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  • Sozial-ökologische Bewegungen im Spannungsfeld von Staat und Demokratie
    Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des mosaik Podcast. Die heutige Ausgabe ist Teil der Kooperation zwischen mosaik und der Zeitschrift PROKLA, in deren Rahmen wir bereits  zwei Folgen veröffentlicht haben. Zum einen das Interview mit Dorothea Schmidt über die Geschichte und Entwicklung der PROKLA, zum anderen das Gespräch mit Tine Haubner und Jakob Graf über über das Heft „Surplus Society – ‚Überflüssige‘ im Gegenwartskapitalismus“, das die beiden mitherausgegeben haben.
    Nun ist eine neue Ausgabe der PROKLA erschienen. Aus diesem Grund habe ich Anfang Juli Ruben Kaiser und Markus Wissen getroffen, die an der Herausgabe des Hefts mitgewirkt haben. Die inhaltliche Klammer des Hefts bildet das Thema „Sozial-ökologische Bewegungen im Spannungsfeld von Staat und Demokratie“. Worum geht es also?
    Die sozial-ökologische Krise spitzt sich zu. Der Klimawandel und die Zerstörung ökologischer Lebensgrundlagen schreiten ungebrochen voran. Obwohl es in dieser Situation dringender denn je gesellschaftliche Kräfte bräuchte, die die Krise wirksam politisieren, befinden sich sozial-ökologische Bewegungen selbst in einer Krise.
    Die gegenwärtige Phase ist sowohl durch Repression und politische Rückschläge gekennzeichnet als auch durch eine notwendige strategische Neuausrichtung. In der Auseinandersetzung mit Staat und Demokratie können sozial-ökologische Bewegungen neue politische Horizonte eröffnen – vorausgesetzt, sie begreifen ihre Kämpfe nicht nur als ökologische oder moralische, sondern als zutiefst politische und soziale.
    50 min
  • Die politische Ökonomie der „Überflüssigen“
    Ein Mitschnitt der Jour Fixe-Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ vom 9. Juli 2025.
    Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des mosaik Podcast. In unserem Podcast senden wir bereits seit mehreren Jahren Mitschnitte der jour Fixe Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“, die einmal im Monat als online Format stattfindet. Im Zuge dessen stellen unterschiedliche kritische Wissenschaftler:innen aktuelle Bücher oder Texte zu verschiedenen gesellschaftspolitischen Themen vor, die ihr dann hier im mosaik Podcast nachhören könnt. In der heutigen Folge hört ihr Jakob Graf, der sein Buch "Die politische Ökonomie der „Überflüssigen“. Sozialäkologische Konflikte und die Kämpfe der Mapuche gegen die Forstindustrie in Chile" vorstellt. Jakob ist Soziologe und arbeite derzeit an der Universität Augsburg.
    In seinem Open-Access-Buch wirft er die Frage auf, wie sozialökologische Konflikte am Rande der Weltwirtschaft soziologisch verstanden werden können. Dabei zeigt er, dass gerade in durch Rohstoffausbeutung gekennzeichneten Ländern des Globalen Südens große Teile der Erwerbstätigen nicht mittels Lohnarbeit in den globalen Kapitalismus integriert werden. Aus Sicht der kapitalistischen Weltwirtschaft sind große Teile der weltweiten Armen vielmehr „überflüssig“. In seinem Buch zeigt er, dass diese Menschen allerdings nicht einfach „arbeitslos“, sondern vielfach wirtschaftlich aktiv sind; sie tragen in entscheidendem Maße zum Überleben der Menschen in ärmeren Ländern bei. Wie aus dem Widerspruch zwischen diesen lokalen „bedarfsökonomischen“ Aktivitäten und der kapitalistischen Wirtschaft sozialökologische Konflikte entstehen, verdeutlicht Jakob am Beispiel der indigenen Mapuche im Süden Chiles. Diese setzen sich gegen die Expansion der industriellen Forstwirtschaft zur Wehr, die für die Weltmärkte in riesigen Forstplantagen Zellstoff produziert. Als historisch "Enteignete" kämpfen die Mapuche für die Wiederaneignung ihres Landes und ihrer Ressourcen.
    Foto: Simone Dinoia
    35 min
  • Geschlecht, Sexualität und Politik: Aspekte queer_feministischer Politikverständnisse
    Ein Mitschnitt der Jour Fixe-Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ vom 18. Juni 2025.
    Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des mosaik Podcast, in der ihr einen Mitschnitt der jour Fixe Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ hört. In unserem Podcast senden wir bereits seit mehreren Jahren Beiträge aus dieser Reihe, die einmal im Monat als online Format stattfindet. Im Zuge dessen stellen verschiedene Forscher*innen aktuelle Bücher oder Texte zu unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Themen vor, die es dann im mosaik Podcast zum Nachhören gibt. In der heutigen Folge spricht Inga Nüthen von der Universität Kassel über das Buch „Geschlecht, Sexualität und Politik: Aspekte queer_feministischer Politikverständnisse“, das 2023 erschienen ist.
    Gegenstand des Buches ist die Frage danach, was Geschlecht und Sexualität mit Politik zu tun haben und welche Antworten queer_feministische Ansätze dahingehend liefern können. Das Buch enthält eine Art Kartographie westlicher queer_feministischer Beiträge zum Politikbegriff aus Theorie und Bewegung. Die Autorin identifiziert dabei mehrere Aspekte als Bündelungspunkte für die Begriffsbestimmung, unter anderem die Identifizierung von Politik mit Macht und die Ausrichtung auf Allianzen. Anhand dieser Aspekte erarbeitet Inga Nüthen Vorschläge für einen geschlechter- und sexualitätsanalytischen Zugriff auf Politik.
    Titelbild: Inga Nüthen
    27 min
  • Postfossiler Extraktivismus? Die Vervielfältigung sozial-ökologischer Konflikte durch Dekarbonisierung
    Ein Mitschnitt der Jour Fixe-Reihe "Kritische Gesellschaftsforschung" vom 14. Mai
    Die Politiken, die derzeit die Dekarbonisierung vorantreiben, d.h. zur Abkehr von fossilen Brennstoffen und zum Umstieg auf erneuerbare Energien beitragen, erzeugen zusätzliche Bedarfe an unterschiedlichsten Rohstoffen (etwa Lithium, Kupfer, seltene Erden, Biomasse) und benötigen perspektivisch sehr viel Energie. Da Energie überwiegend oder ausschließlich auf Grundlage erneuerbarer Energieträger erzeugt werden soll, die allesamt eine viel geringere Energiedichte haben als Kohle und Öl, geht damit ein immenser Landbedarf und eine Zunahme der Nutzungskonflikte einher. Um die durch Dekarbonisierungsprozesse bedingte Zunahme sozial-ökologischer  (Transformations-)Konflikte, wie sie im Globalen Süden zum Tragen kommen,  zu verstehen, bietet sich das Konzept des »postfossilen Extraktivismus« an.
    Zu diesem Thema hört ihr in der heutigen Folge des mosaik Podcast einen Beitrag von Anne Tittor, die als Soziologin an der Universität Jena arbeitet. Im Rahmen der Jour Fixe-Reihe „Kritische Gesellschaftsforschung“ hat sie ihren Beitrag „Postfossiler Extraktivismus? Die Vervielfältigung sozial-ökologischer Konflikte im Globalen Süden durch Dekarbonisierung“ vorgestellt, der vor einiger Zeit in der Zeitschrift PROKLA erschienen ist. Zu Beginn spricht Nikolai Huke, der wie immer die Veranstaltung moderiert hat.
    Foto: Priamo Mendez
    27 min
  • Surplus Society – „Überflüssige“ im Gegenwartskapitalismus
    Herzlich willkommen zu einer neuen Asugabe des mosaik Podcast. Wie in der letzten Folge angkündigt, geht es diesmal mit der Kooperation zwischen dem mosaik Podcast und der Zeitschrift PROKLA weiter. Während ihr vorherige Woche das Gespräch mit Dorothea Schmidt gehört habt, die uns Einblicke in die Geschichte und Entwicklung der Zeitschrift PROKLA gegeben hat, dreht sich die heutige Folge um das aktuelle Heft, das den Titel Surplus Society - „Überflüssige“ im Gegenwartskapitalismus trägt. Hierüber habe ich mit Tine Haubner und Jakob Graf, die das Heft mitherausgegeben haben, gesprochen.
    Tine Haubner ist Soziologin an der Universität Bielefeld, sie ist Autorin zahlreicher Bücher, in denen sie sich mit der Soziologie von sozialer Reproduktion, Care-Arbeit, Armut und sozialer Ungleichheit auseinandersetzt. Von ihr ist unter anderem das Buch „Ausbeutung der sorgenden Gemeinschaft. Laienpflege in Deutschland“ erschienen. Jakob Graf arbeitet ebenso als Soziologe an der Universität Augsburg. Zu seinen Schwerpunkten zählen Politische Ökonomie und Ökologie, globale soziale Ungleichheit und Extraktivismus. 2024 ist von ihm das Buch „Die politische Ökonomie der „Überflüssigen“: sozial-ökologische Konflikte und die Kämpfe der Mapuche gegen die Forstindustrie in Chile“ erschienen. Tine und Jakob haben Einblicke in die Inhalte des Heftes gegeben und dabei erklärt, welche analytischen aber auch politischen Perspektiven sich eigentlich hinter dem auf den ersten Blick doch etwas sperrigen Begriff der „Surplus Society“ verbergen.
    55 min
  • PROKLA: Geschichte und Entwicklung einer linken, sozialwissenschaftlichen Zeitschrift
    Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des mosaik Podcast. In der heutigen Folge hört  ihr ein Interview mit Dorothea Schmidt, Redaktionsmitglied bei der Zeitschrift PROKLA. Das Gespräch bildet den Auftakt für die Kooperation des mosaik Podcast mit der Zeitschrift PROKLA. In diesem Zusammenhang werden wir in den kommenden Folgen regelmäßig die aktuellen Ausgaben vorstellen. Los geht es mit dem Heft, „Surplus Society – »Überflüssige« im Gegenwartskapitalismus“, über das ich mit Jakob Graf und Tine Haubner, die das Heft mit herausgegeben haben, gesprochen habe.
    Doch bevor wir jedoch mit der ersten Ausgabe zu diesem Heft starten, werdet ihr in der heutigen Ausgabe mehr über die Zeitschrift PROKLA erfahren. Hierzu habe ich Dorothea Schmidt getroffen, die seit Ende der 1990er Jahre als Redakteurin bei der PROKLA tätig ist. Mit ihr habe ich über die Entstehungsgeschichte, die Entwicklung und inhaltlichen Schwerpunkte der Zeitschrift gesprochen, die mittlerweile seit über fünfzig Jahren existiert.
    19 min
  • Ausbeutung auf Bestellung
    Ein Mitschnitt der Lesung mit Johannes Greß vom 4. April 2025.
    In Österreich arbeiten ungarische Paketzusteller bis zu 17 Stunden täglich und syrische Essenslieferanten für sechs Euro pro Stunde. In den vergangenen Jahren starben in Österreichs Wäldern mehr als ein Dutzend rumänische Forstarbeiter. Indische Reinigungskräfte beklagen sexuelle Übergriffe, während sie ohne Papiere die Wohnungen von Diplomat*innen und Professor*innen putzen. Die Betroffenen eint, dass sie für das Funktionieren der österreichischen Gesellschaft unverzichtbar sind – und dafür Unmenschliches erfahren. Sie haben keine Lobby, ihre Stimmen sind marginalisiert.
    Johannes Greß, Autor des Buches „Ausbeutung auf Bestellung“, hat mit dutzenden Betroffenen in den vergangenen Jahren gesprochen und dabei nachgezeichnet, wie Unternehmen in Österreich mit der Ausbeutung von Migrant*innen Profit machen – und wir alle dafür bezahlen. Um daran etwas zu ändern, müssen sich Gewerkschaften neu organisieren und politische Organisationsformen jenseits von Betriebsräten und Kollektivverträgen gefunden werden.
    Johannes Greß arbeitet als freier Journalist in Wien und recherchiert seit vielen Jahren zu prekären Arbeitsbedingungen und Migration. Sein Buch „Ausbeutung auf Bestellung“ wurde unlängst mit dem „Bruno Kreisky Preis für das politische Buch 2024“ ausgezeichnet. Am 4. April hat er sein Buch an der Universität Hamburg vorgestellt. Den Mitschnitt dieser Lesung hört ihr hier im mosaik Podcast.
    Foto: Markus Zahradnik
    1 hr 1 min
  • Multisystemisch erkrankt, systematisch abgeschrieben: Die Marginalisierung von ME/CFS-Betroffenen in Österreich
    ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue Syndrom) ist eine schwere körperliche Multisystemerkrankung. Ihr Auslöser sind nicht nur, aber vor allem bakterielle oder virale Infekte, wie etwa Covid-19 oder eine Influenza. Das Hauptsymptom, mit dem sich ME/CFS sich von anderen Krankheiten mit Fatigue abgrenzt, ist die „Post Excertional Malaise“, kurz PEM. PEM ist eine Belastungsintoleranz, die eine Zustandsverschlechterung von vielen Symptomen gleichzeitig bereits nach geringer körperlicher oder kognitiver Belastung verursacht. Diese Verschlechterung tritt meist etwas zeitverzögert auf und kann beliebig lang anhalten, auch eine permanente Verschlechterung ist möglich.
    Die Liste der weiteren Symptome ist lang und enthält unter anderem Schlafstörungen, Kreislaufregulationsstörungen, dauerhaft grippeähnliche Symptome oder Gelenkschmerzen. Die Symptome variieren von Patient*in und Patient*in, gemein haben sie eine hohe Krankheitslast: 60 Prozent der Personen mit ME/CFS sind nicht arbeitsfähig, 25 Prozent sind ans Haus oder Bett gebunden, viele davon pflegebedürftig. 
    mosaik hat sich mit Sandra und Dini getroffen, die beide nach einer Corona-Erkrankung an ME/CFS erkrankt sind, woraufhin sich ihr Leben schlagartig änderte. Im Gespräch, das wir aufgrund der damit verbundenen Anstrengung in mehrere Etappen aufgeteilt haben, berichten sie davon, wie das neoliberale Gesundheits- und Sozialsystem Österreichs sie in den letzten Jahren nicht nur ignoriert, sondern aktiv abweist, aber auch davon, wie Betroffene sich solidarisch zusammenschließen. 
    Ein Nachtrag: Kurze Zeit nach unserer Aufnahme hat das Nationale Referenzzentrum für postvirale Syndrome neue Schätzungen für Betroffenenzahlen in Österreich herausgegeben. Stand jetzt geht man von einer Gesamtzahl von 73.586  ME/CFS-Erkrankten hierzulande aus, was 0,8 Prozent der Bevölkerung entspricht. 
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    Foto: Lea Aring / Deutsche Gesellschaft für ME/CFS
    1 hr
  • Gemeinsam kämpfen im Sozialbereich
    „Es ist ein Gerücht, dass man im Sozialbereich nicht streiken kann!“ sagt Selma Schacht, die als Betriebsrätin den Arbeitskampf der Wiener Freizeitpädagog*innen mitorganisiert. Aber wie lässt sich Widerstand im Bildungsbereich, in der Pflege, im Gesundheitswesen und in der Betreuung konkret organisieren? Und welche Rolle sollte eine kommunistische Partei dabei spielen? Diese Fragen diskutierten kürzlich Angestellte aus verschiedenen Bereichen auf Einladung der KPÖ in der Zentrale der Partei in der Drechslergasse.
    Neben Selma Schacht saßen der diplomierte Pfleger Wolfgang Zauner, der Betriebsrat Michael Gehmacher und der Betreuer Alexander Pospisil auf dem Podium, das von der KPÖ-Spitzenkandidatin für den Wiener Gemeinderat, Barbara Urbanic moderiert wurde. Wir veröffentlichen hier einen Mitschnitt der Veranstaltung.
    Foto: privat
    1 hr 8 min
  • Stoffwechselpolitik: Arbeit, Natur und die Zukunft des Planeten
    Ein Mitschnitt der digitalen Jour fixe-Reihe der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung (AkG) vom 09. April 2025.
    Wenn wir die ökologische Krise verstehen wollen, müssen wir die Arbeitswelt verstehen. Denn es ist die Arbeit, durch die Gesellschaften ihren Stoffwechsel mit der Natur vollziehen. Arbeitspolitik ist daher stets auch Umweltpolitik oder wie Simon Schaupp betont: Stoffwechselpolitik. Dabei spielt die Natur selbst eine aktive Rolle: Je weiter ihre Nutzbarmachung vorangetrieben wird, desto drastischer wirkt sie auf dieArbeitswelt zurück.Wie produktiv diese Perspektive ist, zeigt Simon Schaupp in seinem gleichnamigen Buch „Stoffwechselpolitik“ an zahlreichen historischen Beispiele. Doch soll die Erderwärmung zumindest verlangsamt werden, dann, so Schaupp, setzt dies eine Transformation der Arbeitswelt voraus: Wir müssen die Logik der expansiven Nutzbarmachung überwinden und die Autonomie der Natur ernst nehmen.
    In der heutigen Folge des mosaik Podcast hört ihr Simon Schaupp, der sein Buch im Rahmen der digitalen Jour fixe-Reihe der AkG vorgestellt hat. Im mosaik-Pocast senden wir einmal im Monat einen Mitschnitt dieser Reihe, solltet ihr also bisherige Folgen verpasst haben, könnt ihr diese natürlich nachhören.
    Foto: AkG
    29 min

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