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Da die Zeiten von Karteikarten in Büros und auf Ämtern zum Glück leider vorbei sind, braucht es nun andere Wege, um Personen zu identifizieren. Doch nicht nur störende Kundschaft will wiedererkannt werden...
ShownotesWir haben einiges an Feedback bekommen, siehe Ende der Shownotes. Zuerst zum eigentlichen Thema:Identifier (ID): eindeutiges Kennzeichen zur Unterscheidung gleichartiger Objekte oder Individuen
Identifier für Menschen: Falsehoods Programmers Believe About Names
auch bei Objekten oder Datenstrukturen eine gute Option: fortlaufende Nummern
Universally Unique Identifier (UUID) gemäß RFC 4122
Content-Addressed Storage (CAS): Bezeichnung eines Datenstroms durch seine kryptografische Prüfsumme (siehe STP004)
zur Bezeichnung von Software-Versionen: Versionsnummern
Till schreibt:
Hallo Xyrill,
dies bezieht sich auf Schlüsseltechnologie #49 bzw auf die darin erwähnten Farb-Begriffe.
Rot vs blau kommt ursprünglich vom Militär, ich selbst kenn es von den Pfadfindern, damals bei Sommerlagern und/oder Geländespielen. Um ein bisschen Spannung in das Lagerleben zu kriegen (wovon es unter 200 pubertierenden Jünglingen offenbar nicht genug gab), wurden wir in zwei Unterlager aufgeteilt, die in Wettbewerb gingen. Am letzten Abend wurden die Sieger nach Punkten verkündet, hurra. Bei Geländespielen wurde oft eine Burg definiert, gehalten von Blau und attackiert von Rot. Hier die Ursprünge: $LINK
Xyrill ersetzt hiermit den bereitgestellten Link auf einen Personalagentur-Blog durch den ausführlicheren Wikipedia-Artikel.
Die schwarzen und weißen Hüte kommen aus der Urform des Westernfilms, in der die guten Jungs immer weiße Hüte trugen und die Schurken schwarze. Zuletzt sehr pointiert in der ersten Staffel von "Westworld", die ich außerordentlich stark empfehlen möchte. (Steht bei euch popkulturell ignoranten Cyberspezls immer im Schatten von "Black Mirror".) https://en.wikipedia.org/wiki/Black_and_white_hat_symbolism_in_film
re: Wurm - Wiki sagt, die Bezeichnung gehe zurück auf einen SF-Roman
Schlapphüte (Farbe des Huts zweitrangig) sind geheimdienstlich aktive Personen. Vorkommen: ausschließlich in journalistisch schlampigen Kontexten. Das ist eine dieser Dummphrasen für alle Schreiber, die in Deutsch gelernt haben, dass man sich schöne Synonyme ausdenken soll, damit der Text eleganter wird. Wird er nicht, im Gegenteil fettet er zu, aber das ist wie nem Ochs ins Horn gepetzt. https://de.wikipedia.org/wiki/Schlapphut#Sonstiges
Wo wir grade dabei sind, off-topic mein Lieblings-Hassobjekt: "soziale Medien". Nichts an diesen Plattformen ist sozial, Medien sind sie auch nicht, sondern deren Inhalt. Wie meistens bei Übersetzungen im Cyberbereich war die erstübersetzende Person des Englischen nicht mächtig und hat uns für immer mit einem False Friend gestraft. Das originale "social media" hat zwar ein ebenfalls dubioses Medium, aber der Begriff "social" bedeutet in diesem Fall "gesellig": Let's go socialising! (dt. "Gehn wir einen saufen"). Entsprechend sind die sozialen Medien in Wirklichkeit Geselligkeitsplattformen. Nörgel nörgel.
Warum die doofen Trojaner sich ein Hottepferdchen voll waffenstarrender Griechen in die Stadt holten, schildert Stephen Fry in seiner sehr lesenswerten Ilias-Nacherzählung "Troy": Erstens war das Pferd ein exquisites Stück Handwerkskunst, zweitens war es überzogen mit Gold und Silber und Edelsteinen, drittens stand es unter dem Schutz einer mächtigen Göttin, Stichwort Laokoon, vor allem aber ergänzten diese verschlagenen Griechen das Pferd mit einem False-Flag-Helfershelfer, der alle Zweifel (und Cassandras Verzweiflungsschreie) beiseite wischte. Die Operation wäre einer Leningrader Trollfabrik würdig.
Stuxnet: https://darknetdiaries.com/episode/29/
Wenn wir schon Podcasts zu Stuxnet verlinken, erhöht Xyrill um ein Alternativlos und möchte sehen.
Klaus schlägt per Mail einen anderen Namen für Matrix/Mastodon-Server vor:
Hallo Xyrill!
Wie wär's mit 'Meldestelle' oder 'Anmeldedienst' oder etwas in der Art.
Wenn man irgendwo neu hinzieht, muss man sich doch auch registrieren.
Das ist hier nicht anders, schließlich ist man neu auf den entsprechenden Diensten.
Gibt ja jede Menge Meldestellen in Deutschland, so auch im Fediverse, nur dass im Fediverse nicht vorgeschrieben wird, welche man zu nehmen hat.
In der Regel interagiert man ja auch nicht notwendigerweise mit den Leuten, die sich bei der gleichen Meldestelle angemeldet habe.
Grüße aus Belgien!
Jan schreibt:
Hallo Xyrill und ttimeless,
da ihr in der letzten Folge zu ActivityPub wiederholt nach Feedback gefragt habt, gebe ich doch auch gerne meinen Senf dazu!
Ich denke das Wort, das Xyrill bei 00:14:53 sucht ist Galionsfigur. Wikipedia nennt im Deutschen Artikel von Figurehead auch "Frühstücksdirektor".
Das war eigentlich schon alles was ich schreiben wollte. Ich danke euch vielmals für diesen tollen Podcast und freue mich alle
Xyrill merkt hierzu an, dass er nicht mehr wirklich GPG verwendet und das Entschlüsseln dieser Mail ein Abenteuer war.
Xyrill hat eine Mail bekommen:
Hallo Herr Majewsky,
Das sieht schon nicht gut aus.
ich möchte Ihnen gerne einen spannenden Gast für Ihren Podcast vorschlagen
Haben wir ja grundsätzlich nichts dagegen. Ladet Euch bitte ein, wenn Ihr ein Thema mitbringen möchtet, zu dem Ihr was sagen könnt.
Mit freundlichen Grüßen,
Communications Executive
Aber wenn Ihr Eure PR-Agentur vorschickt, dann gehe ich davon aus, dass es sich hier um Native Advertising handelt. Nicht nur mag ich das nicht, sondern vielleicht denkt dann das Finanzamt noch, dass hier Gewinnabsicht bestünde.
Wieder einmal ein von langer Hand vorbereitetes Thema. Hier kulminiert der Inhalt der beiden vorangegangenen Folgen zu einem Blick in den Maschinenraum von z.B. Mastodon. Außerdem sprechen wir ein weiteres Mal über unseren persönlichen Blick und Umgang mit diesem Thema.
ShownotesKlaus schreibt per Mail:Hallo timeless und Xyrill,
bin Anfang des Jahres irgendwo auf euren Podcast gestoßen und dort eingestiegen, wo ihr damals gerade wart, Folge 49 Schadcode und dann die weiteren.
Diese haben mir so gut gefallen, dass ich alle Folgen mit Antennapod abgeholt habe und dabei bin euren Podcast von hinten aufzurollen.
Großes Kompliment an Euch! Phantastische Serie! Freue mich auf jede neue und für mich neue-alte Folge.
Bin zwar vom Fach, aber lerne immer was Neues oder andere Blickwinkel kennen. HERRLICH!
Eine kleine Bemerkung von mir zu den Folgen 13 und 14, Textkodierung und Textdarstellung.
Ich bevorzuge so wie Xyrill auch die Verwendung von kombinierenden diakritischen Zeichen.
Die meisten der für mich nützlichen davon (u.a. für DE, FR, NL, CN-Pinyin) beginnen an der Hex-Adresse U+0300 ff.
Leicht zu merken und praktisch, wenn man ständig mit anderen Tastaturbelegungen zu tun hat.
Worauf ich aber hinaus möchte, ist folgendes:
Diese diakritischen Zeichen werden sowohl am Schirm als auch im Druck gleich dargestellt, obwohl ihnen andere Byte-Folgen zugrunde liegen. Hat Xyrill alles beschrieben. Hab ja zugehört. Für Textprogramme, etc. ist das kein Problem, in Datenbanken aber schon.
Es macht dann leider doch einen gravierenden Unterschied, ob diakritische Zeichen wie en "ä" aus U+00E4 oder aus der Kombination von U+0061 + U+0308 entstehen.
Ich empfehle daher immer in Datenbanken Strings so zu standardisieren, dass nur die Version mit 1 Codepunkt verwendet wird, so wie eben Muttersprachler diesen Text auf ihrer sprachspezifischen Tastatur eingeben würden.
Viele Grüße aus Belgien!
Klaus
Nun zum eigentlichen Thema:
Ausgangssituation
Einfluss: REST (Representational State Transfer)
Einfluss: E-Mail
ActivityPub: Inbox und Outbox wie bei E-Mail, aber bidirektional
Beobachtung bzw. Rückbezug zu STP056: föderierte Netzwerke haben einen starken Drang zur (Re-)Zentralisierung
Vergleich mit dem AT-Protokoll von BlueSky
im Gespräch erwähnt: Entwurf einer Änderung der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien (GGO) zur Umsetzung der Vorhaben "Exekutiver Fußabdruck" und "Synopse"
In dieser Episode werden die Kerntatsachen zum Sachverhalt der Zentralisierung in geradezu essayistischer Form herausgearbeitet und dargestellt, um der Hörerin eine Urteilsbildung zu ermöglichen. Hierbei wird ein eigener Standpunkt zur Fragestellung gefunden und argumentativ abgeleitet.
ShownotesRFC (Request for Comments): eine Publikationsreihe für zumeist technische Spezifikationen, aber auch Essays betreffend die Fortentwicklung der Internet-Infrastruktur
Kernbegriff: "Zentralisierung [im Sinne dieses Dokumentes] ist eine Sachlage, bei der eine einzelne Entität oder eine kleine Gruppe eine Funktion des Internets überwachen, abfangen, kontrollieren oder aus ihrem Betrieb oder ihrer Benutzung Pacht ziehen kann."
mögliche negative Konsequenzen von Zentralisierung
mögliche positive Konsequenzen von Zentralisierung
Ansätze zur aktiven Dezentralisierung
Was können Autorinnen von Internet-Standards tun, um Zentralisierung vorzubeugen und Dezentralisierung zu fördern?
Xyrills Abendgedanken: (De-)Zentralisierung ist, so wie fast alle Fragen aus dem Feld der Netzpolitik, nicht eine rein technische Frage und erfordert neben technischen auch soziale und gesetzliche Lösungen
"Together we stand, divided we fall." Deshalb geht es heute darum, wie Prozesse zur Zusmmenarbeit gebracht werden, oder auch, wie das gelegentlich schief geht. Zum Schluss haben wir wieder eine leicht schwermütige Unterhaltung darüber, warum die Dinge sind, wie sie sind. In diesem Sinne: "Let's work together..."
Shownoteshistorischer Einstieg: initial nur einzelne monolithische Programme
Schnittstellen auf der großen Ebene (zwischen Prozessen): Kommunikationsprotokolle und Datenformate
Schnittstellen auf der kleinen Ebene (innerhalb eines Prozesses): API (Application Programming Interface) und ABI (Application Binary Interface)
Interoperabilität mit der Brechstange: Reverse Engineering
Interoperabilität mit etwas sanfterem Hebel: Emulation
siehe auch: Berufsbezeichnung Systemintegrator
Nach unserem kleinen Ausflug in fremdes Fach kehren wir heute zurück zu TLS. Dabei soll es diesmal mehr um einen Blick aufs Ganze gehen – und um die Identität der Entität.
ShownotesFeedback per Mail:Bei ca. 8 Minuten sagst du, das ein 64-Bit-Prozessor eine Adressbreite von 64 Bit hat, 32 Bit etc. analog. Das stimmt so nicht. Die Zahl gibt die Datenbreite an, nicht die Adressbreite (und damit auch die Registerbreite). Ein aktueller 64 Bit amd64 Prozessor kann max. 48 Bit adressieren (siehe /proc/cpuinfo, bzw. die Länge deiner Adressen in der maps Ausgabe). Der 286er konnte 20 bit Adressbreite, obwohl es ein 16-Bit-Prozessor war – Ich weiss nicht, ob du die Rumfummelei mit den Segmentregistern noch machen musstest. ;) Bei den 32-Bit-Prozessoren hat es übereingestimmt.
Ca 14 Minuten: Das Programm muss nicht komplett im Speicher liegen, sondern nur Teil, der abgearbeitet wird. Heute eventuell unüblich, aber früher war es durchaus so, das Programmteile während der Ausführung nachgeladen wurden und dann andere, gerade nicht benutzte Programmteile ersetzt haben.
Bei den 8-Bit-Spielekonsolen teilweise mit per Software umschaltbaren Speicherseiten des Game-ROMs, als z.B. das von einem 64k-ROM immer nur 16k-Blöcke für den Prozessor sichtbar waren (und die gleichen Adressen benutzt haben) und per IO-Befehl die Speicherseiten vom Programm gewechselt werden konnten, da ansonsten der Adressraum nicht ausgereicht hätte.
Stack: Soweit ich weiss, ist der Stack nicht wirklich hart beschränkt, sondern nur über das eingestellte ulimit. Bis zu diesem (änderbarem) Limit wird der dynamisch zur Laufzeit verwaltet und ggf. vergrößert.
Xyrill nimmt die Ausführungen wohlwollend zur Kenntnis, sieht sich jedoch nicht gezwungen, seine Position zu revidieren. Nun zum eigentlichen Thema:
Wo kriegt man Zertifikate her?
CA/Browser Forum
eine sehr bekannte Root-CA: ISRG (Internet Security Research Group) unter dem Markennamen Let's Encrypt
Was tun nach einem IT-Angriff, wenn ein Server-Zertifikat kompromittiert wurde?
Angriffe auf TLS
Diesmal hat Xyrill kein Bock mehr auf den Computermist und ttimeless erzählt stattdessen etwas über die ehrliche Arbeit des Handwerkers. Oder zumindest einiger Handwerker.
ShownotesGewerksabgrenzung
Materialien
Fachrichtungen
Rausschmeißer: In eigener Sache
Wir steigern den Schwierigkeitsgrad. In dieser Episode wird der Stoff der vorherigen Folgen abgefragt. Dafür können wir dann aber auch die Folge in einer Stunde abfeiern – oder zumindest den ersten Teil.
ShownotesRückbezug zu STP048: Transportverschlüsselung vs. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Transport Layer Security (Sicherheit auf der Transportschicht): "ein Verschlüsselungsprotokoll zur sicheren Datenübertragung im Internet"
TLS Record: zweite und einfachere Phase der Verbindung
TLS Handshake: initiale Aushandlungsphase zu Beginn der Verbindung
Warum zwei Schlüssel?
eine wesentliche Eigenschaft von TLS: Kryptoagilität
Im Gespräch erwähnt:
Im zweiten Teil der ursprünglichen Episode #49 spricht Xyrill nun über den tatsächlichen Ablauf einer Attacke. Außerdem geht es um Motivationen und Gegenmaßnahmen.
Shownotes[Unser Arbeitsfeld] heißt "Computer-Sicherheit", nicht "Computer-Optimismus". Wir machen uns der schlimmstmöglichen Resultate bewusst, denn auch wenn wir es nicht tun, unsere Gegner werden es auf jeden Fall tun.
– Matthew Green über IT-Sicherheit (übersetzt aus dem Englischen)
Topologie eines IT-Angriffs auf ein verteiltes System (z.B. das interne Netz eines Unternehmens oder einer Organisation)
Welche Ziele kann ein IT-Angriff letztendlich verfolgen?
Was kann man auf der Verteidigerseite machen?
weiterführende Quellen
In dieser Nichtjubiläumsfolge kümmern wir uns wieder einmal darum, unseren Hörer:innen Nerdkultur näher zu bringen. Dazu ist selbstverständlich nichts besser geeignet als der Ursprung vieler lieb gewonnener Worte und Redewendungen.
ShownotesIn dieser ersten Folge zum Thema Cyber-Cyber halten wir uns so lange mit der Einführung von Grundbegriffen auf, dass am Ende die Entscheidung fällt, den Rest auf Episode 51 zu verschieben. Betrachtet euch hiermit als angeteasert!
ShownotesDie drei wichtigsten Dinge, die Experten über Software-Sicherheit wissen:
Matt Blaze auf Twitter (Achtung: zweiter Link geht zu einer Domain von Elon Musk)
Vorbemerkung: für offensive und defensive Computernutzung wird regelmäßig der Wortteil "Cyber-" verwendet (z.B. "Cyberangriff", "Cybersicherheit")
Grundlage: Sicherheitslücken ("Fehler in einer Software oder einer Hardware, durch [die] ein Programm mit Schadwirkung oder ein Angreifer in ein Computersystem eindringen kann")
zweiter Schritt: Exploit (eine systematische Methode, um eine Sicherheitslücke auszunutzen)
Schadcode: der große Nachteil von Computern ist auch ihr Vorteil; sie tun genau all das, was man ihnen sagt :)
Vorschau: zweiter Teil in STP051 (Ablauf eines IT-Angriffs)
im Gespräch erwähnt: Vortrag von HonkHase zu Hackback und Digitalen Waffen
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