In dieser Episode von Retina View werfen wir einen genaueren Blick auf das Register „oregis“ der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft – ein zukunftsweisendes Projekt, das die Versorgungsrealität in der Augenheilkunde erstmals umfassend und sektorenübergreifendabbilden soll.
Wir beleuchten, was oregis ist, wie es sich von bestehenden Registern unterscheidet und warum es als erstes krankheitsübergreifendes Real-World-Datenregister in Deutschland eine besondere Rolle einnimmt. Währendklassische Register meist auf einzelne Erkrankungen fokussiert sind, verfolgt oregis einen offenen Ansatz: Es sammelt anonymisierte Daten aus Klinik und Praxis in Echtzeit – mit dem Ziel, ein realistisches Bild der Versorgung zu schaffen.
Doch wie werden diese Daten heute schon genutzt, und wo liegen aktuell noch Grenzen?
Die Episode zeigt, inwiefern oregis bereits zur Versorgungsforschung beiträgt, warum es bislang nur eingeschränkt für die gezielte Rekrutierung klinischer Studien geeignet ist und welche Weiterentwicklungen – etwa in Form von Subregistern oder erweiterten Datenmodellen – denkbar sind.
Auch der Blick nach vorn spielt eine zentrale Rolle:
Welche Ziele verfolgt oregis langfristig? Wie groß muss dieDatenbasis werden, um belastbare Aussagen zu ermöglichen? Und welche Impulse könnte ein zukünftiges Registergesetz liefern?
Ein besonderer Fokus liegt auf der Perspektive der Patienten:
Welche Möglichkeiten gibt es, Einfluss zu nehmen? Und warum kann es entscheidend sein, das eigene Behandlungszentrum aktiv auf die Teilnahme an oregis anzusprechen?
Denn klar ist: Ohne Daten keine Forschung – und ohne Forschung kein Fortschritt in der Versorgung.
Call to Action:
Sprechen Sie Ihr behandelndes Zentrum oder Ihren Augenarzt aktiv auf oregis an und fragen Sie nach einer Teilnahme. Auch wenn Patienten nur begrenzten direkten Einfluss auf Forschung haben, besteht hier eine konkrete Möglichkeit, die Weiterentwicklung der Augenheilkunde zu unterstützen. Je mehr Einrichtungen und Daten eingebunden sind, desto größer ist der Nutzen für die Versorgung von morgen.
Die Pilotphase des Registers ist abgeschlossen und mit aktuellüber 2,5 Millionen erfassten Patienten hat oregis bereits einen wichtigen Meilenstein erreicht. Gleichzeitig steht das Projekt an einem entscheidenden Punkt: Ziel ist es, möglichst viele Praxen und Kliniken anzuschließen, um die Datenbasis weiter zu verbreitern und die Aussagekraft der Analysen zu stärken. Erste Forschungsanfragen und wissenschaftliche Publikationen zeigen bereits heute, dass oregis aktiv zur Versorgungsforschung beiträgt.
Unsere Gesprächspartner:
Prof. Dr. Nicole Eter, Direktorin der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Münster, Präsidentin von EURETINA und eine der zentralen Persönlichkeiten beim Aufbau von oregis. Die frühere DOG-Präsidentin ist in zahlreichen wissenschaftlichen Gremien aktiv und hat mehr als 300 Fachpublikationenveröffentlicht.
Dr. Dipl.-Kfm. Philip Gass ist seit 2003 Geschäftsführer der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und verantwortet die organisatorischen Belange der Fachgesellschaft. Die DOG ist die älteste augenärztliche Fachgesellschaft der Welt und fördert Forschung, Lehre sowie Weiterbildung in der Augenheilkunde.
Mit dieser Episode unterstreicht Retina View seinen Anspruch,Forschung verständlich zu machen, Impulse zu setzen und den Dialog zwischenMedizin, Wissenschaft und Betroffenen aktiv zu fördern.
Retina plus e.V. informiert unabhängig und patientenorientiertüber neue Forschungsansätze und begleitet diese. Mehr Details unter https://oregis.de/
Mehr Informationen zu unserer Arbeit unter www.retinaplus.de
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