. Damit schmückt sich keiner gern, das bleibt lieber im Dunklen.

    Umso erstaunlicher finde ich es, dass der menschliche Stammbaum des Sohnes Gottes, Jesus Christus, sehr offen mit den Fehlern seiner Vorfahren umgeht. Der Tagesvers berichtet, dass der berühmte König David ein Kind mit der Frau eines anderen zeugte, nämlich des Uria. Die dahinterstehende Geschichte ist schlimm: David beobachtet die hübsche Frau seines Nachbarn, Batseba, beim Baden, bricht die Ehe mit ihr und zeugt ein (erstes) Kind, das später stirbt. Um dies zu verbergen, lässt er Uria ermorden. Nach dessen Tod heiratet er Batseba, und aus dieser Ehe entsteht Salomo, der sprichwörtlich weise König. Aber mit dem Hinweis darauf, dass Batseba ursprünglich die Frau des Uria war, steht die Erinnerung an dieses dunkle Kapitel im Leben Davids jedem Leser deutlich vor Augen.

    Dies zeigt, dass die Bibel einerseits sehr offen menschliche Fehler auch der größten Helden beim Namen nennt und keine geschönten Sagen erzählt. Zum anderen wird deutlich, dass der Sohn Gottes in eine moralisch verderbte Welt hineingeboren wurde, in der selbst die scheinbaren Vorbilder Vergebung und Rettung benötigen.

    Markus Majonica

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    9 min
  • Die Lady mit der Lampe

    Die Engländerin Florence Nightingale (* 12. Mai 1820) lebte in einer Zeit, als es in England noch keine Möglichkeit gab, in der Krankenpflege ausgebildet zu werden. Sie stammte aus einer vermögenden und hochgebildeten Familie und wurde sogar am Hof der jungen Königin Viktoria eingeführt. Aber Florence fühlte sich unwohl in dieser vornehmen Umgebung. Im Alter von 17 Jahren schrieb sie in ihr Tagebuch: »Gott sprach zu mir und rief mich in seinen Dienst.«

    In der Kaiserswerther Diakonissenanstalt bei Düsseldorf ließ sie sich in der Krankenpflege ausbilden – damals undenkbar für eine junge Frau aus der Oberschicht. Während des Krimkrieges wurde sie von der englischen Regierung ins Lazarett in Skutari in der Türkei geschickt. Die schlechten hygienischen Verhältnisse waren eine Katastrophe, es starben mehr Soldaten an Cholera und Ruhr als an den eigentlichen Kampfhandlungen. Florence ließ sich von den furchtbaren Umständen nicht abschrecken, organisierte saubere Bettwäsche, sorgte für eine ordentliche Wundbehandlung und bessere Hygiene. Daraufhin sank die Sterberate drastisch. Da Florence nachts mit einer Lampe in der Hand nach den verletzten Soldaten sah, wurde sie „die Lady mit der Lampe“ genannt. Zurück in England schrieb sie ein Grundlagenwerk über moderne Krankenpflege und gründete die erste professionelle Ausbildungseinrichtung für Krankenschwestern. Sie gilt als Begründerin der modernen Krankenpflege.

    Florence Nightingale ist bis zu ihrem Lebensende ihrer Berufung treu geblieben. Sie hätte ein bequemes Leben führen können, aber sie entschied sich dafür, kranken Menschen etwas von der Liebe Gottes vorzuleben. Bis heute gilt: Wer den Ruf Gottes hört und ihm gehorsam ist, wird ein reiches, sinnerfülltes Leben haben.

    Uwe Harald Böhm

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    5 min
  • Einer wie wir

    Der Arzt und Missionar John White († 11. Mai 2002) erzählt:

    Als Medizinstudent hatte ich einmal eine Lehrveranstaltung über Geschlechtskrankheiten versäumt. Um mir das Vorlesungsmanuskript abzuholen, musste ich deshalb abends ganz allein zur Klinik für Geschlechtskrankheiten gehen – zu einer Zeit, zu der dort normalerweise keine Studenten waren.

    Als ich das Gebäude betrat, kam ein mir unbekannter Pfleger auf mich zu. Eine Reihe von Männern wartete auf Behandlung. »Ich möchte gern zum Arzt«, sagte ich. »Das möchte hier jeder. Warten Sie, bis Sie an der Reihe sind«, antwortete er. »Sie verstehen mich falsch«, sagte ich. »Ich bin nämlich Medizinstudent und möchte deshalb zum Professor.« – »Das ist unerheblich«, sagte der Pfleger. »Sie sind durch denselben Eingang wie alle anderen gekommen. Warten Sie, bis Sie an der Reihe sind.«

    Schließlich konnte ich ihm doch klarmachen, wozu ich gekommen war. Aber ich werde nie mein tiefes Schamgefühl vergessen, das mich daran hinderte, mich in eine Reihe mit Geschlechtskranken zu stellen.

    Jesus dagegen ließ sich nicht von Schamgefühlen abhalten, als er sich am Jordan in eine lange Reihe von Sündern stellte (siehe Tagesvers). Er identifizierte sich mit uns allen, als er auf seine Taufe wartete. Der moralische Graben, der ihn und uns voneinander trennte, war viel größer als der, den John White von den Männern in der Klinik trennte. Überdies war Johns Abneigung gegen Geschlechtskrankheiten nichts gegen die Abscheu Jesu vor der Sünde. Trotzdem war Jesus gekommen, um genau dieses Problem für uns zu lösen: Er überbrückte den tiefen Graben, der uns von Gott trennte. Er trat in unsere Reihen, nahm uns an und blieb doch rein. Er identifizierte sich mit denen, die er retten wollte.

    Andreas Fett

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    5 min
  • Durch die Blume hindurch

    Egal, ob zum heutigen Muttertag, zum Valentinstag, Geburtstag, Hochzeitstag, zu einer bestandenen Prüfung oder einfach so: Über einen großen, herrlich bunten Blumenstrauß freut man sich immer. In einer Vase gekonnt arrangiert, verschönert er die Wohnung tagelang, erfreut uns mit seinem frischen Duft und zaubert ein Lächeln in jedes Gesicht.

    Aber jedem ist klar, dass so ein Strauß leider nicht lange hält. Tatsächlich verbleiben der Blumenpracht von der Ernte bis zum Kunden nur wenige Tage, bevor der Zerfall beginnt. Schließlich muss auch der schönste Strauß in der Biotonne entsorgt werden. War die frisch geerntete Blume dem Frost ausgesetzt, ist die Freude manchmal schon am Folgetag vorbei. Wie schade!

    So, wie die Blütezeit einer Blume schnell vergeht und sie schon nach wenigen Tagen verwelkt, ist auch unser Leben nur von kurzer Dauer. Jeder Mensch wird eines Tages sterben, auch wenn er sich heute noch seiner blühenden Jugend und frischen Kraft erfreut. Doch entgegen der Annahme, nach dem Tod sei alles vorbei, sagt uns die Bibel etwas anderes. In Hebräer 9,27 heißt es: »Und so gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.« Jeder Mensch wird sich also nach seinem Tod vor dem lebendigen Gott verantworten müssen. Was dann passiert, hängt von der Entscheidung ab, die wir zu Lebzeiten getroffen haben. Haben wir Jesus Christus als unseren persönlichen Retter angenommen, leben wir nach dem Tod in seiner Herrlichkeit weiter. Haben wir ihn abgelehnt, erwartet uns nach dem Gericht die ewige Trennung von Gott.

    Unser Erdenleben ist, wie ein Blumenstrauß, nur von kurzer Dauer. Doch in dieser von Gott geschenkten Zeit haben wir die Möglichkeit, diese wichtige Entscheidung zu treffen und die Weiche selbst zu stellen.

    Jennifer Glaubitz

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    5 min
  • Tod-sicher?

    »Denkst du, heute wird´s regnen?« – »Todsicher!« »Todsicher« bedeutet »definitiv, ganz bestimmt, gewiss, absolut, fraglos, hundertpro, worauf du dich verlassen kannst!« Dieser Ausdruck ist nicht mehr steigerungsfähig. Denn es gibt nichts, das sicherer wäre als der Tod. Er kommt in jedem Fall für jeden! Man kann den Tod wegschieben, ihn ignorieren oder sich darüber lustig machen – doch er kommt unausweichlich. Wie geht man nun mit dem Tod um?

    Oft wirft man den Christen vor, mit dem Tod und dem, was danach kommt, zu drohen. Allerdings hat die Christenheit den Tod nicht erfunden. Es gab ihn schon vorher! Aber Christen haben die Lösung. Denn als Jesus Christus auf diese Erde gekommen ist, hat er bewiesen, dass er die Macht über den Tod hat.

    Die Begebenheit, aus der der Tagesvers stammt, belegt dies eindrücklich. Ein Mann, Lazarus, war bereits seit vier Tagen tot und begraben. Sein Tod war für alle unbestreitbar. Da tritt Jesus herzu und fordert die Trauernden auf, das Grab zu öffnen. Entsetzen! »Herr, er stinkt schon!« Der Tod hatte längst seinen Sieg davon getragen. Doch der Sohn Gottes ruft in das stille Grab hinein, und auf die Macht seines göttlichen Wortes humpelt eine in Leichentücher gewickelte Gestalt aus dem Grab heraus. Der Tote lebt! Jesus Christus nimmt dem Tod seine unerbittliche Macht. Der Tod ist nicht mehr sicher! Es gibt einen Stärkeren. Und der, der hier seine Macht demonstriert, sagt jedem Menschen zu, der an ihn glaubt: »Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, wenn er auch stirbt, und wer da lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben!« (Johannes 11,25-26).

    Unser irdisches Leben bleibt zwar seinem physischen Ende unterworfen, aber Jesus hat das Tor zu unvergänglichem Leben aufgestoßen.

    Markus Majonica

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    10 min
  • Man kann Gott nichts vormachen

    Als die Alliierten am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 Orte wie Auschwitz, Bergen-Belsen oder Buchenwald befreiten, stießen sie auf eine Hölle, die viele nie für möglich gehalten hatten. Soldaten, Kriegsberichterstatter und Mediziner, die als Erste die Lager betraten, sahen die schlimmsten Abgründe der Menschheit: fast verhungerte Überlebende, Leichenberge, die unfassbare Grausamkeit offenbarten.

    Besonders bekannt ist die Reaktion von Dwight D. Eisenhower, der nach der Befreiung von Ohrdruf zutiefst erschüttert war. Er befahl, die Gräuel zu dokumentieren, und zwang deutsche Zivilisten und Offiziere, die Lager zu besichtigen, um ihnen die grausame Realität ihres Regimes unmissverständlich vor Augen zu führen.

    So eine Situation erlebte auch der Prophet Hesekiel, als Gott ihm in einer Vision die tiefste Verderbnis seines Volkes offenbarte (Hesekiel 8) – einen Götzendienst, durchtränkt von ritueller Perversion, moralischem Verfall und schamloser Rebellion gegen den heiligen Gott. So ist es auch heute: Nach außen wird ein Stück weit der Schein gewahrt, aber im tiefsten Inneren des Herzens geschieht auf übelste Weise Abgötterei – mit schlimmen Folgen.

    Wie ermutigend ist es zu wissen, dass Jesus diese Abgründe bereits kennt, dass es nichts in unserem Leben gibt, das ihn abschrecken würde. Er kennt unsere dunkelsten Gedanken, unsere vernarbten Vergangenheiten, unsere geheimen Kammern des Götzendienstes, die niemand sieht. Jesus blickt täglich durch das Schlüsselloch unserer Seele und erschrickt nicht. Im Gegenteil, er bietet uns Vergebung und einen Neuanfang an. Timothy Keller sagte: »Das Evangelium lautet: Wir sind sündiger und fehlerhafter, als wir zu glauben wagten, und doch in Christus mehr geliebt und angenommen, als wir es je hofften.«

    Simon Pauls

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    5 min
  • Der Schaukelstuhl

    Corrie ten Boom, eine Christin, sagte den Satz: »Sorgen sind wie ein Schaukelstuhl: Sie halten uns in Bewegung, bringen uns aber kein Stück vorwärts.« Wie viel Wahrheit steckt doch in diesem Satz, oder? Ich persönlich muss mir genau in diesem Moment eingestehen, dass ich gerade in einem solchen Schaukelstuhl sitze. Da ist die Sache mit dem Hausumbau, die fehlende Zeit für die Kinder, die Probleme mit dem Auto, die Sorge um das Geld und diese vielen Termine. Wie soll das alles nur werden, wie kann ich jedem gerecht werden, und wie kann ich das alles nur schaffen?

    Häufig versuche ich, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, und nutze nicht das Angebot Gottes, das im Tagesvers steht. Wäre da nur nicht mein Stolz, der mir ab und an im Weg steht. Nun lege ich den Laptop zur Seite und bete. Das ist ein großes Privileg, dass ich Gott meine Sorgen bringen darf.

    Und was ist mit Ihnen? Vielleicht haben Sie Gott gar nicht in Ihr Leben einbezogen. Vielleicht sind Sie es gewohnt, mit allem selbst fertigwerden zu müssen. Das mag auch meistens gelingen. Aber auf keinen Fall dann, wenn es um Krankheit oder Tod geht. Dem sind wir hoffnungslos ausgeliefert. Spätestens dann wissen wir, dass wir jemanden brauchen, dass wir Gott brauchen. Die meisten Menschen neigen dazu, Gott nur in Nöten und schweren Phasen anzurufen, und in guten Zeiten vergessen sie ihn dann. Sie verpassen die Chance, ihn in guten Lebensphasen als Wegbegleiter und Helfer zu erleben. Gott ist unfassbar geduldig und gnädig mit uns Menschen, weil er immer bereit ist, uns anzunehmen – wenn wir im Gebet zu ihm kommen. Denn er ist interessiert an unserem Leben. Wenn Sorgen in Ihnen hochkommen, dürfen Sie diese auf ihn werfen – auch die Sorge vor Krankheit, Sterben und Tod.

    Gabriel Herbert

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    4 min

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»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das…

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