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Referent/innen: Charlotte Papke (Die Linke.SDS Leipzig, #unteilbar-Sachsen) Gabi Engelhardt (Aufstehen gegen Rassismus. Chemnitz) Stefan Bornost (Kokreis marx21) Julia Stefanius(Aufbruch Ost) David Albrich (Linkswende, Wien)
Dieses Jahr (2019) finden in Brandenburg, Thüringen und Sachsen Landtagswahlen statt. Die AfD hat dort ihre Hochburgen und strebt an, in Sachsen stärkste Kraft zu werden. Doch der Widerstand formiert sich. Es wird zahlreiche antirassistische Aktivitäten geben und eine Großdemo gegen Rechts in Dresden (24.8.). Auf dieser Abschlussreally des MARX IS' MUSS Kongress 2019 stimmen uns Aktivistinnen und Aktivisten auf die nächsten Schritte im gemeinsamen Kampf gegen Rechts ein.
Wenn wir von einer geistigen Behinderung sprechen, existiert eine bestimmte Vorstellung davon, was dieser Begriff beschreibt. Doch entspricht diese Vorstellung der Wahrheit oder basiert sie nicht vielmehr auf gesellschaftlichen Werten, Normen und Zuschreibungen, die daraus folgen? Der Vortrag von Lea Knoff (Die Linke.SDS Leipzig) geht von der Annahme aus, dass geistige Behinderung ein soziales Konstrukt ist und versucht zu ergründen, wie dieses im Kapitalismus entsteht. Außerdem stellt sie das Konzept der materialistischen Behindertenpädagogik vor.
mit: Lucia Schnell (DIE LINKE.Neukölln) Stefan Bornost (Kokreis marx21)
Die amerikanische Marxistin Lise Vogel gilt als Begründerin der Theorie der Sozialen Reproduktion. Ausgehend von Karl Marx Hauptwerk "Das Kapital" geht Vogel der Frage nach, wie Reproduktionsarbeiten zum Erhalt und zur Erneuerung menschlicher Arbeitskräfte in Verhältnis zu setzen sind zur produktiven und für das Kapital Mehrwert schaffenden Arbeit. Daraus ergibt sich nach vogel ein Spannungsfeld, welches auch eine materialistische Begründung für die Unterdrückung von Frauen im Kapitalismus liefert. Inwiefern die Bezugnahme auf Vogels Ansatz für den Marxismus bereichernd oder eher kritisch zu hinterfragen ist, wird hier debattiert.
mit Annika (Students for Future, Berlin), Lea Knoff (Die Linke.SDS Leipzig) und Lorenz Gösta Beutin (MdB DIE LINKE)
Woche für Woche gehen in ganz Deutschland Schüler/innen auf die Straße, um für eine andere Klimapolitik zu demonstrieren. Die Bewegung hat sich mittlerweile über die Schulen hinaus erweitert, "Parents for Future" - Gruppen und mit "Students for Future" an den Universitäten. Auf dem Podium berichten die Aktivistinnen über ihre Erfahrungen und die nächsten Schritte der Proteste. Ebenso geht es um die Frage nach geeigneten Forderungen, als auch Perspektiven wie der Druck der Bewegung steigen und Politik und Konzerne zum Umsteuern bringen kann.
Referenten: Michael Ferschke [DIE LINKE Berlin] und Rita Renken [Aktiv in DIE LINKE Berlin-Friedrichshagen]
In den 1950er und 1960er Jahren entfaltete sich eine mächtige Bewegung der Afroamerikaner für Gleichberechtigung in den USA. Sie entwickelte so viel Druck, dass die gesetzliche Rassentrennung in den Südstaaten beendet wurde. Die Bewegung erreichte auch die Städte im Norden der USA, wo sich die Wut über die soziale Benachteiligung in großen Getto-Revolten entlud. Als die Afroamerikaner grundsätzliche soziale Veränderungen einforderten, zerbrach das von Martin Luther King geschmiedete Bündnis mit dem liberalen Bürgertum. Malcolm X war der prominenteste Kritiker von Kings Kurs und wurde zur Bezugsfigur für den sich radikalisierenden Teil der Bewegung. Wir wollen die Positionen der beiden vorstellen und mit euch diskutieren, welche Lehren wir für den Kampf gegen Rassismus heute ziehen können.
Referenten: Dario Azzellini [Autor, Filmemacher, Politikwissenschaftler, Soziologe, Johannes Kepler Universität Linz] und Stefan Bornost [marx21 Koordinierungskreis]
Welche Alternativen von demokratischer Selbstorganisierung der Gesellschaft jenseits des Parlaments und des Kapitalismus können wir uns vorstellen? Ist das Modell einer selbstverwalteten Rätedemokratie dafür tauglich? In dieser Podiumsveranstaltung stellen Autor und Filmemacher Dario Azzelini und marx21-Koordinierungskreismitglied Stefan Bornost ihre Überlegungen hierzu vor.
Referentinnen: Martina Renner [MdB DIE LINKE, Mitglied im NSA-Untersuchungsausschuss] und Julia Meier [DIE LINKE. Freiburg]
Vor fast drei Jahren deckte Edward Snowden die anlasslose Überwachung großer Teile des weltweiten Datenverkehrs im Internet durch den US-amerikanischen Geheimdienst NSA auf. Wenig später wurde bekannt, dass der deutsche BND massiv daran beteiligt ist. Außerdem nutzen sowohl der BND als auch der Verfassungsschutz die Überwachungs- und Datenauswertungswerkzeuge der NSA. Politische Konsequenzen wurden aus diesem Skandal faktisch nicht gezogen. Die Bundesregierung bleibt bis heute Antworten auf zentrale Fragen schuldig. Zugleich fordern die beteilgten Geheimdienste mehr Geld, Personal und Kompetenzen. Warum haben moderne kapitalistische Staaten wie die USA oder die Bunderepublik ein Interesse daran ihre Bürger zu überwachen und was machen NSA und BND mit unseren Daten? Wie können wir uns wehren? Über diese Fragen und auch darüber, ob es im Kapitalismus überhaupt einen Staat ohne Überwachung geben kann, wollen wir mit euch diskutieren.
Referent: Andreas Kemper [Soziologe]
Bei den Landtagswahlen im März dieses Jahres konnte die AfD Erfolge feiern: sie zog mit zweistelligen Ergebnissen - in Sachsen-Anhalt sogar mit 24% - in die Landesparlamente ein. Diese Entwicklung markiert eine nachhaltige Rechtsverschiebung der Parteienlandschaft. Doch was ist die AfD für eine Partei? Gestartet als ein Zusammenschluss nationalkonservativer und wirtschaftsliberaler Akteure, geben heute rechte Hardliner wie Gauland und Höcke den Ton der Partei an. Die rassistischen Mobilisierungen von Pegida und Co. beflügelten den neofaschistischen Flügel, der seit dem Austritt des Lucke-Flügels mehr und mehr Einfluss gewinnt. In dieser Veranstaltung soll die Entwicklung der AfD nachgezeichnet und bewertet werden. Eine präzise Analyse der AfD und dessen Entwicklung ist die Grundlage für eine Strategiediskussion, wie wir diese Partei stoppen können.
Referent: Colin Barker [Bewegungsforscher, Herausgeber des Buches Marxism and Social Movements] (Auf Englisch)
„Wer aus der Unmündigkeit herausgeführt wird, kann auch wieder in sie hineingeführt werden“ so könnte die Position vieler linker Aktivisten zum Thema „Führung“ zusammgefasst werden. Nicht ohne Grund: Denn oft haben ja bürokritisierte Führungen, die sich von der Basis abschotteten in der Geschichte der Arbeiterbewegung großen Schaden angerichtet. Demgegenüber experimentieren Bewegungen wie Occupy mit Organisierungsansätzen, die behaupten ganz ohne Führung auskommen zu können. Colin Barker ist marxistischer Forscher zu sozialen Bewegungen. Er vertritt der These, dass es so verstandene Führungslosigkeit gar nicht gibt und stattdessen auf Führung ohne demokratische Rechenschaft hinausläuft. Trotz der schwierigen Herausforderung müsse die Linke stattdessen ein eigenes Konzept und eine eigene Praxis von demokratischer und emanzipatorischer Führung für Bewegungen und in Bewegungen entwickeln.
Referent: Joseph Daher [Syrischer Revolutionär und Blogger] (Auf Englisch)
Über 250.000 Menschenleben hat der Krieg in Syrien bislang gekostet, Millionen sind geflüchtet. Mittlerweile beteiligt sich auch die Bundeswehr an diesem Krieg, im Einsatz gegen den Islamischen Staat. Zugleich wurde ein Verhandlungsprozess angestoßen, der neben Groß- und Regionalmächten auch Assad und Vertreter der Aufständischen an einen Tisch bringt. Selbst unter denjenigen, die dem Regime kritisch gegenüberstehen, sehen viele keine Alternative hierzu. Nur so könne der Krieg beendet werden. Joseph Daher ist revolutionärer Sozialist aus Syrien. Er meint: Assad und IS sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Medaille, und die westlichen Interventionen Teil des Problems und nicht der Lösung. Er erklärt, wie eine Perspektive für Frieden in Syrien aussehen könnte.
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